Dienstag, 31. Januar 2012

Solarstrom senkt Börsenpreis

Der Gesamteinspareffekt durch die Photovoltaik betrug an der EPEX-Strombörse im Jahr 2011 bis zu 840 Millionen Euro. Mittags senkt Solarstrom die Preise sogar um bis zu 40 Prozent. Industriestrompreise sind durch Kostensenkungseffekt um rund 0,15 Cent pro Kilowattstunde niedriger.

Solarstrom senkt die durchschnittlichen Preise an der EPEX-Strombörse um bis zu zehn Prozent, zur Mittagszeit sogar um bis zu 40 Prozent. Das belegt eine Kurzstudie des Instituts für ZukunftsEnergiesysteme (IZES gGmbH), Saarbrücken, die im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) erstellt worden ist. Insgesamt beläuft sich der Preissenkungseffekt für das Jahr 2011 demnach auf 520 bis 840 Millionen Euro – was einer Preisminderung von vier bis sechs Euro pro Megawattstunde entspricht. „Es wird viel über die Kosten des Solarstroms geredet“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Die IZES-Studie zeigt, dass Solarstrom bereits heute auch entlastende Preiseffekte hat.“

Grund für den Preissenkungs-Effekt: Solarstrom wird zu Spitzen-Nachfragezeiten erzeugt – tagsüber, wenn Strom an der Börse am teuersten ist. Die IZES-Studie belegt, dass mit dem wachsenden Zubau an Solarstrom die Preise für sogenannten Peak-Strom (Peak = Spitze) in den Jahren 2007 bis 2011 kontinuierlich gesunken sind. Peak-Strom wird im Spothandel an der EPEX-Börse gehandelt, in der Zeit von 8.00 bis 20.00 Uhr. Der Spothandel setzt den Preis für den gesamten Stromhandel in Deutschland, also auch für den Terminmarkt und OTC („Over the counter“)-Geschäfte.

Der preissenkende Effekt kommt derzeit vor allem Großhändlern und Großver-brauchern zugute, die ihren Strom am Spotmarkt beziehen. Für die stromintensive Industrie entsteht somit durch den Solarstrom eine lukrative Win-Win-Situation. Zum einen profitiert sie von den günstigen Einkaufspreisen an der Strombörse, zum anderen wird sie größtenteils von der Zahlung der EEG-Umlage befreit.

Die privaten Verbraucher hingegen spüren von den kostensenkenden Effekten nichts. Im Gegenteil: Für sie verteuert sich die EEG-Umlage, weil sie für die Differenzkosten zwischen billigem Peak-Strom und garantierter Einspeise-vergütung aufkommen müssen. Würde man die preissenkende Wirkung der Photovoltaik hingegen bei der Berechnung der EEG-Umlage berücksichtigen, entspräche dies einer Entlastung der Verbraucher-Stromtarife in Höhe von rund 0,15 Cent pro Kilowattstunde.

Quelle: Deutscher Bundesverband Solarwirtschaft

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Elektroautos nur mit Ökostrom

Ergebnisse zweier wesentlicher Projekte des Öko-Instituts und des Instituts für Energie- und Umweltforschung zum Thema Klima- und Umweltverträglichkeit von Elektroautos wurden veröffentlicht. Sie zeigen, dass Elektroautos nur bedingt nachhaltig sind.

Erst die Nutzung zusätzlicher erneuerbarer Energien ermöglicht eine signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen. Dieser Ansatz ist zentraler Bestandteil des Regierungsprogramms Elektromobilität. Das deutsche Bundesumweltministerium unterstützt die intelligente Netzintegration und Kopplung an Strom aus erneuerbaren Quellen mit einem umfangreichen Forschungsförderprogramm.

Der voll elektrisch betriebene Mitsubishi auf Zürichs Strassen - ein Flottenwagen der Universität (Bild: Guntram Rehsche)






"Eine bloße Verlagerung des CO2-Ausstoßes vom Auspuff zum Kraftwerk ist Augenwischerei. Elektrofahrzeuge müssen regenerativ erzeugten Strom nutzen, der als zusätzliche Kapazität in den Strommarkt gebracht wird. Entscheidend für den Fortschritt hin zu einer Mobilität, die ohne Verbrauch fossiler Ressourcen auskommt, ist die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien", so Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen.

Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein für den Klima- und Umweltschutz im Verkehr. Allerdings wird die Gesamtumweltbilanz von Elektroautos von vielen Faktoren beeinflusst, etwa dem Energieeinsatz zur Produktion und zum Betrieb der Fahrzeuge. Im Rahmen seines Förderprogramms Elektromobilität unterstützt das Bundesumweltministerium eine Vielzahl von Flottenversuchen mit E-Fahrzeugen. Die übergreifende Begleitforschung führt die Praxisergebnisse hieraus zusammen und ermittelt die Umweltentlastungspotenziale.

Für die Klimabilanz von Elektroautos ist vor allem die Herkunft des Ladestroms entscheidend. CO2-Emissionen und weitere Umwelteffekte der Elektromobilität können Verbraucher jetzt anhand individueller Parameter im Internet berechnen. Der Umweltrechner zeigt auch die Umweltwirkungen des aktuell genutzten Pkw im Vergleich.

Im Projekt UMBReLA wurde die Untersuchung verschiedener Fahrzeug- und Nutzungstypen auf ihre Umwelteffekte über den gesamten Lebenszyklus hin auch für einen Online-Rechner aufbereitet. Leitfrage dabei war: Unter welchen Rahmenbedingungen zeigt der Einsatz von Elektroautos besonders günstige Umweltbilanzen? Per Mausklick können Verbraucher nun auf einen Blick verschiedene Fahrzeugtypen miteinander vergleichen. Die Nutzung von Energie aus Wind und Sonne wirkt sich maßgeblich auf die Umweltbilanz aus.

Die Elektromobilität ist langfristig notwendig für den Klimaschutz und kann bereits bis zum Jahr 2030 eine wichtige Option für den klimafreundlichen Verkehr sein. Das Öko-Institut distanziert sich daher von der pauschalen Behauptung, dass Elektrofahrzeuge eine „Ökolüge“ darstellen. Entscheidend für die Wirkungen auf die Treibhausgasbilanz und die Weiterentwicklung dieser Verkehrsoption sei vielmehr der rechtzeitige und forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien. In welchem Umfang dies passieren müsse, zeigten die Forscher in der Mitte Januar veröffentlichten Studie OPTUM.

Montag, 30. Januar 2012

Solarenergie nachhaltig Spitze

Den Sonderpreis für nachhaltige Klein- und Mittelunternehmen (KMU) erhielt am Montag das Solarunternehmen «energiebüro AG» aus Zürich. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ehrte zum dritten Mal nachhaltige Firmen der Schweiz, wobei der Hauptpreis an das Haustechnik-Unternehmen Hunziker und Partner ging.

Die ZKB lässt sich mit der Preisverleihung nicht «lumpen»: 150'000 Franken stehen insgesamt als Preissumme für die nachhaltigsten KMU der Schweiz zur Verfügung. Der Anlass fand vor hunderten von TeilnehmerInnen mit viel Prominenz im mondänen Zürcher Hyatt Park Hotel statt – und gereichte gar der Konkurrenz der Staatsbank zur Ehre. Denn unter den drei nominierten Unternehmen fand sich auch die Alternative Bank Schweiz (ABS), die sowohl mit den unterstützten Projekten wie mit Transparenz bei der Kreditvergabe glänzt.
Die Geehrten auf dem Podium anlässlich der Preisverleihung für nachhaltige Schweizer KMU - zweiter von links Christian Meier vom Solarunternehmen «energiebüro AG», ganz rechts Christian Hunziker vom gleichnamigen Hauptgewinner (Bild: Guntram Rehsche)

Ganz an die Spitze schaffte es die ABS dann aber doch nicht. Vor der Sonne stand ihr die Hunziker Partner AG – die die Jury mit auch bankfremden ExpertInnen sowohl in wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Hinsicht überzeugte. Gemäss Jurypräsident Bruno Dobler, seines Zeichens auch Vizepräsident des ZKB-Bankrats, trägt der Preis auch «dem Potenzial für künftige Nachhaltigkeitsleistung Rechnung». In der Laudatio heisst es unter anderem, Hunziker zeichne mit seinen rund 60 MitarbeiterInnen als Gebäudetechniker vorbildlich, wie sich ein mittleres Unternehmen erfolgreich der Nachhaltigkeit verschreibt. Firmenchef Christian Hunziker fügte dem launisch an, Nachhaltigkeit sei quasi eine Gelddruckmaschine - will sagen, helfe sowohl Geld zu sparen als auch neue Verdienstquellen zu erschliessen.


Erfolgreich hat sich auch die Zürcher «energiebüro AG» der Nachhaltigkeit verschrieben. Sie montierte, geführt von Firmenchef Christian Meier, bereits Solaranlagen auf Schweizer Dächer – besonders erfolgreich auf Fussballstadien – als dies noch weit herum belächelt wurde. Meier erhielt nach eigenem Bekunden vor zehn Jahren von einer Grossbank den Rat, sich mit seinem Talent doch einem zukunftsträchtigeren Geschäft zu verschreiben. Nun hat die ZKB das Potenzial dieses Geschäfts dennoch er- und den Sonderpreis für Kleinstunternehmen zuerkannt.

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Streichkonzert bei Förderung

Die italienische Regierung hat mit sofortiger Wirkung die Förderung neuer Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen gestoppt. In Frankreich fordert die Solarbranche derweilen wenigstens ein Einfrieren der Einspeisetarife. Radikal geht Spanien vor - und in Deutschland wartet man gespannt auf einen Entscheid der zerstrittenen Regierungskoalition.

Ursprünglich lief in Italien bis Ende des ersten Quartals 2012 noch eine Übergangsfrist. Bis Ende März ans Stromnetz angeschlossen Solarparks auf Ackerflächen sollten noch feste Einspeisevergütung nach dem Conto Energia beanspruchen können, dem italienischen Gegenstück zum EEG. Diese Übergangsregelung stammt vom Juni letzten Jahres, als die Regierung in Rom beim starken Ausbau der italienischen Photovoltaik auf die Bremse trat und die Solarstromvergütung kappte. Dennoch stieg der Zubau der Solarstromleistung in 2011 stärker al je zuvor. Laut dem europäischen Photovoltaikverband wurde weltweit in keinem Land mehr neue Solarstromkapazität aufgebaut als in Italien.

