Montag, 31. Dezember 2012

Märchen von der Atomrenaissance

Der "World Nuclear Industry Status Report" ist der Faktencheck der Atomindustrie. Der atomkritische und propagandaferne Report prüft seit Jahren die Angaben von Industriepublikationen und anderer Medien auf ihre Realität. Der Statusreport zeigt: Die Zahl der Atomkraftwerke weltweit sinkt.

Der Report listet 429 Atomreaktoren auf, die im Jahr 2012 betriebsbereit sind. Im Rekordjahr 2002 waren es noch 444 Reaktoren. Laut Bericht wurden seit Anfang 2011 weltweit 21 Reaktoren stillgelegt, aber nur neun neue Anlagen in Betrieb genommen. Viele der aktuellen Bauprojekte existierten zum Teil seit mehr als 20 Jahren. Wie etwa das brasilianische Atomkraftwerk Angra 3, das seit 1985 als "im Bau befindlich" geführt wird. Nach Angaben des Generaldirektors der "World Nuclear Association" John Rich sollte die Zahl der AKW steigen. Er prophezeite, das die Zahl der Kraftwerke bis 2050 auf 1000 bis 2000 und bis Ende des Jahrhunderts auf mindestens 3000, vielleicht sogar 8000 bis bis 9000 ansteigen werde.

Immer wieder rufen Reaktorhersteller und Atomlobbyisten eine Renaissance der Kernenergie aus und behaupten der Atomenergie stünde eine glänzende Zukunft mit hohen Wachstumsraten bevor. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: Die Zahl der Atomkraftwerke weltweit sinkt. Während in Deutschland Atomkraftwerke abgeschaltet werden, bürgt die Bundesregierung für den Bau neuer Nuklearanlagen im Ausland. Es ist geplant, für den Bau des brasilianischen Reaktors Angra 3 einzustehen - obwohl die Genehmigung für das AKW auf Basis einer unvollständigen Sicherheitsanalyse erteilt wurde. Bekannte Risiken, wie Erdrutschgefahr und Terroranschläge, wurden nur unzureichend beachtet.

Auf Strom ohne Atom muss man nicht bis zum Jahr 2023 warten. Jeder Stromkunde in Deutschland kann seinen persönlichen Atomausstieg durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter machen. In der Schweiz muss man entsprechende Produkte des Monopolversorgers wählen. Und wenn Sie schon gewechselt haben, dann überzeugen Sie auch Freunde, Arbeitskollegen und Verwandte von den Vorteilen einer sauberen Energieversorgung. 

Den "World Nuclear Industry Status Report" auf deutsch gibt es kostenpflichtig bei der taz. Den Atomreport gibt es im taz-Shop als elektronische Version (E-Paper) für 9,90 Euro, auf Wunsch auch als Buch (Print on demand) für 20 Euro unter taz.de/ekiosk

Samstag, 29. Dezember 2012

Herausforderung Klimaschutz

Die Umweltorganisation Greenpeace hält fest: "Die Energiewende braucht Pioniere und Macher, keine Blockierer." Trotz der vielen Auseinandersetzungen um die Energiewende zieht Greenpeace eine positive Bilanz für das Jahr 2012: Knapp ein Viertel des Stroms in Deutschland kommt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Im Jahr 2020 kann der Anteil auf 45 Prozent ansteigen.

"Die Energiewende ist nicht aufzuhalten. Sie kommt bei der Stromerzeugung schneller voran, als sogar wir dachten", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin vonGreenpeace Deutschland. "Aber bei der Effizienz hapert es. Und es stammen noch rund zwei Drittel des Stroms aus schmutzigem und gefährlichem Atom- und Kohlestrom. Die Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken suchen mit ihren politischen Helfern weiterhin ihren Vorteil und blockieren an vielen Stellen. Doch die Energiewende und der Schutz des Klimas brauchen Pioniere und Macher, keine Blockierer. Der Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr wird zeigen, wer auf welcher Seite steht."

Die Auswirkungen des Klimawandels haben mit Hurrikan Sandy erstmals die Ostküste der USA und New York schwer getroffen. Auch Haiti und Kuba mussten unter dem Sturm leiden. Die Verluste durch die Folgen des Klimawandels sind zu hoch, betont Behrens. Der Schutz des Klimas bleibt die größte Herausforderung. Greenpeace muss sich als unabhängige Organisation dafür einsetzen, die Öl- und Kohlelobby zurückzudrängen. Daher wollen die Umweltschützer besonders die Arktis, eine der letzten unberührten Regionen der Erde, vor der Ausbeutung durch die Ölindustrie schützen. Greenpeace wird weltweit noch stärker zusammenarbeiten, um mit Kampagnen Druck für Lösungen zu erzeugen.

Besonders erfolgreich lief die internationale Zusammenarbeit der weltweitenGreenpeace-Büros mit der Detox-Kampagne. Greenpeace hatte belegt, wie gefährliche Textilchemikalien vor allem durch Fabrikabwässer in Herstellungsländern und durch Waschen im Absatzland in die Gewässer gelangen. Proteste vonGreenpeace-Aktivisten in Geschäften vieler Länder und zahlreiche Web-Aktivitäten führten dazu, dass elf große Modemarken gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien bis zum Jahr 2020 aus ihrer Produktion verbannen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt von Greenpeace war auch dieses Jahr der Schutz der heimischen Wälder, derzeit vor allem in Bayern und Niedersachsen. Im Jahr 2007 beschloss die Bundesregierung, zehn Prozent der öffentlichen Wälder unter Schutz zu stellen. Derzeit ist es etwa ein Prozent. Bis diese Vorgabe umgesetzt ist, setzt sich Greenpeace für einen Einschlagstopp für öffentliche Buchenwälder ein, die älter als 140 Jahre sind. Greenpeace unterstützt zudem die Pläne, neue Nationalparks einzurichten.

Die Zahl der Greenpeace-Förderer und die Spenden sind in Deutschland im Jahr 2012 nach ersten Schätzungen gestiegen, auf voraussichtlich 588.000 Förderer (2011: 580.353) und etwa 52 Millionen Euro (2011: 48,9 Millionen). Der geprüfte Jahresabschluss wird im Sommer 2013 vorliegen.

Das Greenpeace-Jahr 2012 als download

Freitag, 28. Dezember 2012

A: Klimaregionen wirken positiv

Eine neue Studie attestiert Österreichs Klimaregionen positive Wirtschaftseffekte. Die mittlerweile 83 in Österreich existierenden Klima- und Energiemodellregionen haben demnach langfristig positive Effekte auf die Wirtschaft. Investitionen und Maßnahmen in Energieeffizienz führen teilweise zu beträchtlichen Betriebskosteneinsparungen und wirken sich günstig auf Bruttoinlandsprodukt sowie Beschäftigung aus.


Diese positiven Auswirkungen gehen hervor aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO). Diskutiert wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Pressegesprächs des Klima- und Energiefonds mit internationalen Experten. Dass der Anteil erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren gesteigert werden muss, um die groß proklamierte Energiewende zu schaffen, ist gesellschaftlicher Konsens. Trotzdem wird es in wenigen Jahrzehnten zu einer "Klima-Krise" kommen, so die pessimistische Prognose von Jorgen Randers in seinem neuesten Buch "2052", Zukunftsforscher an der Norwegian Business School

"Die Gesellschaft wird künftig dazu gezwungen sein, die Investitionen in erneuerbare Energien massiv zu erhöhen. Im Moment scheinen die Kosten hoch, doch langfristig zahlt es sich aus. Nur an das Hier und Jetzt zu denken und deshalb die billigsten Lösungen zu präferieren, ist zu kurzsichtig", erklärt Randers gegenüber pressetext. Mit gutem Beispiel gehen die österreichischen Klima- und Energiemodellregionen voran. Mit Hilfe des staatlichen Klima- und Energiefonds stellen die daran beteiligten 873 Gemeinden mit rund zwei Mio. Menschen die Weichen in Richtung Energieautarkie. Seit 2009 hat der Fonds die Regionen mit insgesamt 17 Mio. Euro unterstützt.

