Dienstag, 16. September 2014

Unabhängige Erzeuger gemeinsam

Am Wochenende wurde an der ZHAW Wädenswil VESE gegründet. Dieser Verband der unabhängigen Energieerzeuger zählt zur Gründung bereits über 30 Mitglieder, davon 20 Energie-Genossenschaften (u.a. ADEV, Solarspar, SI-REN, Energie Genossenschaft Schweiz, Solar Genossenschaft St. Gallen) und Unternehmen, welche Solarstromanlagen mit einer Leistung von über 20 Megawatt (MWp) betreiben.

Am Samstag haben sich Produzenten von erneuerbarer Energie aus der ganzen Schweiz zur Gründung von VESE zusammen gefunden. Der neue Vorstand besteht aus acht Personen, darunter Vertretern von fünf Solargenossenschaften.  Der Verband ist offen für alle nachhaltigen dezentralen Energie-Technologien, wobei die meisten Mitglieder Solarstromanlagen betreiben. 


Am Gründungsort von VESE, der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft in Wädenswil, wird derzeit auch eine Probestation für das EKZ-Projekt am Walensee zusammengestellt (Bild: Guntram Rehsche).




VESE hat sich zum Ziel gesetzt, Produzenten ohne eigenes Verteilnetz zu vernetzen und bei technischen und administrativen Fragen zu unterstützen. Des weiteren wird VESE seine Mitglieder gegenüber den Energieversorgungsunternehmen, anderen Interessenverbänden und den eidgenössischen Räten in energiepolitischen Fragen beraten und vertreten. Mit der Verbandsgründung wurden auch zwei Arbeitsgruppen gegründet. VESE lädt alle Interessierten zur aktiven Mitarbeit ein.
a) Arbeitsgruppe Eigenverbrauch
Ziel: Entwicklung administrativer und technischer Modelle für den erweiterten Eigenverbrauch,
dem sogenannten “Arealprinzip”. 
E-Mail der Arbeitsgruppe: eigenverbrauch@vese.ch
b) Arbeitsgruppe Einkaufsgemeinschaft
Ziel: Aufbau einer Einkaufsgemeinschaft für Solarkomponenten
E-Mail der Arbeitsgruppe: einkaufsgemeinschaft@vese.ch 


Neben den Arbeitsgruppen bearbeitet VESE konkrete Projekte zu den Themen Fernüberwachung, Kostenvergleich, Repowering Bestandsanlagen sowie Bürgschaften und Kredite. Weitere Informationen unter www.vese.ch/projekte.

Ein weiteres brandaktuelles Thema ist die Lastgangmessung, also die Messung des produzierten
und verbrauchten Stroms im 15 Minutentakt. Die Lastgangmessung ist für Stromerzeuger mit über 30 kVA Anschlussleistung verpflichtend, wozu Verteilnetzbetreiber für diese Messungen bis zu 1000 CHF pro Jahr in Rechnung stellen. 
 

Die Leistungsgrenze von 30 kVA ist willkürlich, in anderen Ländern ist beispielsweise eine Messung erst ab 100 kVA vorgeschrieben. Die hohen Kosten der Messung gefährden den wirtschaftlichen Betrieb und behindern somit die rasche Umsetzung einer dezentralen Energiewende. VESE wird darauf hinwirken, dass die Lastgangmessung erst für Anlagen ab 100 kVA verpflichtend wird sowie versuchen, ein Rahmenabkommen zum Bezug verbilligter
Lastgangmessungen zu vereinbaren. Interessierte Erzeuger erhalten weitere Informationen unter
lastgangmessung@vese.ch


Weitere Informationen und Medienkontakt
Walter Sachs  
Präsident des VESE
Tel. privat 043 300 40 91, Geschäft 043 495 21 00, Mobil 076 528 09 36
E-Mail: walter.sachs@vese.ch

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Kahlschlag in CH-Industrie - Replay

Bislang war von den Pleiten in Deutschland und den USA die Rede. Nun macht aber die absehbare Insolvenz zweier Schweizer Solarunternehmen deutlich, dass die hiesige Solarbranche durch die allgemeine Branchenkrise sogar überhart getroffen wird. Soeben haben die viel versprechenden Dünnschicht-Modulhersteller Pramac und offenbar auch Flexcell die Segel gestrichen. Dieser Artikel ist ein Replay von 2012 - wegen technischen Defekts erneut aufgenommen.

