Montag, 22. Juli 2019

MB: Good and bad news

Meyer Burger Technology AG hat am Montag vorläufige ungeprüfte Ergebnisse für das erste Halbjahr 2019 bekannt gegeben. Aufgrund des Preisverfalls im Standard PV Geschäft, insbesondere bei PERC, sind die Margen weiter unter Druck geraten. 

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Bei Heterojunction und der SmartWire-Zellverbindungstechnologie allerdings ist Meyer Burger in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Kunden, jedoch verzögerten sich die Auftragsabschlüsse. Insgesamt blieb die Geschäftstätigkeit deutlich unter den Erwartungen. Für das erste Halbjahr 2019 erwartet Meyer Burger einen Auftragseingang von rund CHF 94 Mio. (H1 2018 CHF 137.9 Mio. (siehe Kasten), bereinigt um Verkauf Wafering Geschäft CHF 94.5 Mio.), einen Nettoumsatz von rund CHF 122 Mio. (davon rund CHF 3 Mio. Wafering Equipment; H1 2018 CHF 232.3 Mio., bereinigt um Verkauf Wafering Geschäft CHF 200.7 Mio.). Der EBITDA ist trotz substantieller Reduktion der Kosten negativ ausgefallen (H1 2019 CHF -14 Mio.; H1 2018 CHF +29.2 Mio.). Der Auftragsbestand per 30. Juni 2019 betrug CHF 166 Mio. Infolge der ausserordentlichen Erträge aus dem Verkauf des Wafering Geschäfts erwartet Meyer Burger ein ausgeglichenes Nettoergebnis.

Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat von Meyer Burger überprüft Geschäftsmodell und Unternehmens­strategie grundlegend. Die Ergebnisse dieser Strategieüberprüfung werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Hans Brändle, Meyer Burger CEO, sagt dazu: „Ich bin enttäuscht von den Resultaten des ersten Halbjahres 2019. Allerdings ist mit unserer an REC gelieferten Heterojunction und SmartWire-Zellverbindungstechnologie der entscheidende Durchbruch gelungen: Auf der Intersolar im Mai 2019 wurde ein wegweisendes neues Solarmodul vorgestellt, das die PERC-Konkurrenz bezüglich Energieausbeute weit hinter sich lässt. Das mit unserer Technologie produzierte Modul kann zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden und erreicht eine branchenführende Moduleffizienz. Die erste Fertigungslinie wird in Kürze die Serienproduktion aufnehmen, und die Module finden bereits starke Nachfrage im Highend Segment. Dieser Erfolg verschafft uns neue strategische Möglichkeiten."

Remo Lütolf, Verwaltungsratspräsident von Meyer Burger, ergänzt: „Die Geschäftsentwicklung im ersten Semester 2019 unterstreicht die Notwendigkeit, unser Geschäftsmodell und unsere Strategie zu hinterfragen. Für die Zukunft werden wir alle strategischen Optionen prüfen. Dazu gehören Gespräche mit industriellen Partnern, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die nachhaltigen Mehrwert für unser Unternehmen und unsere Aktionäre schaffen."

Und dann doch noch die Good News - kurz nach der oben publizierten Medienmitteilung zum Geschäftsgang konkretisierten sich offenbar grosse Abschlüsse:  Meyer Burger Technology AG gab die Unterzeichnung eines bedeutenden Rahmenvertrages mit einem Start-up-Unternehmen für die Solarzellenproduktion für ihr Heterojunction (HJT)- Schlüsselequipment bekannt. Die nordamerikanische Firma wurde von Unternehmern mit langjähriger Solarindustrie-Erfahrung gegründet. Vorbehaltlh des Abschlusses der Finanzierungsrunde des Unternehmens wird ein Auftragsvolumen von rund CHF 100 Mio. erwartet.

