Sonntag, 18. Januar 2026

Atom oder Solar: Vision, auf die es ankommt!

Die Verbreitung der Solar-Technologie hat im letzten Jahr ihren Siegeszug auf breiter Basis angetreten, auch wenn in einzelnen Märkten der Fortschritt nun ins Stocken geraten scheint. Doch die weltweit zu beobachtende Entwicklung ist nicht das Ende der Fahnenstange. Die nukleare Technologie mag ihr nicht nach.

Ganz gemäss dem Motto «Solar am Sonntag» sei mal ein Blick in die weitere Zukunft gewagt. Er ist geleitet von der Einsicht, dass bei der Stromerzeugung die entscheidende Weichenstellung erfolgt zwischen Solar- und Atomstromerzeugung. Von Letzterer wird seitens der Energiewende-SkeptikerInnen schon heute so gesprochen, als sei sie die einzig seligmachende künftige Technologie. Und vor allem wird häufig behauptet, die Probleme seien gelöst (Technologie an sich, Brennstoff, Verfügbarkeit, Entsorgung des Atomabfalls).

Wer sich allerdings in der Realität umschaut, kann so gar nirgends erfolgreiche Projekte oder Prototypen erblicken. Als Beleg dienen mag etwa die verwirrende Nachrichtenlage zu einem zuvor hochgelobten Startup, das in Frankreich (neben den USA Atomland par Excellence), den Umstieg auf die SMA realisieren sollte. Und nun das: gemäss der Linksliberalen Tageszeitung Le Monde kämpft das Unternehmen Naarea ums Überleben. Eine Zusammenstellung der Künstlichen Intelligenz Grok hält dazu unter anderem fest: Naarea war eines der ersten Nuclear-Startups, das vom Staat über France 2030 unterstützt wurde (10 Mio. € öffentliche Gelder bei insgesamt etwa 100 Mio. € eingesammeltem Kapital). Das Unternehmen hat kräftig eingestellt (bis zu ~200 Mitarbeiter), einige technische Fortschritte erzielt (Testschleifen, I-Lab-Labor usw.), aber nie nennenswerte Umsätze generiert. Nun herrscht Unklarheit:
  • Praktisch: Eneris ist nicht erreichbar, hat sich öffentlich noch nicht zur Gerichtsentscheidung geäußert und es gibt keinerlei Gewissheit, dass sie das versprochene Geld wirklich einzahlen oder die Arbeitsplätze erhalten.
  • Die Naarea-Geschäftsführung befindet sich laut Le Monde „in völliger Ungewissheit“.
  • Die Zukunft des Mini-Reaktor-Projekts bleibt daher hochgradig ungewiss.
Daraus folgert Solarmedia: Es handelt sich also um extrem teure und langwierige Forschung & Entwicklung. Auch andere Startups aus diesem Bereich lassen konkrete Fortschritte vermissen oder haben wie in den USA  den Schritt in die Pleite getan. Ich folgere: Mir fehlt der Glaube.

Was nun mit Blick auf die solare Stromerzeugung folgt, lässt wohl manche(n) staunend zurück, vielleicht überwiegt auch in diesem Fall die Skepsis. Eine zweiteilige TV-Sendung hat in der abgelaufenen Woche unter dem Titel „Die Revolution der Erneuerbaren“ (15. Januar 2026 auf 3sat > siehe hier) eine Technologie vorgestellt, von der selbst auf Solarmedia noch nie die Rede war. Da kommt dann noch mal so eine kryptische Abkürzung, sie lautet SSPP und steht für Space Solar Power Project. Will heissen: Im Weltall sollen riesige Anlagen mit Solarpanels errichtet werden. Unter anderem das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX von Elon Musk, der ja auch den Mars besiedeln möchte, soll die Infrastruktur ins All transportiern und errichten.

