Sonntag, 28. Februar 2010

Zurück zum Wachstumspfad

Die weltweite Solarbranche wird im laufenden Jahr zurückkehren zum ausgeprägten Wachstum, welches nun schon ein ganzes Jahrzehnt andauert – nur 2009 brachte eine Wachstumsdelle.

Das neue Jahr hat gerade mal seine ersten beiden Monate hinter sich gebracht – und schon stehen erste Prognosen für die PV-Branche für das ganze 2010 ins Haus. Die renommierte iSuppli rechnet mit einem starken Marktwachstum weltweit, um über 60 Prozent. Einhergehen wird dieses mit einem weiteren Preiszerfall der Solarmodule, der allerdings nicht mehr ganz so ausgeprägt wie 2009 ausfallen wird.

Noch rund einen Fünftel wird der Preisrückgang gemäss iSuppli im laufenden Jahr ausmachen (nach 37.8 % im Vorjahr). Damit werde die Branche ihr Gesicht völlig verändern, hält die Analyse fest. Die Unternehmen werden gezwungen sein, ihre Programme zur Reduktion der Kosten noch zu beschleunigen.

Die Ausweitung der Nachfrage wird allerdings einen Dämpfer erhalten, wenn die in Deutschland markant gesenkten Einspeisetarife wirksam werden – was nach neuesten Kompromissen in der zweiten Jahreshälfte der Fall sein soll (siehe Solarmedia vom 23. Februar 2010). Immerhin macht der deutsche PV-Markt rund die Hälfte des Weltumsatzes aus, vor allem nach den rekordhohen rund 3000 MW, die dort im vergangenen Jahr installiert wurden, während der frühere Weltmarktleader Spanien seine Unterstützung radikal minderte, worauf der Markt völlig kollabierte.

Die Veränderungen im Marktangebot sieht iSuppli wie folgt: Mit Samsung und LG Electronics weiten zwei südkoranische Giganten ihre Produktionskapazitäten markant aus. Dem stehen taiwanesische in nichts nach und auch US-Hersteller folgen wie etwa Ingenieurdienstleister Bechtel. All diese Investitionen in neue Kapazitäten werden das Weltpotential auf wohl auf 15 bis 20 GW treiben - bei einer voraussichtlichen Nachfrage von 8,3 GW. Damit werde der Wachstumspfad von 2008 wieder aufgenommen – das Vorjahr hatte ja eine Stagnation gebracht. Noch ein Vergleich aus der Warte von Solarmedia: Mit 8,3 Gigawatt installierter neuer Solarleistung wird bereits ein Volumen erreicht, das die aktuelle Kapazität neuer Atommeiler übertrifft - die bringen es nämlich grad mal so auf einen bis zwei mit rund 2 GW Leistung und damit ähnlicher Jahresproduktion wie der PV-Bereich, letzterer ist also auf der Überholspur.

Das erweiterte Angebot führe logischerweise zu sinkenden Modulpreisen, insbesondere bei den kristallinen, die vor allem auch beeinflusst werden von den weiterhin sinkenden Silliziumpreisen, hält iSuppli in seiner Analyse weiter fest. Denn auch in der Rohstoffproduktion sind die Kapazitäten massiv gesteigert worden. Erst gegen Ende des Jahres sieht iSuppli eine Erholung der Modulpreise, die die vorrangegangene Senkung aber kaum wettmachen werde.

© Solarmedia
/ Quelle: PV-Society

Freitag, 26. Februar 2010

Zwei Boxen erregen Aufsehen

Der deutsche Solarkonzern Solarworld plant eine Batterielösung für die Speicherung von Solarstrom. Und die US-Firma Bloom Energy enthüllte ihre neue Brennstoffzelle, die Strom für Mehrfamilienhäuser erzeugen kann.

Das Grundproblem der Photovoltaik ist, dass Strom nur bei Tageslicht fließt. Dieses Problem will der Chef der Bonner SolarWorld AG Frank Asbeck (siehe Bild) nun für Eigenstromversorger lösen. Noch im Sommer soll Solarworld eine Solaranlage mit Batterie als Paketlösung anbieten, berichtet das Handelsblatt in Düsseldorf. Damit reagiert der Solarkonzern auf die in Deutschland vorgesehene Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom. Eine Batterie könnte erhöhten Eigenverbrauch auch in den Nachtstunden ermöglichen und so die Förderung bei kleinen Anlagen in voller Höhe erhalten.

Die Batterie soll den Angaben zufolge die Größe einer Waschmaschine haben und zu einem Systempreis von etwa 3.000 Euro angeboten werden. Ziel sei der Massenmarkt, so Asbeck. Wer die Batterie für das geplante Paket liefert, wollte Asbeck laut Handelsblatt nicht verraten. Gleichzeitig sprach er auch von bedeutenden Investitionsplänen in den Golfstaaten.

Ganz anders und eine Konkurrenz für die Erneuerbaren Energien schlechthin: Bloom Energy machte zur Wochenmitte in den USA seinen Energieserver zugänglich (siehe Bild von Enthüllung). Die Brennstoffzelle grossen Stils (100 KW Leistung) kann Erdgas in Elektrizität verwandeln, und das rund um die Uhr. Noch streiten sich Experten um die Frage, ob die auch Bloom Box genannte, garagengrosse Zelle hält, was sie verspricht. Umstritten ist unter anderem, ob sie den Strom billiger als über Wind- oder Sonnenkraft generieren kann und ihre Haltbarkeit – Wind- und Sonnenanlagen bringen es ja garantiert und locker auf über 20 Jahre. Verwaltungsrat der Firma ist unter anderen der frühere US-Aussenminister Colin Powell – und er meinte anlässlich der Lancierung, die Firma verfüge natürlich noch über keine 20 Jahre Betriebserfahrung. Dennoch wird die Box in kommender Zeit für viel Gesprächsstoff sorgen.

© Solarmedia
/ Quellen: Greentechmedia / Handelsblatt

Photon für Kürzungen

Das deutsche Fachmagazin Photon mobilisiert seit Jahren - weitestgehend contra die eigene Branche - gegen zu hohe Einspeisetarife für Solarstrom. Die jetzt seitens der Regierung ins Auge gefassten Kürzungen hält es für immer noch ungenügend.

Der Kompromiss der Regierungsparteien zur Photovoltaik-Förderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gehe grundsätzlich in die richtige Richtung, kommentiert Anne Kreutzmann, Chefredakteurin des Solarstrom-Magazins PHOTON, das Verhandlungsergebnis des Koalitionsausschusses."Er enthält aber mit dem Ausschluss von Ackerflächen sowie der Eigenverbrauchsregelung zwei Fehlsteuerungen, welche Solarstrom unnötig verteuern und damit den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland langfristig gefährden", so Kreutzmann.

Solaranlagen auf Ackerflächen erhalten in Deutschland künftig keine erhöhten Einspeisetarife mehr - problematisch angesichts der Tatsache, dass sie den billigsten Solarstrom liefern.


So habe der Koalitionsausschuss beschlossen, die Vergütung für Solarstromanlagen auf Ackerflächen vollständig streichen zu wollen. Damit werde der Versuch unternommen, ausgerechnet die mit weitem Abstand billigste Form der Solarstrom-Erzeugung in Deutschland abzuschaffen. Nach dem ursprünglichen Vorschlag von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der eine 25-prozentige Senkung der Vergütung für diesen Anlagentyp vorsieht, hätte auf Äckern künftig Solarstrom zu 21,32 Eurocent je Kilowattstunde erzeugt werden sollen - das entspreche dem Preisniveau für den mit Boni geförderten Strom aus Biomasse.

Als Begründung für den Ausschluss der Ackerflächen aus der Förderung werde die Flächenkonkurrenz mit der Produktion energetisch verwertbarer Biomasse angeführt. Das Argument hält laut Kreutzmann jedoch nicht stand: Aktuell würden zehn Prozent der Ackerflächen in Deutschland für die Produktion von Bioenergie genutzt, insgesamt 1.500.000 Hektar. Darauf würden nur 6 Prozent des deutschen Energiebedarfs erzeugt. Nur etwa 5.000 Hektar Fläche würden hingegen von Solarkraftwerken in Anspruch genommen. Würde die Fläche, die derzeit zur Bioenergieproduktion genutzt wird, für Solarkraftwerke verwendet, könnte rechnerisch auch der gesamte Strom-, - ja sogar der gesamte Energiebedarf der Bundesrepublik erzeugt werden, betont Kreutzmann. Zudem wäre dies ein großer Gewinn für den Umweltschutz, da Photovoltaik-Anlagen im Unterschied zu Raps, Mais und Roggen nicht gedüngt und mit Pestiziden behandelt werden müssen.

Auch die geplante Ausweitung der Förderung des Eigenverbrauchs verteuert laut Photon den Solarstrom. Denn die neue Regelung sei so angelegt, dass sie vor allem zu Mitnahmeeffekten führe. Der Betreiber erwirtschafte den maximalen Profit genau dann, wenn auch ohne Eigenverbrauch der gesamte Strom aus der Solarstromanlage vor Ort verbraucht würde. Die angestrebte Entlastung der Stromnetze durch den Eigenverbrauch werde überdies nicht eintreten. Denn die Netze müssten auf die maximale Anlagenleistung ausgelegt sein - für den Fall etwa, dass der Betreiber Urlaub macht und den Strom nicht selbst verbraucht.

"Alles in allem werden die beiden Fehlsteuerungen - Ausschluss der billigsten und noch höhere Förderung des teuersten Solarstroms - die Stromverbraucher zusätzlich belasten. Der positive Effekt der Reduzierung der Einspeisevergütung um 16 Prozent zum 1. Juli wird damit zunichte gemacht, ja sogar konterkariert", heißt es in der Pressemitteilung. Da Umweltminister Röttgen sich nicht gegen den Ausschluss der Ackerflächen wehre, und den "Unsinn der Eigenverbrauchsförderung" sogar noch anschiebe, vergreife er sich am Grundgedanken des EEG und erschwere damit den weiteren Ausbau der Photovoltaik in Deutschland.

Quelle: Photon

Donnerstag, 25. Februar 2010

PV-Konzerne bedingt nachhaltig

Photovoltaik-Unternehmen sind nicht per se nachhaltig. Das stellt eine aktuelle Untersuchung fest, die vorbildliche Unternehmen nennt und einen Solarkonzern scharf kritisiert. ECOreporter.de stellte die wichtigsten Ergebnisse vor.

Die Studie mit dem Titel „Nachhaltigkeit & Social Responsibility in der Photovoltaik-Industrie“ wurde von Murphy&Spitz aus Bonn vorgelegt, die seit 1999 im Bereich nachhaltiger Investments tätig und unter anderem die Umwelt Aktiendepots und die Murphy&Spitz Umweltfonds betreut. Laut deren Research sollten Solarunternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig arbeiten, sowohl bei der eigenen Produktion als auch insbesondere in ihrem Einflussbereich auf Lieferanten, Joint Ventures und andere Partner.

