Montag, 2. Mai 2016

Immer mehr Wasserkraft für die Schweiz

Am 1. Januar 2016 waren in der Schweiz 623 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung grösser 300 kW in Betrieb (1.1.2015: 604 Anlagen). Die maximale mögliche Leistung ab Generator hat gegenüber dem Vorjahr um 71 MW zugenommen.

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Die erwartete Energieproduktion stieg gegenüber dem Vorjahr um 144 GWh/a auf 36'175 GWh/a (Vorjahr: 36'031 GWh/a). Diese Zunahme ist primär auf den Zubau neuer Anlagen, Erweiterungen und Optimierungen zurückzuführen. Die Zunahme der erwarteten Energieproduktion ist deutlich grösser als der Mittelwert der letzten 10 Jahre (88 GWh) und höher als der Mittelwert der letzten 20 Jahre (126 GWh). Die Wasserkraft hat auf der Basis der mittleren Produktionserwartung einen Anteil von rund 56% an der Stromproduktion in der Schweiz. Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind Wallis mit 9'679 GWh/a (26,7%), Graubünden mit 7'889 GWh/a (21,8%), Tessin mit 3'547 GWh/a (9,8%) und Bern 3'346 GWh/a (9,2%).

Mit Wasserkraft werden rund 56 % des Stroms der Schweiz erzeugt. Mit der neuen Storymap des BFE wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion (siehe Bild) und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Sonntag, 1. Mai 2016

Mehr Strom für Wärme und Verkehr

In Zukunft zeitweilig auftretende Stromüberschüsse können sinnvoll zur Versorgung im Wärme- und Verkehrssektor genutzt werden. Das geht aus der von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) veröffentlichten Metaanalyse „Flexibilität durch Kopplung von Strom, Wärme & Verkehr“ hervor. 

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Darin hat das Beratungsunternehmen Prognos im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien die Aussagen von 25 Studien zum Flexibilitätsbedarf und den -potenzialen im deutschen Stromsystem gegenübergestellt. „In allen ehrgeizigen Klimaschutzszenarien spielen die fluktuierenden Stromerzeuger Sonne und Wind die Schlüsselrolle in der zukünftigen Energieversorgung“ so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Mit Hilfe dieses Stroms lassen sich auch Teile des Wärme- und Verkehrssektors dekarbonisieren. Zudem können durch eine solche Sektorenkopplung mehr Flexibilitäten ins Energiesystem gebracht und Erzeugungsschwankungen ausgeglichen werden.“ 
 
In zwei Tagen beginnt die Zeichnungsphase für den Ende 2015 in Paris verhandelten Weltklimavertrag. Zur Zeichnungszeremonie in New York haben sich 130 Regierungsvertreter angekündigt, darunter auch aus Deutschland. Gemeinsames Ziel ist es, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten. Die Konsequenz: Bis zur Mitte des Jahrhunderts muss die Energieversorgung nahezu vollständig klimaneutral erfolgen. „Das setzt voraus, dass nicht nur die Stromerzeugung von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien umgestellt wird, sondern auch die Wärmeversorgung und der Verkehr. Da Wind- und Sonnenenergie die größten Potenziale haben, werden sie in Zukunft eine Säule der Energieversorgung auch in diesen Sektoren bilden“, fasst Vohrer das Ergebnis der Metaanalyse zusammen. 

Im Jahr 2015 erzeugten die Erneuerbaren Energien in Deutschland 196 Terawattstunden Strom und trugen damit 30 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Auch wenn zunehmend Strom exportiert wird und es regional aufgrund von Netzengpässen zur zeitweisen Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen kommt, hat die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien bisher zu keinem Zeitpunkt die Nachfrage übertroffen. „Der von interessierter Seite geprägte Begriff des ‚Wegwerfstroms‘ ist damit fehl am Platz“, erklärt Vohrer. Die Metaanalyse zeigt: Wenn es in Zukunft absehbar zu Situationen kommt, in denen die regenerative Erzeugungsleistung die Nachfrage innerhalb des Stromsektors übertrifft, können diese Strommengen fossile Energieträger in der Wärmeversorgung und im Verkehr ersetzen und so für mehr Klimaschutz in diesen Sektoren sorgen. Je nach Szenario könnte der Strombedarf in Deutschland durch die stärkere Stromnutzung für Wärme und Verkehr deutlich steigen – und mit ihm der Ausbaubedarf für Windenergie- und Photovoltaikanlagen. 