Über SpaceX sei hier nicht weiter fabuliert. Hingegen macht das SSPP in Kalifornien technologisch derartige Fortschritte, dass erste Anlagen in Kürze zu erwarten sind. Der Strom, der reinen Weltraum aus unendlichem Solar-Licht erzeugt wird, kann dann durch ein elektromagnetisches Verfahren auf die Erde gebeamt und dort ins Stromnetz einfliessen. Im grossen Stil liesse sich damit die bereits zu Boden so erfolgreiche Solarstrom-Produktion quasi ins Unendliche ergänzen. Auch hierzu ein paar Erläuterungen von Grok, die sich wie folgt lesen: Das Space Solar Power Project (SSPP), das vor allem am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien, vorangetrieben wird, hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Es zielt darauf ab, Solarenergie im Weltraum zu sammeln und drahtlos per Mikrowellen oder Laser zur Erde zu übertragen, um eine wetter- und tageszeitunabhängige Energieversorgung zu ermöglichen. Das Projekt wird seit 2013 von Caltech-Trustees Donald und Brigitte Bren mit über 100 Millionen US-Dollar finanziert und vereint Expertise aus Elektrotechnik, Photovoltaik und Raumfahrtstrukturen. Das Projekt ist hochaktiv und expandiert. Im Oktober 2025 erschien der Dokumentarfilm "Bright Harvest: Powering Earth From Space", der die Arbeit der Caltech-Professoren Harry Atwater, Sergio Pellegrino und Ali Hajimiri beleuchtet. Neue experimentelle Testzellen wurden im November 2025 an SpaceX übergeben, mit einem geplanten Start zur Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2026. 
 
Zugegeben, auch SSPP ist eine Vision, deren Erfolg noch nicht gegeben ist. Wie aber eingangs gezeigt, ist auch der nukleare Weg nicht erfolgversprechender, stockt viel mehr. Die energetische Zukunftsfrage der Menschheit wird folglich entschieden werden auf der Ebene zwischen der Atom- und der Solar-Technologie. Hinweise, dass letztere die Nase vorn haben wird, erbringt Solarmedia in unterdessen bald 5000 Beiträgen in den letzten 15 Jahren und es wird je länger je klarer: Solar übertrumpft Atom - bei weitem!

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Donnerstag, 15. Januar 2026

Hallo Grok: Bitte um Überblick zur Nutzung Solarenergie in Afrika

 
Die Frage von Solarmedia an Grok lautet dieses Mal: Welche Länder sind in Afrika die in der Anwendung von Solarenergie am weitesten fortgeschrittenen? Aller berechtigten und auch notwendigen Kritik an der KI-Plattform von X respektive Elon Musk gilt auch bei dieser Antwort wieder (wie schon bei anderen zum Bereich der erneuerbaren Energien oder der Photovoltaik), dass sie plausibel ist und viele wertvolle Fakten zusammenträgt, die mit einer journalistischen Recherche in nützlicher Frist kaum zu bewerkstelligen ist (wegen der schwierigen Quellenlage und den unterschiedlichsten Bereiche resp. Länder). Soviel also zu den afrikanischen Staaten:

