Montag, 22. Mai 2017

Danach: Der Blick in die Medien

«Solar contra Atom – das ist die entscheidende Frage!» stellte Solarmedia vor Wochenfrist in einem viel beachteten Blogtext fest. Nun wissen wir es: Die Zukunft ist solar – eine deutliche Mehrheit der Stimmenden hat so entschieden. Doch wie reagieren die  Printmedien, die längst nicht so eindeutig hinter der Energievorlage standen. 

Der «Blick» hielt der Energiewende schon vor der
Abstimmung die Stange - und feiert nun eine der
grossen SiegerInnen - ganz gross.
Den Vogel abgeschossen hat in der Diskussion zur Abstimmung wohl die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Sie schwenkte von einer distanziert wohlwollenden Einschätzung der Energiestrategie auf völliges Kontra – was im bemerkenswerten Meinungsbeitrag des früheren Chefs des NZZ-Wirtschaftsressorts Gerhard Schwarz gipfelte: Er geisselte die Vorlage als ein «planwirtschaftliches Monster». Und bewies damit eigentlich nur, dass er weder von Ordnungspolitik noch der aktuellen politischen Diskussion eine Ahnung hat. Wie nun kommentiert die Alte Dame (zu der sich die Zeitung unter der neuen Chefredaktion rückentwickelt hat) den Abstimmungsausgang? 

Unter dem Titel «Die Energie-Lobbyisten haben gewonnen», schreibt die NZZ nach der Abstimmung: «Das deutlich angenommene Energiegesetz macht das Energiesystem der Schweiz teurer, weniger versorgungssicher und auch nicht umweltfreundlicher. Die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet.» Und mit dem Sieg der Vorlage habe man eigentlich rechnen müssen, weil « die Schweizer Stimmbürger und Stimmbürgerinnen den raffinierten Schalmeienklängen der breit abgestützten Phalanx der Profiteure erlagen». Man kann aber auch das positiv sehen (wie das Solarmedia in diesem Falle tut) – denn für einmal haben die sonst finanziell und oft auch knowhow-mässig unterlegenen Organisationen der Zivilgesellschaft ganze Arbeit geleistet. Das lässt weiteren Abstimmungskämpfen eigentlich frohgemut entgegenblicken. 

Quasi das Gegenstück zum NZZ-Fundamentalismus bildete – man höre und staune – die Boulevard-Zeitung Blick. Sie informierte vorgängig flächendeckend und durchaus ausgewogen und brachte unter anderem ein bemerkenswertes Streitgespräch zwischen dem Energieexperten Anton Gunzinger und dem sonnigen Ex-SVP-Präsidenten Toni Brunner. Sonnig vor allem auch deshalb, weil auch der Blick noch kurz vor der Abstimmung bekannt machte, dass Brunner zwar mit teils abstrusen Argumenten gegen die Energiestrategie votierte, zuhause gleichzeitig aber und mit einem Bundeszuschuss von (mindestens) 5000 Franken eine Solaranlage auf das Dach seiner Beiz montieren lässt. Heute im Blick strahlt nun jemand anderes sonnig – die Energieministerin Doris Leuthard. «Geliebt, geachtet und gefürchtet» titelt das Blatt zum grössten Erfolg ihrer eh schon bemerkenswerten Politkarriere – und ihres eindrücklichen Wandels von der Atombefürworterin zur Wegbereiterin von Energiewende und Ausstieg aus der Atomenergie. 

In die Zukunft blickt bereits der Tages-Anzeiger, und das ist ja nach allem Gesagten auch wohltuend: «Nach dem Ja zum Energiegesetz fordern Mitte-links-Politiker schärfere AKW-Abschaltregeln. Die Bürgerlichen wollen dagegen mit einem Kniff die Atomkraft retten.» Die Auseinandersetzungen gehen also unvermindert weiter – aber die Energiestrategie hat einen wichtigen Schritt getan.

© Text und Bild:   Solarmedia

Sonntag, 21. Mai 2017

Vor allem Ja zu Solarenergie


Was haben die Gegner der Energiestrategie anlässlich ihres Referendums gegen das Energiegesetz nicht alles gelogen und Fakten gebogen. Es hat ihnen alles nichts genutzt – und zugespitzt gesagt: Die Sonne hat gewonnen! Der abschliessende Kommentar des Solarmedia-Autors Guntram Rehsche. 

Sechs bis zehn Millionen dürften die Gegner ausgegeben haben – wie immer bewahren diese politischen Kreise Stillschweigen zu ihren Ausgaben. Das Geld stammt wohl aus den Kreisen Blocher, Frey (Autoimporteur), Aegerter (Milliardärsfamilie). Doch für einmal hat es nicht gereicht - der «Kartoffelsack» Anti-Energiestrategie wurde nicht zum Leitmass  der künftigen Energiepolitik. Das ist zweifellos der jahrelangen Arbeit einschlägiger Kreise aus Umweltorganisationen und Wirtschaft zu verdanken. Und, das sei nicht verschwiegen: den rund zweieinhalb Millionen, die die Befürworterseite erklärtermassen auch für ihre Politarbeit zur Verfügung hatte. 

Eine Potenzialstudie zeigt klar, 50% Solarstrom sind möglich (siehe auch hier) - zusammen mit Wasserkraft reicht das, um die Wende zu stemmen, so oder so! Ein Richtungsstreit endet mit einem JA für die Ewigkeit: 2009 zusammen mit der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) lancierte ich den Blog - im festen Glauben, das müsste doch was werden, aufbauend auf den Einsichten des deutschen Parlamentariers Hermann Scheer. Der starb leider bald danach, aber der Siegeszug der Erneuerbaren und der Sonne begann da gerade erst. Heute stehen wir mit Speichern an ähnlichem Punkt, und was heute schon am frühen Morgen galt (siehe Bild oben) - ein Sonnenaufgang am Sonntag wurde zum Tag der Sonne!

© Text und Bild:   Solarmedia

Breaking News: Ja zur ES2050

Das waren die spannenden Stationen des Abstimmungssonntags :

17.30  -  In der Parteipräsidentenrunde in Fernsehen SRF 1 fielen zum Ausgang der Abstimmung über das neue Energiegesetz unter anderem interessante Voten, etwa von:
  • Albert Rösti (SVP),  Verlierer des Tages: «Es gilt Niederlage zu anerkennen - aber das Referendum war nicht falsch, weil eine intensive Diskussion stattfand.» Ohne Referendum hätte man Kosten nie so intensiv diskutiert - wichtig war, dass Bevölkerung Stellung nehmen konnte.
  • Roger Nordmann (SP) anerkannte die gute Rolle von Bundesrätin Leuthard und betonte den Kompromisscharakter der Vorlage. Anerkannte ebenso die gute Debatte, kritisierte aber die Fake News der Gegenseite. Inhaltlich hatte SVP demnach keinen Plan B im Falle einer Ablehnung des Gesetzes, was den Ausschlag gegeben habe. 
  • CVP-Präsident Gerhard Pfister zeigte sich froh über die Abstimmungsdebatten - und das Ja zu geordnetem Ausstieg aus Atomkraft, zu mehr Effizienz und zum Potential der Erneuerbaren. «Wir müssen auf Erneuerbare setzen.»
  • FdP-Präsidentin Petra Gössi: «Das war ein Richtungsentscheid, wo es um sinnvollen Ersatz der 40 Prozent Atomenergie geht, deutlicher Entscheid, aber Diskussionen gehen weiter.» Ob sie eine CO2-Abgabe auf Dreckstrom aus dem Ausland wolle? Ja von Gössi - dem stimmten dann alle zu ausser Rösti.
Und die Stellungnahme der siegreichen und federführenden Energieministerin, Bundesrätin Doris Leuthard (sie hatte zusammen mit einem damals von Frauen dominierten Bundesrat im Jahr 2011 die Energiewende eingeleitet): «Das Knowhow ist da. Machen wir uns auf, das Potential zu nutzen».