Solarpark-Anlagen wie etwa die im Bild gezeigte von Conergy dürften künftig in Italien nicht mehr von Fördertarifen profitieren. Das ist zwar bedauerlich, kündet aber gleichzeitig von der Tatsache, dass die Solarenergie bereits nahe der Konkurrenzfähigkeit wirtschaftet.


Doch noch ist es nicht sicher, ob es in Italien wirklich zu dem vorgezogenen Aus für neue Solarprojekte auf Ackerflächen kommt. Wie Rödl & Partner in einer Mitteilung erläutert, muss das neue Dekret innerhalb von 60 Tagen in ein geltendes Gesetz umgewandelt werden. Kommt es dies nicht dazu, trete diese rückwirkende Regelung wieder in Kraft. Eben darauf würden die italienischen Solarverbände nun hinwirken.

In Frankreich fordert die Solarbranche ein Einfrieren der Einspeisetarife. Deren stete Absenkung bringe jeden zweiten Arbeitsplatz der Branche in Gefahr. Die Industrieorganisation Enerplan, die mehr als 250 Solarunternehmen vertritt, verlangt zudem, von den Ausschreibungsverfahren für PV-Systeme mit einer Leistung von mehr als 100 KW Abstand zu nehmen. Denn seit der Einführung dieses Verfahrens sei in Frankreich keine Anlage dieser Größe mehr installiert worden. Die Bewerbungsfristen würden zu lange laufen und die hohen Entwicklungskosten das ökonomische Potenzial zerstören.

Wie der französische Regulierer CRE ankündigte, sinken die Solarstromtarife für Neuanlagen im ersten Quartal 2012 zwischen vier und zehn Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2011. Mit einer Vergütung von 38 Cent pro kWh für Anlagen mit einer Leistung von bis zu drei KWh sei der Preis 15 Prozent jetzt schon unter dem Niveau von März 2011. Größere Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 36 und 100 Kilowatt erhalten aktuell lediglich 24 Cent pro Kilowatt – das ist rund sogar ein Viertel weniger als vor einem Jahr.

Ende Woche gab das spanische Ministerium für Industrie, Tourismus und Handel (MITyC) bekannt, dass es das nationale Einspeisetarif-Programm für Neuanmeldungen zeitweise aussetzen wird. Dies betrifft sowohl Photovoltaik- als auch solarthermische Kraftwerke. Die Sperre wird sich nicht auf Anlagen auswirken, die bereits Vergütungen erhalten oder bereits angemeldet sind.

Schliesslich wird in Deutschland auf eine Neufassung des Einspeisegesetzes für Erneuerbare Energien (EEG) gewartet - der Streit um diese ist vor allem auch innerhalb der regierenden Koalitionsregierung entbrannt und dreht sich im wesentlichen um die Frage einer fixen Begrenzung der Förderung (Deckel).

Quellen: ecoreporter.de / Solarserver

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Atomfreies Japan

In Japan hat der Stromkonzern Chugoku Electric Power heute seine letzten beiden Reaktoren in dem Atomkraftwerk (AKW) Shimane in der Stadt Matsue zur regulären Wartung heruntergefahren. Damit laufen aktuell nur noch drei der 54 Atomreaktoren, die bis zu der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 rund 30% des Strombedarfs des Landes gedeckt haben.

Die restlichen drei Meiler werden ebenfalls in Kürze zur Wartung abgeschaltet (im Bild das soeben herunter gefahrene AKW Shimane aus der Luft gesehen). Dies ist in Japan alle 13 Monate üblich. Damit wird das Land bis Ende April 2012 atomstromfrei sein. Über das Hochfahren der AKW wird neben mehreren nötigen Schritten auch ein staatlich angeordneter Stresstest entscheiden Zur Deckung des aktuellen Energiebedarfs wurden stillgelegte fossile Kraftwerke (Öl, Gas, Kohle) wieder angefahren. Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der weltweit größten Ansammlung von Vulkanen. Das Potential an Geothermie zur Strom- und Wärmeerzeugung ist somit riesig. Das Landesinnere ist gebirgig und bietet gute Chancen für Wasserkraft. Die Insel verfügt zudem über eine extrem lange Küstenlinie, die sich für Windenergie eignet. Laut der Studie "Energy Rich Japan" von 2003 könnte das Land der aufgehenden Sonne zu 100% mit Erneuerbaren Energien versorgt werden. Derzeit decken sie lediglich 3,4% des Verbrauchs.

Die Dreifachkatastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe war die teuerste Naturkatastrophe der Geschichte. Sie hat dem Rückversicherer Munich Re zufolge 210 Milliarden Dollar an volkswirtschaftlichen Schäden verursacht, von denen 35-40 Milliarden versichert waren (die Kosten der Atomkatastrophe sind dabei noch gar nicht vollständig abzusehen). Die Katastrophe war damit beinahe so teuer, wie das gesamte bislang teuerste Katastrophenjahr der Geschichte, das Jahr 2005 mit einem Schadensvolumen von 220 Milliarden Dollar (vor allem aufgrund der Überschwemmung von New Orleans durch den Hurrikan Katrina). Das Gesamtjahr 2011 war mit 380 Milliarden Dollar Schäden das mit Abstand teuerste Katastrophenjahr der Geschichte.

Quelle: Agitano Wirtschaftsforum Mittelstand - (mb)

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Sonntag, 29. Januar 2012

Zertifikate für Solarwärme

Erstmals wurden Zertifikate für das MINERGIE-Modul Thermische Solaranlagen überreicht. MINERGIE-Module sind ausgewählte und zertifizierte Bauteile in MINERGIE-Qualität. Sie zeichnen sich aus durch Energieeffizienz, aber ebenso durch Komfort und Qualität. Im Rahmen einer Fachveranstaltung an der Swissbau in Basel, wurden die ersten drei Zertifikate für Thermische Solaranlagen übergeben.

In Neubau- und Modernisierungsprojekte ist der MINERGIE Standard ein häufig angewandtes und verlässliches Instrument. MINERGIE-Module sind die Bausteine des MINERGIE-Hauses: Wird ein Haus konsequent mit ihnen realisiert, erfüllt es in der Regel die Anforderungen des MINERGIE-Standards. Was bedeutet, dass mit dem konsequenten Bauen mit Modulen das MINERGIE-Zertifikat für das Gebäude meistens erreicht werden kann. Diese Module gab es bisher in den Kategorien, Fenster, Holzfeuerstätten, Komfortlüftung, Leuchten, Sonnenschutz, Türen sowie Wand- und Dachkonstruktionen. Mitte Januar wurden im Rahmen einer Fachveranstaltung an der Swissbau in Basel Systeme der Ernst Schweizer AG (siehe Bild), Helvetic Energy GmbH und SOLTOP Schuppisser AG mit dem MINERGIE-Modul Thermische Solaranlagen durch den Trägerverband Swissolar und MINERGIE ausgezeichnet.

Die Qualität eines Bauteils ist durch das MINERGIE-Modul-Zertifikat garantiert. Aber nicht nur das: "MINERGIE-Module zeichnen sich durch drei Merkmale aus", erläutert Prof. Heinrich Huber von der MINERGIE Agentur Bau das Konzept. "Sie sind energieeffizient, qualitativ hochwertig und bieten mehr Komfort als ein konventionelles Produkt."

Für thermische Solaranlagen heisst das beispielsweise, dass nicht nur hochwertige Komponenten eingesetzt werden, sondern dass diese durch Solarprofis auch zu einem effizienten und betriebssicheren System zusammengebaut werden. Die MINERGIE-Module bezeichnet Heinrich Huber als eine Art Leuchtturm oder Wegweiser auf dem Weg zum besseren Bauen: "Wenn eine Modernisierung ansteht und ein Gebäude aus Budgetgründen schrittweise modernisiert werden soll, können beispielsweise in einem ersten Schritt MINERGIE-Fenster eingebaut werden. Der Eigentümer kann dann entscheiden, wie es weiter geht, was er wann und wie modernisieren will und ob er überhaupt MINERGIE anstrebt. Wenn er später auch die Gebäudehülle und alles Übrige nach MINERGIE modernisiert, erfüllt er am Ende die Anforderungen des Standards." Für Neubauten wird grundsätzlich von vornherein die konsequente Planung nach MINERGIE empfohlen. Auch hier kommen Module zum Einsatz – oft zum Beispiel bei der Beleuchtung.

Für Hausbesitzer und Planer wird es noch einfacher, eine hohe qualitativ hochwertige Sonnenkollektoranlage in ihre Projekte zu integrieren. Das MINERGIE-Modul bezieht sich auf die gesamte Solaranlage, da der Ertrag und die Funktionstüchtigkeit einer Kollektoranlage ganz wesentlich durch das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und durch die Einbindung in die übrige Haustechnik bestimmt werden. Also auf die Ausrichtung und Fläche der Kollektoren, auf die Grösse des Speichers und den Stromverbrauch der Solarpumpe. Auch die Planung und die Installation der Anlage durch anerkannte Fachkräfte – Die Solarprofis Swissolar® – ist eine Bedingung zur Zertifizierung als MINERGIE-Modul.

Nach Einschätzung von Swissolar soll dieses Modul mithelfen den Anteil von Solaranlagen bei MINERGIE-Gebäuden und insbesondere bei den wichtigen Gebäudemodernisierungen zu erhöhen. Rund 1,5 Millionen Gebäude der Schweiz sind erneuerungsbedürftig. In der Schweiz besteht noch Nachholbedarf: Während in Österreich rund 4,6 Mio. Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert sind, ist die Kollektorfläche in der Schweiz fast sechsmal weniger gross (pro Person). Dass die Schweiz bei der Kollektordichte noch etwas zulegen wird, besteht berechtigte Hoffnung. Denn viele der geplanten Erneuerung von Häusern eignen sich besonders gut für die Integration einer Kollektoranlage. So bekommt das Haus einen besseren Wärmeschutz und die noch notwendige Wärme wird umweltfreundlich erzeugt.

MINERGIE-Module Thermische Solaranlagen kombinieren als Gesamtsystem: einerseits hohe Ansprüche an Komponenten und andererseits an die Installation. Die Komponenten der Solaranlage entsprechen den Qualitätsanforderungen des europäischen SolarKeymark-Labels. Realisiert werden die Systeme von Solarprofis Swissolar®, den anerkannten Fachkräften der Solarbranche. Weiter erfüllen die Systeme spezifische Anforderungen an Dimensionierung und Grenzwerte bei der Hilfsenergie.

