Samstag, 29. November 2014

18 Milliarden CHF für das Stromnetz

Der Bundesrat hat die Gesetzesvorlage zur Strategie Stromnetze in die Vernehmlassung geschickt. Die Vorlage sieht Änderungen des Elektrizitätsgesetzes und des Stromversorgungsgesetzes vor, welche die Rahmenbedingungen für die bedarfs- und zeitgerechte Entwicklung der schweizerischen Stromnetze schaffen sollen. Die Vernehmlassung dauert bis 16. März 2015.

Am 14. Juni 2013 verabschiedete der Bundesrat das Detailkonzept zur Strategie Stromnetze und beschloss, die Strategie Stromnetze gesetzlich zu verankern. Er beauftragte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), bis Herbst 2014 eine Vernehmlassungsvorlage zu erarbeiten. Diese schickt der Bundesrat nun in die Vernehmlassung.

Vorgesehen sind Teilrevisionen des Elektrizitätsgesetzes (EleG) und des Stromversorgungsgesetzes (StromVG), mit denen verbindliche Vorgaben für die Planung und die Prozesse der Netzentwicklung sowie für den Einbezug der Betroffenen festgelegt werden. Die Strategie Stromnetze ist Teil der Energiestrategie 2050. Sie ist aber auch unabhängig von deren Umsetzung notwendig, weil in der teils über 40 Jahre alten Netzinfrastruktur bereits heute Engpässe bestehen. Für den notwendigen Um- und Ausbau des Netzes sowie für die Entscheidungsfindung ,Kabel oder Freileitung" müssen klare Vorgaben definiert werden. Vier Kernpunkte:
 
1. Vorgaben für die Bedarfsermittlung des Um- und Ausbaus des Schweizer Stromnetzes
Der Prozess der Netzentwicklung wird besser strukturiert. Er umfasst neu die Erarbeitung und Verabschiedung eines energiewirtschaftlichen Szenariorahmens. Durch die Vorab-Bestätigung des Bedarfs für Leitungsprojekte (Mehrjahrespläne) durch die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) wird die Ermittlung des Ausbaubedarfs nachvollziehbarer und transparenter. Weiter beinhaltet die Strategie Stromnetze die Verpflichtung der Netzbetreiber und Behörden zur Koordination sowie Planungsgrundsätze für Netzbetreiber.

2. Optimierung der Bewilligungsverfahren
Die Strategie Stromnetze beinhaltet Regelungen zur räumlichen Koordination. Zudem soll es neu möglich werden, verwaltungsexterne Personen mit der Durchführung von Plangenehmigungsverfahren zu beauftragen sowie auf Antrag des Netzbetreibers Projektierungszonen und Baulinien festzulegen. Ergänzend zu den im ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 definierten Massnahmen zur Beschleunigung der Bewilligungsverfahren (Ordnungsfristen, Verkürzung Rechtsmittelverfahren) sind zudem weitere Massnahmen vorgesehen, die keine Gesetzesänderung bedingen. Dazu gehört die Verbesserung des Verfahrensmanagements, mit dem in den einzelnen Prozessschritten Zeit gewonnen werden kann.

3. Kriterien und Vorgaben für Entscheidungsfindung ,Kabel oder Freileitung"
Die Entscheidungsfindung, welche Übertragungstechnologie angewendet werden soll, wird verbessert. Die Entscheidungskriterien für Übertragungsleitungen (Netzebene 1) werden verbindlich festgelegt sowie ein Mehrkostenfaktor (Mehrkosten gegenüber einer Freileitung) auf Netzebene 3 und darunter eingeführt. Stromleitungen auf Verteilnetzebene (Netzebene 3, 5 und 7) sind grundsätzlich als Erdkabel auszuführen, sofern nicht definierte Ausnahmeregelungen zur Anwendung kommen.

4. Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkungsmöglichkeiten
Das Bundesamt für Energie wird verpflichtet, die Öffentlichkeit vermehrt über die wichtigen nationalen Aspekte der Netzentwicklung und die Möglichkeiten zur Mitwirkung in Verfahren zu informieren. Die Kantone sollen zukünftig über die wichtigen regionalen Aspekte der Netzentwicklung in ihrem Kantonsgebiet informieren und die nationale Netzgesellschaft über die Begründung und den Stand der Projekte sowie deren Bedeutung für die Stromversorgung. Damit soll die Transparenz verbessert und die Akzeptanz von Leitungsbauprojekten gefördert werden.

Die Vernehmlassung dauert bis 16. März 2015. Stellungnahmen sind dem Bundesamt für Energie (Vernehmlassung Strategie Stromnetze, Postfach, 3003 Bern) zuzustellen.

Vernehmlassungsvorlage Strategie Stromnetze

Anpassungen von Gesetzen

- Elektrizitätsgesetz (EleG; SR 734.0)
- Stromversorgungsgesetz (StromVG; SR 734.71)

Vernehmlassungsunterlagen

- Vorlage (Gesetzestexte)
- Erläuternder Bericht
-Fragenkatalog

Berichte und Studien
- Strategie Stromnetze; Detailkonzept im Rahmen der Energiestrategie 2050
- Grundlagen für eine Berechnungsmethode zum Kostenvergleich zwischen Kabeln und Freileitungen sowie zur Festlegung eines Mehrkostenfaktors, BFE, Consentec GmbH
- Anforderungen an einen energiewirtschaftlichen Szenariorahmen für die Netzplanung in der Schweiz, BFE, Deutsche Energie-Agentur (dena)
- Vertiefungsstudie zur Strategie Stromnetze im Hinblick auf die Erarbeitung einer Vernehmlassungsvorlage, BFE, e-netz ag, Fichtner Management Consulting AG
- Mitwirkung, Information und Kommunikation im Bereich Stromnetze, BFE, geelhaarconsulting gmbh, cR Kommunikation AG
- Analyse betreffend Hauptstossrichtungen zur Verfahrensbeschleunigung, BFE, Baur Hürlimann AG

Freitag, 28. November 2014

Schadstoffe under Control

Solarenergie aus Photovoltaikanlagen gilt eigentlich als umweltfreundlich. Doch die meisten Photovoltaik-Module enthalten Schadstoffe, darunter Cadmium und Blei. Diese können bei der Entsorgung in den Boden oder das Grundwasser gelangen. Wissenschaftler der Universität Stuttgart untersuchen nun, auf welchen Wegen die Gifte austreten und wie dies verhindert werden kann.

Kante eines Photovoltaik-Moduls aus kristallinen Silizium-Solarzellen. Die Lötbändchen, mit denen die Zellen untereinander verschaltet sind, enthalten Blei. Foto: Universität Stuttgart
Als grünes Nischenprodukt gestartet, ist die Photovoltaik mittlerweile zu einem Weltmarkt gewachsen. Weltweit sind mehr als 17 Millionen Tonnen an Modulen mit einer Leistung von etwa 140 Gigawatt installiert. Die Nutzungsdauer heutiger Photovoltaik-Module wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt. Das klingt zwar lang, aber dennoch ist diese Zeitspanne begrenzt. Es stellt sich also die Frage, was mit den Modulen nach ihrer Nutzung passiert. Leider enthalten die meisten Module Schadstoffe – ohne, dass dafür eine technische Notwendigkeit besteht.
So werden in allen Modultechnologien Lötbändchen verwendet, die im Lötzinn das Schwermetall Blei enthalten. Den Großteil an Lötbändchen verbrauchen die Module aus kristallinem Silizium durch die Zell-zu-Zell-Verbindungen. Auch in der Dünnschicht-Technologie kommen die Lötbändchen zum Einsatz, um die Modulbox mit den Zellen zu verbinden. Weltweit verkaufen nur ganz wenige Firmen bleifreie Photovoltaikmodule.

Neben Blei kommen noch andere Schadstoffe vor, darunter Cadmiumsulfid, das in der Dünnschicht-Technologie mit Zellen aus Kupferindiumgallium-Diselenid oft als Pufferschicht zum Einsatz kommt. Bei Cadmiumtellurid-Modulen besteht sogar das aktive Zellmaterial selbst aus Schadstoffen. Nur Module aus amorphem Silizium sind schadstofffrei, solange sie keine bleihaltigen Lötbändchen verwenden. Im Gegensatz zu sonstigen elektrischen oder elektronischen Produkten sind Cadmium und Blei ausgerechnet in Photovoltaikmodulen bisher innerhalb der Europäischen Union nicht verboten.