Für den Zeitraum bis 2030/35 gehen acht der für die Metaanalyse betrachteten Energieszenarien von einem weiteren Ausbau der installierten Leistung zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auf insgesamt ca. 140 bis 160 Gigawatt aus (2015: 97 GW). Weitere acht Szenarien sehen einen teils deutlich stärkeren Ausbau auf insgesamt ca. 170 bis 246 Gigawatt vor. Dabei stellen Windenergie und Photovoltaik in allen Studien den größten Anteil – meist rund 90 Prozent. Diese Kapazitäten sind notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Sie bedeuten aber auch, dass das Stromsystem ein hohes Maß an Flexibilität aufweisen muss. Diese kann im Bereich der Stromerzeugung durch den bedarfsgerechten Betrieb von fossilen Kraftwerken, Biogas- und KWK-Anlagen erreicht werden, des Weiteren durch Netzausbau, Stromaustausch mit dem Ausland und Lastmanagement bei Stromverbrauchern sowie durch Stromspeicher. 

Ein großer Teil der Studien misst sogenannten neuen Stromverbrauchern eine wachsende Bedeutung für die Flexibilisierung der Stromnachfrage bei. Darunter fällt eine zunehmende Nutzung von Strom für Wärmezwecke. Elektrische Wärmepumpen werden dabei eine große Rolle spielen, zudem sollen Stromüberschüsse im Rahmen von Power-to-Heat-Konzepten, z. B. durch Einspeisung in Wärmenetze verwertet werden. Im Verkehr kann Strom verstärkt Verwendung finden, etwa in Elektrofahrzeugen oder für die Produktion strombasierter Brenn- und Kraftstoffe („Power-to-Gas“ / „Power-to-Liquid“). 
 
Welche Flexibilitätsoption zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang eingesetzt wird, ist den für die Metaanalyse untersuchten Studien zufolge abhängig vom Erfolg beim Netzausbau, der Kostenentwicklung von Speichertechnologien sowie vom Zusammenspiel der verschiedenen Optionen. So besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Elektrolyseure und Methanisierungsanlagen erst ab etwa 2030 in größerem Stile als Langfristenergiespeicher und für den Ersatz fossiler Energieträger im Verkehr zum Einsatz kommen könnten. Bis dahin wären kostengünstigere Flexibilitätsoptionen ausreichend, um die anfallenden Stromüberschüsse wirtschaftlich zu nutzen. Langfristig könnten aus Klimaschutzgründen sämtliche Flexibilitätsoptionen notwendig und wirtschaftlich werden. 

Die Metaanalyse zum Download auf www.forschungsradar.de

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien Deutschland

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Freitag, 29. April 2016

Auf dem Weg zur ungiftigen Dünnschichtzelle

Ein Forscherteam am »Australian Centre for Advanced Photovoltaics« an der australischen Universität von New South Wales arbeitet unter der Leitung von Frau Xiaojing Hao an der Entwicklung von Dünnschichtsolarzellen, die ohne giftige Inhaltsstoffe auskommen, wie das Solarportal von photon.com schreibt. 

Die Wissenschaftler haben jetzt verkündet, sie hätten Zellen aus Kupfer, Zink, Zinn und Schwefel (CZTS, Copper, Zinc, Tin, Sulphur) entwickelt, die auf einer ein Quadratzentimeter großen Fläche einen Wirkungsgrad von 7,6 Prozent erreichen. Dieser Wert sei vom National Renewable Energy Laboratory (NREL) des US-Energieministeriums bestätigt worden. Die Forscher betonen, dass CZTS-Zellen anders als die Dünnschichtformate aus Cadmium-Tellurid (CdTe) und Kupfer-Indium-Gallium-Selenid (CIGS) keinerlei toxische Auswirkungen haben. »Es gibt allerdings noch viel zu tun, bis wir mit den neuen Zellen einen vergleichbaren Wirkungsgrad erzielen können, aber wir sind auf gutem Wege«, erklärte der Projektkoordinator Martin Green. 

