Montag, 16. Juli 2018

Millionen ernten Solarenergie

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland nutzen bereits Solarenergie.


Fast überall in Deutschland scheint die Sonne an diesen Sommertagen länger als zwölf Stunden täglich. Bereits mehr als zehn Millionen Menschen nutzen diese kostenlose Energie für die Strom- oder Wärmeversorgung des eigenen Hauses – oft sogar auch nach Sonnenuntergang. „Mit einer Photovoltaik-Anlage kann man auf dem eigenen Dach bereits ab zehn Cent pro Kilowattstunde klimafreundlichen Solarstrom erzeugen. Das ist unschlagbar preiswert“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). „Die rund 30 Kilowattstunden, die eine typische Hausdachanlage an einem sonnigen Tag wie heute erzeugt, reichen zum Beispiel für eine 200-Kilometer-Tour mit dem Elektroauto.“ Gesunkene Anlagenpreise sorgen für einen starken Nachfrageschub. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1 Gigawatt installiert – über 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
 
Immer mehr Menschen komplettieren ihre Photovoltaik-Anlage mit einem Solarstromspeicher. So können sie den günstigen und klimafreundlichen Strom aus eigener Erzeugung auch nach Sonnenuntergang nutzen. Für den Strom, den sie nicht selbst verbrauchen, erhalten sie eine für zwanzig Jahre garantierte Einspeisevergütung. Dachflächen bieten in aller Regel ausreichend Platz, die Sonnenenergie nicht nur zur Stromerzeugung, sondern mithilfe solarthermischer Kollektoren auch zur kostengünstigen Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung zu nutzen. Millionen Menschen setzen bereits auf Solarwärmeanlagen. Energiespeicher gelten dabei längst als Standard. Körnig: „Eine Solarwärmeanlage sorgt zuverlässig und umweltfreundlich für warmes Wasser. Im Sommerhalbjahr kann sie die Aufgabe des Heizkessels oft komplett übernehmen und den Brennstoffverbrauch auf null senken. In den Übergangszeiten und an sonnigen Wintertagen kann sie, je nach Größe und Auslegung, die Raumheizung unterstützen.“ Der Staat unterstützt den Einbau einer Solarwärmeanlage in Bestandsgebäude mit großzügigen Zuschüssen von bis zu 3.600 Euro. „Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich bei einem Fachbetrieb über die vielen Möglichkeiten zu informieren, um noch vor Beginn des Herbstes auf Solarenergie umzusteigen“, so Körnig. 

Kompetente Handwerksbetriebe für Deutschland findet man auf solartechnikberater.de
für die Schweiz auf swissolar.ch

Quelle    Bundesverbandes Solarwirtschaft 2018

Mittwoch, 11. Juli 2018

Grosse Solaranlagen braucht das Land

Die am Mittwoch veröffentlichte Sonnenenergie-Markterhebung für das Jahr 2017 widerspiegelt die schwierige Marktsituation vor Inkrafttreten der Energiestrategie 2050. Besonders augenfällig ist der durch fehlende Förderung bedingte Markteinbruch um fast ein Drittel bei den mittleren und grossen Photo-voltaikanlagen gegenüber dem Jahr 2016. 

Auch wenn für das laufende Jahr eine Erholung zu erwarten ist, bleibt die Marktsituation für Grossanlagen schwierig. Der Fachverband der Solarindustrie, Swissolar, fordert deshalb eine Verkürzung der bis zu 6-jährigen Wartefrist für die Einmalvergütung. Ein Lichtblick ist das leichte Wachstum bei der Solarwärme.

Am Mittwoch wurde die von Swissolar durchgeführte und vom BFE (Bundesamt für Energie) plausibilisierte Markterhebung Sonnenenergie 2017 veröffentlicht. Sie betrifft ein Jahr, das wegen der Diskussion über die Energiestrategie 2050 von fehlender Förderung und grosser Unsicherheit und geprägt war. Die Photovoltaik (PV)-Verkaufszahlen sanken gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 241 Megawatt, was etwa einer Fläche von 225 Fussballfeldern  (ca. 1.5 Mio. m2)  neu installierten Modulen) entspricht. Verursacht wurde der Rückgang durch die letztes Jahr fehlende Förderung bei mittleren und grossen Anlagen über 30 kW Leistung (-31%). Besonders dramatisch war die Entwicklung bei Anlagen über 1 Megawatt Leistung (-73%). Die Analyse nach Art der Anlagen zeigte den grössten Rückgang bei Industrie und Gewerbe (-23%) und Landwirtschaft (-33%). In diesen Bereichen existieren viele grosse, bestens geeignete Dächer. 
 
Demgegenüber legte das Marktsegment der PV-Kleinanlagen (unter 30 kW Leistung, ca. 200 m2) um 38% massiv zu. Dies insbesondere bei Anlagen auf Einfamilienhäusern (+28%) und Mehrfamilienhäusern (+14%). Es zeigt sich, dass Photovoltaikanlagen auf neuen Wohnhäusern und bei Sanierungen heute zum Standard gehören. (2017 wurden 9131 PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern installiert, während im gleichen Zeitraum rund 7000 neue EFH gebaut wurden.) 

Um 5% leicht zugelegt haben auch Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme – zum ersten Mal nach vier Jahren rückläufigen Marktes. Der Grund dafür ist die wachsende Beliebtheit solcher Anlagen zur Wassererwärmung in Mehrfamilienhäusern (+35% gegenüber Vorjahr, bezogen auf die Fläche). 

Es braucht mehr Schub für grosse Photovoltaikanlagen: 
Swissolar geht für das laufende Jahr von einem leichten Wachstum bei der Photovoltaik aus. Trotz der seit Jahresbeginn für alle Anlagengrössen verfügbaren Einmalvergütung bleibt die Marktsituation für Grossanlagen schwierig. Als Grund ist einerseits die lange Wartefrist für Neuanmeldungen für die «grosse Einmalvergütung» von mindestens sechs Jahren zu nennen. Swissolar fordert das Bundesamt für Energie auf, diese Frist durch eine Umverteilung der verfügbaren Mittel auf maximal zwei Jahre (wie bei der «kleinen Einmalvergütung») abzusenken. 
 
