Mittwoch, 29. Oktober 2014

Neues Info-Portal zur Solarenergie


 Die Nutzung regenerativer Energiequellen ist zweifelsfrei der einzig richtige Weg in eine bessere Zukunft. Im Bereich der Solarenergie gilt Deutschland weltweit als einer der Vorreiter. Um diese positive Entwicklung weiter voranzutreiben, hat es sich die Aktion-Solar zur Aufgabe gemacht, Nutzern einen Fundus an Informationen bereitzustellen.

Es gibt viele Vorteile, die für die Nutzung von Solarenergie sprechen. Für den Verbraucher sind vor allem die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile von Bedeutung. Fossile Brennstoffe sind demgegenüber aus ökologischer Sicht auf längere Zeit nicht mehr tragbar. Laut Expertenprognosen wird sich der Preis für Erdöl exorbitant vervielfachen. Weltweit gibt es zwar noch massive Erdgasvorkommen, doch auch diese sind begrenzt. Erdgas mittels „Fracking“ zu gewinnen, ist aus Sicht des Umweltschutzes ganz klar ein Verlustgeschäft. Die Risiken der Atomkraft hat der schreckliche Vorfall in Fukushima deutlich gemacht. Kohlekraftwerke sind unter anderem durch den hohen CO2-Ausstoß kaum vertretbar. 

Die Nutzung regenerativer Energiequellen ist die einzig richtige Lösung. Neben der Windenergie spielt in Deutschland die Sonnenenergie eine maßgebende Rolle. Immer mehr Privathaushalte machen sich mittels Sonnenkollektoren und Solarpanelen die Kraft der Sonne zu eigen. Dank Speichervorrichtungen kann die umgewandelte Energie auch dann genutzt werden, wenn die Sonne mal nicht scheint. Der benötigte Energieaufwand, der zur Herstellung von Solarmodulen benötigt wird, amortisiert sich aus ökologischer Sicht schon nach wenigen Jahren. Solarthermie – also das Erhitzen von Nutzwasser durch Sonnenenergie – senkt den Bedarf an anderen Heizmitteln (fossile Brennstoffe oder Holz) deutlich. Geringere Emissionswerte sind die Folge. 

Obwohl die Bundesregierung im Rahmen der EEG-Reform die Förderungen von Photovoltaikanlagen nach und nach kürzt, ist die Inbetriebnahme einer PV-Anlage wirtschaftlich immer noch rentabel. Privathaushalte können nicht nur den Eigenbedarf an Strom decken. Überschüssiger Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist werden und wird dann vergütet. Die aktuelle Einspeisevergütung findet sich hier. Haushalte, die Solarthermie nutzen, sparen deutlich an Heizkosten, da der Verbrauch von anderen Brennstoffen deutlich gesenkt wird. Beide Methoden der Sonnenenergienutzung werden von Bund und Ländern durch Förderungen und spezielle Kredite unterstützt.   

Die Idee hinter Aktion-Solar ist es, alle Bereich von Photovoltaik und Solarthermie zu beleuchten. LeserInnen finden hier nicht nur aktuelle Neuigkeiten und eine umfassende Infothek, sondern auch Basisinformationen und Händlerlisten. Im Vordergrund steht die Aufklärungsarbeit. Es geht primär darum, die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile von Sonnenenergie hervorzuheben.  

Dienstag, 28. Oktober 2014

Jetzt kommen die weissen Module

Das CSEM meldet die Entwicklung der weltweit ersten weißen Solarmodule. Diese innovative Technologie ist für den Bausektor besonders attraktiv, weil damit Solarpanels komplett in die Gebäudehülle integriert werden können und somit zu gänzlich versteckten Energiequellen werden. Auch die Konsumgüterindustrie dürfte Interesse zeigen. 

Innovative Photovoltaik(PV)-Produkte für die Bauindustrie sind auf dem Markt Mangelware. Der Großteil der für eine maximale Aufnahme von Sonnenlicht optimierten PV-Module ist blau-schwarz. Aufgrund der sichtbaren Zellen und Verbindungen sind diese Module visuell unästhetisch, was einer breiten Akzeptanz von PV-Technik im Gebäudebau im Wege steht.  Seit Jahrzehnten fordern Architekten neue Lösungen zur optischen Integration von PV-Elementen in Gebäude. Die Farbe Weiß ist von besonderem Interesse, da Module dann elegant und vielseitig kombinierbar sind und frisch wirken. Trotz der Nachfrage konnten echte weiße Solarmodule bisher nicht realisiert werden; es war bislang Konsens, dass Weiß das Sonnenlicht zu stark reflektiert, was dem Gegenteil eines gängigen Solarpanels entspricht. 


