Montag, 10. Dezember 2018

AEE plädiert für integrales Marktmodell

Die Schweiz hat Ja gesagt zur Energiestrategie 2050 und Ja gesagt zum Pariser Klimaabkommen. Die Ziele sind damit vorgegeben, die auch für die Wirtschaftsakteure massgebend sein müssen. Woran es fehlt, ist eine passende Ordnung für den Strom- und Energiemarkt, die sich konsequent an diesen Eckpunkten der Klima- und Energiepolitik ausrichtet. Die AEE SUISSE hat deshalb auf der Grundlage zweier wissenschaftlicher Studien Grundsätze für ein umfassendes Marktmodell entwickelt, das die grossen Herausforderungen in der Energie- und Klimapolitik aus integraler Sicht angeht und berücksichtigt.
Die bevorstehende Revision des Stromversorgungsgesetzes, die derzeit in der Vernehmlassung ist, schliesst ein neues Marktmodell ein. Die aktuell diskutierten Lösungsvorschläge greifen allesamt zu kurz, weil sie einseitig nur die Versorgungssicherheit adressieren und den Auftrag der Schweizer Bevölkerung zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 ungenügend berücksichtigen. Eine neue Ordnung für den Strom- und Energiemarkt hat sich aber genau an dieser Energiestrategie und am Pariser Klimaabkommen zu orientieren. Darin enthalten sind klare Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Förderung der Energieeffizienz und die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Vor diesem Hintergrund hat die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz AEE SUISSE eine doppelte Studie beim Zentrum für Energie und Umwelt der ZHAW in Auftrag gegeben, die aus einer ökonomischen Sicht im Rahmen dieser politischen Vorgaben Eckpunkte für ein integrales Marktmodell entwickelt.

Verbindlicher Ausbaupfad, marktnahe Investitionsbeiträge, einheitlicher CO2 -Preis: Das von der AEE SUISSE vorgelegte integrale Marktmodell sichert eine erfolgreiche Umsetzung der Energiestrategie 2050 über die Zeit des 1. Massnahmenpaketes hinaus. Es beinhaltet u.a. einen verbindlichen Ausbaupfad für erneuerbare Energien, gesteuert und angetrieben über die richtigen Preissignale für die Marktakteure und einen unbürokratischen effizienten Bewilligungsprozess. Um die Ziele gemäss Ausbaupfad zu erreichen, sind gegebenenfalls Preisstützungsmassnahmen nötig, welche sich unterschiedlich ausgestalten lassen: als Einspeiseprämie mit Direktvermarktung, als investitionsbezogene Einmalvergütung oder im Rahmen von Ausschreibungen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und damit die Nutzung heimischer Ressourcen, aber auch die Nutzung der Vorteile einer engen internationalen Zusammenarbeit erhöhen die Versorgungssicherheit.
Zur Reduktion der CO2-Emission können in erster Linie der Gebäude- und Verkehrssektor beitragen. Erneuerbare Wärme und die Elektrifizierung liefern die Hebel dazu. Gerade im Gebäudesektor schlummert dank marktreifer und günstiger Technologien ein enormes Potenzial zur Reduktion des Energieverbrauchs und damit der klimaschädigenden Emissionen. Das zentrale Instrument zur Verminderung der Treibhausgase ist auch aus ökonomischer Sicht die CO2-Abgabe, die aber als einheitlicher Abgabesatz, der die Emissionen in allen Sektoren erfasst, konzipiert sein muss. Ausnahmen sind nur noch für Gross-Emittenten möglich, wenn diese in einem internationalen Emissionshandelssystem einer Emissionsmengen-Obergrenze unterliegen. Heute liegt die Schweiz, weil sie den Verkehr immer noch komplett von der CO2-Abgabenregulierung ausklammert, bei einem bescheidenen Wert von nur gerade 30 Prozent aller CO2-Emissionen, die in der lenkenden CO2-Abgabe berücksichtigt werden.

Energie- und Klimapolitik gehören zusammen: Die Studien der ZHAW beschreiben die Problematik der aktuell weitestgehend getrennten Energie- und Klimapolitik. Allein nur schon eine substanzielle Erhöhung des CO2- Emissionspreises würde beispielsweise die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auch ohne zusätzliche Preisstützungsmassnahmen deutlich konkurrenzfähiger machen. Gianni Operto, Präsident AEE SUISSE: «Ein wirksames Marktmodell nützt deshalb die verstärkenden Effekte der Integration von Energie- und Klimapolitik. Förderliche Rahmenbedingungen, die die Internalisierung externer Kosten, effiziente Bewilligungsverfahren und gezielte Investitionsbeihilfen und Lenkungsmassnahmen gleichermassen einschliessen, sind der Schlüssel zum Erfolg.»