Sonntag, 21. Juli 2019

SES: Energiewende im Schneckentempo

Die Analyse des Strommixes der vier grössten Stromversorger der Schweiz zeigt: Axpo, Alpiq, BKW und Repower erzeugen zwei Drittel ihres Stroms aus fossilen und nuklearen Energiequellen. Damit einher gehen eine hohe CO2- und Umweltbelastung. Der Anteil neuer erneuerbarer Energien wächst, bleibt jedoch mit 5 Prozent auf tiefem Niveau - so die Schweizerische Energie-Stiftung SES.
In der Kurzstudie «Strommix 2018» hat die SES den Strommix der vier grössten Schweizer Energieversorger Axpo, Alpiq, BKW und Repower untersucht. Dabei zeigt sich, dass die fossile und nukleare Stromerzeugung nach wie vor zwei Drittel der Stromproduktion ausmacht. Ein Drittel wird durch erneuerbare Energien gedeckt, vornehmlich Wasserkraft. Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 55% Wasserkraft und 36% Atomkraft (BFE 2018) fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klimaschädlicher aus.



Die Kurzstudie analysiert zudem die Umweltbelastung der Energieversorgungsunternehmen durch deren Stromproduktion. Die Treibhausgasemissionen pro Kilowattstunde sind 2018 gegenüber den Vorjahren erstmals wieder gesunken. Nach Jahren steigender Produktion 2018 haben die ausländischen Gas- und Kohlekraftwerke wieder weniger Strom produziert. Dies kann auf die gestiegenen CO2-Preise und Brennstoffkosten zurückgeführt werden. Dennoch bleibt der Anteil an fossiler Stromerzeugung mit knapp 22 Prozent hoch. An der Spitze steht die Alpiq mit durchschnittlich 298 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde. «Trotz leichter Verbesserung kommt die Energiewende bei den grossen Schweizer Stromversorgern nur im Schneckentempo voran», so Projektleiter Simon Banholzer. Zudem tragen die Kohle- und Gaskraftwerke in Europa stark zum Stromüberschuss bei und halten so die Preise an der Strombörse tief. 
Sämtliche Energieversorger wiesen 2018 ein Wachstum an nuklearer Stromproduktion aus. Ausschlaggebend war einerseits das AKW Beznau I, welches nach dreijähriger Pause wieder in Betrieb genommen wurde. Andererseits stieg die Produktion des AKW Leibstadt deutlich an. Entsprechend ist auch die durchschnittlich anfallende Menge an radioaktiven Abfällen leicht gewachsen. Die Axpo als grösste Atomstromproduzentin hat 2018 pro Kilowattstunde durchschnittlich 29 Kubikmillimeter radioaktiven Abfall produziert.
 
Alpiq und Axpo belasten die Umwelt am stärksten: Eine umfassendere Bewertung der Umweltschädlichkeit bietet die Berechnung der Umweltbelastungspunkte (UBP). Neben Treibhausgasemissionen und radioaktivem Abfall werden auch Aspekte wie Ressourcenverbrauch oder Landnutzung betrachtet. Die Alpiq schneidet mit durchschnittlich 347 UBP pro Kilowattstunde am schlechtesten ab. Doch auch die Axpo weist eine hohe Umweltbelastung aus, ebenso die BKW.



Ausbau der Erneuerbaren im Inland stagniert: Die neuen erneuerbaren Energien wie Sonnen- und Windstrom fristen mit ihrem 5%-Anteil nach wie vor ein Nischendasein. Bemerkenswert sind zumindest die Zuwachsraten. Die Strategien der Energieversorger richten sich auf eine erneuerbare Zukunft aus. BKW und Repower etwa wollen zukünftig ausschliesslich in Erneuerbare investieren. Jedoch geschieht der Ausbau der erneuerbaren Energien fast ausschliesslich im Ausland, da dort bessere Rahmenbedingungen herrschen. In der Schweiz lohnt es sich aufgrund der tiefen Strommarkterlöse und mangelnder Investitionssicherheit nicht, in neue Kraftwerke zu investieren. «Will die Schweiz die im Pariser Klimaabkommen und der Energiestrategie 2050 gesteckten Ziele erreichen, so müssen entsprechende Rahmenbedingungen gesetzt werden, beispielsweise bei der aktuellen Revision des Stromversorgungsgesetzes», bilanziert Simon Banholzer. Ein geeignetes Strommarktdesign, welches Investitionen in erneuerbare Anlagen ermöglicht, würde auch im Interesse der grossen Schweizer Energieversorger liegen.