Ein weiterer Grund liegt in den vielerorts sehr tiefen Rückliefertarifen für nicht selbst verwendeten Strom. Diese zwingen Betreiber dazu, ihre Anlagen möglichst klein zu dimensionieren. Die Folge sind die vielerorts bereits sichtbaren (z.B. auf landwirtschaftlichen Bauten) eigenverbrauchsoptimierten Solaranlagen, die nur einen kleinen Teil der verfügbaren Dachfläche nutzen. Dies läuft den Zielen der Energiestrategie 2050 und den Erfordernissen des Pariser Klimaabkommens zuwider und ist auch volkswirtschaftlich unsinnig. Für die Erreichung der Ziele braucht es zwingend einen stärkeren Ausbau der Grossanlagen auf Industrie-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und Landwirtschaftsbauten. Swissolar fordert deshalb von den Energieversorgern faire, der Energieverordnung entsprechende Rückliefertarife für Solarstrom. 
 
Die 2017 installierte Anzahl Batteriespeicher verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu Deutschland werden in der Schweiz jedoch immer noch viermal weniger Batteriespeicher pro Kopf installiert als in Deutschland. Swissolar rechnet mit einer schnell wachsenden Nachfrage aufgrund des Preiszerfalls bei Batterien. Dank optimiertem Eigenverbrauch werden Stromspeicher zusehends wirtschaftlich.  

Solarwärme bleibt interessant – die Kantone sind gefordert: Bei der Solarwärme geht Swissolar für 2018 von einem stabilen Markt aus. Positive Effekte sind insbesondere von den laufenden Revisionen der kantonalen Energiegesetze zu erwarten. Diese sehen vor, dass bei Heizungssanierungen mindestens 10% der benötigten Energie mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden muss. Sonnenkollektoren in Kombination mit fossilen Heizungen sind dafür besonders geeignet. Es ist jedoch von zentraler Bedeutung, dass die Kantone diese bis 2020 fälligen Revisionen nun ohne weitere Verzögerungen anpacken. 

> Zur Markterhebung Sonnenenergie 2017 
> Foto: Tissot-Arena in Biel, grösste Anlage auf einem Fussballstadion. © Schweizer Solarpreis

Quelle: Swissolar

Samstag, 7. Juli 2018

Tübingen überall !

Die süddeutsche Universitätsstadt Tübingen führt eine Solarpflicht ein - Tübingen will mit seinen neuen Vorschriften, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am Erreichen der Klimaschutzziele beteiligen. Ein Kommentar des Energiepublizisten Franz Alt zu einem Vorgang, der so auch in der Schweiz stattfinden könnte / sollte...

Nicht dutzendemal, sondern hundertemal wurde ich in den letzten Jahrzehnten gefragt: „Warum werden bei Neubauten Solaranlagen nicht vorgeschrieben?“ Ja warum wohl? Ein grüner Bürgermeister in Kassel hat es mal mit einer solchen Vorschrift versucht. Er wurde von seiner hessischen Landesregierung ausgebremst mit der Begründung, eine solche Vorschrift sei „Ökodiktatur“.
 
In Bayern gibt es meines Wissens zwei kleine Kommunen, die solche sinnvollen Vorschriften für Neubaugebiete mit Erfolg erlassen haben. Jetzt aber ist Tübingen die erste größere deutsche Stadt, die mit ihrem grünen Oberbürgermeist Boris Palmer und der Mehrheit des Stadtrats beschlossen hat: Neubauten werden nur noch zusammen mit Solarstromanlagen genehmigt. Architekten müssen also endlich lernen, wo Süden ist. Die bisherigen Ausreden der Kommunalpolitiker: Die Bauordnung lässt eine solche Vorschrift nicht zu, Denkmalschutz verbiete PV-Anlagen, Solarstrom sei zu teuer, eine PV-Vorschrift wäre „Ökodiktatur“ oder ähnlicher Unsinn. In Deutschland ist noch immer kein Argument zu doof, um nicht gegen die Energiewende ins Feld geführt zu werden.

Photovoltaik-Anlagen rechnen sich, seit es in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 gibt. Viele Hausbesitzer und Energiegenossenschaften haben sogar ordentliches Geld damit verdient oder gespart. Tübingen will mit seinen neuen Vorschriften, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am Erreichen der Klimaschutzziele beteiligen. Was das Problem von allen ist, muss auch von allen gelöst werden. Die Stadt am Neckar hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2022 um ein Viertel zu senken – gemessen an 2014.

Windräder können in Städten nur in begrenzter Zahl aufgestellt werden, Wasserkraft ist in Tübingen ausgeschöpft und auch Bioenergie natürlich begrenzt. Also bleiben die Dächer und Fassaden für Solaranlagen. Hier liegt das größte bisher ungenutzte Potential. Die Sonne scheint auf jedes Dach, kostenlos, umweltfreundlich und nahezu für alle Zeit. Aber der Preis für die Anlagen? Es ist ein nahezu unausrottbares Vorurteil der Ignoranten, dass Solarstrom zu teuer sei.

Preiswerte Sonnenenergie: Dabei ist in den meisten Ländern der Welt die Sonnenenergie bereits die preiswerteste Energiequelle und wird immer billiger. Eben weil die Sonne keine Rechnung schickt. Und sie hat so gut wie keine Folgekosten im Gegensatz zur alten, fossil-atomaren Energieversorgung. Die Stadtwerke Tübingen machen Hausbesitzern, die selbst nicht investieren wollen, ein Angebot: Die Dachflächen Anderen zur Verfügung zu stellen. Pachtmodelle sollen ermöglicht werden.  

Die Stadtwerke Tübingen bieten auch an, die Anlagen selbst zu finanzieren und zu warten. Ein gutes Geschäft. Oberbürgermeister Palmer rechnet damit, dass seine Bürger mitmachen – schon des Preisvorteils wegen. Das  Benutzen eines Elektroautos mit selbst erzeugtem Solarstrom macht den Ökostrom noch preiswerter. Er kostet höchstens ein Drittel dessen, was die Autofahrer bisher an der Tankstelle bezahlt haben.