Die Folgen sind eine höhere regionale Wertschöpfung, die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und ein verstärkter Eigenversorgungsgrad. "Es ist gut zu sehen, dass die Maßnahmen in unseren Modellregionen greifen werden. Für uns bedeutet das, nun vor allem die nationale und internationale Vernetzung zu fördern. Nur durch raschen Know-how-Transfer können Maßnahmen schnell greifen und Erfolgsmodelle großflächig umgesetzt werden", sagt Klimafonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

Ein weiterer Vorreiter in Sachen Energieautarkie ist die dänische Insel Thy. Die Stadtverwaltung und die Gemeinden nutzen zu 100 Prozent erneuerbare Energien zur Deckung ihres Strombedarfs. Der Heizbearf der Kommune Thisted wird mit mindestens 80 Prozent erneuerbaren Energien gedeckt. Preben Maegaar, Direktor des Nordic Folkecenter für Erneuerbare Energie, hat das Erfolgsgeheimnis der rund 46.000 Einwohner zählenden Region näher erläutert. Für ihn sind drei Hauptfaktoren ausschlaggebend: "Die Bevölkerung ist in den Prozess involviert, die Energieversorgung findet dezentral statt und lokale Unternehmen sind maßgeblich an der Umsetzung und der Wertschöpfung beteiligt", so Maegaar gegenüber pressetext.

Der Däne betont, dass die Akzeptanz der Menschen vermutlich nicht ausreichend wäre, wenn von der Forcierung erneuerbarer Energien auf Thy ausschließlich große Multis profitieren würden. "Green Economys gehört die Zukunft. Sie werden in der Lage sein, Krisen viel besser zu bewältigen als Volkswirtschaften, die weiterhin auf fossile Brennstoffe und Atomenergie setzen", schließt Maegaar.

Quelle: pressetext 2012

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Immer weniger Energie fürs Wohnen

Der Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen ist in Deutschland weiter rückläufig. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verringerte sich der Verbrauch von Haushaltsenergie 2011 im Vergleich zum Vorjahr – bereinigt um Temperaturschwankungen – um 6,7 Prozent. Zwischen 2005 und 2011 sank der Energieverbrauch um insgesamt 10,3 Prozent, im Vergleich zu 2000 sogar um 17,7 Prozent.

Der Rückgang betrifft vor allem den Einsatz von  Heizöl. Von 2005 bis 2011 verringerte sich der Mineralölverbrauch in privaten Haushalten um 25,5 Prozent. Der Verbrauch von Erdgas sank ebenfalls stark um 20,7 Prozent. Der Stromverbrauch stagniert nahezu seit 2005. Sonstige Energieträger wie etwa Brennholz und Holzpellets legten dagegen zu: Der Verbrauch stieg mit 37,6 Prozent kräftig an. 

2011 wurden gut 70 Prozent der gesamten Haushaltsenergie dafür eingesetzt. Allerdings ist der Energieverbrauch für Raumwärme in den letzten Jahren stark gesunken. Er war 2011 um 13,4 Prozent geringer als 2005. Im Vergleich zu 2005 sank der Wärmebedarf pro Quadratmeter um 16,2 Prozent. Und dies, obwohl im gleichen Zeitraum die Zahl der Haushalte und die Wohnfläche pro Haushalt stieg. Weniger gut sieht es in anderen Bereichen aus. Dass für elektrische Haushalts- und Kommunikationsgeräte 2,3 Prozent mehr Strom verbraucht wird, ist auf den so genannten Rebound-Effekt zurückzuführen. Die Geräte wurden zwar sparsamer, weil aber mehr elektrische Geräte eingesetzt werden, ist der Einsparerfolg mehr als wettgemacht.

Eine detaillierte Aufschlüsselung zum Energieverbrauch privater Haushalte findet sich auf destatis.de

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Weihnachten dank Solarfirmen

Zumindest zwei deutsche Solarmodulproduzenten haben die Festtage zum Anlass genommen für eine weihnachtliche Aktion. Centrosolar spendet Solarmodule für ein Hilfsprojekt in Haiti. Und Solarworld, der Branchenleader unter den deutschen Herstellern, lieferte im Rahmen der Initiative netzunabhängige Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa  450 Kilowatt an Hilfsprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern.
 
Das Gesundheitszentrum „Centre de Santé Lachapelle“ im Norden von Haiti (siehe Bild) erhält Centrosolar-Module mit einer Leistung von 7 kWp. Die Stromversorgung im Zentrum hat bisher eine Dieselstromanlage übernommen, die aus Kostengründen nur zeitweise betrieben werden konnte.  Das Centre de Santé Lachapelle ist eine wichtige Anlaufstelle für die ambulante ärztliche Betreuung, Impfkampagnen und Geburtshilfe. Es wird von der haitianischen Organisation Service Oecuménique D’Entraide (SOE) betrieben und von Medico International unterstützt. Der Strom aus der gestifteten Solaranlage wird primär die medizinischen Geräte, Kühlschränke für Medikamente und Computer in der Krankenstation versorgen. Mit der autarken und von Batterien gestützten Anlage wird die gesamte Stromversorgung in Zukunft zuverlässiger und sicherer. Dadurch können die bisher eingeschränkten Öffnungszeiten des Zentrums ausgeweitet werden. „Fast drei Jahre nach dem Erdbeben ist die Situation auf Haiti immer noch angespannt, viele Menschen leben in Zeltstädten und Notcamps. Da das öffentliche Stromnetz nicht flächendeckend ausgebaut und zudem sehr instabil ist, tragen Photovoltaik-Anlagen massiv zur Sicherung der Energieversorgung bei“, berichtet Centrosolar-Pressesprecherin Manuela Jakobi.

Seit genau fünf Jahren setzte die SolarWorld AG  mit ihrer Initiative „Solar2World“ 80 Solar-Projekte gemeinsam mit Partnern in der Entwicklungshilfe in vielen Ländern Afrikas und Südamerikas um. Gemeinsam mit Vereinen, kirchlichen Gruppen und Entwicklungsorganisationen wurden SolarWorld-Module und komplette Systeme für Krankenhäuser, Wasserbrunnen und -aufbereitungsanlagen, Schulen, Straßenbeleuchtung, Ausbildungszentren und Naturschutzgebieten bereitgestellt. ,Schwerpunkt des Programms ist Afrika. „Afrika ist der ärmste Kontinent mit der geringsten Elektrifizierungsrate. Das Programm Solar2World schafft solare Leuchttürme, die deutlich machen, welch großen Nutzen für Entwicklung, Gesundheit und Lebensqualität Solarstrom in netzfernen Gebieten bringt“, sagt Dr.-Ing. E. h. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG.

Bei jedem Projekt werden Menschen vor Ort in der Nutzung und Wartung der Solarstromanlagen geschult, um zusätzlich einen Wissenstransfer zu schaffen und die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern. In Kenia, Südafrika, Senegal, Niger, Benin, Äthiopien und Ruanda wurden Berufsschulen ausgestattet, wo die dringend benötigten Solarteure ausgebildet werden.

