Montag, 8. Februar 2016

Heliatek: Weltrekord für organische Photovoltaik

Das Entwicklungsteam von Heliatek hat einen Effizienz Rekord von 13,2% für eine OPV Multi-Stack Zelle erreicht. Hierbei wurde ein neuer Weltrekord für die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität auf Basis einer organischen Photovoltaikzelle erzielt. Die Messung wurde unabhängig bestätigt.

HeliaFilm® - ausgezeichnetes
Schwachlicht- und stabiles
Hochtemperaturverhalten
Organische Halbleiter haben ein exzellentes Leistungsverhalten bei schwachem Licht und hohen Temperaturen. Daher korrespondiert die Effizienz der Energiegewinnung der neu entwickelten Zellen mit den Werten der Umwandlung von konventionellen Solarzellen bei einer Effizienz von 16% bis 17% unter realistischen Bedingungen. Der neue Rekord unterstreicht die weltweit führende Technologieposition von Heliatek, wie sie durch den kontinuierlichen Fortschritt in den letzten 10 Jahren von einem Wirkungsgrad von 3% bis heute mehr als 13% gezeigt wurde. Dies unterstützt unsere Zielsetzung für eine 15% effiziente organische Solarzelle. Zugleich zeugt dieses Ergebnis von der Qualität des einzigartigen Technologie-ansatzes von Heliatek unter Ausnutzung einer Vakuumdeposition kleiner Moleküle auf PET-Film.

Dr. Martin Pfeiffer, CTO von Heliatek, sagt: “Wir sind sehr stolz auf diesen neuen Weltrekord. Der Erfolg basiert auf unserer chemischen Grundlagenforschung und den daraus resultierenden neuen organischen Absorbermaterialien. Schlüssel des Erfolges ist insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen unseren physikalischen und chemischen F&E Teams, welche zu einer optimalen Kombination der Eigenschaften des neuen Solarzellen Designs führt.”

Die Weltrekord-Zelle ist eine Multi-Stack Zelle, in der drei verschieden Absorber kombiniert sind. Jeder Absorber ist darauf ausgelegt, grünes, rotes und fast-infrarotes Licht der Wellenlängen zwischen 450nm und 950nm in Elektrizität umzuwandeln. Die Absorbermoleküle wurden von Heliatek entwickelt und patentiert. Die neue Rekord-Effizienz wurde bei simuliertem AM1.5 Illumination gemessen und vom Fraunhofer Zentrum für Silizium-Photovoltaik (CSP) in Halle, einem anerkannten Zentrum für unabhängige Verifizierung der Leistungsergebnisse von Solar Zellen, unter Standard Testbedingungen bestätigt.

Quelle: Heliatek

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Senegal: Günstiges und sauberes Wasser mit Solarenergie

Obwohl die UNO ihr Milleniumsziel für einen verbesserten Zugang Trinkwasser erreicht hat, existiert vielerorts auf der Welt Handlungsbedarf – insbesondere was die Qualität betrifft. Hier setzt eine junge Westschweizer Firma an: Sie will den Menschen in Entwicklungsländern mit einer dezentralen Aufbereitungsanlage sauberes Trinkwasser zu günstigen Preisen zugänglich machen und gleichzeitig Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Das ganze funktioniert energiesparsam und mit Solarstrom - und bietet Investitionsmöglichkeiten. 

© Swiss Fresh Water |Ein Wasserkiosk
in der Stadt Fatick im Siné Saloum Delta.

Entweder Salz- und fluorhaltiges Wasser aus Brackwasserbohrungen trinken oder sauberes Wasser aus dem Beutel kaufen – ausserhalb der Regenzeit hat die Bevölkerung im Sine Saloum Delta in Senegal keine andere Wahl. Wer sich das teure Beutelwasser – es kostet 20 bis 50 Euro-Cent pro Liter – nicht leisten kann, hat mit schweren Gesundheitsproblemen wie Hypertonie und Fluorose zu kämpfen. Seit Kurzem haben rund 150‘000 Menschen eine Alternative: Sie können in lokalen Wasserkiosks für 1.5 Euro-Cent pro Liter sauberes Trinkwasser kaufen. Möglich machen dies 70 dezentrale Trinkwasseraufbereitungsanlagen der Schweizer Firma Swiss Fresh Water. 