Sonntag, 9. Dezember 2018

Smogbekämpfung würde Solarstrom fördern

Würde China den Smog vehement bekämpfen, könnte das Land die Produktion von Solarstrom massiv erhöhen. Das zeigen Modellrechnungen von ETH-Forscherinnen und -Forschern.

In Peking ist die Luft oft sehr schlecht. Die Stadt versinkt unter einem braunen Deckel aus Abgasen aus der Industrie, von Autos und Kohlenfeuerungen, die besonders viel schädlichen Feinstaub, Russ, Schwefeldioxid und Stickoxide in die Luft pusten. Die dreckige Luft schadet der Gesundheit der Menschen massiv. Gemäss der WHO sterben pro Jahr allein in China rund 1,6 Millionen Menschen verfrüht an den Folgen der Luftverschmutzung, weltweit sind es über sieben Millionen. Die Opfer erleiden Hirnschläge, Herzinfarkte oder Lungenkrankheiten.

China hat deswegen und um den CO2-Ausstoss einzudämmen, damit begonnen, aggressive Massnahmen gegen die Luftverschmutzung einzuführen. So hat der Staat unter anderem massiv in die Produktion von emissionsfreiem Solarstrom investiert und plant, Photovoltaikanlagen in Zukunft noch stärker auszubauen. Nur: Im Moment ist die Luftverschmutzung in China immer noch gross, und der Smog schadet nicht nur der Gesundheit, sondern verringert auch die Sonneneinstrahlung, die den Boden erreicht. Dies wiederum schmälert die Stromproduktion der installierten Photovoltaikanlagen erheblich.

Stromwirtschaft profitiert von sauberer Luft: Von einer sauberen Luft würde deshalb die Solarenergieindustrie stark profitieren, wie die Klimaforscherin Mercè Labordena und ihre Kollegen von der Gruppe für Klimaschutz und -anpassung der ETH Zürich in einer Studie aufzeigen, die soeben in der Fachzeitschrift Plos One erschien.


Die Forschenden rechneten aus, dass China im Jahr 2040 mit den heutigen und bis dahin neu gebauten Photovoltaikanlagen 85 bis 158 Terawattstunden pro Jahr zusätzlichen Strom bereitstellen kann. Dies unter der Voraussetzung, dass es gelingt, die Emissionen aus allen Sektoren – Energie, Verkehr, Industrie, Haushaltungen – ganz zu eliminieren. Die Mehrproduktion wäre somit um mindestens einen Drittel grösser als der heutige Strombedarf der Schweiz und brächte der chinesischen Stromwirtschaft bis zu 10,1 Milliarden US-Dollar aus der Solarstromerzeugung mehr ein.

Dem Modell zufolge würde sich die Sonneneinstrahlung aufgrund strenger Luftreinhaltemassnahmen im landesweiten Durchschnitt um 11 Prozent verstärken. Dadurch würden die Solarzellen einen Zehntel mehr Elektrizität erzeugen. Allerdings ist das Steigerungspotenzial nicht in allen Landesteilen gleich hoch. So würde die Einstrahlung in Peking nur um 8 Prozent steigen, in den zentralchinesischen Provinzen wie Chongqing jedoch um 26 Prozent.



Modellierte Zunahme der Sonneneinstrahlung (gelb: 30%, hellblau: 0%), falls die Emissionen aller Sektoren ganz reduziert werden können. (aus: Labordena et al, 2018, Plos One)



Lage und Kapazität der heutigen Photovoltaikanlagen, die mit dem Stromnetz verbunden sind. (aus Labordena et al, 2018, Plos One)



Gute Botschaft für Investoren: Weiter berechneten Labordena und ihre Kollegen die Kosten für die Einführung von Best-Practice-Emissionsnormen in allen Wirtschaftssektoren. Die Forschenden stellten fest, dass die Einnahmen aus der gesteigerten Photovoltaikerzeugung 13 bis 17 Prozent der Kosten für strenge Luftreinhaltemassnahmen, mit denen das Null-Emissionen-Ziel erreicht werden soll, decken könnten. «Unsere Zahlen könnten gute Nachrichten für Investoren sein», so die Forscherin weiter. Wäre die die Luft sauber, würden sich ihre Investitionen rascher bezahlt machen. Dadurch könnten mehr Mittel frei werden für den weiteren Ausbau der Photovoltaik, sagt sie. Von strengen Luftreinhaltemassnahmen würden in naher Zukunft Investoren an der Ostküste am meisten profitieren. Dort wächst derzeit auch die Zahl von Photovoltaikanlagen am schnellsten.