Beispielhaft für das Programm steht ein Projekt in Fissel im Senegal: In der Gemeinde mit über 35.000 Einwohnern in 28 Dörfern ist der Wassermangel ein existenzielles Problem. SolarWorld unterstützt hier ein Projekt von Rotary International, welches Wassermangel, Unterernährung und Armut gleichzeitig bekämpft – 70 SolarWorld-Module betreiben eine Wasserpumpe, die ganzjährig sauberes Trinkwasser und Wasser für den als Kooperative betriebenen Gemüseanbau liefern. Mit dem selbst angebauten Gemüse hat sich die Ernährung der Menschen deutlich verbessert. Zugleich bietet sich für etwa 500 Menschen eine neue Einkommensquelle, da die Frauen das Gemüse auf dem Markt verkaufen. 

Und wie Centorsolar hat auch Solarworld im von Erdbeben und Unterentwicklung gezeichneten Haiti  Solaranlagen (mit insgesamt 100 Kilowatt für Krankenhäuser und die Trinkwasserversorgung) geliefert. Im nächsten Jahr soll die Zahl der „Solar2World“-Projekte die 100-er Marke überschreiten. Aktuell befinden sich 20 Projekte in der Umsetzung, weitere 20 in Planung. Als erstes Projekt wurde im Dezember 2007 eine solar betriebene Wasserpumpe in Südafrika errichtet. Sie ist bis heute im „Komsberg Wilderness Nature Reserve“ in Betrieb.

Weitere Informationen: www.centrosolar.comwww.solarworld.de

Dienstag, 25. Dezember 2012

Lärmschutzwände für PV geeignet

Photovoltaik-(PV)-Anlagen zur Gewinnung von Solarstrom können ohne zusätzlichen Flächenbedarf in Kombination mit verschiedenen schon vorhandenen Infrastrukturbauwerken realisiert werden. Die Kombination von Photovoltaik und Schallschutz eignet sich insbesondere sehr gut, weil die modulare Bauweise der Lärmschutzwände einer rationellen Montage von PV Anlagen entgegenkommt und keine Konkurrenzanwendung besteht. 

 Um das vorhandene Potential zu ermitteln, hat TNC Consulting AG die Studie „Potentialermittlung der Kombination von Photovoltaik und Schallschutz entlang von Nationalstrassen“ (Forschungsprojekt Nr. ASTRA 2010/009) erstellt. Zusammen mit der Begleitkommission unter der Leitung von Herrn Dr. Cédric Joseph vom ASTRA sowie den Fachexperten Prof. Dr. Heinrich Häberlin der FH Burgdorf, Dr. Kurt Heutschi, Empa und Dr. Stefan Kunz, Meteotest wurde die Studie erarbeitet.

Die Erkenntnisse sind bedeutend für die Umsetzung der Energiestrategie 2050. Beinahe alle Verläufe von Lärmschutzwänden sind theoretisch für eine Kombination mit Photovoltaik denkbar. Mit Berücksichtigung der nicht-technischen Parameter besteht ein realisierbares Potential von 0.7 - 1.0 Mio m2 oder 110 – 165 MWp Nennleistung, was zu einem elektrischen Jahresertrag von 100 – 160 GWh führt. Somit ist das ermittelte realisierbare Potential von Photovoltaik an Lärmschutzwänden entlang der Nationalstrassen ausreichend, um den Jahresbedarf an elektrischer Energie für den Betrieb der Nationalstrassen in der Jahresbilanz decken zu können (145 GWh im 2010, inklusive Tunnel und Beleuchtung). Zum Vergleich, die Nennleistung von 165 MWp entspricht etwa der bis Ende 2011 total in der Schweiz installierten PV Leistung (190 MWp gem. BfE Umfrage 2011). 

Der Schlussbericht enthält Grundlagen für das ASTRA, um im weiteren Prozess das gefundene Anwendungspotential umsetzen zu können. Diese Hinweise betreffen sowohl den Planungsprozess als auch die ökonomischen Prozesse zur Vor- und Refinanzierung der zukünftigen Anlagen.


Der definitive Schlussbericht wird in den nächsten Wochen auf der Webseite des ASTRA sowie auf der Webseite von TNC aufgeschaltet werden.

Quelle: TNC Consulting

Montag, 24. Dezember 2012

Thesen zu Energiewende und PV

Wie viel Photovoltaik (PV) sind in Deutschland sinnvoll und wie kann ein Energiesystem aussehen, das Strom und Wärme zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erzeugt? Der Vollzug der Energiewende ist möglich - und am Schluss profitieren auch die EnergiekonsumentInnen. Eine Analyse der PV-Zeitschrift Photovoltaik und eine Analogie zur Schweiz.
Titelbild Ausgabe 12 / 2012
Hans-Martin Henning ist ein vorsichtig argumentierender Wissenschaftler. Doch was er jetzt veröffentlicht hat, dürfte die Diskussion um den Weg zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien gehörig durcheinanderwirbeln. Der stellvertretende Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hat mit seinem Team die Komponenten einer Energieversorgung für das Jahr 2050 berechnet und in eine grafische Form gebracht. Diese macht klar, wohin die Reise gehen kann. „Wir wollen wissen, wie konsistente Systeme aussehen und was sie kosten“, erklärt er. „Dafür verwenden wir eine mathematische Optimierung.“ Die Komplexität des Systems ist riesig. Das erklärt, warum sich heute so viele Interessengruppen über die Energiepolitik streiten. Hier etwas mehr Offshore- Wind, dort etwas weniger Photovoltaik. Oder dürfen es etwas mehr Leitungen sein, dafür weniger Speicher? Oder mehr Geld für die energetische Sanierung und weniger für die Stromerzeugung? Jedes Mal verdient jemand anderes mit. Die Studienergebnisse stellen den Streit jetzt auf eine wissenschaftliche Grundlage. Die Ergebnisse zeigt die Infografik "Strom und Wärme nur aus erneuerbaren Energien", die sich verschicken oder als Poster ausdrucken lässt.

Thesen für die zukünftige VersorgungAus den Ergebnissen lassen sich einige ableiten. Erstens ist in Deutschland ein Photovoltaikzubau zwischen 150 und 250 Gigawatt sinnvoll. Solarmedia: Was für die Schweiz einen Zubau von mindestens 15 bis 25 GW nahe legt angesichts ähnlicher Verhältnisse und einer zehnmal kleineren Bevölkerung. 

Zweitens ergibt sich im Rahmen der Optimierung die Installation von rund 130 Gigawatt Solarthermie, überwiegend in dezentralen aber auch in zentralen Anlagen. Drittens werden alle erneuerbaren Energieträger benötigt, also auch Offshore-Windkraft. Viertens gibt es mehrere Möglichkeiten, solch ein System aufzubauen, daraus resultiert auch die Spanne bei dem Photovoltaikzubau. Fünftens ist ein solches Energiesystem nur möglich, wenn Gebäude in Deutschland energetisch saniert werden.

Besonders wichtig ist, dass sich die Stromverbraucher freuen dürften:  Der Strom muss im Jahr 2050 mit einem solchen Energiemodell nicht mehr kosten als heute. Wenn fossile Rohstoffkosten wie landläufig erwartet weiter steigen, wird das neue ISE Szenario dann sogar billiger sein als Konzepte ohne Energiewende.