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte vor über zehn Jahren, als Renaud de Watteville, Gründer von Swiss Fresh Water (SFW), auf Madagaskar beobachtete, wie die Menschen salzhaltiges, verschmutztes Wasser tranken. Von da an setzte sich in seinem Kopf eine Überzeugung fest: „Es muss doch eine Möglichkeit geben, Wasser einfach und kostengünstig zu entsalzen und von Keimen zu befreien.“ Nachdem der Manager von weltweiten Grossevents kurze Zeit später einen Erfinder mit einer ähnlichen Idee traf, setzte er seine Vision in die Tat um. Der Nicht-Ingenieur, der immer eine Affinität zu Technik hatte, begann zu recherchieren. „Die meisten Ideen scheiterten am Unterhalt der Geräte“, nennt de Watteville eine wichtige Erkenntnis. Er setzte sich deshalb zum Ziel, ein robustes, kostengünstiges Gerät zu entwickeln, das dezentral überwacht und vor Ort einfach gewartet werden kann. In seiner Garage experimentierte er mit bestehenden Technologien und baute erste Prototypen, unterstützt von einem Freund und Designer. 2008 zog er sich aus seiner Event-Agentur zurück und setzte alles auf eine Karte. Seither hat er die Idee zusammen mit seinem inzwischen 6-köpfigen Team zum marktreifen Produkt entwickelt. 

Die ursprüngliche Idee, Meerwasser zu entsalzen, hat de Watteville in der Zwischenzeit fallen gelassen. „Wo Siedlungen und Dörfer sind, sind immer andere Wasserquellen vorhanden“, sagt er. Deshalb fokussiert er heute auf die Aufbereitung von Brackwasser und Wasser aus Bohrungen, Teichen oder Oberflächengewässern. Die kompakte Anlage, die nur 136 x 48 x 48 cm misst und 90 kg schwer ist, verfügt über zwei Reinigungsstufen: Mit Ultrafiltration werden Schmutz und Keime entfernt, mit der anschliessenden Umkehrosmose werden Salz, Arsen, Fluor oder Metalle abgetrennt. Die Maschine produziert bis zu 170 Liter Trinkwasser pro Stunde und benötigt dafür 0,3 bis 0,5 kWh Energie die aus Photovoltaikmodulen stammt oder vom lokalen Netz bezogen wird.   

Für den Unterhalt in Senegal sorgt ein lokales Unterhaltszentrum (SENOP SA), das heute sechs Personen beschäftigt. Die Anlagen werden mit einem Fernwartungssystem via Internet überwacht. So können die Techniker vor Ort schnell einschreiten und Swiss Fresh Water kann sie wenn nötig von der Schweiz aus unterstützen. „In diesen Ländern ist zwar nicht überall sauberes Trinkwasser vorhanden, aber Handy-Empfang gibt es praktisch in jedem Winkel“, so de Watteville. Gut gewartet, erreicht die Maschine eine Lebensdauer von 10 bis 20 Jahren.   

Im Sine-Saloum-Delta in Senegal installierte SFW von 2012 bis 2013 die ersten zwölf Maschinen im Rahmen eines Pilotprojekts, das von REPIC unterstützt wurde. Die interdepartementale Plattform des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie des Bundesamts für Energie (BFE) fördert erneuerbare Energien und Energieeffizienz in der internationalen Zusammenarbeit. Im Rahmen des Pilotprojekts sollte nicht nur die technische Machbarkeit, sondern insbesondere das Geschäftsmodell überprüft und weiterentwickelt werden.   

Für Vertrieb und Abrechnung ist die von SFW gegründete Stiftung „Access to Water“ verantwortlich. Sie stellt Gemeinden oder Privaten, die einen Wasserkiosk aufbauen wollen, die Maschinen gegen eine Nutzungsgebühr zur Verfügung. Damit bleibt die Anlage im Besitz der Stiftung und kann dem Betreiber entzogen werden, sollte er zum Beispiel zu hohe Preise verlangen oder seiner hygienischen Verantwortung nicht nachkommen. Die Betreiber sorgen für den täglichen Unterhalt der Maschinen und verkaufen das Trinkwasser zu einem festen Preis an die Bevölkerung. Dieser wurde in Senegal zusammen mit den regionalen und lokalen Behörden festgelegt und beträgt 1.5 Euro-Cent pro Liter – also rund 20-mal weniger als Trinkwasser aus dem Beutel. 