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Donnerstag, 18. Juli 2019

E-Auto laden mit Strom vom eigenen Hausdach

Photovoltaikanlagen auf dem Dach sind klimafreundlich und erzeugen inzwischen Strom zu besonders niedrigen Kosten. Kombinieren Hauseigentümer die Solaranlage mit ihrem Elektroauto, können sie noch stärker vom eigenen Ökostrom profitieren. 

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Durch den höheren Eigenverbrauch steigt der Gewinn der Photovoltaikanlage. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg hin. Auch volkswirtschaftlich lohnt sich die Kombination von Solarstrom und Elektromobilität: Das Stromnetz vor Ort wird entlastet, der Netzausbau verringert. Um ausreichend Solarstrom für die elektrischen Geräte im Haushalt sowie für das Laden des Elektroautos zu haben, sollten Hauseigentümer die Solaranlage möglichst groß dimensionieren, rät Franz Pöter, Geschäftsführer des Solar Clusters.

Für Hauseigentümer (wenn man denn ein solcher ist) lohnt sich eine neue Photovoltaikanlage besonders, wenn sie den Solarstrom selbst verbrauchen und dadurch weniger Strom vom Energieversorger kaufen müssen. Inzwischen ist der Sonnenstrom unschlagbar günstig geworden: Solarstrom vom Dach kostet bei Kleinanlagen unter zehn Kilowatt installierter Leistung aktuell noch etwa 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Wer den Photovoltaikstrom für die elektrischen Geräte im Haus nutzt und dafür keinen Netzstrom für netto 25 Cent pro Kilowattstunde kaufen muss, hat folglich einen Vorteil von 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde. Überschuss wird ins Netz eingespeist und trägt zur positiven Rendite bei. Bei größeren Photovoltaik-Anlagen sinken die Stromerzeugungskosten  deutlich und der Gewinn pro Kilowattstunde steigt.  
 
Ohne Zusatzaufwand sind je nach Größe der Anlage in der Regel Eigenverbrauchsanteile von 20 bis 30 Prozent möglich. Wer seinen Eigenverbrauch weiter steigern möchte, bestellt derzeit meist einen Heimakku mit. Wirtschaftlich ist das derzeit meist noch nicht. Als Alternative kann man aber auch die Batterie seines Elektroautos nutzen. Das Auto wird dann tagsüber mit dem Ökostrom geladen. Damit kann sich der Eigenverbrauchsanteil auf 40 bis 50 Prozent erhöhen. Wer mit seinem E-Auto zur Arbeit pendelt, muss sich auf freie Tage und das Wochenende beschränken, um durch das Laden des Elektroautos den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen. 

Um ausreichend Solarstrom für das Elektroauto zur Verfügung zu haben, sollte die Solaranlage nicht zu klein sein: Für eine Fahrleistung von 20.000 Kilometern benötigt man drei bis vier Kilowatt installierter Photovoltaikleistung. Für den Energiebedarf der weiteren elektrischen Geräte sind noch einmal drei bis vier Kilowatt Leistung erforderlich. Um auch bei weniger optimalen Wetterbedingungen genügend Leistung für alle elektrischen Verbraucher zur Verfügung zu stellen, sollte die Anlage möglichst groß ausgelegt werden. Überschussstrom an sehr sonnigen Tagen speist man dann ins Netz und erhält dafür die Einspeisevergütung. Die zusätzlichen Kilowatt Leistung lohnen sich: Je größer die Anlage, desto geringer sind die Zusatzkosten pro Modul. Entsprechend steigt der Gewinn. „Hauseigentümer sollten das Dach so voll wie möglich machen“, rät Pöter daher. Als Faustregel gilt: Pro Kilowatt installierter Leistung braucht man rund fünf Quadratmeter Dachfläche.
 