Gelingt es den Behörden, die Luftverschmutzung in den Ballungszentren an der Ostküste wirksam einzudämmen, würde sich deshalb nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung bessern, folgert Labordena. Die Luftreinhaltung beschleunigt auch den Übergang hin zu erneuerbaren Energien und den Kampf gegen die globale Klimaerwärmung.

Labordena M, Neubauer D, Folini D, Patt A, Lilliestam J. Blue skies over China: The effect of pollution-control on solar power generation and revenues. Plos One, November 21, 2018, doi: 10.1371/journal.pone.0207028.

Quelle: ETH-Z

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Haushalte ersetzen KW

Erstmals liefert der deutsche Batteriehersteller sonnen mit über ganz Deutschland vernetzten Heimspeichern Regelleistung für den Energiemarkt. Damit geht die derzeit größte, virtuelle Batterie in Betrieb, die Schwankungen im Stromnetz ausgleichen kann. Haushalte sind so in der Lage, alle Aufgaben von konventionellen Kraftwerken (KW) zu übernehmen. sonnen ist mit eigenem Vertriebsnetz auch in der Schweiz aktiv.

Das Unternehmen sonnen hat gemäss einer Medienmitteilung zusammen mit seinem Technologie-Partner tiko Energy Solutions die Präqualifikation zur Erbringung von Primärregelleistung für sein deutschlandweites Netzwerk aus Heimspeichern von dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT erhalten. Damit stellt sonnen dem Energiemarkt die derzeit größte virtuelle Batterie zur Verfügung, die ausschließlich aus einzelnen Heimspeichern besteht. Damit lassen sich zum Beispiel Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Neben der Energieversorgung seiner Kunden mit sauberem und dezentral erzeugtem Strom, kann sonnen nun auch Flexibilität für die Energiemärkte bereitstellen und baut damit sein Angebot als Energieanbieter der Zukunft aus.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als junges Unternehmen gerade Energiegeschichte schreiben. Damit zeigen wir, dass unsere Kunden alle Funktionen übernehmen können, die bisher großen Kraftwerken vorbehalten waren. Sie können Energie erzeugen, speichern und die Versorgungssicherheit im Stromnetz sicherstellen. Der Wechsel vom alten Energiesystem mit zentralen Kraftwerken hin zum neuen Energiesystem mit dem Menschen im Mittelpunkt, wird damit endgültig“, sagt Jean-Baptiste Cornefert, Geschäftsführer der sonnen eServices.

Die virtuelle Batterie von sonnen funktioniert nach einem einzigartigen Ansatz. Sie besteht aus tausenden, einzelnen Stromspeichern im ganzen Land, die für den Eigenverbrauch ihrer jeweiligen Haushalte genutzt werden. Kommt es zu Schwankungen im Stromnetz, ordnen sich diese Batterien per künstlicher Intelligenz selbständig zu einer virtuellen Großbatterie an. Da jede sonnenBatterie einen unterschiedlichen Ladezustand hat, wird die Vielzahl von einzelnen Batterieleistungen zu einem Block ab 1 MW zusammengefasst und dem Energiemarkt zur Verfügung gestellt. Bei der Abnahme der virtuellen Batterie durch TenneT musste sie innerhalb von 30 Sekunden 1 Megawatt Leistung sowohl aus dem Netz ziehen als auch wieder einspeisen. Mit der bestandenen Prüfung hat sich die virtuelle Batterie für die Teilnahme am so genannten Primärregelenergiemarkt qualifiziert.