Die Autorin der Studie, Nicole Vormann, erläutert in der Studie die wesentlichen Umweltaspekte der Solarbranche, geht aber auch intensiv auf Arbeitsschutzfragen ein. Zudem erfolgt eine konkrete Analyse von sechs führenden Solarkonzernen mit integrierter Produktion. Dabei hat der US-amerikanische Solarkonzern SunPower „miserabel abgeschnitten“, wie es in der Studie heißt. Das im kalifornischen San Jose ansässige Unternehmen, Hersteller der weltweit effizientesten Solarzellen (22 Prozent), produziert auf den Philippinen. Über 4.700 der rund 5.400 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Vormann hat festgestellt, dass SunPower als einziger der sechs untersuchten Solarkonzerne keine ISO 14001 Zertifizierung nachweisen kann. Auch gebe es in den Jahresberichten 2007 und 2008 keine Daten und Fakten zum Umweltschutz und zur Arbeitsicherheit. Sunpower verpflichte sich lediglich, beim Umweltschutz und der Arbeitssicherheit die Standards des Landes einzuhalten, wo der Konzern produziere, anstatt eigene Mindeststandards zu setzen. Das Unternehmen sei zwar Mitglied von PV Cycle, einem von Unternehmen der Photovoltaikindustrie gegründeten Rücknahme- und Recycling-Programm für Altmodule. Es mache aber keine Angaben über eigene Recyclingtechnologien und zur Rücknahme alter Module.

Überraschend positiv kommen in der Untersuchung die chinesischen Solarkonzerne Yingli, Suntech und Trina Solar weg. „Entgegen anders lautender Vorurteile haben sie alle ISO 14001 Zertifizierung“, stellt Vormann fest. Nach ihrer Einschätzung ist dies auch ein „must have“ für Photovoltaik-Unternehmen. Die international anerkannte Benchmark für die Umweltmanagementstrategie einer Firma garantiere, dass ein externer Gutachter nach einem internationalen Standard das Unternehmen hinsichtlich seiner Umweltaspekte und seines Managementsystems geprüft habe. Das Zertifikat sei für Akteure aus China nicht leichter zu erlangen als für westliche Unternehmen. Allerdings stellt Vormann auch fest, dass die Nachhaltigkeit von kleinen und mittelständischen Solarunternehmen aus China „sehr kritisch zu sehen“ sei. Als Zulieferer haben sie nach ihrer Einschätzung „ein hohes Potential für negative Umweltauswirkungen. Daher sieht sie bei den chinesischen Solarkonzern noch Nachholbedarf in Fragen der Transparenz über die Nachhaltigkeit ihrer Zulieferer.

Die Bonner SolarWorld und der weltweit führende Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen, die US-amerikanische First Solar, stechen laut der Untersuchung positiv hervor. SolarWorld setze mit ihrem Nachhaltigkeitsbericht Standards für den Bereich der kristallinen Technologie. Die Transparenz in Sachen Umweltleistung und der Ziele werde gut dargestellt. Besonderns positiv hebt Vormann das eigene Recycling von SolarWorld hervor, das sonst nur First Solar vorweisen könne. Für die kristalline Technologie setzen die Bonner nach ihrer Ansicht Standards bei der Wiederaufbereitung. Sehr gut schneidet der Konzern auch bei der Zertifizierung der Zulieferer ab, jedoch kann er noch nicht für alle Standort ISO 14001 vorweisen. Die SolarWorld produziert in Deutschland, Korea und den USA.

Quelle: Ecoreporter

Mittwoch, 24. Februar 2010

ADEV bringt Solar-Obli

Zur Finanzierung grosser Solaranlagen legen die Basler Energiepioniere der ADEV Gruppe erstmals eine Obligationenanleihe auf. Ab 5000 Franken sind AnlegerInnen dabei.

Darauf hat man hierzulande lange gewartet: Eine Obligationenanleihe, die die Sicherheit dieser Anlageform (fester Zins und feste Laufzeit) verbindet mit der Investitionsmöglichkeit in Projekten der Erneuerbaren Energien. Und das alles bei hohen Mitsprachemöglichkeiten der Beteiligten. Die ADEV, seit Jahren Pionierin der Erneuerbaren Energien macht’s nun möglich. Nicht vergessen werden darf dabei, dass auch eine Obligation mit Risiken verbunden ist – das Geld ist weit gehend fix gebunden und das Unternehmen kann im schlimmsten Fall nicht in der Lage sein, das Geld am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen.

Was wird mit dem Anleihenerlös passieren? In Basel entsteht zurzeit die grösste ADEV-Solarstromanlage auf dem Flachdach des Neubaus der Coop Immobilien an der Singerstrasse mit einer Gesamtleistung von 360 kW. Der Bau einer weiteren Anlage ist auf der Universität Irchel in Zürich geplant. Eigentümerin und Betreiberin der beiden Solarkraftwerke ist die ADEV Solarstrom AG. Damit vergrössert die ADEV-Gruppe ihr bestehendes Solarkraftwerk-Portefeuille von 2.2 auf 2.6 Megawatt.

Zur Finanzierung dieser Projekte legt die ADEV Solarstrom AG erstmals eine Obligationenanleihe über 2 Mio. Franken auf. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 8 Jahre, der Zinssatz wurde auf 2.75% fixiert. Damit erweitert die ADEV die direkten Anlagemöglichkeiten zugunsten der dezentralen und sauberen Energieversorgung für ökologieorientierte Anlegerinnen und Anleger. Das Ausgabevolumen wird auf max 2.0 Mio. Franken begrenzt, die Stückelung beträgt CHF 5‘000.--. Die Zeichnungsfrist dauert bis 31. März 2010 oder bis zur Zeichnung des Maximalbetrages.

Die publikumsgeöffnete ADEV Solarstrom AG ist eine Tochter der ADEV Energiedienstleitungsgruppe in Liestal (BL). Sie verfolgt weitere Grossprojekte im Bereich der Erneuerbaren Energien: Stromproduktionsanlagen mit Bürgerbeteiligungen sollen aufzeigen, dass eine Elektrizitätsversorgung ohne Atomstrom möglich ist. Mit diesem Hauptziel vor Augen, hat die ADEV Energiegenossenschaft in den vergangenen Jahren alle bekannten Optionen umgesetzt. Entstanden sind Wärmekraftkopplungsanlagen, Holzenergie-Wärmeverbunde, Windkraftwerke, Solarstromanlagen und Kleinwasserkraftwerke.

Informationen: ADEV Solarstrom AG, Postfach 550, CH-4410 Liestal, Tel 0041 61 921 94 50
Email: info@adev.ch oder brigitta.spiess@adev.ch: Internet: www.adev.ch

© Solarmedia
/ ADEV

Dienstag, 23. Februar 2010

Solarförderung entschieden

Die deutschen Regierungspartner CDU/CSU und FDP haben sich über die künftige Photovoltaik-Förderung verständigt. Demnach soll die Kürzung der Einspeisevergütung erst zum 1. Juli erfolgen, und zwar um 16 Prozent.

Wie das Fachblatt Photovoltaik vorab meldet, haben sich die Parteien über die künftige Photovoltaik-Vergütung geeinigt. Demnach sollen die Fördersätze für Photovoltaik-Dachanlagen noch einen weiteren Monat später gekürzt werden. Die Senkung zum 1. Juli soll bei 16 Prozent liegen, bestätigte ein Sprecher des CSU-Landesgruppenchefs Hans-Peter Friedrich der photovoltaik. Zum gleichen Zeitpunkt werde die Vergütung für Freiflächenanlagen allgemein ebenfalls um 15 Prozent sinken. Ausgenommen davon werden Photovoltaik-Parks auf Konversionsflächen und große Dachanlagen mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt, die künftig mit elf Prozent weniger gefördert werden. Photovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen werden nach dem 1. Juli hingegen gar nicht mehr gefördert, sagte der Sprecher weiter. Dies betreffe alle Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Zukünftig erhalten somit nur noch Photovoltaik-Anlagen auf Gewerbeflächen die Förderung.

Die Regelung beim Eigenverbrauch von Solarstrom sei nun so gestaltet, dass es einen Vorteil von acht Cent je Kilowattstunde geben soll, hieß es weiter. Außerdem sei die Größe der Anlagen, die von der Eigenverbrauchsklausel profitieren können, auf 800 Kilowatt beschränkt worden. Zudem hätten sich die Parteien verständigt, dass bei einem Überschreiten des Zielkorridors von 3500 Megawatt die gesetzlich festgeschriebene Degression 2011 um zwei Prozent und ab 2012 um drei Prozent angehoben werden soll, so der Sprecher. Mit dieser Einigung wird erwartet, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) „zeitnah“ eine Gesetzesvorlage in das Bundeskabinett einbringt. Nach Medienberichten wird die Regierung wahrscheinlich Anfang März definitiv über die Photovoltaik-Kürzungen beraten und entscheiden.

Quelle: Photovoltaik

Schweizer Solarboot wassert

Eine Solaryacht soll schwebend die Welt umrunden. Mit extrem starken Batterien und leichtem Bau umschifft sie energetische Flauten. Gebaut in Deutschland, handelt es sich um ein Westschweizer Projekt.

Was da in der großen Halle 11 der HDW-Werft in Kiel eingerüstet auf dem Boden steht, sieht aus wie ein gigantischer, Ski laufender Rochen mit vier Beinen. Könnte auch ein kopfüber fliegendes Designerflugzeug sein. Oder ein Ufo – so der Beschrieb des Planetsolar in der deutschen Wochenzeitschrift «Die Zeit».

Mittels einer Wanderausstellung in Form eines «PlanetSolar» Dorfes, war das Projekt PlanetSolar und die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen einem breiten Publikum im vergangenen Herbst schweizweit vorgestellt worden. Als Gründerteam stehen die folgenden Personen hinter dem Vorhaben: Raphaël Domjan, Initiator von PlanetSolar, ist ein Mann mit Überzeugungen. Der 37-Jährige hatte die Vision des Projektes PlanetSolar und setzte von diesem Moment an alles daran, es zu verwirklichen. Des Weiteren dabei sind Paola Ghillani, Stefan Nowak (ein Schweizer Solarpionier der ersten Stunde) und Pierre-Marcel Favre.

Tatsächlich sei es ein Schiff, wie es die Welt noch nicht gesehen habe,
so «Die Zeit» weiter in ihrem Bericht – ein Extrembeispiel des Designgesetzes »Form follows function«. Die Funktion: Dieses riesige flache Ding mit seinem zwei Tennisplätze großen Deck voller dunkler Solarpanels soll 2011 einen Weltrekord aufstellen, indem es ausschließlich mittels Solarenergie ein paar Leute auf dem Wasser einmal um die Welt befördert. Dabei soll die Planetsolar für die Nutzung der Sonnenenergie werben (und für die Sponsoren).

Was da nun am 25.Februar 2010 probehalber zu Wasser gelassen
, ist in jeder Hinsicht speziell. Zu den verborgenen Werten gehört die Batterietechnik. Dank ausgesuchter Lithium-Ionen-Akkus in den Schwimmern (die HDW auch beim U-Boot-Bau verwendet) schleppt die Planetsolar »nur« 11,7 Tonnen Stromspeicher mit sich herum, ein Siebtel des Gewichts, das normale Bleiakkus von vergleichbarer Kapazität wiegen würden.

