Donnerstag, 21. Juni 2018

ABB gewinnt Preis

An der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, wurden zum elften Mal besonders wegweisende Lösungen mit dem Intersolar AWARD prämiert. Über die begehrte Auszeichnung konnten sich 2018 die Firmen ABB, Hanwha Q CELLS und Krinner Solar freuen.   

Die Gewinner tragen dazu bei, die Branche zu motivieren, sich mit neuen bahnbrechenden Innovationen für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Zukunft einzusetzen. Die Voraussetzung für die Bewerbung zum Intersolar AWARD 2018 war die Teilnahme an mindestens einer der weltweiten Fachmessen Intersolar, ees, Power2Drive oder EM-Power, die 2018 unter dem Dach The smarter E Platz finden. Darüber hinaus konnten auch Partnerunternehmen der Aussteller ihre Innovation einreichen.

ABB: PVS-175-TL punktet mit zahlreichen Neuerungen: Der Wechselrichter ist eine dreiphasige Stringlösung mit Anbindung an die Cloud für gewerbliche Aufdachanlagen und PV-Großanlagen zur Energieversorgung. Die neue 1500 V DC Plattform bietet bis zu 185 kW bei 800 V AC und ermöglicht den Einsatz einer dezentralisierten Anlagenarchitektur, ohne dass es dadurch zu höheren AC-Verteilungsverlusten kommt. Bei dieser kostengünstigen Lösung werden zwischen 35 und 65 Prozent weniger Wechselrichter benötigt, um die gleiche AC-Gesamtleistung zu erzielen. Gleichzeitig bleiben die Hauptvorteile der Stringwechselrichtertechnologie erhalten.

Die Jury war von mehreren Innovationen beeindruckt. Durch die Erhöhung der AC-Ausgangsspannung auf 800 V mithilfe von zusätzlichen und unabhängigen Aufwärtswandlern können die elektrischen Verluste bei großen PV-Anlagen gesenkt werden. Der PVS-175-TL Wechselrichter mit zwölf MPP-Trackern bietet hohe Granularität und damit höhere Erträge sowie einen geringeren Wartungsaufwand. Gleichzeitig werden Sicherungen und Anschlusskästen überflüssig. Die kostengünstige Lösung verfügt über eine modulare Struktur, die per WLAN gesteuert werden kann und zentrale Wechselrichterfunktionen optimiert. Die Jury zeigte sich außerdem beeindruckt von der hohen Leistungsdichte von 1,3 kW pro Kilogramm und der Betriebstemperatur zwischen –20° und +60° Celsius.

Q.PEAK DUO-G5 der Firma
Hanwha Q CELLS GmbH ist ein neues Solarmodul mit über 120 Halbformatzellen und Leistungsklassen bis zu 330 Wp. Der Modulwirkungsgrad von 19,9 Prozent wird durch die Q.ANTUM DUO Technologie erreicht, bei der die neuen monokristallinen Q.ANTUM Zellen mit dem fortschrittlichen Zellkontaktierungsdesign mit sechs Busbars kombiniert werden. Glatte Schnittkanten verbessern die mechanische Stabilität der Zellen. Die für die Zellkontaktierung typischen elektrischen und optischen Verluste lassen sich so weitgehend vermeiden. Die Q.PEAK DUO Reihe setzt bei Leistung, Energieerträgen und LCOE neue Maßstäbe.

Krinner Solar GmbH: CAS²– Computer Aided Solar Structure: Die Wahl der Jury fiel auf dieses neuartige integrierte Software- und Hardwarepaket, mit dem für die Planung und Installation von PV-Großanlagen zwischen 10 und 30 Prozent weniger Zeit benötigt wird. Dazu gehören digitale Planungs-, Entwicklungs- und Installationsanwendungen für alle möglichen Solaranlagen-Schraubfundamente auf sämtlichen Bodenarten. CAS² verknüpft die Oberflächen- und Bodendaten aus der Vermessungsphase mit der geplanten Unterkonstruktion der Solaranlagen auf unterschiedlichen Krinner Schraubfundamenten. Diese Daten ermöglichen die Planung — und die Produktion — von Schraubfundamenten in verschiedenen Längen.

Der Jury zufolge ist dies eine wichtige Lösung für die neue Energiewelt und erst der Anfang der Entwicklung, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge auf die Auslegung und die Installation von PV-Großanlagen Einfluss nehmen. Jeder Planungs-, Fertigungs- und Installationsschritt wird online erfasst und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Daraus lassen sich spezielle Berichte erstellen, die die Anforderungen von Banken, Versicherungen und Betreibern erfüllen. Von Drohnen und Vermessungsrobotern erhobene Kartierungsdaten werden genutzt, um die Installationsroboter zu steuern, die Länge der Schrauben anzupassen und den Stahlverbrauch zwischen 3 und 6 Prozent zu reduzieren. 

