Mittwoch, 17. Januar 2018

Solarstrom macht mobil

Photovoltaik (PV) und Elektromobilität, die ideale Kombination: Autofahren mit Solarstrom wird zunehmend attraktiver. Wenn Autos mit Strom aus erneuerbaren Energien „betankt“ sind, ist Elektromobilität mehr als nur die saubere und nachhaltige Mobilitätslösung der Zukunft. Sie treibt darüber hinaus den Ausbau von PV an. Welche vielfältigen Chancen die Kombination aus PV und Elektromobilität für die Umwelt bietet und welche neuen Geschäftsfelder und Absatzmärkte sich eröffnen, erfahren Fachbesucher auf der Intersolar Europe 2018, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft. Sie findet vom 20. bis 22. Juni erstmals zusammen mit weiteren führenden Energiefachmessen auf der neuen Innovationsplattform The smarter E Europe in München statt – darunter auch die Pow er2Drive Europe, die neue Fachmesse für Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. 

Mit der Elektromobilität nimmt die neue Energiewelt Fahrt auf: Denn Elektrofahrzeuge sind die umweltfreundliche Mobilitätslösung der Zukunft – jedoch nur, wenn sie mit sauberem Strom geladen sind. So kann Elektromobilität zukünftig den PV-Markt weiter antreiben. Im Idealfall wird das Elektrofahrzeug mit Solarstrom direkt vom eigenen Dach geladen. Durch den Wegfall der EEG-Umlage beim Eigenverbrauch in Deutschland rechnet sich das vor allem für PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt (kW). Mit rund zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) ist der selbst produzierte Strom mehr als die Hälfte günstiger als Strom direkt vom Versorger. Welche Strecken Fahrer mit selbst erzeugten Solarstrom fahren können, ist in erster Linie vom Energieverbrauch des Fahrzeugs abhängig. Beispielsweise kann eine PV-Anlage mit einer Leistung von 3 kWp bei einem Einfamilienhaus in Deutschland jährlich rund 2.800 kWh liefern. Damit können E-Auto-Besitzer 14.000 Kilometer emissionsfrei fahren.

Mit Strom aus PV-Anlagen können Elektrofahrzeuge betrieben und Ladestationen gespeist werden. Für PV-Unternehmen und Anlagenbesitzer eröffnen sich so neue Geschäftsmodelle. Sie können beispielsweise mit Solartankstellen punkten. Markttreiber EEG-Vergütung: 20-jährige Laufzeit läuft aus Die Kombination aus PV und Elektromobilität wird zusätzlich dadurch forciert, dass in den kommenden Jahren die ersten PV-Anlagen nach 20-jähriger Laufzeit aus der EEG-Vergütung fallen – erstmals 2022. Für Investoren und Anlagenbetreiber ist es spätestens dann Zeit, sich Gedanken zu machen, wie der Strom zukünftig weitergenutzt werden kann. Mehrere Varianten des Eigenverbrauchs rücken in den Vordergrund.    

Vom Installateur zum Autoverkäufer Zunehmend mehr Automobilhersteller erkennen das Potenzial von Elektromobilität und bieten E-Auto-Modelle an. Einige errichten im selben Zuge neue Fertigungsstätten für die Batterieproduktion. Aber auch Installateure erweitern ihre Geschäftsfelder und machen den Schritt zum Autoverkäufer. So bieten beispielsweise Solartechnikanbieter in Kooperation mit Herstellern Elektrofahrzeuge zum Verkauf oder Leasing an. Insgesamt wird die Auswahl an geeigneten Elektrofahrzeugen auch für Gewerbebetriebe immer größer. 

The smarter E Europe: Das Zusammenspiel von Energie und Mobilität Elektromobilität treibt die Solarindustrie an. Umso wichtiger wird eine Plattform, die die Industriebereiche Automobil und Energie zusammenfügt: Mit der Intersolar und Power2Drive Europe schließt die neue Innovationsplattform The smarter E Europe die Lücke zwischen beiden Bereichen. Die Kombination aus PV und Elektromobilität spielt vor allem bei den Vorträgen der Intersolar Europe und Power2Drive Europe Conference eine tragende Rolle. Darüber hinaus erfahren Fachbesucher und Interessierte bei zahlreichen Messeforen und -workshops alles Wissenswerte über neue Geschäftsmodelle und Absatzmärkte. Von innovativen Ladelösungen über Vehicle-to-Grid und Bezahlsystemen bis hin zu neuen Technologien für Elektrofahrzeuge und PV-Anlagen: The smarter E Europe räumt Platz für die wichtigen Themen der Energiezukunft ein. Zusammen mit der ees E urope und EM-Power ist sie der ideale Treffpunkt, um sich über die zukünftige Energie- und Verkehrswelt zu informieren.   

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E Europe auf der Messe München statt.

Weitere Informationen:
www.intersolar.de
www.TheSmarterE.de

Montag, 15. Januar 2018

Windstrom-Rekord im Jura

Im letzten Jahr hat der Windpark JUVENT mit 74 Millionen kWh (2016: 57 Mio. kWh) mehr Strom produziert als je zuvor. Das Solarkraftwerk Mont-Soleil produzierte hingegen etwa 555’000 kWh und lag damit ca. 2 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Auch der neue Besucherpavillon auf dem Mont-Soleil erlebte 2017 mit etwa 11’000 Besuchern einen starken Besucherzuwachs (+25 Prozent).  
 
Windkraftanlagen und Besucherpavillon im Jura
2017 produzierte der grösste Windpark der Schweiz mit seinen 16 Windkraftanlagen Strom für ca. 16’400 Schweizer Haushalte (4’500 kWh/Jahr). Nach Abschluss des Repowerings im Jahr 2016 war das Kraftwerk 2017 erstmals ein volles Jahr lang mit 16 Turbinen der neuesten Generation in Betrieb und konnte ausserdem von guten Windbedingungen profitieren. Zudem stattete das Unternehmen JUVENT das gesamte Kraftwerk 2017 mit einem «Condition Monitoring System» (CMS) aus. Dieses System ermöglicht die permanente Zustandsüberwachung von Getriebe, Generator und Hauptlager, wodurch sich allfällige Funktionsstörungen frühzeitig feststellen lassen. Dank der über das System erhaltenen Informationen lassen sich Instandhaltungsarbeiten planen und zeitgerecht umsetzen, was Stillstandszeiten der Windturbinen reduziert.

