Samstag, 30. Juni 2012

Gösgen abgeschaltet


Eine defekte Diode hat im Atomkraftwerk Gösgen im Kanton Solothurn am Samstagabend eine Schnellabschaltung des Reaktors ausgelöst. Radioaktivität trat bei dem Vorfall nicht aus, wie die Betreiber in einem Communiqué mitteilten. 

Das AKW sei in einem sicheren Zustand. Die defekte Diode löste gemäss den Angaben kurz vor 18.30 Uhr ein falsches Schutzsignal aus. Dies führte dann zur Schnellabschaltung der Anlage. Die Folge: Es wurde von aussen sicht- und hörbar automatisch Dampf abgelassen, wie Robert Joho von der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG auf Anfrage sagte.

Bis zum späten Abend wurde die defekte Diode ausgewechselt, wie Joho berichtete. Laut seinen Angaben sollte die Anlage im Lauf der Nacht wieder angefahren werden. Die Kraftwerkbetreiber informierten die Atom-Aufsichtsbehörde ENSI über den Vorfall.

Um 4.45 Uhr heute Sonntagmorgen nahm das AKW die Stromproduktion wieder auf. Die defekte Diode sei ersetzt und sämtliche Sicherheitssysteme überprüft worden, hiess es. Die Kraftwerkbetreiber informierten die Atom-Aufsichtsbehörde ENSI über den Vorfall.
Die defekte Diode löste gemäss den Angaben kurz vor 18.30 Uhr ein falsches Schutzsignal aus. Dies führte dann zur Schnellabschaltung der Anlage. Die Folge: Es wurde von aussen sicht- und hörbar automatisch Dampf abgelassen.

Quelle: SDA / Agenturen / Bild: Guntram Rehsche

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Freitag, 29. Juni 2012

Solarpotential der Schweiz riesig

Die Jahresversammlung der Schweizerischen Energiestiftung (SES) von Donnerstag hat es belegt: Das Potential der Sonnenenergie ist auch in der Schweiz gross - und zunehmend unbestritten. Not tut allerdings eine gute Ausbildung jener Fachleute, die die Solaranlagen auf den Dach- und Infrastrukturflächen montieren.

Pius Hüsser, Vizepräsident des Fachverbands Swissolar, stellte an der SES-Versammlung befriedigt fest: «Einen grossen Fortschritt hat die Schweizer Energiediskussion in der jüngsten Zeit erbracht - das Potential der Solarenergie ist nunmehr weit gehend unbestritten.»  Fürwahr traf Hüsser damit einen Kern der  Debatte - hatte doch etwa Axpo-Chef Felix Karrer bis vor rund drei Jahren landauf und landab behauptet (so auch in einer Arena des Schweizer Fernsehens und in der NZZ am Sonntag), das Potential der Erneuerbaren insgesamt bewege ich hierzulande bei etwa zwei bis vier Prozent der Gesamtstromproduktion.

Nun, die Verhältnisse haben sich diesbezüglich zumindest geändert. Selbst der Stromkonzern Axpo plant unterdessen ein grosses Photovoltaik-(PV)-Werk in der freien Landschaft (siehe Solarmedia vom 31. Mai 2012). Dieses wird allerdings von den Umweltverbänden bekämpft und auch von Swissolar nur bedingt gut geheissen. Denn die geeigneten Dach- und bereits verbauten Infrastrukturflächen (zum Beispiel Parkplätze) reichen längst aus, um das Ziel des Fachverbands eines 20 prozentigen Solarstromanteils bis 2025 zu verwirklichen. Zumal bei den unterdessen tiefen Kosten der Module zunehmend die Ost-West-Ausrichtung von Solardächern interessant werden - und selbst eine leicht nördliche Neigung bringt gemäss Hüsser ansprechende Erträge (siehe Bild der ganz leicht gegen Norden ausgerichteten Solaranlage Grünmatt der FGZ in Zürich).

Auch der Bund hat offenbar seine Meinung geändert. Urs Wolfer (im Bild links, Hüsser Mitte, Dörig rechts) vom Bundesamt für Energie - dort seit langem, aber pensionierungshalber  nur noch für kurze Zeit für Solarenergie zuständig - gestand zu: Es ist sehr wohl möglich, eine so hohe Solarstromversorgung in der Schweiz zu realisieren (frühere Schätzungen des Bundes gingen von wenigen Prozenten aus). Allerdings seien die Kosten für eine schnelle Umsetzung zu hoch - bis 2050 müssten die Investitionen verteilt werden, um diese im Griff zu behalten. Was wiederum Pius Hüsser nicht gefallen mochte mit dem Verweis, dass die Solarstromkosten dank tieferer Modulpreise in den vergangenen drei Jahren um mehr als die Hälfte gefallen sind.  Auch Solarmedia weist immer wieder auf die unterdessen gar nicht mehr so teure Photovoltaik-Technologie hin - die es selbst hierzulande unterdessen erlaubt, eine Solar-Kilowattstunde zu 35 oder weniger Rappen zu erzeugen. Weitere Kostenreduktionen stehen vor der Tür - in Deutschland werden unterdessen Kleinanlagen gebaut, die unter 1800 € (rund 2200 CHF) pro Kilowatt Leistung zu stehen kommen (was Preise von unter 20 Eurocent pro Kilowattstunde erlaubt).

Bleibt als Engpass die Frage: Wer bringt all die Solaranlagen auf die Dächer?
Lehrgangsleiter Hans Dörig hatte an der SES-Veranstaltung - die sinnigerweise unter dem Titel «Let the Sunshin in» stattfand - überzeugende Perspektiven zur Hand. Bereits jetzt finden Lehrgänge für Solarteure (einer Wortkreation aus solar und Installateur) an drei Berufs- und Fachschulen statt (Bern, Energieregion Toggenburg, Fricktal). Und bereits deren 10 wurden erfolgreich abgeschlossen, weitere stehen an. Daneben wurde auch eine Ausbildung zum Energiemanager lanciert, die die Bauherrenvertretung ermöglicht, also Interessierten eine Fachvertretung bei einem Um- oder Neubau abnimmt.

Informationen für Fachlehrgänge unter: www.solarteure.ch

© Text und Bilder:  Solarmedia

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Abengoa sind die Grössten

Helios 1 und das Nachbarkraftwerk nutzen Parabolrinnen-Technologie von Abengoa

Helios 1 und das Nachbarkraftwerk nutzen Parabolrinnen-Technologie von Abengoa
Abengoa SA (Sevilla, Spanien) hat gemäss einer Nachricht des Solarservers das erste von zwei solarthermischen Kraftwerken (CSP) mit 50 Megawatt Nennleistung in der spanischen Region Kastilien-La Mancha in Betrieb genommen.

 Das Kraftwerk Helios 1 ist 110 Hektar groß und umfasst 360 Parabolrinnen-Kollektoren. Da Spanien im Januar die Einspeisetarife für Strom aus Photovoltaik-Kraftwerken und CSP gestoppt hat, erhält das Kraftwerk keinerlei staatlich garantierte Föderung.  Die beiden solarthermischen Kraftwerke bilden den Castilla-La Mancha Solar Complex. Standorte sind die Bezirke Arenas de San Juan, Villarta de San Juan und Puerto Lápice (Ciudad Real, Kastilien-La Mancha). Abengoa betont, das Unternehmen verfüge über die weltweit höchste Solar-Kapazität. Kraftwerke mit 593 MW Nennleistung seien in Betrieb, weitere 1,06 Gigawatt befinden sich auf drei Kontinenten  im Bau.

Pleitegeier dreht weitere Runden

Kaum ein Unternehmen der Solarbranche kämpft nicht mit massiven Problemen. Dass diese unabhängig von der technologischen Ausrichtung auftauchen, zeigen die jüngsten Beispiele. Einerseits zieht sich die deutsche Schott Solar aus der Produktion von kristallinen Solarzellen und Photovoltaik-Modulen zurück. Andererseits streicht mit Abound Solar aus den USA ein Hoffnungsträger der Dünnschichttechnologie die Segel.

Wegen drastisch verschlechterter Bedingungen am Photovoltaik-Markt in den vergangenen Monaten wird sich die SCHOTT Solar AG (im Bild der Firmensitz in Mainz) gemäss einer Firmenmitteilung im Laufe des Jahres aus der Produktion von kristallinen Solarzellen und Photovoltaik-Modulen zurückziehen. Die Entscheidung betrifft weltweit rund 870 Mitarbeiter, davon 80 am Standort Mainz und 140 in Alzenau.  Ziel sei es, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Dünnschichtfertigung am Standort Jena sei nicht betroffen. Der Geschäftsbereich Concentrating Solar Power (solarthermische Kraftwerke, CSP) arbeite erfolgreich und werde fortgeführt. Hier verzeichnet SCHOTT Solar gemäss eigenen Angaben eine gute Geschäftsentwicklung.

Das Photovoltaik-Geschäft ist nach wie vor durch Überkapazitäten und einen massiven Preisverfall gekennzeichnet. Dieser werde wesentlich durch asiatische Wettbewerber getrieben, so das Unternehmen. Mit großen Anstrengungen habe SCHOTT Solar die Produktionskosten in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent gesenkt, vorgelagerte Wertschöpfungsstufen restrukturiert sowie hervorragende F&E-Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit in vielversprechende Serienprodukte umgesetzt. Die weltweiten Absatzmengen hatte der deutsche Hersteller von Quartal zu Quartal gesteigert.

Instabile politische Rahmenbedingungen in Europa haben jedoch zusätzlich Druck auf die Photovoltaik-Branche ausgeübt. Das Management von SCHOTT Solar habe mehrere Optionen zur Fortführung der kristallinen Photovoltaik-Produktion intensiv geprüft. Im jetzigen Marktumfeld seien diese allerdings nicht wirtschaftlich umsetzbar. In enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern erarbeite SCHOTT Solar derzeit sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter und prüfe, ob sie in anderen Einheiten des SCHOTT Konzerns beschäftigt werden können.

In den USA steht nach Angaben des US-Energieministerium die nächste Pleite eines Unternehmens bevor, das in großem Umfang öffentliche Gelder bekommen hat. Der Dünnschichthersteller Abound Solar Inc. werde in der kommenden Woche "seine Tore schließen und Insolvenzantrag stellen", hieß es am Abend auf der Internetseite des Ministeriums. Abound Solar hatte vom Energieministerium Kreditbürgschaften in Höhe von 400 Millionen US-Dollar erhalten. Die Pleite von Solarunternehmen, die mit öffentlichen Geldern gefördert wurden, ist ein großes Thema im US-Präsidentschaftswahlkampf. Ausgelöst wurde die Diskussion unter anderem durch die Pleite des Dünnschichtherstellers Solyndra LLC im vergangenen August. Solyndra hatte Staatshilfen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar erhalten. 