Vier Motoren treiben übergroße, langsam drehende Karbon-Propeller an, die zur Hälfte aus dem Wasser ragen und besonders effektiv sind. Vieles an dem Schiff wirkt ausgesprochen exzentrisch – doch man kann sicher sein: Alles folgt dem Diktat des Energiesparens. Das Ergebnis dieser Anstrengungen wird, falls alles gut geht, ein Schiff sein, das dank seitlich herausgeschobener zusätzlicher Solarflächen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von acht Knoten (15 Kilometern je Stunde) schafft. In der Spitze leisten die Motoren 160 Kilowatt (218 PS). Bei Sparfahrt allerdings werden nur knapp 20 Kilowatt pro Stunde verbraucht. Da an Bord 1,3 Megawatt Solarenergie gespeichert werden können, kann die Planetsolar im Prinzip drei Tage und drei Nächte lang fahren, ohne die Sonne zu sehen.

Die Stadt Hamburg und das Komitee für den "Hafengeburtstag", das größte Hafenfestival der Welt, haben beschlossen, PlanetSolar anlässlich seines ersten öffentlichen Erscheinens zu empfangen. Diese Premiere findet vom 7. bis 9. Mai 2010 im Hamburger Hafen statt. PlanetSolar wird Ehrengast beim 821. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG sein. Das Boot wird an den Paraden zur Eröffnungs- und Schlussfeier neben 300 anderen Booten teilnehmen. Dabei werden mehr als 200.000 Besucher erwartet.

© Solarmedia
/ Quellen: Zeit vom 18.2.2010 / Solarmedia 14. Aug.2009 / Planetsolar

Montag, 22. Februar 2010

Stromlobbyist liegt schief

Noch immer argumentiert die CH-Atom- und Stromlobby mit nachgewiesen falschen Zahlen und Argumenten. Jüngstes Beispiel Hans E.Schweikardt von Swisselectric.

In einem Interview mit dem Internat-Portal nachhaltigkeit.org fährt Schweikardt grobes Geschütz auf gegen das Potential der Erneuerbaren Energien. So heisst es unter anderem: «Kurzfristig ist Versorgungssicherheit nicht mit erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Auch der Bundesrat sagt, dass das Potential der erneuerbaren Energien „auf absehbare Zeit nicht ausreicht“». Bekanntlich ist allerdings auch nicht alles wahr oder zumindest höchst umstritten, was der Bundesrat sagt (siehe dazu Solarmedia vom 17. Januar 2010).

Krass verdreht der Swisselectric-Präsident die Fakten, wenn er die in Deutschland angeblich geringe Leistung der photovoltaischen Elektrizitätserzeugung mit lediglich 0,5 Prozent angibt (sie hat bereits über 1 Prozent erreicht - siehe Solarmedia vom 18. Februar 2010) – und er liegt auch mit weiteren Argumenten schief:

- Versorgungssicherheit, wie sie Herr Schweickardt propagiert, war auch in den vergangenen 30 Jahren nicht gegeben (Import von AKW-Strom in bestimmten Perioden). Warum soll das in Zukunft mit dem Import von Erneuerbaren (Wind) nicht auch möglich sein (EW der Stadt Zürich hat bereits entsprechenden Langfristvertrag geschlossen).

- Wenn die Solarstromversorgung in Deutschland einen Schuldenberg von 27 Milliarden Euro aufgebaut hat - dann ist der Schuldenberg der Atomwirtschaft noch wesentlich höher - und in der Schweiz bewegt er sich ebenfalls in Millardenhöhe (seit vielen Jahrzehnten wurden hierzulande zweistellige Millionen-Förderbeiträge für Atomwirtschaft gesprochen).

- Die als Schuldenberg bezeichnete Summe findet ihre Analogie in der Landwirtschaft: Auch da bezahlen KonsumentInnen einen Aufpreis für inländisch produzierte Produkte (der wesentlich höher ist als beim Strom!). Zudem ist der Abbau dieser Querfinanzierung beim Strom (im Unterschied zur Landwirtschaft) gesetzlich bereits vorgezeichnet.

© Solarmedia

Sonntag, 21. Februar 2010

Atomstrom ist CO2-intensiv

Immer wieder führt die Atomlobby das Klimaargument ins Feld: Atomstrom produziere gar weniger CO2 als Sonnen- und Windstrom. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Wieviel des schädlichen Treibhausgases im Atomstrom enthalten ist, hängt von der konsultierten Studie ab. Grundsätzlich lassen sich die Studien gemäss Schweizerischer Energie-Stiftung (SES) in zwei Gruppen einteilen. Die einen berücksichtigen den gesamten Uranzyklus und die damit verbundenen CO2-Emissionen. Dazu gehört etwa der Abbau, der in den nächsten Jahrzehnten, um einiges Energie- und deshalb auch CO2-intensiver wird, denn Uran ist endlich und das Gestein enthält immer weniger Uran. Dazu kommen Transport, Aufbereitung wie auch Rückbau der Anlagen und Lagerung der Abfälle. Andere Studien berücksichtigen nur Teile dieser Kette.

Die CO2-Belastung eines Atomkraftwerks ist wohl höher als von der Atomindustrie angegeben, liegt über jener der Erneuerbaren und ist nicht das einzige verursachte Umweltproblem (Bild: Gösgen bei Aarau, Guntram Rehsche).

 


Das äusserst breite Spektrum hat das Bundesamt für Energie BFE in der «BFE Literaturübersicht Kernenergie 2009» zusammengestellt. Das absolute Minimum berechneten Vorspools et al. (2000) mit 3 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde (g/kWh) Atomstrom. Interessant: Das AKW Beznau hatte 2008 eine Klimabilanz präsentiert, in der von 3,04 g/kWh die Rede ist – die Zahl musste erst kürzlich revidiert werden. Die Urankette ist komplex und intransparent, anscheinend kennt sie die Axpo selber nicht (siehe Medienmitteilung der Axpo unten). Ebenfalls wenig realistisch sieht es das Nuklearforum, das von einem Wert von 8 g/kWh ausgeht (Berechnung: Paul-Scherrer-Institut). Storm van Leeuwen et al. (2007) berechnete einen Kohlendioxid-Gehalt von Atomstrom von 139,1 g/kWh. Einen der höchsten Werte errechnete die WISE-Studie mit 230 g/kWh.

Für eine saubere Berechnung der CO2-Belastung von Atomstrom muss selbstverständlich die ganze Kette berücksichtigt werden. Dazu gehört die Förderung der Rohstoffe, der Transport, Bau, Rüchbau und Unterhalt eines Atomkraftwerks sowie die Verteilung des Stroms. Die Schweizerische Energie-Stiftung stützt sich deshalb auf einen Wert von ca. 100 g/kWh Atomstrom. Denn eines ist klar: Die Emissionen pro Kilowattstunde werden zukünftig noch massiv zunehmen, denn der Abbau des Urans wird immer energieintensiver werden. Auch interessant: Nach aktuellen Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) gibt es weltweit etwa 4,7 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubare Vorkommen von Uran. Diese Vorräte reichen beim gegenwärtigen Jahresverbrauch noch etwa 65 Jahre.

Übrigens: Was die SES in ihrer Verlautbarung gar nicht erwähnt: Wind- und Solarstrom weisen eine CO2-Belastung von 4 resp. 78 g/kWh auf – liegen also so oder so unter der als plausibel anzunehmenden Belastung durch Atomstrom. Hinzu kommt, dass in einer Umweltbilanz eben nicht allein auf das eine Treibhausgas abzustützen ist – und dann schneidet die Atomstromproduktion ganz schlecht ab (nur schon beim Wasserverbrauch).

Quelle: Schweizerische Energiestiftung

Freitag, 19. Februar 2010

First Solar glänzte 2009

Rekordzahlen für der Welt grössten Solarkonzern. Der Dünnschicht-Modulhersteller aus den USA erzielte über zwei Milliarden Umsatz und verdoppelte den Gewinn – aber die Aussichten sind durchzogen.

Der US-Solarkonzern First Solar hat seine Jahresbilanz 2009 vorgelegt. Trotz Wirtschaftskrise konnte sich der Überschuss auf 640 Millionen Dollar nahezu verdoppelt. Der Umsatz stieg um zwei Drittel auf 2,1 Milliarden Dollar. Die Prognosen von Analysten wurden damit übertroffen. Der Ausblick auf das laufene Jahr ist deutlich gedämpfter: Für 2010 rechnet die weltweite Nummer 1 der Solarbranche mit geringeren Margen und niedrigeren Gewinnen. Die von der deutschen Bundesregierung geplante Senkung der Solarförderung verunsichere im Hinblick auf die weitere Entwicklung.

Die Dünnschichtmodule von First Solar weisen in der Photovoltaik-Branche das beste Preis-Leistungsverhältnis auf - benötigen allerdings mehr Platz für die Installation als kristalline Module und kommen deshalb weniger auf Dächern und eher bei Freilandanlagen zum Einsatz (Bild: First Solar).

Während in Ländern wie Italien deutliche Zuwächse im Solarbereich zu erwarten sind, rechne man deshalb in Deutschland mit einer Stagnation des Markts. Das Unternehmen macht einen Großteil seines Geschäfts (noch) in Deutschland. Seit 2007 produziert der US-Konzern auch in Frankfurt (Oder) Dünnschichtmodule auf der Basis von Cadmiumtellurid, die in der Produktion billiger sind als als Anlagen auf Basis von Silizium. An der Börse wurde die Gewinnprognose 2010 für First Solar mit einem Minus quittiert. Auch die Aktienwerte deutscher Solarunternehmen wurden vom verhaltenen Ausblick gedrückt, berichtet die Financial Times Deutschland: Q-Cells, SMA Solar und Phoenix Solar zeichneten deutlich leichter.

Quelle: Wir Klimaretter

Italien, Israel und Ägypten, Peru

Grossprojekte allerorten: Solarmedia dokumentiert, mit welch rasanten Entwicklungsschritten die Einführung der Photovoltaik vorangeht. Derzeit sorgen Vorhaben in Italien, Israel und Ägypten sowie in Peru für Schlagzeilen.

Israel und Ägypten, alte politische Rivalen – um nicht zu sagen Feinde – fassen eine solare Zusammenarbeit ins Auge. Gespräche finden in diesen Tagen statt über ein gemeinsames Solarprojekt in Ägyptens Sinai-Wüste, so liess Israels Industrie- und Handelsminister Binyamin Ben-Eliezer verlauten. Beide Nationen sollten von der erzeugten Energie profitieren, während die Ägypter wohl in erster Linie Landreserven, die Israeli die Technologie beisteuern würden. Besonders reizvoll am Projekt: Die Sonneneinstrahlung im Sinai ist mit 2300 KWh pro Jahr mehr als doppelt so hoch wie in Mitteleuropa.

