Samstag, 4. Juli 2015

Die Landung von Solar Impulse 2 auf Hawaii in Bildern























Quelle: Screenshots der Live-Übertragung

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Siegeszug für Sonne und Wind

Weltweit befindet sich der Ausbau von Sonnenenergie und Windkraft auf dem Siegeszug, während sich fossile und nukleare Kraftwerke auf einem Rückzug bewegen. Eine Analyse des deutschen Energiepublizisten Franz Alt (Bild: Solar Impulse 2 vor Landung auf Hawaii am Freitagabend MEZ). 


2014 wurde doppelt so viel Geld in erneuerbare Energien investiert wie in fossil-atomare. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Solarenergie global verhundertfacht und die Windenergie verzehnfacht. Die Konsequenz: 2014 ging der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erstmals seit Jahrzehnten leicht zurück trotz steigender Wirtschaftskraft. Der Preis für eine Kilowattstunde Solarstrom sank in Deutschland von 70 Cent im Jahr 2.000 auf etwa acht Cent heute, in sonnenreichen Ländern auf circa vier Cent und weniger. Bis 2015 dürfte die Kilowattstunde Solarstrom in Deutschland noch etwa vier und im Süden etwa zwei Cent kosten – prognostiziert das Fraunhofer-Institut. Deshalb ziehen immer mehr Investoren ihr Geld aus fossilen und atomaren Anlagen zurück – wie zum Beispiel der weltgrößte staatliche Vermögensfonds in Norwegen von Kohleinvestitionen.

Die Menschen wollen die Energiewende – in Deutschland zu 72%. Diese positiven Entwicklungen werden auch von der größten Volkswirtschaft der Welt vorangetrieben, von China. Dort gab es 2014 sieben Prozent wirtschaftliches Wachstum, aber acht Prozent weniger Treibhausgase als im Vorjahr. 
In Deutschland gab es im ersten Halbjahr 2015 eine Zunahme von Ökostrom von 28% auf 32,5%. Im Wärmebereich werden allerdings erst elf Prozent erreicht und im Verkehrssektor lediglich fünf Prozent. Dabei liefern die Biokraftstoffe den größten Anteil. 

Der 2. Juli 2015 war in Deutschland für die Energiewende ein historischer Tag. 75.000 Gläubiger der insolventen  Windfirma Prokon entschieden sich mit großer Mehrheit, dass die Firma als Energiegenossenschaft weitergeführt wird. Die Alternative war ein Angebot des Energiekonzerns EnBW, Prokon für 550 Millionen Euro zu übernehmen.

Die Gläubiger sind für ihren Entschluss zu beglückwünschen, denn die Energiewende kann nur von unten über dezentrale Strukturen funktionieren: über Genossenschaften, über Stadtwerke, über den Mittelstand, über Handwerker, Bauern und Hausbesitzer. Sie alle waren schon bisher die Träger und Treiber der Energiewende und nicht die alten Großkonzerne, die vier Energiebesatzungsmächte.

Die Energiewende funktioniert, wenn sie in Bürgerhand ist. Zentrale Konzernstrukturen passen einfach nicht zu einer dezentralen Versorgung. Viele kleine Davids haben am 2. Juli 2015 wieder einmal einem Goliath das Fürchten gelehrt. Somit ist die größte Energiegenossenschaft in Deutschland entstanden, wahrscheinlich sogar in Europa.  Auf geistiger Ebene, wohl der entscheidenden, unterstützt sowohl der Papst in seiner Enzyklika „Laudato si“ ohne Wenn und Aber die Energiewende und den Klimaschutz ebenso wie auch der Dalai Lama in seinem soeben erschienen Buch „Ethik ist wichtiger als Religion“, das er zusammen mit Franz Alt ich acht Weltsprachen publizierte.

Ökostrom ist kein Luxus mehr für wenige, sondern preisgünstige und umweltfreundliche Energie für alle. In Indien und in Afrika werden bereits tausende Dörfer komplett mit Ökoenergie versorgt. Die Energiewirtschaft befindet sich weltweit in der Phase einer industriellen Revolution - von unten wie jede erfolgreiche Revolution.
 