16.55  -  Matchentscheidend in der Energieabstimmung war wohl, dass auch ein grosser Teil der Wirtschaft mit an Bord der Befürworter war. Deren Organisationen liessen sich wie folgt vernehmen:
  • Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050: «Die Schweizer Bevölkerung hat sich für eine Neuausrichtung in der Energieversorgung entschieden. Ein modernes, zuverlässiges und nachhaltiges Energiesystem wird die Schweiz in die Zukunft führen. Damit ist der Richtungsentscheid gefallen. Die Zeiten grosser Unsicherheiten haben ein Ende. Die Schweizer Wirtschaft erhält endlich wieder verlässliche Rahmenbedingungen.»
  • AEE (Dachorganisation der Wirtschaft für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien): «Die Schweiz wird den bereits begonnenen Umbau des Energiesystems nun konsequent weitertreiben. Sie wird auch definitiv aus der gefährlichen und veralteten Atomtechnologie aussteigen und die fatalen Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern aus dem Ausland langfristig zurückfahren.»
  • Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen:
    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) ist erfreut über das Ja der Schweizer Bevölkerung zur Energiestrategie 2050. Die Strategie ist ein klares Benntnis zu erneuerbaren Energien wie der Schweizer Wasserkraft, dem Rückgrat unserer Stromproduktion. Die ES2050 bildet zudem einen
    soliden Rechtsrahmen für den Umbau des Energiesystems. Wichtige Branchenanliegen wurden berücksichti
    Greenpeace schliesslich meint als weitere Umweltorganisation (WWF siehe unten) unter anderem: «Ein historischer Tag, denn die Schweiz wird nun mit der Energiewende entschieden vorwärts machen. Nun erwartet uns ein echter «Energie-Triathlon» mit folgenden Disziplinen: Atomausstieg, Erneuerbare und Energieeffizienz. Eine wichtige Hürde ist genommen und wir werden uns weiterhin energisch dafür einsetzen, dass wir gemeinsam ans Klimaziel kommen.» 
16.35h -  Unterdessen ist klar, das neue Energiegesetz wurde mit 58 Prozent der Stimmenden angenommen - auch die grosse Mehrheit der Kantone stimmte zu, nur vier Stände waren dagegen. Das ist angesichts der massiven Gegenpropaganda kurz vor der Abstimmung eine Sensation, die sogar bereits im Ausland wahrgenommen wurde. So schreibt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) unter anderem: «Das Ergebnis des Volksentscheids ist eindeutig: Die Schweizer wollen keine Atomkraftwerke mehr. 58,2 Prozent der Eidgenossen votierten für ein neues Energiegesetz. Das neue Energiegesetz verschärft auch die Richtwerte für den CO2-Ausstoß von Autos und erhöht Fördergelder für erneuerbare Energien. Die Sanierung bestehender Gebäude für mehr Energieeffizienz soll auch gefördert werden. Finanziert wird das teilweise durch Zusatzabgaben der Stromkunden».

15h  -  Der Kanton Zürich stimmt dem Energiegesetz (Energiestrategie2050) zu mit 58 Prozent, der Tessin mit deren 56 - und der Rekord stammt aus der Waadt mit 73 Prozent. Dort ist einer der Protagonisten der Energiewende zuhause, SP-Nationalrat Roger Nordmann, der auch Swissolar, den Fachverband der Solarenergie, präsidiert. Es fehlt nur noch der Kanton Bern und es ist klar, die Zustimmung ist sehr breit, überraschend breit. Die Stimmbeteiligung wird gemäss Hochrechnung voraussichtlich 43 Prozent betragen, leicht unterdurchschnittlich, aber bei nur einer Abstimmungsvorlage verwundert das nicht.

13.50h  -  Ohne Worte:

13.32h  -   Ja-Anteile teilweise sehr hoch - am höchsten im Kanton Neuenburg, wo wohlgemerkt viele Windräder stehen! Und nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Kantone ist es klar, nach Kantonen steht es zugunsten des Energiegesetzes 11 zu 4.

13.30h  -  WWF und SES nehmen Stellung, der WWF meint: Dieses Ja ist ein Meilenstein in der Schweizer Energiepolitik. Damit treiben wir die Energiewende voran. Damit investieren wir in eine saubere Zukunft – auch für unsere nachfolgenden Generationen. Und die Schweizerische Energie-Stiftung schreibt in einer Medienmitteilung:  Eine Mehrheit der Bevölkerung hat sich heute für mehr Energieeffizienz, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen und damit auch für mehr Klimaschutz ausgesprochen. «Mit diesem Richtungsentscheid wurden die Weichen in Richtung Energiewende gestellt. Die Energieversorgung der Schweiz bekommt damit mehr Planungs- und Investitionssicherheit», so die Einschätzung von Florian Brunner, SES-Projektleiter «Ja zur Energiestrategie 2050». 

13.20h - Die Zürcher Nationalrätin Doris Fiala meint auf SRF 1 als doppelte Verliererin (sie war gegen die Vorlage und gegen die eigene FdP-Partei): «Man kann auch untergehen».... wie recht sie für einmal doch hat! Versorgungssicherheit sieht Fiala - die gern Zürcher Stadträtin würde (aber bitte nicht zuständig für Energie und Umwelt!) - als grosse Krux, woher den Strom nehmen im Winter. Nur: Wir sassen auch bisher nicht im Dunklen.

13.10h  -  So zeigt sich das Bild von SRF:

13h - Erste offizielle Hochrechnung: 58 Prozent Ja - ein grosser Erfolg!!! Das sagt die erste, nunmehr offizielle Hochrechnung - und Claude Longchamp weist als Verantwortlicher für die Hochrechnung im Schweizer Fernsehen auf Deutlichkeit dieses Erbgebnisses hin, wurden doch Abstimmungen in jüngster Zeit häufig mit nur minimen Mehrheiten entschieden. Sieben Kantone haben bereits Ja gesagt, nur deren drei Nein!

12.55h  -  Das sagt der Blick: Zürich, Genf und Basel-Stadt sagen Ja zur Energiestrategie. Hält der Trend an, wird der Bau neuer Atomkraftwerke verboten und die erneuerbaren Energien werden stärker gefördert. Neidlos muss man zugestehen: BLICK hält Sie auf dem Laufenden.
   