Afrika besitzt etwa 60 % der weltweit besten Solarressourcen, erhält jedoch nur rund 3 % der globalen Investitionen in saubere Energie. Dies führt zu einer Absurdität: Trotz enormen Potenzials – mit durchschnittlich 4,5 bis 6,5 kWh/m² pro Tag – macht Photovoltaik (PV) derzeit nur etwa 3 % der Stromerzeugung auf dem Kontinent aus. Bis Ende 2025 wurde eine operative Solar-Kapazität von rund 23,4 GW erreicht, was einem Wachstum von 26 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Im Jahr 2024 wurden 2,4 GW neue Kapazität installiert, und für 2025 wird ein Anstieg um 42 % erwartet. Bis 2028 könnte Afrika weitere 23 GW hinzufügen und damit seine aktuelle Kapazität mehr als verdoppeln. Dennoch bleibt der Anteil an der globalen Solar-Kapazität gering (ca. 2,5–3 %), da der Kontinent historisch von fossilen Brennstoffen (79 %) und Wasserkraft (16 %) abhängig ist. Über 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika haben keinen Stromzugang, was die Dringlichkeit unterstreicht.  Die Importe von Solarpaneelen aus China stiegen im Jahr bis Juni 2025 um 60 % auf 15 GW an, was auf eine breite Verteilung hinweist – nicht nur in etablierten Märkten wie Südafrika, sondern in über 20 Ländern. Dies deutet auf einen Boom in dezentraler Erzeugung hin, der die Stromversorgung in vielen Ländern spürbar verbessern könnte. 
Gründe für die geringe Nutzung trotz reichlich Sonne: Diese Absurdität ergibt sich aus strukturellen Herausforderungen: Hohe Kapitalkosten für Solarprojekte sind in Afrika 3- bis 7-mal höher als in entwickelten Ländern, was Investitoren abschreckt. Der Kontinent benötigt jährlich 200 Milliarden US-Dollar für Energie- und Klimaziele, erhält aber nur einen Bruchteil. Energiearmut, mangelnde Infrastruktur und politische Instabilität in einigen Regionen verlangsamen den Ausbau. Historisch dominieren fossile Brennstoffe und Wasserkraft, während Solar bis 2018 nur 3 % der Erzeugung ausmachte – im Vergleich zu 7 % weltweit. Dennoch wächst der Sektor: Seit 2021 steigen Investitionen in saubere Energie auf fast 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr, getrieben durch sinkende Technologiekosten. 
Fortschritte in der unabhängigen Solarstromerzeugung: Unabhängige (off-grid) Solarerzeugung macht rasante Fortschritte, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo zentrale Netze fehlen. Dies umfasst Solar-Home-Systeme, Mini-Grids und dezentrale Installationen. Die Importe von 15 GW Paneelen bis Juni 2025 könnten in Ländern wie Sierra Leone Strom erzeugen, der 61 % der nationalen Erzeugung 2023 entspricht; in Tschad 49 %. In 16 Ländern könnten Importe mindestens 5 % zur Stromerzeugung beitragen. 
Beispiele:
  • Nigeria: Pionier bei Mini-Grids; 120 installiert, die 250.000 Menschen versorgen. Ziel: 1,55 Millionen off-grid-Verbindungen bis 2030. 
  • Malawi: Durch Fonds wie Ngwee Ngwee Ngwee wurden Ziele für 250.000 Haushalte übertroffen; Fokus auf kleine Systeme für Einkommensgenerierung. 
  • Andere: In Algerien, Sambia, Botswana und Sudan stiegen Importe massiv (bis 33-fach). Off-grid-Lösungen adressieren die Bedürfnisse von 568 Millionen Menschen ohne Netzzugang in Subsahara-Afrika. 
Der Boom wird durch sinkende Kosten, Speicherlösungen und Initiativen wie der African Development Bank’s Desert-to-Power (10 GW bis 2030) angetrieben. Etwa 10 % der neuen Systeme dienen der Einkommensgenerierung in kleinen Unternehmen.

Erfolgreichste Staaten in der Solarenergie-Nutzung: Die erfolgreichsten Länder messen sich an installierter Kapazität, Wachstum und Integration. Südafrika und Ägypten dominieren mit Gigawatt-Skala, gefolgt von Nordafrikanischen Ländern. Hier eine Übersicht basierend auf Daten bis 2025 (2025 installierten 18 Länder mindestens 100 MW neu – ein Sprung von nur zwei im Vorjahr. Erfolgreiche Staaten profitieren von Politiken wie Auktionen, Subventionen und privaten Investitionen.

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Integration von Photovoltaik in die Stromwirtschaft Afrika: Photovoltaik ist zunehmend Bestandteil der Stromwirtschaft, aber der Anteil bleibt niedrig: Nur 3 % der Erzeugung. Distributed PV (z.B. Rooftop und Off-Grid) macht 42 % des PV-Wachstums aus, Utility-Scale den Rest. In Ländern wie Südafrika (179 W/Kopf) oder Namibia (468 W/Kopf) ist Solar pro Kopf hoch. Initiativen wie Mission 300 (300 Mio. Menschen bis 2030 mit Strom verbinden) und APRA (Accelerated Partnership for Renewables in Africa) fördern Integration durch Netzausbau und privates Kapital. Bis 2050 könnte Afrika 100 % erneuerbar sein, ohne Entwicklung zu bremsen. Der Fokus liegt auf Hybrid-Systemen mit Speichern, um Zuverlässigkeit zu steigern und fossile Abhängigkeit zu reduzieren.

Quelle: Grok-Antwort auf Frage: «Überblick zur Nutzung Solarenergie in Afrika» - redaktionelle Bearbeitung durch Solarmedia

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