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E Europe auf der Messe München statt. Weitere Informationen im Internet unter: www.intersolar.de www.TheSmarterE.de

Mittwoch, 20. Juni 2018

Sonnen-Community hat beste Speicher-Tarife

In einer umfangreichen Analyse vergleicht EuPD Research aktuell 15 Angebote sogenannter Community- und Cloud-Lösungen in Deutschland. In 8 Kriterien werden alle Aspekte von Vertragsdetails über Kosten und Nutzen untersucht. Die sonnenCommunity kann sich hier auf dem Spitzenplatz positionieren.
Top 5 Liste des Vergleichs von Community- und Cloud-Lösungen
Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei genauso vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten, auch sinkende Stromkosten oder sogar  100% Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms, versprochen. Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community?

Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt die Zielstellung, Community- und Cloud-Angebote  einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen. Ausgehend von einer umfangreichen Recherche konnten deutschlandweit insgesamt 15 Anbieter für derartige Lösungen identifiziert werden. Zur Bewertung dieser Angebote erarbeitete EuPD Research einen ganzheitlichen Ansatz, welcher in 8 Kriterien Darstellung, Vertragsdetails und Wirtschaftlichkeit der Lösungen sowie den Nutzen für das Energiesystem analysiert.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter in der Beispielrechnung für einen 4-Personenhaushalt mit 4.500 kWh Stromverbrauch ein Aufpreis von 512 Euro pro Jahr, was eine deutliche Mehrbelastung für den Kunden bedeutet. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter heute an.  

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Speziell bei vielen Cloud-Lösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.   

  
„Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist“, fasst Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. „Es freut uns daher sehr, dass wir mit unserer sonnenCommunity hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben und uns damit deutlich von den anderen Angeboten absetzen konnten“, so Schröder weiter.

Die Untersuchungsergebnisse sowie die gesamte Studie können Sie bei der Projektleiterin Natalja Semerow (n.semerow[at]eupd-research.com) anfragen.

Montag, 18. Juni 2018

Schlusslicht Schweiz

Die Schweiz bewegt sich im europaweiten Vergleich nach wie vor auf den hintersten Rängen, wenn es um die Produktion von Solar- und Windenergie geht. Obwohl der Ausbau im Bereich der Photovoltaik in den letzten Jahren anstieg, bleibt der Gesamtanteil am Stromverbrauch marginal. Unmittelbare Besserung ist nicht in Sicht, viele neue Projekte sind blockiert. Um die Energiewende hierzulande in Schwung zu bringen, braucht es ein neues Strommarktdesign.

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In der Schweiz herrschen sowohl für die Solar-  als auch für die Windenergieproduktion ideale Bedingungen, auch dank der flexibel und verlässlich einsetzbaren Wasserkraftwerke. Dem signifikanten Ausbau der neuen Erneuerbaren fehlen jedoch investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die KEV-Warteliste ist voll. Den aktuellen Stand der Schweiz im Vergleich mit allen EU-Ländern zeigt die SES in Form einer Kurzstudie. Dabei wird die pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom der Schweiz mit der Produktion der 28 EU-Staaten verglichen.

Nur vier EU-Länder produzierten 2017 weniger Solar- und Windenergie als die Schweiz: Lettland, Slowakei, Slowenien und Ungarn. In der Schweiz waren es pro Kopf 190 kWh Solarstrom und 16 kWh Windstrom, insgesamt also 206 kWh. Obwohl die PV-Produktion seit Jahren kontinuierlich zunimmt, ist der Gesamtanteil am Stromverbrauch mit 3% immer noch gering. Die Schweiz endet auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs mit dem Anteil der Photovoltaik (2.75%) und der Windenergie (0.23%) auf dem unrühmlichen 25. Rang. Sogar Österreich, ein Binnenland ohne windreiche Küsten, produzierte mehr Windstrom pro Kopf als die Schweiz. Und Belgien, ein nördlicheres Land mit weniger Sonnenstunden, produzierte mehr Solarstrom pro Kopf als die Schweiz.

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 im Mai 2017 wurde der Grundstein für eine erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz gelegt. Doch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sind schlecht. Obwohl der Netzzuschlag auf 1. Januar 2018 erhöht wurde, werden neu eingereichte Projekte nicht von Einspeisevergütungen profitieren können. Grund dafür: Die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Förderung befristet. Am heutigen Strommarkt können sich die Anlagen nicht refinanzieren. Damit zukünftig trotzdem in Solaranlagen investiert wird, braucht es ein Strommarktdesign, das den Produzenten erlaubt, den Strom zu fairen Preisen einzuspeisen. Das Bundesamt für Energie ignoriert dieses Thema und riskiert einen viel zu langsamen Ausbau neuer erneuerbarer Kraftwerke.