12.43h  - Erstes Siegerinterview auf SRF
Bereits nahmen in TV SRF1 die Sieger der Abstsimmung Stellung -
WWF-GL Vellacott (links) und NR Müller-Altermatt -
Bild - Screenshot: Guntram Rehsche

12.32h  - Auch provisorische Hochrechnung von Schweizer Fernsehen kommt auf ein Ja. Claude Longchamp rechnet mit 55 Prozent +. Sogar Kanton Nidwalden sagt knapp Ja; Glarus hingegen Nein mit nur 43 % Ja; Appenzell sagt Ja! Und besonders deutlich der Kanton Luzern mit 59% - sensationell!

12.16h -  Kaum sind die Abstimmungslokale geschlossen, deuten erste Trendmeldungen auf grosse Zustimmung in grossen Kantonen zum Energie-Gesetz - und ein kleiner Kanton aus der Innerschweiz (Nidwalden) hat schon definitiv JA gesagt - siehe auch Blick.ch

©   Solarmedia

Donnerstag, 18. Mai 2017

Der letzte Aufruf !

Lassen wir die Stossrichtung des Energiegesetzes nochmals Revue passieren: Erneuerbare Energien sind zu fördern - aber nur zeitlich befristet mit begrenzten Investitionszuschüssen. Energieeffizienz steht im Vordergrund - als Richtwert die Senkung des Energieverbrauchs (pro Kopf), die bereits eingeleitet ist und noch über ein riesiges Potential verfügt (Stromspargeräte, Hauswärme). Auf Atomkraft aus neuen Werken wird verzichtet - die ganze freie Welt macht diesen ökonomisch gut begründeten Schritt - der sich aber auch wegen des weiter vorhandenen Gefahrenpotentials aufdrängt. Was bitte ist mit gesundem Menschenverstand gegen ein Gesetz mit solchen Absichten einzuwenden? Aus Sicht unserer Nachfahren sicherlich nichts! Guntram Rehsche

Mittwoch, 17. Mai 2017

Reaktor-Konzepte irreal

Eine umfassende Studie des Öko-Instituts Darmstadt, die im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung SES erstellt wurde, zeigt: «Neue» Reaktorkonzepte wie beispielsweise der Thorium-Flüssigsalzreaktor weisen noch einen massiven Forschungsbedarf auf und werden in den nächsten Jahrzehnten nicht kommerziell verfügbar sein. Eine Einführung in der Schweiz in den nächsten 50 Jahren ist illusorisch. 

Das Öko-Institut Darmstadt hat in seiner Studie «Neue Reaktorkonzepte» eine umfassende Übersicht zum Stand der Forschung an Reaktorkonzepten wie dem Thorium-Flüssigsalzreaktor, dem schnellen Brüter oder kleinen modularen Reaktorkonzepten erarbeitet. Die Studie zeigt: Die Konzepte befinden sich nach wie vor im Status einer frühen Konzeptentwicklung. Trotz Milliardeninvestitionen in verschiedenen Ländern hinken die Forschungsprogramme ihren eigenen Entwicklungsabsichten grösstenteils hinterher.

Bestehende Probleme nicht gelöst
Die Probleme der konventionellen Druck- und Siedewasserreaktoren (Sicherheit, fehlende Wirtschaftlichkeit, radioaktive Abfälle und Proliferationsgefahr) konnten bisher in keinem der alternativen Konzepte befriedigend gelöst werden. So steht der Nachweis der Umsetzbarkeit eines höheren Sicherheitsniveaus in einem konkreten Design weiterhin aus. Bezüglich der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit im Vergleich zu den heutigen Reaktordesigns bestehen grosse Fragezeichen.

Alternative Brennstoffe sind kein Allerheilmittel
Dasselbe gilt auch für das als alternativer Brennstoff gehandelte Thorium: Gemäss aktuellem Forschungsstand sind weitere, intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit entsprechendem milliardenschweren finanziellem Engagement über mindesten ein bis zwei Jahrzehnte erforderlich. Und auch Thorium birgt die Gefahr, dass es nach seiner Umwandlung in Uran-233 in Atombomben zum Einsatz gelangen kann.

Keine Alternative für anstehende Probleme
In der Schweiz wird derzeit im Rahmen der Energiestrategie 2050 über die Ablösung des Atomstroms in den kommenden zwei Jahrzehnten diskutiert. Nils Epprecht, SES-Projektleiter Strom&Atom, schliesst aus den Ergebnissen der Studie: «Selbst mit einer neuen Atom-Wundertechnologie: Der Zeitbedarf für Forschung, Zulassung, Bewilligung und Bau würde eine Inbetriebnahme in der Schweiz in frühestens 50 Jahren absehbar machen.» Das sei schlicht viel zu spät. «Wenn die Schweiz keine verstärkte Import-Strategie fahren will, müssen wir jetzt die Förderung von Energieeffizienz und einheimischen erneuerbaren Energien an die Hand nehmen.»


Dienstag, 16. Mai 2017

Für kraftvolles JA zur Sonne


Das machte ich noch nie - und werde es wohl auch nicht mehr tun: Ich schrieb alle meine Mail-Kontakte an und bat um Stimmabgabe zum neuen Energiegesetz - natürlich mit einem kräftigen JA. Noch heute Dienstag ist briefliche Stimmabgabe möglich - ab dann nur noch in den  Wahllokalen bis Sonntagmittag.

Hier zur Erinnerung wichtige Vorteile der Energiestrategie 2050, die im Energiegesetz ihren Ausdruck finden - und die vor allem auch den Ausbau der Sonnenenergie sicherstellen:
    •    Unterstützung und Ausbau der Erneuerbaren Energien - insbesondere der Solarenergie
    ◦    Solarmodule und -kollektoren sind weder giftig (nicht ungiftig, wie es in einer ersten Version fälschlicherweise hiess) noch unnütz, wie das Magdalena Martullo-Blocher oder Doris Fiala immer wieder behaupten
    •    Förderung der Energieeffizienz und des Energiesparens
    ◦    Behauptete Verteuerungen können so teilweise oder ganz wettgemacht werden
    •    Verbot des Neubaus von Atomreaktoren
    ◦    Das ist wohl einer der Beweggründe der Gegner der Energiestrategie wie der Blocher's und Aegerter's - sie wollen sich zumindest den Weg offenhalten, neue AKW zu bauen, siehe dazu auch den Blogbeitrag auf Solarmedia, der schweizweit für viel Aufsehen sorgte:
    ▪    http://solarmedia.blogspot.ch/2017/05/solarstrom-oder-atomkraft-das-ist-hier.html
 

Mit freundlichen Grüssen

Guntram Rehsche

©   Solarmedia

Sonntag, 14. Mai 2017

Solarstrom oder Atomkraft - das ist hier die Frage

Kurz vor dem Abstimmungssonntag zum neuen Energiegesetz (Energiestrategie 2050) ist die Ausgangslage diffus und das Ergebnis steht in den Sternen - besser es stünde in der Sonne! Denn um sie und ihre unendlich verfügbare Energie geht es letztlich – und darum, ob sie die Atomenergie aus dem Schweizer Energiemix verdrängen kann. Die Gegenkräfte allerdings machen mobil.

