Mittwoch, 29. Juli 2015

Solarstrom für den Eigenverbrauch

Planen Sie eine Solaranlage? In der neuen Broschüre von EnergieSchweiz und Energie Zukunft Schweiz finden Sie die nötigen Informationen, um eine Solaranlage planen und realisieren zu können. 

Die Broschüre legt besonderen Fokus auf Projekte, die in einem Gebäude umgesetzt werden sollen, das von mehreren Familien (bzw. mehreren Verbrauchern) bewohnt wird.  Dank dem technischen Fortschritt in der Solartechnologie lohnt sich eine Solaranlage für den Eigenverbrauch: Die Solarstromproduktion ist jetzt günstiger als der Bezug aus dem Netz. Zum ersten Mal leistet derjenige, der in die Sonnenenergie investiert, nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz, sondern spart gleichzeitig auch Geld. Die neue Broschüre «Solarstrom für den Eigengebrauch» zeigt anhand des Beispiels von Andreas Appenzeller, Besitzer eines Mehrfamilienhauses, wieso sich eine Investition in eine eigene Solaranlage lohnt und wie man in vier Schritten eine eigene Solaranlage realisieren kann.

Dienstag, 28. Juli 2015

Schweiz bei PV-Zubau pro Kopf weltweit an 5.Stelle

In der Schweiz werden Photovoltaikanlagen vor allem auf Dächer von
Gebäuden gebaut. Im Gegensatz dazu werden in vielen aussereuropäischen
Staaten wie Japan, China und den Vereinigten Staaten
PV-Anlagen vor allem auf Freiflächen gebaut. Mit diesem
Konzept hat die Schweiz einen grossen Sprung nach vorne in der Kategorie
Solar der SolarSuperStaterangfolge 2015 gemacht.
Die Schweiz, vor 20Jahren noch Solarweltmeister, verbessert sich jetzt von Rang 18 auf 14.
 

Dabei überholt die Schweiz das Sonnenland Spanien. Noch vor gar nicht so
langer Zeit hiess es bei manchen Schweizer Elektrizitätswerken, dass
Photovoltaik da gebaut werden solle, wo die Sonne scheine (also nicht in
der Schweiz, sondern zum Beispiel in Spanien). Die nationale
Bundesrats-Photovoltaikzielvorgabe aus dem Jahr 2012 für das Jahr 2020
wurde schon im Laufe des Jahres 2013 erreicht. Die dezentrale politische
Struktur der Schweiz erwies sich für den schweizerischen
Photovoltaik-Zubau in den letzten Jahren als glücklicher Umstand, um die
von der Atomministerin Leuthard eigentlich bei der nationalen
Einspeisetariff-Regelung gedeckelte Photovoltaik dennoch stärker als
bundesrätlich geplant wachsen zu lassen. Beim jährlichen Zubau im
Kalenderjahr 2014 ist die Schweiz mit 44 Watt pro Einwohner und pro Jahr
fünfter in der Welt. Nur Japan, Qatar, Liechtenstein und Malta
installierten in diesem Jahr mehr pro Kopf als die Schweiz.

Ganz anders sieht die Lage bei der Windenergie für die Schweiz aus. Die

Schweiz bleibt ihrer Strategie zur bürokratisch übersteuerten
Windenergie-Verhinderung weiter treu, baute keine einzige neue
Grosswindanlage im Kalenderjahr 2014 und wird deshalb von der
Dominikanischen Republik, Island, Süd-Afrika und Mazedonien abgehängt.Im übrigen hat, wie bei der SolarSuperState-Preisverleihung am 29. Juni 2015 in Vaduz mitgeteilt wurde, der Gaucho-Staat Uruguay den bisherigen
Weltrekord des Königreichs Dänemark aus dem Jahr 2000 in jährlicher
Windenergie-Zubauleistung von 117 auf 141 Watt pro Einwohner verbessert.

Die jährliche SolarSuperState-Rangfolge wird von der SolarSuperState

Association, der globalen Stimme für Menschen und Organisationen, die
von der schnellen Marktvergrösserung für dezentrale
Erneuerbare-Energietechnologien einen Vorteil haben können, herausgegeben.


www.SolarSuperState.org

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Montag, 27. Juli 2015

PV liefert bereits richtig viel Strom

Eine provisorische Auswertung der Stromverbrauchszahlen und der in der Schweiz installierten Photovoltaikanlagen zeigt, dass Solarstrom einen wichtigen Beitrag zur sicheren Stromversorgung unseres Landes leistet. Während der Schönwetter- und Hitzeperiode, die Ende Juni begann, trug die Produktion der Solaranlagen im Durchschnitt rund 5 Prozent zum Strombedarf bei. Die Spitzenwerte an Sonntagen lagen sogar bei rund 20 Prozent.
 