2017 produzierte das Solarkraftwerk Mont-Soleil, das älteste aller grossen Sonnenkraftwerke in Europa, ausreichend Strom, um damit 125 Schweizer Haushalte zu versorgen. Das vergangene Jahr war zudem von verschiedenen Forschungsaktivitäten geprägt, insbesondere im Zusammenhang mit der schnellen Analyse von Leistungsschwankungen. Entsprechende Erkenntnisse sind vor allem im Hinblick auf die Netzintegration wichtig. Ausserdem wurden neue Testmodule zur Nutzung des vom Schnee reflektierten Lichts installiert.

Der neue Besucherpavillon auf dem Mont-Soleil im Herzen des wichtigsten Schweizer Produktions-Hubs für erneuerbare Energien hat sich als klarer Erfolg erwiesen. In dem im letzten Jahr eröffneten Gebäude haben sich 2017 fast 11’000 Besucher mit der Zukunft der Energie auseinandergesetzt. Das deutliche Wachstum gegenüber 2016 (+25 Prozent) zeigt, dass der Besucherpavillon den Erwartungen der Besucher gerecht wird, die mehr über innovative Technologien von morgen erfahren möchten. Insbesondere der neue interaktive 4D-Hologrammtisch zum Thema «Der intelligente Berg oder die Kunst, die Kräfte der Natur zu nutzen» hat die Besucher fasziniert.

Weitere Infos über das Windkraftwerk: www.juvent.ch
Weitere Infos über das Sonnenkraftwerk: www.societe-mont-soleil.ch

Sonntag, 14. Januar 2018

Zwitschern Sie doch mal!

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Unterdessen tun es schon 100 Follower! Sie folgen dem Tweet von Solarmedia auf Twitter - die magische Zahl von 100 wurde soeben erreicht - und damit Solarmedia auch auf Twitter bestens verankert. Die Tweets beziehen sich auf aktuelle Solarmeldungen einerseits, tägliche Tipps zu Themen der Nachhaltigkeit (siehe Bild) andrerseits. Sie sind immer erreichbar über den Twitter-Bottom hier in der rechten Spalte sowie direkt und von überall her über http://twitter.com/rehsche.

Samstag, 13. Januar 2018

Auch links und rechts beachten!

Liebe Leserin, lieber Leser
Ich freue mich über Ihr ungeteiltes Interesse an Meldungen und Berichten aus der weltweiten Solarwirtschaft. Zur Ergänzung dienen die Hinweise in der ganz linken und der rechten Spalte von Solarmedia, die zu interessanten Artikeln aus internationalen Medien zu den Themen Solar (aktuell zu den Kostenunterschieden von PV-Anlagen in der Schweiz und in Deutschland), Energie allgemein und Nachhaltigkeit (linke Spalte) sowie Finanz-Anlage und Vorsorge (rechte Spalte) führen.

Freitag, 12. Januar 2018

Stagnation in der Schweiz

Der Sonnenenergie-Fachverband Swissolar legt zu Jahresbeginn eine erste Einschätzung zur Marktentwicklung 2017 vor. Photovoltaik ist weltweit weiterhin auf Wachstumskurs, während sie in der Schweiz aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen stagniert hat. Letzteres dürfte sich 2018 bei Photovoltaik ändern. Bei Solarwärme ist weiterhin ein teils politisch verschuldeter Rückgang zu verzeichnen. Swissolar appelliert deshalb an die Kantone, ihre Energiegesetze im Rahmen der anstehenden Revisionen zu koordinieren und auf eine erneuerbare Energieversorgung hin auszurichten.

Gemessen an der installierten Leistung war Photovoltaik (Solarstrom) die Energieerzeugungstechnologie, die 2017 weltweit am meisten zugelegt hat. Allein die letztes Jahr neu installierte Leistung von rund 100 Gigawatt (33 % mehr als im Vorjahr) könnte mehr als das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Für 2018 wird mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50 % gerechnet. 

Mitunter sinnvoll: Kombination von Sonnenkollektoren für
Solarthermie (obere Reihe links) und Solarmodulen für Strom-
erzeugung (restliche Solaranlage von Schweizer).
In der Schweiz geht der Verband Swissolar für 2017 laut ersten Hochrechnungen von einem stagnierten Photovoltaikmarkt aus. Die neu installierte Leistung dürfte bei 250-270 Megawatt liegen (etwa 1,6 bis 1,8 Millionen Quadratmeter = 225-250 Fussballfelder). Damit steigt der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch um ein halbes Prozent auf rund 3 Prozent und ist nun nach der Wasserkraft mit Abstand die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle. Für 2018 wird erwartet, dass der Schweizer Markt wieder auf über 300 MW wachsen wird. Grund dafür sind die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen. Nun existieren wieder günstige Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen. Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle verbraucht werden kann (Eigenverbrauch) und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können.

Eine ganz andere Entwicklung zeichnet sich bei der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) ab. Hier rechnet Swissolar für 2017 mit einem weiteren Marktrückgang auf rund 50‘000 m2 zusätzlicher Kollektorfläche. Dies entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 ist noch von keiner Belebung des Marktes auszugehen. Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn 2014) sehr wichtig. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen. Solarwärme kann wesentlich dazu beitragen, den hohen Anteil des Schweizer Gebäudeparks an den Treibhausgasemissionen (40 %) zu reduzieren.