Tübingen sollte jetzt überall werden. Es gibt keine Ausreden mehr - Anmerkung Solarmedia: So auch in der Schweiz!
  • taz "Photovoltaikpflicht in Tübingen - Sonne darf nicht mehr nur so scheinen"
  • Boris Palmer zur neuen Photovoltaik-Pflicht in Tübingen | Interview: Die Stadt will nur dann zum Bau einer Solaranlage verpflichten, wenn es sich für Bauherren oder Mieter wirtschaftlich rechnet. Nach Ansicht des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) ist das in den meisten Fällen so, gerade wenn der Solarstrom vom Dach selbst verbraucht wird. Dadurch, dass die Pflicht für Neubauten zur Photovoltaik-Nutzung in Grundstückskaufverträgen und städtebaulichen Verträgen festgeschrieben wird, erwartet Palmer, dass sie nicht wie in Marburg vor acht Jahren geschehen, vor Gericht scheitern wird.

Freitag, 6. Juli 2018

Siehe auch links/rechts

Liebe Leserin, lieber Leser
Solarmedia freut sich über Ihr ungeteiltes Interesse an Meldungen und Berichten aus der weltweiten Solarwirtschaft. Zur Ergänzung dienen die Hinweise in der ganz linken und der rechten Spalte des Blog Solarmedia. Sie verlinken auf interessante Artikel internationaler Medien zu den Themen Solarwirtschaft, Energie sowie Nachhaltigkeit allgemein (aktuell zu stromerzeugenden Fensterfolien, Öl-Milliardären mit speziellen Interessen und die Bewegung der langsamen Städte in der Toskana - linke Spalte) sowie Finanz-Anlage und Vorsorge (rechte Spalte). Viel Vergnügen sodann mit der Bilderspalte (zweite von links), die auf Photographien internationaler KünstlerInnen wie auf Bilder des Solarmedia-Autors hinweist! Und wer es ganz aktuell mit täglich vielen Tweets haben will, wähle den Twitter-Bottom oberhalb der Bilder-Spalte oder ganz einfach twitter.com/rehsche.

Dienstag, 3. Juli 2018

1.Halbjahr: Solarstrom-Rekord in Deutschland

Solarkraftwerke in Deutschland erzeugen im ersten Halbjahr 2018 acht Prozent mehr Strom als 2017 / Für die Umsetzung der Klimaziele muss das Ausbautempo jedoch vervielfacht werden / Sonderausschreibungen müssen rasch umgesetzt werden / Gern wüsste man solche Zahlen auch für die Schweiz. 

Die Betreiber der in Deutschland installierten über 3,5 Millionen Solaranlagen können sich im ersten Halbjahr 2018 über eine Rekordernte freuen. So lag allein die Produktion von Solarstrom mit rund 23,6 Terrawattstunden fast acht Prozent über dem ersten Halbjahr 2017. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) hervor. Die gute Sonnenernte der letzten Monate sind das Resultat eines ungewöhnlich sonnenreichen Frühjahrs und einer anziehenden Nachfrage. Die Vereinigung der führenden Solar- und Speicherunternehmen fordert die Bundesregierung auf, die Potenziale der inzwischen überaus preiswerten Solartechnik noch deutlich stärker zu nutzen, um die Klimaziele zu erreichen. 

"Rund 10 Millionen Menschen profitieren in Deutschland bereits unmittelbar von den Vorzügen der Solarenergie. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Klimaziele muss ihr Ausbautempo aber vervielfacht werden", sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. "Dabei mangelt es weder an Sonne, intelligenten technischen Lösungen, noch an der Investitionsbereitschaft von Verbrauchern und Unternehmen, sondern oft an fairen Marktbedingungen und der klimapolitischen Durchsetzungskraft", so Körnig. Der BSW fordert die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Sonderausschreibungen von vier Gigawatt Solarstromleistung in den kommenden beiden Jahren ohne Abstriche umzusetzen und durch den Abbau von Investitionsbarrieren auch in den Folgejahren deutlich mehr Solaranlagen zu installieren. 

Die deutsche Bundesregierung müsse das jährliche Photovoltaik-Ausbauziel von 2,5 Gigawatt auf rund 10 Gigawatt erhöhen und den im EEG verankerten 52-Gigawatt-Zubaudeckel noch in diesem Jahr ebenso streichen wie die diskriminierende finanzielle Belastung von Mietern und Unternehmen, die sich selbst oder im ökologischen Quartiersverbund mit Solarenergie versorgen wollen, so die Forderung des Bundesverbandes. Körnig: "Diese Beschränkungen stammen aus einer Zeit, als Solarenergie noch teuer war. Inzwischen ist Solarstrom bei Preisen von 5-10 Cent je Kilowattstunde aber preiswerter als Strom aus vielen anderen neuen Kraftwerken. Es gibt überhaupt keinen Grund, den Ausbau noch zu deckeln, wenn wir nicht sehenden Auges das Klimaproblem weiter verschärfen und in eine Ökostrom-Lücke hineinlaufen wollen." Allein die Elektrifizierung des Autoverkehrs führe zu einem wachsenden Bedarf an Erneuerbaren Energien. 

Quelle: www.solarwirtschaft.de


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Montag, 2. Juli 2018

Mehr Sonnenwärme für grosse Gebäude

Für einmal gibt es ausführliche Angaben zur weltweiten Nutzung der Solarthermie - im Hinblick auf die Energiewende eine der zentralen Komponenten. Mit 472 GWth bis Ende 2017 addierten sich solare Wärme und Kälte erneut zum größten Solarsektor weltweit, gefolgt von der Photovoltaik (402 GWp) und der Solarkraftwerke (5 GWel). 

Der neue Report Solar Heat Worldwide betont die zunehmende Nutzung von Megawattanlagen für die solare Beheizung und Kühlung großer öffentlicher und privater Gebäude sowie von Fabriken. Das IEA Solar Heating and Cooling Program (IEA SHC) hat den Jahresbericht Ende Mai veröffentlicht. Hauptautor ist das österreichische Forschungsinstitut AEE INTEC. Mit Daten aus 66 Ländern ist Solar Heat Worldwide der umfassendste Solarwärme-Report. Im Jahr 2016 beschäftigte der globale Solarthermie-Sektor 708.000 Menschen und erreichte einen weltweiten Umsatz von 16 Milliarden Euro (dies sind die aktuellsten verfügbaren Zahlen). 