Noch vor kurzem sah SVP-Präsident Rösti bei neuen
AKW keine Gefahr, sondern die Chance der Lösung
aller Energieprobleme - Screenshot
Man konnte es schon länger vermuten – was der Tages-Anzeiger (TA) am Freitag zutage förderte, liess es zur Gewissheit werden (nicht online verfügbar). Die Gegner der Energiestrategie setzen zumindest im Geheimen auf eine atomare Zukunft. Ein SVP-Positionspapier enthält einen einschlägigen und auf Nachfrage weiterhin darin vorhandenen Passus, der immer gemäss TA, auf den Ersatz der in den 2040er Jahren im Atomstaub zersinkenden alten AKW durch deren neue setzt. Da ist es nur folgerichtig, wenn die Befürworter der Vorlage wieder jenen youtube-Video https://twitter.com/ES2050_JA hervorgeholt haben, in dem SVP-Präsident Albert Rösti, damals vor dem Parlament, nur die eine Lösung des schweizerischen Energieproblems sah – eben weiterhin auf Atomkraft zu setzen. Dabei versprach Rösti, der in den letzten Wochen nur noch selten öffentlich gegen die Energiestrategie auftrat (in Lachen wurde er entgegen der Vorankündigung durch Christoph Blocher ersetzt – siehe Solarmedia vom 2. Mai 2017) Atomkraftwerke der so genannt vierten Generation, die keine Gefahr der Verstrahlung mit sich brächten und wenn schon, dann nur nach innen impoldierten....

Somit spitzt sich die Abstimmung vom kommenden Wochenende eben doch auf die eine und alles entscheidende Frage zu: Soll die Energieversorgung der Schweiz inskünftig vor allem mit Erneuerbaren Energien oder kombiniert fossil und nuklear erfolgen? Und dabei geht es längst nicht nur um Elektrizität, die bekanntlich nur einen Viertel des gesamten Energiekonsums ausmacht, sondern auch um den Treibstoff für den Luft- und Bodenverkehr und um die Gebäude- und Prozesswärme – die zusammen einen wesentlich grösseren Anteil am Gesamtenergieverbrauch ausmachen. Und die eben auch auf Primärenergie der nuklearen und fossilen Art oder der Sonne beruhen. Denn das in letzter Zeit häufig angeführte Argument, Sonnenstrom sei Flatterstrom, vernebelt die Tatsache, dass er gerade in Überschusssituationen als Treibstoff in der E-Mobilität oder als Wärmereserve zu gebrauchen wäre. 

Hier liegt wohl des Pudels Kern der Opposition gegen das Energiegesetz. Denn wer steckt hinter der mehr oder weniger geheimen Atomstrategie, die die Energiestrategie bachab schicken will? Es sind (mal vom eher zur Witzfigur verkommenen Rösti abgesehen) jene Kreise, die die Atomenerige überall im Einsatz sehen wollen -  zuallervorderst die Blochers und Aegerters – die einen ganz offen, ohne allerdings die finanzielle Unterstützung transparent zu machen. Aber medial sind Vater Christoph und Tochter Magdalena auf allen Kanälen präsent. Im Hintergrund ist es Mutter Irene und Sohn Daniel Aegerter, ihres Zeichens Alt-Atomfreunde und Neu-Milliardäre, datierend vom Verkauf einer Softwarefirma in den USA. 

Brisant ist dabei vor allem die Rolle von Daniel Aegerter (siehe Bild rechts). Er bekennt über das von ihm begründete Internetportal Energy for Huamnity: http://energyforhumanity.ch/, für die einzige wirklich saubere Energiequelle, die Atomkraft einzutreten. Das machte er finanziell auch schon mit Millionen im Abstimmungskampf um die Atomausstiegsinitiative von vergangenem Herbst – und das dürfte er auch jetzt finanziell wieder machen – wenn er sich ansonsten auch im Gegensatz zu seiner Mutter Irene völlig im Hintergrund hält (Auftritt von Irene Aegerter an der Fachhochschule in Brugg-Windisch siehe Solarmedia vom 7. Mai 2017). Aber Aegerter ist gemäss der Website seines Investmentsoffices Armada (die Milliarden müssen ja verwaltet sein) auch in jenem US-Startup namens Transatomic Power (TAP) finanziell engagiert, das im vergangenen Jahr von sich reden machte. 

Diese Firma hat sich auf die Fahne geschrieben, einen Nuklearreaktor zu entwickeln, bis zu 75mal effizienter als herkömmliche Atomtechnologie zu sein und Atommüll wiederverwerten zu können. Doch dann waren MIT-Absolventen zur Stelle, die die technischen Angaben von Transatomic und deren Firmenleaderin Leslie Dewan zerzausten. Die Reaktion: Der Termin für den Prototypen des Reaktors wurde um ein Jahr auf 2021 verschoben (auch das ein ambitionierter Plan, denn gemäss Experten dauert es mindestens zehn Jahr, bis ein solcher Reaktor in Funktion treten könnte). Das Magazin Power   http://www.powermag.com/blog/molten-salt-reactor-claims-melt-down-under-scrutiny/   schrieb im März dieses Jahres, das Konzept des TAP-Reaktors, basierend auf geschmolzenem Salz, sei einer genaueren Beobachtung zu unterziehen – denn die Aussage von Dewan und ihrem Co-CEO Mark Messie - wonach sie einen Reaktor entwickelten, der halb so viel kostete, Atommüll verwendete und niemals einer Kernschmelze zum Opfer fallen würde, sei schlicht und ergreifend falsch – wegen grundlegender physikalischer Irrtümer. Der von MIT-Professor MIT Kord Smith angemahnte Test legte diese Irrtümer offen – die “Firmenangaben sind völlig unwahr“. Aus der behaupteten Effizienzsteigerung um das 75fache wurde nun das Doppelte – und von Wiederverwertung abgebrannten Kernbrennstoffs konnte keine Rede mehr sein. Und die Kommerzialisierung des Reaktors liegt jetzt wieder – wie bei anderen Projekten für neue Atomreaktoren, Jahrzehnte weit weg. 

Vom Schweizer Atomstrippenzieher Daniel Aegerter ist dazu keine Aussage bekannt und zu den Financiers gehört neben ihm auch der Deutsch-Amerikaner Peter Thiel, der sich schon als Trump-Berater in den Vordergrund schob. Das Magazin MIT Technology Review schätzt deren Investitionen auf insgesamt mindestens 4,5 Millionen US-Dollar, zwei Millionen sollen allein von Thiel stammen.

Erhellend in diesem Zusammenhang wirkt auch dieses neue Youtube-Video:

Quellen:

Freitag, 12. Mai 2017

Ausgebremst und pleite

2010 und 2011 wurden in Deutschland noch fünfmal mehr Gelder in Solaranlagen investiert als 2015 und 2016. Die Bundesregierung hatte der einstigen Vorzeige-Zukunftsbranche eine „Atempause“ (Angela Merkel) verpasst und Wirtschaftsminister Gabriel waren 20.000 Kohle-Arbeitsplätze wichtiger als 70.000 Jobs in der Solarbranche. Ein Kommentar des deutschen Energiepublizisten und Autors von sonnenseite.com - Franz Alt.

Aber nicht Gabriel ging pleite, sondern eine Solarfirma nach der anderen. Bis heute über 100 in Deutschland mit Zehntausenden Arbeitsplätzen. Und jetzt hat es auch den größten deutschen und europäischen Solarkonzern, Solarworld mit 3.000 Arbeitsplätzen, getroffen. Auch Solarworld balancierte schon lange am Rand des Abgrunds, aber immer wieder gelang es dem quirligen Vorsitzenden Frank Asbeck, das Schlimmste zu verhindern. Jetzt aber musste auch er Insolvenz anmelden. Ein Alarmzeichen, Zeit aufzuwachen.
 