Vor diesem Hintergrund werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Institute für Photovoltaik (ipv) und für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart gemeinsam untersuchen, auf welchen Wegen die Schadstoffe aus den Modulen austreten können und Schwachstellen identifizieren Ihr Ziel ist es, die Mechanismen der Schadstofffreisetzung so gut zu verstehen, dass das Austreten in Zukunft verhindert oder verlangsamt werden kann – zumindest, so lange Blei und Cadmium auch weiterhin eingesetzt werden. Das Projekt mit dem Namen „Schadstofffreisetzung aus Photovoltaik-Modulen, kurz PV Schadstoffe) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 800.000Euro gefördert.

Bereits in einer vorausgegangenen Worst-Case-Studie für das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg haben die beiden Institute gemeinsam gezeigt, dass die Schadstoffe austreten können, wenn die Module nicht mehr intakt sind und über die Defekte wässrige Lösungen in das Modul eindringen. Um das Auslaugen zu quantifizieren, untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Modulstücke in wässrigen Lösungen mit unterschiedlichen pH-Werten, die unterschiedliche Umweltbedingungen simulieren.

Quelle: Hochschulkommunikation Universität Stuttgart

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Donnerstag, 27. November 2014

PV-Kraftwerk mit Grossspeicher

Der deutsche Photovoltaik-(PV)-Anlagenbauer Belectric hat seinen hochmodernen, kosteneffizienten Stromspeicher Energy Buffer Unit an das Solarkraftwerk Alt Daber in Brandenburg angeschlossen. Damit ist es das erste Solarkraftwerk Europas, das Regelenergie in der Hochspannungsebene analog zu konventionellen Grosskraftwerken erbringen kann.

Der innovative Blei-Säure-Speicher mit einer Kapazität von 2000 kWh ist für den Einsatz in erneuerbaren und konventionellen Kraftwerken vorgesehen. Mit dem Speicher wird die Leistungsbereitstellung der Kraftwerke flexibler und das Stromnetz aktiv stabilisiert. Durch die lange Lebensdauer und niedrige Zyklenkosten seiner Energie Buffer Unit setzt die Belectric GmbH einen Meilenstein bei der kosteneffizienten und nachhaltigen Erbringung von Systemdienstleistungen.


Der Solarpark Alt Daber ist das erste Photovoltaik-Kraftwerk Europas, das Regelenergie in der Hochspannungsebene analog zu konventionellen Großkraftwerken erbringen kann.



„Solarkraftwerke übernehmen zukünftig Funktionen der anspruchsvollsten Netzsteuerung. In Verbindung mit einem Speicher leisten sie einen wichtigen Beitrag, die Energieversorgung und Netzstabilität an die Erfordernisse der Energiewende anzupassen“, erklärt Bernhard Beck, Geschäftsführer der Belectric GmbH. Verbunden mit einer Energy Buffer Unit ‚Made in Germany’ werden Solar- und Windparks zu Hybridkraftwerken, indem volatile Energieträger Systemverantwortung übernehmen und zum Fluktuationsausgleich beitragen. Die must-run-Kapazitäten konventioneller Kraftwerke können gesenkt und durch so ausgestattete erneuerbare Energien ersetzt werden.

Zudem können dezentrale Energiesysteme gerade in Verbindung mit Speicherlösungen den Ausbaubedarf der Übertragungs- und Verteilnetze reduzieren, und damit Kosten der Energiewende reduzieren. Damit ebnet der Stromspeicher den Weg in eine regenerative Zukunft. Der Stromspeicher wird von Vattenfall am Primärregelleistungsmarkt vermarktet. Damit unterstreicht Vattenfall seine Vorreiterrolle bei der integrierten Vermarktung von erneuerbaren und konventionellen Kraftwerken sowie von Speichertechnologien: „Speicher werden ein wesentlicher Baustein der Energiewende sein und unterstützen unseren Anspruch, eine perfekte Marktintegration der Erneuerbaren Energien sicher zu stellen“, so Alfred Hoffmann, Vice President Portfolio Management von Vattenfall.