Der vollständige Artikel findet sich in der Dezemberausgabe der photovoltaik oder online („Endlich belastbare Zahlen“). Mehr Informationen zu Szenarien für den Photovoltaikausbau finden Sie auf unserer „Plattform 200 Gigawatt“ 

Quelle: photovoltaik.eu

Sonntag, 23. Dezember 2012

Energiewende ist bezahlbar

Zu den Kosten der künftigen Energieversorgung kursieren unterschiedliche Schätzungen. Je nach Interessenlage lassen sie wichtige Aspekte ausser Acht: Die Energiepreise steigen so oder so. Zudem senken das Energiesparen und die lokale Produktion erneuerbarer Energien Belastungen der Umwelt, mindern Risiken und schaffen Arbeit und Einkommen im Inland - so die These der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Umwelt von Praktischer Umweltschutz Schweiz.

Das Staunen und die Zustimmung waren gross, als der Bundesrat nach dem Reaktorunfall von Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie beschloss. Bald zwei Jahre später sind die Zweifel wieder erwacht und die alten Argumente gegen den Ausstieg wieder salonfähig. Dazu zählt auch das Jammern über steigende Energiepreise. Was dabei oft vergessen geht: Hohe Energiepreise helfen, den Energieverbrauch zu senken. Damit lassen sich wichtige Umweltziele erreichen. Weniger Energie zu verbrauchen, ist auch für die Wirtschaft ein Vorteil. Es reduziert Abhängigkeiten in einer Welt, in der Versorgungsengpässe absehbar sind. 

Hohe Energiepreise können Chancen eröffnen und die Suche nach Energie sparenden Alternativen forcieren. Aus Sicht von Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch muss die Politik diese Preissignale jetzt setzen. Dazu zählt die Einführung einer Energieabgabe, die den Energiegehalt und den CO2-Ausstoss besteuert. Das ist zielführender und effizienter als die heute übliche Subventionierung verschiedener Energieträger. Zudem: Die Preise werden mit oder ohne Atomenergie steigen. Die veralteten Übertragungs- und Verteilnetze in der Schweiz und in Europa müssen erneuert werden. Ebenso wird die Strommarktliberalisierung zu einer Angleichung der Energiepreise an das europäische Niveau führen. Und weltweit wird sich die Nachfrage nach Energie bis ins Jahr 2050 verdoppeln und die Preise in die Höhe treiben.

Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» informiert über aktuelle Studien zu den Kosten der Energiewende. Sie stellt den steigenden Kosten den Nutzen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber und hinterfragt die heutige Subventionierungspraxis. «Thema Umwelt» 4/2012 kann für CHF 15.– plus Porto bezogen werden bei Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch, Hottingerstrasse 4, Postfach 211, 8024 Zürich, 044 267 44 11, mail@umweltschutz.ch, www.umweltschutz.ch/themaumweltJahresabonnement (4 Nummern): 50 CHF.

Samstag, 22. Dezember 2012

China investiert 1 Milliarde Euro

Die chinesische Regierung investiert in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau der regenerativen Energiequellen. Aktuell steht die Windbranche im Vordergrund, doch setzt China zunehmend auch im Inland auf die Solarindustrie.

Wie aus einer Mitteilung des Finanzministeriums in Peking hervorgeht, geht mit 708 Millionen Euro der Löwenanteil in den Ausbau der Windenergie, für Biomasse werden 240 Millionen und für die Förderung von Solar-Kraftwerken knapp 84 Millionen Euro aufgewendet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt will bis 2014 insgesamt 100.000 Megawatt Windenergie, 21.000 Megawatt Solarenergie und 13.000 Megawatt Biomasse installieren. Den Prognosen zufolge wird China 2013 mit einem Zubau von 6.000 Megawatt Deutschland als größten Solarmarkt der Welt überholen. Allerdings sind in der Bundesrepublik bereits 32.000 Megawatt istalliert.

Seiner strauchelnden Solarindustrie will die Regierung in Peking neuen Schwung geben – unter anderem durch Fusionen zwischen den verschiedenen Herstellern, die zuletzt riesige Verluste hinnehmen mussten. Staatliche Subventionen und billige Kredite für die Branche sollen jedoch reduziert werden, wie das chinesische Kabinett am Mittwochabend erklärte. Diese Unterstützung hatte in Europa und den USA viel Kritik erzeugt, derzeit sind sechs Anti-Dumping-Klagen anhängig.

Der deutsche Konzern SMA Solar hatte am Donnerstag 72,5 Prozent an der chinesischen Firma Jiangsu Zeversolar New Energy gekauft, die wie SMA Wechselrichter für Solaranlagen herstellt. SMA zahlt 40 Millionen Euro für den Deal, mit dem einerseits der Zugang zum chinesischen Wachstumsmarkt gesichert und andererseits die Stellung als Weltmarktführer ausgebaut werden soll.
Quelle: KLIMARETTER.INFO | reni 2012 / Bild: Olympiaanlage Peking - Suntech

Freitag, 21. Dezember 2012

Schnee räumen auf PV-Anlagen?

Verblüffendes Ergebnis: Auf ein Betriebsjahr bezogen ist der Ertragsgewinn durch Schneeräumen verschwindend gering. Im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen wird regelmäßig kontrovers diskutiert, ob sich eine Schneeräumung der Module (manuell oder z. B. durch elektrisches Anwärmen) rentiert. Als Einrichtung für Photovoltaikforschung hat sich das TEC-Institut für technische Innovationen dieser Frage angenommen und einen entsprechenden Vergleichstest durchgeführt. 

Die Untersuchung wurde an einer 1,24 Megawatt Freiflächenanlage im tschechischen Holysov durchgeführt, die der Photovoltaik-Anbieter ANTARIS SOLAR für den Test zur Verfügung stellte. Zum Vergleich wurden zwei PV-Arrays à 32,4 kWp ausgewählt, die jeweils mit 180 monokristallinen Modulen des Typs ANTARIS ASM 180 belegt, nach Süden ausgerichtet und auch hinsichtlich Neigungswinkel und Wechselrichtern identisch waren.

Die Leistungs- und Ertragsdaten beider Arrays konnten separat ausgelesen werden. Im weiteren Vorgehen wurde nun der eine Anlagen-Abschnitt bei Schneefall einmal täglich gereinigt, der andere Abschnitt nicht. Schnee, der nach einer Reinigung gefallen war, wurde erst bei der Räumung am nächsten Tag entfernt. Insgesamt 68 Tage lang war während des Untersuchungszeitraums ein Anlagenteil mit Schnee bedeckt, wobei die Schneedecke zwischen 10 und 60 Zentimetern variierte.

Das Ergebnis der Vergleichstests fiel verblüffend aus: Nur etwa 1,4 Prozent des Jahresertrags wurden durch die regelmäßige Schneeräumung gewonnen. Diese Zahl ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Erträge beider Versuchs-Arrays während der Schneephase und ihrer jeweiligen Jahreserträge. Während der Schneephase trug der geräumte Anlagenabschnitt ca. 3 Prozent zum Jahresertrag dieses Arrays bei. Beim ungeräumten Array machte der Ertrag während der Wintermonate ca. 1,6 Prozent des Jahresertrags aus. Aus den Vergleichsdaten ergeben sich 1,4 Prozent des Gesamtjahresertrags, die durch die Schneereinigung der Module erzielt wurden.