Deutsche Solarpolitik: Erst Deckel, dann Bremse
Die Schwindsucht der einst so erfolgreich und optimistisch gestarteten deutschen Solarbranche ist politisch gewollt. Der frühere Wirtschafts-und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) hat wie schon zuvor sein Vorgänger Philipp Rösler (FDP) die Erneuerbaren zuerst gedeckelt und damit den raschen Ausbau der Erneuerbaren und die Energiewende ausgebremst. Seither boomen die Erneuerbaren Energien zwar weltweit immer mehr – dank der deutschen Vorgaben, nicht aber in Deutschland. Die deutschen Stromkunden haben die Energiewende am Anfang finanziert, aber ihre Regierung hat den Vorteil jetzt ohne jeden Sinn und Verstand verschenkt. Die Zukunftsarbeitsplätze entstanden und entstehen in China. 
 
Meckern über Trump, aber selbst ebenso versagen
Und seither sind auch die CO2-Emissionen hierzulande nicht mehr zurückgegangen, sondern sie stagnieren jetzt fünf Jahre in Folge. Damit ist absehbar, dass die Bundesregierung ihre völkerrechtliche Verpflichtung, die CO2-Emissionen bis 2020 gemessen an 1990 um 40% zurückzufahren krachend verfehlen wird. Wir sind 2017 bei etwa 27% Reduktion. Wie wollen wir in den nächsten vier Jahren weitere 13% einsparen bei dieser reaktionären Kohle-Politik der großen Koalition? Der einstige Klima-Musterknabe Deutschland macht sich selbst weltweit zur Lachnummer: Meckern über Trumps Kohle- und Klimapolitik, aber selbst mindestens ebenso versagen. Wer soll uns in der Welt bei dieser Thematik noch ernst nehmen?

Bis 2012 war Deutschland noch Weltmeister bei Sonnen- und Windenergie, jetzt ist es China auf beiden Feldern. Und dorthin wanderten auch die Arbeitsplätze ab. Ziemlich dumme und engstirnige und zukunftsblinde Energiepolitik in Berlin. Solarworld weist zur Begründung seiner Insolvenz zurecht darauf hin, das zur gleichen Zeit als in Deutschland die Regierung den Ausbau der Erneuerbaren ausgebremst hat, die chinesische Regierung ihre Solarbranche massiv gestützt und mit 100 Milliarden Dollar zinslosen Krediten gefördert hat. 
 
Solarworld-Chef Frank Asbeck spricht für die gesamte deutsche Solarbranche, wenn er jetzt sagt: „Dies ist ein bitterer Schritt für die Solarindustrie in Deutschland“. Ursprünglich hatte das Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgesehen, dass die anfangs hohen Einspeise-Vergütungen pro Jahr um fünf Prozent gesenkt werden sollen. Daraus wurden dann Kürzungen von bis zu 50% pro Jahr. Das Nichteinhalten solcher gesetzlicher Zusagen kann keine Wirtschaftsbranche verkraften. Und so wurde das zarte Zukunfts-Pflänzchen „Solarenergie“ bewusst politisch stranguliert, ökonomisch ausgetrocknet und industriepolitisch zerstört.
 
Suchen die Grünen nicht gerade ein großes Wahlkampfthema?
Für die Ökopartei muss diese ökonomisch wie ökologisch und sozial katastrophale Industriepolitik nach 2011 der Wahlkampfschlager Nummer eins für die bevorstehende Bundestagswahl werden. Das ist geradezu ein grünes Wahlkampfgeschenk. Denn mehr als 90% der Wählerinnen und Wähler in Deutschland sprechen sich für die Energiewende und für den raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien aus. Das tun verbal die große Koalition und die sie tragenden Volksparteien auch, aber tatsächlich machen sie das Gegenteil. Das ist eine Katastrophe für das Klima, für Zukunftsarbeitsplätze und Zukunftstechnologien sowie weltweit für das Image Deutschlands als früherer Vorreiter der Energiewende.
Wann wenn nicht jetzt können die Grünen diese „Überlebensfrage der Menschheit“ (Angela Merkel) zum großen Protest-Thema gegen die große Koalition machen? Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung. 


Batterien bald wirtschaftlich

Die Kosten für Stromspeicher fallen weiter. Erste Anlagen für Haushalte sind in Deutschland mit der Förderung bereits profitabel.

 

Noch ist die Ergänzung von Photovoltaik mit einer Batterie
in der Schweiz unwirtschaftlich - aber in absehbarer Zeit
wird die Entwicklung wie in Deutschlan verlaufen.
Bild: Guntram Rehsche
:
Photovoltaikanlagen lohnen sich für Hauseigentümer im nördlichen Nachbarland schon lange finanziell. Mit Solarstromspeichern wird sich der Gewinn künftig noch erhöhen. Denn die Speicher stehen unmittelbar vor der Wirtschaftlichkeit. Zu diesem Ergebnis kommen  Berechnungen des Solar Clusters Baden-Württemberg. In den vergangenen 12 Monaten sind die Kosten für Speicherbatterien von Photovoltaikanlagen durchschnittlich um über 10 Prozent gefallen. „Im ersten Quartal 2017 lagen sie teilweise bei nur noch rund 1.150 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität“, sagt Carsten Tschamber vom Solar Cluster. Die Grenze, unter der die Kleinspeicher mehr einbringen, als sie kosten, liegt bei 1.000 Euro. Zieht man noch die in Deutschland erhältliche und halbjährlich sinkende KfW-Förderung ab, erreichen erste Speicherprodukte bei guter Planung bereits die Wirtschaftlichkeit. Bis zum Ende der Förderung 2018 könnten die Batterien noch einmal um bis zu 20 Prozent günstiger werden – ein Kauf würde sich dann auch ohne staatliche Förderung für den Verbraucher lohnen. 

Die Kosten von Solarstrom aus neuen Wohnhaus-Photovoltaikanlagen sind auf bis zu 8 Cent pro Kilowattstunde gefallen – weniger als ein Drittel dessen, was Hauseigentümer für den Haushaltstrom vom Energieversorger zahlen müssen. Daher lohnt es sich für sie, möglichst viel davon selbst zu verbrauchen. Solarbatterien helfen dabei, den lukrativen Eigenverbrauch von 30 bis 35 auf bis zu 70 Prozent zu verdoppeln. „Solarstrom, der mittags anfällt und aufgrund des geringen Energiebedarfs zu dieser Tageszeit nur teilweise sofort genutzt werden kann, wird gespeichert und abends, wenn die Familie wieder komplett zuhause ist, verbraucht“, erklärt Dr. Jann Binder vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). „Mit dem klimafreundlichen Strom vom Dach kann man die Beleuchtung betreiben, das Smartphone aufladen oder die Spülmaschine anstellen.“ Vielen Speichernutzern mache es einfach Spaß, mehr von der Solarstromernte im eigenen Haus zu nutzen, so Binder weiter.  