Quelle   FRANZ ALT / Bild Guntram Rehsche: Screenshot Solar Impulse vor der Landung auf Hawaii

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Freitag, 3. Juli 2015

Solar Impulse vor und nach der Landung - live !

Ausschreibungen fürs Stromsparen

2015 werden zum sechsten Mal Wettbewerbliche Ausschreibungen zum Stromsparen im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten durchgeführt. Die Resultate für die erste Ausschreibung für Programme liegen vor: 30 Programme erhalten insgesamt 33 Millionen Franken an Förderbeiträgen, um möglichst kostengünstig und nachhaltig Strom zu sparen.

Bis zur Eingabefrist sind bei der Geschäftsstelle ProKilowatt 49 Programmangebote eingegangen. Die Auswahl der eingereichten Vorschläge erfolgte in einem Auktionsverfahren: Den Zuschlag erhielten diejenigen Programme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, das heisst mit der billigsten eingesparten Kilowattstunde. Das Kosten-Nutzenverhältnis (Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde) liegt zwischen 1.4 und 4.2 Rappen pro Kilowattstunde (Durchschnitt 2.6 Rp./kWh, Vorjahr 3.2 Rp./kWh). Das thematische Spektrum der geförderten Programme reicht vom Ersatz von Elektroboilern durch Wärmepumpenboiler, über effiziente Küchenlüftungen, Wäschereien und Kälteanlagen bis zur Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung in der Landwirtschaft.

In diesem Jahr wurden zum ersten Mal für ausgewählte Sektoren pro Programm mehr als 1 Million Franken zur Verfügung gestellt. 5 Millionen Franken wurden für ein schweizweites Programm für Umwälzpumpenersatz in Industrie und Dienstleistungen bewilligt. Drei Energiedienstleister erhalten insgesamt 6.2 Millionen, um Programme mit Projektauktionen durchzuführen. Die bewilligte Fördersumme beträgt insgesamt 33‘038‘395 Franken.

Derzeit läuft eine Wettbewerbliche Ausschreibung für Projekte. Dafür steht ein Budget von 6.6 Millionen Franken zur Verfügung. Eingabetermin ist der 14. August 2015. Die nächste Ausschreibung für Programme erfolgt anfangs Dezember 2015. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich.
Mit dem Instrument der Wettbewerblichen Ausschreibungen unterstützt der Bund Projekte und Programme zur Förderung der Effizienz im Strombereich, die möglichst kostengünstig zum sparsameren Stromverbrauch im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten beitragen. Die Wettbewerblichen Ausschreibungen werden über einen Zuschlag auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze finanziert. Für die Ausschreibungen für Projekte und Programme stehen 2015 42 Millionen Franken zur Verfügung.

Adresse für Rückfragen: ProKilowatt, Geschäftsstelle für Wettbewerbliche Ausschreibungen, c/o CimArk SA, 1950 Sion, 027 322 17 79

Ivan König, Fachspezialist BFE Wettbewerbliche Ausschreibungen, 058 462 69 21
Sabine Hirsbrunner, Kommunikation BFE, Tel. 058 465 33 02

Herausgeber: Bundesamt für Energie : http://www.bfe.admin.ch


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Donnerstag, 2. Juli 2015

Für Wachstum braucht es politische Signale

Die Markterhebung Sonnenenergie 2014 zeigt leicht rückläufige Verkaufszahlen. Bei der Photovoltaik konnte der Rückgang bei den Grossanlagen aufgrund fehlender KEV-Mittel nicht durch den Zuwachs bei Kleinanlagen kompensiert werden. Bei der Solarwärme ist ein umgekehrter Trend in Richtung Anlagen auf Mehrfamilienhäusern festzustellen. Swissolar appelliert an den Ständerat und die Kantone, klare Signale für ein weiteres Marktwachstum bei der Solarenergie zu setzen, ohne die die Energiestrategie 2050 nicht gelingen kann.
 