Für die beiden größten US-Projekte der insolventen Solar Millennium haben sich derweil Investoren gefunden. Das teilte der Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, Volker Böhm, mit. Das geplante 1.000-Megawatt-Solarkraftwerk im kalifornischen Blythe soll an die US-amerikanische NextEra Gruppe gehen. Das Projekt Palen wird an die US-amerikanische BrightSource Energy verkauft. Beide Investoren haben angekündigt, die Projekte bald fortsetzen zu wollen. Bei der Versteigerung in den USA wurde ein Gesamterlös in Höhe von 80 Millionen US-Dollar erzielt. ... Quelle: Solar Millennium AG; Zusammenfassung: PHOTON

 Quellen: SCHOTT Solar / Solar Millenium / Agenturen / Photon

©  Solarmedia

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Donnerstag, 28. Juni 2012

D: Das sind die Details

In Deutschland steht die Neugestaltung des Einspeisegesetzes für Erneuerbare Energien (EEG). Zwar muss mit dem Bundesrat die zweite Parlamentskammer noch zustimmen - doch nach Entgegenkommen an diese im Rahmen des Vermittlungsausschusses dürfte der Kompromiss genagelt sein (Solarmedia hatte die Einigung bereits gemeldet - siehe hier). 

Am Mittwoch konnte im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat eine Einigung über die zukünftige Ausgestaltung der Förderung von Photovoltaik-Anlagen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erzielt werden. Am 11. Mai 2012 hatte der Bundesrat die zuvor vom Deutschen Bundestag am 29. März 2012 beschlossene Novellierung des EEG vorläufig gestoppt und den Vermittlungsausschuss angerufen. Gegenüber dem Bundestagsbeschluss sieht die Einigung verschiedene Änderungen vor. Unter anderem wird ein Gesamtausbauziel für die EEG-geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 GW verankert. Im Einzelnen einigte sich der Vermittlungsausschuss auf folgende Anpassungen des Ge-setzentwurfs:

•Es bleibt bei der Einmalabsenkung der Vergütungssätze. Für Photovoltaik-Dachanlagen wird eine neue Leistungsklasse zwischen 10 und 40 kW mit einer Vergütung von 18,5 Cent/kWh geschaffen.

•Kleine Anlagen bis 10 kW werden vom Marktintegrationsmodell ausgenommen, um den technischen Aufwand gering zu halten. Bei Anlagen ab 10 und bis einschließlich 1.000 kW werden 90% der Jahresstrommenge vergütet. Diese Regelung gilt für alle neu ab dem 1. April 2012 in Betrieb genommenen Anlagen.  Die vergütungsfähige Jahresstrommenge wird jedoch erst ab dem 1. Januar 2014 begrenzt.

•Es wird ein Gesamtausbauziel für die geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 GW verankert. Im Gegenzug bleibt der jährliche Ausbaukorridor in der Höhe von 2.500 – 3.500 MW bestehen und wird nicht abgesenkt. Bisher wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 27 GW errichtet. Die Photovoltaik wird so an den Markt herangeführt. Ist das Gesamtausbauziel erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Einspeisevorrang bleibt aber für zusätzliche neue Anlagen auch danach gesichert.

•Die Größenbegrenzung bei der Vergütung von Freiflächenanlagen bleibt bei 10 MW, aber die Zusammenfassung von Anlagen zu einer Gesamtanlage erfolgt pro Gemeinde im Umkreis von 2 km anstelle der bisher festgelegten 4 km.

•Im EEG wird eine Verordnungsermächtigung aufgenommen, die es der Bundesregierung erlaubt, mit Zustimmung von Bundesrat und Bundestag eine Vergütung für Photovoltaik-Anlagen auf Konversionsflächen mit einer Leistung von mehr als 10 MW einzuführen.

•Die Übergangsbestimmungen
für Dachanlagen, für die vor dem 24. Februar ein Netzanschlussbegehren gestellt wurde, und Freiflächenanlagen, für die vor dem 1. März ein Planungsverfahren begonnen wurde, bleiben unverändert.

Die Änderungen werden am Donnerstag dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt. Nach der Sitzung des Bundesrats am 29. Juni 2012 kann - sofern kein Einspruch erfolgt - das Gesetz im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Es wird rückwirkend zum 1. April 2012 in Kraft treten.

Hrsg: BMU-Pressereferat, Stresemannstraße 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Dr. Dominik Geißler (verantwortlich)
Jürgen Maaß, Dr. Elke Mayer,  Frauke Stamer, Ingo Strube
Tel.: 030 18 305-2010. Fax: 030 18 305-2016
E-Mail: presse@bmu.bund.de - Internet: http://www.bmu.de/presse

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Energieverbrauch deutlich tiefer

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2011 gegenüber dem Vorjahr um 6,5% auf 852'330 Terajoule gesunken. Die warme Witterung hat sich im Jahre 2011 deutlich auf den schweizerischen Energieverbrauch ausgewirkt. 
 
Nach dem Rekordwert von 911'440 TJ im Jahr 2010 ist der Endenergieverbrauch der Schweiz 2011 um 6,5% auf 852'330 Terajoule (TJ) gesunken. Ein ähnlich tiefer Endenergieverbrauch wurde letztmals im Jahre 2002 erreicht (851'180 TJ). Der Rückgang des Energieverbrauches ist in erster Linie auf die ausgesprochen warme Witterung im Jahr 2011 zurückzuführen. Gemäss Meteo Schweiz war 2011 das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Die Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahmen gegenüber dem Vorjahr um 18,1% ab. Der starke Witterungseffekt dominierte damit die anderen Faktoren, die den Energieverbrauch 2011 durch positive Zuwachsraten antrieben: Ständige Wohnbevölkerung +1,0%, Bruttoinlandprodukt +1,9%, Wohnungsbestand (Zuwachs, jedoch detaillierte Zahlen noch nicht verfügbar), Motorfahrzeugbestand +2,2%. 

Der Brennstoffverbrauch ging stark zurück. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 20,4%, derjenige von Erdgas um 10,2%. Der Treibstoffverbrauch nahm insgesamt zu (+1,1%), wobei der Absatz von Dieselöl (+2,6%) und vor allem der Flugtreibstoffe (+9,6%) deutlich anstieg, während der Benzinverbrauch wie in den letzten zehn Jahren rückläufig war (-3,9%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich damit ungebrochen fort. Deutlich sank auch der Verbrauch von schweren Heizölsorten (-34,1%) und von Petrolkoks (-14,6%). Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 2,0% ab (siehe Solarmedia vom 19. April 2012).

Die warme Witterung wirkte sich im Jahre 2011 auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. So sank der Verbrauch von Energieholz um 11,4%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen ging um 4,0% zurück, obschon die Zahl der Wärmepumpen gleichzeitig um 9% anstieg. Die Nutzung von Fernwärme sank um 8,0%. Trotz der warmen Witterung zugenommen hat die Nutzung von Solarwärme (+11,4%) und Biogas (+3,7%). Der Verbrauch an Biotreibstoffe wuchs ebenfalls an (+7,1%). Der Verbrauch der übrigen erneuerbaren Energien sank insgesamt um 0,9%. Seit Erfassung der übrigen erneuerbaren Energien 1990 war dies nach 1997 (-1,1%) erst der zweite Rückgang. Die energetische Verwendung von Industrieabfällen blieb praktisch auf dem Vorjahresniveau (+0,5%). Der Kohleverbrauch lag um 6,7% unter dem Vorjahresniveau.

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2011 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2012 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick.
Quelle: Bundesamt für Energie Internet: http://www.bfe.admin.ch
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Mittwoch, 27. Juni 2012

Einspeisetarife sind top

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Der Ausbau Erneuerbarer Energien lässt sich mit garantiertem Einspeisevorrang und fester Vergütung am besten erreichen. Neben Investitionssicherheit durch verlässliche Vergütungen ist der Einspeisevorrang für Strom aus Erneuerbaren Energien Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Förderpolitik.
 
Für den Ausbau der Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien haben sich Einspeisevergütungen als überlegenes Erfolgsmodell erwiesen. Das gilt für Deutschland mit seinem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), aber auch für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Fördersysteme mit festgelegten Quoten für Erneuerbare Energien sind dagegen den Nachweis ausreichender Effizienz schuldig geblieben. Diese Erkenntnis ist in der Wirtschaft angekommen, wie eine Umfrage belegt.

„Die Bilanz der vergangenen Jahre zeigt, dass Einspeisevergütungen das Marktwachstum Erneuerbarer Energien stark vorangebracht haben, und zwar zu beherrschbaren Kosten“, erklärt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer. „Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Staaten der Europäischen Union.“ Ein Blick über die deutschen Grenzen mache die Vorzüge von Einspeisetarifen für einen zügigen und kosteneffizienten Ausbau Erneuerbarer Energien deutlich, so Vohrer. In Ländern mit Einspeisevergütungen wie zum Beispiel Deutschland, Spanien, Frankreich oder Portugal beträgt die Vergütung pro Kilowattstunde Onshore-Windstrom deutlich weniger als 10 Cent. Hingegen ist der Zubau von Windrädern an Land in Staaten mit Quotenregelung wie Großbritannien, Polen, Belgien oder Italien mit einer Spanne von knapp 11 Cent/kWh bis fast 15 Cent/kWh deutlich kostspieliger. „Der Vergleich zeigt: Quotenregelungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien sind teurer und ineffektiver“, resümiert Vohrer. 

Neben Investitionssicherheit durch verlässliche Vergütungen ist der Einspeisevorrang für Strom aus Erneuerbaren Energien für Vohrer Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Förderpolitik. „Nur auf solcher Grundlage kann ein Umbau des Energiemarktes hin zu einer von Erneuerbaren Energien geprägten Struktur stattfinden“, betont der AEE-Geschäftsführer. Eine Abkehr von diesen Kernelementen des EEG würde die Investitionssicherheit für neue Marktteilnehmer verringern und damit den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien gefährden. „Die Auswirkungen einer Quotenregelung lassen sich am deutschen Kraftstoffmarkt studieren, wo bedingt durch eine staatlich festgelegte Quote eine große Zahl mittel¬ständischer Biokraftstoffhersteller vom Markt verschwunden ist oder in eine Abhängigkeit von den Mineralölmultis getrieben wurde“, so Vohrer.

In der Europäischen Union hat der Zubau von Kapazitäten zur Nutzung Erneuerbarer Energien trotz des rasanten Wachstums in Staaten wie Deutschland, Portugal und Irland die Erwartungen insgesamt bisher nicht ganz erfüllt. So wurden für 2010 gesteckte Ziele der Europäischen Kommission für den Stromsektor im EU-Schnitt knapp verfehlt. In ihrem jüngsten Papier zum Markt der Erneuerbaren Energien von Anfang Juni geht die Kommission aber im laufenden Jahrzehnt von einem starken Marktwachstum der Erneuerbaren Energien in einer Größenordnung von sechs Prozent pro Jahr aus. „Die Erneuerbaren Energien entwickeln sich dynamisch, weil viele EU-Staaten mit Einspeisetarifen ihren nationalen Gestaltungsspielraum genutzt haben und auf das gemeinsame Ziel hinar¬beiten, bis 2020 mindestens 20 Prozent des Endenergiebedarfs der EU aus regenerativen Quellen zu decken“, stellt Vohrer fest. Auch für die Zeit danach gelte es, ehrgeizige und verbindliche Wachstumsziele zu setzen. „Die konventionelle Energiewirtschaft ist nach wie vor der größte Einzelemittent von Treibhausgasen in der EU. Erneuerbare Energien sind hier die einzige Alternative“, betont Vohrer.
 
Der AEE-Geschäftsführer verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Votum der Wirtschaft: Laut einer Umfrage von EuPD Research im Auftrag von AEE und Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sehen fast drei Viertel der befragten Erneuerbare-Energien-Unternehmen in Einspeisevergütungen das geeignete Instrument für Klimaschutz, Markteinführung und Technologieentwicklung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Quotensysteme hielten dagegen nur zwei Prozent der Befragten für sinnvoll. 