Angesichts dieses Testergebnisses stellt sich also die grundsätzliche Frage, ob sich eine Schneeräumung bei Photovoltaikanlagen überhaupt rechnet, d.h. ob die Reinigungskosten nicht den relativ geringen Mehrertrag übersteigen. Zumal noch ein Selbstreinigungseffekt hinzukommt, da Schnee durch eigenes Gewicht von selbst von den Modulen abrutscht. So werden ganz von selbst Teile der Modulfläche frei und Stromproduktion – wenn auch nur im unteren Leistungsbereich – setzt ein.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Solarmodule soweit das Auge reicht!


Der schweizerische Fachverband für Sonnenergie Swissolar lanciert zur Sonnenwende am 21.12.2012 ein Manifest für den Ausbau der Solarenergie. 2013 steht eine Reihe von politischen Entscheidungen an, welche die zukünftige Energieversorgung der Schweiz massgeblich prägen werden. Swissolar fordert rasch mehr Mittel für den Ausbau der Solarenergie sowie eine angemessene Rolle der Solarenergie in der Energiestrategie2050. 

Im Frühjahr 2013 beschäftigt sich das Parlament mit einer parlamentarischen Initiative zur raschen Freigabe von zusätzlichen Mitteln für erneuerbare Energien in Form von kostendeckender Einspeisevergütung (KEV). Swissolar fordert hier rasches Handeln. „Wir haben den Atomausstieg beschlossen und blockieren gleichzeitig Investitionen in erneuerbare Energien in Milliardenhöhe – das macht keinen Sinn“ gibt Swissolar-Präsident und Nationalrat Roger Nordmann zu bedenken. Die KEV-Warteliste zählt mittlerweile über 23'000 Projekte, rund 21'000 davon betreffen geplante Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung.

Die Kosten für Strom aus Photovoltaik-Anlagen sind in den letzten vier Jahren um über 60% gefallen. Mittlerweile bewegt sich der Produktionspreis einer Kilowattstunde Solarstrom zwischen 20 und 40 Rappen. Trotz dieser Preisentwicklung in Richtung Netzparität begrenzt der aktuelle Entwurf der Energiestrategie 2050 den Ausbau der Solarenergie. „Mit den aktuellen Begrenzungen müsste die Schweizer Solarbranche bis 2020 schrumpfen – wir würgen die eigene Industrie ab und verzichten selbstverschuldet auf die Kraft der Sonnenergie“ sagt Swissolar-Präsident Roger Nordmann.

Das Manifest richtet sich an alle, die ein Zeichen setzen wollen für eine Politik hin zu einer sicheren, sauberen und unabhängigen Energieversorgung der Schweiz – dank mehr Energieeffizienz und dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Das Manifest fordert unter anderem:
  • Kostendeckende Einspeisevergütung ohne Begrenzung für alle erneuerbaren Energien
  • Tragende Rolle der Solarenergie in der Energiestrategie 2050 
  • Das Manifest ist unter der Adresse www.pro-solar.ch zu finden (und kann dort einfach unterschrieben werden).

Quelle: Swissolar / Bild: Solaranlage Wegmüller AG / Guntram Rehsche

Versorgungssicherheit gewährleistet

Der deutsche Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hält die Aussagen der Expertenkommission zum Monitoringbericht der Bundesregierung beim Thema Versorgungssicherheit für falsch. Die Wissenschaftler hatten in ihrer Kommentierung des Berichtes gewarnt, dass die aktuell geplanten Kraftwerkskapazitäten ‚deutlich nicht ausreichen‘. 

„Diese Aussage können wir nicht nachvollziehen. Es ist sowohl ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung in Deutschland verfügbar als auch genügend Reservekapazität für mögliche regionale Engpässe sichergestellt“, kommentiert BEE-Präsident Dietmar Schütz die Stellungnahme der Experten.  "Zusätzlich werde sich die Situation in den nächsten Jahren durch Kraftwerksneubauten und den fortschreitenden Netzausbau entspannen. "Eine Blackout-Gefahr aufgrund fehlender Kapazitäten besteht also nicht, auch wenn einige Stimmen dies immer wieder behaupten", erklärt Schütz. 

Zur Kostendebatte der letzten Monate haben die Wissenschaftler nach Ansicht des BEE mit ihrer aktuellen Analyse einen wichtigen Beitrag geleistet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der Anstieg der Kosten für Elektrizität bis einschließlich 2011 nicht so dramatisch verlief wie in der Öffentlichkeit oft dargestellt. "All diejenigen, die in den letzten Monaten von ‚explodierenden Strompreisen‘ gesprochen haben, sollten sich die Fakten der Wissenschaftler zu Herzen nehmen und das Thema künftig rationaler und ehrlicher diskutieren", wünscht sich Schütz. 

Bundeswirtschaftsminister Rösler habe bei der Vorstellung des Monitoringberichtes von Freitag einen guten Anfang gemacht, indem er die wesentlichen Kostensteigerungen im Energiesektor nicht den Erneuerbaren, sondern den fossilen Energien zugeordnet habe. Nach Berechnungen der Agentur für Erneuerbare Energien machen die Preissteigerungen für Kraftstoffe und Heizöl den Löwenanteil steigender Energiekosten bei den Privathaushalten seit 2010 aus. 

Beim Thema EEG-Reform vermisst der BEE nach wie vor ein Umdenken der zuständigen Minister hinsichtlich des Gesamtsystems der künftigen Energieversorgung. "Die Minister vermitteln weiterhin den Eindruck, als wollten sie die Erneuerbaren Energien in das bestehende Energiesystem pressen. Das wird aber nicht funktionieren", erklärt Schütz. Vielmehr müssten die Erneuerbaren Energien und dabei insbesondere die fluktuierende Erzeugung aus Wind- und Solarenergie ins Zentrum rücken. "In Zukunft geben die Erneuerbaren den Ton an, sowohl was die technischen als auch die ökonomischen Anforderungen angeht. Dieser Systemwechsel muss sich auch in der nächsten Novelle des EEG wiederfinden", erwartet Schütz.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Edisun Power stockt in Spanien auf

Die Edisun Power Europe mit Geschäftssitz in Zürich hat in Spanien nahe der Stadt Huelva eine 0.9 Megawatt-(MW)-Solarstromdachanlage erworben. Die Anlage liegt unweit weiterer Edisun Power-Anlagen in Südspanien.

Edisun Power erwarb gemäss Firmenmitteilung die bereits fertig gebaute und ans Netz angeschlossene 0.9 MW-Anlage von IBC Solar. Der Photovoltaikspezialist, der über langjährige Erfahrung im Bau von Solarstromanlagen verfügt, errichtete die Anlage mit IBC Modulen und Wechselrichter aus der eigenen Produktion.

Neben den üblichen Produkt- und Leistungsgarantien erhielt Edisun Power von IBC Solar auch weiterführende Performance-Garantien. Rainer Isenrich, CEO/CFO von Edisun Power kommentiert: «Wir verfügen damit über Sicherheiten, die garantieren, dass die Anlage auch die versprochene Leistung erbringt. Die Anlage wird auch mit der Energiesteuer, die Anfang 2013 eingeführt wird, wirtschaftlich sein.» «Die Anlage, die jährlich zirka 1.3 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, befindet sich auf dem Flachdach einer Fabrikhalle, in der Früchte verarbeitet werden», erklärt Markus Kohler, CTO von Edisun Power. 
 
Im Süden Spaniens hat Edisun Power damit fünf Anlagen am Netz. In dieser Region ist der Solarertrag besonders hoch: Er beträgt über 1'700 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In der Schweiz erreicht er durchschnittlich 1'100 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Als börsenkotierter europäischer Solarstromproduzent entwickelt, finanziert und betreibt die Edisun Power Gruppe Solarstromanlagen in verschiedenen europäischen Ländern. Edisun Power Europe AG startete ihr Engagement auf diesem Gebiet bereits 1997 und gehört zu den nach eigenen Angaben erfolgreichsten Unternehmen der Schweizer Solarenergiebranche. 