Quelle: swissolar.ch

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Donnerstag, 11. Januar 2018

Prix Watt d'Or - Gewinner 2018

Die goldenen Gewinner/innen des Jahres 2018 sind die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich gemeinsam mit der Schréder Swiss SA (Kategorie Energietechnologien), das Paul Scherrer Institut gemeinsam mit Energie 360° (Kategorie Erneuerbare Energien), ABB Schweiz AG gemeinsam mit Carrosserie HESS AG, Transports Publics Genevois, Services industriels de Genève und Office de Promotion des Industries et des Technologies (Kategorie Energieeffiziente Mobilität), Dietrich Schwarz Architekten AG (Kategorie Gebäude und Raum) und die Services industriels de Genève mit energo (Spezialpreis Effizienz). 

 

Die Watt d'Or Trophäe - eine Schneekugel - wird den Gewinner/innen von der prominenten Jury unter Leitung von Ständerätin Pascale Bruderer Wyss im Kongresszentrum Kursaal in Bern überreicht. Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzten die Energiezukunft bereits heute erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie im Jahr 2006 den Watt d'Or, das Gütesiegel für Energieexzellenz, geschaffen. Ziel des Watt d'Or ist es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen und so Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit zu motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken. Der Watt d'Or ist nicht dotiert, es werden also keine Preisgelder ausgeschüttet. 71 Bewerbungen wurden bis Ende Juli 2017 für den Watt d'Or 2018 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 30 Beiträge aus denen die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Pascale Bruderer vier Siegerprojekte in vier Kategorien kürte. Darüber hinaus vergab die Jury einen Watt d'Or Sonderpreis für "Energieeffizienz".


KATEGORIE ENERGIETECHNOLOGIEN
EKZ - Elektrizitätswerke des Kantons Zürich und Schréder Swiss SA: Zukunftslicht
Die von den EKZ und Schréder entwickelte neuartige Lichtsteuerung bringt den Begriff "intelligentes Licht" auf ein neues Niveau. Die Strassenleuchten lassen sich dank einer intelligenten Sensorik fliessend und sanft dem Verkehrsaufkommen anpassen. Zum Wohle der Anwohner, der nächtlichen Tierwelt und der Energieeffizienz: Die verkehrsbeobachtende Beleuchtung spart je nach Situation bis zu 70% Energie.


KATEGORIE ERNEUERBARE ENERGIEN
Paul Scherrer Institut und Energie 360°: Wenn Abfälle zünftig Gas geben
Biogas aus Abfällen ist wertvoll. Bisher musste das Roh-Biogas aufwändig behandelt werden, um das darin enthaltene CO2 abzutrennen. Die vom Paul Scherrer Institut PSI entwickelte und in einem Pilotprojekt mit Energie 360° erfolgreich getestete neue Technologie der Direktmethanisierung macht dies überflüssig und steigert die Ausbeute an Bio-Methan um ganze 60%.



KATEGORIE ENERGIEEFFIZIENTE MOBILITÄT
ABB, HESS, tpg, SIG, OPI: Emission-free transport made in Switzerland
TOSA ist ein zu 100% elektrischer Bus, der keine Fahrleitungen braucht und seine Batterien an ausgewählten Haltestationen innert Sekunden aufladen kann. Eine zukunftsweisende Innovation "made in Switzerland". Sie wurde von ABB gemeinsam den Transports Publics Genevois (tpg), dem Office de Promotion des Industries et des Technologies (OPI), den Services Industriels de Genève (SIG) und Carrosserie HESS entwickelt. Unterstützt wird das Projekt vom Kanton Genf. Seit Dezember 2017 sind die ersten TOSA-Busse im regulären Einsatz auf der Linie 23 der tpg in Genf.

KATEGORIE GEBÄUDE UND RAUM
Dietrich Schwarz Architekten AG: Pilotprojekt setzt Kurs auf Städtebauzukunft
Das Neu- und Umbauprojekt an der Hohlstrasse 100 in Zürich stellt sich den Herausforderungen des modernen Städtebaus: Verdichtung, Energieeffizienz, Lärmschutz und Betriebsoptimierung. Dafür setzt das Planungsteam der Dietrich Schwarz Architekten AG, unterstützt von der EK Energiekonzepte AG, auf innovative Lösungen. Dazu gehören vorfabrizierte, mit dem Hochleistungsdämmstoff Aerogel gedämmte Holzelemente, die eine sehr dünne Aussenfassade und damit eine Maximierung der nutzbaren Fläche ermöglichen. Zudem werden in diesem Pilotprojekt erstmals in der Schweiz Vakuumisolationsgläser als Standardverglasung verwendet.


WATT D'OR 2018 - SPEZIALPREIS «ENERGIEEFFIZIENZ»
Services industriels de Genève - éco 21 und energo: Genf, der Kanton der effizienten Heizungen
Das Programm éco21 der Services industriels de Genève hat der Energieverschwendung durch schlecht eingestellte Heizungen den Kampf angesagt. éco21 bietet gemeinsam mit seinem Partner energo Energieoptimierungsverträge an, mit denen Gebäudebesitzer und Liegenschaftsverwaltungen den optimalen Betrieb ihrer Wärmeanlagen sicherstellen können. Eine in der Schweiz einzigartige Dienstleistung, die keine Investitionen benötigt. Seit 2014 hat dieses Programm nicht nur Energieeinsparungen ermöglicht (20 GWh) sondern auch eine Senkung der CO2-Emissionen (4'300 Tonnen).


Quelle: Bundesamt für Energie

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Mittwoch, 10. Januar 2018

Der nachhaltige Aktientipp 2018

Auch fürs laufende Jahr präsentiert Solarmedia einen Aktienkorb von zehn Titeln, die sich aufgrund einer ausführlichen Analyse für ein Investment im laufenden Jahr empfehlen. Bei der Analyse wurde neben finanziellen Kriterien auch jenen der Nachhaltigkeit Aufmerksamkeit geschenkt. Eine gleiche Empfehlung von Beginn des Jahres 2017 erbrachte im abgelaufenen Jahr ein Kursplus von 28 Prozent. Aber Achtung: Die Aktien scheinen zwar besonders geeignet, gute Ergebnisse zu zeitigen, eine Garantie für solche besteht aber keinesfalls - die Wertpapierbörsen sind nur beschränkt prognostizierbar. 