Auch für den drittgrössten Solarmarkt Europas, für Italien , weist eine Vorhersage auf spektakuläre Entwicklungen. Demnach wird die Gesamtkapazität des italienischen Photovoltaik-Markts bereits im laufenden Jahr rund 2000 Megawatt erreichen. Die dannzumal erreichte Verdoppelung verdankt der Markt der noch immer gültigen besonders günstigen Vergütung von Solarstrom in Italien – im Laufe des Jahres soll dann die neu ab 2011 gültige Regelung bekannt gegeben werden. Die entsprechenden Informationen waren bereits mehrfach angekündigt, blieben bislang aber aus. Seit 2007 ist der Markt in Italien dank der dazumals eingeführten Einspeisevergütung geradezu explodiert.

Selbst in Lateinamerika entstehen jetzt grössere Solarprojekte, zum Beispiel in Peru: Die Unternehmen Spanish T-Solar und Solarpack wurden von der Regierung des Andenstaats damit beauftragt, in den kommenden 20 Jahren jeweils 173 GWh photovoltaisch erzeugten Strom bereitzustellen. Um diese Strommenge zu erzeugen, wollen die Firmen insgesamt vier grosse PV-Werke bauen mit einer Leistung von je 20 Megawatt – auch in diesem Fall werden die Anlagen von einer ähnlich grossen solaren Einstrahlung profitieren wie im Falle des erwähnten Sinai-Projekts. Die Anlagen werden in den Regionen Tacna, Arequipa und Moquegua erbaut und sollen Mitte 2012 am Netz sein. Solarpack ist bereits auch in Chile an der PV-Anlage Calama Solar 1 beteiligt (siehe Bild und Solarmedia vom 21. Dezember 2009). CEO Pablo Burgos meinte dazu, dass die von Solarpack gehegten Hoffnungen für Südamerika durch die aktuelle Entwicklung noch übertroffen würden.

© Solarmedia
/ Quellen: Reuters, PR Newswire

Donnerstag, 18. Februar 2010

Über ein Prozent Solarstrom

Rund ein Sechstel des Stromverbrauchs in Deutschland stammt bereits aus erneuerbaren Quellen, bei der Energie insgesamt (inkl. Wärme) sind es ein Zehntel. Erstmals hat Solarstrom die magische Grenze von einem Prozent Verbrauchsanteil überschritten.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat am Donnerstag in Berlin die Zahlen der Branche zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr vorgelegt. Danach waren die Erneuerbaren in Deutschland auch 2009 auf Wachstumskurs: Die Energiebereitstellung stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Damit erreichten die Erneuerbaren insgesamt einen Anteil am Endenergieverbrauch von 10,6 Prozent (2008: 9,5 %), mehr als jede zehnte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde stammte also aus regenerativen Quellen(Strom und Wärme zusammen). Die Erneuerbaren Energien haben allein im vergangenen Jahr rund 111 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent vermieden und damit die Volkswirtschaft um 7,9 Mrd. Euro externer Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden entlastet. Zudem konnten Importe fossiler Brennstoffe im Gegenwert von 6,4 Mrd. Euro vermieden und statt dessen die heimische Wertschöpfung gestärkt werden.

Besonders stark haben die Erneuerbaren Energien im Wärmesektor zugelegt. Hier stieg ihr Anteil auf 9,6 Prozent gegenüber 7,9 Prozent im Vorjahr. Das entspricht einer Zunahme in der Wärmeerzeugung von 110,7 auf 125,3 Mrd. kWh. „Die Zahlen zur Erneuerbaren Wärme sind zunächst einmal sehr erfreulich. Doch sie täuschen über eine gefährliche Trendwende hinweg: Im zweiten Halbjahr 2009 ist der Absatz von Anlagen der regenerativen Wärmeerzeugung regelrecht eingebrochen“, berichtete Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe und Sprecher der AG Wärme im BEE. Die Politik müsse deshalb für den Wärmemarkt dringend zusätzliche Anstrengungen unternehmen.

Wer die Zahlen zur Elektrizität genauer prüft, stösst auf ein überraschendes und erfreuliches Detail: Dank einer Steigerung der Solarstromerzeugung (Photovoltaik - PV) um fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahr stammen nunmehr bereits 1,1 Prozent der deutschen Elektrizitätsgewinnung aus direkter solarer Quelle. Bislang wurde PV selbst von Experten als Promillegeschäft verspottet.

Wegen stark unterdurchschnittlicher Windverhältnisse blieb die insgesamt regenerativ erzeugte Strommenge im Jahr 2009 mit 93,3 Mrd. kWh etwa auf gleichem Niveau wie 2008. Der relative Anteil stieg wegen des gesunkenen Stromverbrauchs dennoch auf 16,1 Prozent (2008: 15,1 %). Die installierte Leistung in den Bereichen Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Geothermie stieg 2009 zusammengenommen um rund 5400 MW. „Damit liegt der Ausbau der Erzeugungskapazitäten voll im Plan unserer Branchenprognose“, konstatierte BEE-Geschäftsführer Klusmann. Diese gehe davon aus, dass die Erneuerbaren Energien 2020 bereits 47 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland decken. „Eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke ist daher ebenso wie der Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke nicht nur unnötig, sondern in erheblichem Maße kontraproduktiv.“


© Solarmedia
/ Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energien Deutschland

Mittwoch, 17. Februar 2010

CH: Ständerat bremst

Swissolar ist enttäuscht über den Entscheid der ständerätlichen Energiekommission. Zwar wurde die Erhöhung des Kostendachs um 50% gemäss Nationalrat übernommen, aber mit der Beibehaltung der Teildeckel für die Photovoltaik gemäss bestehendem Gesetz würde am leidigen „Stop and Go“ für Solarstrom nichts geändert.

Für die zusätzliche Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien in der Schweiz wäre gemäss Branchenverband Swissolar die Deblockierung der kostendeckenden Einspeisevergütung von grösster Bedeutung. Photovoltaik- Anlagen mit einer Leistung von 150 Megawatt sind auf einer Warteliste des Netzbetreibers Swissgrid und können mangels geeigneter Rahmenbedingungen nicht realisiert werden. Positiv zu bewerten ist deshalb der Entscheid der Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission des Ständerats (UREK-S), wonach der Zuschlag pro Kilowattstunde zur Finanzierung der Einspeisevergütung auf maximal 0.9 Rp. zu erhöhen sei, wie dies der Nationalrat bereits letzten November beschlossen hatte.

Leider trat die Kommission nicht auf den nationalrätlichen Vorschlag zur Vereinfachung der Regelung für die Photovoltaik ein. Damit bliebe es bei einem komplizierten System von abgestuften Teildeckeln in Abhängigkeit von den Durchschnittskosten der installierten Solarstromanlagen. Dies führt zu einem bürokratischen System mit Deckelbewirtschaftung und Wartelistenmanagement mit dauerndem „Stop and Go“.

Ein kontinuierliches Wachstum der jährlich installierten Photovoltaik-Leistung ist so nicht möglich. Swissolar appelliert deshalb an den Ständerat, auf Teildeckel zu verzichten und stattdessen Jahreskontingente (Geldbeträge) für Photovoltaik vorzusehen. Damit würde ein Anreiz für die Branche geschaffen, die Kostenreduktion weiter voranzutreiben: Denn je billiger die Anlagen sind, desto mehr Leistung kann mit dem gleichen Betrag installiert werden! Langfristig könnten wir allein mit Solaranlagen auf Gebäuden einen Drittel des schweizerischen Strombedarfs decken. Bis spätestens 2030 könnte ein Anteil von etwa 12 Prozent erreicht werden!

Quelle: Swissolar

Kürzung gefährdet Solarbranche

Die vorgesehene starke Kürzung der deutschen Einspeisevergütung gefährdet deutsche Solarfabriken erheblich. Auch sieht das führende Solarforschungsinstitut technologische die Spitzenstellung in Gefahr.

Die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Absenkung der Solarförderung ist unangemessen und gefährdet die Solarproduktion in Deutschland. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) fordert die Bundesregierung auf, die Kürzungsvorschläge zu überarbeiten. Nur mit einer moderaten Reduktion der Solarstromförderung sei es möglich, den Solarindustriestandort Deutschland zu erhalten und auszubauen.

Solar-Forscher Prof. Weber warnt vor überzogener Senkung der Solarstrom-Einspeisevergütung.








Bis zum Jahr 2020 will die Solarbranche bis zu zehn Prozent des deutschen Strombedarfs aus Solarstromanlagen decken, ab 2013 zu Preisen unterhalb der Verbraucher-Stromtarife.
Zu den bereits 60.000 Beschäftigten in der deutschen Photovoltaikbranche werden nach Prognosen des BSW-Solar in den nächsten zehn Jahren weitere 40.000 Jobs hinzukommen. Die Wissenschaftler des renommierten Freiburger Fraunhofer ISE haben in ihrer heute veröffentlichten Studie untersucht, in welchem Umfang eine zusätzliche Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom angemessen wäre. Bereits zum Jahreswechsel waren die Fördersätze gemäß den Vorgaben des Erneuerbare-Energien Gesetzes (EEG) um bis zu elf Prozent reduziert worden. Nach Vorstellungen des Bundesumweltministers sollen sie zum 1. Juni 2010 und zum Anfang 2011 erneut im jeweils zweistelligen Prozentbereich gesenkt werden, allein in diesem Sommer um 15 Prozent.

"Unsere Berechnungen zeigen, dass für Solarstrom-Anlagen bis 30 Kilowatt Spitzenleistung eine einmalige zusätzliche Absenkung von sechs Prozent und für Anlagen bis 100 Kilowatt von zehn Prozent angemessen wäre", sagt ISE-Institutsleiter Prof. Eicke Weber. "Die Vorschläge des Umweltministers liegen weit darüber und würden den solaren Produktionsstandort Deutschland massiv gefährden."

Das Fraunhofer ISE geht in seiner Studie davon aus, dass trotz Effizienzsteigerungen die Produktion in Deutschland zu großen Teilen nicht mehr wirtschaftlich darstellbar wäre. "Dies würde sehr wahrscheinlich zu einem Arbeitsplatzabbau in Deutschland führen", erklärt Weber. Laut ISE sind die Preise für Solarstromanlagen im letzten Jahr deutlich stärker gesunken als die Kosten: "Wir sehen die Gefahr von Dumpingpreisen, mit denen sich einige asiatische Unternehmen auf Basis von äußerst günstigem Kapitalzugang Marktanteile kaufen. Eine Reduktion der Förderung in Deutschland sollte sich an der realen Kostenentwicklung orientieren und damit die Voraussetzung dafür schaffen, dass deutsche Unternehmen weiterhin kostendeckend produzieren können", so Weber. Die Freiburger Solar-Experten betonen, dass deutsche Photovoltaik-Unternehmen gegenüber ihren asiatischen Konkurrenten nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihren technologischen Vorsprung halten und ausbauen können. "Dies setzt verstärkte Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung voraus", so Weber.

Quelle: Bundesverband für Solarwirtschaft

Dienstag, 16. Februar 2010

Oerlikon Solar regt sich

Der Mutterkonzern OC Oerlikon schlingert und kann immer noch kein erfolgversprechendes Sanierungskonzept vorlegen. Die Solarsparte hat immerhin offenbar wieder Aufträge.