"Angetrieben von wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, starken Technologielieferanten und Richtlinien zur Reduzierung der Luftverschmutzung erlebten neue Solarwärme-Anlagen für Industrieprozesse 2017 ein Rekordjahr", sagte Ken Guthrie, Vorsitzender des IEA SHC-Programms. Insgesamt wurden 124 neue Großanlagen in Betrieb genommen. Die meisten Installationen entstanden in Indien und Mexiko. Solarwärme für Industrieprozesse ist ein globales Geschäft – die größten Anlagen haben letztes Jahr in Oman, China und Afghanistan ihren Betrieb aufgenommen. Bei dem Projekt in Oman handelt es sich um vier Parabolrinnenkollektor-Felder mit einer Leistung von insgesamt 100 MWth, die in Glashäusern aufgestellt sind. Der Solardampf ersetzt Gaskessel und wird in den Boden gepumpt, um erwärmtes Rohöl leichter zu fördern.

Steigende Nachfrage nach Großanlagen für solare Fernwärme und große Wohn-, Gewerbe- und öffentliche Gebäude weltweit – jährlicher Zuwachs und kumulierte Fläche in Betrieb im Jahr 2017 (Quelle: Solar Heat Worldwide 2018)
"Immer mehr Länder erkennen, dass solare Fernwärme der kostengünstigste Weg ist, den Heizungssektor zu entkarbonisieren", erklärt Guthrie. In Frankreich, Serbien, Australien und Kirgisistan wurden die ersten SDH-Anlagen über 500 m² (350 kWth) in Betrieb genommen. Insgesamt wuchs die solare Fernwärme im Jahr 2017 um 15 große Anlagen – vor allem in den etablierten Märkten wie Österreich, China, Dänemark, Deutschland und Schweden. Erstmals kamen Parabolrinnenkollektor-Technologien zur Einspeisung von Solarenergie in Fernwärmenetze zum Einsatz. Die größte Anlage läuft seit Oktober 2016 in der Inneren Mongolei, China) (75.000 m²), gefolgt von einer dänischen Installation mit 26.929 m² in der Gemeinde Brønderslev.

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs mit anderen erneuerbaren Heiztechnologien im Wohnungssektor und der anhaltend niedrigen Energiepreise ging die Anzahl der Solarwärmeanlagen in China und Europa zurück. Folglich sank die 2017 weltweit neu installierte Solarthermie-Kapazität mit rund 35 GWth im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 %. In China hat sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre 2017 allerdings etwas abgeflacht. Grund dafür war die steigende Nachfrage nach solarer Heizung und Warmwasserbereitung für große Immobilienprojekte. Nach einem Rückgang von 15 % im Jahr 2015 und 9 % 2016 sanken die Neuinstallationen 2017 in China lediglich um 6 %.
Marktwachstum konnten Indien (26%), Mexiko (7%) und die Türkei (4%) verzeichnen. Alle drei Märkte verfügen über wettbewerbsfähige Lösungen für den privaten Wohnbereich und verzichten auf direkte Förderprogramme. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die solaren Wärmepreise in Indien und der Türkei mit 2 bis 3 €-ct/kWh gemäß der Berechnungen der Wärmegestehungskosten in Kapitel 5 am niedrigsten sind. Am oberen Ende der Kostenskala liegen Frankreich mit 19 €-ct/kWh für kleine Anlagen und 14 €-c /kWh für Mehrfamilienhäuser sowie Dänemark mit 16 beziehungsweise 12 €-ct/kWh.

China und Europa waren erneut die größten Märkte für Solarwärme und -kälte 2016. (Quelle: Solar Heat Worldwide 2018)

Weitere wichtige Markttrends

  • Die eingesetzte Kollektortechnologie ist abhängig von der jeweiligen Region: Vakuumröhrenkollektoren dominieren die weltweit installierte Solarthermieleistung (72%), während Flachkollektoren in Europa am häufigsten vorkommen (83%).
  • Im Jahr 2016 trugen Solarthermie-Anlagen in Mehrfamilienhäusern, Hotels und Schulen bereits 27% zur weltweit produzierten Solarwärme bei. Der Marktanteil solarer Warmwasserbereiter in Einfamilienhäusern ging leicht zurück. Solare Schwimmbadheizungen (4%) und Kombisysteme (2%) waren Nischenmärkte.
  • Die führenden Länder für Luftkollektoranlagen waren Australien, Kanada, Japan und die Vereinigten Staaten. Solare Luftheizungen liefern typischerweise 20 bis 30% des jährlichen Raumwärmebedarfs von Gebäuden und trocknen landwirtschaftliche Produkte.

Wichtige globale Zahlen zum solaren Heizen und Kühlen

Gesamtkapazität in Betrieb Ende 20171 472 GWth
Wachstum der Gesamtkapazität 2016/2017 +4%
Klimaschutzbeitrag in 2017 388 Terrawattstunden Solarwärme sparten 41,7 Millionen Tonnen Öl und 134,7 Millionen Tonnen CO2 ein
Top-Fünf-Länder: Neu installierte Kapazität 2016 2 China, Türkei, Brasilien, Indien und die USA
Top-Fünf-Länder: Gesamtkapazität in Betrieb Ende 2016 2 China, USA, Türkei, Deutschland und Brasilien
Top-Fünf-Länder: Gesamtkapazität pro Kopf Ende 2016 2 Barbados, Österreich, Zypern, Israel und Griechenland
1 Betrachtet wurden unverglaste und verglaste Flach- und Vakuumröhrenkollektoren mit Wasser als Energieträger sowie verglaste und unverglaste Luftkollektoren.
2 Betrachtet wurden verglaste und unverglaste wasserbasierte Kollektoren.

Solar Heat Worldwide

Erstmals 2002 veröffentlicht hat Solar Heat Worldwide inzwischen Marktdaten aus 66 Ländern gesammelt. Der 93-seitige Bericht enthält Kapitel zu kommerziellen Anwendungen und Wärmegestehungskosten. Solar Heat Worldwide gilt als solide Referenz unter internationalen Organisationen wie REN21 und IRENA (International Renewable Energy Agency). Die Studie war erneut einer der Haupt-Datenlieferanten für die Kapitel zum solaren Heizen und Kühlen im Renewable 2018 Global Status Report von REN21, einem der wichtigsten Politikberater-Berichte zum Thema erneuerbare Energien (Bärbel Epp).
Größte Anlage konzentrierender Kollektoren in Dänemark: 16,6 MWth Parabolrinnenkollektoren liefern Wärme an ein Fernwärmenetz. (/Foto: Aalborg CSP)

IEA SHC (International Energy Agency, Solar Heating and Cooling Technology Collaboration Programme) ist ein internationales Forschungsnetzwerk zu solaren Heiz- und Kühltechnologien. Mehr als 200 Experten aus 20 Ländern und von fünf internationalen Organisationen forschen gemeinsam an vielseitigen Themen, zum Beispiel: Lösungen zur Integration von Solartechnik in Gebäudehüllen, zukünftige Speicherkonzepte und die Einbindung von großen Solarfeldern in Fernwärme- und Fernkältenetze. 1977 gegründet ist SHC eines der ältesten Technologie-Kooperationsprogramme der IEA, und eines von zehn im Bereich der erneuerbaren Energien.