Seit September 2008 ist das Unternehmen am Hauptsegment der Schweizer Börse SIX kotiert. Edisun Power konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen und verfügt heute bei der Realisierung sowohl nationaler als auch internationaler Projekte über eine breite Erfahrung. Mitte Dezember 2012 besass Edisun Power Europe AG insgesamt 72 Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 14.9 MW in der Schweiz, in Deutschland, Spanien und Frankreich.

Quelle: www.edisunpower.com

So entwickelt sich Solarmarkt 2013

IHS iSuppli hat insgesamt zehn Prognosen für den globalen Photovoltaik-Markt im Jahr 2013 veröffentlicht. Das Marktforschungsunternehmen geht unter anderem davon aus, dass sich die Preise für Solarmodule im zweiten Halbjahr 2013 stabilisieren werden und China Deutschland als größten Photovoltaikmarkt der Welt ablösen wird - eine Zusammenfassung der Solarzeitschrift photovoltaik.

Das internationale Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli gibt zehn Prognosen für den globalen Photovoltaikmarkt 2013 ab. Laut Ash Sharma, Direktor des Solarbereichs bei IHS, befindet sich die Photovoltaik-Industrie mitten in einem umfassenden Wandlungsprozess, der momentan von Förderkürzungen, fallenden Modulpreisen und internationalen Handelsstreitigkeiten gekennzeichnet ist. Es gebe aber auch Lichtblicke: Der weltweite Zubau schreitet weiter voran, Solartechnologien werden immer effizienter und die Schwächen des europäischen Marktes werden durch die aufstrebenden Märkte in China und den USA ausgeglichen.

Im Folgenden die zehn Vorhersagen von IHS:
  1. Der weltweite Photovoltaikmarkt wird im Jahr 2013 zweistellige Zubauzahlen erreichen. Dennoch werden die Einnahmen auf rund 57 Milliarden Euro sinken. Im Jahr 2011 lagen die Einnahmen der weltweiten Photovoltaik-Industrie laut IHS bei etwa 71 Milliarden Euro, für das Jahr 2012 geht IHS von Einnahmen in Höhe von rund 58,5 Milliarden aus.
  2. Die Konsolidierung unter den Herstellern von Solarmodulen wird auch im Jahr 2013 weiter voranschreiten. Die Anzahl der Unternehmen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette (upsteam value chain) werde bis zum Ende des Jahres 2012 auf weniger als 150 Unternehmen fallen. Im Jahr 2010 gab es in diesem Bereich laut IHS noch mehr als 750 Unternehmen. Besonders die integrierten Hersteller werden im Jahr 2013 von der Konsolidierung betroffen sein. Die Kosten für nicht ausgelastete  integrierte Produktionslinien werden für viele dieser Unternehmen nicht mehr zu stemmen sein.
  3. Die Modulpreise werden sich im zweiten Halbjahr 2013 stabilisieren, weil das weltweite Überangebot langsam zurückgeht. Änderungen in der Marktdynamik werden zur Wiederherstellung des globalen Gleichgewicht von Angebots und Nachfrage beitragen.
  4. Der solare Handelsstreit wird sich auch im Jahr 2013 fortsetzen und nur wenige Gewinner hervorbringen. Im November 2012 sind bereits China, Europa, Indien und die USA in Handelsstreitigkeiten verwickelt. Der Zyklus von Sanktionen und Vergeltungsmaßnahmen wird nach Einschätzung von IHS nicht helfen, das grundlegende Problem von Überkapazitäten in der weltweiten Photovoltaik-Industrie zu lösen.
  5. Südafrika und Rumänien werden sich im Jahr 2013 zu wichtigen Wachstumsmärkten für die Photovoltaikbranche entwickeln. Beide Länder haben bisher eine kaum nennenswerte installierte Photovoltaik-Kapazität. Im kommenden Jahr erwartet IHS jeweils einen Zubau von mehreren hundert Megawatt.
  6. Zweistellige Renditen werden im Jahr 2013 auch für europäische Photovoltaik-Projekte möglich sein. Die derzeitigen Förderregelungen bieten nach Meinung von IHS in allen EU-Ländern attraktive Bedingungen für Investoren. Viele Märkte befänden sich außerdem an der Schwelle zur Netzparität, was ebenfalls gesunde Renditen erwarten lasse.
  7. Der Kapazitätszuwachs der Photovoltaik wird in den USA erstmals den Zuwachs von Windkraftanlagen überschreiten. Dies liege einerseits an derzeitig unsicheren Regularien für die Windbranche in den USA, andererseits spiegele diese Entwicklung auch die wachsende Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik in einigen US-Märkten wieder.
  8. China wird im Jahr 2013 zum größten Photovoltaikmarkt der Welt werden. Den Gesamtzubau im kommenden Jahr sagt IHS mit mehr als sechs Gigawatt voraus. Damit würde China Deutschland als größten Photovoltaikmarkt der Welt ablösen.
  9. Speicherlösungen für erneuerbare Energien werden die Solarindustrie verwandeln. Betreiber von Solaranlagen sehen Batterien in zunehmendem Maße als attraktiven Weg mehr Solarstrom selbst zu verbrauchen und auf teuren Netzstrom des Energieversorgers zu verzichten. Daher prognostiziert IHS einen sprunghaften Anstieg von Solaranlagen im Wohnbereich, die zusammen mit einem Speichersystem betrieben werden.
  10. Neue Technologien werden die Marktsituation für Maschinenhersteller beleben. Gleichzeitig werden diese Technologien Herstellern ermöglichen, ihre Kosten weiter zu senken, die Gewinne wieder zu erhöhen und sich von der Konkurrenz abzugrenzen.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Zoff in Schweizer Industrie

Der grösste Schweizer Solarkonzern Meyer Burger reagiert mit heftiger Kritik auf die undifferenzierte Ablehnung der SWISSMEM zur Energiestrategie 2050 des Bundes. Meyer Burger, noch Mitglied von SWISSMEM, vermisst die korrekte Wiederspiegelung der Strategie und bemängelt die plakativen und in vielen Punkten falschen Aussagen, welche SWISSMEM zur Energiestrategie 2050 des Bundes macht.

Die Meyer Burger Technology AG reagiert auf das am 10. Dezember 2012 veröffentlichte Communiqué der SWISSMEM betreffend der Energiestrategie 2050 des Bundes und kritisiert  den Branchenverband heftig. Mit der Ablehnung der Energiestrategie blockiert SWISSMEM nicht nur die Innovationskraft der Schweiz sondern versperrt auch den Weg für langfristige Lösungen zur Energieversorgung. Meyer Burger ist erstaunt über die zum Teil plakativen Aussagen und vermisst den Austausch von SWISSMEM mit den angeschlossenen Unternehmen welche den Verband gerne mit fachlicher Beratung unterstützt hätten.

Zu den von SWISSMEM veröffentlichten Punkten nimmt Meyer Burger im Einzelnen wie folgt Stellung: Für die Kernkraft existiert kein fertiges Entsorgungskonzept und auch der Betrieb ist nur durch eine Allgemeinhaftung machbar, da eine Umlage des Risikos die kWh Energie aus Kernkraft unbezahlbar teuer machen. Verschiedenste Studien unter anderem auch der ETH Zürich zeigen, dass die Schweiz die Kernkraft ersetzen kann. Die Energiestrategie 2050 und der Vorläufer 2035 wurden mit Fachleuten aus allen Bereichen erstellt, die hiermit als unqualifiziert hingestellt werden.