Quelle: Verein Minergie, Foto: Guntram Rehsche

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Samstag, 28. Januar 2012

So viel Solarstrom wie 10 AKW

Mitte Woche veröffentlichte der europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA (European Photovoltaic Industry Association, Brüssel, Belgien) einen neuen Bericht, wonach 2011 weltweit Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 27,7 Gigawatt (GW) in Betrieb genommen wurden, drei Viertel davon in Europa. Weltweit wird damit gemäss Berechnungen von Solarmedia bereits mindestens so viel Solarstrom produziert, wie zehn grosse Atomkraftwerke liefern.


Die neuen Zahlen zum PV-Weltmarkt liegen im Durchschnitt der Schätzungen von Marktforschern. Der "Market Report 2011" sagt unter anderem auch, dass sich die Zahl der Länder mit einem Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung von drei (2010) auf sechs (2011) erhöht habe. “Die Photovoltaik-Industrie befindet sich an einem Scheideweg“, sagte EPIA-Präsident Ingmar Wilhelm. „Die europäischen Märkte waren immer schon größer als ihre eigene Produktion. Das wird wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht mehr der Fall sein.”

“Auf der ganzen Welt müssen neue Märkte eröffnet werden, um die Photovoltaik-Entwicklung in den nächsten zehn Jahren anzutreiben, so wie es Europa in den letzten zehn Jahren getan hat.“ Durch den Zubau lag die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung Ende 2011 bei 67,4 Gigawatt - diese produzieren mindestens so viel Strom wie zehn grosse AKW. Anders als andere Marktforscher identifiziert EPIA Italien als weltgrößten Photovoltaik-Markt 2011. Es folgen Deutschland, China, die USA, Frankreich und Japan. Alle haben mehr als ein Gigawatt zugebaut.

EPIA hält die Auffächerung des weltweiten Photovoltaik-Markts für die wichtigste Errungenschaft der Branche. Viele dieser Märkte hätten jedoch erst einen kleinen Teil ihres Potenzials entfaltet.

Quelle: EPIA | solarserver.de

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D: Windenergie wächst stark

Der deutsche Windmarkt hat sich 2011 von der vorjährlichen Flaute erholt. Während die Photovoltaik einen absoluten Rekordzubau von 7,5 Gigawatt an neuer Leistung verzeichnete, brachte es der Windmarkt auf deren 2 Gigawatt. Von Bedeutung ist auch, dass Deutschland derzeit offenbar gut durch den Winter kommt - ohne die stillgelegten AKW, aber insbesondere mit einer bereits beträchtlichen Windkapazität.

Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2011 in Deutschland 895 (2010: 754) Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.007 (2010: 1.551) Megawatt neu installiert. Das sind 456 MW mehr als 2010 und entspricht einem Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da die Datenerhebung der europäischen Windstatistik angepasst werden soll, werden zukünftig nur noch an das Netz angeschlossene Anlagen berücksichtigt. Betrachtet man die an das Netz angeschlossene Leistung von 2.086 Megawatt in 2011 gegenüber 1.493 Megawatt in 2010 liegt der Zuwachs bei fast 40 Prozent.

„Dieses Ergebnis zeugt von Kontinuität und Zuverlässigkeit beim Ausbau der Windenergie in Deutschland. Das ist auch die Basis für weitere Erfolge auf den Exportmärkten in Europa und weltweit. Allerdings muss in Zukunft stärker im Gesamtsystem gedacht werden. Der weitere Ausbau der Windenergie ist ohne den gleichzeitigen Umbau der Energieinfrastruktur wie z.B. Netze und Speicher Makulatur“, sagt Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Der Deutsche Windenergiezubau liegt voraussichtlich im Trend des Weltmarktes. In 2011 könnten die prognostizierten 40.000 Megawatt um rund 2.000 Megawatt überschritten werden. Fast die Hälfte davon wurde - wie auch schon 2010 - in China installiert.

„Die Deutschlandzahlen belegen: Im Bereich der Windenergie funktioniert das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Stabile Rahmenbedingungen sorgen auch für einen stabilen Ausbau der Windenergie in Deutschland. Es gibt eine Reihe positiver Trends, die man den vorliegenden Aufstellungszahlen entnehmen kann. So zieht das Repowering endlich an. Hier ist seit einigen Jahren eine stetige Steigerung zu vermerken, in diesem Jahr sogar um 30 Prozent. Damit wird das Repowering zu einer relevanten Größe für die Neuinstallationen“, betont BWE-Präsident Hermann Albers.

Im Jahr 2011 wurden 170 alte Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 123 Megawatt durch 95 neue Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 238 (2010: 183) Megawatt ersetzt. Offshore wurden in Deutschland 2011 108 (2010:50) Megawatt ans Netz angeschlossen. Ende 2011 waren damit rund 200 Megawatt in Summe am Netz. „Es muss immer wieder herausgestellt werden, dass es sich bei dem Offshore-Geschäft um langfristig geplanten Großanlagenbau handelt, der anderen Gesetzen gehorcht als das Onshore-Geschäft. So werden zum Ende des Jahres 2012 10 Offshore-Windparks mit einer Leistung von mehr als 2.000 Megawatt mit einem gesicherten Auftragsvolumen in Höhe von rund 7 Milliarden Euro im Bau sein. Um diese Parks zu erfolgreichen Geschäftsmodellen und weitere Parks auch Realität werden zu lassen, ist die Planungssicherheit bei der Netzanbindung eine ganz wesentliche Voraussetzung“, hebt Herdan hervor.

„Eine weitere positive Entwicklung ist, dass sich erstmals mit Rheinland-Pfalz und Bayern zwei süddeutsche Bundesländer unter den Top Five der Zubauzahlen befinden. Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund jüngster Entwicklungen in Süddeutschland diese Entwicklung fortsetzen kann. Aufgrund komplexer Genehmigungsverfahren werden politische Entwicklungen des vergangenen Jahres wie in Baden-Württemberg und Bayern sich erst langsam in den Zahlen niederschlagen“, sagt Albers.

Quelle: Bundesverband Windenergie e.V. 2012

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Freitag, 27. Januar 2012

Thai-Sonnenwärme-Kraftwerk

Das erste grosse Solarkraftwerk in Südostasien arbeitet mit voller Leistung - zum Einsatz kommt ein im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum mitentwickeltes Prinzip der Direktverdampfung mittels eines Parabolrinnen-Kraftwerks.

Das Sonnenwärme-Kraftwerk hat in dieser Woche erstmals seine volle Leistung von fünf Megawatt ins Netz eingespeist. Das Ende des vergangenen Jahres in Betrieb gegangene Kraftwerk ist das erste Parabolrinnen-Kraftwerk, bei dem der Dampf zum Antrieb einer Turbine direkt in den Parabolrinnen erzeugt wird. Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben sowohl bei der Entwicklung einzelner Komponenten als auch beim Gesamtkonzept der Anlage mitgewirkt. Das Kollektorfeld des Kraftwerks wurde von der deutschen Firma Solarlite gebaut, Betreiber ist der thailändische Energieversorger Thai Solar Energy.

Das erste Sonnenwärmekraftwerk in Südostasien nimmt Betrieb auf. Fünf Megawatt auf 100.000 Quadratmetern. © dlr.de



"Mit dieser Anlage münden die langjährigen DLR-Forschungsarbeiten zur Direktverdampfung in Parabolrinnen nun erstmals in ein kommerzielles Projekt", sagt Prof. Robert Pitz-Paal, Leiter des DLR-Instituts für Solarforschung. In den Absorberrohren, auf die die Parabolspiegel die Sonnenstrahlen bündeln, fließt dabei Wasser anstelle von Thermoöl. Die Rohre stehen unter einem erhöhten Druck von 30 Bar, der entstehende Wasserdampf wird 330 Grad Celsius heiß. "Wird die Wärme direkt durch das Wasser übertragen, kann die Prozesstemperatur eines Kraftwerks und damit dessen Wirkungsgrad gesteigert werden. Langfristig können mit der solaren Direktverdampfung so die Kosten von Sonnenwärme-Kraftwerken gesenkt werden", beschreibt Pitz-Paal die Vorteile des Verfahrens.

Mit der Planung und dem Bau der Anlage war die deutsche Firma Solarlite beauftragt. Sie hat in der thailändischen Provinz Kanchanaburi auf einem Areal von 100.000 Quadratmetern 86 Kollektor-Rinnen mit einer Länge von je 120 Metern errichtet. Das Unternehmen plant in der Region weitere Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 135 Megawatt. "Dieses Kraftwerk ist ein wichtiger Meilenstein in der Direktverdampfungstechnologie. Mit der Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt konnten wir unser Konzept einer umweltfreundlichen Energieerzeugung nach Test- und Pilotprojekten nun in einem kommerziellen Projekt umsetzen", sagt Solarlite-Geschäftsführer Dr. Joachim Krüger.

Sonnenwärme-Kraftwerke gelten als unverzichtbarer Bestandteil einer zukünftigen Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien. Sie haben den Vorteil, dass sie Energie in Form von Wärme speichern können. Zudem können diese Kraftwerke auch als Hybridkraftwerke gebaut werden und mit konventioneller Energie oder Biomasse befeuert werden. So lässt sich Strom bedarfsgerecht erzeugen um Fluktuationen von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen auszugleichen. Und so funktioniert ein Sonnenwärme-Kraftwerk:

  • In Sonnenwärme-Kraftwerken werden die Strahlen der Sonne mit Hilfe von Spiegeln gebündelt und in Wärmeenergie umgewandelt, man spricht deshalb auch von konzentrierender Solarkraft (Concentrating Solar Power - CSP). Durch die Konzentration der Strahlen werden Temperaturen von 400 bis 1200 Grad Celsius erreicht. Diese Wärmeenergie lässt sich wie in einem konventionellen Dampfkraftwerk oder mit einem durch Wärme bzw. thermischer Energie angetriebenen Stirling-Motor zur Stromerzeugung nutzen. Je nach Kraftwerksart bündeln vier unterschiedlichen Spiegelformen die Sonnenstrahlen: 1. Parabolrinnen, 2. ebene Spiegel, die auf einen Punkt an der Spitze eines Turms fokussiert sind, 3. paraboloidförmige Spiegel, sogenannte Dish-Spiegel oder 4. lineare Fresnel-Kollektoren.