Solar Heat Worldwide seht unter iea-shc.org/solar-heat-worldwide zum Download bereit.

Quelle: iea-shc.org


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Freitag, 29. Juni 2018

EU stärkt solare Selbstversorger

Neue Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union / EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf Diskriminierungsverbot für selbst erzeugten Ökostrom und Recht auf eigenen Stromspeicher

Die Eigenversorgung mit Solarenergie erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Bürgern und Unternehmen. Gleichzeitig werden ihr in Deutschland und einigen anderen EU-Mitgliedsstaaten zum Teil noch immer erhebliche finanzielle und bürokratische Hindernisse in den Weg gelegt. Damit könnte bald Schluss sein: Europäisches Parlament, Europarat und EU-Kommission einigten sich darauf, dass die Selbst- und Direktversorgung von Verbrauchern und Mietern mit Erneuerbaren Energien künftig nicht mehr diskriminiert und behindert werden darf. 

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) sollte diese Entscheidung die Bundesregierung dazu ermuntern, die Rolle dezentraler Energiewende-Lösungen und Quartierskonzepte zu stärken und bestehende Marktbarrieren zeitnah abzubauen. "Sonnensteuern auf selbst verbrauchten Solarstrom werden nun ebenso fallen müssen wie der 52-Gigawatt-Ausbaudeckel für die Photovoltaik im deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz", sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Belastung von Solarstrom zur Eigen- und Mieterstromversorgung mit der EEG-Umlage wurde in Deutschland im Jahr 2014 eingeführt. Sie verlängert die Zeit, bis sich solche Photovoltaik-Projekte bezahlt gemacht haben um mehrere Jahre. "Die Belastung des Eigenverbrauchs hat zu einem deutlichen Rückgang des Photovoltaik-Markts beigetragen. Fällt diese Marktbarriere, könnte auf Gewerbe-, Industrie- und Wohngebäuden noch deutlich mehr Solarpotenzial gehoben und die Klimabilanz Deutschlands erheblich verbessert werden", erklärte Körnig.

Der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch dieser Woche auf eine Neufassung der EE-Richtlinie verständigt, die zum Teil nennenswerte Verbesserungen für Ausbau und Nutzung Erneuerbarer Energien vorsieht. Darunter findet sich auch eine Anhebung der EE-Ausbauziele auf 32 Prozent am gesamten europäischen Energiemix. "Wir haben uns zwar einen Anteil von 35 Prozent Erneuerbare Energie gewünscht, doch selbst dieses niedrigere Ziel werden wir nur mit einer deutlich stärkeren Nutzung der Solarenergie im Strom- Wärme- und Mobilitätsbereich erreichen können“, so Körnig. „Nach einem massiven Preisrückgang stehen Solarenergie und Speicher nun bereit, eine deutlich größere Rolle für eine sichere und preiswerte Energieversorgung zu leisten." In Deutschland liegt der EE-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch derzeit bei rund 15 Prozent. 

Hintergrund: Im Grundsatz sollen einzelne Personen und Gruppen von Personen nach der Artikel 21 der neuen EE-Richtlinie künftig dazu berechtigt werden, Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, auch für den Eigenverbrauch, überschüssige Energie zu speichern und zu verkaufen, auch über Stromabnahmevereinbarungen, Stromversorgungsunternehmen und Peer-to-Peer-Plattformen, ohne dabei auf diskriminierende und überlastende Bedingungen zu stoßen. Die Mitgliedsstaaten haben künftig dafür zu sorgen, dass Eigenverbraucher Erneuerbarer Energien, individuell oder über Aggregatoren, das Recht zur Installation und Betrieb von Stromspeichersystemen in Verbindung mit Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie für den Eigenverbrauch erhalten, ohne jegliche Doppelbesteuerung wie etwa Netzentgelte für gespeicherten Strom, der im eigenen Haushalt verbleibt. 
 
Die Richtlinie muss nun im Rahmen einer der nächsten EU-Ratssitzungen bestätigt und vom EU-Parlament formell bekräftigt werden, bevor sie im Journal der Europäischen Union (Amtsblatt) offiziell bekannt gegeben wird und damit in Kraft tritt. EU-Mitgliedstaaten haben ab dem Zeitpunkt 18 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht zu überführen.
Der BSW-Solar wird in den nächsten Wochen die konkreten Implikationen für die nationale Gesetzgebung prüfen und seine Mitglieder zeitnah über neue Entwicklungen und Erkenntnisse informieren.  

Quelle: www.solarwirtschaft.de

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Montag, 25. Juni 2018

Energiewende droht weltweit zu scheitern

Der „Global Status Report“ zu den Erneuerbaren Energien zeigt mit schöner Regelmässigkeit deren Erfolge auf. Er tönte in früheren Ausgaben schon optimistischer als in der aktuellen.

Das ist ja so eine Sache mit den Jahresberichten. Sie enthalten oft wertvolle, andernorts meist gar nicht veröffentlichte oder dann gut versteckte Facts – eben so gut versteckt, dass sie kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Dabei lohnt etwa die Lektüre des eben erschienen Berichts über die neuen Erneuerbaren Energien. Er fördert zutage, wie es im deutschen Handelsblatt hiess: «Die Energiewende droht zu scheitern, weil bislang von all den Rekorden nur der Stromsektor profitiert. Elektrizität ist aber nur für zwanzig Prozent des globalen Energiekonsums verantwortlich. Die Bereiche Wärme- und Kälte (48 Prozent) und Verkehr (38 Prozent) hingegen ziehen gemeinsam mehr als drei Viertel des weltweiten Energieverbrauchs auf sich.» Dieser allgemeinen Erkenntnis darf man sich im Energiediskurs nicht entziehen – und doch seien hier naheliegenderweise zuerst die solarbezogenen Facts in den Vordergrund gerückt. Es folgt eine Zusammenfassung in deutscher Übersetzung durch Solarmedia zu den solarbezogenen Ausführungen aus dem  „Global Status Report 2018“ für Erneuerbare Energien. 