Die Nutzungsgebühr für die Maschinen beträgt 0.7 Euro-Cent pro Liter Wasser. Darin enthalten sind nicht die Amortisation der Anlage und der Unterhalt, sondern auch ein Solidaritätsbeitrag für den Unterhalt der Maschinen in kleineren Dörfern sowie ein Risikobeitrag, damit das Trinkwasser zum Beispiel im Fall einer Epidemie kostenlos an die Bevölkerung abgegeben werden kann. 

0.8 Euro-Cent pro Liter bleiben als Marge für die Kioskbetreiber, um Löhne und Aufwendungen zu bezahlen. Über 200 Personen haben in den Wasserkiosks eine Arbeit gefunden und können ihren Lebensunterhalt bestreiten. „Einer unserer ersten Kioskbetreiber hat inzwischen drei Maschinen aufgestellt“, freut sich Renaud de Watteville über die Eigendynamik des Projekts. Zudem entwickelten sich die Wasserkiosks zu richtigen Dorfzentren. „In einem Dorf sind um den Kiosk mehrere andere Geschäfte entstanden.“

In grösseren Dörfern, die mehr als 1500 Liter Wasser täglich benötigen, kann die Trinkwasseraufbereitung rentabel betrieben werden und die Maschine lässt sich innerhalb von ca. vier Jahren amortisieren. Nach dieser Zeit fallen nur noch die Unterhaltskosten an und die Stiftung Access to Water investiert die Gewinne wieder in die Finanzierung neuer Maschinen. Nur in kleineren Dörfern muss die Anschaffung der Anlagen subventioniert werden, der Unterhalt hingegen wird über den Solidaritätsbeitrag bestritten. 

Swiss Fresh Water kann die Wasseraufbereitungsanlagen, die von Behindertenwerkstatt in Fribourg zusammengebaut werden, bereits kostendeckend produzieren. „Ab einer jährlich verkauften Stückzahl von 140 Geräten ist der Break-even erreicht“, rechnet de Watteville. „Wir haben Anfragen aus der ganzen Welt“, sagt er stolz. 30 weitere Anlagen gehen demnächst in Senegal in Betrieb und ein Pilotprojekt in Kolumbien wurde kürzlich gestartet. Hier sollen die Anlagen Quecksilber aus dem Wasser filtern, das beim Goldschürfen in die Gewässer gelangt und die Trinkwasserressourcen beeinträchtigt.   

Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen das Gerät laufend weiter, insbesondere um die Kosten zu senken. „Wir suchen eine Lösung, damit wir Verschleissteile bei den Pumpen nicht ersetzen, sondern vor Ort reparieren können“, so de Watteville. Zudem arbeitet seit September eine Eawag-Doktorandin daran, wie die Wasserqualität aus den Maschinen kontinuierlich überwacht werden könnte. Weitere Entwicklungsschritte sind in Planung. Aber dazu will Renaud de Watteville noch nichts verraten.

Informationen
Geldanlage mit Wirkung
Die Wasseraufbereitungsanlagen von Swiss Fresh Water sind ab einem täglichen Trinkwasserverkauf von 1500 Litern innerhalb von rund vier Jahren amortisiert. Während dieser Zeit müssen sie vorfinanziert werden. Dazu wurde die Swiss Water Impact SA gegründet. Sie bietet Investoren die Möglichkeit, Geld anzulegen und dabei „Gutes“ zu bewirken. Der Geldgeber leiht der Swiss Water Impact SA mindestens 30‘000 Franken, die mit 6 Prozent verzinst und über vier Jahre zurückbezahlt werden. Damit können zwei Anlagen inklusive Photovoltaikmodulen vorfinanziert und mindestens 4000 Personen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. 

Quelle   Irene Bättig, im Autrag von Repic 2016 | Erstveröffentlichung GetArticle 2016