Bislang war die Anschaffung eines Solarstromspeichers jedoch nicht wirtschaftlich. Vielen Nutzern war das zweitrangig. Sie legten sich trotzdem einen zu. Eine erhöhte Energieunabhängigkeit und technische Faszination zählten zu den Gründen. Von 2013 bis Ende 2016 kauften die Deutschen rund 52.000 Solarstromspeichersysteme. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) geht davon aus, dass aktuell bereits 60.000 Speicher installiert sind und prognostiziert bis Ende 2018 einen Anstieg auf 100.000 Speicher. Das Potenzial für weiteres Wachstum ist hoch: Es gibt bundesweit rund 1,6 Millionen Solarstromanlagen, jährlich kommen zudem zehntausende Neuanlagen hinzu.
2021 endet zudem für die ersten Solaranlagen die auf 20 Jahre festgelegte EEG- Förderung. Sie hatten den PV-Strom noch komplett in das Stromnetz eingespeist. Weil es dann jedoch keine Einspeisevergütung für diese Anlagen mehr gibt, muss möglichst viel eigener Strom verbraucht werden. Da die Anlagen bereits abgeschrieben sind und sich die Kosten für den erzeugten PV-Strom auf Wartungs- und Betriebskosten beschränken, ist der Solarstrom mit rund 2 bis 4 Cent pro Kilowattstunde unschlagbar günstig. Hier lohnt sich eine Steigerung der Eigenverbrauchsquote mit Speichern so richtig. Um diese Zeit läuft darüber hinaus die EEG-Förderung auch für Neuanlagen aus, da dann in Deutschland 52 Gigawatt an Photovoltaik-Leistung installiert sein sollen. Das Auslaufen der EEG-Förderung für Alt- und Neuanlagen wird dem Speichermarkt einen weiteren Schub geben, prophezeien Experten wie Jann Binder vom ZSW. 

Auch Marktforscher gehen von einem weiteren Wachstum auf dem Speichermarkt aus. Das lässt die Preise in den Keller purzeln, was wiederum die Nachfrage anheizt. Grundsätzlich gilt: Verdoppelt sich die Zahl der Speicher, sinken die Kosten um 20 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 sind die Systempreise für Lithiumspeicher pro nutzbarer Kilowattstunde um jeweils 18 Prozent gefallen. Im vergangenen Jahr waren es laut Angaben der ees Europe, Europas größter Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, bis zu 15 Prozent. Aktuell ist ein Speichersystem auf Lithium-Ionen-Basis inklusive Installation bereits ab rund 1.150 Euro netto pro nutzbarer Kilowattstunde Speicherkapazität erhältlich.
 
Abzüglich der Förderung der KfW, die 2016 wieder eingeführt wurde, unterschreiten manche Anlagen nun die magische 1.000-Euro-Grenze. Die Zahlen gelten freilich nicht für alle Speichersysteme, die auf dem Markt sind. Doch eines ist klar: Die Zeit spielt für die Batteriespeicher. In den nächsten Monaten werden die Kosten weiter sinken, spätestens 2018 könnte eine Mehrzahl der Speicher bei guter Planung die Wirtschaftlichkeitsgrenze auch ohne Förderung erreichen. Dann kostet das Speichern einer Kilowattstunde Solarstrom den Betreiber rund 18 Cent pro Kilowattstunde. Auf die ausgelegte Speicherbetriebsdauer von 20 Jahren inklusive einer geringen Haushaltsstrompreis-Steigerung in dem Zeitraum stellt dieser Wert die Grenze dar, unter der die Kleinspeicher mehr einbringen, als der Käufer zahlen muss. Dann kostet die Kilowattstunde Solarstrom aus dem Speicher weniger als der Haushaltsstrom. 

Fazit: Da neben den sinkenden Speicherkosten derzeit auch die Kosten der Photovoltaikanlagen weiter zurückgehen und der Haushaltsstrompreis als Referenzgröße wahrscheinlich in Zukunft weiter steigen wird, wird Solarstrom aus dem Speicher im Vergleich zum Strombezug aus dem Netz immer günstiger. „Mit Batteriespeicher sind Solaranlagen künftig noch gewinnbringender als ohne“, fasst Carsten Tschamber vom Solar Cluster zusammen. „Die Batteriespeicher etablieren sich derzeit als ein integraler Teil von privaten Photovoltaikanlagen.“
 

Siegeszug der Lithium-Ionen-Batterien

Lithium-Ionen-Batterien haben mittlerweile den Speichermarkt erobert, die Bleitechnologie spielt keine relevante Rolle mehr. Hauptgründe für den Siegeszug der Lithiumspeicher sind hohe Wirkungsgrade, hohe Lebensdauern – sowohl kalendarisch als auch bezogen auf die Anzahl der Ladezyklen – und nutzbare Kapazitäten von bis zu 95 Prozent der installierten Kapazität gegenüber rund 70 Prozent bei Bleibatterien.


Donnerstag, 11. Mai 2017

Und es funktioniert !

Die Auseinandersetzungen im Abstimmungskampf um das neue Energiegesetz treiben die seltsamsten Blüten. Da ist es eine Wohltat, von neuen Projekten zu berichten, die ganz im Sinne der Energiestrategie 2050 bereits heute funktionieren. Sie benötigen allerdings Nachahmer – weshalb die Annahme des Energiegesetzes so wichtig ist. Nachstehend ist die Rede von einem grösseren Mietshaus in Zürich-Schwamendingen, das trotz schwieriger Bedingungen zum Musterenergiehaus gemäss Norm Minergie A umfunktioniert wurde.

Die Fassade links trägt die grossen Sonenkollektoren,
die Fassade rechts lässt auch noch Platz für Begrünung
Bild: Guntram Rehsche
Es war im Oktober des vergangenen Jahres, als in einer Aufsehen erregenden Aktion ein 19 Meter langer Wasserspeicher in den 70er-Jahre-Bau an der Stettbacherstrasse in Schwamendingen gehievt wurde (siehe Solarmedia 27. Oktober 2017). Der Speicher des Solarpioniers Josef Jenni mit Fabrikation in Oberburg beim bernischen Burgdorf ist unterdessen erfolgreich in Funktion – gespiesen von den neu entwickelten Sonnenkollektoren der Firma Schweizer Metallbau in Hedingen (ZH). Diese sind unter anderem mit einer gläsernen Oberschicht bedeckt, die zwar hier entwickelt, aber in Dubai produziert wurde - und die je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Farben schimmert. So zeigen schon die zentralen Bausteine des Energiesystems: Hier ist Schweizer Facharbeit im Spiel und die Wertschöpfung zu einem grossen Teil hierzulande gewonnen. Das gilt für weitere Elemente wie die Steuerung des Gesamtsystems.

Das Energiehauses in Zürich-Schwamendingen macht klar, dass ein solches 6,5-Millionen-Projekt nur der speziellen Initiative des Eigner-Ehepaars Dubois sein Entstehen verdankt. Da gaben die rund 150'000 erhaltenen Beitragsfranken nicht den Ausschlag für die Realisierung. Sollen ähnliche Initiativen künftig zum Zuge kommen, braucht es ohne Zweifel verstärkte Unterstützung – die vom neuen Energiegesetz zu erwarten ist – unter anderem durch die darin festgeschriebene Fortsetzung des Gebäudeprogramms.