Dirk Rinus Krüger, Projektleiter beim DLR, freut sich, dass der bisherige Testbetrieb erfolgreich verlaufen ist: "Es ist faszinierend zu sehen, wie sich das riesige Kollektorfeld zur Sonne ausrichtet und mit seinem Dampf die Turbine antreibt. Das Kraftwerk lässt sich auch bei unterschiedlicher Sonneneinstrahlung leicht und präzise steuern." Mit seinem Team hat der DLR-Forscher die Qualität der Kollektoren von Solarlite getestet und die Firma bei der Planung der Anlage beraten. In dem bis 2014 laufenden Forschungsprojekt "Duke" des Bundesumweltministeriums entwickeln DLR und Solarlite das Prinzip der Direktverdampfung weiter. Ziel ist, die Effizienz des Verfahrens weiter zu verbessern und damit die Stromgestehungskosten weiter zu senken.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) 2012

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Dienstag, 24. Januar 2012

Gewaltiges Wachstum der EE

Die Erneuerbaren Energien (EE) werden bis 2030 der mit Abstand wachstumsstärkste Energiesektor sein. Das geht aus einer aktuellen Marktprognose für den weltweiten Energiemarkt hervor. Der bis dahin entstehende neue Energiebedarf wird demnach von den regenerativen Energien am stärksten gedeckt werden.

Das stellt der aktuelle „BP Energy Outlook“ fest, in dem der Mineralölkonzern in regelmäßigen Abständen die weitere Marktentwicklung im Energiesektor abschätzt. Neben dem "World Energy Outlook" der Internationalen Energieagentur (IEA) gilt der BP-Report als Leitmedium für Voraussagen im Energiesektor. Dabei haben beide Publikationen das Wachstum der Erneuerbaren in ihren Prognosen immer stark unterschätzt. Daher ist es umso bedeutsamer, dass der nun veröffentlichte „BP Energy Outlook“ von einem enormen Zuwachs dieses Sektors ausgeht.

Der Studie zufolge wird die weltweite Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen von 2010 bis 2030 jährlich im Schnitt um 8,2 Prozent zulegen. Zum Vergleich: für Erdgas, die laut dem BP-Report wachstumsstärkste fossile Energiequelle, sagt er ein Durchschnittswachstum von 2,1 Prozent voraus. Der weltweite Energiebedarf soll von 2010 bis 2030 pro Jahr um 1,6 Prozent steigen, insgesamt um 39 Prozent. Von diesem Zuwachs wird dem Report zufolge mehr als ein Drittel (34 Prozent) auf Energie aus regenerativen Quellen entfallen, mehr als Erdgas (31 Prozent) und weit mehr als auf andere Energiequellen.

Der "World Energy Outlook" sagt voraus, dass das starke Wachstum der Erneuerbaren Energien bis 2020 vor allem von Europa getrieben wird, während in den USA vor allem verstärkt Biotreibstoffe eingesetzt würden, die der Report ebenfalls zu den Erneuerbaren Energien zählt. Im darauf folgenden Jahrzehnt werde sich neben den USA vor allem China zu der wachsstumstragenden Nation entwickeln. Vor allem in wirtschaftlich aufstrebenden Entwicklungsländern wie China und Indien werde die Energieproduktion aus alternativen Quellen wie Wind- und Sonnenenergie nach 20 Prozent enorm zulegen.

Derzeit entfallen 22 Prozent der weltweiten Produktion von Erneuerbarer Energie auf Nicht-OECD-Staaten. Also auf Länder, die nicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (englisch Organisation for Economic Co-operation and Development) angehören. Zur OECD zählen 34 Staaten mit hohem Pro-Kopf-Einkommen. Dort werden aktuell etwa drei Viertel der regenerativen Energie weltweit produziert. Laut BP-Report wird hier der Anteil der Nicht-OECD-Staaten bis 2030 auf 43 Prozent anwachsen.

Trotz des starken Ausbaus klimaschonender Erneuerbarer Energien wird es dem Report zufolge aber nicht gelingen, eine Wende bei den weltweiten Treibhausgasemissionen zu erreichen. Hier sagt der Bericht von 2010 bis 2030 einen weiteren Anstieg um 28 Prozent voraus. Der Grund ist der vielefache Anstieg des Energiebedarfs in China sowie in anderen aufstrebenden Schwellenländern.

Quelle: ecoreporter.de

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Solarmodule sind Elektroschrott

Das EU-Parlament hat eine Änderung der Elektroschrott-Richtlinie beschlossen. Die Photovoltaik-Branche kann 2012 noch einmal Luft holen – aber die gesetzliche Regelung über Rücknahme und Recycling von Solarmodulen steht fest.

Nach langen Ankündigungen und Diskussionen ist es nun passiert, wie die Zeitschrift Photovoltaik meldet: Die EU fand das Selbstverpflichtungs-Engagement für Rücknahme und Recycling von Solarmodulen der Photovoltaik-Industrie zu lasch. Solarmodule fallen nun in Europa unter die Elektroschrott-Richtlinie WEEE (Waste Electrical and elelectronic Equipment Directive). Die Novellierung der EU-Richtlinie hat das EU-Parlament in Straßbourg am vergangenen Mittwoch beschlossen: Nun muss noch der EU-Rat zustimmen, was als reine Formsache gilt. Die Novelle sieht vor, dass 85 Prozent der verkauften Solarmodule gesammelt und zu 80 Prozent recycelt werden müssen. Allerdings, und deshalb hat die Photovoltaik-Branche noch Zeit zum Durchatmen – die EU wolle sich bis Ende des Jahres noch Zeit lassen, die tatsächlich gültige Sammelquote für Photovoltaik-Module festzulegen.

Solarmodule sind als Teil der Kategorie vier („Consumer Equipment and Photovoltaik Panels“) in den Geltungsbereich der novellierten Elektronikschrottverordnung aufgenommen. Die Neuregelung sieht vor, dass Photovoltaik-Module separat gesammelt werden und macht die Empfehlung, dass insbesondere für Solarmodule eine Getrenntsammlung von anderen Elektrogeräten anzustreben ist. Bereits existierende Sammel- und Recyclingstrukturen sollten dabei gestärkt und ausgebaut werden.

Für PhotovoltaikModule steht die genau Sammelquote noch nicht fest, zumal die zu erwartenden Mengen ausrangierter Module in den nächsten Jahren noch sehr gering sein werden und sich der Lebensyklus von Modulen über rund 30 Jahre erstreckt. Wesentlich dafür ist die Unterscheidung von "Sammelquote" und "Recyclingquote". Denn aufgrund der langen Lebensdauer von Solarmodulen soll befunden werden, aufgrund welcher Regelung die jährliche "Sammelquote" festgelegt wird. Insgesamt sind erst einige tausend Tonnen Solarmodule der Branchenvereinigung PV-Cycle gesammelt. Betrachtet man die installierte Photovoltaik-Modulmenge der vergangenen zwei Jahre in Deutschland, so wird deutlich, dass diese rund 15 Gigawatt installierte Modulmenge einen Rücklauf von rund 1,5 Mio Tonnen Modulschrott verursachen wird, legt man einen Schätzfaktor von 100 Tonnen Modulgewicht pro Megawatt zu Grunde. Wann genau die Module rücklaufen werden, ist in dieser Branche jedoch aufgrund der langen Modul-Lebenszeit noch schwer zu sagen. Die WEEE Richtlinie muss nach Inkrafttreten nach maximal 18 Monaten von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Bezüglich dieser finanziellen Herausforderung ist noch unklar, was auf die Photovoltaik-Branche zukommen wird. First Solar, weltweit größter Anbieter von Cadmiumtellurid-Dünnschichtmodulen sichere das eigens durchgeführte Recycling der Module bereits seit 2005 finanziell mit einem Fond ab, der die kostenlose Rücknahme und das Recycling aller verkauften First Solar Module unabhänig sicherstelle, sagt der Nachhaltigkeitsexperte des Herstellers, Andreas Wade. An sich müssten bereits jetzt schon alle Modulhersteller für jedes verkaufte Modul eine Rücklage für dessen Rücknahme und Recycling bereitstellen. Gerade an dieser finanziellen Regelung scheiterte jedoch bisher der eigens für das freiwillige und selbstständige Modul-Recycling gegründete Industrieverband PV-Cycle.

Für den Industrieverband PV-Cyle, der das Recyling in den 27 EU-Mitgliedsstaaten und den EFTA-Ländern organisieren sollte, bedeutet die Novellierung der WEEE-Richtlinie , dass er sich vom freiwilligen Industrieverband zum Dienstleister der Photovoltaik-Branche wandeln muss – vielleicht eine zweite Chance für den Verband. Wie konkret diese neue Rolle aussehen wird, ist noch ungewiss. „Wie auch bei Kühlschränken oder Mobiltelefonen ist eine einfach gestaltete und weitflächig ausgelegte Infrastruktur für Rücknahme und Sammlung der Schlüssel zum Erfolg. PV CYCLE arbeitet zur Zeit mit rund 200 registrierten Rücknahmestellen in ganz Europa und unser Netzwerk wächst stetig weiter“, erklärt PV-Cycle-Sprecherin Pia Alina Lange. Mit Blick auf die neue WEEE-Richtlinie werde PV-Cycle auch weiterhin sein “Servicepaket, dass die Rücknahme, den Transport und das Recycling von Altsolarmodulen, als auch die damit verbundene Finanzierung umfasst, anbieten“.

Bis zum Jahresende 2012 wird Diskussionsspielraum bestehen, der der Branche auf Länderebene erlaubt, Ideen und Vorschläge einzubringen und sich auf diese Veränderung vorzubereiten. Das gilt im Speziellen auch für die Transformation und Aufgabenregelung des Industrieverbandes PV-Cycle. In der kommenden Ausgabe der photovoltaik (02/2012) finden Sie einen ausführlichen Beitrag über die Neuregelung der WEEE-Richtlinie. Das Heft erscheint am zweiten Februar.

3. Generation mit Marktreife

Das Unternehmen Eight19 meldet gemäss der Solarserver-Plattform die Eröffnung einer Fertigungsanlage für organische Photovoltaik-Module am Unternehmenssitz Cambridge (England). Gleichzeitig kommt es erstmals zum kommerziellen Einsatz der so genannten Grätzel-Zellen. Die Solarzellen der 3. Generation kommen auf den Markt.

Eight19 bezeichnet sich als europaweit größte Fabrik ihrer Art. Die Fertigung arbeite mit dem Rolle-zu-Rolle Druckverfahren und produziere organische Photovoltaik-Module mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwa 3,6 Kilometer pro Stunde.