Die Entwicklung der Energy Buffer Unit wurde gefördert von der Speicherinitiative des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums. Der Speicher ist eine leicht zu transportierende Fertiglösung und wird in Serie für Energieversorger hergestellt. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg, Strom aus erneuerbaren Energien zuverlässig zur Verfügung stellen zu können. Die Entwicklung von Speichertechnologien ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt. Hier ist weitere Forschung dringend notwendig. Mit unserer Speicherinitiative wollen wir die Erprobung von Speichertechnologien vorantreiben“, erklärte Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, in Potsdam anlässlich der Einweihung.


Quelle: Belectric

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Sputnik ist nur noch ein Spuk

Die Sputnik Engineering AG mit Hauptsitz in Biel-Bienne wird am Freitag die Bilanz beim Konkursrichter in Biel-Seeland deponieren. Die Firma ist unter der Marke SolarMax weltweit im Markt für Wechselrichter für Solarstrom-Anlagen tätig. Sie verfügt über Standorte in ganz Europa, in den USA, Südamerika und Australien.

„Leider haben sich die Marktverhältnisse in den letzten Monaten und Jahren stetig verschlechtert, weil das Wachstum vor allem in Europa ausblieb und der Kampf über die Preise sich in der Branche ständig verschärft hat“, sagt Gründer, Inhaber und CEO Christoph von Bergen. Im letzten Jahr habe man eine umfassende Restrukturierung durchgeführt. Da dies nicht genügt hätte, um den Verlust zu verkleinern, habe man ein massives Abbau- und Restrukturierungs- Programm für 2015 durchgerechnet. Doch auch dies hätte nicht gereicht, um wieder den Break-even zu erreichen. Deshalb sei in den letzten Wochen und Monaten nach einem Partner oder Käufer gesucht worden. Doch leider seien alle Bemühungen, die Firma zu retten, vergeblich gewesen. 

Der Verwaltungsrat der Sputnik Engineering AG hat deshalb an seiner ausserordentlichen Sitzung vom 26. November 2014 nach eingehender Prüfung aller Alternativen seine gesetzlichen Pflichten wahrnehmen müssen und entschieden, dass das Gesuch zur Konkurseröffnung an den
Konkursrichter gestellt wird. „Ich bin sehr traurig“, sagt von Bergen: „Nicht wegen mir, sondern weil nun viele treue und langjährige Mitarbeiter ihren Job verlieren.“ Vom Konkurs betroffen sind 271 Mitarbeiter in Biel und in 10 Niederlassungen weltweit. Christoph von Bergen: „Wir haben alles getan, damit noch die Novemberlöhne regulär bezahlt werden konnten.“

Für die betroffenen Mitarbeiter wird ein Job-Center eingerichtet. Die Sputnik Engineering AG wurde 1991 von drei Partnern gegründet. Der Umsatz betrug 2013 noch 70 Mio. Franken. Im Jahr 2012 bezog die Firma ihren Hauptsitz im Bieler Industriequartier. Das Haus ist im Minergie-Standard gebaut und besitzt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mit einer Leistung von 220 Kilowatt. 


Quelle: Sputnik Engineering

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Mittwoch, 26. November 2014

Ost-West-Anlagen mit mehr Ertrag

Ost-West-Photovoltaikanlagen erzeugen auf Flachdächern gleicher Größe rund 40 Prozent mehr Solarstrom als nach Süden ausgerichtete Anlagen. Denn durch den flacheren Aufstellwinkel können die Solarmodule ohne Reihenabstand installiert werden, die Dachfläche wird dadurch optimal ausgenutzt. Die Erkenntnis gilt sinngemäss für die Schweiz. 