Hier zur Empfehlungsliste des laufenden Jahres - sie wurde vom Autor von Solarmedia erstellt und berücksichtigt insgesamt sechs Kriterien, von denen deren zwei doppelt gewichtet sind:
  • Gewinnwachstum im Verhältnis zum Kurs-/Gewinnverhältnis (doppelt gewichtet)
  • Kurs-/Gewinnverhältnis allein
  • Differenz zu Jahreshöchst-Kurs
  • Differenz zu Jahrestiefst-Kurs
  • Marktkapitalisierung
  • Solarmedia-Nachhaltigkeitsbewertung (doppelt gewichtet)
Vorschlag für Anlage 2018
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Alle Kriterien werden auf einer Skala von -3 bis +3 eingestuft, die aufgeführte Punktzahl in der Kolonne Wert total spiegelt das entsprechende Ergebnis der Gesamtbewertung. Rot hervorgehoben ist der Titel Tesla, der den stärksten Bezug zur Solarwirtschaft aufweist. In der Liste sind im übrigen aus einem vorselektionierten Aktienuniversum von insgesamt 50 nachhaltigen Titeln die besten zehn aufgeführt. Sie sollten im laufenden Jahr entsprechend gute Anlageergebnisse erzielen - allerdings dürfte der im Vorjahr erzielte Wert von Plus 28% (siehe nachstehende Liste mit den Empfehlungen vom 24. Januar 2017) kaum zu erreichen sein. Diese Zusammenstellung schnitt deutlich besser ab als eine vergleichbare Aufstellung der zehn schlechtesten Titel (mit einem Plus von immer noch plus 19 %).

Resultat Anlagemix von zehn nachhaltigen Aktien 2017


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Ausgangspunkt siehe vorsorgemedia.blogspot.com vom 24.1.17
Zwischenbericht vom 26. Oktober 2017 siehe hier

Nicht vergessen: Der präsentierte Anlagemix ist keinesfalls eine Vorhersage und kann entsprechend nicht garantiert werden. Auch sollten Aktienanlagen nur im Rahmen einer Anlagestrategie getätigt werden, die die finanzielle Situation des / der Anlegenden berücksichtigt. Für allfällige Beratung in dieser Hinsicht steht der Autor Guntram Rehsche zur Verfügung (Telefon +41 (0) 76 424 44 82, Mail guntram.rehsche (at) bluewin.ch).

© Guntram Rehsche / Solarmedia 

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Dienstag, 9. Januar 2018

Deutschland verfehlt Solarziele

Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) fordert von der nächsten Bundesregierung eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus.

Im vergangenen Jahr wurden rund 1,6 GW
neue PV-Leistung in Deutschland installiert.
Foto: IBC Solar
Den Sondierungsteams von Union und SPD empfiehlt die Interessenvereinigung der Solar- und Speicherbranche, der auch Forschungseinrichtungen angehören, die Verständigung auf ein Sofortprogramm zur Dekarbonisierung und Solarisierung der Strom-, Wärme- und Mobilitätsversorgung. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Energiewende sei die Herstellung fairer Marktbedingungen durch Einführung einer wirksamen CO2-Bepreisung sowie die Beseitigung bestehender Marktbarrieren und Ausbaudeckel für die Solar- und Speichertechnik.

Laut BSW zog nach einer beispiellosen Reduzierung der Photovoltaik-Preise die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland 2017 nach Jahren erstmals wieder an. Das Ausbauziel der Bundesregierung für Photovoltaik von 2,5 Gigawatt pro Jahr wurde aber 2017 erneut verfehlt – zum vierten Mal in Folge. Bis Ende November 2017 registrierte die Bundesnetzagentur lediglich neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 1,6 Gigawatt (GW). Die Errichtung von Solarheizungen war erneut rückläufig. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der BSW 1,7-1,8 GW.

„Unser Energiesystem ist für eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus bereit. Solar- und Speichertechnologie sind inzwischen preiswert und in der Lage, deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. Es ist höchste Zeit, bestehende Bremsen zu lösen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Es gibt keinen Grund mehr, die Solarenergie länger zu deckeln: Aufgrund des Preisverfalls haben die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer PV-Systeme keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent ist neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Dazu tragen zunehmend auch Solarstromspeicher bei, deren Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben. Sie reduzieren den mit der Energiewende verbundenen Netzausbaubedarf merklich.“ Der Bundesverband Solarwirtschaft empfiehlt der Politik, das jährliche PV-Ausbauziel in Deutschland auf eine Größenordnung von rund 10 GW anzuheben.

Gigantisches Windstromprojekt

Ein ambitioniertes Projekt rund um erneuerbare Energien wird in den Niederlanden ausgearbeitet. Geplant ist ein Windpark, der doppelt so viel Ökostrom erzeugen kann wie alle europäischen Onshore-Anlagen.
Der niederländische Stromnetzbetreiber TenneT plant den weltgrößten Offshore-Windpark inklusive einer rund sechs Quadratkilometer großen, künstlichen Insel, die als Knotenpunkt dienen soll.
Das Projekt im Gebiet Doggerbank, einer 125 Kilometer vor der Ostküste der Grafschaft Yorkshire in der Nordsee gelegenen Untiefe, soll nach 2027 Ökostrom aus Wind generieren. Die Sandbank wurde als potenziell windig und flach eingestuft und bietet damit beste Voraussetzungen für die geplante Windkraftanlage.

TenneTs Energie-Insel kostet weniger als herkömmliche Windparks

TenneT veröffentlichte kürzlich frühzeitige Erkenntnisse aus einem Forschungsbericht, der besagt, dass der Bau der Anlage um einige Milliarden Euro kostengünstiger sein würde, als die Errichtung konventioneller Windparks und internationaler Stromkabel. Geplant sei die Versorgung Großbritanniens und der Niederlande über ein Langstreckenkabel, später wäre auch der Stromtransport nach Belgien, Deutschland und Dänemark denkbar.