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Samstag, 6. Februar 2016

Ein Desaster auch für nachhaltige Aktien


Der PPVX fiel letzte Woche um 8,8% auf 1.183 Punkte, der NYSE Arca Oil um 7,8%. Seit Jahresanfang 2016 liegt der PPVX mit -22,9% währungsbereinigt rund 10 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (-13,0%). Die Top 3 Titel seit Jahresanfang sind SolarEdge Technologies (+2%), 8point3 Energy Partners (+0,4%) und First Solar (-1%). Die grössten Gewinner der Woche warenSky Solar Holdings(+8%) und Trina Solar (+4%), die grössten Verlierer SPI Energy (-48%) und SolarCity (-17%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 30,9 Mrd. Euro – nachdem bei Hanergy nun nicht mehr der letzte Kurs ($ 0,28) vom Mai 2015, sondern das jüngste Verkaufsangebot des Hauptaktionärs (zu HKD 0,215 pro Aktie, was rund 1 Mrd. Euro als Unternehmenswert entspricht) als Berechnungsbasis dient (sollte der Börsenhandel innerhalb eines Jahres nicht wieder aufgenommen werden, wird der Hanergy-Punktwert – dzt. ohnehin nur mehr rund 1,5 Punkte – im PPVX auf null reduziert und ein anderer Titel neu aufgenommen). Bei Shunfeng und TerraForm Power wurden die Gewichtungsfaktoren Anfang Februar von 4 auf 3 reduziert. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+321%) rund 220 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +101%).


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint abwechslungsweise auf Solarmedia und in den Zwischenwochen auf  Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Dienstag, 2. Februar 2016

Bezahlbarer Wohnraum dank Solararchitektur

In vielen deutschen Städten und Gemeinden herrscht Mangel an preisgünstigem Wohnraum. Neue Wohnungen, darunter viele kleine, dem Bedarf anpassbare Wohnungen, sollen schnell verfügbar, aber zugleich lange und nachhaltig nutzbar sein. Ein Modell aus Deutschland, das auch Anstösse für die Schweiz vermittelt.

Solararchitekt Rolf Disch aus Freiburg im Breisgau hat eine schnell umsetz­bare, unkonventionelle Lösung entwickelt: ein Wohnmodul in Plusenergie-Bauweise – sowohl für die Unterbringung von Flüchtlingen als auch für den ganz normalen Wohnungsbau. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist durch die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge noch sichtbarer und akuter geworden. Auch diese müssen sehr schnell untergebracht werden. Um ihnen aber ein menschenwürdiges Leben zu bieten, muss das Primat der Wohnungsunterbringung gelten. Gebäude und Wohnanlagen dürfen nicht als Sondereinrichtung für Flüchtlinge erkennbar sein, was sofort zu Ausgrenzung führt. Sie sollen eine toleranzfördernde Atmosphäre bieten, um Konflikte innerhalb der Bewohnerschaft und mit den Anliegern zu vermeiden und gute Integrationsmög­lichkeiten zu schaffen. Sie müssen mittelfristig weiterentwickelt werden können im Sinne einer sozialen und kulturellen Mischung, sowie einer Mischung der Nutzungen. 


Wir müssen schon jetzt nicht ausschließlich und kurzfristig für die Flüchtlingsunterbringung planen, sondern das Gesamtproblem für alle Nutzergruppen bedenken und langfristig tragbare Lösun­gen entwickeln. Was für Flüchtlinge gebaut wird, soll immer auch schon von der möglichen Nachnutzung her konzipiert werden, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen: Da Wohncontainer sich schnell „abwohnen“, sind sie häufig schon in kurzer Zeit reif fürden Schrott. Sie sind nicht nachhaltig, weder sozial noch ökolo­gisch noch wirtschaftlich. Das Plusenergiehaus-Wohnmodul aus Massivholz ist für verschiedene spätere Nachnutzungen einsetzbar, so dass die Investition langfristig Rendite abwerfen kann. 

In der gebotenen Eile auf hohe Baustandards für Wärme-, Schall­dämmung und Wohnungslüftung zu verzichten, das heißt nur, die Kosten auf später zu verlagern und das Klima unnötig zu belasten. Die Plusenergiehaus-Wohnmodule benötigen extrem wenig Ener­gie, sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb. Sie versorgen sich selbst durch die Nutzung passiver und aktiver Solarenergie, erzeugen einen jährlichen Solarstromüberschuss und übertreffen schon jetzt den EU-Standard 2021. Deshalb fallen nur sehr geringe Energiekosten an, sowohl für die Kommunen bei der Flüchtlings­unterbringung als auch für Mieter. 

Der Baustoff Holz hat nicht nur bauökologisch große Vorteile, sondern schafft auch eine wohnliche Atmosphäre. Das Plusenergiehaus-Modul kann durch das Effizienzhaus-Pro­gramm der KfW gefördert werden. Diese Förderung ist kombi­nierbar mit anderen Bundes- und Landesmitteln. Möglich wäre eine 100%-Finanzierung der Baukosten als Effizienzhaus KfW-40 (derzeit: 0,75% Effektivzins, mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 5.000 € je Wohneinheit). Möglich wäre bei Flüchtlingsunterbrin­gung die Inanspruchnahme von speziellen Krediten für Kommunen (zurzeit: 0% Zinsen).


