Sonntag, 11. November 2018

Grosser Schritt vorwärts

Darauf hat die Solarwirtschaft lange gewartet! Das Bundesamt für Energie hat die Förderkontingente 2019 für Photovoltaik deutlich erhöht. Damit kann die Einmalvergütung, die rund einen Viertel der Kosten einer Anlage deckt, deutlich rascher als bisher ausbezahlt werden. So wird der Bau einer Solaranlage im Zusammenhang mit Eigenverbrauch wirtschaftlich richtig attraktiv - wie der Fachverband Swissolar in einer Medienmitteilung festhält.
 

Solarinvestitionen lohnen wieder,
besonders auch für Industrie
und Gewerbe (wie Bauernbetriebe).
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Zu Beginn dieses Jahres sind die neuen Fördermassnahmen für erneuerbare Energien in Umsetzung der Energiestrategie 2050 in Kraft getreten. Für die Photovoltaik bewirkten sie bisher nicht den dringend nötigen Schub (siehe auch Solarmedia vom 30.Oktober 2018). Hauptgrund für den fehlenden Schub waren die langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung durch die Förderstelle Pronovo. Besonders bei Grossanlagen mit über 100 Kilowatt Leistung, was Fläche von ca. 700 Quadratmetern entspricht, war Zurückhaltung bei Investoren angesichts Wartefrist von 6 Jahren zu spüren.

Der Fachverband Swissolar ist deshalb sehr zufrieden mit der in dieser Woche angekündigten Erhöhung der Kontingente durch das Bundesamt für Energie: 
  • Für Grossanlagen (>100 kW) wird die Wartezeit bis zur Zusage der Einmalvergütung mehr als halbiert und gemäss BFE auf unter 3 Jahre reduziert. Für den Baubeginn muss der Investor auch nicht auf eine  Zusage warten. 
  • Bei Kleinanlagen (2-99,9 kW) kann der Investor anmelden und sofort bauen. Die Auszahlung erfolgt gemäss BFE nach 1 ½ Jahren nach der Inbetriebnahme. Wenn der Investor sich mit der Förderung für 99,9 kW begnügt, darf er auch eine grössere Anlage im System der Kleinanlagen fördern lassen.
Dies macht den Bau von Photovoltaikanlagen noch attraktiver als bisher. Solarstrom vom eigenen Dach kostet bei Einfamilienhäusern rund 15 Rappen pro Kilowattstunde, bei Grossanlagen sogar nur etwa 10 Rappen. Das ist fast immer günstiger als Strom vom Netz und im Fall von Grossanlagen auch günstiger als Strom aus neuen Kraftwerken anderer Technologien. Die verkürzten Wartezeiten helfen das enorme Potenzial der Solarstromproduktion auf unseren Gebäuden rascher nutzbar zu machen. Allein auf den Dächern der Schweiz könnten gemäss Berechnungen des Bundesamts für Energie jährlich bis zu 50 Milliarden Kilowattstunden (85% des heutigen Stromverbrauchs) produziert werden. 

Ein grosses ungenutztes Potenzial für Solaranlagen sieht Swissolar insbesondere bei Industrie- und Gewerbebetrieben mit ihren grossen Dächern und hohem Stromverbrauch. „Eine solche Investition, unterstützt durch die Einmalvergütung, sorgt für sichere Erträge über eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren bei vernünftigen Renditen“, meint David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar. Interessant ist auch die seit Jahresbeginn bestehende Möglichkeit des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV): Mehrere Verbraucher, auch auf angrenzenden Grundstücken, können gemeinsam den Strom einer Solaranlage nutzen und damit den Eigenverbrauch erhöhen.

Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 700 Verbandsmitgliedern mit rund 6‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein. www.swissolar.ch

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Freitag, 9. November 2018

Abbau Wartelisten für PV kommt voran

Im laufenden Jahr konnten in der Schweiz insgesamt rund 8500 Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien neu gefördert werden. Dank steigender Strompreise und der ausreichenden Liquidität des Netzzuschlagsfonds stehen für das nächste Jahr mehr Mittel zur Verfügung. Damit werden die Wartelisten deutlich abgebaut und die Wartezeiten verkürzt. Auch bei den Investitionsbeiträgen für die Kleinwasserkraft können 2019 erheblich mehr Mittel gesprochen werden.

 

Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) bis 100 kW Leistung: Anfang 2018 befanden sich 15'000 Anlagen auf der Warteliste der KLEIV. Im Verlauf des Jahres wurden pro Monat durchschnittlich rund 700 PV-Anlagen neu angemeldet. Bis Ende des Jahres wird die KLEIV an rund 6'800 dieser Anlagen ausbezahlt, insgesamt 178 Millionen Franken.


Ausblick 2019: Bis Ende 2019 wird die KLEIV voraussichtlich für alle Anlagenbetreiber ausbezahlt, die ihr vollständiges Gesuch bis 30. Juni 2018 eingereicht haben. Das betrifft rund 13'500 Anlagen mit einer Leistung von etwa 260 MW. Die Wartezeit bis zur Auszahlung der KLEIV für Betreiber, die ihr Gesuch Ende 2018 einreichen, beträgt rund eineinhalb Jahre. Das Fördervolumen beträgt 100 Millionen Franken.

 

Einmalvergütung für grosse Photovoltaikanlagen (GREIV) ab 100 kW Leistung: Anfang 2018 befanden sich 4400 Anlagen auf der Warteliste der GREIV. Bis Ende des Jahres werden 292 Antragsteller eine GREIV-Zusicherung erhalten. Dies entspricht einem Fördervolumen von insgesamt 22 Millionen Franken.


Ausblick 2019: Bis Ende 2019 erhalten voraussichtlich alle Anlagenbetreiber eine GREIV-Zusicherung, die ihr Gesuch bis 30. September 2013 eingereicht hatten. Das betrifft rund 605 realisierte Anlagen mit einer Leistung von etwa 172 MW und 1073 nicht realisierte Anlagen mit einer Leistung von etwa 330 MW. Die Zusicherungen werden im ersten Quartal 2019 ausgestellt. Durch den beschleunigten Abbau kann die Wartefrist halbiert werden. Projektanten, die sich Ende 2018 für die GREIV anmelden, müssen voraussichtlich 2 bis 3 Jahre (bislang 6 Jahre) auf die Zusicherung warten. Das Fördervolumen beträgt 150 Millionen Franken.

 

Einspeisevergütung für Photovoltaik-, Wind-, Kleinwasserkraft-, Biomasse und Geothermie-Anlagen: 2018 wurden insgesamt 230 Anlagen in das Einspeisevergütungssystem aufgenommen. Bei den Photovoltaikanlagen wurde die Warteliste bis zu den Anlagen abgebaut, die sich bis und mit 11. Januar 2012 angemeldet hatten.


Ausblick 2019: Die steigenden Strommarktpreise ermöglichen einen wesentlichen Abbau der Warteliste. Baureife oder bereits realisierte Anlagen, welche die vollständigen Unterlagen bis zum 31. Dezember 2017 bei Swissgrid eingereicht hatten, werden im Juli 2019 in das Einspeisevergütungssystem aufgenommen. Es handelt sich dabei um 57 Biomasse-, 79 Kleinwasserkraft- und 2 Windkraftanlagen. Ebenfalls im Juli 2019 in das Einspeisevergütungssystem aufgenommen werden 222 Photovoltaikanlagen ab 100 kW (total 75 MW), die bis und mit 30. April 2012 angemeldet wurden und für die der Betreiber das Wahlrecht zugunsten der Einspeisevergütung ausgeübt hat. 

 

Investitionsbeiträge für Biomasse-Anlagen: Seit Anfang Jahr können Investitionsbeiträge für stromproduzierende Klärgas- und Kehrichtverbrennungsanlagen sowie für Holzkraftwerke beantragt werden. 2018 wurden bislang 18 Anträge gestellt, davon wurden bereits 10 Anträge im Umfang von 1,4 Millionen Franken positiv beurteilt.

 

Investitionsbeiträge für Kleinwasserkraft-Anlagen (300 kW bis 10 MW): Seit Anfang Jahr können Investitionsbeiträge für erheblich erweiterte und erneuerte Kleinwasserkraftwerke beantragt werden. 2018 wurden bislang 22 Anträge gestellt. Bis Ende des Jahres können voraussichtlich Zusicherungen in der Höhe von insgesamt rund 13 Millionen Franken erteilt werden. Das Fördervolumen 2019 wird auf 50 Millionen Franken erhöht, sodass die bereits eingereichten Anträge sowie die ab 2019 hinzukommenden Anträge berücksichtigt werden können.


Wie werden die Fördermassnahmen finanziert? Für die Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, Stromeffizienzmassnahmen und Gewässersanierungen bezahlen die Schweizer Stromkonsumentinnen und -konsumenten seit 1. Januar 2018 einen Netzzuschlag von 2,3 Rappen pro Kilowattstunde. Das Geld fliesst in den Netzzuschlagsfonds, aus dem verschiedene Fördermassnahmen finanziert werden (siehe Grafik in der Beilage). Die Höhe der Einspeisevergütung orientiert sich an den Produktionskosten der Anlagen. Bei tiefen Marktpreisen müssen daher mehr Fördermittel aufgewendet werden. Bei höheren Marktpreisen braucht es für die gleiche Anzahl von Anlagen weniger Fördermittel; entsprechend können mehr Anlagen gefördert werden.

Mittwoch, 7. November 2018

17-MW- Photovoltaik: Schwimmende Anlage in F

Trina Solar Limited, nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter von Gesamtlösungen für Solarenergie, hat 17 Megawatt Photovoltaik-Module für die größte schwimmende PV-Anlage in Europa geliefert. 
 
Das größte schwimmende
SolarkraftwerkEuropas
in Piolenc (F)  - Modell -
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Das PV-Projekt „O'MEGA 1" wurde von Akuo Energy entwickelt, Frankreichs führendem unabhängigen Erzeuger erneuerbarer Energie, der unter den spezifischen Vorgaben der französischen CRE4.1-Ausschreibung mit den Trina Solar Modulen mit niedriger CO2-Bilanz den Zuschlag erhalten konnte. Nach Inbetriebnahme wird das in Piolenc (Vaucluse) gelegene Solarkraftwerk zu 100% erneuerbare Energie liefern, deren Menge dem Energieverbrauch von mehr als 4.700 Haushalten entspricht. Die Anlage erstreckt sich über eine 17 Hektar große Fläche und wird ca. 11.100 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermeiden. 

 
„O'MEGA 1" wird von über 46.000 monokristallinen PERC-Doppelglas-Modulen TSM-DEG14.20(II) von Trina Solar mit niedriger CO2-Bilanz angetrieben. Das PV-Modul Duomax M Plus bietet eine hohe Ausgangsleistung für große Solarkraftwerke. Die herausragende Effizienz und hohe Leistungsdichte des Duomax M Plus Moduls, das mit der branchenweit führenden 1500 V UL/IEC-Zertifizierung verfügbar ist, sorgt für maximale Energieausbeute und ist beständig gegenüber schwierigen Umweltbedingungen. Seine langlebige Doppelglas-Struktur aus hochwertigem Solarglas und Einbettungsmaterial schützt die Solarzellen während der gesamten Lebensdauer vor starker Feuchtigkeit und verhindert Verluste durch PID (potenzialinduzierte Degradation).

 
Eric Scotto, Präsident und Mitgründer von Akuo Energy, resümiert: „O'MEGA 1 bedeutet für Akuo Energy mehrere Premieren: Erstens ist es das erste schwimmende Solarkraftwerk in Frankreich. Zweitens öffnet die Gruppe zum ersten Mal das Projektkapital für Einzelpersonen. Und drittens existiert eine gemeinsame, erste Bankfinanzierung für ein schwimmendes Solarprojekt. Mit diesem Gesellschaftsprojekt treiben wir als globaler Akteur die Energiewende voran und hoffen, diese Anlage zu einem Modell zu machen, dem weitere folgen werden. Wir sind sehr stolz auf den Verbund mit all diesen Mitwirkenden, die dies zu einem beispielhaften und inspirierenden Projekt machen.“
 

Gonzalo de la Viña, Leiter des europäischen Modulgeschäfts bei Trina Solar, fügt hinzu: „Für uns ist es eine Ehre, von Akuo für das größte schwimmende Solarsystem in Europa ausgewählt worden zu sein. Dieses Projekt, das unter den spezifischen Vorgaben der französischen CRE4.1 Ausschreibung entwickelt wurde, nutzt eine konkurrenzfähige technische und wirtschaftliche Lösung, die auf unseren monokristallinen PERC-Doppelglas-Modulen mit niedriger CO2-Bilanz in Kombination mit einer Schwimmkonstruktion von Ciel et Terre basiert. Wir sind optimistisch, dass dieses Projekt die Türen für die Entwicklung schwimmender PV-Projekte in ganz Frankreich und Europa öffnen wird.“

Über Trina Solar
Trina Solar ist ein weltweit führender Anbieter von Gesamtlösungen für Solarenergie. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und entwickelt heute eigene, intelligente PV-Lösungen für Großanlagen sowie gewerbliche und private Anwendungen, Energiespeichersysteme und Photovoltaikmodule. Als weltweit führender Anbieter von integrierten Solarenergielösungen geht Trina Solar bei der Transformation zu einer Marke in der Welt des Energie-IoT (Internet der Dinge) voran und hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem neuen und aufstrebenden Sektor weltweit führend zu werden. Weitere Informationen unter: http://www.trinasolar.com.