Hervorzuheben ist dabei, dass die Photovoltaikanlagen genau dann Strom liefern, wenn dieser am meisten gebraucht wird, nämlich über Mittag. Man spricht auch von Spitzenenergie. Mit der Klimaerwärmung wird der Bedarf an Kühlung in den Mittagsstunden und damit der Strombedarf weiter steigen.
 
Photovoltaik übernimmt damit vermehrt die Rolle, die früher von Pumpspeicherwerken übernommen wurde. Neu können diese Werke billigen Solarstrom während der Mittagsspitze zum Pumpen verwenden, um anschliessend während den Morgen- und Abendspitzen Strom zu produzieren (auch für Export, siehe Grafik). So ergänzen sich Solarenergie und Wasserkraft gut, und zwar auch im Jahresverlauf: Speicherkraftwerke (ohne Pumpspeicherung) müssen dank Solarenergie im Sommerhalbjahr weniger stark genutzt werden, womit die Wasserreserven stärker im Winterhalbjahr eingesetzt werden können.
 
Eine Studie[1] zeigt, dass auch nach einem massiven Ausbau der Solarenergie (Anteil von 28% Solarstrom am Jahresverbrauch) die beiden Energieträger sich gut ergänzen. Die sommerliche Solar-Spitzenproduktion kann von den neu erstellten Pumpspeicherwerken sowie Batteriespeichern aufgefangen werden.

 
Quelle der Berechnungen und der Grafik: Genossenschaft METEOTEST, Bern
 
[1] Roger Nordmann, Jan Remund: Entwicklung des Speicherbedarfs im Laufe des Ausstiegs aus der Kernenergie unter der Annahme, dass die Photovoltaik 70% des Atomstroms ersetzt. 24.9.2012
 
Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 500 Verbandsmitgliedern mit rund 7‘500 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Swissolar setzt sich für eine schnell wachsende Nutzung von Solarenergie in der Schweiz ein. Diese wird zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der Grundstein für den Verband wurde bereits 1978 gelegt. Swissolar zählt damit zu den ersten Solarorganisationen weltweit. 

Dreckiger Strommix von Schweizer Produzenten

Der Strom von Axpo, Alpiq, BKW und Repower stammt zum Grossteil aus Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken. Die vier grössten Schweizer Energiekonzerne produzieren zum Beispiel vier Mal mehr Strom aus Gas als mit Wind. Die Wasserkraft und neue erneuerbare Energien kommen auf einen Anteil von weniger als einen Drittel. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat den Strommix der Konzerne analysiert und ruft zu einem dringenden Kurswechsel auf.  

Die Energiewende ist in der Schweiz bereits Realität. Der Zubau von Solarstrom beispielsweise übertrifft alle Erwartungen des Bundesrates. Doch die vier grössten Schweizer Stromproduzenten setzen weiterhin auf schmutzige Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat die Stromproduktion aus dem Jahr 2014 analysiert und zeigt den Dreckstrommix von Axpo, Alpiq, BKW und Repower auf. 

Grafikdossier SES-Dreckstromranking 2015.png

Viel dreckiger als der Schweizer Mix
Der Produktionsmix der Schweizer Grosskonzerne ist deutlich dreckiger als der Landesmix (55% Wasserkraft und knapp 40% Atomkraft). Im vergangenen Jahr haben die vier Stromkonzerne mehr als die Hälfte (54%) ihres Stroms mit Atomkraft produziert und über einen Zehntel mit Gas- oder Kohlekraftwerken im Ausland. Die Wasserkraft machte einen Anteil von knapp einem Drittel (30%) aus. Total haben die vier Betreiber zusammen nur gerade einen Anteil von 2.4% Windstrom produziert. Zum Vergleich: Die Alpiq alleine hat im selben Jahr mehr Strom aus Kohle erzeugt. «Die grossen Schweizer Stromproduzenten sind nicht nur die Bremsen der Energiewende, sondern schaffen auch eine Menge Dreck in Form von Atommüll und CO2», fasst Projektleiterin Sabine von Stockar zusammen.  