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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Sonntag, 17. Juni 2018

Kein Graustrom mehr

Endkundinnen und Endkunden erhalten künftig noch mehr Transparenz über ihren gelieferten Strommix. Die neue Energiegesetzgebung, welche seit 1. Januar 2018 in Kraft ist, regelt die Stromkennzeichnung ausführlicher und verbindlicher und es ist insbesondere nicht mehr möglich, den Kunden Strom aus „nicht überprüfbaren Energieträgern“ auszuweisen. 

Die vollständige Deklarationspflicht wird 2019 erstmals umgesetzt mit der Stromkennzeichnung für das Jahr 2018. Ebenfalls nicht mehr zulässig sind so genannte Nachweise zweiter Priorität (bspw. aus Stromlieferverträgen oder Verträge mit unabhängigen Produzenten). Dies bedeutet, dass neu auch kleine PV-Anlagen unter 30 kVA im Herkunftsnachweis-System erfasst werden müssen, falls deren Produktion für die Stromkennzeichnung genutzt werden soll.

Mit der Einführung der vollständigen Deklarationspflicht entfällt die bisherige Informationspflicht für Unternehmen, die keine Endverbraucher beliefern. Der Begriff des „stromkennzeichnungspflichtigen Unternehmens“ wurde entsprechend klar definiert: Die Schnittstelle zwischen dem Lieferanten und dem Endverbraucher ist der Verbrauchsmesspunkt. Für jeden Verbrauchmesspunkt muss demnach eine Stromkennzeichnung gemacht werden.

Seit Einführung der Stromkennzeichnung im Jahr 2009 wurde der Leitfaden mehrmals in kleinen Schritten angepasst. Das System der Herkunftsnachweise und die darauf basierende Stromkennzeichnung sind inzwischen flächendeckend umgesetzt und gehören zum Allgemeinwissen der Stromlieferanten. Der nun vorliegende, vollständig überarbeitete Leitfaden zur Stromkennzeichnung trägt den heutigen Vorgaben und Bedürfnissen Rechnung.

Der Leitfaden ist auf der Internetseite des BFE aufgeschaltet.

Quelle: energeiaplus.com

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Donnerstag, 14. Juni 2018

Atomstrom zu günstig

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat ihren Prüfbericht zur Kostenstudie 2016 der Stilllegungs- und Entsorgungskosten publiziert. Ihre Empfehlungen bestätigen weitgehend die reduzierten Beiträge der AKW-Betreiber in die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO). Die Schweizerische Energie-Stiftung SES bedauert dies. Viele Unsicherheiten bei der Kostenhöhe sowie insbesondere der Finanzierung der Fonds bleiben bestehen – und damit die virulente Gefahr, dass Atomstrom heute zu günstig auf Kosten von morgen abgegeben wird.
Vor vier Jahren sorgte ein fundierter Prüfbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) für zählbare Verbesserungen bei der Finanzierung der AKW-Stilllegung und –Entsorgung. Unter anderem wurde auf Verordnungsebene ein sogenannter Sicherheitszuschlag von 30% für nicht abgedeckte Risiken eingeführt.

Trotz anhaltenden Kostensteigerungen empfahl die STENFO-Verwaltungskommission, das Leitungsorgan der Fonds, in ihrem Prüfbericht zur Kostenstudie 2016 eine Senkung des Sicherheitszuschlags. Nun folgt die EFK in ihrem heute publizierten Prüfbericht weitgehend den Vorschlägen der Verwaltungskommission. Dies obwohl die EFK weiterhin vor Risiken bezüglich der Finanzierung der Fonds warnt, auf die sie bereits 2014 verwiesen hatte. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), das schlussendlich Kosten und Beiträge verfügt, hatte die damals bemängelten Risiken just mit der Einführung des Sicherheitszuschlags als abgeholt betrachtet. Für Nils Epprecht, SES-Projektleiter Strom&Atom, sind die Empfehlungen der EFK vor diesem Hintergrund sonderbar: «Die EFK begrüsst die Reduktion einer Sicherheitsmarge, obwohl diese ein vom UVEK akzeptiertes Mittel wäre, um nach wie vor ungedeckte Risiken abzufedern.»