Dank solarer Architektur, von Beat Kämpfen und seinem Team entwickelt,  ist das Haus schweizweit die erste Minergie-A-Erneuerung eines Mehrfamilienhauses mit Plus-Heizenergie-Bilanz. Der Energieverbrauch von 30’000 Liter Heizöl pro Jahr wurde in einen Energieüberschuss verwandelt. Für den Umbau wurden nur etwa 25 Prozent der Grauen Energie aufgewendet, die bei einem gleich grossen Ersatzneubau hätte aufgewendet werden müssen. Die erneuerte Fassade passt sich gemäss Kämpfen ästhetisch ins Gesamtbild, produziert aber nicht Strom, sondern Wärme für Warmwasser und Heizung - und ist kostenmässig durchaus im Rahmen einer Fassadensanierung. Einige weitere energetische Kennzahlen: Der Energieverbrauch wurde bei gleichzeitiger Vergrösserung der Wohnfläche um 22 Prozent von rund 300’000 kWh/a auf rund 90’000 kWh/a reduziert. Pro Quadratmeter Wohnfläche bedeutet dies eine Verringerung um einen Faktor Vier! Möglich wurde das durch die Solarthermie: Insgesamt 180 m2 Sonnenkollektoren sind an der Ost-, Süd- und Westfassade angeordnet. Dadurch ist die nutzbare Solarenergie relativ gleichmässig übers Jahr verteilt.

Die in Schwamendingen realisierte Lösung ähnelt einem Konzept, welches auch in dieser Woche von der Firmenallianz 2sol an deren Firmensitz in Zürich-Schlieren vorgestellt wurde. Zur Allianz zählen bereits gut zwei Dutzend etablierter Schweizer Energiefirmen, die nach einer standardisierten Gesamtlösung für die Energieversorgung von Gebäuden suchen und dabei verbesserte Einzelkomponenten einsetzen. Mit letzteren hapert es allerdings teils noch  - während eine hocheffiziente Wärmepumpe unterdessen das Stadium der Entwicklung überschritten hat, gibt es Probleme mit verbesserten Erdsonden. Doch auch die sollen im von ETH-Professort Hansjürg Leibundgut initierten Projekt demnächst gelöst sein.

© Text und Bild:  Solarmedia

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Mittwoch, 10. Mai 2017

CH-Holzenergie als Vorreiterin

Am 21. Mai beschliesst das Schweizer Stimmvolk über die Zukunft unserer Energiepolitik. Dabei stellt sich die Gretchenfrage, ob wir weiterhin jährlich zweistellige Milliardenbeträge ins Ausland transferieren wollen für den Import fossiler Energien, oder ob wir stattdessen vermehrt auf Energieeffizienz und inländische Produktion setzen - eine Stellungnahme von Holzenergie Schweiz. 

Holzschlag am Zürcher Üetliberg - Bild: Guntram Rehsche
Während hierzulande händeringend über das „ob“ und „wie“ der Energiewende diskutiert wird, findet weltweit bereits seit Jahren ein rasanter Umbau der Energiesysteme statt. Die Lösung ist der Energiemix: Sonne, Wind, Wasser, Geothermie und Biomasse – alle haben Potenzial und müssen nur optimal eingesetzt werden. Was das bedeutet, demonstriert die Holzenergienutzung schon seit Generationen: Im Rahmen einer nachhaltigen Ressourcenpolitik verwenden wir einen einheimischen, nachwachsenden Rohstoff zur umweltfreundlichen Erzeugung von Wärme – in einer Handvoll WKK-Anlagen sogar zur Stromproduktion. 

Die Technologien sind ausgereift und die ökologischen wie auch die wirtschaftlichen Vorteile wurden längst erkannt. Im Gegensatz zu Öl oder Gas findet bei der Holzenergienutzung rund 98% der Wertschöpfung im Inland statt. Gleichzeitig begünstigt dies die Energieeffizienz von Holzbrennstoffen, denn aufgrund kurzer Transportwege und tiefer Verarbeitungsgrade ist der Anteil an grauer Energie minim. Allerdings ist die verfügbare Menge begrenzt, was Holz zu einem wertvollen Energieträger macht. Folglich müssen die anderen Erneuerbaren ihr Übriges tun. Dies gelingt schneller und zielführender, wenn das Stimmvolk am 21. Mai JA zur Energiestrategie sagt.

Quelle:  www.holzenergie.ch

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Dienstag, 9. Mai 2017

PV-Anlagen halten lange

Anders als konventionelle Kraftwerke kommen Photovoltaik-(PV)-Anlagen ohne bewegliche Teile aus. Dies ermöglicht deren lange Nutzungsdauer. Laborversuche zeigen, dass diese bei über 30 Jahren liegt. Eine Übersicht mit eindrücklichen Beispielen des Fachverbands Swissolar, sie zeigt, dass Solarstrom schon heute wirtschaftlich ist.

Das Elektrizitätswerk des Kantons Zürich
erforscht an seinem Hauptsitz in Dietikon
den Ertrag von PV-Modulen über lange
Zeiträume - Bild: Guntram Rehsche
Derzeit erreichen die ersten Anlagen in realer Umgebung dieses Alter – unter anderem die europaweit erste mit dem Stromnetz verbundene Anlage in Canobbio TI, die immer noch tadellos läuft. Diese Erfahrung hat wesentliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen: Die Investitionen können über mindestens 30 Jahre abgeschrieben werden, dies bei geringen Unterhaltskosten. Dies belegen viele Beispiele: Im Mai 1982, also vor genau 35 Jahren, wurde eine 10-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach der heutigen Fachhochschule der Südschweiz SUPSI gebaut und als erste Anlage in Europa ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Sie ist seit dann ununterbrochen in Betrieb und funktioniert immer noch gut. Vor 30 Jahren wurde auf dem Betriebsgebäude der Horlacher AG in Möhlin die erste private Solarzellenanlage der Schweiz im Netzverbund installiert. Auch sie läuft problemlos ohne jegliche Unterhaltsarbeiten. Der Strom wird hauptsächlich in der Fabrik genutzt, nur kleine Überschüsse werden ins Stromnetz eingespiesen.

Eine Betriebsdauer von über 25 Jahren ist bei PV-Anlagen keine Ausnahme. Eine der ersten Grossanlagen mit 100 kW Leistung wurde 1989 als Lärmschutzwand entlang der A13 bei Felsberg GR realisiert – auch sie ist immer noch in Betrieb.
Besonders erwähnenswert ist auch die Anlage an einer Fassade auf dem Jungfraujoch, die seit 1993 trotz äusserst harscher Bedingungen läuft, und dies mit konstant hohen Erträgen. Langzeitmessungen durch die Berner Fachhochschule zeigen kaum feststellbare Ertragsreduktionen von nur etwa 0.05 % pro Jahr. 

Für die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen hat diese Erkenntnis grosse Bedeutung: Die Investitionen können über 30 Jahre oder länger abgeschrieben werden. Dabei wird basierend auf den Langzeiterfahrungen eine Ertragsminderung von 0.5 % pro Jahr berücksichtigt.
Auch bezüglich der Unterhaltskosten besteht inzwischen umfangreiche Praxiserfahrung. Sie liegen je nach Grösse und Typ der Anlage im Bereich von 2 bis 4 Rp. pro Kilowattstunde. Zusammen mit den heute günstigen Anlagekosten kann somit Solarstrom sowohl ökologisch wie auch ökonomisch nachhaltig produziert werden.