Die Plusenergiehaus-Wohnmodule werden aus Massivholz vorgefertigt. Sie sind frei kombinierbar zu Wohnhäusern und Hausgruppen. Die Module können je nach Bedarf mit geringem Aufwand versetzt werden. Sie sind vielfältig variabel, unterschiedlich nutzbar und im Innern auch zu späteren Zeitpunkten flexibel anpassbar. Sie benötigen extrem wenig Energie, sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb. Sie versorgen sich selbst durch die Nutzung passiver und aktiver Solarenergie, erzeugen einen jährlichen Solarstromüberschuss und übertreffen schon jetzt den EU-Standard 2021. So schonen sie die Umwelt und halten die Nebenkosten niedrig.

Die Wohnmodule werden ab sofort Kommunen und privaten Bauherren angeboten. Genauere Informationen finden Sie in der Broschüre "Plusenergiehaus - Das Wohnmodul", sowie auf der Website www.plusenergiehaus.de unter „Wohnmodule“.

Broschüre "Plusenergiehaus - Das Wohnmodul" (pdf)

Quelle: sonnenseite.com 

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Solarworld wieder im Aufstieg

Jene europäischen Solarfirmen, die die Krise der letzten Jahre überstanden haben, befinden sich zumindest teilweise wieder auf dem aufsteigendem Ast. Dazu gehört etwa der weltgrösste Wechselrichter-Hersteller SMA - und dazu gehört auch die Solarworld, die nicht zuletzt wegen eines praktisch vollständig abgeschriebenen Aktienkapitals einst für Schlagzeilen sorgte (siehe Solarmedia vom 29. Juni 2014).

Firmengründer Frank Asbeck - hatte sich mit
Solarworld-Sanierung wenig Freunde geschaffen.
Im Geschäftsjahr 2015 steigerte die SolarWorld AG nach vorläufigen Angaben ihre konzernweite Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent auf 1.159 (2014: 873) MW. Die USA bildeten den größten Einzelmarkt des Konzerns mit einem Anteil von 50 Prozent. In Deutschland konnte die SolarWorld ihre Absatzmenge entgegen dem Markttrend (–30 Prozent) um mehr als 60 Prozent steigern.  Der Konzernumsatz wuchs im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf 763 (2014: 573) Mio. €. Somit hat SolarWorld sowohl ihre Absatzprognose (> 1 Gigawatt) als auch ihre Umsatzprognose (> 700 Mio. €) für das Jahr 2015 deutlich übertroffen. 

Der SolarWorld gelang es 2015 ebenfalls, ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 35 Mio. € zu verbessern (2014 bereinigt um Sondereffekte: 1,6 Mio. €). Der Konzern erreichte im 4. Quartal 2015 ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von +8 Mio. €. Im Gesamtjahr verbesserte sich das EBIT auf -10 (2014 bereinigt um Sondereffekte: -44) Mio. €. Im Jahr 2016 will der SolarWorld-Konzern die 2015 erreichte Trendwende fortsetzen und ein positives EBIT im zweistelligen Millionenbereich erreichen.

Das Geschäftsjahr spiegelt sich auch in einer deutlich verbesserten Liquidität des Konzerns wider. Die SolarWorld AG steigerte ihre liquiden Mitteln zum 31. Dezember 2015 auf 189 (31. Dezember 2014: 177) Mio. €. Bis Ende Januar 2016 hat der Konzern bereits Absätze und Aufträge mit einem Volumen von 580 MW generiert. Dies entspricht bereits der Hälfte der gesamten Absatzmenge des Vorjahres 2015 (1.159 MW).

Auch für den weiteren Jahresverlauf 2016 erwartet die SolarWorld eine steigende Nachfrage nach Qualitätsprodukten, vor allem nach den Hochleistungsmodulen mit PERC und bifacialer Technologie, bei der das Modul Sonnenlicht von der Vorder- und Rückseite in Strom umwandelt. Auf dieser Basis wird die SolarWorld im Jahr 2016 ihren Wachstumskurs fortsetzen und die gesamte Absatzmenge um über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Die SolarWorld wird den Konzernumsatz analog zur Absatzmenge um über 20 Prozent steigern und strebt für 2016 einen Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro an. 

