Montag, 13. Juli 2020

So funktioniert Sektorenkoppelung



Was in diesem kurzen Video exemplarisch für deutsche Verhältnisse aufgezeichnet wird, gilt sinngemäss für die Schweiz! Hier ist allerdings die Rolle der Wasserkraft wesentlich bedeutsamer als für die Stromerzeugung in Deutschland - und anstelle der Windkraft kommt in erster Linie Solarenergie zum Zug.

Quelle: Deutscher Bundesverband Windenergie 

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Sonntag, 12. Juli 2020

CH-Solaraktien gehören zu grossen Verlierern


Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 7,6% auf 1.919, der NYSE Arca Oil fiel um 5,6%. Der PPVX liegt mit +30,5% seit Jahresanfang 2020 währungsbereinigt rund 73 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (-42,6%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Vivint Solar(+120%), Enphase Energy(+112%) und SunRun (+109%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 54,0 Mrd. Euro. Die grössten Gewinner der Woche waren Vivint Solar(+59%) und SunRun(+44%), die grössten Verlierer die einzigen Schweizer Unternehmen im Index, Edisun Power Europe AG (-11%) und Meyer Burger Technology AG (-6%). Sunrun hat angekündigt, Vivint Solar zu übernehmen (für 0,55 eigene Aktien je Vivint-Solar-Aktie). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+582%) rund 529 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +53%). 

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

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Freitag, 10. Juli 2020

Jobmotor Photovoltaik

Die Corona-Pandemie führt zu höherer Arbeitslosigkeit, wie die neuesten Arbeitslosen-Zahlen des Bundes bestätigen. Eine neue von der Schweizerischen Energie-Stiftung SES in Auftrag gegebene Studie der ZHAW Wädenswil zeigt, dass der Ausbau der Solarenergie hier Gegensteuer geben kann: Eine beherzte Solar-Offensive kann schweizweit 14'000 neue Arbeitsplätze schaffen. Und das in kurzer Zeit!

Mit der Energiestrategie 2050 hat die Schweizer Bevölkerung entschieden, bei der künftigen Energieversorgung auf mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen. Der Ausbau von neuen erneuerbaren Energien harzt jedoch (siehe dazu auch «Energiestrategie 2050: Zwischenbilanz beim Ausbau erneuerbarer Energien» und «Solar- und Windenergieproduktion der Schweiz im europäischen Vergleich»). Dies anerkennt auch der Bundesrat, der Anfang April eine Revision des Energiegesetzes in die Vernehmlassung geschickt hat. Die SES hat dazu Stellung bezogen. Ein Fokus der Revision liegt auf der Solarenergie, die Potenziale wurden seit der Erarbeitung der Energiestrategie 2050 stark nach oben korrigiert. Seither hat die Corona-Pandemie jedoch zu einer wesentlichen Abkühlung der Wirtschaft geführt.

14'000 neue Arbeitsplätze: Eine neue Studie der ZHAW Wädenswil zeigt nun auf, wie viele neue Arbeitsplätze in der Schweiz durch den Ausbau der Photovoltaik geschaffen werden können. Jürg Rohrer, Studienautor und Leiter der Forschungsgruppe Erneuerbare Energien an der ZHAW, stellt fest: «Wenn wir die am einfachsten nutzbaren Flächen mit Solaranlagen bestücken, ergibt sich einen Bedarf von rund 14'000 zusätzlichen Arbeitsplätzen». Interessant: Das Arbeitspotenzial ist gemäss Studie rasch aktivierbar: 12'000 neue Stellen entstünden alleine in der Montage, wo die wichtigsten Grundlagen mit einer kurzen Anlehre von wenigen Tagen oder Wochen erlernt werden könnten. Weitere ca. 2'000 Stellen betreffen Fachplanerinnen und Fachplaner, wofür je nach Vorbildung eine etwa halbjährige Weiterbildung nötig ist.