Abgesehen davon, dass die neuen Zellen umweltverträglicher sind, sei er aus zwei Gründen ganz besonders an deren Entwicklung interessiert: »Man kann sie auf Materialen als Schicht auftragen, die 50 Mal dünner ist als ein menschliches Haar, sodass sich der Produktionsschritt über Wafer und deren weitere Verarbeitung einsparen lässt.« Außerdem würde das Material blaue Wellenlängen des Lichts besser erfassen als Silizium, somit ließen sich damit auch Siliziumzellen beschichten, um den Gesamtwirkungsgrad zu erhöhen. Die neue Entwicklung sei prädestiniert etwa zur direkten Beschichtung unterschiedlicher Oberflächen, so Xiaojing Hao, zum Beispiel für den Einsatz als Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) in Fassaden, Dachziegeln und Fenstern. 

Weitere Angaben unter:
newsroom.unsw.edu.au/
newsroom.unsw.edu.au/news/science-tech/unsw-takes-lead-race-non-toxic-thin-film-solar-cells

Quelle: Agenturen und Photon

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Donnerstag, 28. April 2016

Solarwärme-Markt stabilisiert sich

Absatz von Solarwärmeanlagen leicht gestiegen / Förderung seit Jahresbeginn noch einmal verbessert / Warme Jahreszeit für Heizungstausch nutzen


Der Markt für Solarwärmeanlagen wächst wieder - zumindest in Deutschland. Das geht aus der jüngsten Kollektorabsatzstatistik des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) und des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervor. Demnach wurden von November 2015 bis März 2016 rund 7 Prozent mehr Solarkollektoren verkauft als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren Ende 2015 bereits 2,1 Millionen Solarwärmeanlagen in Deutschland installiert.  "Angesichts des Modernisierungsstaus in unseren Heizkellern ist es höchste Zeit für eine echte Wärmewende. Damit die Solarwärme ihren Beitrag liefern kann, muss der Markt stark anziehen. Die vergangenen Monate haben ihn stabilisiert und liefern die Voraussetzung für weiteres Wachstum", sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW-Solar, anlässlich des 26. OTTI Symposium Thermische Solarenergie in Bad Staffelstein. "Der momentan noch niedrige Ölpreis hält viele Menschen zu recht nicht von einer Heizungsmodernisierung und dem Umstieg auf Erneuerbare Energien ab. Jetzt, am Ende der Heizperiode, ist ein günstiger Zeitpunkt für die eigene Wärmewende. Die Förderung war noch nie so attraktiv wie heute." 

"Um auf die Vorteile und die verbesserte Förderung rund um die Solarthermie aufmerksam zu machen, hat der BDH gemeinsam mit dem BSW-Solar die Kampagne 'Sonnige Heizung - immer im Plus' gestartet. Unter www.sonnigeheizung.com finden Interessierte Wissenswertes rund um die Solarthermie", so  Dr. Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik im BDH. 

In seiner Studie Was kostet die Energiewende? aus dem Jahr 2015 skizziert das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) einen solarthermischen Ausbau auf 159 GW bis ins Jahr 2050, um die energiebedingten CO2-Emissionen um 85 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. 159 Gigawatt solarthermische Leistung entsprechen einer Gesamtkollektorfläche von 227 Millionen Quadratmetern. Das ist rund das Zehnfache der heute installierten Fläche. 

Zusätzlich zu der im letzten Jahr erhöhten MAP-Förderung können nun auch Zuschüsse aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz beantragt werden. Dadurch erhöht sich die Förderung bei Einbau oder Nachrüstung einer Solarwärmeanlage zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung um 20 Prozent. Bei gleichzeitiger Optimierung der Heizungsanlage gibt es einen Zusatzbonus von weiteren 600 Euro. Somit gewährt der Staat für neue Solaranlagen in Kombination mit einem neuen Brennwertgerät in der Regel mindestens 3.600 Euro an Zuschüssen. 