Quelle: Solarworld

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Montag, 1. Februar 2016

Solarstrom für Äthiopien

In den ländlichen Regionen Äthiopiens gibt es praktisch keine Stromversorgung. Kerosinlampen sind oft die einzigen Lichtquellen. Die Stiftung Solarstrom bringt mit der Unterstützung von REPIC dank nachhaltig finanzierten dezentralen Solar-Home-Systemen Licht für Bildung und Entwicklung in die Dörfer.

Äthiopien hat eine mangelhafte Elektrizitätsversorgung: Gerade ein Fünftel der Bevölkerung hat Zugang zum Stromnetz. Die meisten Bewohner leben auf dem Land; dort verfügen gar nur 2% der Haushalte über einen elektrischen Anschluss. Wenn es in den Dörfern am frühen Abend dunkel wird, sind Kerosinlampen meist die einzigen Lichtspender – doch ihr Licht ist schwach und reicht kaum zum Lernen oder Arbeiten. Zudem sind die Kosten für das Kerosin hoch und die Lampen produzieren gesundheitsschädlichen Russ und belasten das Klima. 

Kleine autonome Solaranlagen können hier Abhilfe schaffen – und noch viel mehr leisten, als nur Licht zu spenden: Eine zuverlässige Stromversorgung bietet den ländlichen Regionen eine Grundlage für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Die Stiftung Solarenergie, gegründet vom Solarenergieexperten Harald Schützeichel, hat sich zum Ziel gesetzt, in Äthiopien ein landesweites Netzwerk von Solar Centers aufzubauen. In diesen lokalen Kleinunternehmen arbeiten Solartechniker, welche die umliegenden Ortschaften mit Solarsystemen ausstatten. REPIC, die interdepartementale Plattform der Bundesämter SECO, DEZA und BFE zur Förderung von erneuerbarer Energie und Energieeffizienz in Entwicklungsländern, unterstützte das Projekt mit einer Anschubfinanzierung. „Die Stiftung Solarenergie entwickelt mit deren langjährigen Erfahrungen und sehr guten lokalen Verankerung Projekte, die gezielt lokale Bedürfnisse aufgreifen. Mit diesem Ansatz und einer nachhaltigen Strategie entsprach das eingereichte Projekt den REPIC-Kriterien“ erklärt Stefan Nowak, Koordinator REPIC. 

Mit einer Solar-Home-Installation sollen den Bewohnern täglich mindestens vier Stunden Licht zur Verfügung stehen. Zudem soll ein Radio betrieben oder ein Handy aufgeladen werden können. Ein möglichst wartungsfreier Betrieb und eine lange Einsatzdauer sind weitere Anforderungen. Hierzu wurde in der Schweiz das System „SunTransfer 10“ entwickelt: ein Solarmodul mit 10 Wp Leistung und einer robusten 18 Ah Gel-Batterie; geschützt in einer abgeschlossenen Box. Mit dem Modul können bis zu vier LED mit 1,2 W Leistung betrieben werden und ein Mobiltelefon geladen oder ein Radio angeschlossen werden. Die Systeme werden aber nicht nur in Privathaushalten installiert. In Krankenhäusern sorgen sie für die Kühlung von Medikamenten und für Licht bei nächtlichen Notfällen. Sie beleuchten Schulzimmer und ermöglichen den Einsatz von Computern in höheren Fachschulen. Zudem betreiben sie Wasserpumpen und -desinfektionsanlagen.


Das Projekt wurde zwar von Europa aus initiiert, Schützeichel (SUN-CONNECT) hält das durch Hilfsorganisationen geprägte Bild von Afrika aber für gefährlich: „Afrika besteht nicht nur aus hungrigen Kindern mit grossen Augen. Die Leute sind motiviert, selbstbewusst und haben viel Kraft. Sie können und sie wollen sich selber helfen.“ Diesem Prinzip folgt auch REPIC: „Mit der Anschubfinanzierung will REPIC dort ansetzen, wo die Schweiz eine geeignete Antwort auf ein konkretes Bedürfnis unterstützen kann. Diese Lösung ist jeweils in einer umfassenden Form – hier inklusive Geschäftsmodell und Wissenstransfer – zugänglich zu machen, so dass eine selbständige Fortsetzung der Tätigkeit möglich wird“, erklärt Nowak.  Die meisten Äthiopier sind zwar arm, aber nicht mittellos. Die Systeme sollen deshalb keine Spenden sein, sondern von den Kunden selber finanziert werden. Dazu können diese im Solar Center einen Mikrokredit aufnehmen. „Die Abzahlungsraten sind so ausgelegt, dass sie dem entsprechen, was die Personen sonst für Kerosin ausgeben“, erklärt Schützeichel. Nach spätestens zwei Jahren sind die Systeme so abbezahlt. Das Geld wird vom Solar Center wiederum verwendet, um neue Anlagen anzuschaffen. Technik und Finanzierung stammen somit aus einer Hand. Dadurch ist einerseits die Motivation der Techniker hoch, Fehler schnell zu reparieren; andererseits sind die Kreditnehmer bemüht, ihr Geld pünktlich zu zahlen – sonst wird der Strom über einen integrierten Laderegler abgestellt. 