Gleichzeitig ist aus den jährlichen Statistiken des Bundesamts für Energie (BfE) ein Anstieg der realen Preise für Energie zu erkennen und insgesamt wird von einem Anstieg der Kosten für Primärenergie ausgegangen. Dies bedeutet, dass wir innovative Lösungen für unsere Zukunft erarbeiten müssen um die Wirtschaftskraft der Schweiz auch noch in 40 Jahren zu erhalten. SWISSMEM sendet hier ein falsches Signal aus.

Auch Meyer Burger unterstützt keine dauerhaften Subventionen, wie diese zum Beispiel in vielen Bereichen der Wirtschaft (Landwirtschaft) und auch Kernenergie betrieben wird. Die Photovoltaik demonstrierte in den letzten Jahren durch die Bereitstellung von innovativen Technologien und integrierten Systemen eine Reduktion der Systementstehungspreise von 6 CHF/Wp auf bis unter 2 CHF/Wp.

Diese erste falsche Aussage vermischt sich mit der zweiten, der Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit. In Deutschland, mit über 30GW installierter Photovoltaik und 10-fachem Energiebedarf (612TWh/a gegenüber 60 TWh/a in CH) wurden bereits 20 GW durch Solarstrom ins Netz eingespeist (25.Mai 2012, 12 bis 14 Uhr), dieses entspricht 15 Kernkraftwerken. Ausserdem hält Deutschland trotz grosser Zubauten an Wind und PV das Stromnetz stabil.  Seit 2011 sind bereits 54.1 GW fluktuierende Leistung aus Wind und PV angeschlossen (31% der Gesamtkraftwerksleistung). Die Schweiz, als Land mit Innovationskraft, besitzt diese Technologien. Die neuen erneuerbaren Energien zum Beispiel, sorgen an der Leipziger Strombörse EEX für reduzierte Energiepreise und steigern damit die  Wirtschaftlichkeit. Die exportorientierte Meyer Burger hat in 2011 über 1 Mrd CHF mit der von SWISSMEM bekämpften neuen erneuerbaren Energien umgesetzt. Die Energiestrategie 2050 enthält keine Aussagen zu Energiepreiserhöhungen. Die Schweizer Exporte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind stark wachsend. 

Weiter betont Meyer Burger in der verbreiteten Stellungnahme: Nur Innovationen ermöglichen es uns in Zukunft Produkte auch im Ausland verkaufen zu können. Im Energiebereich befinden wir uns weltweit in einer industriellen Revolution.  Neue erneuerbare Energien, intelligente Netze, Elektromobilität sind Teil einer neuen Energierealität. Diese zum Teil in der Schweiz entwickelten Technologien stehen bereit um einen Anteil des zukünftigen Energiebedarfes abzudecken. Eine noch nicht existierende Technologie muss nicht verboten werden. Ausserdem verbietet die Energiestrategie 2050 diese nicht. Die Energiestrategie wird im Parlament diskutiert werden und untersteht dem fakultativen Referendum. Meyer Burger wünscht sich dass:
  • SWISSMEM  Aussagen professionell begründet und die Quellen zu Annahmen referenziert.
  • SWISSMEM ihrem Motto „Werk- und Denkplatz Schweiz“ treu bleibt und sachlich begründete Aussagen macht.
  • SWISSMEM sich über die Technologie informiert, bevor sie Aussagen dazu macht.

Quelle: Meyer Burger

Sparpotential für Unternehmen

Je nach Energiemarkt lohnt sich der Einsatz von photovoltaisch erzeugtem Strom (PV) in finanzieller Hinsicht mehr oder weniger. In Deutschland etwa bieten grosse Dachflächen und eine Stromverbrauchsspitze tagsüber bereits ideale Voraussetzungen für PV-Strom. Er kann für zehn bis 15 Eurocent dauerhaft günstig erzeugt werden - wie die Analyse des Anlagenbauers Solon beispielhaft aufzeigt. In der Schweiz gilt das derzeit noch nicht. 

Die SOLON Energy GmbH (im Bild der moderne Berliner Unternehmenssitz) bietet ab sofort eine umfangreiche Beratung zum Eigenstromverbrauch für Gewerbe und Industrie an. Denn Solarstrom zu produzieren und selber zu nutzen, kann für Unternehmen ein großes Sparpotenzial bedeuten. Sie verfügen vielfach über große Dächer und benötigen den Strom vorwiegend tagsüber. Mit einem eigenen Kraftwerk auf dem Dach können sie eine Kilowattstunde Solarstrom für 0,10 € bis 0,15 € dauerhaft günstig und für bis zu 20 Jahre planbar erzeugen.  Um Betriebe umfangreich beraten zu können, ermittelt SOLON zunächst das Potenzial des Eigenstromverbrauchs. Dazu wird das individuelle Lastprofil analysiert und mit der zu erwartenden Stromproduktion einer Solaranlage auf dem Unternehmensdach verglichen. SOLON berücksichtigt dafür Größe und Ausrichtung des Daches, den derzeitigen individuellen Strompreis, die zu erwartende Steigerung des Strompreises sowie die Kosten einer geeigneten Solaranlage. Die potenzielle Solaranlage wird dann so ausgelegt, dass soviel Eigenstrom wie möglich verbraucht und damit der Zukauf von Strom erheblich reduziert werden kann. Mit den vermiedenen Stromkosten amortisiert sich die Investition; danach produziert die Solaranlage den Strom nahezu umsonst.

SOLON produziert gemäss eigenen Angaben hochwertige Solarmodule und ist Anbieter von solarer Systemtechnik für Dach- und Freiflächenanlagen. Zudem projektiert, errichtet und wartet SOLON Großdachanlagen und schlüsselfertige Solarkraftwerke weltweit. Die SOLON-Gruppe ist mit Tochterunternehmen in Deutschland, Italien und den USA vertreten und beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeiter.

Quelle: Solon AG

Montag, 17. Dezember 2012

Photon erscheint (vorläufig) weiter

Rechtsanwalt André Seckler aus Aachen, vorläufiger Insolvenzverwalter der Photon Europe GmbH, führt den Geschäftsbetrieb des Herausgebers diverser Photovoltaik-Publikationen vollumfänglich fort.  "Bereits im Januar soll wie geplant die nächste Print-Ausgabe der Zeitschrift Photon - Das Solarstrommagazin erscheinen", sagte Seckler. Auch der Internet-Auftritt - unter anderem mit aktuellen Nachrichten aus der Photovoltaik-Branche - werde weiterhin regelmäßig gepflegt und aktualisiert, heißt es in der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters.


Für die 140 Beschäftigten von Photon Europe hat Seckler bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes in die Wege geleitet, wie das Energieportal solarserver.de schreibt. "Die Mitarbeiter haben auf der Betriebsversammlung deutlich gemacht, dass sie an die Zukunft von Photon weiterhin glauben und bei der anstehenden Sanierung engagiert mitarbeiten werden", zeigte sich Seckler erfreut. Das erhöhe die Chancen auf eine positive Zukunft des Unternehmens und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.
  