Mit der Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) Anfang des Jahres sank der maximal zulässige Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung um 25 Prozent. Das heißt, dass Neubauten faktisch nicht mehr ohne den Einsatz Erneuerbarer Energien auskommen. Besonders preiswert lassen sich die gesetzlichen Standards durch die Kombination einer Solaranlage mit einem Gas-Brennwertkessel erfüllen, noch klimafreundlicher mit der Kombination einer Solar- und Pelletheizung. 

Qualifizierte Fachbetriebe sowie Informationen über Solarwärme und die Fördermöglichkeiten gibt es unter www.solartechnikberater.de, den Kurzfilm Heizen mit der Sonne auf Youtube (http://youtu.be/ZHT4OjHovGw).

Quelle:  www.solarwirtschaft.de

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Mittwoch, 27. April 2016

Energiewende macht uns zu GewinnerInnen

Nach der Tschernobyl-Katastrophe vor 30 Jahren hatten viele deutsche Atomkraft-Gegner gehofft, dass der Ausstieg aus der Nuklearenergie rasch kommen werde. Aber es bedurfte erst des nächsten großen Unfalls in Fukushima – damit vor jetzt fünf Jahren Deutschland, die Schweiz und die Niederlande den Atomausstieg beschlossen. Doch inzwischen ist das globale Ende der Atomkraft absehbar. Betrachtungen des deutschen Energiepublizisten Franz Alt.

Die Welt steigt aus der Atomenergie aus
Vor fünf Jahren liefen weltweit noch 438 AKWs, heute sind es noch 391 und die Hälfte von ihnen muss in den nächsten 15 Jahren aus Sicherheits- und Altersgründen stillgelegt werden. Nur wenige neue AKW werden noch gebaut – und diese mit bis zu zehn Jahren und mehr Verspätung. Atomstrom ist zu teuer und mit den Erneuerbaren nicht mehr konkurrenzfähig. Die Alternativen sind deshalb preiswerter, weil Sonne und Wind keine Rechnung schicken und so gut wie keine Entsorgungskosten anfallen. Zudem sind Solaranlagen und Windräder weit schneller zu errichten als AKW. 

Vor Fukushima erzeugten AKWs weltweit 18% des Stroms, heute noch elf Prozent. Tendenz stark rückläufig. Neue AKW können nur noch dort gebaut werden, wo der Staat sie finanziert, privaten Anlegern ist das Risiko zu hoch. Die deutschen AKW-Betreiber sind mit Milliarden Euro verschuldet. Die französische EDF sitzt sogar mit 37 Milliarden Euro in der Schuldenfalle. 

China stellt 2016 noch acht Milliarden Dollar für Atomtechnik zur Verfügung, aber 83 Milliarden für erneuerbare Energie. Japan hat nach dem Fukushima-Debakel, alle 48 AKW stillgelegt und bis heute nur zwei wieder ans Netz gebracht. Andererseits hat sich seit dem Jahr 2.000 hat sich der Solarstrom global verhundertfacht, die Windenergie verzehnfacht, der Bau von energieeffizienten Passivhäusern verhundertsechzigfacht. Diese positive Entwicklung verläuft global nicht linear, sondern exponentiell.

Der Anfang vom Ende der Atomenergie ist erstmals in Sicht. Hierzulande will nur noch die AFD mit der Atomkraft in die Zukunft.
Können wir uns eine Wirtschaft vorstellen, die nicht nur dem Kapital, sondern auch dem Gemeinwohl und den Menschen dient, deren Wohlbefinden verbessert, den sozialen Fortschritt unterstützt und in der kein Kind mehr verhungern muss, in der wir einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen lernen und eine Schließung von Stoffkreisläufen?
Ja, das ist möglich, sagt der englische Zukunftsforscher John Elkington mit seiner These „Die Welt bleibt grün“. Ernst Ulrich von Weizsäcker hat diese Möglichkeit schon vor Jahren in seinem Bestseller „Faktor Fünf“ beschrieben. Das sagen aber auch der deutsche Chemieprofessor und Umweltforscher Michael Braungart und der US-amerikanische Architekt William McDonough in ihrem revolutionären Buch „Intelligente Verschwendung – The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft“. Braungart und McDonough sind die Begründer des „Cradle-to-Cradle“-Konzepts („Von der Wiege in die Wiege“), das aufzeigt, dass wir Menschen zu weit eleganteren und effizienteren Umweltlösungen als bisher in der Lage sind. 