Die Agentur für Erneuerbare Energien fasst in ihrem aktuellen Hintergrundpapier in der Reihe „Renews Kompakt“ Erkenntnisse zu den verschiedenen Fördersystemen in der EU zusammen. Das Renews Kompakt "Erfolgreicher Ausbau Erneuerbarer Energien dank Einspeisevergütung", abrufbar im Internet unter http://www.unendlich-viel-energie.de/de/service/mediathek/renews-kompakt-hintergrundpapiere.html

Quelle und weitere Infos: Agentur für Erneuerbare Energien
Alexander Knebel
Pressereferent
Tel:   030-200535-52
Mail: a.knebel@unendlich-viel-energie.de
www.unendlich-viel-energie.de

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Einigung in Deutschland

Bund und Länder haben sich bei der Kürzung der Solarförderung auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach soll die Förderung wie geplant rückwirkend deutlich sinken, und zwar für Anlagen, die ab 1. April gebaut wurden. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gesamtmenge der geförderten Solaranlagen soll auf 52 Gigawatt begrenzt werden. Wieder eingeführt wird eine mittlere Geräteklasse für Anlagen zwischen 10 und 40 Kilowatt. Unklar bleibt, ob das sogenannte Marktintegrationsmodell, bei dem Anlagenbesitzer zwischen 10 und 20 Prozent ihres Stroms nicht mehr gefördert bekommen, weiter im Gesetz bleiben soll.

Der Bundestag hat im März die Kürzung der Solarförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen, der Bundesrat stoppte die Pläne jedoch und erzwang eine Anrufung des Ermittlungsausschusses. Dieser wird am morgigen Mittwoch tagen und sich voraussichtlich den Ergebnissen der Verhandlungen anschließen. Theoretisch könnte die jetzt beschlossene Einigung noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Ein besonders strittiger Punkt war die geplante Abschaffung der mittleren Vergütungsklasse. Der Hintergrund: Kleine Anlagen erhalten eine höhere Förderung als große, und bislang waren diese in drei Kategorien eingeteilt. Die Abschaffung der mittleren Kategorie zwischen 10 und 30 Kilowatt hätte einen großen Nachteil für Betreiber von Anlagen dieser Größenordnung bedeutet. Nach dem Reuters-Bericht wird diese Kategorie jedoch - leicht modifiziert auf 10 bis 40 Kilowatt - beibehalten.

Der kritischste Punkt bei der jetzigen Einigung dürfte die Begrenzung der Gesamtmenge an Solaranlagen auf 52 Megawatt sein. Zur Zeit sind etwa 28 Gigawatt am Netz. Danach sollen Anlagen zwar weiterhin ins Netz einspeisen können, allerdings zu Marktpreisen. Die große Frage lautet nun: Wird es der Solarbranche gelingen, in den nächsten Jahren ihre Anlagenpreise so weit zu senken, dass nach Erreichen der 52 Gigawatt ein weiterer Ausbau rentabel bleibt? Geht der Ausbau im aktuellen Tempo - etwa sieben Gigawatt pro Jahr - weiter, wird dieser Wert bereits im Lauf des Jahres 2015 erreicht sein.

Quelle: Reuters / klimaretter.info

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Dienstag, 26. Juni 2012

Wissenswert zur Energiewende



Die Energiewende ist eines der zentralen Reformprojekte Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Der Klimawandel soll damit eingedämmt und die Green Economy vorangebracht werden. Es gibt aber auch einige Reibungspunkte - Wissenswertes zu den Erneuerbaren Energien in einem Youtube-Video von rund 8 Minuten.

Von Jörn Barkemeyer und Jan Künzl

Redaktion: Laura Hörath

Mehr zum Projekt WissensWerte:
http://www.wissenswerte.e-politik.de

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Wettbewerb ums Stromsparen

2012 wurden schweizweit zum dritten Mal Wettbewerbliche Ausschreibungen für Projekte und Programme zum Stromsparen im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten durchgeführt. Den Zuschlag erhielten 67 Projekte und 9 Programme. Sie erhalten insgesamt 14,9 Millionen Franken an Förderbeiträgen, um damit möglichst kostengünstig und nachhaltig möglichst viel Strom einzusparen.

Die dritten Wettbewerblichen Ausschreibungen lösten grosses Interesse aus. Bis zur Eingabefrist sind 83 Projekt- und 28 Programmangebote bei der Geschäftsstelle ProKilowatt eingegangen. Die bewilligten Fördersummen liegen bei 8,3  Millionen Franken (Projekte) und 6,6  Millionen Franken (Programme). Bei den Projekten liegt das Kosten/Nutzenverhältnis (Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde) zwischen  1,1 - 8,5 Rappen pro Kilowattstunde (Durchschnitt 3,2 Rp./kWh, Vorjahr 4,4), bei den Programmen zwischen   1,4 - 5,0 Rp./kWh (Durchschnitt  2,4 Rp./kWh, Vorjahr 1,9). Gesamthaft liegt das Kosten-/Nutzenverhältnis bei 2,9 Rp./kWh. Das thematische Spektrum der geförderten Projekte reicht von der Erneuerung und Optimierung von Beleuchtungssystemen, Kälteanlagen (Freecooling), Lüftungssystemen oder IT Systemen (Green IT), über die Effizienzsteigerung von mechanischen Antrieben (Pumpen und Motoren) bis zu  Betriebsoptimierungsprojekten.

Die geförderten Programme umfassen Massnahmen zum Ersatz von Beleuchtungen durch LED-Beleuchtungssysteme, Ersatz von Umwälzpumpen, Elektroboiler und, ein Programm für energieeffiziente Lüftungsanlagenanlagen, Programme für die Energieoptimierung bei Bergbahnen sowie in Kies- Beton- und Belagswerken, ein regionales Programm zur Stromeinsparung bei Kühlsystemen über ein regionales Freecooling-System sowie ein weiteres Programm für Energieeffizienz bei Rechenzentren.

Die Auswahl der eingereichten Vorschläge erfolgte in einem Auktionsverfahren: Den Zuschlag haben diejenigen Projekte oder Programme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, das heisst mit der billigsten eingesparten Kilowattstunde erhalten. Im Anhang zu dieser Medienmitteilung befindet sich eine Liste mit den geförderten Projekten und Programmen. Die nächsten Wettbewerblichen Ausschreibungen werden Ende November 2012 durchgeführt. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich.

RückfragenProKilowatt, Geschäftsstelle für Wettbewerbliche Ausschreibungen c/o CimArk SA, 1950 Sion, 027 322 17 79 / Andreas Mörikofer, Projektleiter BFE Wettbewerbliche Ausschreibungen, 031 322 56 35
Quelle: Bundesamt für Energie / http://www.bfe.admin.ch
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Montag, 25. Juni 2012

Endlich vorwärts mit IRENA

Mit Bestätigung der Ratifikation Mitte Juni ist Ägypten das 100. Mitglied der noch jungen Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) geworden. Die zeitweise paralysierte IRENA scheint auch sonst wieder Tritt zu fassen, nachdem die Führung lange Zeit vakant war. 

IRENA ist die einzige internationale Organisation, die sich ausschließlich auf erneuerbare Energien konzentriert. Sie will die Nutzung der erneuerbaren Energien weltweit voranbringen. Seit ihrer Arbeitsaufnahme ist IRENA zunehmend zu dem internationalen Knotenpunkt für die Zusammenarbeit beim Ausbau und der weltweiten Verwendung erneuerbarer Energien geworden. So erarbeitet IRENA derzeit einen globalen Wind- und Solaratlas oder entwickelt Kernanalysen und Szenarien für den internationalen Ausbau der erneuerbaren Energien, bei denen Kosten-Nutzen-Vergleiche, Arbeitsplatzeffekte und Umweltauswirkungen betrachtet werden.

IRENA berät Regierungen für den Ausbau der erneuerbarer Energien. IRENA wurde 2009 in Bonn mit der Unterstützung zahlreicher Staaten initiiert, der unterdessen verstorbene Solarpionier Hermann Scheer hatte deren Institutionalisierung jahrelang betrieben (siehe Solarmedia vom 15. Oktober 2010). Der Gründungsvertrag von IRENA trat 2010 formell in Kraft, nachdem die 25. Ratifikationsurkunde beim Verwahrer Deutschland hinterlegt worden war. Die Ratifikation ist die völkerrechtliche Handlung, durch die ein Staat im internationalen Bereich seine Zustimmung bekundet, durch einen internationalen Vertrag gebunden zu sein, nachdem das notwendige innerstaatliche Zustimmungsverfahren abgeschlossen ist.

Die Bandbreite der Mitglieder ist bemerkenswert: sowohl Industrie-, als auch Schwellen- und Entwicklungsländer aus allen Regionen der Welt sind vertreten, auch die Schweiz gehört dazu. Beteiligt sind erdölexportierende Staaten, große Staaten wie die USA, aber auch kleinste Inselstaaten, die mit ihren in sich geschlossenen kleinen Stromnetzen gerade im Bereich der erneuerbaren Energien besonderen Modellcharakter haben. 

Der Hauptsitz des IRENA-Sekretariats befindet sich in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Damit ist IRENA die erste internationale Organisation mit Hauptsitz in der arabischen Welt. Eine der drei IRENA-Fachabteilungen, das Innovations- und Technologiezentrum (IITC), ist in Bonn angesiedelt. Deutschland spielt damit nicht nur als Verwahrer, sondern auch als Gastland eine starke Rolle.

Kontakt:
IRENA Innovation Technology Centre
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel : 0228 391 79085
Web: www.irena.org

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Südländer: Viele Solarinitiativen

Sonnenbasierte Stromerzeugung, die Photovoltaik, erlebt aktuell auch in den Ländern des Südens einen phänomenalen Aufschwung. Beispiele der deutschen Exportinitiative Erneuerbare Energien aus Brasilien, der Türkei und den Philippinen zeigen, wohin die Reise geht. Die Konkurrenzfähigkeit des Solarstroms rückt immer näher.

Die PV-Branche in Brasilien hat erst kürzlich neuen Auftrieb erhalten durch die Einführung von Net-Metering für Geschäfts- und auch Privatkunden, die ihren überschüssigen Strom von Photovoltaik-Anlagen ins Netz einspeisen können (siehe Artikel Exportinitiative vom 24. April 2012). Nun führen auch die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu neuen Anreizen für die PV Branche. Im Rahmen des Minas Solar 2014-Programms hat der brasilianische Stromversorger CEMIG (Companhia Energética de Minas Gerais) unter anderem die Projektausschreibung für eine Photovoltaik-Dachstromanlage eröffnet. Vorgesehen ist die Installation von Photovoltaikmodulen auf dem Dach des Governor Magalhães Pinto Fußballstadions in Belo Horizonte, Minas Gerais, in welchem Spiele des Confederations Cup 2013 und der Fußball WM 2014 stattfinden werden. Die Dachfläche des Stadions beträgt insgesamt 16.424 m². 70 Prozent davon, also 11.530 m², sind für die Solaranlage vorgesehen. Die Spitzenleistung soll 1.500 kWp betragen. 