Quelle: Swissolar

Sonntag, 7. Mai 2017

Jetzt fetzen sie sich doch noch

Die abgelaufene Woche bringt an diesem Sonntag nochmals eine Aufsehen erregende Erkenntnis: Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat ihre neueste Studie veröffentlicht. Sie zeigt: Die Annahme des Energiegesetzes bringt volkswirtschaftlich mittel- und langfristig Vorteile. Nichts desto trotz machte diese Woche vor allem die Connection Blocher - Aegerter mächtig Dampf gegen die Energiestrategie 2050.

An der SES-Jahresversammlung zeigte
Studienautor Beat Meier auf: Die CH-
Energiewende ist kein Fass ohne Boden
Bild: Guntram Rehsche
 Zuerst zur neuen Studie der Energie-Stiftung, die an deren Jahresversamlung am Donnerstag in Zürich schon angekündigt und heute Sonntag nun veröffentlicht wurde. Sie hält zusammenfassend und gemäss Communique fest: Die Gesamtenergieversorgung ist heute zu 75% von importierter Energie in Form von Öl, Gas und Uran abhängig. Eine zunehmende Ressourcenverknappung birgt preislich und beschaffungspolitisch grosse Unsicherheiten. Es ist die Aufgabe der Politik, langfristig zu denken und die Rahmenbedingungen für eine nachhaltig sichere und unabhängige Energieversorgung zu schaffen. Die Energiewende kommt zur richtigen Zeit. Es ist weise, auf den Zug aufzuspringen und die Binnenkonjunktur zu stärken.

Die neue econcept-Studie im Auftrag der SES zeigt: Die Energiewende lohnt sich auf jeden Fall. Die Kosten liegen bis zum Jahr 2033 etwas höher als im Szenario Referenz, danach führen die für Energieeffizienz und in erneuerbare Energien getätigten Investitionen zu steigenden Kostenvorteilen. Die Energiewende ist eine Investition in die Zukunft. Die Studie vergleicht die energiepolitischen Szenarien «Referenz» und «Energiewende». Zusammenfassend sind für die SES die folgenden Punkte besonders hervorzuheben:
  • Steigende Kostenvorteile: Eine Energiewende kostet etwas. Längerfristig ist das Szenario «Weiter wie bisher» jedoch teurer.
  • Beispiel Wärmebereitstellung: Die Kosten für Energieträger und den Energiebedarf gehen im Szenario Energiewende massiv zurück, dafür steigen z.B. die Ausgaben für Wärmedämmung. Dieses Geld wird vermehrt in der Schweiz ausgegeben.
  • Versicherung gegen Preisanstiege: Eine Energiewende wirkt als Versicherung gegen starke Preisanstiege bei den importierten, fossilen Energieträgern.
  • Energiewende und Klimaschutz bilden ein sinnvolles Paket. Eine Energiewende führt zu massiven Reduktionen beim Energieverbrauch und bei den Treibhausgasemissionen.
  • Beschäftigungswirkung: Die Beschäftigungswirkung der Energiewende ist für die Energie- und Effizienzbranche wahrscheinlich eher positiv, jedoch nicht ausschlaggebend für oder gegen eine Energiewende.
  • Unabhängigkeit: Eine konsequente Energiewende entspricht einem Paradigmenwechsel weg von unvorhersehbar schwankenden, variablen Kosten für Energieträger hin zu langfristigen, unabhängigen und eigenständigen Entscheidungen bei Investitionen.
  • Energiewende lohnt sich: die Energiewende lohnt sich aus verschiedenen Gründen und ist auch deshalb keine Ja/Nein-Grundsatzfrage. Wir müssen uns vielmehr die Frage nach der optimalen Ausgestaltung der Energiewende stellen. Ein erster Schritt dazu folgt mit einem JA zur Energiestrategie 2050 am 21. Mai.
Andererseits waren es die Blochers und die Aegerters, die mächtig gegen die Energiestrategie mobilisierten in der vergangenen Woche. Zuerst am Montagabend - ironischerweise am 1.Mai - im schwyzerischen Lachen. An einer SVP-Veranstaltung sollte ursprünglich der glücklose SVP-Parteipräsident Albert Rösti auftreten, um der Energiestrategie den Garaus zu machen. Doch bei der SVP selbst scheint man dem Öl- /Wasser- / und Atomlobbyisten  nicht mehr zu trauen. Seine vielfältigen und derart offensichtlichen Wirtschaftsinteressen machen ihn längst unglaubwürdig. Also muss jetzt einerseits sein Vorgänger im Parteipräsidium, Toni Brunner (in SRF-Arena und TA-Chat), andererseits vor allem Blocher alt (in Lachen - siehe Solarmedia vom 2. Mai 2017) und Blocher jünger (in epischem 20Minuten-Interview) in die Bresche springen. Man könnte fast meinen - es handelt sich um das letzte Gefecht der SVP. 

An der Fachhochschule Nord-Westschweiz
FHNW fetzten sich Physikerin Irene
Aegerter (Mitte rechts) und Thomas Nordmann
(Mitte linkes) Bild: Guntram Rehsche
Das letzte Gefecht ist es wohl für Mutter Irene Aegerter, die trotz hohen Alters in der SRF-Arena vom 28. April und dann am Freitag wieder an der Fachhochschule Brugg-Windisch vor allem gegen die Solarenergie mobil machte, deren sie einen Beitrag an die Schweizer Stromversorgung schlichtweg abspricht. Aegerter's Sohn Daniel - Selfmade-Milliardär nach einem Startupverkauf vor rund 15 Jahren - gilt als der heimliche Financier der Anti-Kampagne im Hintergrund. In Brugg aber stiess die Mutter auf den Falschen. Solar-Urgestein Thomas Nordmann (trotzdem um Jahrzehnte jünger) rückte deren Vodoo-Physik ins rechte Sonnenlicht. Schade nur, dass Nordmann in der ganzen Abstimungsdebatte zu wenig Platz eingeräumt erhält. Nordmanns Überblick zur Geschichte der Solarenergie zeigt deren sensationellen Siegeszug auf. Mehr noch, er blickt vor allem in die Zukunft und kommt zum einleuchtenden Schluss: Die Zukunft ist solar! Denn die Solarenergie hat nicht nur das Potential, die Hälfte des hiesigen Strombedarfs zu decken (die vorhandenen Dachflächen genügen). Überschusstrom kann vielmehr auch in einem Gesamtenergiesystem sowohl für die Elektromobilität wie für die Erzeugung von Wärme eingesetzt werden. Man ist versucht zu schreiben und zu sagen: Schöne neue und solare Energiewelt! Zu den Unterlagen von Nordmann geht es hier >>>.

Nötig ist zuallererst ein JA als Zustimmung im Abstimmungspoker am 21. Mai. Dass es hierbei darum geht, ein JA in den Abstimmungsbriefkasten - und nicht ein Nein in die Atommülltonne - zu werfen, machte in der abgelaufenen Woche auch die Aktion von Pro Solar deutlich - davon nachstehend nochmals ein paar exklusive Bilder:




















  
Aktions-Bilder: Simon Rehsche / Heimat AG