Der Klimawandel wurde von Menschen verursacht, also können ihn Menschen auch wieder stoppen. Es waren menschliche Entscheidungen, in die Atomkraft einzusteigen, also können Menschen auch wieder beschließen, aus der Atompolitik auszusteigen.       
Die Hauptthese des „Cradle-to-Cradle“-Prinzips: Abfall war gestern – ab jetzt gibt es nur noch Nährstoff e, die bisher lediglich am falschen Platz waren. Alle Produkte verbleiben in einem steten Kreislauf. Nur noch gesunde, recyclebare und unbedenkliche Materialien werden eingesetzt. Diese drei Autoren zeigen an vielen konkreten Beispielen, dass wir schon heute Produkte so herstellen können, dass alle verwendeten Materialien wieder genutzt werden. Solche Prozesse sind bereits nachweisbar bei Autos und Teppichböden, bei Waschmaschinen und Solaranlagen sowie beim Bau von Häusern. Teppiche und Farben können dazu beitragen, eine bessere Raumluft zu erzeugen. So wie ein Kirschbaum, der einen positiven Einfluss auf das restliche Ökosystem hat. In den USA und in Europa, in Indien, China und Japan setzen bereits viele Firmen mit Erfolg auf dieses neue Kreislaufprinzip. Dabei geht es nicht nur um eine neue Wirtschaft, sondern auch um ein neues Menschenbild: Der Mensch ist nicht länger Schädling, er wird Nützling.        

Alle Menschen können künftig zu einem nie gekannten ökologischen Wohlstand finden. Wir müssen freilich lernen, nicht länger gegen die Natur, sondern mit der Natur zu leben, zu arbeiten und zu wirtschaften. Das heißt natürlich auch: weniger Konkurrenzdenken und -handeln, sondern mehr Kooperation. Weniger Ich, mehr Wir. 2014 und 2015 waren bereits bescheidene Wendejahre. 2015 beim Weltklimagipfel in Paris haben es erstmals in der Menschheitsgeschichte alle 195 Staaten und die EU geschafft, sich als Menschheitsfamilie zu verstehen und gemeinsam einem Klimaschutzabkommen zuzustimmen, das diesen Namen auch verdient. Doch die entscheidende Frage bleibt: Schaffen wir auch eine generelle und dauerhafte Wende?    

Siegeszug für Sonne und Wind 
2014 und 2015 wurde weltweit bereits mehr Geld in erneuerbare Energien investiert als in fossil-atomare. 2014 ging der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erstmals seit Jahrzehnten leicht zurück – trotz steigender Wirtschaftskraft. Der Preis für eine Kilowattstunde Solarstrom sank in Deutschland von 70 Cent im Jahr 2000 auf etwa 8 Cent heute, in sonnenreichen Ländern auf circa 4 Cent und weniger.        

Deshalb ziehen jetzt immer mehr Investoren ihr Geld aus fossilen und atomaren Anlagen zurück – wie zum Beispiel der weltgrößte staatliche Vermögensfonds in Norwegen von Kohleinvestitionen. Soeben hat die weltgrößte Kohlefirma pleite gemacht. Ja, sogar die Rockfeller-Stiftung und die deutsche Allianz-Versicherung werden sich von Kohle-Investitionen verabschieden.      
 