Die Türkei strebt einen massiven Zubau im Bereich Photovoltaik von derzeit rund sechs MWp auf 600 MWp im Jahr 2015 an. Seit Anfang 2011 haben sich die Rahmenbedingungen für PV-Projekte in der Türkei deutlich verbessert. Anlagenbetreiber erhalten einen festen Basistarif von 13,3 US-Cent pro kWh. Dieser kann um bis zu 6,7 US-Cent pro kWh steigen, wenn ein bestimmter Anteil der Anlagen aus türkischer Produktion stammt (“Local Content“). Darüber hinaus garantiert der Staat die Abnahme regenerativ erzeugter Energie (vgl. Meldung vom 18.01.2011).  Bis 2023 sollen in der Türkei 30 Prozent der erzeugten Energie aus regenerativen Energiequellen stammen. Die wesentlichen Kapazitäten sollen hierzu im Bereich Wind- und Solarenergie errichtet werden. Weitere Informationen zum Erneuerbare-Energien-Markt in der Türker erhalten Sie auch im jetzt preisreduzierten Exporthandbuch Erneuerbare Energien Türkei 2010/2011. Zudem wird im Laufe dieses Jahres ein neues Länderprofil zum türkischen Markt veröffentlicht.  

Aufgrund der weltweit fallenden Preise von Photovoltaiktechnologien ließ die Asian Development Bank mit Hauptsitz in Manila verlauten, dass die Vergabe ihrer Kredite künftig nicht mehr an Einspeisevergütungen geknüpft sein könnte. Ein Energiespezialist der ADB erklärte, dass zunächst insgesamt ein Kreditvolumen von 100 Millionen Dollar für Solarenergieunternehmer zur Anleihe bereitgestellt werden könnte. Er fügte hinzu, dass die Erneuerbare-Energien-Gruppe der ADB derzeit erwägt, sich bei der Kreditvergabe auf die Unterstützung von Solarprogrammen ohne Einspeisevergütung oder sonstige Förderungsmittel zu konzentrieren. Es solle allerdings unter allen „Clean Energy“-Projekten einen harten Wettbewerb um die Kredite geben. 

Die Energy Regulatory Commission (ERC) der Philippinen bereitet zurzeit neue Einspeisetarife für erneuerbare Energien vor, ist aber angesichts der immer näher rückenden Netzparität zurückhaltend, was die Berücksichtigung der Photovoltaik angeht. So ist die ADB der Ansicht, dass Solardachanlagen bereits heute auch im großflächigeren Einsatz auf den Philippinen wirtschaftlich sind. Um dieser Aussage ein wissenschaftliches Fundament zu geben, kündigte die ADB an, dem Department of Energy (DoE) technische Unterstützung für die Erforschung des Entwicklungspotenzials von Solardachanlagen in Industrie und Gewerbe zu leisten. Ziel der ADB ist es ab 2013 innerhalb von drei Jahren rund 3.000 Megawatt an Photovoltaik-Leistung in Asien und dem Pazifikraum zu installieren. Im Rahmen der Asia Solar Energy Initiative (ASEI) zieht die ADB in Betracht 2,25 Milliarden US-Dollar für Projektfinanzierung bereit zu stellen, zusätzlich möchte die Bank im selben Zeitraum 6,75 Milliarden US-Dollar in die Solartechnik investieren. 

Auch Costa Rica und El Salvador haben derweil Solarinitiativen angekündigt, die jeweils Anlagen von weit über 100 Megawatt Leistung umfassen. 

Samstag, 23. Juni 2012

Ohne Kollektoren - absurd!

Es ist absurd – bei brütender Hitze wird in ganz Österreich wertvolles Öl und Gas
verbrannt, um Warmwasser zu erzeugen. Nicht nur aus ökologischen Gründen ist die
Bereitung von Warmwasser für Küche und Bad mit fossilen Brennstoffen im Sommer
unsinnig, auch ständige Teuerungen bei Öl und Gas machen dieses Verhalten nicht
mehr nachvollziehbar.  Das hält der österreichische Verbaund für Solarthermie fest - und gilt sinngemäss für die Schweiz.


Am längsten Tag des Jahres wurden in fast ganz Österreich Temperaturen von über 30 Grad gemessen. Trotzdem sind landesweit 1,6 Mio Kessel gelaufen, damit Menschen mit warmem Wasser versorgt werden. Drei Viertel der Kessel werden mit Öl oder Gas befeuert. Ein Haushalt (4 köpfige Familie) benötigt rd. 170 Liter Warmwasser pro Tag. Über ein gesamtes Jahr hinweg bedeutet dies 400 Liter Öl oder 340 Kubikmeter Erdgas pro Haushalt. Auf diese Weise werden jährlich in Österreich 300 Millionen Liter Öl und 155 Millionen Kubikmeter Erdgas für Warmwasserbereitung verbrannt.  Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar: “Bereits mit der einfachsten Solaranlage von sechs Quadratmeter Kollektorfläche ist es möglich, von Mai bis September die komplette Warmwasserversorgung eines Haushaltes zu decken. Damit könnte der heimische Heizöl- und Erdgasverbrauch für Warmwasser nahezu halbiert werden!“

Leider wird in Österreich noch immer viel zu wenig getan um Warmwasserbereitung und Heizung auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Statt einer Solaroffensive werden CO2-Zertifikate gekauft, eine Maßnahme die hunderte Millionen Euro verschlingt und weder Bevölkerung noch Wirtschaft aus der Energiekostenfalle befreit. Hackstock: „So wird Österreich noch in vielen Jahren teures und klimaschädliches Erdöl und Erdgas verbrennen, um sich bei 30 Grad Sommerhitze die Hände zu waschen!“ Die Bundesregierung und die Länder müssen jetzt Verantwortung zeigen und rasch konkrete Maßnahmen für eine Solaroffensive beschließen. Das kommende Klimaschutzgesetz und das Energieeffizienzgesetz sind eine gute Gelegenheit dafür. 

Bild: Guntram Rehsche / Text Quelle: Austria Solar 

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Freitag, 22. Juni 2012

St. Antönien auf Kurs

Die Gemeindeversammlung der Bündner Gemeinde St. Antönien beantragt für die
Erstellung des grössten Solarkraftwerkes der Alpen beim Regierungsrat die Teilrevision
der Ortsplanung mit Schaffung einer Solarzone am Chüenihorn.


Heinz Rieder, Gemeindepräsident St. Antönien, kann gleich zwei gute Nachrichten
zum grössten geplanten Solarkraftwerk der Alpen in St. Antönien kommunizieren. Das
öffentliche Mitwirken bei der Teilrevision der Ortsplanung mit der neuen Zone für
Solarkraftwerke konnte ohne grundsätzliche Opposition abgeschlossen werden und die Gemeindeversammlung hat den entsprechenden Antrag an den Regierungsrat einstimmig ohne Enthaltungen unterstützt.

Gleichzeitig legt die energiebüro® ag einen ersten Bericht über die Erfahrungen mit
dem weltweit ersten Solarkraftwerk an Lawinenverbauungen
vor. Die vier
Testinstallationen an verschiedenen Positionen im Lawinenverbauungsgebiet konnten
im November 2011 vor dem ersten grossen Schneefall fachgerecht installiert werden.
Im Dezember setzten starke Schneefälle ein, sodass im Januar Rekordschneehöhen
für diesen Monat gemessen werden konnten. Sowohl Messungen wie auch die
Kameraüberwachung zeigten, dass der Schnee bei Sonneneinstrahlung schnell und
vollständig von den Modulen abglitt. Trotz der grossen Schneehöhen blieben die
Unterkanten der Module immer deutlich über der Schneedecke.

«Wir haben im Vorfeld Berechnungen zu den maximal spezifischen Zusatzlasten durch die Solarmodule auf die Lawinenverbauungs-Werke Chüenihorn angestellt, um die
Sicherheit der Lawinenverbauungen an diesem Standort zu garantieren», sagt Michel
Heimgartner, der die Testinstallation als Statiker und Lawinenverbauungsexperte
begleitet. «Die Messungen haben nun bestätigt, dass unsere Annahmen auf der
konservativen Seite liegen.»

Auch die Projektverantwortlichen der energiebüro® ag zeigen sich erfreut über die
Ergebnisse des Winters vom weltweit ersten Solarkraftwerk an Lawinenverbauungen.
So konnten die erhofften Extremsituationen wie das Einschneien der Werke und ein Schneerutsch durch ein Werk geprüft werden. Der Schneerutsch beschädigte diev Stange mit den Messinstallationen, hinterliess aber – soweit bis dato beurteilbar – keine Spuren an den Modulen und der Unterkonstruktion. Die Kräfte, die während desvRutsches von der Modulinstallation auf die Lawinenverbauungswerke wirkten, konntenvaufgezeichnet werden und liegen ausserhalb des kritischen Bereichs.

Ähnlich liegen die Verhältnisse in Bezug auf die Windkräfte. Trotz Sturmtief ‚Andrea’,
das zu den zweithöchsten je in der Schweiz gemessenen Windstärken führte, blieben
die Belastungen auf die Lawinenverbauungen und die Solarmodule unter den
angenommenen Extremwerten.


Die Resultate dieses Winters zeigen, dass ein Solarkraftwerk dieser Art technisch
grundsätzlich an den Lawinenverbauungs-Werken Chüenihorn in St. Antönien machbar
ist und die Sicherheit der Lawinenverbauungen erhalten werden kann – hierbei ist es
wichtig zu beachten, dass die gemachten Resultate nicht 1:1 auf andere
Lawinenverbauungs-Werke übernommen werden können, da die Kräfte in
Abhängigkeit der Hangexposition sowie den Lawinenverbauungs-Werks-Dimensionen
und deren Auslegung beurteilt werden müssen. Der Einsatz von Solarkraftwerken auf
Lawinenverbauungs-Werken bedarf demnach jeweils einer neuen Homologierung des
Lawinenverbauungs-Werkes. Das nächste Ziel der Ingenieure der energiebüro® ag ist
die Optimierung der Konstruktion im Hinblick auf Materialverbrauch und Kosten.

Quelle: Energiebüro

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Wüstenstrom als Billigware?

Das Projekt ist höchst umstritten und drei Jahre nach Vorstellung der Wüstenstrom-Initiative Desertec ist es ruhig. Angesichts des Ausbaus der heimischen Wind- und Solarenergie und steigender Strompreise meldet sie sich jetzt wieder zu Wort: Strom aus der Sahara wäre billiger.



Zu viel Zentralismus, zu teuer und krisenanfällig, so lauten nur einige der Kritikpunkte - und doch: Mit Wüstenstrom aus Nordafrika könnte Europa seine Stromkosten nach Angaben der Desertec-Industrie-Initiative (Dii) um rund 40 Prozent senken. Der Bau von Windparks, Solaranlagen und Stromtrassen würde annähernd 400 Milliarden Euro kosten, aber jährlich 33,5 Milliarden Euro gegenüber der Stromerzeugung in Europa sparen, erläuterte Dii-Experte Florian Zickfeld am Donnerstag in München. Zudem erhöhe ein Stromverbund mit Nordafrika die Versorgungssicherheit. «Wir haben kostengünstige, unerschöpfliche Potenziale zur Erzeugung von Energie in der Wüste», sagte Dii-Geschäftsführerin Aglaia Wieland.

Die Desertec-Initiative, hinter der Konzerne wie Munich Re, Siemens, RWE oder Eon (aber auch die schweizerische-schwedische ABB) stehen, will ab dem Jahr 2050 etwa 20 Prozent des europäischen Strombedarfs aus der Sahara importieren. In Europa erzeugter Strom werde etwa 73 Euro je Megawattstunde kosten, Wüstenstrom einschließlich Transportkosten nur 58 Euro, erklärte Zickfeld. Weitere 15 Euro je Megawattstunde würden gespart, weil mit dem Verbund weniger Stromspeicher und weniger zusätzliche Kraftwerke für Nachfragespitzen gebaut werden müssten.