Wird der Sicherheitszuschlag tatsächlich gekürzt, läuft dies auf tiefere Beiträge für die Betreiber hinaus. Faktisch wird damit der Atomstrom auf Kosten der Steuerzahlenden von morgen subventioniert und die Laufzeit der Kraftwerke verlängert, obwohl diese heute nicht mehr rentabel sind.
» SES-Gutachten «Relevanz des Sicherheitszuschlags für die Finanzierung der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (PDF)

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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Dienstag, 12. Juni 2018

Kommt jetzt die Speicher-Solarzelle?

Die Speicherung von Sonnenenergie ist die zentrale Herausforderung der Energiewende. Neben den klassischen Lösungen – wie Solarzellen oder Batterien – eröffnen kreative chemische Konzepte der Energiespeicherung völlig neue Chancen. So ist es möglich, durch intramolekulare Reaktionen die Umwandlung und Speicherung von Sonnenenergie in einem einzigen Molekül zu vereinigen.  

Bislang dienten Solarzellen zur Speicherung
von Sonnenenergie. Jedoch suchen Forscher
bereits nach neuen Möglichkeiten. (Bild: Colourbox.de)
Dies könnte die Grundlage zum Bau von Solarzellen sein, die Energie speichern. FAU bearbeiten diese Fragestellung aktuell in zwei Forschungsprojekten und erhalten dafür Fördermittel in Höhe von mehr als einer Million Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Strom aus einer regenerativen Energiequelle wie Sonne oder Wind steht nur dann zur Verfügung, wenn der Wind bläst und die Sonne scheint. Wird zu diesem Zeitpunkt gerade wenig Strom benötigt, ist es sehr schwer, den restlichen Strom zu speichern. Neue Konzepte sind gefragt – und die Forscher der FAU aus dem Department Chemie und Pharmazie setzen dabei auf chemische Konzepte zur Energiespeicherung.

In zwei Gemeinschaftsprojekten suchen die Wissenschaftler nach neuen Ideen zur molekularen Sonnenenergiespeicherung und erforschen Moleküle und Prozesse, die sowohl eine effiziente Speicherung als auch eine kontrollierte Energiefreisetzung ermöglichen. Denkbar ist dabei sogar eine direkte Umwandlung der gespeicherten chemischen Energie in elektrische Energie. Eine Vision, die den Bau einer „energiespeichernden Solarzelle“ ermöglichen würde.

Grundlage der Forschungen ist das so genannte „Norbornadien-Quadricyclan-Speichersystem“. Die Substanzen Norbornadien (NBD) und Quadricyclan (QC) sind Kohlenwasserstoffe und werden in der Fachwelt schon seit längerer Zeit als potenzielle Kandidaten für die Speicherung von Sonnenenergie diskutiert: Unter Einwirkung von Licht kann sich das Molekül Norbornadien in einer Reaktion innerhalb des Moleküls zu Quadricyclan verwandeln. Dabei wird eine Energiedichte erreicht, die der einer Hochleistungsbatterie entspricht. Auf Grund dieser Eigenschaft wird Quadricyclan auch als „Solar Fuel“ – also als solarer Treibstoff – bezeichnet. 

Effiziente Speicherung: Das Teil-Projekt „Photochemisch und magnetochemisch ausgelöste Speicherung / Freisetzung von Sonnenenergie in gespannten organischen Verbindungen“ wird von Prof. Dr. Dirk Guldi und Prof. Dr. Andreas Hirsch geleitet. Die Wissenschaftler arbeiten an der Herstellung verschiedener neuer Familien von NBD- und QC-Derivaten. Darüber hinaus untersuchen sie systematisch den Einfluss von Photosensibilisatoren und Elektronenakzeptoren sowie von Lösungsmitteln und Magnetfeldern innerhalb dieses Prozesses. Langfristiges Ziel der Forscher ist es, einen geschlossenen System-Brennstoffzyklus für molekulare Speichermedien zu realisieren. 

Kontrollierte Energiefreisetzung: Im Teil-Projekt „Katalytische und elektrochemische Wiedergabe von in verspannten organischen Verbindungen gespeicherter Sonnenenergie“ arbeiten Prof. Dr. Julien Bachmann, Prof. Dr. Jörg Libuda und Dr. Christian Papp zusammen. Die drei Wissenschaftler entwickeln neue Katalysatorsysteme und Elektroden, mit denen chemische Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt werden kann. Dieses Funktionsprinzip wollen sie konzeptionell anhand von Hybridgrenzflächen mit geeigneter elektronischer Struktur, chemischer Struktur und elektrochemischer Stabilität nachweisen. 

Grundlage für „energiespeichernde Solarzelle“: Die Ergebnisse beider Teilprojekte zusammen könnten die Grundlagen zum Bau einer „energiespeichernden Solarzelle“ sein. Der Strom, der bei Sonnenschein erzeugt wird, könnte über intramolekulare Reaktionen intelligent gespeichert und hocheffizient genutzt werden.