"Offshore ist die logische Entscheidung"

Gegenüber The Guardian betonte Rob van der Hage, Leiter des Offshore-Windnetzentwicklungsprogramms, dass es für die Industrie unerlässlich sei, den Weg der Kostenreduktion zu verfolgen. "Die große Herausforderung, der wir uns bis 2030 und 2050 stellen müssen, ist, dass auflandiger Wind durch lokalen Widerstand eingeschränkt und die nahe Küste bereits voll ist. Nach Gebieten weiter entfernt der Küste zu suchen, ist nur logisch."

Innovativer Ansatz gegen hohe Kosten

Da in diesem Zusammenhang jeder Kilometer weiter im Meer auch teure, zusätzliche Verkabelung bedeutet, beruft sich das Unternehmen darauf, dass ein innovativerer Ansatz nötig ist. Die Idee einer künstlichen Insel im Zentrum des Windparks würde dieses Problem durch höhere, gleichmäßigere Windgeschwindigkeiten und relativ kurze, erschwingliche Kabel theoretisch lösen. Mithilfe des Equipments auf der Insel könnte der Strom vor Ort in für Stromnetze verträgliche Energie umgewandelt und von dort direkt an Großbritannien und die Niederlande gesendet werden.

30 Gigawatt Strom sollen möglich sein

Insgesamt soll der Windpark dazu fähig sein, 30 Gigawatt an Strom zu erzeugen, was mehr als der doppelten Menge entspricht, die heute innerhalb Europas durch Offshore-Windanlage generiert wird. Zum Vergleich: Die bisher größte Onshore-Anlage in China, die Jiuquan Wind Power Base, brachte es 2012 auf über sechs Gigawatt und soll bis 2020 20 Gigawatt erzeugen. Der New York Times zufolge liegen allerdings viele der über 7.000 Turbinen aufgrund der geringen Nachfrage still.

TenneT selbst darf nicht bauen

Neben dem Aufwand des Anlagenbaus ist das größte Hindernis wirtschaftlicher Natur. TenneT könnte die geschätzten 1.5 Milliarden Euro an Kosten zwar tragen, es ist dem Unternehmen jedoch nicht gestattet, Energiegewinnungsanlagen zu bauen. Dies wäre Entwicklern von Offshore-Windparks vorbehalten, wie Innogy in Deutschland. Um diese allerdings an Bord zu holen, benötigt das Unternehmen noch die Hilfe anderer Energienetzbetreiber, um das Langstreckenkabel zu finanzieren.
In einem nächsten Schritt soll dieses Jahr ein Projekt-Fahrplan veröffentlicht werden. Sollte alles gut gehen, könnte die künstliche Insel schon 2027 betriebsbereit sein. Die Windparks würden dann folgen.

Sonntag, 7. Januar 2018

Solarmedia twittert auch



Solarmedia twittert auch. Zum 1000. Tweet auf der Plattform Twitter hier ein Hinweis in eigener Sache  - Twitter lohnt schon nur wegen Solarmedia - unter www.twitter.com/rehsche immer - oder hier auf der Solarmedia-Site in der rechten Spalte mit dem Twitter-Botton (auch erreichbar mit der Twitter-App - siehe Screenshot oben). 

Es ist geschafft und dokumentiert mit beigefügtem Bild - die Schwesteraktivität von Solarmedia, der Twitter-Account zu eben diesen Themen (unter der Adresse @rehsche) hat heute Nacht den 1000.ten Tweet geschaltet. 

Und so geht es:

-       Um nur einen Einblick zu erhalten oder auch die jeweils tagesaktuellen  Tweets von Solarmedia einzusehen, einfach den Twitter-Botton rechts (blau unterlegt) anklicken. M.a.W. Stets aktuell ist auch der Twitterdienst mit regelmässigem Energie- / Nachhaltigkeits- und Vorsorgegezwitscher präsent. Schauen Sie / schau mal rein unter twitter.com/rehsche – Lesen ist ohne Anmeldung möglich!

-       Um dauernd mit Twitter verbunden zu sein, muss ein eigener Twitter-Account eröffnet werden - so kann Jede(r) ins Twittern einsteigen. 

© Guntram Rehsche / Solarmedia 

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Samstag, 6. Januar 2018

EE schützen vor Blackout

200 000 Haushalte waren im Atomland Frankreich gestern nach dem Sturm ohne Strom. Für Tausende von ihnen wird der Stromausfall noch einige Tage andauern. Erneuerbare Energien (EE) könnten besser vor Stromausfällen schützen.

Wie man wieder gesehen hat, ist eine zentrale Stromerzeugung, z.B. Atomenergie mit den dazu nötigen langen und nicht sturmsicheren Freileitungen, bei Katastrophenwetterlagen besonders anfällig für Blackouts (Stromausfälle). Der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien in Verbindung mit Speichern und Erdverkabelung ist der entscheidende Schutz vor Stromausfällen und eben nicht die ausschließlich nur Grundlast liefernden fossilen und atomaren Großkraftwerke – auch wenn es Kohle- und Atomlobby immer noch anders behaupten.

Die Erneuerbaren Energien seien nicht stetig verfügbar, würden keine Grundlast liefern und würden daher die Gefahren von Stromausfällen (Blackouts) erhöhen. Dieses Argument wird immer noch zentral von den Gegnern der Erneuerbaren Energien verwendet, um eine Legitimation für den weiteren Betreib ihrer fossilen und atomaren Anlagen zu schaffen. Doch dieses Argument ist genauso falsch wie die Mär vom teuren Ökostrom.

Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten. Ein lang andauernder, flächendeckender Stromausfall ist in der Tat eine existenzielle Bedrohung. Nach nur wenigen Tagen bricht die Versorgung mit Wasser, Treibstoffen, Lebensmitteln oder Geld aus Banken zusammen. Computer fallen aus und können nicht mehr das öffentliche Leben organisieren. Eine existenzielle Krise, die nur durch umfassende Blackout-Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden kann. 