Klimawandel anstatt Energiewende
Kohle- und Gaskraftwerke in Europa treiben nicht nur den Klimawandel an, sie sind auch für die Stromschwemme und dadurch verursachten tiefen Strompreise mitverantwortlich. Auch Schweizer Firmen sind Schuld an diesem Debakel. Im Jahr 2014 produzierte die Axpo einen Zehntel ihres Stroms mit Gaskraftwerken in Italien, während die Alpiq einen Anteil von rund 14% ihrer Produktion in europäischen Gaskraftwerken herstellte. Mit einem Anteil von 20% Gasstrom und 117 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde belegt Repower den zweiten Platz im Sündenregister der SES. Noch klimaschädlicher produziert die Alpiq: 2014 hat sie ihr Kohlekraftwerk in Tschechien ausgebaut und deckt nun damit ungefähr 12% ihrer Stromproduktion. Somit setzt sie sich an die einsame Spitze beim CO2-Ausstoss (251 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde). Die Axpo schneidet im Anteil pro Kilowattstunde besser ab. Sie produziert jedoch mengenmässig am meisten Strom aus Gas. «Alpiq, Axpo und Repower treiben nicht die Energiewende sondern in erster Linie den Klimawandel voran», bilanziert Sabine von Stockar. 

Jedes Jahr mehr Atommüll ohne Lösung
Obwohl die alten Schweizer AKW wegen den tiefen europäischen Strompreisen kaum mehr Profit abwerfen, klammern sich die Konzerne verbissen an ihre ehemaligen Goldesel. Anstatt in neue erneuerbare Energien und damit in die Zukunft zu investieren, werden die maroden AKW weiter bewirtschaftet. So fällt tagtäglich mehr gefährlich strahlender Müll an, ohne dass eine Lösung für dessen Entsorgung in Sicht ist. Die Axpo hat 2014 pro Kilowattstunde 36 Gramm radioaktiven Abfall in die Welt gesetzt. Auch die BKW produzierte im vergangenen Jahr 30 Gramm pro Kilowattstunde. 

Axpo belastet die Umwelt am meisten
Eine etwas umfassendere Bewertung der Umweltschädlichkeit bietet eine Berechnung der Umweltbelastungspunkte (UBP), die neben Klimagasen und dem radioaktiven Abfall auch Punkte wie zum Beispiel den Ressourcenverbrauch oder die Landnutzung betrachten. Gemäss diesem Bewertungssystem belastet die Axpo mit Ihrem Strommix die Umwelt am meisten. Sie erzielt 345 UPB pro Kilowattstunde, dicht gefolgt von der Alpiq mit 337 UBP. Umweltfreundlicher ist im Vergleich der Strommix von BWK (286 UBP) und Repower (161 UBP), da sie anteilmässig mehr Strom aus Wasserkraft und neuen Erneuerbaren produziert. 

In erneuerbaren anstatt dreckigen Strom investieren
Obwohl das Wort Energiewende in aller Munde ist, setzen die Schweizer Energiekonzerne sie kaum um. Anstatt im Ausland die guten Bedingungen für Wind- und Sonnenstrom auszunutzen, wird noch immer in die maroden Schweizer AKW sowie dreckige Gas- und Kohlekraftwerke investiert. 

Die Energiewende ist in vollem Gange, doch die grossen Schweizer Firmen agieren als Bremsklötze. Die SES fordert die Axpo, Alpiq, Repower und die BKW dazu auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. Auch die Stromproduktion mit fossilen Energien im Ausland ist sukzessive abzubauen und durch erneuerbare Quellen zu ersetzen.

Dienstag, 21. Juli 2015

Solarthermische Kraftwerke mit sozialer Rendite

Solarthermische Kraftwerke (CSP, concentrated solar power) an ihren nordafrikanischen Standorten stellen nicht nur erneuerbare Stromlieferanten für den steigenden Energiebedarf im südlichen Mittelmeerraum dar, sondern bringen auch große Vorteile für die regionale Entwicklung. Das haben Germanwatch und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in einer gemeinsamen Studie am Beispiel von NOORo I, einem CSP-Kraftwerk in Südmarokko, nachgewiesen.

Die Studie zeigt, dass Planung und Bau von NOORo I in Südmarokko (siehe Bild) durch die lokale Bevölkerung bisher sehr positiv aufgenommen wurde. Obwohl auch derartige CSP-Projekte keine allumfassende Lösung für Marokkos drängende Entwicklungserfordernisse darstellt, wurden dennoch vielfache Zusatznutzen für die gesamte Region sichtbar. "Für die angrenzenden Gemeinden sind neue Arbeitsplätze und Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen entstanden sowie kommunale Wohlfahrts-, Bildungs-, und Gesundheitseinrichtungen verbessert worden", sagt Boris Schinke von Germanwatch.