Die Schweizer Solarindustrie ist vergleichsweise klein. Kein Wunder also, dass deren wirtschaftliche Schwierigkeiten bislang für wenig Schlagzeilen sorgten. Doch sind sie unterdessen unübersehbar. Bekannt wurden bereits die Entlassungspläne bei Meyer Burger (Abbau von rund 450 Stellen oder einem Viertel der Belegschaft) sowie der Verkauf der Solarsparte von Oerlikon nach Japan. Im März war von Roll’s Plan (nur Insidern) bekannt geworden, auf den Aufbau einer Modulproduktion im ostschweizerischen Tägerwilen zu verzichten. Der einstige Stahlkonzern wollte dort die «leichteste, billigste und effizienteste Solarzelle der Welt» bauen, 100 Stellen schaffen und den Anstoss zu einem Schweizer Silicon Valley schaffen.

Unterdessen ist das eher ein Tal der Tränen, zumal zwei weitere Grossprojekte für eine Schweizer Modulproduktion - Genesis in Raron (VS) und Solar Industries in Langenthal (BE), im Bild dessen Spiritus Rector, der gescheiterte Verwaltungsratspräsident Rolf Wägli der Beteiligungsgesellschaft New Value (Solarmedia 1. Februar 2012) – zu den Akten gelegt wurden. Jetzt machen offenbar zwei weitere Hoffnungsträger dicht. So berichtete das Tessiner Radion RSI vor Wochenfrist von derr bevorstehenden Entlassungswelle bei der Schweizer Tochter der italienischen Firma Pramac (mit Sitz in Casole d'Elsa): Einer der wenigen bereits operationell tätigen Solarmodul-Hersteller der Schweiz mit einer Jahreskapazität von 35 Megawatt, die Pramac in Riazzino, hat formell allen noch 103 Angestellten gekündigt hat.

Der PRAMAC-Konzern arbeitet im Bereich der Energieerzeugung: Entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Stromerzeuger, Dünnschicht-Photovoltaikmodule, Mikro-Windkraft-Anlagen und Flurförderzeuge. Offenbar hat auch das Mutterunternehmen mit finanziellen Problemen zu kämpfen – so stellte es die Unterstützung der Motorsportmarke Ducati ein und meldete einen Jahresabschluss 2011 mit einem Verlust von 94,8 Millionen Euro. Ein Antrag auf Rekapitalisierung war gemäss dem Motorsport-Magazin an der Hauptversammlung abgelehnt worden. Das globale Netzwerk ermöglicht PRAMAC den weltweiten Vertrieb dieser Produkte. Pramac hatte eng mit der Solarsparte von Oerlikon zusammen gearbeitet und auf deren Produktionslinie Module hergestellt. Für diese stellte Pramac einen um bis zu 18 Prozent höheren Energieertrag als bei herkömmlichen kristallinen Typen in Aussicht. Mit dem Ende der Pramac dürfte ein weiterer Sargnagel in das Projekt der amorphen Silicium-Modul-Produktion getrieben worden sein – auf welche Oerlikon Solar als einer der wenigen Maschinenhersteller weltweit setzte. Was mit letzterer schliesslich geschieht, dazu hüllt sich der neue japanische Mutterkonzern in Schweigen.

Derweil meldet das US-Portal Greentechmedia, dass ein weiteres hoffnungsvolles Schweizer Dünnschichtprojekt wohl bald baden geht. Die VHF-Technologies SA, besser bekannt unter dem Markennamen FLEXCELL, ist demnach von Insolvenz zumindest bedroht. Sie war in den vergangenen Jahren durch den Einstieg der unterdessen ebenfalls zahlungsunfähigen Q-Cells sowie von Mitsubishi mit Finanzspritzen am Leben erhalten worden. Eine telefonische Anfrage von Solarmedia blieb «aus internen Gründen» unbeantwortet . Flexcell suchte ihr Glück in einer Rollenproduktion einer flexiblen Solarzelle (25 Megawatt Jahreskapazität), vor allem für den mobilen Einsatz sowie den Belag wenig belastbarer Dachkonstruktionen. Das Scheitern könnte dabei der geringen Energieausbeute und Langlebigkeit der Zellen angelastet werden. Gemäss der WestschweizerZeitung La Côte besteht noch Hoffnung für Flexcell aufgrund eines angekündigten Unterstützungskredits der Basler Investmentgesellschaft Capricorn Capital.  So oder so stehen bei Flexcell nur noch knapp die Hälfte der einst über 100 MitarbeiterInnen auf der Lohnliste. 