Die Fahrtkosten von Elektroautos sind bereits mit Netzstrom günstig. Je nach Größe verbrauchen die Stromer auf 100 Kilometer durchschnittlich 20 Kilowattstunden – bei einem Renault Zoe sind es beispielsweise rund 16 Kilowattstunden, bei dem Tesla Model S 70 rund 21 Kilowattstunden. Bei einem normalen Haushaltsstrompreis von netto 25 Cent pro Kilowattstunde verursacht der Renault auf 100 Kilometer daher Fahrtkosten von 4 Euro, der Tesla Fahrtkosten von 5,30 Euro. Zum Vergleich: Ein mit Benzin betriebenes Auto verursacht durchschnittlich Kosten von 11 Euro.

Nutzt man eigenen Solarstrom mit Erzeugungskosten von 12 Cent pro Kilowattstunde, sieht die Sache noch besser aus. Dann sinken die Kosten der gewählten Beispielautos auf rund 1,90 Euro beziehungsweise 2,50 Euro auf 100 Kilometer. Gegenüber Strom aus der Steckdose ergibt sich eine Ersparnis um 50 Prozent. Die verstärkte Solarnutzung im Auto macht die Photovoltaikanlage rentabler. Für die Elektromobilisten lohnt es sich auch aus anderen Gründen: Nicht immer finden sie freie Ladesäulen, zudem ist der Strom dort manchmal recht teuer. Bei bis zu zwei Euro pro Kilowattstunde können die Kosten liegen. Mit der eigenen Solaranlage lassen sich solche Situationen reduzieren.
 
Günstig für einen größeren Solarstromanteil im Tank ist eine niedrigere Ladeleistung der Ladestation für das E-Mobil. Liegt diese bei etwa drei bis sechs Kilowatt, ist das optimal. Allerdings sind längere Ladezeiten die Folge. Der Vorteil: Die Photovoltaikanlage kann so einen höheren Anteil der in den Akku gelieferten Energiemenge bereitstellen. Wer dagegen 22 Kilowatt nutzt, der braucht zum Laden auch mittags Strom aus dem Netz. Mehr als 22 Kilowatt Leistung sind für den Hausgebrauch übrigens nicht zu empfehlen, da sie den Anschluss überfordern – und das unabhängig von der Solaranlagengröße, die meist kleiner ist.

Auch für die Niederspannungsnetze kann das Laden des E-Autos über die Solarstromanlage segensreich sein. Wenn viele Fahrzeuge gleichzeitig und mit hoher Leistung aus dem Ortsnetz geladen werden, kann dieser Vorgang das Netz an die Belastungsgrenze bringen. Verhindern tun dies eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge, der Verteilnetzausbau – oder aber mehr Elektroautos an Solaranlagen. Sie reduzieren die Ladeleistung aus dem Netz beziehungsweise die Einspeisung in das Netz und stabilisieren es dadurch, besonders wenn die Ladestation im Haus eine niedrigere Ladeleistung aufweist.
 
Wenn in Zukunft Autos auf den Markt kommen, deren Batterie auch Strom ins Hausstromnetz liefern kann, so könnte Solarstrom aus dem Elektroauto auch abends im Haus genutzt werden. Darüber hinaus diskutieren Fachleute weitere Dienstleistungen, in denen Autobatterien Solar- und Windstrom aus dem Netz aufnehmen, wenn Überschuss vorhanden ist, und bei einem niedrigen Angebot an erneuerbaren Energien wieder abgeben. Das würde den Verbrauch von Strom an das Angebot anpassen. Als Anreiz könnten die Stromversorger niedrigere Strombezugskosten bei einem Überangebot einführen.

Tipp: Das Elektroauto mit Solarstrom laden - Die Photovoltaikanlage und die Ladestation sollten kompatibel zueinander sein. Die Solaranlage kann dann die Ladeleistung der Ladestation steuern, je nachdem, wie viel Solarstrom gerade zur Verfügung steht. 