Dr. Peter Viebahn vom Wuppertal Institut ergänzt: "Auf der anderen Seite sind aber auch Befürchtungen, beispielsweise über mögliche Folgen des Kraftwerksbetriebs auf den lokalen Wasserhaushalt, ernst zu nehmen. Zudem wirkt sich auch das bisher fehlende Ausbildungsniveau lokaler Einrichtungen in Bezug auf die Anforderungen an Arbeitnehmer hemmend aus." Doch gegenüber den negativen Auswirkungen, die eine Förderung fossiler Rohstoffe oder der Betrieb konventioneller Kraftwerke auf die lokale und regionale Ebene hätte, könnten die festgestellten Wirkungen von NOORo I generell als niedrig eingestuft werden, betont der Wissenschaftler.


Des Weiteren haben die Untersuchungen ergeben, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien auch in Marokko gesellschaftliche Entscheidungen erfordert. "Ähnlich wie die Debatten in Deutschland zum Netzausbau haben unsere Untersuchungen ergeben, dass die Bürger im Umfeld des marokkanischen Kraftwerks eine höhere Transparenz in der Kommunikation und rechtzeitige Mitsprachemöglichkeiten bei der weiteren Ausgestaltung des Projektes einfordern", so Schinke.


Basierend auf den Ergebnissen der empirischen Analyse und Vorschlägen verschiedenster lokaler Akteure wurden Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Marokkanischen Solarplans sowie ein Set von 18 Nachhaltigkeits-Anforderungen und Best-Practice-Empfehlungen für CSP-Kraftwerke erarbeitet. Sie liefern einen wichtigen Input für Projektentwickler sowie Regierungen und Entwicklungsbanken, um im Zuge des zukünftigen Ausbaus der CSP-Technologie die Entwicklungsbedürfnisse der lokalen Bevölkerung und die politische Teilhabe an der Projektgestaltung miteinzubeziehen. Dies gilt auch für den weiteren Ausbau des Kraftwerks in der Nähe der Provinzhauptstadt Ouarzazate, wo bis 2019 mit der Inbetriebnahme von zwei weiteren Blöcken das bald größte solarthermische Kraftwerk der Welt mit 500 Megawatt elektrischer Leistung ans Netz gehen wird.
Für die internationale Nachhaltigkeitsdebatte zeigen die Erfahrungen aus Marokko, wie scheinbar konkurrierende Ziele in den Bereichen Klimawandel, Energiesicherheit und nachhaltige Entwicklung gemeinsam und kohärent verfolgt werden können.


Das Projekt "Social CSP" wurde im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt. Die Studie steht in englischer Sprache zum Download zur Verfügung; ebenfalls zum Download gibt es eine Zusammenfassung in englischer, französischer und arabischer Sprache, siehe untenstehende "Weitere Projektinformationen".

Sonntag, 19. Juli 2015

2014: Starkes Jahr für Erneuerbare Enerigen

2014 war ein Rekordjahr für Erneuerbare Energien: Nationale Ziele für Erneuerbare Energien und andere politische Unterstützungsmechanismen ließen Solar-, Wind- und andere Erneuerbare Energien um 135 GW anwachsen. Damit stieg die Gesamtmenge der regenerativen Kraftwerke innerhalb eines Jahres um 8,5 Prozent auf 1712 Gigawatt (GW). 

Dabei blieben die CO2-Emissionen gegenüber 2013 stabil – obwohl der weltweite Energieverbrauch in den letzten Jahren durchschnittlich um 1,5 Prozent angestiegen und das weltweite Bruttosozialprodukt im Mittel um 3 Prozent gewachsen ist. Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten wuchs damit die Weltwirtschaft, ohne dass parallel die CO2-Emissionen stiegen. Diese Entkopplung von wirtschaftlicher Entwicklung und Treibhausgas-Emissionen liegt vor allem an zwei Faktoren: Chinas wachsendem Gebrauch erneuerbarer Energiequellen und Anstrengungen der OECD-Länder im Bereich von nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie verstärktem Ausbau von Energieeffizienzsystemen und erneuerbaren Energien.  



Die Photovoltaik-Kapazität ist am stärksten gewachsen: Die installierte PV-Leistung ist in den letzten zehn Jahren um das 48-fache gestiegen (von 3,7 GW in 2004 auf 177 GW im Jahr 2014). Auch die Windenergie hat stark zugelegt: Sie steigerte sich von 48 GW in 2004 um den Faktor 8 auf 370 GW im letzten Jahr. 
 