So verbleibt Meyer Burger als einziges grosses Schweizer Solarunternehmen im Bereich der Photovoltaik, sowie Komax und Huber & Suhner als Zulieferer. Bei der Solarwärme sind es demgegenüber noch einige mittelständische Unternehmen wie die Ernst Schweizer Metallbau oder Soltop, die dank Distanzschutz vorderhand zumindest die erste Geige im Schweizer Markt zu spielen in der Lage sind. Von den internationalen Märkten aber verabschiedet sich die hiesige Solarbranche – mit Ausnahme von Meyer Burger – wohl definitv. Oder wie es Matthias Fawer, Solaranalyst der Bank Sarasin, gegenüber der Handelszeitung formulierte: «Ein Produktion von Solarzellen und Modulen macht im Umfeld von Überkapazitäten und günstigen Produkten aus Asien überhaupt keinen Sinn.»

© Solarmedia

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Beiträge der Kantone an Wende

Die Kantone leisten gemäss dem Bund mit ihren kantonalen Förderprogrammen einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit zur Erreichung der Energie- und CO2-Ziele des Bundes. Dies zeigt die Studie zu den Wirkungen der kantonalen Förderprogramme im Jahr 2013.

Im 2013 führten alle 26 Kantone Programme für die Förderung der Energieeffizienz in Gebäuden, erneuerbaren Energien, der Abwärmenutzung und der Gebäudetechnik durch. Die Studie "Wirkungsanalyse kantonaler Förderprogramme" bescheinigt den kantonalen Förderprogrammen wie in den Vorjahren eine hohe Wirkung und einen guten Leistungsausweis:

  • Im Berichtsjahr 2013 zahlten die Kantone im Rahmen ihrer Förderprogramme 119 Mio. Franken (inklusive Globalbeiträgen des Bundes) aus. Die Auszahlungen gingen gegenüber dem Vorjahr 2012 (129 Mio. Franken) etwas zurück (-8%).
  • Es wurde eine energetische Wirkung von 9200 Millionen Kilowattstunden (kWh) bezogen auf die ganze Lebensdauer der Massnahmen erzielt (2012: rund 9300 Millionen kWh).
  • Die Reduktion des CO2-Ausstosses betrug 1,65 Millionen Tonnen CO2 bezogen auf die ganze Lebensdauer der Massnahmen (2012: 1,68 Millionen Tonnen CO2).
  • Die Energie- und CO2-Wirkung pro ausbezahltem Förderfranken für direkte Massnahmen nahmen gegenüber dem Vorjahr etwas zu (2013: 86 kWh/CHF, 15,4 kg CO2/CHF; 2012: 79 kWh/CHF, 14,2 kg CO2/CHF).
  • Es wurden 473 Millionen Franken an energetischen Investitionen ausgelöst (2012: 517 Millionen Franken).
  • Die Beschäftigungswirkung betrug 2780 Personenjahre (2012: 2680 Personenjahre).
  • Wesentliche Anteile der direkten Fördermittel flossen in die Förderung von MINERGIE-Bauten, Sonnenkollektoren, automatischen Holzfeuerungen, Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen sowie in die Gesamtsanierung von Bauten.
Das Bundesamt für Energie und die Konferenz kantonaler Energiedirektoren veröffentlichen heute die folgenden zwei Berichte:
  • Globalbeiträge an die Kantone nach Art. 15 EnG: Wirkungsanalyse kantonaler Förderprogramme - Ergebnisse der Erhebung 2013INFRAS, Zürich: Donald Sigrist, Stefan Kessler;
    Vertrieb: BFE, 3003 Bern, Tel. 058 462 56 53, bellinda.tria@bfe.admin.ch
  • Stand der Energiepolitik in den Kantonen 2014BFE, Sektion Gebäude, Bern;
    Vertrieb: BFE, 3003 Bern, Tel. 058 462 56 53, bellinda.tria@bfe.admin.ch
Der Bericht enthält Informationen zur aktuellen Energiepolitik in den Kantonen sowie über deren Aktivitäten in den Bereichen Strategie, Gesetzgebung, indirekte und freiwillige Massnahmen sowie Förderung.