Für Ende 2009 hatte OC Oerlikon eine Regelung der angespannten finanziellen Situation versprochen – nun ist sie für den kommenden Monat in Aussicht gestellt. Die Banken sind noch nicht im Boot, verweigern offenbar eine Umschuldung oder sonstwie geeignete finanzielle Unterstützung. Mehr erfuhr die Öffentlichkeit in dieser ganzen Zeit nicht, die Finanzwelt wunderte sich – und quittierte die Situation vor allem mit einem ins Bodenlose gestürzten Aktienkurs.

Nun meldet sich immerhin die Solarsparte (im Bild eine Produktionsanlage), von der bislang für das letzte Jahr nur ein einziger Grossauftrag (nach Russland – siehe Solarmedia vom 5. Dezember 2009) bekannt geworden war - sowie die Absetzung von Spartenleiterin Jeannine Sargent. Gemäss Medienmitteilung hat Oerlikon Solar, nach eigenen Angaben der weltweit führende Lieferant von Produktionsanlagen für die Herstellung von Dünnfilm-Silizium-Photovoltaik (PV) einen bedeutenden Vertriebserfolg in Spanien erzielt. Demnach setzt Gadir Solar seine PV-Technologie für amorphes Dünnfilm-Silizium bereits in der Solarproduktionsanlage in der Bucht von Cadiz (Spanien) ein. Das Werk von Gadir Solar ist eines der grössten in Europa und nahm im Oktober 2009 seinen Betrieb auf. Das Unternehmen hat in Rekordzeit eine Jahresproduktionskapazität von 40 MW erreicht. Mit der Kapazität der jährlich produzierten PV-Module aus amorphem Silizium können rund 8.000 Häuser mit ausreichend Energie versorgt werden.

Oerlikon Solar verfolge damit seinen eingeschlagenen Weg: Technische Innovationen sollen die Kosten senken und die Leistungen solartechnischer Anlagen verbessern. PV-Solaranlagen entwickeln sich zu einer Massenproduktionstechnik - und wie es schon bei Flachbildschirmen für Fernseher der Fall war, wird es wahrscheinlich in den nächsten 5 bis 10 Jahren zu fortgesetzten Innovationen und Kostensenkungen kommen. Über das kurzfristige Angebot des Marktes hinaus fokussieren Kunden von Oerlikon Solar bereits heute den Markt des Jahres 2012 und darüber hinaus, wenn die Produktion in den Micromorph-Herstellungswerken bei voller Auslastung und zu Produktionskosten läuft, die im Rahmen des Stromeinkaufsvertrags (Power Purchase Agreement; PPA) Preise auf Netzparitätsniveau ermöglichen.

Quelle: Oerlikon-Solar

Montag, 15. Februar 2010

Vorboten der neuen Zeit

Grossflächige Zeitungsinserate weisen derzeit darauf hin, was es in der Energieszene geschlagen hat. Der erfolgreichste deutsche Autobauer bekennt sich zu einer 100%-igen Energiewende und Eurosolar propagiert die Kraft der Sonne.

„Fabriken. Ausschließlich aus erneuerbaren Energien betrieben. Ein ferner Traum? Für uns der nächste Schritt.“ So die Schlagzeile eines BMW-Inserats in der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende. Einer der Haupteinwände gegen die 100%- ige solare Energiewende lautet: Erneuerbare Energien können wohl in privaten Häusern und in kleinen Fabriken funktionieren, aber doch niemals in großen Fabriken wie bei Autoherstellern oder bei der Metallproduktion. Eine überzeugende Antwort auf dieses Vorurteil gab jetzt ausgerechnet der Autohersteller.

Im Text der Anzeige heißt es weiter: „Bereits heute gewinnt unser Produktionswerk in Spartanburg über 63% seines Energiebedarfs aus Methangas – dem Nebenprodukt einer benachbarten Mülldeponie… Für uns ist das nicht gut genug… Deswegen werden wir auch nicht aufhören, bis wir unsere Fabriken ausschließlich mit erneuerbaren Energien betreiben. Ideen und Visionen über alternative Energiequellen haben wir genug. So produzieren wir im BMW-Werk Rosslyn in Südafrika und in der BMW Welt in München Energie aus der kraft der Sonne. Im BMW Werk Leipzig planen wir die Nutzung von Windkraft. Und schon bald könnte natürliche Wärme aus der Erde erneuerbare Energie für unseren Standort München liefern.“

Eurosolar, der Europäische Verband für Solarindustrie, hat demgegenüber ein grosses Inserat in der neuesten Ausgabe der «Zeit» geschaltet unter dem Titel: "Mit der Kraft der Sonne". Darin beschwört Eurosolar-Präsident Hermann Scheer (siehe Bild) die Leserschaft: «Deutschland muss seine weltweit führende Rolle in der Solartechnik erhalten. Photovoltaik – die Umwandlung von Sonnenlicht zu Strom – ist die wichtigste Zukunftstechnologie der Menschheit.»

Unübersehbar sei auch, dass die Stromerzeugung in Bürgerhände übergehe. Damit werde der dringende Wandel zu einer emissionsfreien und sicheren Energieversorgung vorangetrieben. Hunderttausende unabhängige Solarstromerzeuger in Deutschland hätten das Versorgungsmonopol der Stromkonzerne gebrochen. Ein neues Zeitalter der Energieversorgung habe begonnen.

Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises, wörtlich weiter im Zeit-Inserat: «Die Initialzündung für die weltweite Einführung und industrielle Massenproduktion von Photo voltaik-Anlagen erfolgte vor zehn Jahren in Deutschland. Wir sind seitdem zu einem weltweit ausstrahlenden Vorbild geworden. Deutschland ist das Land mit den meisten installierten Anlagen und internationaler Technologieführer. Die Photovoltaik ist die einzigartige Chance zur autonomen Stromversorgung für Bürger, für Gemeinden, Städte und Regionen: Strom produktion ohne Brennstoffkosten, lautlos und emissionsfrei. Sie eignet sich besonders für Gebäude und auf überdachten oder versiegelten Flächen an jedem Ort der Erde.»

Scheer wendet sich vehement gegen die zusätzliche Absenkung der Einspeisetarife. Seit dem 1. Januar 2010 seien sie schon um zehn Prozent niedriger als im Jahr 2009. Nun plane die Bundesregierung zum 1. April 2010 eine nochmalige Reduzierung um 15 Prozent. Vom 1. Januar 2011 an will sie eine weitere Senkung um 10 Prozent oder mehr folgen lassen. Das bedeuteten alles in allem eine Absenkung von mindestens 35 Prozent innerhalb von zwölf Monaten! Mit dieser pauschalen, abrupten und drastischen Absenkung riskiere die Bundesregierung die vorwärtsschreitende Entwicklung zu bremsen. Dies verunsichert Planer und Investoren. Die aktuellen Vergütungssenkungen sollten statt in einem großen Schritt in gleitenden kleineren Schritten vorgenommen werden.

Seine weitere Vorstellungen zur Fortentwicklung der Photovoltaik und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat EUROSOLAR-Präsident Hermann Scheer in seinem Konzept "Die Photovoltaik innovativ fortentwickeln" dargestellt, das hier verfügbar ist.

© Solarmedia
/ Quellen: Sonnenseite 2010 / Süddeutsche Zeitung / Eurosolar

Sonntag, 14. Februar 2010

Conergy’s Alternativmodell

Der deutsche Solar-Generalunternehmer Conergy führt die solare Strromproduktion konsequent weiter. Künftig sind vor allem Eigenverbraucher gut positioniert, auch dank der Förderpolitik – ein Modell auch für die Schweiz.

Die Solarspezialisten von Conergy (im Bild der Hauptsitz bei Hamburg) starten das erste, bundesweite Pilotprojekt zum Thema Eigenverbrauch – und stellen damit die Weichen für die solare Energielösung der Zukunft. Eigenverbraucher nutzen den von ihrer Solaranlage produzierten Strom im eigenen Haushalt – und verringern damit ihre Abhängigkeit von aus Kohle und Atomenergie erzeugtem Strom der Energieversorgungsunternehmen. Zum guten Gefühl kommt dabei noch ein, so Bundesumweltminister Röttgen, „wirtschaftlich unterlegter Anreiz“. Eigenverbrauch sei ein „Mitmachangebot für Bürger“, das in der geplanten EEG-Novelle besonders gefördert werde.

Je mehr Solarstrom ein Hausbesitzer künftig statt ins Netz zu speisen selbst verbraucht, desto besser nicht nur sein „grünes Gewissen“ – desto höher auch sein Ertrag. Conergy Technologiechef Dr. Tim Meyer ergänzt: „Eigenverbrauch ist die Energielösung der Zukunft. Er macht den Nutzen von Photovoltaikanlagen direkt für den Kunden erlebbar und entlastet unsere Stromnetze. – das hat inzwischen auch die Politik erkannt. Conergy entwickelt bereits Management- und Speicherlösungen der nächsten Generation zur optimalen Einbindung von Solarstrom in unsere Energieversorgung. Für die Stärkung des Eigenverbrauchs haben wir die passende Lösung in der Schublade. Diese setzen wir jetzt in der breiten Praxis ein.“

Ab Anfang März stattet Conergy die ersten der 100 ausgewählten Testkunden mit seiner neu entwickelten Eigenverbrauchslösung aus. Hierzu gehört zum einen ein Zähler, der die selbst verbrauchte Energie misst und damit den erwirtschafteten Ertrag berechenbar macht. Herzstück des Systems ist jedoch die Conergy Vision Box. Diese stellt die Erträge aus der Dachsolaranlage dem derzeitigen Verbrauch intelligent gegenüber und ermöglicht effizientes und transparentes Energiemanagement durch den Anlagenbesitzer.

Sie zeigt dem Kunden ganz genau, wann seine Solarerträge am Größten sind und er Stromfresser wie Wasch- und Spülmaschine oder elektrischen Ofen nutzen sollte. Die Folge ist nicht nur das gute Gefühl, dass der Kuchen, den der Kunde gerade backt, mit Sonnen- statt Atomstrom gebacken wird. Conergy’s neue Eigenverbrauchslösung ermöglicht dem Kunden den Anteil selbst verbrauchten Solarstroms zu maximieren – und damit seinen besonders geförderten Eigenverbrauch. Was sich beim Nutzer spätestens am Monatsende auf der Stromgutschrift bemerkbar macht.

Conergy Vorstand Dr. Andreas von Zitzewitz dazu: „Wir sind das einzige Unternehmen, das als Systemhersteller alle entscheidenden Systemkomponenten in eigener Herstellung unter einem Dach vereint und zu leistungsstarken Conergy Solarsystemen schmiedet. Diese einmalige Kompetenz und unsere langjährige Erfahrung bei solaren Monitoring-Systemen bringen wir jetzt auch im Bereich Eigenverbrauch mit ein. So erweitern wir unser Technologieangebot und ermöglichen dem Kunden, mit unseren Hochleistungs-Systemen nicht nur Solarstrom zu produzieren und ins öffentliche Netz einzuspeisen. Mit der Conergy Eigenverbrauchslösung nutzen Kunden ihren Sonnenstrom in Zukunft selbst – und optimieren so den Wert ihrer eigenen Solaranlage einmal mehr.“ Bis zur Jahresmitte wird Conergy die Eigenverbrauch-Pilotphase abschließen. Ab Juli 2010 wird dann die Conergy „EIGENVERBRAUCH-JETZT“-Lösung in Deutschland erhältlich sein.