Angesichts der geringen Einspeisevergütung sind nach Osten und Westen ausgerichtete PV-Anlagen besonders für Gewerbebetriebe interessant, die ihren Solarstrom selbst nutzen und ihre laufenden Stromkosten damit reduzieren wollen. Der Kölner Montagesystemhersteller Renusol hat mit dem FS10 ein spezielles System für Ost-West-Anlagen entwickelt, das zudem die Installationskosten senkt.

„In Deutschland gibt es einen Trend hin zu Ost-West-Anlagen. Viele Gewerbebetriebe haben hohe Stromrechnungen, weil ihre Maschinen den ganzen Tag über laufen. Ost-West-Systeme liefern gleichmäßiger über den Tag verteilt Strom als Südanlagen, so können sich die Betriebe zu einem großen Anteil mit dem Solarstrom vom eigenen Dach versorgen“, erklärt Stefan Liedtke, Geschäftsführer der Renusol GmbH. 
Die deutsche Solarstrom-Vergütung ist mit aktuell rund 11 Cent netto pro Kilowattstunde (kWh) für mittlere bzw. größere PV-Dachanlagen inzwischen relativ niedrig. Gleichzeitig kostet die kWh aus dem Netz den Gewerbebetrieb aktuell rund 15 Cent, so das Ergebnis der diesjährigen Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Daher werden Ost-West-Anlagen trotz anteiliger EEG-Umlage von rund 2 Cent für den Eigenverbrauch wirtschaftlich interessant, der Betrieb spart 13 Cent pro kWh an reinen Stromkosten.

Ein Gewerbebetrieb mit einem Jahresstromverbrauch von 350.000 kWh spart, wenn er die Hälfte seines erzeugten Stroms selbst nutzt, jährlich somit knapp 23.000 Euro (350.000 kWh x 13 Cent) ein. Über die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage von mindestens 20 Jahren ergibt sich – selbst ohne Strompreissteigerung gerechnet – eine Stromkostenersparnis von 460.000 Euro. Die Investition in eine PV-Anlage amortisiert sich dadurch oft schon nach wenigen Jahren.

Gleichzeitig lässt sich mit Ost-West-Anlagen mehr Leistung auf dem Flachdach installieren. Während bei nach Süden ausgerichteten Solaranlagen die Abstände der Modulreihen größer sein müssen, um Ertragsverluste durch die gegenseitige Verschattung zu vermeiden, kann die Dachfläche bei Ost-West-Anlagen dichter mit Solarmodulen bestückt werden: Der Aufstellwinkel der Module beträgt in der Regel nur rund zehn Grad. Auf einer Fläche von 150 Quadratmetern können so beispielsweise 170 statt 91 Module installiert werden. Bei einer Modulleistung von 250 Watt Peak ergibt sich daraus eine Anlagenleistung von 42,5 statt 22,75 Kilowatt Peak (kWp). Der Jahresertrag der Ost-West-Anlage liegt mit rund 36.000 kWh somit 43 Prozent höher als bei der Südanlage, die jährlich nur rund 20.600 kWh Strom erzeugt.

„Auch die spezifischen Installationskosten sind bei Ost-West-Anlagen geringer, weil weniger Aufständerungsmaterial notwendig ist. Außerdem sinken die Installationskosten mit steigender Anlagengröße generell“, berichtet Heinz Schuld, Leiter der Anwendungstechnik bei Renusol. „Wir konnten die Kosten sogar noch weiter senken: Mit dem FS10 bietet Renusol ein innovatives Montagesystem für Ost-West-Anlagen an, das komplett ohne Schienen auskommt. Die Module werden einfach zwischen zwei Fuß- und zwei Kronenstützen eingehängt. Das spart Materialkosten und Zeit bei der Installation.“ Handwerker benötigen für die Montage nur ein einziges Werkzeug, einen 13er Kombischlüssel. Durch den Neigungswinkel von zehn Grad eignet sich das aerodynamisch optimierte Ost-West-Montagesystem auch für Flachdächer, die nur ein geringes Gewicht tragen können. 