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Im vergangenen Jahr hat die Photovoltaik weltweit erneut alle Rekorde geschlagen – und es wurden mehr Solaranlagen gebaut als in jeder anderen Energieerzeugungsart und sogar mehr als fossile und nukleare Kapazitäten zusammen neu hinzukamen – siehe Grafik. Global wurden solar 98 Gigawatt peak errichtet – wenn auch immer in Erinnerung bleiben muss, dass diese Grösse anders als andere Energiekapazitäten nur während der Sonnenscheindauer zum Einsatz kommt – in hiesigen Breitengraden also während 1000 und unter besten Sonnenscheinbedingunten deren 2000 Jahresstunden. Mit diesem Rekordzubau erreichte die Gesamtkapazität unterdessen 402 Gigawatt. Zurückzuführen ist das gewaltige Wachstum auf den besonders grossen Zuwachs in China (plus 53 Gigawatt), wichtig waren auch die Solarmärkte in Indien, Japan, den USA und neu in der Türkei. Und zum wiederholten Mal hat Asien rund drei Viertel aller neuen Solarkapazitäten geschaffen. Unterdessen verfügen 29 Länder weltweit über solche von mehr als einem Gigawatt – wozu auch die Schweiz mit deren zwei zählt.





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Die gewaltige Expansion 2017 führt die Studie auf die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie zurück und den steigenden Strombedarf in den Ländern des Südens. Hinzu kommt die Einsicht, dass gerade Photovoltaik geeignet ist, einen substantiellen Beitrag zur Lösung der CO2-Problematik zu leisten. Und doch benötigt es weiterhin passender Rahmenbedingungen, die die Politik der einzelnen Länder vorhalten muss, damit sich der Siegeszug fortsetzt. Der Bericht unterstreicht auch die zentrale Rolle, die China für den Solarmarkt insgesamt spielt – was sich in den letzten Tagen deutlich herausschälte, als die Ankündigung verminderter Förderung die Solarwirtschaft durchschüttelte. Obwohl weiterhin grossflächige Anlagen auch den grössten Teil des Zubaus beisteuern, hat sich gemäss dem Bericht der Anteil der kleinen dezentralen Anlagen deutlich auf bald einen Fünftel erhöht – und hier wiederum werden die Anlagen auf Hausdächern immer wichtiger – was sie hierzulande bekanntlich bereits sind.

Die Energiewende droht aber zu scheitern, weil bislang von all den Rekorden nur der Stromsektor profitiert. Elektrizität ist aber nur für zwanzig Prozent des globalen Energiekonsums verantwortlich, wie es im neuen „Global Status Report 2018“ heißt, den das Netzwerk für erneuerbare Energien REN21 vergangene Woche veröffentlicht hat. Die Bereiche Wärme- und Kälte (48 Prozent) und Verkehr (38 Prozent) hingegen ziehen gemeinsam mehr drei Viertel des weltweiten Energieverbrauchs auf sich.

Da hilft auch die Rekordmenge von weltweit 402 Gigawatt installierter Solarleistung nicht. „Damit die Energiewende gelingt, müssen Strom- und Wärmeerzeugung miteinander verzahnt und auch der Verkehrssektor mit einbezogen werden“, appelliert Rana Adib, die Generalsekretärin von REN21 im Gespräch mit dem Handelsblatt.  „Sektorenkopplung“ nennen das die Experten. Kaum eine Erneuerbaren-Konferenz kommt derzeit ohne diesen Begriff aus. Denn der Stromsektor alleine wird die nach dem Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele nicht erreichen können, wenn allein der Wärmebereich für fast 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich ist.

Laut dem „Global Status Report“ haben sich gerade mal 48 Länder weltweit Öko-Ziele im Bereich Wärme- und Kälte gesetzt, nur noch 42 Staaten formulieren Vorgaben für ihren Verkehrssektor. Dagegen haben ganze 146 Länder festgeschrieben, bis wann ein bestimmter Anteil des Stroms aus grünen Quellen kommen soll. Das einzige Land mit einem Plan für alle drei Sektoren ist Dänemark. Deutschland habe lange eine Vorreiterrolle eingenommen, sagt Adib. „Aber auch hier spielt sich die Energiewende bislang nur im Stromsektor ab“, und das reiche nicht.

Sonntag, 24. Juni 2018

Hinter Erdölaktien


Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 1,1% auf 1.155 Punkte, der NYSE Arca Oil um 2,6%. Seit Jahresanfang 2018 liegt der PPVX mit -3,4% währungsbereinigt fast 20 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (+16,1%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Solaria Energía y Medio Ambiente (+177%), SunRun (+135%) und Sino-American Silicon Products (+62%). Die grössten Gewinner der Woche waren Solaria (+20%) und Enphase Energy (+16%), die grössten Verlierer Meyer Burger Technology AG (-12%) und SMA Solar Technology AG (-10%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 27,2 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+312%) rund 107 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +205%). Am 22.6.18 hat Greentech Energy Technology die in den USA übernommene 8point3 Energy Partners LP ersetzt. Der Gewichtungsfaktor bei Meyer Burger Technology AG wurde von 4 auf 3 reduziert.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

Quelle: oeko-invest.net 

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Samstag, 23. Juni 2018

Energieverbrauch tiefer

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0.4% auf 849`790 Terajoule (TJ) gesunken. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung - so das Bundesamt für Energie (BfE). 

 

Die Abnahme des Endenergieverbrauches um 0,4% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas wärmere Witterung im Jahr 2017 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 1.5% ab. Hingegen stiegen 2017 Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1%), der Motorfahrzeugbestand (+1,2%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2018). 


Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 6,5%, derjenige von Erdgas stieg dagegen um 1,4%. Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 0,4% zu (siehe Medienmitteilung BFE vom 20. April 2018). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2017: 53,4%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 15,8% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2017: 1,5%). Wie im Vorjahr hat der Verbrauch von Kohle (-3,8%) und den schweren Heizölsorten (-33,3%) abgenommen. Abgenommen hat auch jener von Petrolkoks (-14,6%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering.<1 font="" nbsp=""> Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (-0,6%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl sank leicht um 0,3%, der Benzinverbrauch um 3,1%. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 2,4%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,1%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch von Energieholz (-0,9%) aus. Der Verbrauch aller anderen erneuerbaren Energieträger nahm zu. Die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 4,5% über dem Vorjahreswert, ebenso hat der Verbrauch von Fernwärme (+2,4%) und Solarwärme (+2,4%) zugenommen. Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2017 betrug 9,2% (Energieholz: 4,5%, Umgebungswärme: 2,0%, Fernwärme: 2,4%, Solarwärme: 0,3%).

Die direkte Nutzung von Biogas stieg leicht um 0,6%. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 4%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2017 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+58,1%) und hat sich somit innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verzehnfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2017 bei 2,6% (2016: 1,6%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus. Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2017 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2018 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick.

Freitag, 22. Juni 2018

Unternehmen greifen zu

Die Photovoltaik-Nachfrage in Deutschlands Betrieben ist im ersten Quartal um 50 Prozent gestiegen. Hilfreich ist ein  neuer Leitfaden von DIHK und BSW-Solar zur solaren Eigen- und Direktversorgung.

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Immer mehr Gewerbe und Betriebe in Deutschland sichern sich mit der eigenen Photovoltaikanlage verlässliche Strompreise und senken ihren CO2-Ausstoß. Allein im ersten Quartal dieses Jahres stieg nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft die installierte Leistung gewerblicher Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 218,9 um 50 Prozent auf 328,3 Megawatt (vgl. Pressegrafik). Um Unternehmen den Einstieg in die Solarstromnutzung zu erleichtern, bringen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) das Faktenpapier „Eigenerzeugung, Eigenversorgung, Mieterstrom und Stromdirektlieferung“ heraus, das  anlässlich der Weltleitmesse Intersolar Europe in München vorgestellt wurde. 

„Gerade der Mittelstand kann mit der eigenen Photovoltaikanlage die Energiekosten senken und einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten. Das ist für die Akzeptanz der Energiewende in der Wirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung“, sagt Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Strommarkt, erneuerbare Energie beim DIHK. 

„Die Photovoltaik-Technologie ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 75 Prozent günstiger geworden. Dadurch ist heute selbst erzeugter Solarstrom auch für den industriellen Mittelstand preiswerter als Elektrizität vom Versorger. Stromkunden mit Lastgangmessung können die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Investition zusätzlich steigern, wenn sie mit selbsterzeugtem Solarstrom und Batteriespeicher die Jahreshöchstleistung und damit die Energiekosten senken können“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Das Faktenpapier kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Die im Text erwähnte Pressegrafik sowie weitere Grafiken finden Sie hier: https://www.solarwirtschaft.de/pressegrafiken.html
 
Quelle: www.solarwirtschaft.de

Donnerstag, 21. Juni 2018

ABB gewinnt Preis

An der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, wurden zum elften Mal besonders wegweisende Lösungen mit dem Intersolar AWARD prämiert. Über die begehrte Auszeichnung konnten sich 2018 die Firmen ABB, Hanwha Q CELLS und Krinner Solar freuen.   

Die Gewinner tragen dazu bei, die Branche zu motivieren, sich mit neuen bahnbrechenden Innovationen für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Zukunft einzusetzen. Die Voraussetzung für die Bewerbung zum Intersolar AWARD 2018 war die Teilnahme an mindestens einer der weltweiten Fachmessen Intersolar, ees, Power2Drive oder EM-Power, die 2018 unter dem Dach The smarter E Platz finden. Darüber hinaus konnten auch Partnerunternehmen der Aussteller ihre Innovation einreichen.

ABB: PVS-175-TL punktet mit zahlreichen Neuerungen: Der Wechselrichter ist eine dreiphasige Stringlösung mit Anbindung an die Cloud für gewerbliche Aufdachanlagen und PV-Großanlagen zur Energieversorgung. Die neue 1500 V DC Plattform bietet bis zu 185 kW bei 800 V AC und ermöglicht den Einsatz einer dezentralisierten Anlagenarchitektur, ohne dass es dadurch zu höheren AC-Verteilungsverlusten kommt. Bei dieser kostengünstigen Lösung werden zwischen 35 und 65 Prozent weniger Wechselrichter benötigt, um die gleiche AC-Gesamtleistung zu erzielen. Gleichzeitig bleiben die Hauptvorteile der Stringwechselrichtertechnologie erhalten.

Die Jury war von mehreren Innovationen beeindruckt. Durch die Erhöhung der AC-Ausgangsspannung auf 800 V mithilfe von zusätzlichen und unabhängigen Aufwärtswandlern können die elektrischen Verluste bei großen PV-Anlagen gesenkt werden. Der PVS-175-TL Wechselrichter mit zwölf MPP-Trackern bietet hohe Granularität und damit höhere Erträge sowie einen geringeren Wartungsaufwand. Gleichzeitig werden Sicherungen und Anschlusskästen überflüssig. Die kostengünstige Lösung verfügt über eine modulare Struktur, die per WLAN gesteuert werden kann und zentrale Wechselrichterfunktionen optimiert. Die Jury zeigte sich außerdem beeindruckt von der hohen Leistungsdichte von 1,3 kW pro Kilogramm und der Betriebstemperatur zwischen –20° und +60° Celsius.

Q.PEAK DUO-G5 der Firma
Hanwha Q CELLS GmbH ist ein neues Solarmodul mit über 120 Halbformatzellen und Leistungsklassen bis zu 330 Wp. Der Modulwirkungsgrad von 19,9 Prozent wird durch die Q.ANTUM DUO Technologie erreicht, bei der die neuen monokristallinen Q.ANTUM Zellen mit dem fortschrittlichen Zellkontaktierungsdesign mit sechs Busbars kombiniert werden. Glatte Schnittkanten verbessern die mechanische Stabilität der Zellen. Die für die Zellkontaktierung typischen elektrischen und optischen Verluste lassen sich so weitgehend vermeiden. Die Q.PEAK DUO Reihe setzt bei Leistung, Energieerträgen und LCOE neue Maßstäbe.