Dreifachnutzen: Weil das neue Energiegesetz erst in einigen Jahren in Kraft treten wird, bräuchte es jedoch eine Übergangslösung, damit heute schon Investitionen ausgelöst und rasch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Felix Nipkow, Leiter Fachbereich erneuerbare Energien bei der SES erkennt einen Dreifachnutzen: «Jetzt in die Solarenergie zu investieren hilft mit, die Klimaziele zu erreichen, schafft neue Stellen und stärkt erst noch die Versorgungssicherheit im Strombereich». Hinsichtlich der Klimaziele stellt Jürg Rohrer fest: «Gegenüber dem heutigen Ausbautempo ist für die Erreichung von Netto Null bis 2050 eine Steigerung um mindestens den Faktor 4 nötig.»

» Download Studie (pdf)

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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Donnerstag, 9. Juli 2020

MB: Produktion in Bitterfeld und Freiberg

Das letzte verbliebene grössere Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger wählt gemäss soeben veröffentlichter Medienmitteilung traditionsreiche deutsche Solarstandorte Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) und Freiberg (Sachsen) für Aufbau von Fertigungen aus. Die Nutzung bestehender Infrastruktur soll Ressourcen sparen – Fachkräfte und Kompetenzen in den Regionen vorhanden.


Für den Start ihrer eigenen Solarzellen- und Modulfertigungen hat sich die Meyer Burger Technology AG für Standorte im deutschen «Solar Valley» in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) sowie in Freiberg (Sachsen) entschieden. «Wir freuen uns sehr darauf, zwei der traditionsreichsten Solarstandorte Europas wiederzubeleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen», sagte Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger. «Dass wir bestehende Infrastrukturen und die hohe Fachkompetenz in den Regionen nutzen können, ist eine bewusste strategische Entscheidung, die uns kurze Hochlaufzeiten und eine hohe Produktqualität ermöglichen.»

Die Voraussetzungen an den Standorten hat ein Team aus internen und externen Produktionsspezialisten evaluiert und als sehr vorteilhaft bewertet. In Bitterfeld-Wolfen mietet Meyer Burger Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello langfristig und kostengünstig an. Es handelt sich zunächst um Flächen von 27.000 Quadratmetern, Erweiterungsflächen können bei Bedarf zusätzlich angemietet werden. Meyer Burger wird hier seine neusten Produktionsmaschinen nutzen, um hocheffiziente Solarzellen mit der proprietären Heterojunction-Technologie herzustellen.

Im knapp 150 Kilometer entfernten Freiberg werden die Hocheffizienz-Zellen zu SmartWire-Modulen weiterverarbeitet. «Mit Meyer Burger gibt es dann wieder einen Anbieter von technologisch führenden Solarzellen Made in Europe», sagte Gunter Erfurt. «Fast alle in Europa gefertigten Solarmodule enthalten heutzutage Zellen, die aus Asien kommen.»

Die patentgeschützten SmartWire-Module wird Meyer Burger in einer Produktionsanlage des ehemaligen Solarworld-Konzerns fertigen. Bis heute ist es die grösste und modernste Anlage ihrer Art in Europa. Auf rund 19.000 Quadratmetern bestehen auch hier optimale Voraussetzungen für die Umrüstung und Anpassung der bestehenden Infrastruktur und der hochautomatisierten Modulfertigungslinien. Die Anlage verfügt heute über eine jährliche Nominalkapazität von mehr als 600 MW, die mit neuen Technologien auf mehr als 800 MW erhöht werden kann. Zusätzlich erwirbt Meyer Burger am ehemaligen Solarworld-Standort Freiberg das moderne Logistik- und Distributionszentrum (14.000 Quadratmeter), das den Aufbau einer effizienten Vertriebsstruktur infrastrukturell absichert. Zum Kaufpreis wurde mit dem Insolvenzverwalter Christoph Niering Stillschweigen vereinbart.

Die Kapazitäten zum Produktionsstart im ersten Halbjahr 2021 werden bei jährlich 400 MW in der Solarzellenproduktion und 400 MW in der Modulproduktion liegen. Der weitere Ausbau soll dann bis auf 5 Gigawatt erfolgen. Meyer Burger will Solarmodule der nächsten Generation fertigen, die mehr Leistung pro Fläche und einen wesentlich höheren Energieertrag gegenüber der aktuellen Standardtechnologie haben.