Da das Renusol Montagesystem ohne Schienen auskommt, kann auch bei starkem Regen das Wasser frei abfließen, es kommt also nicht zu stehendem Wasser, das zu einer Überlastung der Dachkonstruktion und zur schnelleren Alterung der Dachfolie führen kann. Weil keine Schienen nötig sind, können auch Dachunebenheiten problemlos ausgeglichen und Hindernisse wie Schornsteine oder Klimageräte einfacher umgangen werden.

Über Renusol
: Die Renusol GmbH ist seit über 15 Jahren auf intelligente Lösungen zur Installation von Photovoltaikanlagen spezialisiert. Renusol entwickelt, produziert und vertreibt modulare Systeme für die Montage von Solaranlagen auf Freilandflächen und Dächern aller Art. Das Unternehmen ist mit seinen Systemen und Services in allen Kernmärkten Europas und den USA vertreten. Der Hauptsitz von Renusol befindet sich in Köln.

Dienstag, 25. November 2014

Toshiba: Solarstrom für MieterInnen

Der Toshiba-Konzern startet den Vertrieb eines innovativen Mieterstromproduktes in acht deutschen Städten. Dabei wird Strom aus Solaranlagen auf den Dächern von Mietshäusern mit Ökostrom aus dem Netz kombiniert. Durch die Direktlieferung aus der Solaranlage auf dem Dach kann der Strom besonders günstig angeboten werden. Zugleich entlastet sie das öffentliche Netz.

Wer bisher von einer sauberen und kostengünstigen Versorgung mit Solarstrom profitieren wollte, brauchte ein eigenes Dach. Private und gewerbliche Mieter blieben so außen vor. Mit Mieterstrom kann endlich auch in Mehrfamilienhäusern und Gewerbehöfen lokal produzierter Solarstrom direkt verbraucht werden. Dabei nutzen Kunden tagsüber die Kraft der Sonne. Nachts und bei schlechtem Wetter wird ihr Strombedarf über das Netz gedeckt. Die Kombination ist besonders preisgünstig und ressourcenschonend. 

Die Direktlieferung aus der Solaranlage auf dem Dach entlastet dabei das öffentliche Netz. Denn bisher findet Stromproduktion größtenteils außerhalb der Städte statt und der Strom muss über die Netze aus dem Umland zugeleitet werden. Die lokale Stromproduktion entlastet die Infrastruktur. Daher können netzabhängige Kosten wie Netzentgelte, Umlagen und Konzessionsabgabe eingespart werden. Die Förderung der Energiewende und des Ausbaus der erneuerbaren Energien erfolgt gleich doppelt: über die Errichtung der Solaranlagen und über die Zahlung der EEG-Umlage, die von Mieterstrom-Kunden in voller Höhe entrichtet wird. 

Erster Partner von Toshiba für das Mieterstromkonzept ist die GAGFAH, eines der größten Immobilienunternehmen in Deutschland. In Städten wie Stuttgart, Nürnberg und Köln wurden bereits insgesamt über 3 MW Solarleistung auf Häusern der GAGFAH errichtet. Über 4.500 Mieter können hier zukünftig von dem neuen Angebot profitieren.  Am 15. November fiel der Startschuss für die ersten Toshiba Mieterstrom-Kunden in Villingen-Schwenningen. In der Kreisstadt im Schwarzwald hat Toshiba über 400 kW Solarleistung auf GAGFAH-Häusern installiert. Mieter in rund 400 Wohnungen können so lokal versorgt werden. 

Zukünftig will Toshiba das Konzept um intelligente Stromzähler und Stromspeicher erweitern und mit weiteren Dienstleistungen wie etwa Elektromobilität vernetzen. Bereits heute ist der Konzern führend bei energieeffizienten Produkten und Smart-Grid-Lösungen. Yasuhiro Morita, Leiter des Mieterstromprojektes: "Mit dem Mieterstrom-Angebot nutzt Toshiba seine langjährigen Erfahrungen in der Stromversorgung, bei Infrastrukturdienstleistungen und mit Produkten für die effiziente Energienutzung. Die Herausforderungen der deutschen Energiewende sind nur mit innovativen und vernetzten Lösungen zu meistern. Toshiba Mieterstrom ist hierfür ein wichtiger Schritt." 

Weitere Informationen: www.toshiba-mieterstrom.de

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