Erneuerbare Energien und verbesserte Energieeffizienz spielen eine Schlüsselrolle, wenn wir die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen und gefährlichen Klimawandel verhindern wollen,“ sagt Arthouros Zervos, Vorsitzender von REN21, der den diesjährigen Bericht beim Vienna Energy Forum vorstellte.  Die weltweite Energieproduktion aus Wind, Photovoltaik und Wasserkraft stieg um 128 GW gegenüber 2013. Dies ist vor allem politischen Rahmenbedingungen zur Förderung von erneuerbaren Energieträgern zu verdanken, die nunmehr in 145 Ländern zu finden sind – gegenüber 138 Ländern im Jahr 2013. Ende 2014 betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der weltweiten Kraftwerksleistung 27,7 Prozent. Dies reicht, um geschätzte 22,8 Prozent des globalen Strombedarfs zu decken. 


Neue globale Investitionen in Erneuerbare Energie und Treibstoffe (ohne Großwasserkraft mit einer Leistung von mehr als 50 MW) stiegen um 17 Prozent im Vergleich zu 2013 auf 270,2 Milliarden USD. Wenn man große Wasserkraftanlagen hinzurechnet, stiegen die Investitionen sogar auf 301 Milliarden USD. Die weltweiten Neuinvestitionen in erneuerbare Kraftwerkskapazitäten waren mehr als doppelt so hoch wie jene in fossile Kraftwerkskapazitäten (netto). Damit setzt sich der seit fünf Jahren anhaltende Trend fort, nach dem die Erneuerbaren bei den Netto-Investitionen die fossilen Brennstoffe überholen. 

In den Entwicklungsländern stiegen die Investitionen um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 131,3 Milliarden. Die Entwicklungsländer liegen damit fast gleichauf mit den Gesamt-Investitionen der Industrieländer, die 2014 bei 138,9 Milliarden USD lagen und nur um drei Prozent gegenüber 2013 gestiegen waren. China trug allein 63 Prozent zu den Investitionen der Entwicklungsländer bei, während Chile, Indonesien, Kenia, Mexiko, Südafrika und die Türkei jeweils mehr als eine Milliarde in Erneuerbare Energien investierten. Mit Blick auf die Gesamtinvestitionen führen China, die USA, Japan, Großbritannien und Deutschland die Liste der Investitionsländer an.  Die führenden Länder bei Investitionen in Bezug auf Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung waren Burundi, Kenia, Honduras, Jordanien und Uruguay. 

Das Wachstum der Branche könnte noch größer sein, wenn die mehr als 550 Milliarden USD an jährlichen Subventionen für fossile Energieträger und Atomenergie gestrichen würden. Subventionen halten die Preise für diese Energieträger konstant niedrig und verzerren die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energieträger. „Gleiche Wettbewerbsbedingungen würden die Entwicklung und Nutzung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energie-Technologien stärken. Würden die Subventionen für fossile und Atomenergie gestrichen, würde deutlich, dass Erneuerbare bereits jetzt die günstigste Energiequelle sind,“ sagt Christine Lins, Geschäftsführerin von REN21.  Auch die Beschäftigtenzahlen im erneuerbaren Energiesektor wachsen schnell: Im Jahr 2014 arbeiteten Schätzungen zufolge 7,7 Millionen Menschen weltweit direkt oder indirekt in diesem Sektor. 

Trotz spektakulären Wachstums von Energieerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2014 haben noch immer mehr als eine Milliarde Menschen – oder 15 Prozent der Weltbevölkerung– keinen Zugang zu Elektrizität. Zudem fehlt 2,9 Milliarden Menschen der Zugang zu sauberer Energie zum Kochen. Mit einer installierten Kapazität von rund 147 GW produziert ganz Afrika weniger Strom als Deutschland. Hier muss den dezentralisierten grünen Energietechnologien eine größere Rolle zugedacht werden: Ihr Ausbau würde für Energiezugang besonders in abgelegenen und ländlichen Gebieten sorgen. 


Der Renewables 2015 Global Status Report von REN21 ist die 10. jährlich erscheinende Ausgabe des
weltweit am meisten zitierten Berichts zu Markt-, Industrie- und Politikentwicklung im Bereich
Erneuerbare Energie. Der Report ist ab 18. Juni öffentlich verfügbar auf www.ren21.net/gsr.

Bild: Dachintegrierte Solaranlage auf Einfahmilienhaus im Kanton Aargau - by Guntram Rehsche

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