Montag, 26. Juli 2010

Lärmschutzwände - das wär's

Deutschland, du hast es - bei der Nutzung der Solarenergie - auf jeden Fall besser! Das zeigt sich unter anderem in Initiativen, Lärmschutzwände mit Photovoltaik-Anlagen zu versehen. Ursprünglich stammt die Idee aus der Schweiz.

Im Auftrag der bayerischen Stadtwerke Freising lieferte Isofoton S.A., der größte Solarmodul- und -zellhersteller Spaniens, mehr als 2200 monokristalline Photovoltaik-Module, um diese an der Autobahn A 92 bei Freising als solare Schallschutzwand zu installieren (siehe Solarmedia vom 26. September 2009).





Mehr als 3.300 Kilometer Lärmschutzwälle und -wände wurden in Deutschland bisher an seinen Autobahnen und Bundesstraßen gebaut. Allein 2009 rund 100 Kilometer. Die Fläche an Lärmschutzwänden wuchs im Schnitt der letzten Jahre um mehr als 250.000 Quadratmeter jährlich auf heute rund 8 Millionen Quadratmeter. "Diese Flächen sollen für den Einsatz von Photovoltaik genutzt werden; Versuche an deutschen Autobahnen und im Ausland zeigen ermutigende Ergebnisse. Durch die Kombination von Lärmschutz mit Photovoltaik lässt sich sozusagen ein doppelter Nutzen für die Umwelt erzielen. Deshalb wirbt der Bund darum, von dieser Option verstärkt Gebrauch zu machen. Mit den Ländern, die für ihn die Bundesfernstraßen verwalten, soll ein Leitfaden erarbeitet werden, um die Planung und Realisierung solcher Projekte zu beschleunigen", erklärte der Staatssekretär im Verkehrsministerium Rainer Bomba anlässlich eines Gesprächs mit MdB Norbert Geis, dem Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg Klaus Herzog, Bürgermeister Alzenau Walter Scharwies und dem Vorstand von SCHOTT Solar.

"Wir dürfen das ökonomische und ökologische Potenzial der Doppelnutzung von Lärmschutz und Photovoltaik nicht ungenutzt lassen", sagt Dr. Martin Heming, CEO der SCHOTT Solar AG, nach dem Gespräch mit Rainer Bomba. Er führt weiterhin aus: "SCHOTT Solar ist in diesem Feld bereits seit 1995 aktiv und hat schon viele Projekte realisiert. Wir freuen uns, dass das Verkehrministerium das Thema aufgegriffen hat und sind gerne bereit, gemeinsam die Entwicklung voranzutreiben." Ein Anwendungsbeispiel, an dem das Mainzer Solarunternehmen beteiligt war, ist ein Testfeld für Lärmschutz bei Inning am Ammersee auf der A 96 zwischen München und Lindau. Dort wurden 1997 drei 10 kW Photovoltaik-Pilotanlagen errichtet, die bis heute in Betrieb sind. "Die SCHOTT Solar AG ist aufgrund ihrer führenden Technologie und ihrer Erfahrung im Markt ein wichtiger Ansprechpartner für uns. Viele Anlagen des Unternehmens sind seit Jahrzehnten erfolgreich im Einsatz. Dieses Argument hat uns in unserer Entscheidung für eine gemeinsame Initiative bekräftigt", so Rainer Bomba bei seinem Besuch in Alzenau.

Die Idee, Photovoltaik auf Schallschutzanlagen zu bauen, wurde 1989 von dem unabhängigen PV Fach-Ingenieurbüro TNC Consulting AG in Meilen bei Zürich lanciert. Das Konzept der Doppelnutzung ermöglicht die Realisierung von Photovoltaik-Anlagen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. In der Schweiz sind einige wenige und kleinere Anlagen realisiert, ein Vorstoss im Zürcher Kantonsrat verlief im Sande.

© Solarmedia
/ Quelle: SCHOTT Solar AG

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