Dienstag, 16. Juli 2019

Es geht wieder aufwärts, aber viel zu langsam

Die kürzlich veröffentlichte Sonnenenergie-Markterhebung für das Jahr 2018 zeigt einen leichten Aufschwung bei der Photovoltaik. Die Massnahmen im Rahmen der Energiestrategie 2050 beginnen ihre Wirkung zu entfalten. Doch für den Ersatz der Atomkraft und der fossilen Energien muss der jährliche Zubau von Photovoltaik-Anlagen mindestens verfünffacht werden. Um dies zu erreichen, braucht es insbesondere stärkere Anreize für den Bau von Grossanlagen auf Landwirtschafts-, Gewerbe- und Bürogebäuden. 

Jährliche Verkäufe von Photovoltaikanlagen in der Schweiz in Kilowatt Leistung. Gut erkennbar ist das rasche Wachstum nach 2010, ausgelöst durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). 2016 und 2017 wurden nur noch Kleinanlagen gefördert, während 2018 die  Auswirkungen der Energiestrategie 2050 sichtbar werden. Quelle: Markterhebung Sonnenenergie 2018.
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Am 10.7.2019 wurde die von Swissolar durchgeführte und vom BFE (Bundesamt für Energie) plausibilisierte Markterhebung Sonnenenergie 2018 veröffentlicht. Swissolar hat eine vertiefte Analyse der Zahlen vorgenommen.

Photovoltaik: Talsohle durchschritten
Die Photovoltaik (PV)-Verkaufszahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 271 Megawatt, was etwa einer Fläche von 253 Fussballfeldern (ca. 1.7 Mio. m2)  neu installierten Modulen) entspricht. Der Anteil der Solarstromproduktion am Stromverbrauch der Schweiz lag 2018 bei 3.4 % (2017: 2.9 %)[1]. Damit konnte eine Trendwende nach zwei sehr schwierigen Jahren eingeleitet werden, aber der Zubau liegt immer noch deutlich unter dem bisher höchsten Wert von 2015 mit fast 340 Megawatt.

Gründe für die positive Entwicklung sind in den Massnahmen im Rahmen der Energiestrategie 2050 zu suchen, die auf Anfang 2018 in Kraft traten. Dazu gehört insbesondere die Einmalvergütung für Anlagen jeder Grösse, die rund 20 Prozent der Investitionskosten abdeckt. Die anfangs noch sehr langen Wartefristen bis zur Auszahlung dieser Förderung wirkten hemmend, aber inzwischen liegt sie bei weniger als zwei Jahren, was von den Investoren sehr positiv aufgenommen wurde.

Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr liess sich in fast allen Grössenkategorien feststellen, mit Ausnahme der grössten Anlagen (über 1 MW), wo ein Rückgang der neu installierten Leistung um den Faktor 5 zu verzeichnen war. Aufgeteilt nach der Art der Anlagen legten insbesondere die Wohngebäude zu (Einfamilienhäuser +13 %, Mehrfamilienhäuser + 47 %), während Anlagen auf Industrie- und Gewerbebauten stagnierten und auf Landwirtschaftsbauten sogar deutlich zurückgingen.

Damit zeigt sich ein deutlicher Mangel der aktuellen Förderung: Für den wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaikanlage braucht es, ergänzend zur Einmalvergütung, eine hohe Eigenverbrauchsquote. Bei Grossanlagen sowie in der Landwirtschaft ist dies meist schwierig.

Ein möglicher Ausweg liegt in den Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV), mit denen mehrere Verbraucher gemeinsam, auch auf angrenzenden Grundstücken, ihren Eigenverbrauch optimieren. Dieses Anfang 2018 eingeführte Instrument stösst insbesondere bei Mehrfamilienhäusern auf grosses Interesse. Zu ergänzen ist noch, dass in der Schweiz praktisch alle Photovoltaikanlagen auf Gebäuden installiert werden, im Gegensatz zu Nachbarländern mit teils sehr grossen Freilandanlagen.