Eight19 betont, seine flexiblen organischen Photovoltaik-Module könnten im Rolle-zu-Rolle Druckverfahren mit geringeren Kosten gefertigt werden als konventionelle PV-Technologien.



“Organische Solarzellen sind einer der Technologie-Ansätze in der Photovoltaik, die sich am schnellsten entwickeln. Der Wirkungsgrad der Module hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt”, sagte Professor Richard Friend, Gründer von Eight19. “Die neue Fabrik ermöglicht Eight19, die Forschungsergebnisse in die Fertigung umzusetzen und Produkte für den weltweiten Einsatz zu herzustellen.”

Eight19 erklärt, Rolle-zu-Rolle Druckverfahren sorgen für niedrige Produktionskosten und geringen Energieverbrauch sowie einen höheren Durchsatz bei der Produktion flexibler organischer Photovoltaik-Module. Die Module aus der neuen Fabrik sollen sowohl für industrielle Produkte verwendet werden als auch für das "IndiGo"-Photovoltaiksystem von Eight19. Dieses ermögliche den Besitzern, den Solarstrom zu verkaufen. Eight19 IndiGo, das mit einem Guthaben, vergleichbar mit Bezahlsystemen für Mobiltelefone arbeitet, wurde im September 2011 in Kenia angeboten. Das Unternehmen erklärt, derzeit weite es das Dienstleistungsangebot auch auf andere Teile Afrikas und auf den indischen Subkontinent aus. Die Eight19-Technologie zum Druck organischer Photovoltaik wurde im Cavendish Labor an der Cambridge University entwickelt. Das Unternehmen will 2013 erste Photovoltaik-Module aus bedrucktem Plastik auf den Markt bringen.

Das britische Unternehmens G24i hat derweilen neuartige Solarzellen auf den Markt gebracht, die im Unterschied zu herkömmlichen Solarzellen erstmals auch unter künstlicher Beleuchtung funktionieren. Die sogenannten Farbstoffsolarzellen basieren auf Metall-Folien, die mit Titandioxid überzogen und dann mit einem Färbemittel eingefärbt werden, ergänzt um ein Elektrolyt und eine durchsichtige, leitfähige Gegenelektrode.

Die Technologie war bereits 1990 von dem Schweizer Professor Michael Grätzel entwickelt worden, erlangt allerdings erst jetzt aufgrund stabilerer Färbemittel, einem stärkeren Material für die Gegenelektroden und allgemein billigere Materialien die Marktreife. Die dünnen und flexiblen Farbstoffsolarzellen liefern dabei sowohl außerhalb als auch innerhalb von Räumlichkeiten genügend Strom, um beispielsweise schnurlose Tastaturen, Fernbedienungen und Rollos zu betreiben oder auch mobile Endgeräte aufzuladen. Auch Gegenstände wie beispielsweise Taschen lassen sich mit den flexiblen Solarzellen bestücken, wodurch sie zum Aufladen elektrischer Geräte beitragen oder LED-Lampen versorgen können.

Quellen: Solarserver / Eight19 / Agitano

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Montag, 23. Januar 2012

Trinkwasser solar aufbereitet

Das Umweltministerium von Abu Dhabi (EAD, Vereinte Arabische Emirate) meldet die Fertigstellung von 22 Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung, die mit Solarstrom betrieben werden. Jede von ihnen kann täglich 25.000 Liter Trinkwasser aus verunreinigtem oder salzhaltigem Wasser produzieren.

Zu den Einheiten gehört eine Photovoltaik-Modulfläche von 300 Quadratmetern mit einer Gesamtnennleistung von 35 Kilowatt zum Betrieb einer Pumpe. Diese fördert Grundwasser aus einem Brunnenkomplex. Ein umgekehrtes Osmose-System arbeitet mit Druck, um aus Salzwasser mittels einer halbdurchlässigen Membran Trinkwasser zu gewinnen. Durch eine unterirdische Leitung wird das Trinkwasser dann in ein Becken gepumpt. Die Salzlake wird zur Verdunstung in ein gesondertes Becken geleitet. Das Umweltministerium meldete dies während des Welt-Energiegipfels World Future Energy Summit 2012 (WFES).

Jede Aufbereitungsanlage kann mit Solarstrom täglich 25.000 Liter Trinkwasser produzieren.








In einer Modell-Anlage in Umm Al Zamool (Vereinte Arabische Emirate) teste das EAD derzeit noch die Aufbereitungstechnologie und arbeite daran, die Effizienz der Methode zu verbessern. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Methoden, um den steigenden Wasserbedarf zu decken. Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wird eine wichtige Rolle bei der Wasseraufbereitung in dieser Region spielen. Dieses Projekt ist Teil unserer Strategie, die neusten Innovationen in der Wasserproduktion zu verfolgen und die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollsten Methoden zu verwenden, damit der steigende Wasserbedarf gedeckt und somit die künftige Wasserversorgung gesichert werden kann”, sagte EAD-Generalsekretär H.E. Razan Khalifa Al Mubarak. Das EAD merkt an, die in den Anlagen verwendete Aufbereitungsmethode senke die Kosten besonders in den Gebieten, in denen sie ältere Anlagen ersetzt.

Quelle: Environment Agency - Abu Dhabi | solarserver.de

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Grossanlage für Gewächshäuser

In der bayerischen Gärtnersiedlung Rain am Lech profitieren nicht nur Tomaten, Begonien und Co. von der Lichtenergie aus der Sonne. Ab sofort erzeugen dort in die Gewächshausdächer integrierte Photovoltaikmodule auch umweltfreundlichen Strom.

Als Generalunternehmer ist abakus solar im Auftrag von vier Gärtnerbetrieben momentan an der Realisierung von Deutschlands leistungsstärkstem Solarkraftwerk beteiligt: Geplant sind insgesamt 1,4 MWp. „Dank unserer hochqualitativen Produkte und langjährigen Erfahrung konnten wir das Vertrauen der Gärtnersiedlung gewinnen und dieses zukunftsfähige Projekt gemeinsam realisieren“, sagt Erhard Krausen, Bereichsleiter Vertrieb Projekte, abakus solar AG.

Die Gärtnersiedlung Rain GmbH koordiniert als Dachorganisation die Aktivitäten sieben angeschlossener Gartenbauunternehmen in Rain am Lech. Die einzelnen Gesellschafterbetriebe bauen ein abgestimmtes und vielseitiges Kulturprogramm von der Zierpflanze über Frühjahrsblüher bis hin zu Gemüse an. Regenerative Energie nutzt das Unternehmen bereits in Form von Wärme aus verschiedenen Quellen.

Mit der Entscheidung für eine partielle Umrüstung der Gewächshäuser mit Photovoltaikanlagen entwickelt die Organisation den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent weiter. Die Solarkraftwerke installiert die abakus solar AG dort derzeit als Generalunternehmer. Geplant ist ein Leistungsvolumen von insgesamt 1,4 MWp, bis Ende 2011 wurden bereits 708 kWp realisiert. Diese Leistung verteilt sich über Treibhäuser der vier Betriebe Hartmann GbR, Hartmann Gartenbau GmbH & Co. KG, Dechant Gartenbau GmbH & Co. KG und R. Bosch KG. Dabei wurden 3.612 PV-Module in Standardbauweise und Spezialanfertigung verbaut. Die konkrete Umrüstung übernahm die dänische Firma Viemose-Driboga A/S und tauschte einen Teil der 4 mm Float-Glasscheiben gegen Photovoltaik-Glas-Folien-Module mit 4 mm Einscheibensicherheitsgläsern (ESG). Der skandinavische Gewächshausbauer entwickelte dazu an die Gewächshäuser und Module angepasste neue Sprossen und Profile. Zum Einbau der Module wurde jede zweite Sprosse auf der Südseite entfernt.

Im aktuellen Ausbauzustand produziert die Anlage eine jährliche Strommenge von 720.000 kWh. Das entspricht dem Bedarf von etwa 260 2-Personen-Haushalten. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Außerdem werden rund 405 Tonnen CO2-Emissionen jährlich eingespart.

Quellen: sonnenseite.com / abakus solar AG 2012

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Sonntag, 22. Januar 2012

Solarenergie zu teuer?

Eines ist so sicher wie der Sonnenaufgang morgen früh: Der Siegeszug einer Energiebranche, die in Zukunft weder Uran noch Kohle braucht. Seit einigen Wochen ist Solarstrom in Deutschland auch noch billiger als der Haushaltstrom aus der Steckdose. Ein Kommentar des deutschen Publizisten Franz Alt, der sinngemäss auch für die Schweiz gilt - doch dazu mehr anfangs kommender Woche.



Und ausgerechnet jetzt sagen in den letzten Tagen Wirtschaftsminister Philipp Rösler, RWE-Chef Jürgen Großmann und der „Spiegel“ in einer spektakulär aufgemachten Story übereinstimmend: Solarstrom sei zu teuer, das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) sollte abgeschafft werden.

Rösler will die Solarförderung radikal kürzen und deckeln – sie ist ihm einfach zu erfolgreich. Großmann hat erkannt, dass Solarenergie „in Deutschland etwa so ist wie Ananas in Alaska anbauen.“ Und der „Spiegel“ titelte: „Hohe Kosten, kaum Leistung“. Ganz überrascht und zutiefst erschrocken, haben die Spiegel-Kollegen auch schon gemerkt, dass in Wintermonaten hierzulande weniger Sonne scheint als in den Sommermonaten.

Bei so viel geballter Ignoranz gepaart mit Lobbyisten-Arbeit der Atomfreunde feiert auch der größte politische und publizistische Unsinn Hochkonjunktur.

Erstens: Nie waren Solarmodule preiswerter als heute – dank des EEG. Von einem Euro pro Kilowattstunde Solarstrom im Jahr 1988 sind wir inzwischen bei 20 bis 24 Cent Ende 2011. In wenigen Jahren ist Solarstrom die billigste Energiequelle weltweit. Und ausgerechnet jetzt – mitten in einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, die in wenigen Jahren 120.000 neue, zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen hat - will der für die Wirtschaft zuständige Minister die Erfolgsgeschichte der Solarenergie ausbremsen. Kein Wunder, dass diese Rösler-FDP eine Zwei-Prozent-Partei wurde.