Seckler, von der auf Restrukturierungen und Insolvenzen spezialisierten bundesweit agierenden Kanzlei Kebekus & Zimmermann, wurde am 12.12.2012 vom Amtsgericht Aachen zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Photon Europe bestellt, nachdem die Geschäftsführung einen entsprechenden Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit bei Gericht gestellt hat. Der Rechtsanwalt prüft derzeit die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, um darauf aufbauend Restrukturierungsoptionen zu erarbeiten.  Nach einer ersten Sichtung geht der vorläufige Insolvenzverwalter davon aus, dass für eine Sanierung externe Geldgeber notwendig sein werden. "Ich habe bereits jetzt Signale von Interessenten erhalten, die sich ein Engagement im Zuge einer übertragenden Sanierung durchaus vor stellen können", sagt André Seckler. Als nächste Schritte kündigte er an, zeitnah mit den Beteiligten Gespräche aufzunehmen, allen voran, den Geldgebern und Lieferanten.
  
Die Photovoltaik-Zeitschriften der Photon-Gruppe erscheinen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Chinesisch. Darüber hinaus werden internationale Konferenzen organisiert sowie Seminarreihen und Workshops zu photovoltaikspezifischen Themen ausgerichtet. Ein eigenes unabhängiges Testlabor der Schwestergesellschaft Photon Laboratory GmbH prüft die Qualität von Solar-Komponenten und eine Consulting-Gesellschaft berät Industrie und Politik. 
Die Photon-Europe GmbH beschäftigt rund 140 Mitarbeiter, davon 100 in Aachen und 30 am Standort in Berlin. Büros unterhält das Unternehmen zudem in Athen, Hongkong, Madrid, Paris und Rom.  

SolarCity nun doch an der Börse

Der US-amerikanische Anlagenbauer SolarCity hat nun doch den Börsengang gewagt (siehe Solarmedia vom 12. Dezember 2012). Der Titel wird auch gleich in den PHOTON Photovoltaik-Aktien-Index PPVX mit Schlusskurs von vergangenem Freitag aufgenommen. Der Börsenneuling ersetzt STR Holdings aus den USA. SolarCity arbeitet mit einem Leasing-Modell für Solaranlagen, das in Europa seinesgleichen noch sucht.

SolarCity wurde 2006 gegründet und hat den Hauptsitz im kalifornischen San Mateo. Hauptaktionär (mit 30.6 Prozent) ist Elon Musk, Mitbegründer des Internet-Zahldienstes PayPal sowie Hauptaktionär und Chef des Elektro-Auto-Herstellers Tesla Motors. Beim Börsengang (IPO) an der Technologiebörse Nasdaq wurden 11.5 Millionen Aktien zum Kauf angeboten - nur rund ein Sechstel des Unternehmens. Bei einem Verkaufspreis von acht Dollar liegt der Erlös bei rund 92 Mio. $. Kurz vor dem IPO war mit einem wesentlich höheren Preis gerechnet worden. Dieser höhere Preis ergab sich dann schnell an der Börse, schloss der Titel doch am ersten Handelstag um fast die Hälfte höher. Das ganze Unternehmen wird also mit über 650 Millionen $ bewertet - ein hoher Wert angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds und der Lage der Solarbranche.

SolarCity ist ein Solarinstallateur, der Anlagen verkauft und über Leasingmodelle vertreibt. Refinanziert werden diese - bisher wurden auf rund 45'000 Dächern insgesamt Module im Volumen von rund einer Milliarde $ verbaut - über Joint-Venture-Fonds mit institutionellen Investoren, darunter auch Google und amerikanische Grossbanken. Weitere 0.6 Milliarden $ stehen in solchen Fonds für künftige Projekte zur Verfügung. Allerdings ist das Geschäft von SolarCity bislang von Verlusten geprägt - zuletzt lag er 2011 bei 74 Millionen $ und im laufenden Jahr ist bereits bis Ende September ein solcher von 78 Millionen $ zu verzeichnen.

Nach einer eindrücklichen Performance von 223 Prozent in den Jahren 2003 bis 2011 liegt der PPVX seit Jahresanfang 2012 mit einem Minus von 33 Prozent um rund ebensoviel hinter dem NYXE Area Oil, der als Vergleichsindex dient. Die Marktkapitalisierung des Solarindexes, die einst 50 Milliarden Euro überschritten hatte, beträgt noch 11.9 Mrd. €.

SolarCity belegt mit dem erwähnten Börsenwert derzeit den dritten Platz im Solarindex PPVX, noch vor der deutschen Wechselrichterherstellerin SMA. Der PPVX wurde im Übrigen 2001 mit 1000 Punkten und elf Aktien gestartet - derzeit liegt er nach einem Höhenflug von weit über 2000 Punkten bei nur noch 554 Punkten (per 7. Dezember 2012). Er wird regelmässig bei Reuters und in den Zeitschriften Photon / Öko-Invest publiziert. Derzeit ist er wie folgt zusammengesetzt:

                       


PPVX =
606

Land
Unternehmen
Branche
Kurs 14.12.12
% seit




(Heimatw.)
1.1.12

CN
Apollo Solar Energy Techn.
Equipment, Module, Projekte (HKD)
0,280
0,0

D
Capital Stage AG
Betreiber, Projekte
3,500
+17,8
****
USA
Enphase Energy
Wechselrichter
3,22
-56,1
**
TW
E-Ton Solar
Zellen
12,40
-14,5
***
USA
First Solar
Dünnschichtmodule, Projekte
32,56
-3,6

CN
GCL Poly Energy Holding
Silizium, Wafer, Projekte (in HKD)
1,48
-31,8

TW
Gintech Energy
Zellen
26,20
-19,8

TW
Green Energy Technology
Wafer
24,70
-27,6

USA
GT Advanced Technologies
Equipment
3,480
-51,9

CN
JA Solar
Wafer, Zellen, Module, Systeme (USD)
4,03
-39,9

CN
LDK Solar
Silizium, Wafer, Zellen, Module (USD)
1,26
-69,9

USA
MEMC Electronic Materials
Silizium, Wafer, Projekte
3,22
-18,3

CH
Meyer Burger Technol. AG
Equipment
7,20
-51,0

TW
Motech Industries
Zellen, Module, Wechselrichter
25,95
-51,1

TW
Neo Solar Power
Zellen, Module
17,95
-5,8

ROK
Nexolon
Ingots, Wafer
1.350
-72,7
*
USA
Power-One
Wechselrichter
4,20
+7,4

N
Renewable Energy Corp.
Silizium, Wafer, Zellen, Module
1,200
-54,7

TW
Sino-American Silicon Pr.
Wafer
35,00
-24,9

D
SMA Solar Technology AG
Wechselrichter
18,638
-56,0

USA
SolarCity
Installation, Finanzierung
11,72
0,0
****
CN
Solargiga Energy Holdings
Wafer, Zellen, Module (in HKD)
0,425
-45,5

TW
Solartech Energy
Zellen
20,00
-32,2

D
SolarWorld AG
Wafer, Module, Zellen, Systeme
1,180
-62,5

USA
SunPower
Module, Zellen, Systeme/Projekte
5,41
-13,2

TW
Sunrise Global Solar Energy
Zellen
21,00
-23,6
***
CN
Suntech Power
Wafer, Zellen, Module
1,04
-52,9

CN
Trina Solar
Wafer, Zellen, Module
4,14
-38,0

ROK
Woongjin Energy
Wafer
1.930
-54,5

CN
Yingli Green Energy
Wafer, Zellen, Module (in USD)
2,34
-38,4

int.
PPVX
Solar-Aktien-Index
606
    -33,3

* seit 16.1.12, ** seit 2.4.12, *** seit 11.6.12, **** seit 16.7.12, **** seit 17.12.12

Quelle: Öko-Invest

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