Die Hamburger Conergy AG ist nach eigenen Angaben eines der führenden Solarunternehmen und beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter in 14 Ländern auf vier Kontinenten. Das Unternehmen entwickelt und produziert kristalline Solarmodule, Wechselrichter und Gestellsysteme an drei Standorten in Deutschland. Damit bietet Conergy seinen Kunden nicht nur Qualität Made in Germany, sondern auch sämtliche für eine Photovoltaik-Anlage notwendigen Bauteile aus eigener Herstellung. Daneben entwickelt, finanziert und installiert Conergy Solaranlagen und -parks sowie regenerative Großprojekte außerhalb des Kernbereichs Photovoltaik. Seit ihrer Gründung 1999 hat Conergy über 1,25 Gigawatt Erneuerbare Energie umgesetzt, darunter fast 1 Gigawatt Solarenergie.

Quelle: Conergy Group

Samstag, 13. Februar 2010

Wind- billiger wie Atomstrom

Norwegen baut eine Super-Windkraftturbine mit einer Kapazität von 10 MWp – rund doppelt so viel als die besten bislang aufweisen. Das öffnet den Weg zu Billigstrom aus Windkraft – billiger als Atomstrom.

Für einmal wagt Solarmedia den Blick über die eigene Branche hinaus. Das lohnt, weil eine Meldung aus Norwegen als sensationell gelten kann und nichts anderes bedeutet als: Die Windkraft kann der Atomkraft bereits das Wasser reichen, auch kostenmässig. Die Website «Wir Klimaverbesserer» meldet an diesem Wochenende, dass Norwegen den Bau einer Super-Windkraftturbine plane.

Riesenwindräder in der Nordsee werden besonders günstig erneuerbare Energie liefern - und damit sogar Atomstrom ausstechen.



Mit einem Rotorendurchmesser von 145 Metern und zehn Megawatt Kapazität soll sie mehr als doppelt so viel Energie liefern wie handelsübliche Anlagen. Dies teilte die Enova mit, die norwegische Agentur für Erneuerbare Energien. Das Land investiert rund 17 Mio. Euro in das Projekt. Nach Berechnungen von Solarmedia kommen damit 2000 MWp auf Kosten von allerhöchstens rund fünf Milliarden Franken – Offshore erbringen diese 2000 MWp übers Jahr hinweg einen Stromertrag, der einem grossen AKW entspricht. Ein AKW, das wie jüngste Beispiele in Europa im finnischen Olkiluoto oder im französischen Flamanville, aber weit teurer zu stehen kommt (bis 8 Mrd.).

Das Riesenwindrad wurde besonders leicht und flexibel konzipiert, meldet das Unternehmen. Es wird für zwei Jahre an Land getestet bevor es 2011 vom norwegischen Windenergieunternehmen Sway AS in der Nordsee eingesetzt wird. Beteiligt an dem Projekt sind der Öl- und Gaskonzern Statoil und weitere norwegische Unternehmen. Die Windturbinen von Sway sind auf dem Meeresboden verankert, drehen und wenden sich allerdings flexibel auf der Wasseroberfläche. Sie können so auf Windbedingungen reagieren und sind auch in raueren Gewässern einsetzbar.

Auch andere Länder
wollen hoch hinaus bei der Offshore-Windenergie: Großbritannien plant den weltgrößten Windpark in der Nordsee. Bis 2020 sollen 100 Milliarden britische Pfund verbaut werden. Und seit November 2009 liefert der erste deutsche Offshore-Park "Alpha-Ventus" Strom - ebenfalls aus der Nordsee.

© Solarmedia
/ Quelle: Wir Klimaverbesserer

Freitag, 12. Februar 2010

«Tage der Sonne» anfangs Mai

Vom 7. bis 14. Mai 2010 dreht sich alles um die Sonne, die saubere und unerschöpfliche Energiequelle. In der ersten Maiwoche finden zum siebten Mal die Tage der Sonne in der Schweiz statt.

Im Rahmen der Tage der Sonne arbeitet der schweizerische Fachverband für Sonnenenergie (Swissolar) mit Gemeinden, Firmen und Privaten zusammen (das Bild stammt vom gleichen Anlass im letzten Jahr in Luzern). Die beteiligten Organisatoren bieten dem Publikum in der ganzen Schweiz spannende Veranstaltungen rund um Wärme und Strom von der Sonne. Auch andere erneuerbare Energien sowie die rationelle Energieanwendung werden thematisiert. Im vergangenen Jahr haben sich rund 30'000 Besucherinnen und Besucher an über 200 Anlässen für die Solarenergie interessiert. Gleichzeitig fanden in weiteren 15 europäischen Ländern über 7500 Veranstaltungen im Rahmen der European Solar Days statt.

Die Solarenergie ist im Vormarsch, wie es die aktuellen Statistiken belegen. Der Jahresumsatz der Schweizer Photovoltaik-Industrie liegt bei etwa 1.5 Milliarden Franken, und weltweit wird für 2010 ein Wachstum der Branche um 46 Prozent vorausgesagt. Die Solarthermie-Branche verzeichnet in der Schweiz jährliche Wachstumsraten von 30 Prozent und mehr. Die gesamte Schweizer Solarbranche stellt mehrere Tausend zukunftsfähige Arbeitsplätze sicher.

Die Tage der Sonne erfreuen sich einer laufend steigenden Bekanntheit. Die Veranstaltungen bieten Informationen und Entscheidungshilfen für alle, die ihren Beitrag zu einer sauberen und nachhaltigen Energieversorgung leisten möchten. Auch in der Woche vom 7. bis 14. Mai 2010 werden Vorträge, Ausstellungen, Besichtigungen von Solaranlagen, Mal- und Ballonflugwettbewerbe, Solarkinos und weitere spannende Anlässe das Publikum anziehen. Auch dieses Jahr finden zeitgleich Tausende Veranstaltungen in anderen europäischen Ländern statt. Mitveranstalter sind herzlich willkommen und können mit Ihrem Engagement etwas zum nationalen Erfolg der Tage der Sonne beitragen. Swissolar bietet die Plattform dazu.

Nützliche Tipps, Materialien zum Bestellen und den Veranstaltungskalender sind zu finden unter: www.tagedersonne.ch

Donnerstag, 11. Februar 2010

IBM stellt Solarrekord auf

Der US-Computergigant forscht auch solar – und hat in einem neuen Anlauf einen Rekord für eine besonders günstige Dünnfilmtechnologie erzielt. Solarmedia hat in spezialisierten US-Medien gestöbert und überraschende Fakten zutage gefördert.

Bekannt ist das eher nur Insidern, aber technologisch liegt es nahe, dass sich ein Computerkonzern oder auch Halbleiterhersteller mit Photovoltaik beschäftiget. So auch IT-Gigant IBM. Die Amerikaner melden einen Durchbruch in ihrer Solarforschung, um die es rund zwei Jahre eher ruhig war. Doch nun wartet die von IBM verfolgte Dünnfilmtechnologie mit einem Leistungsprung auf. Gemäss US-Medien erreicht die weiter entwickelte Zelle nunmehr einen Wirkungsgrad von nahezu zehn Prozent – einer bedeutenden Schwelle insbesondere für nicht-kristalline Solarmodule. Gegenüber früheren Bekanntmachungen hat IBM damit einen Sprung um rund 40 Prozent gemacht. Was IBM denn auch nicht unbescheiden von einem Weltrekord für diesen Zelltypus sprechen lässt.

Weitere Schritte, die Forscher David Mitzi und sein Team vom IBM Research verfolgen, visieren einen Wirkungsgrad von bis zu zwölf Prozent an. Und gleichzeitig soll die neue Technologie helfen, den solaren Anteil an der Welt-Elektrizitäts-Erzeugung von derzeit unter 0,1 Prozent endlich markant zu erhöhen. Dass das allerdings auch auf anderen Wegen schon möglich ist, zeigt die Entwicklung in Deutschland, wo die gegen neun installierten Gigawatt unterdessen die Prozentschwelle erreicht haben – was auch dem Äquivalent der Erzeugung eines grossen Atomkraftwerks gleich kommt.

Die von IBM verfolgte Dünnfilmvariante fusst auf den Ausgangsmaterialien Kupfer, Zinn, Zink, Schwefel und Selenium auf, verzichtet aber im Gegensatz zu anderen Ansätzen auf das knappe und absehbar teure Indium. Das eröffnet einen praktisch unbegrenzten Ausbau von Produktionsmengen. Es ist denn auch IBM’s erklärtes Ziel, eine Technologie zu entwickeln, die eben auf gut verfügbaren und damit billigen Materialien aufbaut. Zudem verzichtet sie auch auf ökologisch besonders problematische Zugaben wie etwa die First-Solar-Module mit ihren Cadmium- und Tellurid- Bestandteilen. Allerdings: die IBM-Forscher verfolgen diese Technologie nach eigenen Aussagen erst seit rund neun Monaten (früher erforschten sie insbeondere sogenannte Konzentrator-Zellen). Ausgeschlossen scheint übrigens, dass IBM die Forschungsresultate für eigene Produkte anwenden wird – vielmehr sollen sie über Lizenzen von Anderen genutzt werden.

© Solarmedia
/ Environmental Leader

Erneuerbare klar bevorzugt

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland spricht sich für einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Das ist das Ergebnis einer jährlichen Forsa-Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien.

Allen Diskussionen um eine finanziell geringere Unterstützung der deutschen Solarförderung zum Trotz: 95 Prozent der Befragten halten demnach den Ausbau und die verstärkte Nutzung von Wind, Sonne & Co. Für "wichtig", "sehr wichtig" oder "außerordentlich wichtig". Mehr als 4.800 Menschen wurden bundesweit befragt. Die Zustimmung zu erneuerbaren Energien ist in allen Bundesländern sehr hoch. 71 Prozent hätten nichts dagegen, Wind- oder Solaranlagen in ihrer Nachbarschaft zu haben. Nur 19 Prozent der Befragten sind allerdings mit dem Engagement der Landes- und Kommunalpolitiker für die Erneuerbaren zufrieden.

77 Prozent sind dafür, in den Ausbau regenerativer Energien zu Investieren und die Nutzung konventioneller Energieträger wie Kohle, Gas oder Atomkraft immer stärker zu verringern. Nur 19 Prozent finden, man sollte die weitere technische Entwicklung der Erneuerbaren noch abwarten und zunächst weiter in fossile Energieträger oder Atomkraft investieren. Fast 80 Prozent der Befragten würden es zudem gerne sehen, dass der Strom des eigenen Anbieters aus Erneuerbaren erzeugt wird. Kohle- und Atomstrom bleiben bei dieser Frage abgeschlagen im einstelligen Prozentbereich. Über die Wechselbereitschaft zu Ökostromanbietern sagt die Umfrage allerdings nichts aus. Wie man zu Strom aus Erneuerbaren kommt und worauf beim wechseln zu einem wirklich "grünen" Anbieter zu achten ist, können Sie zum Beispiel HIER oder HIER nachlesen.