Mit dieser Leistung lassen sich zum Beispiel kurzfristige Schwankungen im Stromnetz innerhalb kürzester Zeit ausgleichen. Kommt es zu Abweichungen der Netzfrequenz von 50 Hz, können die Speicher automatisch und sekundenschnell Energie aus dem Netz aufnehmen oder abgeben – je nachdem, was gerade benötigt wird. Bisher werden hauptsächlich CO2-intensive Kraftwerke für diese Primärregelleistung verwendet. sonnens vernetzte Heimspeicher helfen damit, diese Kraftwerke schneller vom Netz zu nehmen.

„Wir sind stolz darauf, dass wir unsere virtuelle Kraftwerktechnologie jetzt mit sonnen umsetzen konnten. Für den deutschen Markt ist dies eine Pionierarbeit, so können Batteriespeicher den doppelten Nutzen von Eigenverbrauch und verschiedenen Dienstleistungen am Energiemarkt erbringen. Mit sonnen konnten wir jetzt u.a. zeigen, dass Primärregelleistung auch in Deutschland mit Heimbatteriespeichern geliefert werden kann“, sagt Fréderic Gastaldo, CEO von tiko Energy Solutions.

„Dass vernetzte Batteriespeicher als virtuelles Kraftwerk jetzt das Netz bei Frequenzschwankungen stabilisieren können, ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien“, sagte Lex Hartman, Geschäftsführer von TenneT. "Systemdienstleistungen, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen, wurden bislang vor allem von konventionellen Kraftwerken bereitgestellt. Mit wachsendem Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung, müssten diese hier eine stärkere Verantwortung übernehmen", so Hartman.

Die Präqualifikation für den Primärregelleistungsmarkt unterliegt den strengsten Anforderungen an Technik und Sicherheit am Energiemarkt. Da sonnen nun die höchste Zertifizierung erhalten hat, ist sein Netzwerk aus Heimspeichern auch für weitere Dienstleistungen im Stromnetz prädestiniert. Im Gegensatz zu stationären Großspeichern oder Kraftwerken, lässt sich sonnens dezentraler Batteriepool flexibel an nahezu jedem Ort in Deutschland einsetzen.


Die KundInnen profitieren damit direkt vom Energiemarkt: Mit der sonnenFlat bietet sonnen einen speziell entwickelten Stromtarif an, mit dem Speicherbesitzer von den Netzdienstleistungen profitieren können. Im Austausch für die zur Verfügung gestellte Kapazität, erhalten sie eine Freistrommenge. Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist für sonnenBatterie-Besitzer damit noch profitabler.

sonnen verfügt in Europa über rund 30.000 sonnenBatterien, die zusammen eine Kapazität bis zu 300 MWh erreichen. Damit entsteht ein Potenzial, um rund 120.000 Haushalte eine Stunde lang mit Strom zu versorgen. Die Größe der einzelnen sonnenBatterien liegt zwischen 5 und 15 kWh. 

Dienstag, 4. Dezember 2018

SES: NR-Entscheid fatal - EU: es geht auch anders

Der Nationalrat hat gestern und heute das CO2-Gesetz beraten. Zur Halbzeit der Beratungen zeigt sich, dass das Gesetz gegenüber dem Vorschlag des Bundesrates sogar abgeschwächt wird. Der Ständerat muss gemäss der Schweizerischen Energie-Stiftung SES korrigieren und die Klimapolitik wieder auf Kurs bringen. Anders geht es im Europa der EU....

Der Nationalrat hat beschlossen, wie vom Bundesrat vorgeschlagen, die Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Anders als der Bundesrat möchte er aber kein Inland-Ziel festlegen. Die Reduktion kann vollumfänglich durch den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland erfolgen. Auslandzertifikate können ein Inlandziel aber nicht ersetzen, oft sind sie gänzlich wirkungslos. SES-Projektleiter Florian Brunner meint: «Die Schweiz muss mit eigenen Reduktionen einen Beitrag leisten. Das CO2-Gesetz wird durch diesen Entscheid nicht nur verwässert, es verliert sogar seinen eigentlichen Zweck.»
Atom- und Gasstrom durch die Hintertüre: Mit 99 zu 91 Stimmen wurde bei Art. 16 «CO2-vermindernde Faktoren bei Neuwagenflotten durch den Einsatz von synthetischen Treibstoffen» ein Vorschlag der vorberatenden Kommission angenommen. Demnach soll die Herstellung synthetischer Treibstoffe mittels Strom aus CO2-armer Produktion bei der Berechnung der CO2-Emissionen der Neuwagenflotte berücksichtigt werden. Der Bundesrat wollte Strom aus erneuerbaren Energien vorschreiben. «CO2-armer» Strom ist aber gleichzusetzen mit Atomstrom oder Strom aus Gaskraftwerken. Das torpediert den Atomausstieg und den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern frontal.
Saubere Energie für Europa: Der Europäische Rat für Verkehr, Telekommunikation und Energie hat in Brüssel die Neufassungen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie und der Energieeffizienz-Richtlinie sowie die neue Verordnung zur Governance der Energieunion offiziell verabschiedet. Bereits im Juni hatten sich Rat, Europäisches Parlament und Europäische Kommission auf einen entsprechenden Kompromiss zu diesem Gesetzesvorhaben geeinigt.
 

Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier erklärte dazu: „Das Legislativpaket „Saubere Energien für alle Europäer“ stellt die Weichen für die Energiewende in Europa und in Deutschland für die nächsten zehn Jahre. Es unterstreicht, dass Europa seinen Beitrag zum Klimaschutz ernst nimmt und handlungsfähig ist. Wir haben anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele für Erneuerbare und Energieeffizienz für das Jahr 2030 beschlossen. Mit der EU-Verordnung zur Governance der Energieunion entsteht erstmals ein umfassendes europäisches Instrument zur Planung und zum Monitoring im Energiebereich, das nicht nur die Zielerreichung sicherstellt, sondern auch die Abstimmung der nationalen Energiepolitiken zwischen den Mitgliedsstaaten verbessert": Das Legislativpaket sieht auf Ebene der EU das Ziel vor, bei den erneuerbare Energien einen Anteil von 32 Prozent am gesamten Energieverbrauch zu erreichen. Bis zum selben Jahr sollen Energie in Höhe von 32,5 Prozent eingespart werden.
 

Das Legislativpaket „Saubere Energie für alle Europäer“ umfasst mehrere Richtlinien und Verordnungen zur Governance der Energieunion, zu erneuerbaren Energien, zur Energieeffizienz, zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, zum Strommarkt, Risikovorsorge im Stromsektor und zur Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER). Das zweite Teilpaket mit den Strommarktdossiers soll bis Ende des Jahres unter der österreichischen Präsidentschaft abgeschlossen werden.

Freitag, 30. November 2018

D: Deutlich weniger CO2 dank Erneuerbaren



Mit Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind oder Biomasse wurden 2017 in Deutschland Treibhausgase mit einer Klimawirkung von rund 177,1 Millionen Tonnen CO2 (CO2-Äquivalente) vermieden. Diese und viele weitere Daten liefert die neueste Emissionsbilanz der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat).
Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt wesentlich zum Erreichen der Klimaschutzziele bei. Indem fossile Energieträger zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt werden, sinken die energiebedingten Treibhausgasemissionen aus Kohle, Gas und Öl.

Insgesamt wurden im Jahr 2017 durch den Einsatz erneuerbarer Energien 177,1 Millionen Tonnen (Mio. t) CO2-Äquivalente vermieden. Dabei wurden erstmals sektorenübergreifend die meisten Treibhausgasemissionen durch die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen vermieden (ca. 71 Mio. t CO2-Äquivalente). Auf den Stromsektor entfielen insgesamt rund 135,2 Mio. t CO2-Äquivalente, davon sind 115 Mio. t der Strommenge mit EEG-Vergütungsanspruch zuzuordnen. Im Wärmesektor wurden 34,5 Mio. t CO2-Äquivalente und durch Biokraftstoffe 7,4 Mio. t CO2-Äquivalente vermieden.

Die Berechnungen zur Emissionsvermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien basieren auf einer Netto-Betrachtung. Dabei werden die durch die Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien verursachten Emissionen mit denen verrechnet, die durch die Substitution fossiler Energieträger brutto vermieden werden. Vorgelagerte Prozessketten zur Gewinnung und Bereitstellung der Energieträger sowie für die Herstellung und den Betrieb der Anlagen (ohne Rückbau) werden dabei berücksichtigt.

Nähere Informationen zur Methodik sind der Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger des Umweltbundesamts zu entnehmen.
Diagramm: Im Jahr 2017 wurden in Deutschland durch die Nutzung erneuerbarer Energien 177,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Davon 39,9% durch Windenergie, 35,8% durch Biomasse, 13,7% durch Photovoltaik, 8,6 % durch Wasserkraft.
Netto-Bilanz der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien ...

Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat