Sonntag, 20. April 2014

Direkter Draht zum Himmel

Kirchen betreiben in Deutschland bereits rund 2.000 Solaranlagen. Religionsübergreifend erfreut sich Solarenergie immer größerer Beliebtheit.

Kirchen besitzen häufig ideale Bedingungen für die Nutzung der Solarenergie. Sie stehen meist frei und unverbaut und verfügen über große sonnenbschienene ungenutzte Dächer. Nach Schätzungen des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) nutzen bereits über 2.000 kirchliche Einrichtungen in Deutschland Solarenergie zur Strom- oder Wärmegewinnung und setzen damit ein weit sichtbares Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung. Auch der Denkmalschutz ist hierbei meist kein Hindernis mehr. Beim Ersetzen maroder Kirchendächer kann der Einbau einer Solaranlage oft denkmalfreundlich gestaltet werden.

Vereinzelt auch in der Scheiz: Die auf Planung, Bau und Unterhalt spezialisierte Firma Solvatec baute für die röm.-kath. Kirchgemeinde Ettingen eine Solaranlage. Mit dem Bau ging eine insgesamt einjährige Planungsperiode zu Ende, in der die beteiligten Partner gemäss einer Medienmitteilung eine sehr gute Lösung für alle Parteien gefunden hatten. Das Ergebnis ist auch ein Zeichen dafür, dass viele Dächer für einen Beitrag an der Energiewende geeignet sind. Die Anlage verfügt über eine Leistung  von 60 KWp, die Module sind 231 Jasolar Black/Black 260Wp Einheiten, erwartet wird ein Stromertrag von 57'000 KWh (Quelle: Solvatec 30.4.13).

In Deutschland erfreut sich Solarenergie religionsübergreifend immer größerer Beliebtheit. So wurden zum Beispiel mit Hilfe evangelischer und diakonischer Solarfonds in den letzten Jahren zahlreiche Solaranlagen auf kirchlichen Einrichtungen Bayerns errichtet. Das kirchliche Umweltengagement reicht weit zurück. So wurde der Magedeburger Dom bereits 1990 mit Solarzellen ausgestattet. 1999 bis Ende 2001 beflügelte ein eigenes Förderprogramm „Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“ den Bau von Solaranlagen auf Kirchendächern. Im Rahmen des Programms der Bundesstiftung Umwelt wurden 463 Solarprojekte durch die evangelische Kirche und 251 Solarvorhaben durch die katholische Kirche realisiert.

Der Vatikan selbst betreibt seit 2008 Solarstromanlagen. Auch in anderen Kontinenten hat das Solarzeitalter inzwischen begonnen. So hat beispielsweise das marokkanische Ministerium für Islamische Angelegenheiten einem Bericht des Nachrichtenportals „Afriscoop“ zufolge jüngst den Bau von Photovoltaiksystemen auf den 15.000 Moscheen des Landes ins Auge gefasst, um den Energieverbrauch der Gebäude um bis zu 40 Prozent zu senken.

„Religionsgemeinschaften weltweit vereint ihr besonderes Verantwortungsbewußtsein für unseren Planeten. Sie nutzen zunehmend ihren direkten Draht zum Himmel, um Vorbild zu sein und den Weg in eine lebenswerte Zukunft zu weisen. Die jüngsten Berichte des Weltklimarats zeigen einmal mehr, wie dringlich es ist, die Energiewende jetzt mit nochmehr Nachdruck und Konsequenz voranzutreiben“, meint Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Auch der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu forderte jüngst den schnelleren Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung und eine konsequentere Förderung der Erneuerbarer Energien.

Der Online-Ratgeber www.solartechnikberater.de und www.die-sonne-speichern.de berät Sie kostenfrei rund um das Thema Solartechnik. Im Rahmen der „Woche der Sonne“ vom 9.-18. Mai informiert der Solarverband gemeinsam mit zahlreichen anderen Verbänden wie der Deutschen Umwelthilfe und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund bundesweit in rd. 4500 Veranstaltungen über die vielfältigen Möglichkeiten der Solarenergie-Nutzung.

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Donnerstag, 17. April 2014

Klimaschutz mit EE am günstigsten

Der Thinktank Agora Energiewende vergleicht Kosten CO2-freier Stromerzeugung in Europa: Strom aus Wind und Sonne und damit aus rein Erneuerbaren Energien (EE) ist demnach schon heute billiger als Atomstrom – selbst mit Reservekraftwerken.

In zwei Jahrzehnten Technologieentwicklung sind die Kosten für Strom aus Windkraft und Photovoltaik drastisch gesunken. Die Vergütungssätze für Solaranlagen in Deutschland sind alleine in den vergangenen fünf Jahren um etwa 80 Prozent gefallen. Doch wie wettbewerbsfähig sind Wind- und Solaranlagen im Vergleich zu andern CO2-freien Technologien? Welche Rolle können Erneuerbare im Rahmen von CO2-Vermeidungsstrategien spielen, wenn neben dem Umweltschutz auch die Kosteneffizienz in den Vordergrund rückt? 

„Neue Wind- und Solarstromanlagen können Strom um bis zu 50 Prozent günstiger herstellen als neue Atomkraftwerke“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. So lautet das Ergebnis von Analysen der Prognos AG für die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragenen Denkfabrik. Die Analysen basieren auf den Vergütungssätzen für neue Atomkraftwerke in England sowie auf den Vergütungssätzen für Ökostrom gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz in Deutschland. 

Ebenso wie Atomenergie ist auch die in Europa nicht kommerziell verfügbare Technologie des „Carbon Capture and Storage“ – die unterirdische Einlagerung von Kohlendioxid – eine teurere Variante des Klimaschutzes als die Stromproduktion aus Wind und Sonne. 

Neben den Kosten der Stromerzeugung wurden in der Studie auch die Kosten für ein Stromerzeugungssystem abgeschätzt, in dem die wetterabhängige Einspeisung aus Wind- und Sonne durch gasbetriebene Reservekraftwerke ausgeglichen wird. Dabei zeigt sich, dass eine verlässliche Stromversorgung durch Wind- und Sonnenkraftwerke kombiniert mit Gaskraftwerken um 20 Prozent günstiger ist als eine Stromversorgung, die auf Atomkraft basiert.   „Der Wettbewerb um die kostengünstigste CO2-freie Stromerzeugung ist entschieden“, sagt Graichen. „Wind- und Sonnenenergie werden in Zukunft in immer mehr Ländern der Welt das Stromsystem prägen. Deutschland kann ‑ gemeinsam mit anderen Vorreiterregionen ‑ als Labor der Welt zeigen, wie sich eine stabile und günstige Stromversorgung auf Basis von Wind- und Solarenergie aufbauen lässt.“

Quelle: Agora Energiewende

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Mittwoch, 16. April 2014

Anzeigeverfahren statt Bewilligung

Am 1. Mai treten das revidierte Raumplanungsgesetz und die dazugehörige Verordnung in Kraft. Damit braucht es für „genügend angepasste“ Solaranlagen statt einer Baubewilligung nur noch das Anzeigeverfahren. Unklar ist, ob diese neue Regelung sofort umgesetzt wird.

Swissolar geht laut einer Medienmitteilung und nach Rücksprache mit Juristen davon aus, dass die Regelung ab sofort gilt. Der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie empfiehlt für Projekte, die den Anforderungen der Verordnung entsprechen, bei der zuständigen kommunalen Behörde eine Bauanzeige einzureichen. Der Anzeige sollten die Belege beigefügt werden, die aufzeigen, dass die geltenden Anforderungen gem. RPV Art. 32a und b erfüllt sind (RPV, prov. Fassung). Eine genügende Frist bis zum Baubeginn (zum Beispiel 30 Tage) sollte eingehalten werden. Nicht auszuschliessen ist allerdings, dass einzelne Behörden in der Anfangsphase ein solches Vorgehen nicht akzeptieren.


Quelle: Swissolar

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Grösster Batteriespeicher Europas

Der größte kommerzielle Batteriespeicher Europas befindet sich kurz vor der Fertigstellung. Seit September 2013 lässt der kommunale Energieversorger Wemag in Schwerin Lankow vom Berliner Unternehmen Younicos den 5MW/5MWh-Batteriespeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Akkus errichten. 

Im März erfolgte nach Angaben der Wemag die Lieferung und Installation der Mittelspannungs-Transformatoren und -Schaltanlage. Seit der zweiten Aprilwoche werden die 25.600 Akkuzellen eingebracht. Die Lithium-Manganoxid-Zellen stammen vom südkoreanischen Hersteller Samsung SDI. Das Unternehmen schickte koreanische Mitarbeiter, die eine  Eingangsprüfung durchführen und die Installation der 1.600 Trays überwachen. Diese enthalten je 16 einzelne Akkus. Anschließend erfolgt die Verkabelung der Kommunikationsmodule, bevor die Elemente elektrisch verschaltet werden. 

Der Netzanschluss wird noch vor Ostern realisiert, mit einem ersten Betriebstest der Anlage wird Ende Mai gerechnet. „Wir hoffen auf eine störungsfreie Erprobungsphase, nachdem das Projekt bislang sehr gut im Zeitplan liegt,“ so Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG. Er dankte dem Projektpartner Younicos für die bisherige reibungslose Zusammenarbeit. Die Spezialisten für intelligente Netzspeicher errichten die Anlage schlüsselfertig für die WEMAG.
 
Das Batteriekraftwerk mit einer Leistung von 5 MW soll das Stromnetz stabilisieren,
auch bei schwankender Einspeisung erneuerbarer Energien. Die Akkus liefern ihre Leistung innerhalb von Sekundenbruchteilen und stellen damit das Regelpotenzial einer konventionellen 50 MW Turbine bereit. Dadurch wird Kapazität frei, die für Strom aus Wind und Sonne genutzt werden kann. Das ist das Ziel der Speicherexperten von Younicos, die weltweit mehrere derartige Akkuspeicher errichten. “Leistungsfähige und intelligente Speicher wie der Wemag-Batteriepark sind der Schlüssel zu einem effizienterem, grünerem und wirtschaftlichen Energiesystem. Nur so können wir das alte, fossile nukleare System in dem Maße kleiner machen, wie das neue, erneuerbare und dezentrale System wächst,” erklärt Clemens Triebel, technischer Vorstand Younicos.

Der Schweriner Batteriespeicher soll trotz seines Pilotcharakters wirtschaftlich betrieben werden. „Nach der Anschubfinanzierung durch das Innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums in Höhe von 1,3 Mio. Euro wird der Großspeicher sein Geld am Primärregelenergiemarkt verdienen“, erklärte Pätzold. Die dafür notwendige Prüfung durch den Netzbetreiber 50 Hertz Transmission – die sogenannte Präqualifikation – ist für den Sommer geplant. Die feierliche Inbetriebnahme des Batteriespeichers soll im August oder September erfolgen. 


Quelle:Wemag

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Dienstag, 15. April 2014

Sonnenenergie spart CO2

Sonnenstrom und Solarwärme vermeiden in Deutschland den CO2-Ausstoß von zehn Millionen Mittelklasse-Personenwagen. Der Klimaschützer Solarenergie darf deshalb in den Augen des Bundesverbands Solarwirtschaft nicht ausbremst werden.

Die inzwischen 3,3 Millionen Solaranlagen zur Strom- und Wärmeproduktion sparten im vergangenen Jahr in Deutschland rund 22 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid ein. Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresausstoß von mehr als zehn Millionen Mittelklasse-PKWs. Weltweit sorgte die Solarenergie im vergangenen Jahr dafür, dass der CO2-Ausstoß sogar um mehr als 140 Millionen Tonnen reduziert werden konnte.

„Wer die Bekämpfung des Klimawandels ernst nimmt, kommt an der Solarenergie nicht vorbei“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). „Nur wenn wir konsequent auf Erneuerbare Energien setzen, sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Wärmeversorgung, können wir den Treibhauseffekt eindämmen und die schlimmsten Folgen des Klimawandels abwenden.“ 

Deutsche Privathaushalte verbrauchen den Großteil ihrer Energie für Heizung und Warmwasserbereitung. In den allermeisten Fällen kommen dabei noch fossile Brennstoffe zum Einsatz, entsprechend hoch sind die klimaschädlichen Emissionen. Durch den Umstieg auf solare Wärme können diese Treibhausgase vermieden werden. Und auch bei der Stromerzeugung, sowohl im privaten als auch im gewerblichen und industriellen Bereich, ist das Einsparpotenzial der Solarenergie nach wie vor riesig.

„Der Bericht des Weltklimarates führt uns einmal mehr deutlich vor Augen, dass wir so schnell wie möglich aus den fossilen Energien aussteigen wollen. Privathaushalte, Handel, Gewerbe und Industrie müssen innerhalb der nächsten Jahrzehnte weitgehend emissionsfrei werden“, fordert Körnig weiter. Mit den richtigen politischen Vorgaben sowie einer gerechten Kostenverteilung sei dieses Ziel durchaus erreichbar. 

„Die aktuellen energiepolitischen Pläne der Bundesregierung führen in die falsche Richtung. Wenn die Verursacher des Klimawandels weiter entlastet, Klimaschützer dagegen zur Kasse gebeten werden, können wir die Energiewende nicht schaffen.“ Im Rahmen der aktuellen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist vorgesehen, industrielle Verursacher des Treibhauseffekts weitgehend von den Kosten der Energiewende zu befreien. Gleichzeitig soll die Mehrzahl künftiger Betreiber von Solarstromanlagen eine Abgabe auf solaren Eigenverbrauch zahlen. Der BSW-Solar will gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband gegen dieses Vorhaben vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. 

Montag, 14. April 2014

1 Milliarde Solardächer !

Weltweit gibt es schätzungsweise eine Milliarde Häuser und Fabriken und deshalb eine Milliarde mal die Möglichkeit, auf diesen Dächern mit Hilfe der Sonne Strom und/oder Wärme zu erzeugen. Ein Blick auf Goggle Earth und sofort wird einem klar, welche Potentiale noch brachliegen. Der Forschungsdirektor des Instituts für Nachhaltigkeitspolitik in Tokio, Dr. Eric Martinot, hat dazu einen Aufruf gestartet: „No rooftop left behind“ – „Kein Dach ungenutzt lassen“. Ein Aufruf des deutschen Energiepublizisten Franz Alt.

Schon heute wird Solarstrom auf etwa 20 Millionen Dächern – vor allem in Deutschland, Japan, Korea und Kalifornien – gewonnen und solare Wärme auf circa 90 Millionen – hauptsächlich in China. Die Zahlen machen deutlich, wie viel Potential noch ungenutzt ist, mehr als 90%. Die meisten Häuser stehen noch immer völlig umsonst in der Gegend herum und verbrauchen teure und wertvolle, aber umweltschädliche oder gefährliche Rohstoffe. Dabei scheint die Sonne auf fast jedes Dach dieser Welt. 

„Kein Dach ungenutzt lassen“ sollte zum Motto eines weltweiten solaren Zeitalters werden. Jedes Gebäude ein Solarkraftwerk. So verbreitete die UBS-Bank schon 2013 diese Vision: „Bis zum Ende dieses Jahrzehnts kann in Deutschland, Spanien, und Italien jedes Haus und jede Fabrik eine Solaranlage auf ihrem Dach haben.“ 

In den letzten zehn Jahren hat sich der PV-Markt weltweit vervierzigfacht. Warum sollte er das in den nächsten zehn Jahren nicht nochmal tun? Allein 2013 sind global Solarkraftwerke mit 37.000 Megawatt Nennleistung aufgestellt worden. Dies ist ein neuer Jahresrekord.  2011 betrug der Zubau 30,2 Gigawatt und 2012  29,9 Gigawatt.
Insgesamt sind jetzt 137 Gigawatt Solarstrom-Kapazität installiert. Die Massenproduktion hat den Solastrom bald konkurrenzlos preiswert gemacht. Mussten im Jahr 2.000 pro KWh Solarstrom noch 70 Cent aufgewendet werden, so kann er heute in Deutschland für acht bis neun Cent und in Chile oder Nordafrika bereits für unter fünf Cent produziert werden. Welch eine Entwicklungschance für die heute noch armen Länder.

Bisher war Europa der größte PV-Markt, jetzt ist es Asien. In Europa wurden 2013 noch immer in Deutschland die meisten Solarstrom-Anlagen aufgestellt, obwohl der Markt hier gegenüber 2012 um über die Hälfte einbrach. Es folgen: Italien, Großbritannien, Rumänien und Griechenland.  „Kein Dach ungenutzt lassen“ – welch ein Geschäftsmodell für die Zukunft! Die meisten Dächer warten noch immer auf eine solare Strom- und Wärmeversorgung. Daran wird schon deshalb kein Weg vorbeiführen, weil Kohle, Gas, Öl und Uran endlich sind, in den nächsten Jahrzehnten zu Ende gehen und schon deshalb immer teurer werden, die Sonne aber noch über vier Milliarden Jahre scheint, kostenlos und umweltfreundlich. Und fast an jeden Ort auf dieser Welt. Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel.

© Franz Alt / sonnenseite.com

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Sonntag, 13. April 2014

Klimaschutz bring's

Der neue IPCC-Bericht zeigt, wie wichtig zügiger Abschluss eines globalen Klimaabkommens ist. Als ermutigendes Startsignal zum entschiedenen Handeln bezeichnen Germanwatch und Brot für die Welt den am Sonntag erschienenen dritten Teil des 5. Weltklimaberichts (IPCC-AR5-Report).

"Die Wissenschaft hat umfassend dargelegt, dass die Mittel und Möglichkeiten vorhanden sind, die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen", sagt Sabine Minninger, Klimareferentin bei Brot für die Welt.

Der dirtte Teil des Fünften IPCC-Sachstandsbericht wurde vom 7. bis 11. April 2014 in Berlin verabschiedet. Der Bericht zeigt ökonomische, technologische und politische Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels auf. © de-ipcc.de





Lutz Weischer, Teamleiter Internationale Klimapolitik bei Germanwatch, ergänzt: "Der IPCC-Bericht unterstreicht, dass gute Chancen zum Einhalten des Zwei-Grad-Limits nur bestehen, wenn in den kommenden Jahren mit dem Umsteuern ernst gemacht wird. Die Rahmenbedingungen dafür müssen die Regierungen bis zum Weltklimagipfel in Paris Ende nächsten Jahres schaffen."

Dies sei zum einen notwendig, um einen gefährlichen Klimawandel mit unkalkulierbaren Risiken zu verhindern. Zum anderen sei es aber auch ökonomisch geboten, da jede Verzögerung den Klimaschutz teurer mache. Zudem lege der Bericht dar, dass Energiesicherheit und verbesserte Luftqualität mit erneuerbaren Energien erheblich kostengünstiger zu erreichen seien als beim Festhalten an fossiler Energieerzeugung.

"Der IPCC-Bericht zeigt, dass Klimaschutz nicht nur viele Risiken entschärft, sondern auch große wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt", so Lutz Weischer. "Erneuerbare Energien werden immer kostengünstiger und leistungsfähiger. Gleichzeitig dürfen die bekannten Vorkommen fossiler Brennstoffe nicht mehr verbrannt werden, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Die klare Botschaft an die Finanz- und Energiebranche lautet also: Wer weiterhin in fossile Industrien investiert, geht hohe Risiken ein. Dieses Geschäftsmodell steht zunehmend auf dem Prüfstand."

Sabine Minninger fügt an: „Der Bericht belegt, dass ein fundamentaler Wechsel der Energiesysteme notwendig ist. Die Entwicklungsländer müssen von den Industrieländern dabei unterstützt werden, einen kohlenstoffarmen Entwicklungspfad einzuschlagen und die Nutzung von erneuerbaren Energien auszubauen. Die Finanzierung von Kohlekraftwerken durch die deutsche staatliche KfW-Bank im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit wirkt dagegen kontraproduktiv. Die Signale aus der deutschen Politik für einen Ausstieg der KfW aus der Kohleförderung sind vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Berichts ein überfälliges Zeichen für eine glaubwürdige Klimapolitik.“