Seit kurzem liegt die offizielle Markterhebung Sonnenenergie 2014 des Bundesamtes für Energie vor. Die Photovoltaik-Verkaufszahlen sanken gegenüber dem Vorjahr um 8% auf 303 MW (ca. 2.1 Mio. m2), die Verkäufe von verglasten Kollektoren sanken um 7% auf 113‘000 m2. Trotz der leicht gesunkenen Verkaufszahlen ist festzustellen, dass Solarenergie bei Bauherren äusserst beliebt ist. Allerdings verlaufen die Entwicklungen bei den beiden Technologien unterschiedlich:
 
Die Anzahl installierter Photovoltaikanlagen stieg von 7267 (2013) auf 8181 (2014), wobei das Segment Einfamilienhäuser besonders stark zulegte (von 13 auf 18% der installierten Leistung). Rückgänge gab es hingegen bei Anlagen auf Industrie-, Gewerbe-, Landwirtschafts- und Dienstleistungsgebäuden. Dies widerspiegelt die Veränderungen bei den politischen Rahmenbedingungen: Mit der Einmalvergütung steht für kleinere Anlagen eine rasch verfügbare Förderung bereit, während Grossanlagen angesichts der noch laufenden Beratungen zur Energiestrategie in den eidgenössischen Räten zurzeit wenig Aussichten auf eine Vergütung im Rahmen der KEV haben.
 
Im vergangenen Jahr wurden 8931 thermische Solaranlagen erstellt, gegenüber 12‘101 im Jahr 2013. Hier ist eine klare Verschiebung vom Marktsegment Einfamilienhäuser zu den Mehrfamilienhäusern festzustellen, die 60% der installierten Flächen abdeckten (gegenüber 35% im Vorjahr). Dies ist einerseits auf den Rückgang beim Neubau von Einfamilienhäusern, andererseits auf die dominante Stellung der Wärmepumpen und den Vormarsch der Photovoltaik in diesem Bereich zurückzuführen.
 
Schweiz international im Mittelfeld
Ein Ländervergleich der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung zeigt, dass die Schweiz mit 134 Watt pro Einwohner auf Platz 14 liegt. Liechtenstein führt mit 481 Watt die Liste an, gefolgt von Deutschland mit 473 Watt. Damit wird das noch wenig genutzte Potenzial hierzulande deutlich aufgezeigt. Bei der Solarwärme ermöglicht die aktuelle Markterhebung des europäischen Industrieverbandes ESTIF einen Ländervergleich: Hier liegt die Schweiz mit 0.16 m2 Kollektorfläche pro Einwohner immerhin auf Platz 5 innerhalb Europas.
 
Es braucht klare politische Signale von Bund und Kantonen
Bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 sind Solarwärme und Photovoltaik zentrale Bausteine. Damit die Wärme- und Stromversorgung der Schweiz innerhalb der nächsten Jahrzehnte vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann, braucht es jetzt Marktwachstum, nicht Stagnation. Wichtig ist insbesondere die Anhebung der KEV-Abgabe auf 2.3 Rp./kWh, wie dies der Nationalrat im Dezember 2014 beschloss. Nur mit einem solchen Beitrag können KEV-Beiträge an neue Photovoltaik-Grossanlagen bezahlt werden – hier geht es um Investitionen im Millionenbereich, die nur mit finanziellen Sicherheiten getätigt werden können. Sinnvoll ist auch die Absicht, die heutige Obergrenze bei der Einmalvergütung von 30 kW aufzuheben und damit diese Förderung auch für Grossanlagen zugänglich zu machen. Bei der Solarwärme ist der Entscheid des Nationalrates zur Anhebung der CO2-Abgabe wichtig, da dieser die Weiterführung der Förderprogramme im Gebäudebereich ermöglicht.
 
Swissolar appelliert deshalb an den Ständerat, den Beschlüssen des Nationalrates zur Energiestrategie zu folgen. An die Kantone geht der Appell, die im letzten Januar beschlossene Musterverordnung im Energiebereich (MuKEn 2014) rasch umzusetzen.
 
Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 500 Verbandsmitgliedern mit rund 7‘500 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Swissolar setzt sich für eine schnell wachsende Nutzung von Solarenergie in der Schweiz ein. Diese wird zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der Grundstein für den Verband wurde bereits 1978 gelegt. Swissolar zählt damit zu den ersten Solarorganisationen weltweit.

www.swissolar.ch

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Mittwoch, 1. Juli 2015

Energiewende weltweit auf Überholspur

Der neue Report des WWF und von Lichtblick Deutschland beschreibt globale Trends im Energiesektor. Er zeigt, wie der Umbau des Energiesystems im globalen Maßstab funktioniert.

Im Report werden die globalen Trends im Energiesektor analysiert. Die Welt baut in steigendem Tempo erneuerbare Energien aus und verabschiedet sich zunehmend von fossilen und nuklearen Kraftwerken (siehe Grafik - vergrössern mit Klick auf diese!). 2013 wurde rund um den Globus erstmals mehr erneuerbare als fossil-nukleare Kraftwerksleistung installiert. Und 2014 floss mehr als doppelt so viel Geld in erneuerbare wie in fossile Anlagen. Seit der Jahrtausendwende hat sich die weltweit installierte Leistung der Photovoltaik verfünfzigfacht. Die Windenergie nahm im gleichen Zeitraum um den Faktor acht zu. Die Folge: Im vergangenen Jahr stieg der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im Energiesektor erstmals seit 40 Jahren nicht an – und das trotz steigender Wirtschaftskraft und weiterhin wachsendem Energieverbrauch.

Digitalisierung und Dezentralisierung werden das globale Energiesystem der Zukunft kennzeichnen. Viele Millionen kleinerer und größerer Anlagen sind die Stromproduzenten der Zukunft. Auch die Energiearmut kann mit immer kostengünstigeren und dezentralen Ökostrom-Technologien verringert  werden. Angesichts der Energiewende-Dynamik in Ländern wie China oder den USA gefährde Deutschland seine langjährige Vorreiter-Rolle beim Aufbau eines neuen Energiesystems, so der Report. Treiber des globalen Wandels sind gewaltige Technologiesprünge und rasant fallende Preise. Beispiel Solarstrom: Der Preis für eine Kilowattstunde Sonnenenergie fiel in wenigen Jahrzehnten von einem Euro auf bis zu fünf Cent in sonnenreichen Staaten. In Zukunft könnte er auf zwei Cent sinken, prognostiziert das Fraunhofer Institut.

In Erwartung strengerer Klimavorgaben der Weltgemeinschaft ziehen immer mehr Investoren ihr Geld aus fossilen und atomaren Engagements ab. Jüngstes Beispiel ist der Abschied des weltgrößten staatlichen Pensionsfonds in Norwegen von Kohle-Investitionen. „Tempo und Ausmaß des Wandels sind überraschend und ermutigend. Die richtigen politischen Rahmenbedingungen waren für diese Entwicklung die Voraussetzung. Die Menschen wollen die Energiewende. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Wir brauchen eine anspruchsvolle Klimapolitik und eine starke politische Flankierung der Energiewende, um die gezeigten Trends zu verstärken und zu beschleunigen“, so Eberhard Brandes, Vorsitzender der Geschäftsführung des WWF.

„Wir befinden uns inmitten einer industriellen Revolution, die die Energiewirtschaft global auf den Kopf stellt. Ökostrom ist kein Luxusgut mehr, sondern wettbewerbsfähig für alle Menschen verfügbar. Nicht Konzerne, sondern Verbraucher gestalten die neue Energiewelt“, sagt Heiko von Tschischwitz, Gründer und CEO von LichtBlick. „Dank moderner IT können wir auf der Basis von vielen Millionen dezentralen Kraftwerken und Speichern ein deutlich kostengünstigeres und zuverlässigeres Energiesystem aufbauen als bislang auf der Basis von Kohle, Öl, Erdgas und Uran.“

Weitere Informationen:
Quelle:   Lichtblick 2015 | WWF 2015

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