Das CSEM hat nun eine neue Technologie entwickelt, mit der Solarmodule ohne sichtbare Zellen und Verbindungen realisiert werden. Diese kombiniert eine Solarzellentechnologie, die Infrarotstrahlung im Sonnenlicht in Elektrizität umwandelt, mit einem Streufilter, welches das gesamte sichtbare Lichtspektrum streut, infrarotes Licht aber überträgt (siehe Video unten). Jede PV-Technologie auf Basis von kristallinem Silizium kann nun zur Herstellung weißer – und farbiger – Solarmodule verwendet werden.
 

Die Technologie kann sowohl auf ein bestehendes Modul appliziert, wie auch während der Herstellung in ein neues Modul integriert werden. Sie funktioniert auf glatten und auf gekrümmten Flächen. Das Hauptanwendungsgebiet dieser Technologie ist die gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), großes Interesse aus den Bereichen der Verbraucherelektronik (Laptops) und Automobilindustrie wird ebenfalls erwartet. 

Die Tatsache, dass eine weiße Solarzelle nicht so viel Wärme produziert wie eine dunkle stellt einen weiteren bemerkenswerten Vorteil dar. Das sichtbare, reflektierte Licht heizt nicht auf, was dazu führt, dass die weisse Solarzelle mit um 20-30° Grad tieferen Temperaturen arbeitet, als ein herkömmliches Modell. Der Einsatz von weißen Solarmodulen wird somit helfen, Energie zu sparen, da eine tiefere Gebäude-Innentemperatur weniger Strom für Klimaanlagen benötigt. In den USA sind einzelne Städte
dazu übergangen, die Dächer ihrer Gebäude weiss anzustreichen. In naher Zukunft dürfte es dank der vom CSEM entwickelten weissen Solarpanels möglich sein, den gleichen Effekt zu erzielen. 





Das CSEM ist ein privates Forschungs- und Entwicklungszentrum, das sich auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Systems Engineering, Photovoltaik und Kommunikationstechnologien spezialisiert hat. Über 400 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diversen wissenschaftlichen und technischen Bereichen arbeiten für das CSEM in Neuchâtel, Alpnach, Muttenz, Landquart und Zürich. 

Quelle: CSEM

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Meyer Burger baut in den USA ab

Meyer Burger Technology AG passt ihre Produktionskapazitäten am Standort Colorado Springs (USA) im Zusammenhang mit dem Gläubigerschutz nach Chapter 11 von GT Advanced Technologies Inc. an.105 Personen verlieren ihre Stelle.


Enttäuschte Erwartungen auch an der Börse - statt des prognostizierten Aufschwungs des Aktienkurses geht es vor allem in eine Richtung: abwärts. Am heutigen Dienstag hat der Kurs erstmals seit einem Jahr die 8-Franken-Grenze unterschritten.

 Meyer Burger Technology AG hat bekannt gegeben, dass ihre Produktionskapazitäten am Standort Colorado Springs, CO/USA, im Zusammenhang mit dem von GT Advanced Technologies (GTAT) beantragten Gläubigerschutz nach Chapter 11 angepasst werden, nachdem diese speziell für ein Projekt mit GTAT ausgebaut wurden. GTAT, ein Kunde der Meyer Burger Gruppe, hatte am 6. Oktober 2014 beim U.S. Bankruptcy Court in New Hampshire unerwartet Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Die Verfahren laufen noch und werden sich voraussichtlich über mehrere Monate erstrecken. Zu den laufenden Verfahren kann die Meyer Burger Gruppe keine Angaben machen.

Die Meyer Burger Gruppe hatte an ihrem Standort in Colorado Springs in den vergangenen 12 Monaten den Mitarbeiterbestand speziell für ein Projekt mit GTAT im Bereich des Schneidens von Saphir mit industriellen Diamantdrahtsägen und Diamantdrahtmaterialien erhöht. Wie sich aufgrund des bisherigen Verfahrensstatus und weiteren Kundengesprächen herausstellt, geht Meyer Burger davon aus, dass GTAT das Projekt nicht wie geplant weiterführen wird. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Meyer Burger Gruppe haben daher beschlossen, die speziell für dieses Projekt aufgebauten Kapazitäten in Colorado Springs sofort zu reduzieren, was zu einem Personalabbau von 105 Personen an diesem Standort führt. Meyer Burger beschäftigt am Standort Colorado Springs nach der Personalreduktion noch rund 200 Personen, die das Geschäft in den USA mit Schnittlösungen und Diamantdrahttechnologie für die Solarindustrie, Saphirindustrie und andere Industriezweige sicherstellen.