Die beiden ersten kleinen Wind- und Sonnenkraftwerke mit zusammen 250 Megawatt Leistung sollen in Kürze in Marokko gebaut werden und von 2014 an Strom liefern. Dii-Geschäftsführer Paul van Son sagte: «Wir können nicht nur herumreisen auf Konferenzen. Wir müssen auch sehen, dass etwas passiert.» Aber der Anlauf sei schwierig. Auf Fragen zum Investitionsklima in den arabischen Staaten sagte Wieland: «Die Industrie steht bereit, das Kapital steht bereit.» Jetzt gehe es um die Absicherung von Investitionen.

Selbst wenn der Netzausbau teurer oder heimischer Ökostrom stärker ausgebaut würde als geplant, mache der Wüstenstrom Sinn, sagte Zickfeld: Ein Ökostrom-Verbund über das Mittelmeer hinweg sei auf jeden Fall günstiger. Zudem könnte er auch Nordafrika und dem Nahen Osten Wachstumsimpulse geben, sagte Mario Ragwitz vom Fraunhofer-Institut. Der Strombedarf dort werde sich bis 2050 vervierfachen. Nach der Vision der Desertec-Initiative würde der Strombedarf in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten 2050 zu 90 Prozent mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Hauptquellen wären Wind- und Wasserkraft aus Nordeuropa sowie Wind- und Sonnenstrom aus der Sahara. «In Nordafrika gibt es für die Flächen keine alternative Verwendung», sagte Wieland.

Quelle: Agenturen / Solarmedia

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SG: Kapital für Geothermie

Erneut kommt ein Geothermieprojekt zur Stromproduktion in den Genuss einer Risikodeckung, die über den KEV-Fonds finanziert wird. Dies hat die nationale Netzgesellschaft Swissgrid zugesichert, die im Auftrag des Bundes die Abwicklung der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) durchführt. Die Sankt Galler Stadtwerke planen in St.Gallen eine Anlage zur Produktion von Strom und Wärme aus geothermischer Energie.

Anfang Oktober 2011 hatte Swissgrid der AGEPP SA in Lavey-les-Bains schweizweit die erste Risikodeckung für ein Geothermieprojekt zugesichert. Für die geplante Anlage in St.Gallen gewährt die nationale Netzgesellschaft nun die zweite solche Risikodeckung. Dank dieser Garantie, ist es für Investoren einfacher, ein Geothermieprojekt voranzutreiben, ohne die definitive Gewissheit zu haben, dass erfolgreich Strom produziert werden kann.

Swissgrid verpflichtet sich, maximal 50 Prozent der effektiven Bohr- und Testkosten zu reservieren und nötigenfalls zu übernehmen, falls die zur Stromproduktion notwendige Temperatur und Wassermenge nicht gefunden werden. Diese Kosten würden - wie im Energiegesetz vorgesehen - dem KEV-Fonds belastet. Im Fall des St.Galler-Geothermieprojekts beträgt die maximale Garantiesumme 24,1 Millionen Franken.

Gemäss ihren Angaben wollen die St.Galler 2012 mit den Bohrungen für die Anlage beginnen und - wenn alles nach Plan läuft - ab 2014 Strom und Wärme produzieren. Im Erfolgsfall rechnen die Projektverantwortlichen mit einem jährlichen Absatz von 7 bis 10 GWh Elektrizität. Dies entspricht dem Verbrauch von 2000 bis 3000 Haushalten. Die bereitgestellte Wärme (60 bis 80 GWh) soll in ein zukünftiges Fernwärmenetz eingespeist werden.

Adresse für Rückfragen: Thomas Hegglin, Swissgrid Medienstelle, 058 580 24 00 und Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation BFE, 031 322 56 75 

Quelle: Bundesamt für Energie: http://www.bfe.admin.ch

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Donnerstag, 21. Juni 2012

Atomkonzern Toshiba goes solar

Nur einen Tag nach Veröffentlichung der Fördertarife für erneuerbare Energien in Japan gab mit Toshiba einer der grössten Atomkonzerne seinen Einstieg in den Bau von Solaranlagen bekannt. Gemäss Reuters will Toshiba gar eines der weltgrössten Photovoltaik-Projekte realisieren.

Noch hält in Japan die Auseinandersetzung um die Wiederinbetriebnahme der still gelegten Atomkraftwerke (AKW) an - erst deren zwei von über 50 haben kürzlich eine entsprechende Bewilligung erhalten. Es hält aber auch der Widerstand der Bevölkerung an gegen die mit den Erfahrungen von Fukushima im Hintergrund als verheerend erachtete Atomtechnologie. Diesem Atomunwillen erweist nun offenbar mit Toshiba sogar einer der grössten Atomkonzerne die Referenz - und steigt gross ins Solargeschäft ein.


Schon weit verbreitet sind in Japan PV-Dachanlagen - jetzt kommen Solarkraftwerke grossen Stils hinzu (Bild: Solar-Frontier).





Für das Projekt hat Toshiba die von Tsunami und Kernschmelze verheerend getroffenen Region rund um Fukushima an der nordöstlichen Küste Japans gewählt. Gemäss einer Mitteilung von Toshiba vom Mittwoch sollen Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 100 Megawatt erstellt werden. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 350 Millionen Franken belaufen. Mit dem Vorhaben übertrifft Toshiba auch seinen ewigen Rivalen Kyocera, der die Erstellung eines 70-Megawatt-Solarkomplexes angekündigt hatte (siehe Solarmedia vom 13. April 2012). Die Bauten für das Toshiba-Projekt sollen noch im laufenden Jahr begonnen und 2014 abgeschlossen werden.

Die Absichtserklärung des Elektrokonzerns fällt zusammen mit den konkreten Beschlüssen der japanischen Regierung, neue Einspeisetarife für die erneuerbaren Energien und insbesondere für Solarstrom einzuführen - die bereit mit Beginn des Monats Juli in Kraft treten (siehe Solarmedia vom 20. Juni 2012).

Quelle: Reuters / © Text: Solarmedia

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Schottmodule dachintegriert

Dachintegrierte Photovoltaik-Systeme sind besonders effektiv und nachhaltig, da sie neben der Stromgewinnung auch als Dachdeckung dienen. Das unter SCHOTT ADVANCE InDaX firmierende System von SCHOTT Solar wird dank eines von VELUX dafür neu entwickelten Eindeckrahmens für Dachfenster nun weiter verbessert. Schott gewann daneben für ihre Produktionstechnologie auch einen Intersolar-Award.

Hausbesitzern bietet dies gemäss einer Schott-Medienmitteilung eine besonders ästhetische Lösung, um Sonnenenergie für die Stromerzeugung zu nutzen – bei gleichzeitig hoher Wohnqualität mit viel Tageslicht und frischer Luft. Der speziell für den Einsatz mit SCHOTT Solar ADVANCE InDaX System entwickelte Eindeckrahmen für VELUX Dachfenster war erstmals auf der Intersolar Europe in München zu sehen und stieß beim Messepublikum auf großes Interesse. Erhältlich ist das komplette System ab der zweiten Jahreshälfte 2012. Dank des speziellen Eindeckrahmens fügen sich VELUX Dachfenster nahtlos an jeder Position in eine Installation mit SCHOTT Solar ADVANCE InDaX Modulen ein. Bei der Entwicklung des Rahmens nutzte VELUX die SCHOTT Solar InDaX Technologie, die ohne Dichtungen auskommt. Das Ergebnis ist eine perfekte Einheit zwischen den VELUX Dachfenstern und den sie umgebenden PV-Modulen. Dadurch lässt sich eine dauerhafte Wetter- und Regenbeständigkeit erreichen, ebenso wie ein schneller und einfacher Einbau durch den Fachhandwerker.

„Durch die Zusammenarbeit mit führenden Herstellern wie VELUX hoffen wir, unseren Kunden neue Wege mit hochwertigen Solar-Lösungen aufzuzeigen“, sagt Stefan Hergott, Leiter Produktmanagement bei SCHOTT Solar. Er ergänzt: „Wir möchten unsere Produktpalette sinnvoll erweitern, indem wir noch enger mit den besten Unternehmen zusammenarbeiten.“ SCHOTT Solar ist überzeugt, dass sich durch die Kooperation mit VELUX Deutschland Dachfenster bereits von Anfang an besser in die Planung einbeziehen lassen und sich auch die Montage dadurch vereinfacht.


Die SCHOTT Solar AG zusammen mit der SCHMID Group wurden im Übrigen Sieger des Intersolar Award 2012 in der Kategorie PV-Produktionstechnik. Die Jury zeichnete das gemeinsame Konzept „TinPad“ der beiden Unternehmen aus – eine produktionsreife Anlage zur Aufbringung von Zinnkontakten auf 6-Zoll-Solarzellen.  Silber ist ein kritischer Kostenfaktor in der Zellherstellung. Das Material auf der Rückseite durch das um ein Vielfaches günstigere Zinn zu ersetzen, spart etwa 6 US-Cent pro Wafer, scheiterte bisher allerdings an der mangelnden Haftung auf Aluminium. Mit dem von SCHOTT Solar patentierten Verfahren ist es nun möglich, bei den Rückseitenkontakten einer Solarzelle gänzlich auf Silber zu verzichten und eine doppelt so hohe Abzugskraft als gefordert zu erzielen. Die SCHMID Group rechnet mit der Auslieferung erster TinPad-Systeme ab September. 

Quelle: Schott Solar

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Mittwoch, 20. Juni 2012

Japan mit neuer KEV

Viele Staaten kennen eine Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) bereits. Japan hatte sie gar einst schon mal, dann abgeschafft - und jetzt wieder neu und für Solarstrom zu vergleichsweise komfortablen Bedingungen eingeführt. 

Mitt Juni bewilligte das japanische Ministerium für Energie, Handel und Industrie (Ministry of Energy, Trade and Industry, METI) ein Einspeisevergütungssystem für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Die Vergütung für photovoltaisch erzeugten Strom beträgt 42 japanische Yen (0,42 Euro) je Kilowattstunde.  Strom aus Photovoltaik-Anlagen mit einer Nennleistung von mehr als 10 Kilowatt (kW) wird 20 Jahre lang vergütet, bei kleineren PV-Anlagen gilt der Vertrag zehn Jahre lang. Die Einspeisevergütungs-Regelung tritt am 01.07.2012 in Kraft. 
 
Strom aus anderen erneuerbaren Energiequellen wird wesentlich geringer vergütet. Für Windstrom beträgt der Satz 23,1 JPY (0,23 Euro) / kWh, für Strom aus Geothermieanlagen 27,3 JPY (0,27 Euro) / kWh. Die Einspeisevergütung für Solarstrom ist in Japan doppelt so hoch wie in Deutschland und über dreimal so hoch wie in China. Die Sätze sollen jährlich überprüft werden.