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Montag, 5. November 2018

Totalp - Sonnenstrom aus Bergen - so geht's



So funktioniert die EKZ-Testanlage bei Davos - Solarmedia hat bereits berichtet, siehe hier > Damit bestätigt sich: In den Bergen lässt sich auch in den kürzeren Wintertagen mit Photovoltaik (PV) viel Strom produzieren.

Quelle: EKZ 

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Samstag, 3. November 2018

Deutschland's PV wieder mal zurückgebunden

Die deutsche Solarwirtschaft kritisiert heftig die geplanten Einschnitte bei der Photovoltaik-Förderung. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) übt konkret scharfe Kritik an den jüngsten Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die Förderung neuer Solarstromanlagen auf Gebäuden auf einen Schlag um rund 20 Prozent zu kürzen. 

Die jüngsten Kürzungspläne gehen aus dem diese Woche  vorgelegten Referentenentwurf des Energiesammelgesetzes hervor. Sie sollen bereits zum Jahreswechsel 2019 in Kraft treten. Für Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), sind die Kürzungspläne überzogen und nicht nachvollziehbar: "Die geplanten Einschnitte bei der Solarenergie sind ein Anschlag auf die Energiewende. Eine so hohe Förderkürzung mit so kurzer Vorwarnung greift tief in die Planungssicherheit der Handwerksbetriebe ein. Viele Vertragsverpflichtungen und Finanzierungen werden sich nicht mehr erfüllen lassen. Das könnte in Einzelfällen bis zur Insolvenz von Installationsbetrieben führen." Der BSW fordert, die Förderkürzung im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens zeitlich zu verschieben und zu strecken, um den Vertrauensschutz der Branche zu sichern.

Überdies setzt die Bundesregierung nach Einschätzung des BSW mit der Förderkürzung einmal mehr das völlig falsche Signal. "Die geplanten Einschnitte treffen einen der wichtigsten Motoren der Energiewende: Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, die oft von Bürgerhand und vom Mittelstand bezahlt und installiert werden. Eine zentralisierte Energiewende wird aber schon an der fehlenden Akzeptanz scheitern. Unter diesen Vorzeichen wird weder ein Ausstiegspfad aus der Kohleverbrennung noch eine Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien zu machen sein", so Körnig. 

Rund die Hälfte der jährlich neu installierten PV-Leistung ist von den nun geplanten Förderkürzungen betroffen, das PV-Anlagensegment mit einer Leistungsspanne von 40 bis 750 Kilowattpeak auf Gebäuden. Die in den letzten Monaten verzeichnete erfreuliche Marktentwicklung genau dieses Marktsegments sorgte nach Daten der Bundesnetzagentur erst dafür, dass 2018 das erste Mal seit fünf Jahren das – ohnehin niedrige - Zubauziel der Bundesregierung erreicht werden dürfte. Körnig: „Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen!" 

Der BSW weist zudem darauf hin, dass sich eine maßvolle Anpassung der Solarstromvergütung für neue Solarstromanlagen in den nächsten Monaten durch den in §49 EEG geregelten atmenden Degressionsmechanismus von selbst ergeben hätte. Deutschland wird seine Klimaschutzziele nur erreichen und Strafzahlungen für zu hohe CO2-Emissionen nur vermeiden können, wenn die Bundesregierung den Photovoltaikausbau nicht nur auf Freiflächen, sondern auch auf Gebäuden deutlich erhöht. Körnig: "Überzogene Fördereinschnitte stehen diesem Ziel ebenso im Wege wie der 52-Gigawatt-Förderdeckel, der spätestens im Verlauf des Jahres 2020 erreicht werden dürfte. Die Bundesregierung kann nicht auf der einen Seite den Eigenverbrauch und die Direktversorgung mit Solarstrom unter anderem durch die anteilige EEG-Umlage weiterhin massiv behindern und andererseits noch erforderliche EEG-Marktprämien zu schnell kappen." 