Quelle: Meyer Burger

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Sonntag, 26. Oktober 2014

Zürich’s erste LED-Strassenleuchten

Andere Gemeinden der Schweiz haben sie längst – nun hat die Stadt Zürich nachgezogen. Die Elektrizitätswerke der Stadt (EWZ) haben am Freitagabend in Neu-Affoltern eine erste Versuchsstrecke mit 33 LED-Strassenlaternen offiziell in Betrieb genommen. Die EWZ sind weiterhin auch im Bereich der Solarenergie aktiv.

Sie gelten als nicht unumstritten, die LED-Leuchten, die immer wieder für unzufriedene Kundschaft sorgen, sei es wegen der grossen Blendwirkung von LED-Autoscheinwerfern oder wegen des kalten Lichts, das ihren Einsatz in Wohnräumen unwirtlich erscheinen lässt. Doch die Demonstration der Versuchsstrecke an der Furttalstrasse zwischen Neu-Affoltern und Regensdorf überzeugte die meisten der vielen anwesenden QuartierbewohnerInnen. Ein Versuch zeigte es klar: Die LED-Strassenlaternen fahren ihr Licht zurück, wenn gar kein Verkehr herrscht. Tauchen FussgängerInnen oder Velofahrer auf, so leuchten sie mit einer Stärke von 70 Prozent – und erst beim schnelleren und schweren motorisierten Verkehr drehen sie ihre Leistung auf deren 100 auf. Um sogleich wieder abzudunkeln, wenn sich keine Fahrzeuge mehr in der Nähe bewegen.

Dieses so genannte Dimmen ist nur einer der Vorteile der neuen Laternen. Zuallererst verbrauchen sie rund 40 Prozent weniger Strom – und dann erreicht ihre Lebensdauer gemäss Herstellerangaben bis zu 20 Jahre – rund vier Mal mehr als jene der herkömmlichen Strassen-Leuchtkörper. Das muss sich im Laufe der Zeit natürlich erst weisen – wie die gesamte Anlage mit ihren 33 Leuchten jetzt erst mal in der Praxis zu testen sein wird. Die Erfahrungen sollen dann Grundlage für den weiteren Einsatz beim EWZ bilden. Wirtschaftlich wären sie auf jeden Fall heute schon. Denn ähnlich wie bei Solarmodulen sind die Preise in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. LED-Strassenlaternen sind unterdessen gemäss EWZ-Angaben nicht mehr teurer als die herkömmlichen.

Interessantes war auch zum Solarprogramm der Stadtzürcher Stromer zu vernehmen. Bald sollen weitere Anlagen zur Verfügung stehen, an denen sich die Stadtbevölkerung beteiligen kann. Ein erster Versuch zeigte ja in kürzester Zeit, dass viele InteressentInnen in Solarenergie investieren wollen (siehe Video auf Solarmedia vom 2. September 2014). Nun sollen weitere Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden. Und jene, die bereits seit Jahren Solarstrom von der Solarstrombörse des EWZ beziehen, können im kommenden Jahr auf eine Preisreduktion hoffen. Sie zahlen nämlich derzeit immer noch 65 Rappen für eine Kilowattstunde Solarstrom, weil viele alte teure Anlagen entlohnt werden müssen, deren Produktionskosten wegen der hohen Erstellungskosten hoch liegen und weil gleichzeitig zuwenig neue billige Anlagen im System vorhanden sind.  Aber eben, im kommenden Jahr soll der Preis des Stroms von der Züricher Solarstrombörse endlich sinken.

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Der PV-Index vom 24. Oktober 2014

Der PPVX stieg letzte Woche um 4,7% auf 1.522 Punkte, der NYSE Arca Oil um 4,2%. Seit Jahresanfang 2014 liegt der PPVX mit +7,5% währungsbereinigt rund 2 % vor dem Erdölaktienindex (+5,3%). 