Die Erschliessung der beiden Standorte durch Meyer Burger setzt die erfolgreiche Umsetzung der am 19. Juni 2020 angekündigten geplanten ordentlichen Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoerlös von CHF 165 Mio. Franken voraus. Dafür benötigt das Unternehmen die Zustimmung der Aktionäre im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung am 10. Juli 2020. Der Vollzug der Transaktion wird per Ende Juli erwartet. Weiterhin muss die Gläubigerversammlung der Solarworld Industries GmbH dem Kaufvertrag bezüglich der Gebäude in Freiberg noch zustimmen.

Dienstag, 7. Juli 2020

Was leistet Photovoltaik in diesen sonnigen Tagen?


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Eine um nur zwei Stunden versetzte tagesaktuelle Darstellung der Erträge aller Solaranlagen! Leider nur für Deutschland verfügbar.... Alles Weitere auf:  https://www.sma.de/unternehmen/pv-leistung-in-deutschland.html

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Dienstag, 30. Juni 2020

Twitter - da schau her!

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Kurz und prägnant informiert über Twitter: Solarmedia ist auch auf diesem sozialen Medium aktiv - und wie! Einfach auf den Twitter-Button der Solarmedia-Site drücken (Spalte links oben) oder direkt hier: www.twitter.com/rehsche. Wer selbst  twittern möchte, geht zur Einstiegssite www.twitter.com und meldet sich dort an (kostenfrei und ohne weitere Verpflichtungen). Unter #es2050 spielt sich eine dauerhaft heftige Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern der Energiestrategie 2050 ab. Dort kann man seine Favoriten kennzeichnen und diesen zu mehr Publizität verhelfen. Und immer ist die Solarmedia-Site präsent mit neuesten Meldungen aus der Solarbranche.

© Text und Bild: GuntramRehsche / Solarmedia

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Freitag, 26. Juni 2020

Swissolar fordert Gesetzes-Anpassungen

Der Solarfachverband Swissolar beurteilt die Zielwerte und Massnahmen, die der Bund im Energiegesetz (EnG) in Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien vorschlägt, als ungenügend.

(Artikel übernommen und angepasst von energate.ch)

Der zusätzliche Bedarf an Strom aus erneuerbaren Energien liegt nach Einschätzung von Experten bei rund 45 Mrd. kWh. Dieser Bedarf kann sinken, aber auch deutlich steigen, wenn fossile Energien in den Bereichen Landwirtschaft und Flugverkehr durch Strom ersetzt werden oder die Effizienzmassnahmen im Gebäudebereich weniger stark wirken. Diese zusätzliche Stromproduktion sollte möglichst noch vor 2050 erreicht werden.

Wir weisen zudem darauf hin, dass die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) einen auf Winterstrom fokussierten, zusätzlichen Ausbau an erneuerbaren Energien im Bereich von 5 bis 10 Mrd. kWh empfiehlt, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Potenzielle Engpässe betreffen primär die drei Monate Dezember, Januar, Februar. In den Herbst- und Frühlingsmonaten kann die Photovoltaik bereits einen massgeblichen Beitrag leisten, insbesondere dann, wenn PV massiv ausgebaut wird.

Infrastrukturflächen müssen verstärkt für PV genutzt werden

Swissolar plädiert ausserdem für eine verstärkte Nutzung von Photovoltaik bei der Infrastruktur. Auf geeigneten Dach- und Fassadenflächen allein können gemäss Bundesamt für Energie (BFE) rund 67 Mrd. kWh Solarstrom erzeugt werden, davon mindestens 30 Prozent im Winterhalbjahr. Dies zeigt, dass Photovoltaik zwingend zum zweiten Standbein unserer Energieversorgung neben der Wasserkraft werden muss und den gesamten zusätzlichen Strombedarf von 45 Mrd. kWh decken könnte. Ein weiterer Ausbau anderer erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie, ist aber ebenso erwünscht.
 