Krinner Solar GmbH: CAS²– Computer Aided Solar Structure: Die Wahl der Jury fiel auf dieses neuartige integrierte Software- und Hardwarepaket, mit dem für die Planung und Installation von PV-Großanlagen zwischen 10 und 30 Prozent weniger Zeit benötigt wird. Dazu gehören digitale Planungs-, Entwicklungs- und Installationsanwendungen für alle möglichen Solaranlagen-Schraubfundamente auf sämtlichen Bodenarten. CAS² verknüpft die Oberflächen- und Bodendaten aus der Vermessungsphase mit der geplanten Unterkonstruktion der Solaranlagen auf unterschiedlichen Krinner Schraubfundamenten. Diese Daten ermöglichen die Planung — und die Produktion — von Schraubfundamenten in verschiedenen Längen.

Der Jury zufolge ist dies eine wichtige Lösung für die neue Energiewelt und erst der Anfang der Entwicklung, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge auf die Auslegung und die Installation von PV-Großanlagen Einfluss nehmen. Jeder Planungs-, Fertigungs- und Installationsschritt wird online erfasst und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Daraus lassen sich spezielle Berichte erstellen, die die Anforderungen von Banken, Versicherungen und Betreibern erfüllen. Von Drohnen und Vermessungsrobotern erhobene Kartierungsdaten werden genutzt, um die Installationsroboter zu steuern, die Länge der Schrauben anzupassen und den Stahlverbrauch zwischen 3 und 6 Prozent zu reduzieren. 

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E Europe auf der Messe München statt. Weitere Informationen im Internet unter: www.intersolar.de www.TheSmarterE.de

Mittwoch, 20. Juni 2018

Sonnen-Community hat beste Speicher-Tarife

In einer umfangreichen Analyse vergleicht EuPD Research aktuell 15 Angebote sogenannter Community- und Cloud-Lösungen in Deutschland. In 8 Kriterien werden alle Aspekte von Vertragsdetails über Kosten und Nutzen untersucht. Die sonnenCommunity kann sich hier auf dem Spitzenplatz positionieren.
Top 5 Liste des Vergleichs von Community- und Cloud-Lösungen
Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei genauso vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten, auch sinkende Stromkosten oder sogar  100% Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms, versprochen. Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community?

Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt die Zielstellung, Community- und Cloud-Angebote  einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen. Ausgehend von einer umfangreichen Recherche konnten deutschlandweit insgesamt 15 Anbieter für derartige Lösungen identifiziert werden. Zur Bewertung dieser Angebote erarbeitete EuPD Research einen ganzheitlichen Ansatz, welcher in 8 Kriterien Darstellung, Vertragsdetails und Wirtschaftlichkeit der Lösungen sowie den Nutzen für das Energiesystem analysiert.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter in der Beispielrechnung für einen 4-Personenhaushalt mit 4.500 kWh Stromverbrauch ein Aufpreis von 512 Euro pro Jahr, was eine deutliche Mehrbelastung für den Kunden bedeutet. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter heute an.  

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Speziell bei vielen Cloud-Lösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.   

  
„Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist“, fasst Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. „Es freut uns daher sehr, dass wir mit unserer sonnenCommunity hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben und uns damit deutlich von den anderen Angeboten absetzen konnten“, so Schröder weiter.

Die Untersuchungsergebnisse sowie die gesamte Studie können Sie bei der Projektleiterin Natalja Semerow (n.semerow[at]eupd-research.com) anfragen.

Montag, 18. Juni 2018

Schlusslicht Schweiz

Die Schweiz bewegt sich im europaweiten Vergleich nach wie vor auf den hintersten Rängen, wenn es um die Produktion von Solar- und Windenergie geht. Obwohl der Ausbau im Bereich der Photovoltaik in den letzten Jahren anstieg, bleibt der Gesamtanteil am Stromverbrauch marginal. Unmittelbare Besserung ist nicht in Sicht, viele neue Projekte sind blockiert. Um die Energiewende hierzulande in Schwung zu bringen, braucht es ein neues Strommarktdesign.

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In der Schweiz herrschen sowohl für die Solar-  als auch für die Windenergieproduktion ideale Bedingungen, auch dank der flexibel und verlässlich einsetzbaren Wasserkraftwerke. Dem signifikanten Ausbau der neuen Erneuerbaren fehlen jedoch investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die KEV-Warteliste ist voll. Den aktuellen Stand der Schweiz im Vergleich mit allen EU-Ländern zeigt die SES in Form einer Kurzstudie. Dabei wird die pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom der Schweiz mit der Produktion der 28 EU-Staaten verglichen.

Nur vier EU-Länder produzierten 2017 weniger Solar- und Windenergie als die Schweiz: Lettland, Slowakei, Slowenien und Ungarn. In der Schweiz waren es pro Kopf 190 kWh Solarstrom und 16 kWh Windstrom, insgesamt also 206 kWh. Obwohl die PV-Produktion seit Jahren kontinuierlich zunimmt, ist der Gesamtanteil am Stromverbrauch mit 3% immer noch gering. Die Schweiz endet auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs mit dem Anteil der Photovoltaik (2.75%) und der Windenergie (0.23%) auf dem unrühmlichen 25. Rang. Sogar Österreich, ein Binnenland ohne windreiche Küsten, produzierte mehr Windstrom pro Kopf als die Schweiz. Und Belgien, ein nördlicheres Land mit weniger Sonnenstunden, produzierte mehr Solarstrom pro Kopf als die Schweiz.

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 im Mai 2017 wurde der Grundstein für eine erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz gelegt. Doch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sind schlecht. Obwohl der Netzzuschlag auf 1. Januar 2018 erhöht wurde, werden neu eingereichte Projekte nicht von Einspeisevergütungen profitieren können. Grund dafür: Die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Förderung befristet. Am heutigen Strommarkt können sich die Anlagen nicht refinanzieren. Damit zukünftig trotzdem in Solaranlagen investiert wird, braucht es ein Strommarktdesign, das den Produzenten erlaubt, den Strom zu fairen Preisen einzuspeisen. Das Bundesamt für Energie ignoriert dieses Thema und riskiert einen viel zu langsamen Ausbau neuer erneuerbarer Kraftwerke.

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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