Zweitens: Der Solarstrom zerstört natürlich ein lieb gewordenes Geschäftsmodell der alten Stromwirtschaft. Mittags, wenn in Deutschland am meisten Strom gebraucht wird, wird zugleich am meisten Solarstrom erzeugt. Dadurch drücken die vielen Solarzellen den Strompreis an der Leipziger Strombörse, was die Kunden freut, aber die Atomstrombosse ärgert. Sie verdienen weniger.

Drittens: Zum Glück hat sich Umweltminister Norbert Röttgen von seinem inkompetenten Kollegen Rösler nicht kirre machen lassen. Das EEG, die privilegierte Einspeisung der Erneuerbaren und die langfristige Vergütung bleiben bestehen, wenn auch reduziert. Das ist vertretbar, denn durch Massenproduktion werden die Anlagen immer preiswerter.

Ein Fortschritt ist, dass die Absenkungen der Einspeise-Vergütung nicht mehr in wenigen großen Sprüngen, sondern künftig in kleinen Schritten und monatlich erfolgen werden. Das ist vernünftig und für die Solarbranche einfacher und berechenbarer zu verkraften. Absenkungen in kürzeren Intervallen war auch ein Vorschlag von Hermann Scheer, den er in seinem letzten Gespräch Norbert Röttgen gab.

Das erfolgreiche deutsche EEG wurde inzwischen von 48 Regierungen übernommen. Selten war ein Gesetz so erfolgreich. Es abzuschaffen wäre töricht gewesen. Die Branche muss den Sonnenuntergang nicht befürchten. Die Branche und die Wähler sollten freilich wachsam bleiben. Dies war nicht der letzte Versuch, das EEG zu killen. Es hat nur einen Nachteil für die alten Energieversorger und ihre politischen Handlanger: Seinen Erfolg.

Der ökonomisch unschlagbare Vorteil der künftigen ökologischen Energieversorgung ist: Die Sonne schickt uns keine Rechnung. Solarstrom wird langfristig der preiswerteste Strom auf der ganzen Welt. Das ist ein Naturgesetz.

Freitag, 20. Januar 2012

Gross-Solarthermie in Betrieb


Torresol Energy Investments SA (Getxo, Spanien) meldet die Eröffnung zweier solarthermischer Kraftwerke mit einer Nennleistung von jeweils 50 Megawatt in Südspanien. Beide verfügen über einen Wärmeenergiespeicher für 7,5 Stunden.

Torresol berichtete dies während des Welt-Energiegipfels World Future Energy Summit in Abu Dhabi (Vereinte Arabische Emirate). Die Solarthermie-Kraftwerke Valle 1 und Valle 2 verwenden Parabolrinnen-Technologie und folgen auf Torresols erfolgreiche Eröffnung des solarthermischen Kraftwerks Gemasolar im Mai 2011. “Mit diesen beiden Kraftwerken in Spanien hat Torresol Energy die erste Phase seines strategischen Plans abgeschlossen”, kommentiert Enrique Sendagorta, Präsident von Torresol Energy.

“Nun haben wir in Südspanien drei Kraftwerke in Betrieb und bewiesen, dass wir solarthermische Kraftwerke sowohl mit Turmkraftwerk-Technologie, als auch mit Parabolrinnen-Technologie betreiben und instandhalten können. Schon bald wollen wir mit weiteren solarthermischen Anlagen in verschiedenen Ländern der Region beginnen, die als Sonnengürtel bekannt ist."

SENER Ingeniera y Sistemas SA (Getxo, Spanien) war für Planung, Materialbeschaffung und Bau der beiden Solarthermie-Kraftwerke zuständig. Das Unternehmen übernahm auch den Technologie-Service und die Projektleitung. Die Finanzierung der beiden Kraftwerke mit Kosten von insgesamt 540 Millionen Euro wurde 2009 durch sieben spanische Großbanken gesichert. Torresol betont den Zeitpunkt der Finanzierung, da diese während der globalen Wirtschaftskrise gesichert wurde. Das Magazin EuroMoney zeichnete dies mit dem Preis "Projektfinanzierung des Jahres 2009" im der Rubrik alternative Energien aus.

Derzeit entwickelt Torresol das solarthermische Kraftwerk Shams One in Abu Dhabi. Am Donnerstag berichtete die Zeitschrift Khaleej Tomes, die Anlage sei zu 65 Prozent fertig gestellt und bezog sich dabei auf Aussagen der am Bau Beteiligten. Torresol ist aus einem Zusammenschluss von Masdar (Abu Dhabi) und SENER hervorgegangen.

Quelle: Torresol Energy Investments SA | solarserver.de

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D: Monatliche Kürzungen

Die Photovoltaik-Einspeisetarife sollen in Deutschland künftig monatlich abgesenkt werden. Damit will der Umweltminister Endspurte wie im letzten Dezember künftig vermeiden. Die neue Regelung soll zügig kommen, macht aber eine erneute Novellierung des EEG notwendig - so eine Meldung des Magazins Photovoltaik.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und die Vertreter der Solarbranche haben sich darauf geeinigt, die Solarförderung künftig nicht mehr halbjährlich sondern monatlich zu kürzen. Diese Regelung solle zügig umgesetzt werden, sagte der Minister in seinem Statement nach dem Gespräch. Der Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) Günther Cramer geht davon aus, dass die Neuregelung bereits in sechs Wochen kommen könne. Ihm gehe es allerdings darum, dass die maximale Kürzung der Photovoltaik-Einspeisetarife von zweimal 15 Prozent nicht überschritten werden. Die Basisdegression und die zubauabhängige Degression solle addiert und dann über die Monate verteilt werden, so der Vorschlag.

Mit diesem Schritt sollten künftig Jahresendrallyes wie im Dezember 2011, als nach ersten Zahlen der Bundesnetzagentur drei Gigawatt Photovoltaik-Leistung ans Netz gegangen seien, vermieden werden, sagte Röttgen weiter. Außerdem stelle diese neue Regelung „keine Systemänderung, sondern eine Verfeinerung des EEG“ dar. Röttgen will am System des „atmenden Deckels“ festhalten. Allerdings sei eine erneute Novellierung des EEG notwendig, um den Vorschlag umzusetzen.

Nach der zum 1. Januar 2012 in Kraft getretenen und geltenden EEG-Novelle steht offiziell zum 1. Juli die nächste Absenkung der Photovoltaik-Einspeisetarife an. Sie wird wegen der Jahresendrallye, bei der wahrscheinlich rund drei Gigawatt Photovoltaik-Leistung allein im Dezember in Deutschland installiert worden, wahrscheinlich 15 Prozent betragen. Damit sinkt die Solarförderung binnen eines halben Jahres um insgesamt bis zu 30 Prozent. Die Vergütungssätze werden ab der Jahresmitte zwischen 20,77 Cent je Kilowattstunde für kleine Dachanlagen und 15,25 Cent je Kilowattstunde für Solarparks liegen.

Die Kürzungen scheinen aus Sicht vieler Politiker aber noch nicht ausreichend. Seit Wochen gibt es bereits wieder Diskussionen über die Solarförderung. Vor allem FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler und der CDU-Wirtschaftsflügel sogar mit ihren wiederholten Forderungen nach einem Deckel für die Photovoltaik für Unruhe und Besorgnis. Sie plädieren dafür, den Zubau von Photovoltaik-Anlagen bei 500 bis 1000 Megawatt zu begrenzen.

Quelle: photovoltaik / William Vorsatz/Sandra Enkhardt

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Donnerstag, 19. Januar 2012

ADEV erhöht Kapital erneut

Die ADEV Solarstrom AG mit Sitz in Liesthal (BL) erhöht ihr Aktienkapital um maximal CHF 4.206 Mio. Die Zeichnungsfrist läuft bis am 30. März 2012. Mit den zusätzlichen Mitteln realisiert die ADEV neue Solaranlagen in der Schweiz. Auf diese Weise können neue und bestehende Aktionäre mit ihrem Engagement einen Beitrag an die Energiewende leisten.

Die ADEV Solarstrom AG finanziert und betreibt seit über 20 Jahren Photovoltaikanlagen. Als Solarpionierin hat sie gemäss einer firmeneigenen Mitteilung in ihrem Portfolio inzwischen 36 Anlagen mit insgesamt 3‘711 Kilowatt Solarstromleistung. Es sollen aber noch mehr werden: Der Verwaltungsrat der ADEV Solarstrom AG hat eine Erhöhung des Aktienkapitals um CHF 4.206 Millionen genehmigt. Damit sollen neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mindestens 2‘100 Kilowatt realisiert werden. Mit dem Kauf von Aktien der Solarstromspezialistin leisten neue und bestehende Aktionäre einen konkreten Beitrag an die Energiewende. Dank ihrer umsichtigen Unternehmenspolitik konnte die ADEV in den letzten Jahren ihren Aktionären regelmässig eine Dividende ausschütten. Dies soll auch in Zukunft möglich sein, wobei die Ausschüttung so bemessen wird, dass genügend Mittel für Betrieb und Unterhalt der bestehen- den Anlagen und die Entwicklung von neuen Projekten zur Verfügung stehen.

Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 30. März 2012. Interessierte Investoren können die Zeichnungsunterlagen unter www.adev.ch beziehen und Anteile zeichnen. Die Aktien sind an der Nebenwertebörse der Berner Kantonalbank OTC-X frei handelbar.

Die ADEV-Solarstromanlagen produzierten 2011 3.1 Mio. Kilowattstunden, was dem jährlichen Strombedarf von 700 Haushalten entspricht. Dies entspricht einem Mehrertrag von 38% gegenüber dem Vorjahr und ist ein absoluter Rekordwert. Auch wenn viele die Sommermonate teilweise nicht als solche wahrgenommen haben, war die Zahl der Sonnenstunden in den übrigen Monaten bereits ab Februar überdurchschnittlich hoch. Zum guten Resultat trugen ausserdem die vier Ende 2010 in Betrieb genommenen Anlagen mit einer Gesamtleistung von 850 kW bei. Per Ende 2011 brachte die ADEV Solarstrom AG bereits wieder vier neue Anlagen von insgesamt 648 kW ans
Netz:

• Laufstall Schneider, Ormalingen (BL) 54 kW
• Flugplatz Grenchen Hangar Ost (SO) 160 kW
• Feldschlösschen, Satigny (GE) 360 kW (siehe Bild oben)
• Fraumatt Schulhaus (BL) 74 kW

Quelle: ADEV

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Video: Power to the People

Power to the People! from World Future Council on Vimeo.