Quelle: Wir Klimaretter

Mittwoch, 10. Februar 2010

Solarbranche wehrt sich weiter

Der deutsche Solarverband übt auch an der revidierten Revision der Solarförderung scharfe Kritik. Das verschobene Inkrafttreten stelle keine substantielle Hilfe für die Branche dar.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) übt scharfe Kritik an Plänen der Koalition, die Solarstromförderung zum 1. Juni um 16 Prozent zu reduzieren. Das gegenüber der Gesetzesvorlage des Bundesumweltministers um zwei Monate verschobene Inkrafttreten der Förderabsenkung sei keine substantielle Hilfe für die Branche. Beim vordringlichen Problem der deutschen Solarindustrie mit den Kürzungsplänen, dem gesamten Kürzungsumfang bis zum Januar 2011, habe sich die Politik bislang nicht bewegt.

Dazu BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig (siehe Bild BSW): "Sollten diese Kürzungspläne umgesetzt werden, droht eine Insolvenzwelle und der Verlust tausender Arbeitsplätze. Dies ist vor dem Hintergrund existenzgefährdend, dass bereits zum 1. Januar 2011 erneut eine deutliche Reduzierung der Fördersätze vorgesehen ist." Die Solarbranche appelliert an die Bundesregierung, den Produktionsstandort Deutschland durch eine Nachbesserung der Kürzungspläne im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu erhalten.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

Testsieger Solarworld

Die SolarWorld AG ist erneut Testsieger der aktuellen Qualitätsstudie der Fachzeitschrift Photon. Auch im Langzeittest 2009 haben Solarworldmodule mehr Strom erzeugt als alle Wettbewerbsprodukte.

Im Vergleich zu den übrigen Modulen ist der Stromertrag der SolarWorld Module bis zu zwölf Prozent besser, wie das Unternehmen selbst in einer Mitteilung unterstreicht. Weltweit führe ausschließlich Photon Ertragstests unter wissenschaftlichen Bedingungen durch. Der Test biete somit Kunden, die sich zwischen 3.000 auf dem Markt befindlichen Modultypen entscheiden müssen, eine valide Entscheidungshilfe.

„Die Testergebnisse unterstreichen nachdrücklich unsere Spitzenposition im internationalen Markt“, sagt Frank H. Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG (siehe Bild). „Wir sehen uns hiermit in unserer Strategie bestätigt, an Standorten mit höchsten Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards zu produzieren – ein Garant für Top-Qualität made by SolarWorld.“ Die vollautomatisierte und vollintegrierte Produktion der SolarWorld AG sichert die maximale Qualität der Hochleistungsmodule. Das Vertrauen in seine Produkte gibt der Konzern seit 2010 an seine Kunden in Form der einzigartigen linearen Leistungsgarantie weiter.

Der Konzern setzt sich für Deutschland als Standort der Solarindustrie ein. In Anbetracht der Kürzungsvorschläge des Bundesumweltministeriums für die Einspeisetarife von Solarstrom und in der daraus folgenden Investitionsunsicherheit der Kunden sieht der Konzern die deutsche Solarbranche gefährdet. „Drei massive Kürzungen verkraftet die Solarbranche nicht“, betont Frank H. Asbeck. „Wir dürfen die stabile und moderne Brücke zu den Erneuerbaren Energien nicht einreißen.“

Quelle: Solarworld

Dienstag, 9. Februar 2010

AKW-Riese setzt auf Solar

Der französische Nuklearkonzern Areva hat in den USA eines der viel versprechendsten Solarthermie-Unternehmen übernommen. Areva ist auch favorisiert für die neuen Schweizer AKW’s – setzt anderswo aber offenbar zunehmend auf Erneuerbare Energien.

Mit den aktuellen Bauten im finnischen Olkiluoto und im französischen Flamanville hat der französische Staatskonzern Areva viel Ungemach. Beide sind unterdessen um Jahre verspätet und um Milliarden teurer als vorgesehen – ein Ende der Flopperei ist nicht absehbar (siehe auch Solarmedia vom 21.Januar 2010). Da scheint selbst den Franzosen der Schritt zu Erneuerbaren Energien nahe liegend – vielleicht gar viel versprechender? Areva ahmt mit dem Kauf den deutschen Konkurrenten Siemens nach, der im Oktober die israelische Solel Solar Systems für 284 Millionen Euro übernahm.

Solche Solaranlagen will Ausra erstellen und damit grosse Mengen von Strom erzeugen - ein für den Atomkonzern Areva offenbar überzeugendes Konzept (Bild Ausra).

Beide Käufe betreffen das gleiche Geschäftsfeld, denn Ausra ist ebenso wie Solel mit der konzentrierenden Solarthermie befasst. Dabei geht es darum, Strom nicht via Photovoltaikmodule direkt aus Sonnenlicht zu gewinnen. Vielmehr wird die Sonnenwärme via Spiegel auf Rohre gelenkt, in denen Flüssigkeiten wie Wasser oder Öl erhitzt werden. Diese treiben in Turbinen Generatoren an und erzeugen den Strom dann erst indirekt. Was sich kompliziert anhört, eignet sich dennoch besonders für Grosskraftwerke in heissen Gegenden. Auch das viel diskutierte Desertec-Projekt in Nordafrika (siehe Solarmedia vom 20. Juni 2009) würde mit dieser Technologie Elektrizität für Europa produzieren.

Ausra wurde bereits mehrfach bekannt für ambitiöse Vorhaben – einerseits sind bereits mindestens 123 Millionen $ in das Start-up geflossen, das wohl gemerkt noch keine einzige Anlage am Laufen hat. Andrerseits liessen die Ausra-Verantwortlichen verlauten, mit ihrer Technologie der solarthermischen Stromproduktion liesse sich auf einer Fläche, die kleiner ist als 100 mal 100 Kilometer die Elektrizität für die ganzen USA erzeugen.

Dass das nicht nur Hirngespinste sind, hat nun offenbar der Atomkonzern Areva, seines Zeichens der grösste der Welt, erlickt. Areva dürfte sich den Deal mehrere 100 Millionen $ kosten lassen – gab interessanterweise das Geschäft aber bislang zumindest in Europa nicht bekannt. Der oder die geneigte LeserIn könnte auf die Idee kommen, die europäischen Atompläne – inklusive jene in der Schweiz – würden durch die schnelle Entwicklung der Erneuerbaren Energien überflüssig.

© Solarmedia
/ Quellen: diverse US-Zeitungen, so Techoat

P solar überdachen

Gelände mit unzähligen Parkplätzen sind eigentlich unternutzt. Gilt es die Fahrzeuge speziell zu schützen, ist ein Solardach die geeignete Lösung, wie ein Beispiel aus Deutschland zeigt.

Ein Lehrstück in Sachen Unternehmertum liefert die GÜMA Caravan-Motorcaravan KG in Mannheim. Weil die Caravans auf den Flächen des GÜMA-Geländes nicht vor Hagel- oder Sturmschäden geschützt waren, drohten Geschäftsführer Mathias Anderer die Versicherungsprämien aus dem Ruder zu laufen. Der Hintergrund: Viele Versicherer bundesweit kalkulieren derzeit ihre Prämien aufgrund der gestiegenen Schadenshäufigkeit bei Unwettern neu.

Anderer tat sich daraufhin mit der Wirsol Solar AG zusammen. Der badische System-Integrator für Photovoltaikanlagen ist Marktführer bei kleinen und mittleren Anlagen. Gemeinsam tüftelten sie eine Caravan-Überdachung für das Gelände aus, die nun auf 5500 Quadratmetern eine 400 Kilowatt-Solaranlage modernster Bauart trägt. 283 Tonnen CO2 werden dadurch jährlich eingespart.

Seither schlägt die GÜMA gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die Solaranlage erwirtschaftet dank Einspeisevergütung rund 160.000 Euro pro Jahr. Weil die GÜMA nun über ein Trafohaus zudem günstigeren Industriestrom bezieht, sind außerdem die Preise für den bezogenen Strom gefallen. Darüber hinaus haben sich die Versicherungsprämien für die Caravans deutlich reduziert. „Kein Kratzer kommt seither mehr auf die Fahrzeuge“, sagt Anderer. Die Reinigungskosten belaufen sich nur noch auf ein Mindestmaß. Dank dieser Entwicklung rechnet Anderer damit, seine Investition in wenigen Jahren wieder eingespielt zu haben. Dann verdient er sogar Geld mit Klimaschutz. Der steht bei GÜMA ohnehin oben an. Seit Jahren etwa wird die Waschanlage mit einer Regenwasser-Zisterne gespeist. Das positive Image durch den Ökostrom gibt es jetzt gratis obendrauf.

Quelle: WIRSOL

Juwi macht in USA vorwärts

Der deutsche Anlagen-Projektierer hat sich einer Gesellschaft mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien verschrieben. Und setzt jetzt an, das Ziel auch in den USA zu verwirklichen.

juwi hat in Nebraska nicht nur sein erstes US-Windprojekt auf den Weg gebracht, sondern realisiert gemäss einer Mitteilung des Unternehmens in Texas auch seinen bislang größten amerikanischen Solarpark. Damit baue die juwi-Gruppe ihr US-Geschäft mit großer Dynamik aus. Der Projektentwickler aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz), in den kommenden Jahren in den USA Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von über 1.000 Megawatt ans Netz zu bringen. Die Vereinigten Staaten werden für juwi damit zu einem der wichtigsten Märkte.

Auch mit dem preisgekrönten Firmensitz im deutschen Wörrstadt hat die juwi-Gruppe Geschichte geschrieben (Bild: juwi).


Der Solarpark Blue Wing in San Antonio, Texas, hat eine Leistung von 16 Megawatt. Die rund 215.000 Dunnschichtmodule des Herstellers First Solar produzieren pro Jahr rund 26,6 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom, mit dem nach deutschem Standard der Bedarf von rund 7.600 Haushalten gedeckt werden kann. Damit ist Blue Wing nicht nur die größte Freiflächen- Photovoltaik-Anlage, die juwi in den USA bislang realisiert hat, sie ist auch der größte Photovoltaik- Park des US-Bundesstaates Texas. juwi hat den Solarpark bereits geplant und entwickelt und mit dem Energieversorger CPS Energy einen über 30 Jahre laufenden Stromabnahmevertrag abgeschlossen. Nun ist mit der Duke Energy Corp. ein Vertrag unterzeichnet worden, wonach der US-Energiekonzern den Solarpark, nachdem er fertig gestellt worden ist, kaufen wird. Damit sind die Weichen für die Errichtung der Solaranlage gestellt, die in diesem Jahr noch ans Netz gehen soll.