500 kW als Grenze zwischen kleinen und grossen Anlagen

Das Ausschreibeverfahren soll bewusst offen bleiben. Je nach Situation kann eine Ausschreibung nach Investitionsbeiträgen oder eine nach Marktprämien wirksamer sein. Wer Fremdkapital aufnehmen müsste, kann besser leben mit einem Investitionsbeitrag. Zudem ist man in diesem Fall geringeren regulatorischen Risiken ausgesetzt. Auktionen sollen erst ab einer Leistung von 500 kW und nur für Anlagen ohne Eigenverbrauch gelten. Die 500 kW sind denn auch die Grenze, ab welcher eine Anlage als gross eingestuft werden soll. Diese entspricht dem EU-Recht.

Geplante Strommarktliberalisierung schafft Unsicherheit für Investoren

Die geplante Strommarktliberalisierung schafft zusätzliche Unsicherheit für Investoren. Die Stromversorger könnten nicht mehr die vollen durchschnittlichen Gestehungskosten der Stromproduktion an ihre gebundenen Kunden weiter verrechnen, sondern nur noch die Grenzkosten. Für die Photovoltaik fällt der Rückliefertarif als wesentliches Finanzierungsinstrument weg. Die Marktliberalisierung verursacht somit zusätzliche Förderkosten, die der aktuelle Netzzuschlag von 2,3 Rp./kWh nicht decken kann. Eine Erhöhung der Abgabe muss die Auswirkungen dieser Systemänderung kompensieren. Diese kann unter anderem ein schweizweit einheitlicher minimaler Rückliefertarif für kleinere Anlagen gemäss Art. 15 EnG finanzieren. Aufgrund dieser Überlegungen müssen StromVG und EnG zwingend aneinander gekoppelt werden. 

Quelle: Swissolar / energate.ch

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Donnerstag, 25. Juni 2020

1. Ausschreibung des Forschungsprogramms

Das Bundesamt für Energie hat die erste Ausschreibung (call for proposals) innerhalb des neuen Energieforschungsprogramms SWEET (Swiss Energy Research for the Energy Transition) gestartet. Das Leitthema dieser Ausschreibung mit einem Gesamtbudget von 30 Millionen Franken lautet "Integration der erneuerbaren Energien in ein nachhaltiges und widerstandsfähiges Schweizer Energiesystem". 

Bewerben können sich Forschungskonsortien aus Hochschulen, nicht gewinnorientierten Forschungseinrichtungen, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand bis zum 12. Oktober 2020. Im Rahmen der ersten Ausschreibung sind vier Forschungsaufgaben (research challenges) definiert:

Forschungsaufgabe 1: Verbesserung der Effizienz von erneuerbaren Energiesystemen durch Flexibilität und Sektorkopplung
Forschungsaufgabe 2: Integration der dezentralen Versorgung mit erneuerbarer Energie in das schweizerische Energiesystem
Forschungsaufgabe 3: Einsatz erneuerbarer Energien für Heizung und Kühlung
Forschungsaufgabe 4: Nachhaltigkeit im Zentrum eines widerstandsfähigen Schweizer Energiesystems

Pro Challenge wird jeweils maximal ein Konsortium ausgewählt und finanziert. Die maximale Finanzierung liegt bei 8 Millionen Franken für die Forschungsaufgaben 1 bis 3 sowie bei 6 Millionen Franken für die Forschungsaufgabe 4. Die Forschungsaufgaben müssen trans- und interdisziplinär angegangen werden. Die Konsortien erstellen dazu Portfolios von miteinander verbundenen Projekten. Die Konsortialprojekte haben eine Laufzeit zwischen 6 und 8 Jahren. Die Zuschläge der ersten Ausschreibung werden im Januar 2021 bekanntgegeben, die ersten Forschungsarbeiten starten im Frühjahr 2021. Die genauen Teilnahmebedingungen sind in der «Call Guideline» festgehalten.

SWEET (Swiss Energy Research for the Energy Transition)
wird rollend Ausschreibungen für Konsortialprojekte durchführen. Die letzten Projekte werden 2032 abgeschlossen sein. Gefördert werden ausschliesslich Konsortialprojekte, die zentrale Forschungsthemen der Energiestrategie 2050 umfassend bearbeiten. Schwerpunkt von SWEET ist die anwendungsorientierte Forschung und die Demonstration der erzielten Ergebnisse. Die Programmleitung von SWEET liegt beim Bundesamt für Energie (BFE).

Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft

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