Das Ministerium hat auch Informationen darüber veröffentlicht, wie das System von den Stromkunden getragen werden soll. Es geht davon aus, dass sie bei einem Verbrauch von 300 kWh monatlich im Durchschnitt 87 JPY (0,87 Euro) mehr bezahlen müssen, also 1,2 % mehr.
Die Umlage ist je nach regionalem Stromversorger unterschiedlich: Stromkunden in Hokkaido bezahlen beim selben Verbrauch monatlich 75 JPY (0,75 Euro), die in Kyushu 111 JPY (1,11 Euro).

Am 16.06.2012 ordnete der japanische Premierminister Yoshihiko Noda an, zwei Reaktoren des Atomkraftwerks Oi in der Präfektur Fukui wieder in Betrieb zu nehmen. Die japanischen Behörden hatten alle Reaktoren im Land nach der Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima 1 zur Inspektion abgeschaltet. Die Meldung löste Demonstrationen aus, da viele Japaner gegen die erneute Inbetriebnahme jedweder Atomreaktoren sind.

D: Über 20 Prozent erneuerbar


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Die Grafik zeigt die Entwicklung des Anteils der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch in Deutschland insgesamt sowie an den Teilbereichen Strom, Wärme und Kraftstoffe. Insgesamt ist der Anteil der Erneuerbaren Energien im dargestellten Zeitraum stetig gestiegen, im Jahr 2011 konnten die Erneuerbaren Energien schon über 12 Prozent am Endenergieverbrauch stellen. 

Damit ist man auf einem guten Weg, bis zum Jahr 2020 das von der Bundesregierung gesetzte Ziel von 18 Prozent Erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch zu erreichen.  Am positivsten ist die Entwicklung im Stromsektor, hier konnte nach kontinuierlichem Wachstum der regenerativen Elektrizitätserzeugung im Jahr 2011 erstmals die Schwelle von einem Anteil von 20 Prozent Erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch erreicht werden. Auch im Wärmemarkt, der den größten Anteil am Endenergieverbrauch stellt, gab es bislang ein positive Entwicklung, wenn auch nicht so dynamisch wie im Stromsektor. Der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt hier bei über 10 Prozent. 
Die schwierigste Entwicklung ist bislang im Mobilitätssektor zu verzeichnen, hier  wurde der Höchststand bereits 2007 erreicht und ist seitdem - unter anderem wegen des Zusammenbruchs des Biodieselmarktes und der schleppenden Markteinführung von E10 - wieder auf einen Anteil von 5,6% gesunken.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien Deutschland

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Dienstag, 19. Juni 2012

Trina Solar am nachhaltigsten

Trina Solar Limited (TSL), Hersteller integrierter PV-Elemente, der Photovoltaik-Produkte von Ingots, Wafern und Zellen bis hin zum fertigen Solarmodul produziert, ist der neue Spitzenreiter im Solar-Company-Scorecard-Ranking der Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC). In einem Punktesystem überprüft die SVTC die Umwelt- und Sozialstandards von Solarherstellern.

Die "Solar Scorecard" von SVTC wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen, um bestehende Maßnahmen bei den PV-Herstellern zum Umweltschutz zu verbessern. Die Initiative zielt darauf ab, die Auswirkungen der Herstellungsprozesse auf die Umwelt zu reduzieren, um die Solarindustrie so zu einer wirklich sauberen, nachhaltigen Branche zu machen. Die Scorecard ist eine Informationsquelle für Endverbraucher, gewerbliche Kunden, Investoren und andere Entscheidungsträger, die PV-Module von verantwortungsbewussten Herstellern erwerben wollen. Sie zeigt, inwieweit Unternehmen die Anforderungen von SVTC in puncto Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit erfüllen. Damit soll sichergestellt werden, dass die PV-Hersteller Mitarbeiter, Gemeinden und die Umwelt schützen.

Zu den Bereichen, die die Studie abdeckt, gehören speziell die erweiterte Herstellerverantwortung und Rücknahmeverfahren, Lieferkettenüberwachung und "grüne" Arbeitsplätze sowie der Einsatz von Chemikalien, Lebenszyklus-Analyse und Auskunftspflicht.  "Wir sind sehr stolz auf unsere Top-Platzierung in dieser bedeutenden Umweltstudie, die klar eine Verbesserung aller unserer Unternehmensbereiche in puncto Nachhaltigkeit belegt", betont Jifan Gao, Chairman und CEO von Trina Solar. "Die Photovoltaik dringt inzwischen verstärkt in neue Märkte und Regionen vor; auch vor diesem Hintergrund sehen wir uns verpflichtet, Innovationen und Mehrwert zu schaffen - mit Bezug auf die Modultechnik und darüber hinaus. Das gilt auch für unser Umweltmanagement, den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit sowie für unsere Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten."

Die SVTC Solar Scorecard 2012 ist unter http://www.solarscorecard.com verfügbar. Trina Solar hat sich 2012 auf Platz eins verbessert, gegenüber Platz zwei im vergangenen Jahr. Die Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) ist eine US-amerikanische Nichtregierungsorganisation, die sich für die Förderung der Gesundheit und für den Schutz der Umwelt engagiert. Zu den Aktivitäten von SVTC zählen Forschungsprojekte, die Lobbyarbeit für Umweltthemen und gesellschaftliche Aktivitäten.
Weitere Informationen unter http://svtc.org/

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D: Deshalb bremst Altmaier

Einen „organischen, beherrschbaren und bezahlbaren Ausbau“ der Photovoltaik in Deutschland strebt Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) an. Das schreibt er in einem Gastbeitrag in der Financial Times Deutschland. Die aktuelle Entwicklung sei „in dieser Geschwindigkeit weder nachhaltig noch bezahlbar“.

Als „Ein Plädoyer für die Solarindustrie“ versteht Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) gemäss einem von der Zeitschrift Photovolataik kommentierten Gastbeitrag in der Financial Times Deutschland. Ein Plädoyer für den Photovoltaik-Ausbau in Deutschland ist der Text jedoch nicht. In ihrer derzeitigen Geschwindigkeit sei die Entwicklung „weder nachhaltig noch bezahlbar“, schreibt Altmaier. „Deshalb ist es notwendig, dass wir mit einer kurzfristigen Reform des Energieeinspeisegesetzes EEG die Voraussetzungen für einen organischen, beherrschbaren und bezahlbaren Ausbau der Photovoltaik schaffen.“

Die aktuellen Zubauraten hält Altmaier für zu hoch, da Deutschland bei diesem Tempo Ende 2020 über 90 Gigawatt Photovoltaik-Leistung verfüge, obwohl der gesamte Strombedarf an einem sonnigen Sonntagnachmittag nur bei 35 Gigawatt liege. Deshalb sei es wichtig, so Altmaier weiter, dass Bundestag und Bundesrat noch vor der Sommerpause durch eine Verabschiedung der EEG-Novelle Klarheit über die künftige Förderkulisse schaffen. Er strebe als Bundesumweltminister eine Lösung an, die von einer möglichst breiten Mehrheit mitgetragen werde. „Nicht unsere Ausbauziele waren falsch, sondern das ungeordnete Tempo des Ausbaus. Deshalb haben wir Degressionsmodelle vorgesehen, die die Förderung umso stärker kürzen, je schneller der Ausbau voranschreitet.“

Zwar sieht Altmaier seinem Gastbeitrag zufolge die Photovoltaik als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und attestiert ihr eine glänzende Zukunft. Er möchte auch, „dass die deutschen Unternehmen davon in besonderer Weise profitieren.“ Die Bundesregierung setze sich daher für leistungsstarke Unternehmen und fairen internationalen Wettbewerb ein. Schließlich sei das Überleben und der weltweite Erfolg der deutschen Solarindustrie „keine Frage von Länder- oder Brancheninteressen, sondern eine Angelegenheit von gesamtwirtschaftlicher Bedeutung für Deutschland.“ Altmaier weiter: „Deutschland wäre mit dem sprichwörtlichen Klammerbeutel gepudert, wenn wir zuließen, dass eine junge und vielversprechende Branche wie die Solarindustrie ins Abseits gedrängt würde, ausgerechnet jetzt, da die internationale Entwicklung erst richtig beginnt.“

Altmaier betont jedoch, dass das Schicksal der deutschen Photovoltaik-Industrie nicht von der Marktentwicklung in Deutschland abhänge. 2011 habe einem Weltmarktvolumen von 27.000 Megawatt eine weltweite Produktionskapazität von etwa 60.000 Megawatt gegenüber gestanden. In Deutschland könnten weder Zubau noch Fördersätze hoch genug sein, um dieses Missverhältnis auszugleichen.Regierung und Opposition hatten sich am Mittwoch im Vermittlungsausschuss nicht über die zukünftige Gestaltung der Photovoltaik-Förderung einigen können. Nächster Sitzungstermin ist der 27. Juni, bis dahin soll eine informelle Arbeitsgruppe das Thema beraten.


Quelle: Photovoltaik 2012

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Montag, 18. Juni 2012

Umsteiger meinen es ernst

Jeder vierte Deutsche sagt, er habe sich für einen Stromtarif entschieden, der Strom aus erneuerbaren Quellen liefert. Das zeigt der "Umsteiger-Report Energiewende", eine jetzt von der gemeinnützigen Change Centre Stiftung aus Meerbusch veröffentlichte Studie.  Wenn auch für Deutschland erhoben, dürften die Ergebnisse nach Einschätzung von Solarmedia in leicht abgeminderter Form auch für die Schweiz zutreffen.

Teilnehmer waren mehr als 1.000 repräsentativ befragte Bundesbürger. Vertiefend wurden über 5.500 Ökostromnutzer untersucht - das ist die aktuell größte Befragung zum Thema Ökostrom. Überraschend: Der Wechsel zu Ökostrom ist weder Mode noch Alibi zur Beruhigung des schlechten Umweltgewissens. Denn die meisten befragten Ökostromnutzer berichten von einem durchgängig ökologischen Verhalten: Sie nutzen öffentlichen Nahverkehr und Car-Sharing, kaufen saisonale und lokale Lebensmittel sowie energiesparende Haushaltsgeräte, vermeiden Einwegartikel und reduzieren ihre Haushaltsabfälle.

Für Prof. Dr. Joachim Klewes, Leiter der Change Centre Stiftung und Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sind das typische Merkmale für ein schnell wachsendes Nachfragepotential nach grünem Strom: "Am Anfang einer neuen Nachfragewelle stehen regelmäßig überzeugte Menschen mit einem konsequenten Verhaltensmuster. Wenig später folgen immer größere Bevölkerungsgruppen, für die ein durchgängiges ökologisches Verhalten aber weniger wichtig ist - ein Muster wie bei vielen anderen Innovationen."

Klewes ergänzt: "Zu einem überraschend hohen Anteil sind die befragten Ökostromkunden bereits so genannte 'Prosumer'. Sie produzieren also selbst schon erneuerbare Energie - direkt oder indirekt." So zeigt die Studie, dass fast jeder vierte Ökostromkunde Solarkollektoren für Warmwasser auf dem eigenen Hausdach nutzt. Am zweithäufigsten finden sich eigene Photovoltaik-Anlagen. Aber auch an Umweltfonds sind 17% der befragten Ökostromkonsumenten beteiligt, beinahe so häufig wie an Bürgersolar- oder Bürgerwindparks.

Die wirklichen Risiken für eine erfolgreiche Energiewende sieht Klewes deshalb weder auf der Produktions-, noch auf der Nachfrageseite, sondern in den aktuell kontrovers diskutierten Bereichen Energietransport und -speicherung. Klewes: "Unsere Studienergebnisse sprechen dafür, bisher ungenutzte Chancen von dezentralen Energiekonzepten noch genauer zu prüfen - vor allem unter stärkerer Mitwirkung der Kommunen. Hier kann es viel leichter gelingen, die Bürger zu beteiligen und Projekte insgesamt schneller zu realisieren."