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft (BSW)

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Freitag, 2. November 2018

Sonne gewinnt - Solarzeitalter beginnt

Wer heute noch in Kohle, Gas oder Öl investiert, geht ein immer größeres Risiko ein. Seit etwa fünf Jahren wird weltweit mehr Geld in erneuerbare Energieträger gesteckt als in die alten fossil-atomaren Energien. Die Relation 2017: 280 Milliarden Dollar in Öko-Energien und noch 230 Milliarden in die alten Energien. Ein Kommentar von Franz Alt.

Eine neue Studie sagt sogar voraus, dass die alten Energieträger zur Gefahr für die Weltwirtschaft werden und eine neue Weltwirtschaftskrise heraufbeschwören, wenn Staaten und Firmen nicht rechtzeitig umdenken und um handeln.

Die Expertengruppe Carbon Tracker: Billionen von Dollar werden noch immer in die falsche Energievergangenheit investiert und damit zur Gefahr einer weltweiten Wirtschaftskrise. Alte Energiesysteme sind die Industrieruinen von morgen. Aber Sonne und Wind seien bereits heute konkurrenzlos preiswert und werden immer preisgünstiger.  Die Energiewende werde schneller kommen als die alten Energieexperten es erwarten, so die neue Studie.

Sonne und Wind schicken keine Rechnung: Das Papier „2020 Vision“ von Carbon Tracker sagt voraus, dass durch die Fehlinvestitionen die nächste Weltwirtschaftskrise ausgelöst werden könne. Der Siegeszug der erneuerbaren Energien sei nicht mehr aufzuhalten. Vor allem die riesigen Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien decken ihren wachsenden Energiebedarf  mit erneuerbaren Energien – einfach deshalb weil diese schon heute – und erst recht morgen – konkurrenzlos billig sein werden. Ursache: Sonne und Wind schicken keine Rechnung – es sind Geschenke des Himmels. Und sie verursachen so gut wie keine Folgekosten.

Der Siegeszug der Erneuerbaren passiere weniger aus ökologischen, sondern aus ökonomischen Gründen. Auch die Umstellung von Pferdedroschken auf Autos sei bereits vor 100 Jahren weit schneller erfolgt als von den damaligen Experten vorausgesagt. Ebenso sei es bei der Umstellung vom Telefonfestnetz aufs Mobiltelefon gekommen. Im Internet- und Digital-Zeitalter werde die Umstellung vom alten Energiesystem auf 100% erneuerbare Energien noch schneller geschehen.

Der Druck auf alle Regierungen der Welt auf saubere Luft, trinkbares Wasser sowie fruchtbare Böden und preiswerte, saubere und bezahlbare  Energie wächst weltweit. Wer in dieser Situation noch immer auf alte dreckige und teure Energie setze und in diese investiere, werde sein Geld verlieren, so die Carbon Tracker-Studie.

Diese Prophezeiung wagte der Solarpionier Hermann Scheer schon vor 25 Jahren als erster oder vor kurzem auch der Silicon Valley-Unternehmer Tony Seba in seinem Buch „Saubere Revolution 2030“. In den alten Energieträgern stecken etwa 25 Billionen Dollar Kapital, das sind 25.000 Milliarden Dollar. Ihr baldiger Wertverlust kann tatsächlich in eine Weltwirtschaftskrise führen.

Das gilt zum Beispiel für Länder wie Kuweit, Saudi-Arabien, Irak, Venezuela oder auch Russland. Irak hängt zu 42% seiner Wirtschaftskraft vom Öl ab, Saudi-Arabien zu 27% , Russland zu 10%. Nicht zufällig plant Saudi-Arabien das größte Solarkraftwerk der Welt mit einer Leistung von 80 Atomkraftwerken zum Preis von einem Cent die Kilowattstunde Solarstrom.

Staaten und Firmen, welche diese Entwicklung  hin zu 100% erneuerbare Energien verschlafen, sind die Verlierer von morgen  bei dieser unaufhaltsamen Transformation. Erneuerbare Energien sind der Megatrend von heute und erst recht von morgen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – oder die Sonne. Diese ökologische Revolution ist mehr als eine technische – sie ist zugleich eine gesellschaftliche und eine ethische Revolution. Die Sonne gewinnt, das Solarzeitalter beginnt. Es gibt ein Menschenrecht auf Sonne.

Quelle:   Franz Alt 2018 / sonnenseite.com

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