Eindrucksvoll hat dies der von mir als damaligen Berichterstatter für Technikfolgenabschätzung auf den Weg gebrachte Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung im Bundestag (TAB) im Jahre 2011 aufgezeigt. Sicherheit vor dieser existenziellen Gefahr mit dem Zusammenbruch der Gesellschaft kann nur eine dezentrale, autarkiefähige Stromversorgung vor Ort in den wichtigsten Versorgungseinrichtungen wie Wasserwerken, Banken, Katastrophenschutz, Krankenhäusern, Lebensmittelmärkten, Treibstoffversorgung gewähren. Obwohl das Wissen über die hochgradige Gefährdung groß ist, gibt es kaum Vorsorge um vor Ort einen langandauernden und flächendeckenden Stromausfall aufzufangen.

Doch einzelne beispielhafte Aktivitäten machen vor wie es gehen sollte. Als erste österreichische Gemeinde erstellte Stubenberg in der Oststeiermark gemeinsam mit Einsatzorganisationen und Verantwortlichen der Infrastruktur, wie der Feuerwehr, Rettung, Polizei, dem E-Werk Stubenberg und den Infrastrukturverantwortlichen der Bereiche Wasser, Abwasser und Wärme einen umfassenden Blackout-Schutzplan mit eigenem Krisenstab. Blackout-Übungen gehören zur Vorsorge in der Gemeinde. Eine Vollversorgung mit Ökostrom garantiert bei einem Totalausfall des überörtlichen Stromnetzes die Stromversorgung im Ort.

Die Stadt Haßfurt in Unterfranken baut gerade eine Blackout-sichere Stromversorgung für die Wasserbetriebe mit Erneuerbaren Energien und Batterien auf, damit die 14 000 Einwohner auch im Krisenfalle eine garantierte Wasserversorgung haben. Dass Erneuerbare Energien und moderne Speichertechnologien viel sicherer die Stromversorgung garantieren können als konventionelle Energien, haben bemerkenswerte Ereignisse gerade aus Katastrophenregionen des letzten Jahres aufgezeigt. In Texas legte der Hurrikan Harvey im Sommer 2017 Stromversorgung und öffentliches Leben fast völlig lahm. 

Flächendeckende Stromausfälle waren die Folge. Die Ölplattformen im Golf wurden evakuiert und lieferten kein Öl mehr. Doch die Windkraftanlagen im Meer und auf dem Lande produzierten mitten im schlimmsten Hurrikan besonders hohe Stromerträge und überstanden den Sturm unbeschadet. In ihrer Nähe befindliche Stromkunden hatten Strom, sofern die Leitungen Stand hielten, was mit Erdverkabelung flächendeckend organisiert werden könnte. In Südaustralien hat kürzlich die neue Tesla-Batterie in nur 0,14 Sekunden den plötzlichen und ungeplanten Betriebsausfall des dortigen Kohlekraftwerkes aufgefangen und einen längeren Stromausfall in der Region verhindert. Es wird endlich Zeit, dass das Geschwätz aufhört, Erneuerbare Energien würden die Stromversorgung gefährden und zu vermehrten Blackouts führen.

Es ist genau umgekehrt: Blackouts gibt es massenhaft in den Ländern, die voll auf die Grundlastkraftwerke wie Kohlekraft setzen. Südafrika z.B. setzt zu 90% der Stromerzeugung auf Kohle. Aber die Wirtschaft und das tägliche Leben sind oft stundenlang gelähmt, denn stundenlange Blackouts sind dort an der Tagesordnung. Dezentrale Erneuerbare Energien zusammen mit modernen Speichertechnologien und Erdkabeln sind also der Garant, dass das Horrorszenario eines lang andauernden und flächendeckenden Stromausfalles nicht eintritt. Doch Deutschland und die EU sind meilenweit von dieser Katastrophenvorsorge entfernt. Die Bundesregierung setzt immer noch massiv auf zentrale Stromerzeugung mit Kohle und blockiert den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien. In der EU setzen Kommission und Regierungschefs, sowie viele große Energieversorger zusätzlich sogar weiter auf Atomenergie, statt den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien endlich massiv zu beschleunigen. 

Die Lösung vor einem langandauernden flächendeckenden Blackout sind aber gut gebaute moderne Windkraft-, Biogas-, Wasserkraft-, Geothermie- und PV-Anlagen, die selbst schlimmsten Stürmen standhalten. Zudem braucht es Speicher und Erdverkabelung, damit auch der Stromtransport nicht im Sturm oder Schneechaos wie 2005 im Münsterland untergeht. Die Blackout-sichere dezentrale Stromversorgung mit 100% Erneuerbaren Energien sichert nicht nur eine katastrophensichere Stromversorgung, sondern schützt auch indirekt vor immer schlimmer werdenden Wetterkatastrophen. Denn 100% Erneuerbare Energien sind der wichtigste Baustein für einen wirksamen Klimaschutz, ohne ihn geht die Erderwärmung unvermindert weiter und produziert immer schlimmere und heftigere Stürme, die dann die Blackouts im zentralen Stromsystem mit Kohle und Atom erzeugen. Wer nicht auf den seit Jahren versagenden Gesetzgeber warten will, kann den lokalen Blackout- und Klimaschutz selbst organisieren, so wie es die Stadtwerke Haßfurt oder die Gemeinde Stubenberg in Österreich bereits tun.

