Sonntag, 23. Dezember 2012

Energiewende ist bezahlbar

Zu den Kosten der künftigen Energieversorgung kursieren unterschiedliche Schätzungen. Je nach Interessenlage lassen sie wichtige Aspekte ausser Acht: Die Energiepreise steigen so oder so. Zudem senken das Energiesparen und die lokale Produktion erneuerbarer Energien Belastungen der Umwelt, mindern Risiken und schaffen Arbeit und Einkommen im Inland - so die These der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Umwelt von Praktischer Umweltschutz Schweiz.

Das Staunen und die Zustimmung waren gross, als der Bundesrat nach dem Reaktorunfall von Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie beschloss. Bald zwei Jahre später sind die Zweifel wieder erwacht und die alten Argumente gegen den Ausstieg wieder salonfähig. Dazu zählt auch das Jammern über steigende Energiepreise. Was dabei oft vergessen geht: Hohe Energiepreise helfen, den Energieverbrauch zu senken. Damit lassen sich wichtige Umweltziele erreichen. Weniger Energie zu verbrauchen, ist auch für die Wirtschaft ein Vorteil. Es reduziert Abhängigkeiten in einer Welt, in der Versorgungsengpässe absehbar sind. 

Hohe Energiepreise können Chancen eröffnen und die Suche nach Energie sparenden Alternativen forcieren. Aus Sicht von Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch muss die Politik diese Preissignale jetzt setzen. Dazu zählt die Einführung einer Energieabgabe, die den Energiegehalt und den CO2-Ausstoss besteuert. Das ist zielführender und effizienter als die heute übliche Subventionierung verschiedener Energieträger. Zudem: Die Preise werden mit oder ohne Atomenergie steigen. Die veralteten Übertragungs- und Verteilnetze in der Schweiz und in Europa müssen erneuert werden. Ebenso wird die Strommarktliberalisierung zu einer Angleichung der Energiepreise an das europäische Niveau führen. Und weltweit wird sich die Nachfrage nach Energie bis ins Jahr 2050 verdoppeln und die Preise in die Höhe treiben.

Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» informiert über aktuelle Studien zu den Kosten der Energiewende. Sie stellt den steigenden Kosten den Nutzen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber und hinterfragt die heutige Subventionierungspraxis. «Thema Umwelt» 4/2012 kann für CHF 15.– plus Porto bezogen werden bei Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch, Hottingerstrasse 4, Postfach 211, 8024 Zürich, 044 267 44 11, mail@umweltschutz.ch, www.umweltschutz.ch/themaumweltJahresabonnement (4 Nummern): 50 CHF.

Kommentare:

  1. Sie schreiben bzw. zitieren: "Und weltweit wird sich die Nachfrage nach Energie bis ins Jahr 2050 verdoppeln". Dies könnte stimmen. Wirtschaftswachstum (Zunahme BIP) ist seit jeher an das Energiewachstum gekoppelt. Vor allem der Verbrauchsanstieg beim Strom. Dies dürfte sich kaum ändern, es sei denn, dass man zu strikter Planwirtschaft übergeht ! Welche Vorstellung, aber leider sind wir auf dem Weg dorthin !!

    Darum also sieht der Entwurf des Energiegesetzes für die Schweiz als Zielsetzung eine Senkung des Energieverbrauchs pro Person und Jahr gegenüber 2000 von 50 % vor !

    In der Diskussion werden leider soviele widersprüchliche Aussagen gemacht, dass einem schwindlig werden könnte. Was also gilt jetzt ? Man müsste eigentlich die Diskussionen langsam beenden wenn diese so inkohärent sind.

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