Stromspeicher: Immer beliebter
Die Verkäufe von Batteriespeichern nahmen um mehr als einen Viertel auf 1590 Stück zu. Jede zehnte Photovoltaikanlage wurde mit einem Speicher kombiniert. Die durchschnittliche Speichergrösse lag bei 9.1 Kilowattstunden gegenüber 8.1 im Vorjahr. Hier zeigt sich der rasche Preisrückgang bei den Speichern.

Solarthermie: leichter Rückgang
Beim Verkauf von Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme musste leider ein weiterer Marktrückgang um 9 % auf 58‘500 Quadratmeter hingenommen werden, nach einem leichten Zuwachs im Vorjahr. Überraschenderweise konnte dabei jedoch das Marktsegment der Anlagen auf Einfamilienhäusern, das in den letzten Jahren am stärksten schrumpfte, um 18 % zulegen. Mehr als die Hälfte der neuen Kollektorfläche liegt somit auf Einfamilienhäusern.

Ausblick: Es braucht sehr viel mehr Solarenergie
Mit dem Ja zur Energiestrategie 2050 hat die Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, und mit der Ratifizierung des Pariser Klimaprotokolls hat sich unser Land faktisch verpflichtet, bis spätestens 2050 auf fossile Energien zu verzichten. Beide Ziele können aus Sicht von Swissolar nur mit einem massiven Ausbau der Solarenergie erreicht werden.

Bei der Photovoltaik müsste der jährliche Zubau mindestens bei 1500 Megawatt pro Jahr liegen, bei der Solarthermie sollte der Wert von 100‘000 Quadratmetern, wie zuletzt im Jahr 2014, wieder erreicht werden. Zur Erreichung dieser Ziele braucht es gezielte Fördermassnahmen für grosse Photovoltaikanlagen ohne Eigenverbrauch (z.B. auf Landwirtschafts-, Gewerbe- und Bürogebäuden), wozu beispielsweise Ausschreibungen dienen können.

Zudem braucht es eine rasche Revision der kantonalen Energiegesetze gemäss MuKEn 2014, die unter anderem eine Pflicht zur Eigenstromproduktion für Neubauten und den Einsatz erneuerbarer Energien bei Heizungssanierungen vorsieht.

Über Swissolar: Der Branchenverband die Interessen von 700 Verbandsmitgliedern mit rund 6‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.

Quelle: Swissolar

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Sonntag, 7. Juli 2019

Solar-Potential sichtbar

Das Bundesamt für Energie publiziert über 60 Datensätze als sogenannte offene Behördendaten (Open Government Data OGD). Diese Datensätze stehen der Bevölkerung zur freien Nutzung zur Verfügung. Dass die Bundesverwaltung einen grossen Schatz an frei verfügbar Daten bereitstellt, ist für viele nichts Neues. Was mit den Daten angestellt werden kann aber schon.

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Die Grundlagen sowie der Umgang mit OGD lernen Studierende der Unviersität Bern im Rahmen der Vorlesung Open Data. Neben dem Theorieteil erstellen die Studierenden in einer praktischen Arbeit eine Visualisierung von bestehenden OGD Datensätzen. Dieses Jahr haben drei Teams den BFE-Datensatz «Solarenergiepotenziale der Schweizer Gemeinden» verwendet. Dieser Datensatz beruht auf den Informationen aus www.sonnendach.ch und www.sonnenfassade.ch und weist für jede Gemeinde der Schweiz das Solarenergiepotenzial aus.

Entstanden sind drei spannende Visualisierungen (mit Mozilla Firefox oder Edge öffnen), welche zeigen, wie die BFE-Daten verwendet werden können:

Solarpotenziale pro Kopf der Schweizer Kantone
Sascha Zeiter und Diego Ritz haben die Daten für jeden Kanton addiert und ausgewertet, in welchem Kanton das höchste pro Kopf Solarpotenzial vorhanden ist. Sie haben herausgefunden, dass die Kantone Graubünden und Jura die höchsten Pro Kopf Solarpotenziale aufweisen.