Adresse für Rückfragen:

Hansruedi Kunz, Präsident der Konferenz kantonaler Energiefachstellen, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL, Kanton ZH, Tel. 043 259 42 72
Thomas Jud, Sektion Gebäude, BFE, Tel. 058 462 56 61

Fragen im Zusammenhang mit der Förderung der Energie- und Abwärmenutzung sowie Gesuche um Finanzhilfe sind direkt an die Energiefachstelle des betreffenden Kantons zu richten. Weitere Informationen dazu unter: www.dasgebaeudeprogramm.ch, www.endk.ch oder www.energieschweiz.ch/foerderung.

Herausgeber:

Bundesamt für Energie
Internet: http://www.bfe.admin.ch

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Montag, 15. September 2014

Ökobilanz der Modulproduktion

Die Solarenergie ist eine vergleichsweise umweltfreundliche Sache. Die Anlagen verbrauchen keinen Brennstoff wie fossile Kraftwerke, im besten Fall lässt sich das Solarpanel nach seiner Lebenszeit auch noch recyceln. Das Problem ist allerdings: Die Produktion der Sonnenkraftwerke verschlingt einiges an Energie. Deshalb spielt es für die Umweltbilanz des Solarstroms auch eine große Rolle, wo die Solarmodule gefertigt wurden, wie das Umweltportal der Wirtschaftswoche berichtet.

Wie sich der Produktionsstandort auf die Umweltbilanz auswirkt, haben sich drei US-Wissenschaftler angesehen (hier als PDF). Das Ergebnis: Die Produktion von Solarzellen in Europa ist sehr viel umwelt- und klimafreundlicher als in China (siehe Bild). Das Ergebnis überrascht eigentlich nicht, aber die Details sind dennoch spannend. So ist nur schon der Energieaufwand in China bis zu 50 Prozent höher. Der Auslöser für ihre Untersuchung sei gewesen, schreiben die Forscher, dass die meisten Umweltbilanzen der Solarenergie nur für die Produktion in Europa und den USA gemacht worden seien. Mittlerweile befänden sich aber mehr als 80 Prozent der PV-Fabriken in China. Für ihre Untersuchung verglichen die Forscher die Produktion und Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus für drei unterschiedliche Arten von Solarzellen.

 Der Produktionsprozess von Solarzellen beginnt mit dem Abbau von Quarzsand oder Quarzkies, der dann in Öfen zu Silizium umgewandelt und in einem weiteren Schritt bei 800 bis 1200 Grad gereinigt wird. Aus dem Silizium fertigen die Unternehmen dann Wafer, aus denen wiederum die einzelnen Zellen werden und später die Module. Die Forscher um den Wissenschaftler Fengqi You von der Northwestern University ließen Daten aus China zum Rohstoffabbau, zum Energieverbrauch der Fertigungsanlagen, zum vorherrschenden Strommix und sogar den Transportwegen in ihre Analyse einfließen. Der Energieaufwand, um einen Quadratmeter Solarzellen herzustellen, ist demnach in China je nach Technologie 30 bis 50 Prozent höher als in Europa.  

Das wirkt sich auch darauf aus, wie lange die Solarzellen brauchen, um die für ihre Produktion aufgewendete Energie zu erzeugen. Werden die Anlagen in Südeuropa installiert, dann braucht eine in Europa produzierte Anlage dafür zwischen 1,4 und 1,9 Jahre. Für eine Anlage aus China liegt der Wert zwischen 1,8 und 2,4 Jahre. Allerdings haben die Forscher hierbei noch nicht den Aufwand für den Transport per Schiff nach Europa eingerechnet. Der sei allerdings anteilig gering, sagen sie. Den größten Energieaufwand verursache die Herstellung und Veredelung des Siliziums. 