Freitag, 5. Januar 2018

KW mit 4000 Solaranlagen

Das Solarkraftwerk mit bald hundert Megawatt Leistung ist über den ganzen Kanton Zürich verteilt. Und täglich kommen neue Standorte dazu. Das Besondere: Die Stromerzeuger sind Teil der baulichen Infrastruktur in Form von Wohn- und Schulhäusern, Gewerbe- und Industriebauten.
Vor kurzem wurde in der Nähe von Dübendorf auf dem Dach des Einfamilienhaus-Neubaus von Pietro Realini die 4000. PV-Anlage ans EKZ-Netz angeschlossen. Damit sind photovoltaische Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 86'000 Kilowatt über die EKZ mit dem europaweiten Elektrizitätsnetz verbunden. Die viertausend Anlagen produzieren jährlich derzeit rund 77,4 Mio. kWh Strom. Damit lässt sich eine mittelgrosse Stadt versorgen –  mehr als 17'000 Haushalte (Durchschnittsverbrauch: 4500 kWh). 
Die Betreiber von 721 PV-Anlagen profitieren dabei noch von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), speisen also den gesamten produzierten Solarstrom zu einem Vorzugstarif ins Netz ein. Mehr als drei Viertel der 4000 Anlagen sind aber «Eigenverbrauchsanlagen», bei denen ein mehr oder weniger grosser Anteil der Produktion innerhalb des Gebäudes direkt genutzt wird. Nur der Überschuss wird in das Netz der EKZ zurückgespiesen. Sehr klein, im Bereich von etwa 250 Anlagen, ist der Anteil der Direkteinspeiser – ohne KEV und ohne Eigenverbrauch.

Eigenverbrauch bringt Vorteile

Der im Haus direkt genutzte Strom bringt dem Hausbesitzer den Vorteil, keine Netznutzungsgebühren bezahlen zu müssen. «Der direkte Draht zum Verbraucher» hat auch eine energiepolitische Dimension, weil dadurch der Autonomiegrad der versorgten Gebäude steigt. Mit einem Lastmanagement lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen. Untersuchungen der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigen, dass eine Verdoppelung des Eigenverbrauchsanteils realisierbar ist. Wer wenig investieren will, verschiebt die Betriebszeiten von Maschinen und Geräten in sonnenreiche Tagesabschnitte. Eine Schaltuhr reicht dazu. Sehr attraktiv ist die Einbindung der E-Mobilität in die Hausversorgung. Wenn die PV-Anlage viel Strom erzeugt, lässt sich damit elegant das Elektrofahrzeug und das E-Bike aufladen. Dann dienen deren Batterien als Stromspeicher. Das erhöht den Eigenverbrauch sehr deutlich. 
Als Mitgestalter der Energiezukunft unterstützen die EKZ die Eigenversorgung von Hausbesitzern und freuen sich auf die nächsten 4000 Anlagen. Werden auch Sie Teil davon und versorgen Sie sich mit Ihrem eigenen Solarstrom.

Viel Strom um zwölf Uhr mittags

Ziemlich genau um die Mittagszeit nähern sich die 4000 Anlagen der Produktionsspitze, was die Einspeisung ins EKZ-Netz rasch in die Höhe treibt. Bei wolkenlosem Horizont sei der Effekt noch ausgeprägter, meint Karl Resch, Leiter Regulierungsmanagement und Netzwirtschaft der EKZ. Einzelne Netzabschnitte, vor allem im Niederspannungsbereich, kommen dann an ihre Grenzen und mussten bereits verstärkt werden. Von einigen Niederspannungsnetzen wird bereits heute Solarstrom ins Mittelspannungsnetz abgegeben. Dem direkten Eigenverbrauch dient geschätzt nur ein Viertel der Produktion, der Rest geht ins Netz. (Lesen Sie dazu auch «Wie Regelenergie das Netz stabilisiert»)
Mit 22,5 Kilowatt elektrischer Spitzenleistung ist die durchschnittliche Anlage erstaunlich gross. Dafür ist eine Modulfläche von etwa 150 m2 notwendig. Auf einem üblichen Einfamilienhaus findet dieses Format keinen Platz. Neben vielen Kleininstallationen sind demnach unter den viertausend Stromerzeugern auch zahlreiche mittlere und grosse Anlagen zu finden. Für die standardisierte Umrechnung auf den spezifischen Ertrag einer Solarstromanlage empfiehlt Swissolar als Richtwert 905 kWh je Kilowatt installierter Spitzenleistung. Mit dem Mittelwert von 22,5 Kilowatt ergibt sich ein durchschnittlicher Ertrag von rund 20'000 kWh je Anlage.

Landesweite Entwicklung von PV-Anlagen 

Markterhebung SonnenenergieGrafik: Markterhebung Sonnenenergie - Teilstatistik der Schweizerischen Statistik der erneuerbaren Energien von 2016. Quelle: Swissolar

Interview mit David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar

Was bedeutet es für das EKZ Netz und das Schweizer Netz, dass die 4000. Rücklieferanlage angeschlossen wurde?
David Stickelberger: Ende 2017 werden in der Schweiz etwa 68‘000 Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossen sein. Die EKZ haben daran einen beachtlichen Anteil – offenbar sind in Ihrem Versorgungsgebiet die Rahmenbedingungen gut. 
 
Wie sieht die Entwicklung in anderen Kantonen aus?
David Stickelberger: Leider gibt es keine Statistik nach Kantonen. Es laufen aber Vorbereitungsarbeiten für ein nationales Anlageregister. Dieses wird wohl erst 2019 verfügbar sein. Am ehesten kann dieses dann auf der Website von Swissgrid oder des BFE eingesehen werden.
 
Was bedeutet dies für die Energie-Strategie 2050? Haben wir genug Solaranlagen oder braucht es noch mehr? Falls es noch mehr braucht, wie viele mehr noch?
David Stickelberger: Natürlich braucht es noch viel mehr, und es wäre auch sehr viel mehr möglich! Solarstrom deckt erst 3% unseres Strombedarfs. Auf unseren Dächern und Fassaden könnten wir aber etwa die Hälfte unseres Strombedarfs erzeugen. Einen Teil dieses Potenzials sollten wir unbedingt nutzen, denn es gilt nicht nur die AKW zu ersetzen, sondern auch den zusätzlichen Strombedarf aus der Elektromobilität sowie für den Betrieb von Wärmepumpen zu erzeugen. Beides ist nötig, damit die Schweiz ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaprotokoll erfüllen kann – der vollständige Verzicht auf fossile Energien bis Mitte des Jahrhunderts.