Der Videofilm des World Future Councils zeigt die Bedeutung erneuerbarer Energien für Afrika (in englischer Sprache). Dabei kommt der Nutzung der Sonne in netzunabhängigen Systemen eine besondere Rolle zu. 2012 ist das UNO-Jahr «Nachhaltige Energie für Alle» (siehe auch Solarmedia vom ).

Quelle: World Future Council

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Heizen mit Solarstrom

Mit Photovoltaik lässt sich Brauchwasser unter Umständen günstiger erhitzen als mit thermischen Solarkollektoren. Das ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lösung, die der Photovoltaik einen großen Markt verspricht. Bricht nun ein Wettbewerb zwischen Photovoltaik und Solarthermie aus?

Die aktuelle Ausgabe der photovoltaik (01/2012) bringt eines der aktuell heissest diskutierten Solarthemen auf den Punkt: Bislang lässt sich Strom nur zu verhältnismäßig hohen Kosten speichern. Centrosolar hat nun ein System auf den Markt gebracht, das mit Photovoltaik-Strom den Wärmespeicher für Brauchwasser lädt. Damit umgeht das Unternehmen das Kostenproblem und stellt die Regel auf den Kopf, dass Strom die höherwertige Energie ist und alles vermieden werden sollte, was ihn zu geringerwertiger Wärmeenergie verwandelt, die sich nur unter hohen Verlusten wieder zu Strom machen lässt. Das Wichtigste aber dürfte sein, dass die Photovoltaik damit nicht mehr ein Fremdkörper auf dem Dach ist, der regelmäßig das Haushaltskonto füllt, sondern ein Teil der Haustechnik wird. Der Heizungsinstallateur kann das Paket für solares Brauchwasser verkaufen – dem Kunden dürfte egal sein, ob sich darin Photovoltaik oder Solarthermie verbirgt – Hauptsache, das Wasser ist warm. Mit dem neuen System gerät die Photovoltaik allerdings für manche Kundenbedürfnisse in direkten Wettbewerb zur Solarthermie.

Centrosolar bietet seit kurzem über den Großhandel ein Paket an – darin enthalten ist eine Drei-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage und eine Dimplex-Wärmepumpe- Diese hat die Arbeitszahl 2,8, was gemittelt für den jährlichen Betrieb bedeutet, dass sie aus einer Kilowattstunde Strom 2,8 Kilowattstunden Wärme für Brauchwasser erzeugt. Ein Energiemanagementsystem regelt, wann der Solarstrom die Wärmepumpe und andere elektrische Geräte betreiben soll. Centrosolar will damit auch möglichst hohe Eigenverbrauchswerte erreichen. Im Winter reicht der Solarstrom nicht vollständig aus. Wie bei jedem entsprechend dimensionierten Solarthermie-System muss dann zugeheizt werden.

Bei Centrosolar hat man auch die Kosten im Blick und stellte eine Vergleichrechnung an. Dabei geht es um eine Minianlage, die 50 Prozent der Brauchwasserwärme erzeugt. Betrachtet wurden drei Systeme: erstens eine Photovoltaik-Anlage mit Wärmepumpe, zweitens eine Photovoltaik-Anlage, die direkt den Heizkessel heizt und drittens eine Solarthermie-Anlage. Alle Systeme nutzen die Sonne, erzeugen gleich viel Brauchwasserwärme und ersparen im Jahr rund 100 Euro für Öl oder Gas. Sie unterscheiden sich also fast nur in ihren Investitions- und Betriebskosten. Ohne die Vergütung von selbst verbrauchtem Strom zu berücksichtigen, amortisiert sich das System mit Wärmepumpe 30 Prozent schneller als die Solarthermie-Anlage und liegt in dem Kostenvergleich vorne. Mit der Photovoltaik-Eigenverbrauchsvergütung halbiert sich die Zeit nochmals annähernd. Noch bessere Werte erzielt das System ohne Wärmepumpe, bei allerdings deutlich größerem Flächenbedarf.

Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob es nicht lukrativer ist, den Solarstrom zum Heizen zu verwenden als ihn einzuspeisen. Für eine gute Wirtschaftlichkeit reicht es nämlich nicht aus, Eigenverbrauchsquoten von 100 Prozent zu erreichen. Eigenverbrauch rechnet sich vor allem durch die eingesparten Stromkosten von zurzeit rund 24 Cent pro Kilowattstunde. Nutzt man den Solarstrom direkt zum Heizen, spart man ohne Wärmepumpe aber nur die gut sechs Cent fossilen Brennstoffkosten ein. Da lohnt sich der Eigenverbrauch nicht, die Volleinspeisung des Solarstroms wäre rentabler.

Hans-Martin Henning, den stellvertretenden Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und Abteilungsleiter für die thermischen Energiesysteme, stört an der gegenwärtigen Diskussion, dass über die Eigenverbrauchsförderung die Photovoltaik gegenüber der Solarthermie bevorzugt wird. Das Argument könnte man allerdings auch umdrehen und eine höhere Förderung für die Solarthermie fordern.

Dennoch bewegt die Branche das Thema – Heizen mit Photovoltaik. Neben Centrosolar hat auch Mastervolt angekündigt, dass es gemeinsam mit dem Wärmepumpen-Hersteller Stiebel Eltron an einer „neuen gemeinsamen Lösung“ zu arbeiten. Nach Ansicht von Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin ist das ein wichtiger und richtiger Schritt. Ab dem Jahr 2015 sieht er ein Marktpotenzial von 35 Gigawatt für Photovoltaikanlagen, die kleiner als zwei Kilowatt sind und einen elektrischen Speicher haben. Die Anlagen rechnen sich für den Betreiber alleine dadurch, dass sie Stromkosten sparen. Im Jahr 2020 lassen sich mit diesem Geschäftsmodell schon Fünf-Kilowatt-Photovoltaik-Anlagen bauen. Sie finanzieren sich ähnlich wie das System von Centrosolar teilweise über die eingesparten Brennstoffkosten für die fossile Heizung. Das Marktpotenzial beziffert er auf 90 Gigawatt.

Der vollständige Artikel sowie die Berechnungen finden sich in der aktuellen Ausgabe der photovoltaik (01/2012): Mehr als heiße Luft

Mittwoch, 18. Januar 2012

Arabischer Solartrend

Anlässlich des Weltenergiegipfels in Abu Dhabi veröffentlichte der Solar-Branchenverband der Vereinigten Arabischen Emirate (Emirates Solar Industry Association, ESIA, Dubai, VAE) mit PriceWaterhouseCoopers (PwC, London, U.K.) einen Bericht, laut dem die Photovoltaik derzeit in den meisten Ländern der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) mit der herkömmlichen Stromerzeugung wettbewerbsfähig ist.

Laut "Sunrise in the Desert" liegt Netzparität – der Zeitpunkt, wenn Strom aus Photovoltaik ohne Zuschüsse gleich teuer wie herkömmlicher Strom ist – dann vor, wenn der Ölpreis über 80 US-Dollar (rund 63 Euro) je Barrel oder der Preis für Flüssig-Erdgas über 13 USD (rund 10 Euro) je Million BTU (British thermal unit) liegt. Nach Schätzungen des Berichts betragen die Photovoltaik-Stromgestehungskosten in dieser Region 0,154 US-Dollar (rund 12 Eurocent) je Kilowattstunde. Das ist weniger als bei vielen herkömmlichen Kraftwerken, die entweder Öl oder Flüssiggas verbrennen. „Die MENA-Länder haben einen neuen Weg gefunden, ihren schnell wachsenden Energiebedarf zu decken“, heißt es in einer Zusammenfassung des Berichts. „Dadurch kann wiederum mehr Öl und Gas in die Weltmärkte exportiert werden.“ “Um diese neue Chance zu ergreifen, müssen die Regierungen der MENA-Länder und private Organisationen zusammenarbeiten. Sie müssen die Energiepreise rationalisieren, geeignete Gesetze einführen, um Solarstrom in den Energiemix zu integrieren, Photovoltaik-Kraftwerke entwickeln und idealerweise auch vor Ort Unternehmen entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette gründen.“

Laut ESIA und PwC gehören zu den Schlüsselmärkten für Solarstrom auch Länder, die auf Ölimporte für die Stromerzeugung angewiesen sind, wie beispielsweise Jordanien und Marokko, oder solche, die große Mengen eigenes Öl dafür verbrauchen, wie Saudi-Arabien oder Kuwait, oder Länder, die Flüssiggas importieren, wie Dubai. Die Installationskosten für Solarstromanlagen sinken weiterhin, ebenso müssen es die Preise für Öl und Gas tun, um mit der Photovoltaik mithalten zu können, heißt es in dem Bericht.

In den meisten MENA-Ländern würden die Strompreise durch Subventionen künstlich niedrig gehalten, so der Bericht. Allein in Saudi-Arabien lägen die Zuschüsse für die Stromerzeugung aus Rohöl bei jährlich 50 Milliarden US-Dollar (39 Milliarden Euro). Der Bericht empfiehlt, diese Subventionen zu streichen und stattdessen die solare Stromerzeugung zu fördern, um die Chancen gleich zu verteilen. Es könne jedoch politisch schwierig sein, die Förderungen für die Stromerzeugung aus fossilen Treibstoffen einzustellen, wenn sich die Bevölkerung darauf verlasse, wie die Streiks in Nigeria kürzlich gezeigt hätten.

Quelle: ESIA, PriceWaterhouseCoopers | solarserver.de

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Unsinniges Quotensystem

Das angeblich so marktkonforme Quotensystem, das laut dem deutschen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler einen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien auslösen soll, ist in Großbritannien gescheitert. Es ist nachweislich teurer als das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und hat dazu geführt, dass in Großbritannien weder breit in Erneuerbare Energien investiert wurde, noch eine neue Industrie mit hundertausenden neuen Arbeitsplätzen entstanden ist wie in Deutschland. Eurosolar wehrt sich.

Dabei ist die Strategie Röslers (siehe Bild) gemäss einer Stellungnahme von Eurosolar durchschaubar. Durch zahlreiche Ausnahmeregelungen wird die EEG-Umlage auf wenige Schultern verteilt und steigt so künstlich an. Durch die ständige Drohkulisse eines absoluten Deckels schafft man Torschlusspanik und gibt sich dann verwundert, wenn der Zubau von Solarstromanlagen neue Rekordhöhen erreicht. Gleichzeitig beginnt man eine künstliche Kostendebatte um die Photovoltaik, die längst auf dem Weg ist, immer kostengünstiger zu werden. Schon jetzt senkt sie an der Strombörse die Preise und damit die Profite der Stromkonzerne. Wenn neue Solarparks und große Aufdachanlagen schon im kommenden Jahr Strom günstiger liefern als die Offshore-Windparks der Großkonzerne, dann wird offensichtlich, wie verfehlt und konstruiert eine solche Kostendebatte ist.