Der Umsteiger-Report Energiewende zeichnet ein plastisches Bild der Ökostrom-Kunden und räumt dabei auch mit manchem Vorurteil auf. "In dieser Gruppe sind hohe Werte-Orientierung und Pragmatismus kein Widerspruch - dogmatische 'Öko-Fundamentalisten' sind die absolute Ausnahme", sagt Studienleiterin Christina Rauh. So verlangt nicht einmal jeder zehnte Befragte hohe Geldstrafen für Umweltsünder, eine Forderung, die in der Gesamtbevölkerung doppelt so häufig unterstützt wird. Stattdessen halten knapp 63% der Ökostromnutzer Steuer-vergünstigungen bei umweltgerechtem Verhalten für den besten Anreiz, um ökologisches Verhalten weiter zu fördern.

Die Studie räumt aber auch mit dem Klischee von Ökostrom als Oberschicht-Phänomen auf. Rauh: "Zwar sind auch die befragten Ökostromnutzer etwas höher gebildet und verfügen über ein größeres Haushaltseinkommen. Ein ausgefeiltes statistisches Modell zeigt aber, dass diese soziodemografischen Faktoren nicht zwangsläufig ausschlaggebend für die Entscheidung pro Ökostrom sind." Die wichtigsten Einflüsse sind vielmehr in der Vernetzung der Menschen zu finden: Je mehr Ökostromkunden in der Familie oder im Bekanntenkreis eines Menschen leben, desto wahrscheinlicher wird der eigene Wechsel. Rauh: "Andere wichtige Einflussfaktoren liegen in der Einstellung, die Energiewende nicht alleine dem Staat zu überlassen, und einem hohen Vertrauen in die Herkunft des Ökostroms."

Quellen: Sonnenseite oekonews 2012 / Change centre foundation 2012

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Samstag, 16. Juni 2012

Hochhaus in solarer Pracht

Eine selbst im europäischen Vergleich bedeutende Solar-Innovation zeigen zwei renovierte Hochhäuser in Zürich-Leimbach. Die Fassaden bestehen – neben den Fenster- und Balkonelementen – vollumfänglich aus Solarmodulen. Errichtet wurde von der Baugenossenschaft Zurlinden eine 98-Kilowatt-Anlage, die den Strombedarf der rund 500 BewohnerInnen in den 170 Wohnungen immerhin zu rund einem Drittel decken soll. 

Von der Dauerhaftigkeit der als Fassandenelement eingebauten Module mussten die Behörden allerdings erst überzeugt werden. Eigens durchgeführte Tests zeigten dann aber eine Beständigkeit und Witterungsfestigkeit weit über das geforderte Mass hinaus, so dass die Sharp-Teile nun in einer Dünnschichtversion mit einer kilometerlangen Verdrahtung den Häusern zur Zierde gereichen (derzeit ist nach Fertigstellung des ersten Turms der zweite im Umbau). Das rechnet sich nach Auskunft der Bauherren, der Unternehmergenossenschaft Zurlinden, auch deshalb, weil trotz der millionenteuren Verkabelung die Module an sich pro Quadratmeter Fläche kaum teurer sind als eine Metallfassade (rund 150 bis 170 Franken). Den Befürchtungen, eine solche Installation setze die BewohnerInnen einem dauerhaft intensiven Elektrosmog aus, begegnete man mit der Anordnung der Wechselrichter in den Velokellern. So wird über die Kabel und entlang der Balkone der in den Modulen erzeugte Gleichstrom, der weit gehend smogfrei ist, an den Wohneinheiten vorbei geleitet – und der Elektrosmog erzeugende Wechselstrom erst in den Umwandlungseinrichtungen erzeugt und dann direkt ins Stromnetz eingespiesen. Erstaunlich auch, dass die Module an allen vier Fassaden, also auch nordwärts gerichtet, abgebracht wurden. Und selbst in dieser der Sonne abgewandten Fassade, entsteht nach ersten Messungen rund zehn Prozent des total erzeugten Stroms. Das ist wohl auch der besonderen Technik der Dünnschichtmodule zu verdanken, die ein besseres Schwachlichtverhalten als kristalline Module aufweisen – also schon Licht ohne direkte Sonneneinstrahlung in Elektrizität umzuwandeln vermögen.

Eine gelungene Renovation stellen die 17 und 19 Stockwerke hohen Häuser aber auch dank der Finanzierung, einer neuen Raumaufteilung und der Erweiterung der Wohnfläche um rund zehn Prozent dar. Die erzielbaren höheren Mieteinnahmen dienen dazu, die Kosten des Umbaus (36,5 Millionen Franken) zu decken. Die Solaranlage ist wegen ihrer Fassadenintegration in  diesen enthalten, ebenso die weit gehenden Energiesparmassnahmen. Sie führen zu einer Minderung des Energieaufwands für die zuvor kaum gedämmten 70er-Jahr-Bauten um bis zu 80 Prozent – was für die MieterInnen zu einer wesentlichen Senkung der Nebenkosten führt und die um rund einen Drittel gestiegenen Mieten verkraftbarer macht. Obwohl keine Bewohnergenossenschaft (Teilhaber sind nur die rund 50 beteiligten Unternehmer), untersteht die Institution Zurlinden den Vorschriften des gemeinnützigen Wohnungsbaus und darf nur eine Kostenmiete verlangen – sie trachtete danach, allen bisherigen MieterInnen den Verbleib in den Wohnungen zu ermöglichen.

In intensiver Auseinandersetzung und bereits zu einem frühen Zeitpunkt wurden alle Betroffenen in das Umbauprojekt einbezogen – wer wollte, konnte sogar während des Umbaus in der angestammten Wohnung verbleiben. Und die Flächenerweiterung erfolgte im Wesentlichen dank des Anbaus einer neuen Küche anstelle der früheren Balkone. Trotzdem verfügen auch die renovierten Wohneinheiten wieder über einen solche – der die Fassade mit den dunklen Modulelementen auf angenehme Art auflockert.

© Text und Bilder: Solarmedia

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Freitag, 15. Juni 2012

CH-Firmen gewinnen Preise

Zum fünften Mal  wurde der Intersolar AWARD auf der weltweit größten Fachmesse der Solarwirtschaft Intersolar Europe in München verliehen. Der internationale Preis der Solarwirtschaft würdigt Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen „Photovoltaik“ und „Solarthermie“ sowie der Kategorie „PV Produktionstechnik“ und ging in diesem Jahr auch an zwei Schweizer Solarfirmen. 

Die Pasan SA, Neuchâtel/Schweiz hat mit dem „SpotLIGHT 1sec“ einen Solarzellentester entwickelt, der sich durch sehr hohe Messgeschwindigkeit bei größtmöglicher Messpräzision auszeichnet. Seine geringen Kosten sollen in Zukunft zur Erreichung der Netzparität beitragen. Die Jury lobte das patentierte Kontaktsystem, das sich durch geringe Stillstandzeiten, vereinfachte Instandhaltung und eine Zykluszeit von einer Sekunde auszeichnet. Weitere Vorteile sind der wartungsfreundliche Aufbau, die extrem lange Lebensdauer und die Solarzellen schonenden Kontaktierungskräfte. Der Flachkollektor „MT-Power“ der TVP Solar SA, Genf/Schweiz, ist ein weiterer Award-Winner und zeichnet sich durch eine besonders hohe thermische Leistung aus.

Insgesamt nutzten in diesem Jahr 93 Unternehmen aus 15 verschiedenen Ländern die Gelegenheit, um sich für den Intersolar AWARD zu bewerben. Aus der Gruppe der nominierten Unternehmen kürte eine unabhängige Fachjury von Experten aus Forschung, Wissenschaft, Industrie und Fachmedien jeweils drei Gewinner pro Sparte. Einhergehend mit der weltweit wachsenden Vernetzung der Solarbranche hat die Intersolar Europe den Kreis der Teilnahmeberechtigten in diesem Jahr erneut erweitert.

Erstmals waren neben den Ausstellern der Intersolar Europe in München, der Intersolar North America in San Francisco und der Intersolar India in Mumbai auch die Aussteller der Intersolar China in Peking eingeladen, ihre Bewerbungsunterlagen einzureichen. Durch diese Neuerung wächst die Anzahl der Teilnahmeberechtigten auf über 3.500 Unternehmen. Damit ist der Intersolar AWARD der internationalste Preis der Solarwirtschaft und deckt nicht nur das gesamte Spektrum der Technologien ab, sondern repräsentiert auch die Vielfältigkeit und Individualität der einzelnen Märkte.

Geehrt wurde des weiteren unter anderem die MBJ Services GmbH, Hamburg. Sie hat das „Mobile PV Testcenter“ zur Prüfung der Leistungsfähigkeit von PV-Modulen entwickelt. Die Lösung kombiniert erstmals verschiedene Messmethoden für Solarmodule, wie die Aufnahme der Strom- und Spannungskennlinie, Elektrolumineszenz- und Infrarotaufnahmen. Überzeugt hatte die Jury die hohe Testgeschwindigkeit des Geräts und seine flexible Anwendbarkeit vor Ort: Das für den harten Feldeinsatz konzipierte Testcenter hat nur einen geringen Energiebedarf und kann bis zu 18 Solarmodule in der Stunde testen.

Die Firma SolarEdge Technologies GmbH, Grasbrunn, hat ihren Leistungsoptimierer für Solarmodule weiterentwickelt. Der „3rd Generation Power Optimizer“ maximiert den Energieertrag jedes einzelnen Moduls, indem er das Verhältnis von Spannung und Leistung auf das jeweils aktuelle Optimum regelt (MPPT/Maximum Power Point Tracking) und ist erstmals mit allen marktgängigen Wechselrichtern kompatibel. Dank der innovativen Technologie „IndOP“ benötigt der Leistungsoptimierer bei der Arbeit mit Wechselrichtern anderer Hersteller keine zusätzliche Schnittstelle mehr. Überzeugt hatten die Jury zudem der gesteigerte Wirkungsgrad des Optimierers und der geringe Leistungsverlust bei der Anwendung in älteren PV-Anlagen.

Die Firma Solon Corporation, Tucson/USA, ist ein international tätiger Hersteller von Solarmodulen, der sich auf schlüsselfertige Lösungen spezialisiert hat. Bei ihrem Flachdach-Montagesystem „SOLON SOLquick“ verwendet Solon rahmenlose Module. Das materialsparende Verfahren ermöglicht es, die Module gut geschützt zu transportieren und zu installieren. Die Halterung ist bereits ab Werk in das Solarmodul integriert. Die Module eignen sich für die Montage auf verschiedenen Dacharten — selbststabilisierend, mit Ballast oder mit Durchdringung der Dachhaut und erfordern keine Erdung, da kein Metall verwendet wird.