Ein weiteres wichtiges Anliegen von REPIC ist, Arbeitsplätze in der betroffenen Region zu schaffen sowie einen nachhaltigen Technologietransfer sicherzustellen. Auch dieses Ziel teilt REPIC mit der Stiftung Solarenergie. „Uns war von Anfang an wichtig, dass wir lokales Handwerk initiieren – also nicht nur fertige Systeme liefern, sondern die Leute vor Ort ausbilden“, sagt Schützeichel. Die Stiftung gründete 2007 die „International Solar Energy School“, in der Techniker in einem sechsmonatigen Kurs zu „Rural Solar Energy Technicians“ ausgebildet werden. Die Schule ist die erste professionelle Solarausbildungsstätte in Afrika. Die Absolventen können Projekte zur solaren ländlichen Elektrifizierung selbständig planen, umsetzen und die Anlagen betreiben.   

„Es ist wirklich phantastisch, wie leicht das Leben der Menschen hier durch Solarenergie verändert werden kann“, sagt Mena Hailemichael, Leiterin eines lokalen Solarcenters und eine der ersten Absolventinnen der Solartechnik-Schule. „Egal, wo wir sind – wenn wir unsere Arbeit machen und sehen, wie die Menschen darauf reagieren, macht mich das wirklich zufrieden. Es ist toll, das Glück der Leute zu sehen.“ „Die grösste Herausforderung bei einem Solarsystem im ländlichen Afrika ist nicht die Installation, sondern den dauerhaften Betrieb sicherzustellen“, schildert Schützeichel seine Erfahrung. Das Projekt setzt deshalb auf ein nachhaltiges Betriebskonzept – in allen Aspekten: technisch, finanziell und nicht zuletzt soziokulturell. „Wir wollen die Verantwortung Schritt für Schritt in die Hände der Nutzer legen“, so Schützeichel. 

Über eine Million Menschen profitieren bis heute von den rund 22‘000 installierten Solaranlagen. Doch neue Gesetze in Äthiopien erschweren die Arbeit: So ist es ausländisch finanzierten Hilfsorganisationen heute verboten, etwas zu verkaufen. Die Stiftung Solarenergie dürfte die lokale Bevölkerung zu maximal 25% an den Kosten beteiligen, der Rest müsste aus Spenden stammen. „Das widerspricht unseren Grundsatz ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ – so würden wir die Leute nur zum Betteln erziehen“, erklärt Schützeichel. Die Solar Center in Äthiopien wurden deshalb eingefroren. Bestehende Systeme werden zwar noch gewartet, aber keine neuen mehr aufgebaut. 

Das heisst aber nicht, dass die Projekte vergebens waren: „Wir haben dafür damit angefangen, das System auf Kenia zu übertragen“, so Schützeichel. „Bis Ende Jahr haben wir dort zehn Solar Centers eröffnet und es sollen jährlich zehn neue dazukommen.“ Das in Äthiopien aufgebaute Know-How will die Stiftung ausserdem weiter pflegen – die Hoffnung bleibt, dass sich die politische Situation wieder bessern könnte. Solche Rückschläge lassen sich nicht immer vermeiden, das weiss auch Nowak: „Neue Gesetze, Wahlen und politische Unruhen stellen Projekte in Entwicklungs- und Transitionsländern jeweils vor grosse Herausforderungen. REPIC setzt daher auf eine sorgfältige Planung und gut abgestützte Projektorganisation. Die Strategie, kleine und umsetzungsorientierte Projekte zu fördern, wird als bewährter Ansatz erachtet, um eine nachhaltige Wirkung erzielen zu können.“