Die Menschen wollen die Energiewende – in Deutschland zu über 80 Prozent, ähnlich in Japan und allmählich sogar in den USA. Diese positiven Entwicklungen werden auch von der größten Volkswirtschaft der Welt vorangetrieben, von China. Dort gab es 2014 sieben Prozent wirtschaftliches Wachstum, aber acht Prozent weniger Treibhausgase als im Vorjahr. Ein überraschender Fortschritt, aber noch kein Beweis für eine dauerhafte und globale Trendwende. Doch auf der Pariser Weltklimakonferenz hat China erstmals die Verhandlungen nicht mehr blockiert, sondern mit vorangetrieben

Papst und Dalai Lama sind sich einig 
Auf geistiger Ebene, wohl der entscheidenden, unterstützen sowohl der Papst in seiner Enzyklika Laudato si ohne Wenn und Aber die Energiewende und den Klimaschutz ebenso wie auch der Dalai Lama in dem soeben erschienen Buch Ethik ist wichtiger als Religion, das ich mit ihm zusammen ich acht Weltsprachen publizierte habe.        

Ökostrom ist kein Luxus mehr für wenige, sondern preisgünstige und umweltfreundliche Energie für alle. In Indien und in Afrika werden bereits tausende Dörfer komplett mit Ökoenergie versorgt. Die Energiewirtschaft befindet sich weltweit in der Phase einer industriellen Revolution – von unten, wie jede erfolgreiche Revolution. Afrika und die Sonne: welch eine Vision! Wir können mit einer solaren Energiewende erstmals in der Menschheitsgeschichte den Hunger überwinden und ins Museum der Geschichte stellen. Voraussetzung dafür ist preiswerte und ausreichende Energie, Wasserversorgung und Bildung. Dieser Dreiklang verändert alles.      

Und warum gibt es zurzeit in Deutschland so viele Bedenkenträger gegen die Energiewende? Strom aus Braunkohle ist die mit Abstand klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Doch die unheilige Allianz aus kurzsichtigen Gewerkschaftlern und Kohle-Politikern in CDU und SPD ist noch immer stärker und einflussreicher als alle vernünftigen Gegenargumente der Klimaschützer.       

Der Ausstieg aus der Braunkohle ist der nächste Ausstieg nach dem Atomausstieg. Den wir ja auch erst zur Hälfte geschafft haben.   „Der gleichzeitige Ausstieg aus Atom und Kohle geht nicht“, sagen Kanzlerin und Vizekanzler unisono. Doch diese Politik passt überhaupt nicht zusammen mit dem, was der G7-Gipfel in Elmau verkündet hat und auch nicht mit dem erklärten Ziel der Bundesregierung, bis 2050 bis zu 95 Prozent allen Stroms in Deutschland erneuerbar zu erzeugen. Die Weltbank hat schon vor Jahren ausgerechnet, dass keine Energiewende wegen der Folgekosten der alten Energieträger fünfmal teurer wird als eine rechtzeitige und intelligente Energiewende. Fakt ist auch: Durch erneuerbare Energieträger entstehen weit mehr Arbeitsplätze als in den alten Energien verloren gehen.       

Die Energiewende macht uns also alle zu Gewinnern: Es entstehen mehr Arbeitsplätze, wir schützen das Klima, leben in größerer Sicherheit und Unabhängigkeit. Und wir schaffen Wohlstand für alle.       

Allein die Sonne schickt uns jeden Augenblick unseres Hierseins 15 000-mal mehr Energie, als zurzeit alle Menschen verbrauchen. Eigentlich gibt es von Natur aus gar kein Energieproblem. Wir machen uns nur eines. Die Energiewende ist also keine Last, wie uns von Interessenvertretern und ihren politischen Helfern oft erzählt wird, sondern die großartige Chance, ein für allemal eines der größten Probleme unserer Zeit zu lösen.         

Unser Zentralgestirn liefert uns noch über sechs Milliarden Jahre alle Energie, die wir brauchen: Preiswert, umweltfreundlich, ausreichend, für alle und für alle Zeit.       

Die Energiewende wird freilich nur gelingen, wenn sie mit größerer sozialer Gerechtigkeit einhergeht. Eine Oxfam-Studie hat kürzlich ergeben, dass die 62 reichsten Menschen unseres Planeten über mehr Geld verfügen als die ärmere Hälfte der Menschheit. „Diese Wirtschaft tötet“, schreibt der Papst zu Recht. Und diese Wirtschaft produziert Millionen neue Flüchtlinge.      

Zwei Dinge sind für das Überleben der Menschheit zur Überlebensfrage geworden: die Energiewende und eine größere Gerechtigkeit. Ein erster Schritt zu mehr Gerechtigkeit wäre zum Beispiel ein globaler Mindestlohn von einem Dollar pro Stunde. Näherinnen in Bangladesch erhalten heute 25 Cent pro Stunde.  

Wie bei der Energiewende kommt es dabei darauf an, dass einige fortschrittliche Länder vorangehen. Trotz anfänglicher Bedenken hat sich gerade in Deutschland gezeigt, dass der Mindestlohn ein großer Erfolg ist. Außerdem kann die größte Ungerechtigkeit zwischen Reich und Arm dadurch gemildert werden, dass endlich das Geschäftsmodell der Steueroasen beendet wird und Riesenvermögen höher besteuert werden. Noch immer haben neun von zehn Großkonzernen Niederlassungen in Steueroasen.        

Ein Skandal. Bürger zur Sonne, zur Freiheit und zu mehr Gerechtigkeit. 
Quelle   FRANZ ALT 2016 | Erstveröffentlichung kontext:wochenzeitung 2016

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Montag, 25. April 2016

So lässt sich Photovoltaik wirtschaftlich nutzen

Photovoltaikanlagen können heute wirtschaftlich betrieben werden, in vielen Fällen noch dank Förderung aber immer öfter auch ohne. Dabei hilft die gesetzliche Möglichkeit des Eigenverbrauchs. Fragen zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage beantwortet die Hausbank oder die Alternative Bank Schweiz ABS. Eine Anleitung des Fachverbands Swissolar.

Verfügen Sie über kein eigenes Gebäude, auf das Sie eine PV-Anlage installieren können, gibt es auch die Möglichkeit, sich an anderen PV-Anlagen zu beteiligen. In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Firmen, Genossenschaften und Kapitalgesellschaften, die Solarstrom produzieren. Wer die Nutzung der Solarkraft fördern möchte, kann sich daran beteiligen – mit der Zeichnung von Darlehen und dem Kauf von Aktien. Das Vorgehen ermöglicht den Bau grosser, professionell betriebener Anlagen, die effizient und kostengünstig produzieren. Der erzeugte Strom wird in vielen Fällen Gewinn bringend an eine Solarstrombörse verkauft. 

Eine Beteiligung ist daher nicht nur ein Beitrag an eine ökologische Energieversorgung, sondern auch eine interessante Geldanlage: Die Darlehen ergeben einen attraktiven Zins, die Aktien eine Dividende – eine mit gutem Gewissen. Solange eine Photovoltaikanlage noch nicht die KEV-Förderung erhält, kann für den erzeugten Solarstrom der ökologische Mehrwert an einen Energieversorger veräussert werden. Informationen hierzu finden Sie z.B. bei der Ökostrombörse Schweiz

Eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung der Photovoltaik in der Schweiz ist der Bezug von Solarstrom von einem Energieversorger im Abonnement. Viele Elektrizitätsunternehmen bieten ihren Kunden Solarstrom im Abonnement an. Dadurch können auch Mieterinnen und Mieter umweltfreundliche Elektrizität nutzen. Der Vorteil der Solar- und Ökostrombörsen liegt darin, dass die Bezugsmenge abhängig vom persönlichen Budget definiert werden kann. Dadurch sind die Kosten kalkulierbar und transparent. Ein Ökostrommix aus Solarstrom, Wasserkraft und Windstrom wird bereits ab 25 Rp./kWh angeboten. Umweltfreundliche Elektrizität aus erneuerbaren Energien wird in der Schweiz mit dem Qualitätslabel «naturemade» ausgezeichnet. Weil Photovoltaikanlagen in der Regel sämtliche Anforderungen erfüllen, trägt Solarstrom das höchste Prädikat «naturemade star». 

Quelle: Swissolar

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