“Das Blue Wing-Projekt ist ein weiteres Beispiel für den Erfolg von juwi im wachsenden amerikanischen Markt. juwi gehört bei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen in den USA mittlerweile zu den führenden Projektentwicklern“, betont juwi-Vorstand Matthias Willenbacher. Die amerikanische Tochter hat bereits in Hackettstown, New Jersey, eine 2,2-Megawatt-Photovoltaik- Anlage realisiert, die Werk und Firmensitz des Süßwarenkonzerns Mars Snackfood mit Solarstrom versorgt. Aktuell errichtet der Projektentwickler Freiflächen-Solaranlagen in Ohio (12 Megawatt) und Florida (15 Megawatt).

Ebenso vorwärts geht es mit Windprojekten, der Windpark Flat Water in Richardson County (Nebraska) ist das erste von juwi entwickelte Windprojekt in den USA, dem noch viele weitere folgen sollen. Die Tochter juwi Wind US hat die Standorte gesichert, Genehmigungen eingeholt, den Windpark geplant, Pachtverträge abgeschlossen und den wichtigen, über 20 Jahre laufenden Stromabnahmevertrag mit dem Energieversorger Omaha Public Power District (OPPD) unter Dach und Fach gebracht. Anfang 2011 soll der Windpark mit einer Gesamtleistung von 60 Megawatt ans Netz gehen und pro Jahr rund 220 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren, was nach deutschem Standard den Bedarf von rund 70.000 Haushalten deckt. juwi entwickelt Windparks unter anderem auch in den Staaten Kansas, Iowa, Ohio, Minnesota und Michigan.

Quelle: juwi-Gruppe

Montag, 8. Februar 2010

Module immer billiger

Die Talfahrt der Preise von Photovoltaik-Modulen geht weiter. Auch im Januar 2010 ergaben sich Preisnachlässe von über fünf Prozent. Das wird wiederum auch Auswirkungen auf Anlagenpreise in Deutschland wie in der Schweiz haben.


Üblicherweise fallen die Preise für PV-Module jeweils zu Beginn eines Jahres, hält Ecoreporter in einem Marktkommentar fest. In diesem Januar sei der Trend aber bei allen Technologien besonders eindeutig. Dies stehe vermutlich mit der angekündigten, starken Degression des Einspeisetarifes in Deutschland für 2010 in Verbindung. Die beigefügte Tabelle zeigt, dass vor allem kristalline Module aus Japan günstiger wurden, seit Beginn 2009 allerdings wurden die chinesischen Produkte noch billiger.

Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen. Endkundenpreise werden nicht genannt, da die Preise für eine Solaranlage von vielen Faktoren abhängt, wie die erhebende pvXchange erläutert. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert etwa mit 1,5 multipliziert werden. Für die Schweiz gelten ähnliche Verhältnisse, allerdings dürften hier die Grosshandelspreise durchwegs höher liegen wegen der viel kleineren Handelsmengen.

Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden statt dessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Die Daten werden mit Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. Die Berliner pvXchange GmbH ist eigenen Angaben zufolge weltweiter Marktführer bei der Vermittlung von Solarmodulen im Geschäftskundenbereich. pvXchange stellt dabei als Anbieter eine Online-Plattform zur Verfügung, auf der Angebote und Gesuche für Solartechnik platziert werden können.

© Solarmedia
/ Quellen: Ecoreporter & pvXchange

Intensive Forschung

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rekordhohe Solarkapazitäten geschaffen (gegen drei Gigawatt). Im Hintergrund laufen intensive Entwicklungsarbeiten, wie drei Beispiele zeigen.

In Bayern hat die hat Dyesol Industries Pty Limited eine Tochterfirma als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet. Dyesol Industries ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der australischen Farbstoffsolarzellen-Spezialistin Dyesol Limited (im Bild eine Dyesol-Zelle). Zweck des Unternehmens sei es, Chancen zur Produktentwicklung und Kommerzialisierung von Farbstoffsolarzellen (DSC) in Deutschland und insbesondere in Bayern zu nutzen, teilte das Unternehmen mit. Dyesol sei an Kooperationen und gemeinschaftlichen Unternehmungen mit Partnern aus der Industrie und dem staatlichen Sektor interessiert.

Geschäftsführer ist Dr. Keith Brooks, der auch die schweizerische Tochterfirma Greatcell Solar S.A. führt. Brooks wird unterstützt von Dyesols European Strategic Development Team, das von Dyesols Managing Director Global, Dr. Gavin Tulloch, und Michael Sundman, Business Development Executive - Europe, geleitet wird. Dr. Tulloch: "Dieser Schritt war schon seit etlichen Jahren in der Planung. Für Dyesol ist es die logische Vorgehensweise, neue Produkte und Anwendungen in Deutschland zu entwickeln. Schließlich handelt es sich hier um die fortschrittlichste Solargesellschaft auf der Welt, in der Energie- und Umweltbewusstsein uns den Job um einiges erleichtern. Dies ist eine folgerichtige Maßnahme und bildet Teil einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die wir innerhalb der Region zum Abschluss bringen möchten."

Schon früher hatte der Komplettanbieter Conergy gemäss den oekonews ein ehrgeiziges Forschungsprogramm angekündigt: Gemeinsam mit dem renommierten Leibniz Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) forscht die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG künftig verstärkt an der Produktions-Implementierung neuartigen Siliziums aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren. Der zu erforschende Rohstoff für kristalline Solarmodule ist gegenüber bisher bekanntem und verwendetem Silizium deutlich günstiger. Hierdurch will Conergy die Rohstoff- und Produktionskosten seiner Premium Conergy PowerPlus Module weiter senken. Außerdem sollen kürzere Energierücklaufzeiten im Herstellungsprozess erreicht werden. Das Wirtschaftsministerium Brandenburg fördert das gemeinsame Vorhaben von IHP und Conergy in Frankfurt (Oder) im Rahmen seines Landesförderprojekts „Forschung und Entwicklung – große Richtlinie“ bis zum Jahr 2011. Erste Forschungsergebnisse erwarten Conergy und das IHP Mitte dieses Jahres.

Schliesslich ist es Wissenschaftlern vom Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) und dem Freiburger Materialforschungszentrum (FMF) der Universität Freiburg gelungen, eine Behandlungsmethode für die Oberfläche von Nanopartikeln zu entwickeln, die die Effizienz von organischen Solarzellen erheblich steigert. Durch den Einsatz sogenannter Quantum Dots aus Cadmium-Selenid konnten die Forscherinnen und Forscher die bisher höchste Effizienz von 2 Prozent in Hybrid-Solarzellen erzielen, die auch durch Messungen der am FMF angesiedelten Arbeitsgruppe "Farbstoff- und Organische Solarzellen" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme bestätigt wurde. Bisherige Werte lagen bei 1-1,8 Prozent. Bei Hybrid-Solarzellen besteht die photoaktive Schicht aus einer Mischung aus anorganischen Nanopartikeln und einem (organischen) Polymer. Die entwickelte Methode ist prinzipiell auf viele Nanopartikel anwendbar und eröffnet weitere Perspektiven zur Effizienzsteigerung dieses Solarzellentyps. Das Verfahren wurde patentiert und die Ergebnisse wurden vor kurzem in einer Ausgabe der renommiertesten Fachzeitschrift für Angewandte Physik, den "Applied Physics Letters", veröffentlicht.

Quellen: Ecoreporter / oekonews und nochmals oekonews

Samstag, 6. Februar 2010

Licht und Schatten

Innerhalb von nur fünf Jahren wird Solarstrom auch hierzulande konkurrenzfähig. Darin waren sich ReferentInnen der 8. Schweizer Photovoltaik-Tagung weit gehend einig. Doch dann braucht es eine Abnahmepflicht seitens der Elektrizitätswerke.

An der 8. Nationalen Photovoltaik-Tagung (siehe auch Solarmedia vom 4. Februar 2010) in Winterthur kamen die verschiedensten Aspekte der Branche zur Sprache – einer Branche, die ganz offensichtlich auf dem Sprung ist. Dies allerdings in erster Linie im Ausland. Hatte die Schweiz anfangs der 90er Jahre international noch eine Spitzenstellung in dieser Technologie inne, droht sie nun eher den Anschluss zu verlieren. Nichts desto trotz hielt Tagungsorganisator Stefan Nowak zum Schluss nochmals beschwörend fest: «Photovoltaik ist eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft.»

Der Weg dorthin ist allerdings noch ein langer, mit vielen Hindernissen gespickt. Dabei scheint vor allem die Industrie ihre Aufgaben gut zu lösen – im vergangenen Jahr konnte sie die Preise für die Module, die in verschiedensten Grössen, Technologien vorab auf Dächern zum Einsatz kommen, drastisch senken (um rund 30 Prozent). Gefordert ist nun der politische Wille, den Ball aufzunehmen. Denn erreicht der photovoltaisch erzeugte Strom (also die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität) wirklich innerhalb eines Jahrzehnts einen Marktanteil von zwölf Prozent (und schon vorher die so genannte Grid Parity), was EPIA-Präsident Adel El Gammal als erreichbar bezeichnete, so fehle es am Stromnetz und der Abnahmeverpflichtung für die Elektrizitätsversorger.

Dem gleichen Problem sieht sich übrigens auch die stark expandierende Windenergie gegenüber. Hier bietet sich ein Hochspannungskabel quer durch Europa an, und schon wäre die Schweiz an einen wichtigen Bereich der Erneuerbaren Energien anschlossen, wie Professor Franz Baumgartner von der Hochschule Winterthur aufzeigte. Kostenpunkt: rund zwei Milliarden Franken. Viel Geld zwar, aber nicht im Vergleich zu den Unsummen, die neue AKW’s kosten würden (der hierzulande bevorzugte Typus kommt in Finnland auf mindestens acht Milliarden Franken zu stehen - siehe Solarmedia vom 21. Januar 2010).

Noch während der Tagung gab das Bundesamt für Umwelt und Verkehr per Communiqué eine höhere Senkung der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV bekannt: «Die Marktpreise für Photovoltaikmodule sind im letzten Jahr stark gesunken, teilweise um über 20%. Die Energieverordnung sieht für solche Fälle vor, dass der Bund die Vergütungssätze anpassen kann. Photovoltaikmodulpreise ergeben eine Anpassung der Vergütungssätze um -10%. Zusammen mit der in der Verordnung bereits vorgesehenen Absenkrate um 8% pro Jahr, ergibt sich für 2010 eine Reduktion der Vergütungssätze für Strom aus Photovoltaikanlagen um insgesamt 18%. Anlagen, die bereits 2009 eine Zusage für die KEV erhalten haben, sind von der zusätzlichen Absenkung von 10% nicht betroffen.» Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger zeigte gegenüber den ee-news zwar Verständnis für die erweiterte Absenkung, gab sich gleichzeitig aber enttäuscht von der rückwirkenden Inkraftsetzung: «Swissolar ist nicht grundsätzlich gegen die ausserordentliche Absenkung der KEV für Solarstrom. Sie hätte jedoch viel früher kommuniziert werden müssen.»

© Solarmedia