Quelle: https://www.energie-experten.ch/de/wissen/wissen/ein-kraftwerk-mit-4000-solaranlagen.html / Oliver Humm / EKZ

Donnerstag, 4. Januar 2018

D: Solar/Wind vor Kohle/Atom

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben Daten zur Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2017 vorgelegt. Danach lag die Stromproduktion aus Solar- und Windenergieanlagen mit 140 Terrawattstunden in Summe erstmals vor Braunkohle, Steinkohle und Kernkraft. 

Die Windenergie wurde zur zweitstärksten Energiequelle nach der Braunkohle. Der Anteil aller erneuerbaren Energiequellen an der öffentlichen Nettostromerzeugung, d.h. dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag bei ca. 38%. Photovoltaikanlagen speisten im Jahr 2017 etwa 38,4 Terrawattstunden in das öffentliche Netz ein. Die Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 0,4 Terrawattstunden (TWh) bzw. 1% erhöht, lag aber noch unter dem Wert von 2015 (38,7 TWh). Die installierte PV-Leistung lag Ende Oktober bei ca. 42,7 Gigawatt (GW). Der Zubau bis Oktober 2017 beträgt ca. 2 GW. Die maximale Solarleistung betrug ca. 28 GW am 27.05.2017 um 13:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt kamen 42% der gesamten Stromerzeugung aus Photovoltaik. Im Juni 2017 war die monatliche Stromerzeugung von PV-Anlagen höher als von Steinkohlekraftwerken.

Die Windenergie produzierte im Jahr 2017 ca. 104 TWh und lag dabei mehr als 30% über der Produktion des Vorjahres (78,6 TWh). Die Windenergie lag damit erstmals als zweitstärkste Energiequelle vor der Steinkohle und der Kernenergie, aber noch hinter der Braunkohle. In zehn Monaten übertraf die Windstromproduktion die Erzeugung aus Steinkohle und aus Kernenergie. Die maximal erzeugte Leistung betrug ca. 40 GW am 28.10.2017 um 20:15 Uhr. Der Anteil von onshore Wind betrug ca. 85 TWh, 20 TWh mehr als in 2016. Offshore Wind konnte die Produktion von 12 TWh in 2016 auf über 17,4 TWh in 2017 steigern. Ende Oktober 2017 lag die installierte Leistung von onshore Wind bei 50 GW und von offshore Wind bei 5,3 GW. 

Die Wasserkraft produzierte ca. 20,9 TWh und liegt damit ungefähr auf dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Produktion war im Januar mit 1 TWh am Geringsten und im Mai mit 2 TWh am Höchsten. Aus Biomasse wurden ca. 47 TWh produziert. Die Produktion liegt auf dem Niveau des Vorjahres. In Summe produzierten die Erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser und Biomasse im Jahr 2017 ca. 210 TWh. Sie liegen damit 15% über dem Niveau des Vorjahres mit 182 TWh und erreichen einen Anteil von ca. 38% an der öffentlichen Nettostromerzeugung. Der Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung einschließlich der Kraftwerke der „Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden“, die für den Eigenverbrauch produzieren, liegt bei ca. 35%. 

Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung 2017




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© Foto Foto Fraunhofer ISE, Grafik: B. Burger, Quelle: https://www.energy-charts.de/energy_pie_de.htm
Die Grafik zeigt die Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung. Die Erzeugung aus Kraftwerken von „Betrieben im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden“, d.h. die industrielle Erzeugung für den Eigenverbrauch, ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt.
Die Nettostromproduktion aus Kernkraftwerken betrug ca. 72 TWh und lag damit 10% unter dem Vorjahresniveau. Gründe für den Rückgang sind hauptsächlich längere Reparatur- und Wartungsarbeiten. Zum 31.12.2017 wurde das Kernkraftwerk Gundremmingen B endgültig abgeschaltet. Braunkohlekraftwerke produzierten ca. 134 TWh netto. Das sind ca. 1 TWh bzw. 0,7% weniger als 2016. Insbesondere bei hoher Windeinspeisung haben sie ihre Leistung stärker als in früheren Jahren gedrosselt. Nach wie vor sind Braunkohlekraftwerke aber noch unflexibel in ihrer Reaktion auf die hohe Einspeisung von Erneuerbaren Energien. Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken betrug 83 TWh und sank damit um 17 TWh gegenüber Jahr 2016.



Gaskraftwerke haben ca. 46 TWh netto für die öffentliche Stromversorgung produziert. Sie lagen damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zusätzlich produzierten Gaskraftwerke im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe ca. 20 bis 25 TWh für den industriellen Eigenbedarf. 

Im Jahr 2017 wurde ein Exportüberschuss von ca. 50 TWh erzielt. Dieser Wert liegt ungefähr auf dem Niveau von 2016. Der Großteil der Exporte floss in die Schweiz (16,6 TWh), die hauptsächlich als Transitland nach Italien dient. Auf Rang zwei folgt Österreich mit 14,7 TWh. Die Niederlande auf Platz drei und Polen auf Rang vier fungieren hauptsächlich als Transitländer. Deutschland importierte deutlich weniger Strom aus Frankreich als in den vergangenen Jahren, weil einige französische Kernkraftwerke aus Sicherheitsgründen zeitweise abgeschaltet wurden. Deutschland dient als Transitland für französischen Strom und leitet diesen an die Nachbarländer weiter. Die durchschnittlich exportierte Leistung betrug ca. 5,7 GW. Das entspricht der Leistung von fünf Kernkraftwerken. Während ca. 8200 Stunden des Jahres 2017 (93,7%) wurde Strom exportiert und an ca. 500 Stunden (6,3%) wurde Strom importiert. 

Für den Außenhandel mit Strom liegen bisher nur Zahlen von Januar bis einschließlich Oktober 2017 vor. In dieser Zeit wurden ein Exportüberschuss von 41 TWh und Einnahmen im Wert von 1,39 Mrd. Euro erwirtschaftet. Eingeführter Strom kostete durchschnittlich 38,07 Euro/MWh, ausgeführter Strom 35,48 Euro/MWh. Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis liegt mit 32,89 Euro/MWh etwas über dem Wert des Vorjahres von 28,78 Euro/MWh.