Das PPVX-Spitzentrio 2014 bilden Hanergy Solar Group (+117%), Enphase Energy(+111%), und SunEdison (+45%). Die grössten Gewinner der Woche warenREC Solar(+19%) und REC Silicon(+14%), die grössten Verlierer Daqo New Energy (-6%) undShunfeng International (-2%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 39,9 Mrd. Euro. Seit 2003 liegt der PPVX (+441%) 271 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +170%). Der Gewichtungsfaktor von REC Silicon wurde von 4 auf 3 reduziert.

 Vergrössern mit Klick auf Tabelle !


Der PPVX erscheint zweiwöchentlich auf Solarmedia, in den Zwischenwochen auf Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Samstag, 25. Oktober 2014

Vorderhand ohne Speicher

Die Schweizerische Energiestiftung (SES) hat diese Woche eine Veranstaltung organisiert, um der in der Schweiz oft mit unsachlichen Argumenten geführten Debatte rund um Stromspeicher auf den Grund zu gehen und sie auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen. Speicherexperten und ein Vertreter der Schweizer Stromwirtschaft sind der Frage nachgegangen, ob es in der Schweiz neue Stromspeicher braucht.

Dirk Uwe Sauer, Professor für elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik (RWTH Aachen) hat in seinem Referat eindrücklich gezeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht auf Speicher warten muss. Ein stabiles Netz braucht nicht Speicher, sondern Flexibilität. Und die ist heute schon vorhanden. Zudem wird der Speicher- bzw. Flexibilitätsmarkt dynamisch wachsen, weil immer mehr Speicher, die zu einem anderen Primärnutzen als Netzdienstleistungen angeschafft wurden (z.B. Elektromobilität, Notstrombatterien oder Optimierung des Eigenverbrauchs) diese kostengünstig erbringen können.

Das Podium war sich einig: Es besteht kein Bedarf nach weiteren Pumpspeicherwerken. Gemäss Niklaus Zepf ist das 2,1 Milliarden teure Projekt Linthtal 2015 keine Goldgrube, aber innerhalb von 30 Jahren erwarte die Axpo eine bescheidene Rendite. Woher diese Zuversicht kommt, wo doch andere, wesentlich günstigere Projekte wie Lago Bianco (Repower) oder Grimsel 3 (KWO) angesichts der aktuellen Marktlage sistiert wurden, blieb offen. Zepf erwartet eine «limitierte Konkurrenz» zwischen Grossspeichern (Pumpspeicher) und dezentralen Speichern – und glaubt nicht, dass wir in ein Speicherproblem hineinkommen.

Das bekräftigt auch Andreas Ulbig: Die Schweiz ist für den Atomausstieg gerüstet, neue Stromspeicher sind in absehbarer Zeit nicht nötig. Professor Sauer weist ausserdem darauf hin, dass Grossspeicher für dezentrale Stromproduktion, wie sie die neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz in Zukunft erbringen werden, nicht geeignet sind. Dies weil durch den Transport zwischen verschiedenen Netzebenen Verluste entstehen. Dezentrale Speicher können Kosten für Netz- und Speicherausbau vermeiden und steigern die Effizienz des Systems.

Pumpspeicher sind wie Batteriespeicher und die meisten anderen Speicherarten Tages- und keine Saisonspeicher. Allerdings ist sich die Wissenschaft einig, dass bis zu einem Anteil erneuerbarer Energien von rund 80% (in Deutschland sind es heute 25%) keine Probleme zu erwarten sind bezüglich der Verlagerung von Strom vom Sommer in den Winter.

Fazit der Veranstaltung:  Neue Stromspeicher haben keine Priorität. Der Atomausstieg erfordert zuerst verbindliche Abschaltdaten für die bestehenden AKW und den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Erst ab einem hohen Anteil Strom aus Photovoltaik und Wind (für Deutschland gemäss einer Studie von Agora Energiewende ab 60%) stellen sich möglicherweise Fragen bezüglich Netzstabilität. Heute beträgt der Anteil Solarstrom in der Schweiz rund 1%, bis 2035 sollen es gemäss SES rund 25% sein. Ob die Antwort darauf Speicher oder andere Möglichkeiten zum Ausgleich zwischen Produktion und Verbrauch (Lastmanagement, Netzausbau, Abregeln von Produktion) ist, wird später entschieden werden. Die Politik macht also nichts falsch, wenn sie den Zubau von erneuerbaren Energien und Effizienz beschleunigt, und den Pumpspeicher- und Netzausbau bremst bzw. keine Steuergelder in dessen Förderung investiert.