Aber darum geht es gar nicht. Auch nicht, dass die Solarenergie angeblich nur marginale Beiträge zu unserer Energieversorgung leistet. Denn dies stimmt nicht mehr. Wenn selbst an einem Wintertag wie dem 16.01.2012 mittags circa sieben Gigawatt in das Stromnetz eingespeist werden, dann ist dies nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Monate, wenn die Marke von zehn Gigawatt regelmäßig überschritten wird.

Die Erneuerbaren Energien drängen zunehmend in den Mittelpunkt der deutschen Stromversorgung, mit über 20 % sind sie eine ihrer Säulen geworden. Da an manchen Tagen inzwischen sogar über 50 % des Stroms durch die Erneuerbaren bereitgestellt wird, sind sie es, die nun zunehmend den Takt unserer Stromversorgung vorgeben. Der archimedische Punkt, an dem sie die alten Strukturen aushebeln, rückt in greifbare Nähe. Ist er überschritten, haben sich zwangsläufig alle anderen Akteure nach den Erneuerbaren zu richten. Den Status einer bloßen Beimischung haben sie längst hinter sich gelassen.

"Ohne das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wäre eine solche Dynamik gar nicht möglich gewesen. Das EEG ist gerade deswegen so erfolgreich, weil mit ihm die hohe Investitionsbereitschaft der deutschen Bürger, des Mittelstandes und der Stadtwerke genutzt wird, um den Umbau unseres Energiesystems voranzutreiben. Das stärkt die Wirtschaftskraft von Kommunen und Landkreisen und ist einer der entscheidenden Gründe für die hohe Akzeptanz der Erneuerbaren Energien in der Bevölkerung", so Irm Scheer-Pontenagel, Geschäftsführerin EUROSOLAR.

Die Mengen- und Kostendebatte ist deshalb völlig verfehlt, sie hat mit der Realität nichts zu tun. Nun muss man sich fragen, was die Triebfeder für das Handeln von Bundeswirtschaftsminister Rösler ist. Offensichtlich stellt er sich auf die Seite der Verlierer, der fossil-atomar geprägten Großkonzerne. Denn sie sind die Zaungäste der Energiewende, deren Macht immer weiter beschnitten wird. Zentrale fossile Grundlastkraftwerke werden zu Fremdkörpern und rentieren sich nicht mehr. Damit ist der Kern des Geschäftsmodells der Stromkonzerne bedroht, die mit den neuen dezentralen Strukturen offensichtlich nicht zurechtkommen. Sie möchten den Zustand wieder herstellen, in dem Stromversorger und Stromkunde klar voneinander getrennt sind.

Mit Bundesminister Rösler haben sie einen Fürsprecher gefunden, der sich dezidiert für ihre Partikularinteressen einsetzt. Statt Wirtschaftspolitik betreibt er Klientelpolitik zu Lasten der Allgemeinheit und der Zukunftsfähigkeit unserer Volkswirtschaft. Dies allein ist der Grund, warum er nun einen Deckel fordert und das erfolglose und teure Quotensystem nach Deutschland holen will. Und auch der Grund, warum andere Stimmen sogar den Einspeisevorrang für die Erneuerbaren noch weiter beschneiden wollen.

Statt der Bewahrung überkommener Strukturen gilt es nun, das Energiesystem zugunsten der Erneuerbaren Energien umzubauen, mit flexibleren und virtuellen Kraftwerken sowie Energiespeichern und dem Aufbau intelligenter Stromnetze für die dezentrale Einspeisung. Das ist die eigentliche Aufgabe einer zukunftsweisenden Wirtschaftspolitik. Die notwendigen Akteure hierfür stehen schon bereit.

Quelle / Ansprechpartner: Valentin Hollain, wiss. Leiter EUROSOLAR, Tel.: 0228 / 2891446

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Meyer Burger gehört zu Grössten

Nach dem neuesten "PV Equipment Quarterly” von Solarbuzz bleiben Applied Materials Inc. (Santa Clara, Kalifornien, USA), Centrotherm Photovoltaics AG (Blaubeuren, Deutschland) und die Meyer Burger Group (Baar, Schweiz) gemessen am Umsatz die größten Technologie-Lieferanten der Photovoltaik-Industrie. Der Bericht bezweifelt die bisherigen Angaben über die weltweiten Produktionskapazitäten.

Eine Gruppe chinesischer Unternehmen verzeichnete zwischen 2008 und 2011 bei den Photovoltaik-Umsätzen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 200 %.
„Die Begeisterung über die Rekordumsätze 2011 wird durch die Tatsache gedämpft, dass das meiste Zubehör letztes Jahr auf Grund sehr ehrgeiziger Expansionspläne verkauft wurde, die nicht von einer entsprechenden Marktnachfrage untermauert waren“, sagte Solarbuzz-Chefanalyst Finlay Colville. „Die Überkapazitäten entlang der c-Si-Photovoltaik-Wertschöpfungskette wurden 2011 chronisch. Nur wenn die Nachfrage auf dem Endkundenmarkt 2012 höher als erwartet ist, mindert das einen gravierenden Rückgang der Ausgaben für Zubehör.“

Die vier chinesischen Unternehmen mit diesem erstaunlichen Wachstum sind Apollo Solar Energy Technology Holdings Ltd. (Hong Kong, China), 48th Research Institute of China Electronics Technology Group Corporation (ChangSha, China), Zhejiang Jinggong Science & Technology Company Ltd. (Keqiao, China) und Shenzhen Jingyuntong Electronics Company Ltd. (Shenzhen, China). Der Drahtsägen-Hersteller Komatsu-NTC Ltd. (Nanto, Japan) profitierte auch von den Kapazitätserweiterungen in Asien: Er war 2011, gemessen am Umsatz, der sechstgrößte Photovoltaik-Ausrüster überhaupt und der größte mit Sitz in Asien.

Solarbuzz geht davon aus, dass die Photovoltaik-Umsätze von Applied Materials 2011 um mehr als 60 % gewachsen sind. Das Umsatzwachstum bei den europäischen Herstellern von Photovoltaik-Produktionstechnik sei dagegen eher ungleichmäßig. Unternehmen wie Centrotherm, die Meyer Burger-Gruppe (Baar, Schweiz) und die Schmid Gruppe (Freudenstadt, Deutschland) verzeichnen 2011 wahrscheinlich Rekordumsätze; Andere europäische Unternehmen wie die Roth & Rau AG (Hohenstein-Ernstthal, Deutschland) verloren hingegen große Marktanteile. Die Tatsache, dass 2011 sehr viel Photovoltaik-Zubehör verkauft wurde, sorgte laut Solarbuzz für die „irreführende“ Angabe von 50 GW bei der weltweiten nominalen Produktionskapazität. Das Unternehmen geht davon aus, dass die weltweit installierte Fertigungskapazität eher bei 30 GW liegt. Viele Produktionslinien seien inzwischen geschlossen, vorübergehend stillgelegt, würden gerade umgebaut oder seien nur zu unter 50 % ausgelastet.

NPD Solarbuzz warnt Ausrüster, die sich auf Produktionsanlagen für kristalline Silizium-Module konzentrieren, vor dem Risiko, 2012 größere Umsatzeinbußen zu erleiden. Eine Ausnahme sei GT Advanced Technologies Inc. (Merrimack, New Hampshire, USA) auf Grund seines großen Marktanteils im Polysilizium-Geschäft und im Photovoltaik-Vertrieb.

Quelle: NPD Solarbuzz | solarserver.de

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Dienstag, 17. Januar 2012

Warten auf KEV geht weiter

Der schweizerische Nationalrat hatte an seiner ausserordentlichen Session «Kernenergie und alternative Energien» im Sommer 2011 zwei Motionen angenommen hatte, welche die Aufhebung der finanziellen Deckelung bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) verlangen. Der Ständerat hatte in der Herbstsession 2011 eine dieser Motionen ebenfalls angenommen und somit an den Bundesrat überwiesen.

Wie Swissgrid in einer Mitteilung schreibt, hat das Parlament damit dem Bundesrat den Auftrag erteilt, eine revidierte Gesetzesvorlage auszuarbeiten, über welche das Parlament dann erneut debattieren wird. Im letzten Newsletter hatte Swissgrid als frühest möglichen Termin für eine solche Gesetzesvorlage das Jahr 2013 genannt. Nach heutiger Beurteilung wird sich dieses Datum eher noch weiter nach hinten verschieben, selbst unter der Voraussetzung, dass das Parlament einer solchen Gesetzesvorlage zustimmen würde.

Genossenschaftliche Solaranlage der FGZ im Zürcher Quartier Friesenberg - auch hier geht das Warten auf die KEV weiter (Bild: Guntram Rehsche).






Im 2. Quartal 2012 wird demgegenüber ein weiteres Photovoltaik-Zubaukontingent freigegeben werden: Profitieren können alle Photovoltaik-Projekte, welche bis und mit 31. Juli 2009 angemeldet worden sind (Datum des Poststempels ist massgebend). Damit kann die Warteliste um fast 2'400 Projekte abgebaut werden, was einer Gesamtleistung von über 50 MW (Megawatt) entspricht. Die positiven Bescheide werden wir voraussichtlich im 2. Quartal 2012 ausstellen können.

Für die anderen Technologien wie Wasserkraft, Windenergie, Geothermie und Biomasse gilt laut Swissgrid: Mit dem im Juli 2011 erfolgten Abbau der Warteliste war der Gesamtdeckel bereits wieder ausgeschöpft. 2012 kann somit keine Freigabe für Anmeldungen dieser Technologien erfolgen.

Müssen KEV-Gesuchssteller derzeit etwas unternehmen? Nein, lautet die Antwort von Swissgrid: «Wenn Sie Ihr KEV-Projekt bis und mit 31. Juli 2009 angemeldet haben, werden wir Sie im 1. Quartal 2012 über das weitere Vorgehen informieren. Alle Antragsteller, welche 2012 noch nicht in die KEV aufgenommen sind, werden wir wieder zeitgerecht über die aktuelle Situation informieren.»

Quelle: Swissgrid

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