Solarenergiepotenziale der Schweizer Gemeinden – Fokus Strom
Suvetha Somasundram und Carine Hürbin haben das Solarpotenzial für jede Gemeinde analysiert. Zusätzlich haben Sie den Gebäudepark für jede Gemeinde ausgewertet. Für jede Gemeinde kann nun abgefragt werden, wie gross der Anteil an Einfamilien- bzw. Mehrfamilienhäuser ist.

Wie gut wurde das Solarenergiepotenzial im Jahr 2018 genutzt?
Kevin Schär und Nicola Zimmermann haben für jede Gemeinde das Solarpotenzial den KEV-Vergütungen gegenübergestellt. Sie wollten herausfinden, wie stark in welchen Gemeinden das Solarpotenzial bereits genutzt wird. Ihre Ergebnisse zeigen, dass in der Gemeinde Onnens dank KEV-Anlagen bereits über 50 Prozent des Solarpotenzials ausgeschöpft wird.

Weitere Visualisierungen von anderen offenen Behördendaten finden sich im Open Data Showroom der Universität Bern.

Nico Rohrbach, Fachspezialist Geoinformation, BFE

Quelle: energeiaplus.com


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Samstag, 6. Juli 2019

Edisun Power's grosser Schritt - ohne Subvention


Am 5. Juli 2019 unterzeichnete Edisun Power die Verträge zum Kauf eines 23 MW Photovoltaik-Bauprojekts in Portugal. Es handelt sich bereits um das zweite Projekt in Portugal, welches von der Schweizerischen Smartenergy Invest AG erworben und mit ihr zusammen umgesetzt wird. 

Durch die fast zeitgleiche Realisierung der beiden portugiesischen Projekte entstehen gemäss einer Medienmitteilung interessante Synergien im Ablauf, bei den Investitionskosten und im Betrieb. Das Projekt ist bereits im Besitz der Produktionslizenz, sodass voraussichtlich schon im vierten Quartal 2019 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Inbetriebnahme der Anlage wird im Laufe des Jahres 2020 erwartet. 

Die Anlage wird auf einer Fläche von gut 54 Hektaren mittels einachsig nachgeführter Module jährlich rund 46 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, was dem Jahresbedarf einer Stadt mit rund 12'000 Einwohnern entspricht. Die produzierte Energie wird ohne staatliche Subventionen am Markt verkauft. Zur Absicherung der Erträge ist vorgesehen, für die ersten Betriebsjahre ein PPA (Power Purchase Agreement) mit fixen Abnahmepreisen abzuschliessen. Mit dem Projekt wird auf annualisierter Basis voraussichtlich ein Nettoergebnis von rund CHF 0.6 Mio. erzielt.

Die Investition wird aus bestehenden Mitteln, mit einer Projektfinanzierung sowie durch eine Kapitalerhöhung mittels Sacheinlage abgedeckt. Die Sacheinlage erfolgt unter Ausschluss des Bezugsrechts der bisherigen Aktionäre durch Ausgabe von 27'675 Aktien aus dem genehmigten Kapital, womit die Smartenergy nach Abschluss der Transaktion einen Anteil von rund 17.5% an Edisun Power halten wird. 

Edisun Power Gruppe: Als kotierter europäischer Solarstromproduzent finanziert und betreibt die Edisun Power Gruppe Solar­strom­anlagen in verschiedenen europäischen Ländern. Edisun Power startete ihr Engagement auf diesem Gebiet bereits 1997. Seit September 2008 ist das Unternehmen an der Schweizer Börse kotiert. Edisun Power verfügt bei der Realisierung und beim Kauf sowohl nationaler als auch internationaler Projekte über breite Erfahrung. Aktuell besitzt das Unternehmen 37 Solarstromanlagen in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien.


Quelle: www.edisunpower.com

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