Der Firma Soltigua – Laterizi Gambettola SRL, Gambettola/Italien, ist mit der Entwicklung des Parabolrinnenkollektors „PTMx“ erstmals der Einsatz eines kostengünstigen und hocheffektiven Dünnglasspiegels gelungen. Das parabolisch gebogene Glas weist ein hohes Reflektionsvermögen sowie eine hohe Abrasions- und Wetterbeständigkeit auf. Beeindruckt zeigte sich die Jury von dem besonderen Wirkungsgrad und der hohen Wirtschaftlichkeit der Lösung. Tigi Ltd., Petah Tikva/Israel hat mit dem „Honeycomb Collector“ ein System für einen passiven Überhitzungsschutz auf Kollektorebene entwickelt. Mit dem neuen System lassen sich eine maximale Absorber-Temperatur und zugleich eine langfristige Sicherung der Kollektorstabilität erreichen. 

Quelle: Intersolar

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«Power to Gas» für's Speichern

Vor einem Jahr hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft die Strategieplattform Power to Gas initiiert, um die Nutzbarmachung der Speicheroption voranzubringen. Diese Woche wurden nun auf einer Konferenz in Berlin erste zentrale Ergebnisse vorgestellt. 

Die Erkenntnisse zu Technologieentwicklung, Wirtschaftlichkeit und Standortfaktoren zeigen Power to Gas als aussichtsreiche Option, um Strom bei Bedarf über längere Zeiträume zu speichern. Gleichzeitig besteht umfassender Forschungs- und Entwicklungsbedarf. „Wenn in Zukunft erneuerbare Energien die Stromversorgung dominieren, müssen große Mengen Strom langfristig gespeichert werden, um längere Perioden mit wenig Wind und Sonne zu überbrücken“, betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Damit die Energiewende gelingt, müssen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die entsprechenden Speichertechnologien wie Power to Gas auch zur Verfügung stehen, wenn wir sie brauchen.“ 

Power to Gas ist eine Speichertechnologie, um erneuerbare Energien in das Energiesystem zu integrieren. Dabei wird überschüssiger Strom, zum Beispiel aus Windkraftanlagen, dazu genutzt, um im Elektrolyseverfahren aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. Unter Zugabe von Kohlendioxid kann der Wasserstoff in einem zweiten Schritt zu Methangas weiterverarbeitet werden. Das synthetisch erzeugte Erdgas oder auch der Wasserstoff können in der bestehenden Erdgasinfrastruktur langfristig gespeichert und vielfältig verwendet werden – zur Erzeugung von Strom und Wärme oder als Kraftstoff. 

Im Rahmen der Konferenz wurden die zentralen Erkenntnisse der Strategieplattform zu Technologieentwicklung, Wirtschaftlichkeit und Standortfaktoren präsentiert. Gleichzeitig wurde eine Erzeugungspfadanalyse des Projekts vorgestellt, die Energieflüsse, Kosten, Wirkungsgrade und CO2-Emissionen des Power-to-Gas-Konzepts in den Anwendungsbereichen Stromerzeugung, Mobilität und Industrie aufzeigt und Standortfaktoren für Anlagen untersucht. Die Ergebnisse der Strategieplattform wurden außerdem in einer Roadmap zusammengefasst und im Rahmen der Konferenz zur Diskussion gestellt. 

Die Konferenz zeigte hohes Interesse der energiewirtschaftlichen Akteure an der Systemlösung Power to Gas. Zentrale Ergebnisse sind zum einen die Forderung nach weiterführenden Studien zum Speicherbedarf im Zuge der Energiewende und zur Verbesserung von Marktmechanismen, Investitions- und Rahmenbedingungen für Langzeitspeicher, um einen Einsatz auch in großem Maßstab zu realisieren. Dabei müssen die Entwicklungen auf dem europäischen Strommarkt und die Wechselwirkungen im gesamten Energiesystem berücksichtigt werden. Zum anderen sollten die zur Verfügung stehenden Verfahren zur Erzeugung und Nutzung von Speichergas in Pilot- und in Demonstrationsanlagen weiter erprobt und optimiert werden. 

Die dena-Strategieplattform Power to Gas bündelt branchenübergreifend Erkenntnisse im Themenfeld und macht diese über die zentrale Internetplattform nutzbar. Die Informationen sind abrufbar unter www.powertogas.info.

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Donnerstag, 14. Juni 2012

Juwi: PV zentral für Wende

Der deutsche Anlagenprojektiere Juwi ist in vielerlei Hinsicht ein spezielles Unternehmen. So wuchs die Belegschaft innert weniger Jahre auf über 1000 Mitarbeitende - die ihre Firma regelmässig zu einem der beste Arbeitgeber des Landes küren. Und die Juwi-Verantwortlichen reden immer wieder Klartext, wenn es um die nötige Energiewende geht - so auch in ihrer Stellungnahme zum Beginn der Intersolar-Fachmesse in München (siehe Solarmedia vom 13. Juni 2012). 

„Die Solarenergie (Photovoltaik = PV)  ist sehr viel günstiger als ihr Ruf und trägt in den Frühlings- und Sommermonaten schon heute einen Großteilder Spitzenlast. Wenn wir die Energiewende schaffen möchten, ist ein zügigerAusbau der Photovoltaik bundesweit eine Grundvoraussetzung“, betont Herbert Muders, Deutschland-Geschäftsführer der juwi Solar GmbH. Deshalb hält die juwi Solar GmbH auch in den aktuell schwierigen Zeiten am deutschen Solarmarkt fest. In den norddeutschen Bundesländern werden bis Mitte diesen Jahres mehrere Großprojekte realisiert. Zeitgleich setzt das Unternehmen auf neue Konzepte und eine weitere Internationalisierung seines Geschäftes. Auf der Intersolar präsentiert sich der Projektentwickler in der Halle B5, Stand 220.

Ebenfalls ausgezeichnet hat sich Juwi mit seinem Firmenhauptsitz in Wörrstadt, der als energiesparendes Gebäude ausgezeichnet wurde.








Im Mai haben die deutschen Solaranlagen ein neues Leistungsniveau erreicht. Schon um neun Uhr morgens schafften sie 10.000 Megawatt. Diese Leistung ersetzte rund 20 teure und klimaschädliche Steinkohlekraftwerke. Um die Mittagszeit betrug die Leistung sogar über 20.000 Megawatt – das ersparte unserem Klima den Kohledioxidausstoß aus rund 40 großen Steinkohlekraftwerken. Herbert Muders erklärt: „Die deutsche Solarenergie ersetzt damit konventionelle Spitzenlastkraftwerke. Diese müssen teilweise nur noch zwei Drittel der Spitzenlast erbringen.“

Dank sehr verlässlicher Wetterprognosen könnten Solarkraftwerke sehr gut in die sich verändernde Energiewirtschaft eingeplant werden. Trotz immer wieder auffrischendem Gegenwind aus Berlin und Brüssel setzt die juwi Solar GmbH weiterhin auch auf den deutschen Markt und bringt in diesem Jahr einige „Billigmacher“ der Solarenergie ans Netz: Große Photovoltaik-Freiflächenanlagen. So entstehen beispielsweise in Ronneburg bei Gera und in Elmenhorst im Osten Hamburgs große Solarparks. In Ronneburg wurde früher Uran abgebaut, nun realisiert juwi hier den größten Solarpark Thüringens. Die Anlage wird jährlich rund 19 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren und spart dem Klima damit rund 13.600 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.

Auch in Elmenhorst findet Altes eine neue Verwendung: Auf dem Gebiet einer ehemaligen Bundeswehrkaserne entsteht nun der zweitgrößte Solarpark Schleswig-Holsteins. Mit einer Leistung von 23 Megawatt wird der Solarpark Elmenhorst ab Mitte des Jahres 7.700 Haushalte mit sauberen Strom versorgen. Muders sagt: „Früher wurden hier junge Menschen militärisch ausgebildet, um den Frieden zu sichern. Nun leistet die Photovoltaik auf dem Gelände einen Beitrag mit dem gleichen Ziel, denn viele Kriege werden um Ressourcen geführt und hier machen uns die erneuerbaren Energien unabhängiger.“ Mitte Mai hatte juwi mit dem Solarpark in Georgsdorf bei Osnabrück (Leistung 25 Megawatt) die größte PhotovoltaikFreiflächenanlage in Niedersachsen eingeweiht. Für diese großen Solarparks übernimmt die juwi Management GmbH die technische und kaufmännische Betriebsführung. „Die juwi Management bietet ihre Expertise aber allen Betreibern von Solar- und Windenergie-Anlagen am Markt an“, ergänzt Management-Geschäftsführer Thomas Albrecht.

Deutschland-Geschäftsführer Muders betont: „Für juwi sind Freiflächenanlagen ein wichtiger Baustein für eine bezahlbare Energiewende. Denn gerade sie haben in den vergangenen Jahren stark dazu beigetragen, die Preise für Solarenergie zu senken, da sie beispielsweise die Komponentenpreise drücken. Wurden Freiflächenanlagen 2004 noch mit etwa 57,4 Cent pro Kilowattstunde vergütet, so sind es heute nur noch 13,5 Cent. In wenigen Jahren hat die Solarbranche einen enormen Sprung getan.“

Die juwi Solar GmbH setzt aber nicht nur auf Solarparks, sondern auch auf Dachanlagen. Im hessischen Bad Hersfeld hat das Unternehmen Ende vergangenen Jahres eine der größten Aufdachanlagen Deutschlands in Betrieb genommen. Bei einer Leistung von 3,1 Megawatt nimmt die Solaranlage eine Fläche von 85.000 Quadratmetern ein – das entspricht in etwa der Größe von zwölf Fußballfeldern. 775 Drei-Personen-Haushalte kann sie mit Strom versorgen. „Inzwischen wird der Solarstrom aus Dachanlagen mit rund 16 Cent vergütet. Der Haushaltsstrompreis liegt dagegen bei 24 Cent pro Kilowattstunde“, sagt Herbert Muders.

„Das hat Auswirkungen auf den Markt. Für Betreiber von Dachanlagen muss nicht mehr das Geld verdienen im Vordergrund stehen, sondern das Geld sparen. Damit werden Dachanlagen für die Industrie, aber auch für Privatkunden immer attraktiver. Sie nutzen den Solarstrom mit Hilfe von Speichermöglichkeiten nun selbst. Dazu bietet juwi künftig einen neuen Batteriespeicher an, der tagsüber mit Solarstrom geladen wird. Sobald die eigene PV-Anlage die Eigenversorgung des Hauses nicht mehr übernehmen kann, übernimmt das Speichersystem die Versorgung des Hauses. Günstiger Solarstrom wird so auch abends und nachts genutzt.“

Auch im Ausland stößt die Photovoltaik auf Interesse der Industrie. In der Nähe der chilenischen Stadt Vicuña realisieren juwi und die chilenische Ingenieurfirma Kaltemp gemeinsam die größte Solaranlage Chiles. Rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago liefert sie sauberen Strom für die Bewässerungsanlage einer Clementinen- und Avocadoplantage und hat eine Gesamtleistung von 1.200 Kilowatt. Lars Falck, Geschäftsführer der juwi Solar GmbH, sagt: „Seit der Intersolar 2011 haben wir unsere Internationalisierung weiter voran getrieben und haben nun auch Niederlassungen in Bulgarien und Singapur. Mit insgesamt 14 Auslandsniederlassungen und Aktivitäten auf verschiedenen Märkten sind wir breit aufgestellt und für die Zukunft gut gerüstet.“
Außerhalb Deutschlands ist juwi zudem im Bereich der netzfernen Stromversorgung mit so genannten Off-Grid-Systemen tätig. Die Schwerpunkte legt das Unternehmen hier auf den Kontinent Afrika sowie auf Lateinamerika.

Quelle: Juwi

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