Die Forscher um You haben auch die Klimafreundlichkeit der Solaranlagen für die unterschiedlichen Produktionsorte berechnet. Dabei zeigt sich, dass eine Kilowattstunde eines China in produzierten Solarpanels zwischen 54 und 72 Gramm CO2 verursacht. Für Anlagen aus Europa sind es nur zwischen 28 und 37 Gramm. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde aus einem Braunkohlekraftwerk kommt auf rund 1000 Gramm. Dieses Ergebnis würde eigentlich dafür sprechen, mehr Solarzellen in Europa zu fertigen. Das hat nur einen Haken: Chinesische Unternehmen produzieren bis zu dreißig Prozent günstiger.

Quelle: Wirtschaftswoche Green 

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Sonntag, 14. September 2014

Photovoltaik-Index 12. September


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Der PPVX ist letzte Woche um 2,3% auf 1.755 Punkte gestiegen, der NYSE Arca Oil um 2,9% gefallen. Seit Jahresanfang 2014 liegt der PPVX mit +24,0% währungsbereinigt rund 10,5 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+13,5%). Das PPVX-Spitzentrio 2014 bilden Enphase Energy (+165%), Hanergy Solar Group (+71%) und. SunEdison (+61%). Die grössten Gewinner der Woche waren Daqo New Energy (+23%) und Renesola (+16%), die grössten Verlierer Solarworld AG (-12%) und REC Silicon (-7%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 41,9 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+524% rund 333 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +191%). China Singyes Solar und Daqo Energy wurden jeweils einen Gewichtungspunkt (auf 4 bzw. 3) hochgestuft.


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Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Freitag, 12. September 2014

PV-Kosten drastisch gesunken

Ein weiterer Bericht bestätigt die radikale Senkung der Solarenergiekosten (siehe auch Solarmedia vom 11. September 2014): Binnen vier Jahren haben sich die Kosten für Photovoltaik um zwei Drittel reduziert. Seit 2008 sind es sogar 80 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der IRENA und vergleicht die Entwicklung mit dem IT-Sektor - gemäss einem Bericht des Portals pv-magazine.

Die Kosten für die Photovoltaik sind zwischen 2009 und 2013 um zwei Drittel gefallen. Die Internationale Erneuerbare Energien Agentur (IRENA) hat dies in ihrem jüngsten Bericht „REthinking Energy – Towards a new power system“ veröffentlicht. Diese rasante Entwicklung sei vergleichbar mit der IT-Branche. Seit 2008 seien die Preise für Solarstrom sogar um 80 Prozent bis Ende 2013 gesunken. Die Entwicklung werde weiter gehen, heißt es im Bericht. Im vergangenen Jahr habe Solarstrom aus Photovoltaik-Kraftwerken in Italien, Deutschland und Spanien Netzparität erreicht. In Mexiko und Frankreich sei das in Kürze zu erwarten.

Der Zubau neuer Erneuerbarer-Energien-Anlagen ist der IRENA zufolge sehr robust. In den vergangenen zehn Jahren sei die Kapazität dieser Anlagen weltweit um 85 Prozent gestiegen und haben 1700 Gigawatt im Jahr 2013 erreicht. Mittlerweile stellten die Erneuerbaren-Energien-Anlagen rund 30 Prozent aller installierten Erzeugungskapazitäten, heißt es in dem Bericht weiter. Dort ist auch nachzulesen, welchen wirtschaftlichen Stellenwert die Photovoltaik mittlerweile erreicht hat. Die chinesische Solarindustrie habe im vergangenen Jahr mit der Photovoltaik Einnahmen von 52 Milliarden US-Dollar erzielt.

Die IRENA hat ihre eigene Roadmap entwickelt. Nach ihrer „REmap 2030“ kann der steigende Energiebedarf in den kommenden Jahren nur durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren gedeckt werden. Zudem könnte damit das Klimaziel erreicht werden, die globale Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. Angesichts der weiter wachsenden Erdbevölkerung rechnet IRENA damit, dass der Energiebedarf um 70 Prozent auf 37.000 Terawattstunden im Jahr 2030 steigen wird, verglichen mit dem Verbrauch 2011. Noch sei aber nicht absehbar, wie lange die Umstellung der Energieversorgung dauern werde und wie die Politik mit diesem Wandel umgehen werde. Dennoch sei die weltweite Energiewende auf dem Weg. Die Erneuerbaren sind längst aus ihrer Nische heraus und gelten nun als „Mainstream“, wie es in dem Bericht weiter heißt.