Freitag, 29. Juni 2018

EU stärkt solare Selbstversorger

Neue Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union / EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf Diskriminierungsverbot für selbst erzeugten Ökostrom und Recht auf eigenen Stromspeicher

Die Eigenversorgung mit Solarenergie erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Bürgern und Unternehmen. Gleichzeitig werden ihr in Deutschland und einigen anderen EU-Mitgliedsstaaten zum Teil noch immer erhebliche finanzielle und bürokratische Hindernisse in den Weg gelegt. Damit könnte bald Schluss sein: Europäisches Parlament, Europarat und EU-Kommission einigten sich darauf, dass die Selbst- und Direktversorgung von Verbrauchern und Mietern mit Erneuerbaren Energien künftig nicht mehr diskriminiert und behindert werden darf. 

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) sollte diese Entscheidung die Bundesregierung dazu ermuntern, die Rolle dezentraler Energiewende-Lösungen und Quartierskonzepte zu stärken und bestehende Marktbarrieren zeitnah abzubauen. "Sonnensteuern auf selbst verbrauchten Solarstrom werden nun ebenso fallen müssen wie der 52-Gigawatt-Ausbaudeckel für die Photovoltaik im deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz", sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Belastung von Solarstrom zur Eigen- und Mieterstromversorgung mit der EEG-Umlage wurde in Deutschland im Jahr 2014 eingeführt. Sie verlängert die Zeit, bis sich solche Photovoltaik-Projekte bezahlt gemacht haben um mehrere Jahre. "Die Belastung des Eigenverbrauchs hat zu einem deutlichen Rückgang des Photovoltaik-Markts beigetragen. Fällt diese Marktbarriere, könnte auf Gewerbe-, Industrie- und Wohngebäuden noch deutlich mehr Solarpotenzial gehoben und die Klimabilanz Deutschlands erheblich verbessert werden", erklärte Körnig.

Der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch dieser Woche auf eine Neufassung der EE-Richtlinie verständigt, die zum Teil nennenswerte Verbesserungen für Ausbau und Nutzung Erneuerbarer Energien vorsieht. Darunter findet sich auch eine Anhebung der EE-Ausbauziele auf 32 Prozent am gesamten europäischen Energiemix. "Wir haben uns zwar einen Anteil von 35 Prozent Erneuerbare Energie gewünscht, doch selbst dieses niedrigere Ziel werden wir nur mit einer deutlich stärkeren Nutzung der Solarenergie im Strom- Wärme- und Mobilitätsbereich erreichen können“, so Körnig. „Nach einem massiven Preisrückgang stehen Solarenergie und Speicher nun bereit, eine deutlich größere Rolle für eine sichere und preiswerte Energieversorgung zu leisten." In Deutschland liegt der EE-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch derzeit bei rund 15 Prozent. 

Hintergrund: Im Grundsatz sollen einzelne Personen und Gruppen von Personen nach der Artikel 21 der neuen EE-Richtlinie künftig dazu berechtigt werden, Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, auch für den Eigenverbrauch, überschüssige Energie zu speichern und zu verkaufen, auch über Stromabnahmevereinbarungen, Stromversorgungsunternehmen und Peer-to-Peer-Plattformen, ohne dabei auf diskriminierende und überlastende Bedingungen zu stoßen. Die Mitgliedsstaaten haben künftig dafür zu sorgen, dass Eigenverbraucher Erneuerbarer Energien, individuell oder über Aggregatoren, das Recht zur Installation und Betrieb von Stromspeichersystemen in Verbindung mit Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie für den Eigenverbrauch erhalten, ohne jegliche Doppelbesteuerung wie etwa Netzentgelte für gespeicherten Strom, der im eigenen Haushalt verbleibt. 
 
Die Richtlinie muss nun im Rahmen einer der nächsten EU-Ratssitzungen bestätigt und vom EU-Parlament formell bekräftigt werden, bevor sie im Journal der Europäischen Union (Amtsblatt) offiziell bekannt gegeben wird und damit in Kraft tritt. EU-Mitgliedstaaten haben ab dem Zeitpunkt 18 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht zu überführen.
Der BSW-Solar wird in den nächsten Wochen die konkreten Implikationen für die nationale Gesetzgebung prüfen und seine Mitglieder zeitnah über neue Entwicklungen und Erkenntnisse informieren.  

Quelle: www.solarwirtschaft.de

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Montag, 25. Juni 2018

Energiewende droht weltweit zu scheitern

Der „Global Status Report“ zu den Erneuerbaren Energien zeigt mit schöner Regelmässigkeit deren Erfolge auf. Er tönte in früheren Ausgaben schon optimistischer als in der aktuellen.

Das ist ja so eine Sache mit den Jahresberichten. Sie enthalten oft wertvolle, andernorts meist gar nicht veröffentlichte oder dann gut versteckte Facts – eben so gut versteckt, dass sie kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Dabei lohnt etwa die Lektüre des eben erschienen Berichts über die neuen Erneuerbaren Energien. Er fördert zutage, wie es im deutschen Handelsblatt hiess: «Die Energiewende droht zu scheitern, weil bislang von all den Rekorden nur der Stromsektor profitiert. Elektrizität ist aber nur für zwanzig Prozent des globalen Energiekonsums verantwortlich. Die Bereiche Wärme- und Kälte (48 Prozent) und Verkehr (38 Prozent) hingegen ziehen gemeinsam mehr als drei Viertel des weltweiten Energieverbrauchs auf sich.» Dieser allgemeinen Erkenntnis darf man sich im Energiediskurs nicht entziehen – und doch seien hier naheliegenderweise zuerst die solarbezogenen Facts in den Vordergrund gerückt. Es folgt eine Zusammenfassung in deutscher Übersetzung durch Solarmedia zu den solarbezogenen Ausführungen aus dem  „Global Status Report 2018“ für Erneuerbare Energien. 

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Im vergangenen Jahr hat die Photovoltaik weltweit erneut alle Rekorde geschlagen – und es wurden mehr Solaranlagen gebaut als in jeder anderen Energieerzeugungsart und sogar mehr als fossile und nukleare Kapazitäten zusammen neu hinzukamen – siehe Grafik. Global wurden solar 98 Gigawatt peak errichtet – wenn auch immer in Erinnerung bleiben muss, dass diese Grösse anders als andere Energiekapazitäten nur während der Sonnenscheindauer zum Einsatz kommt – in hiesigen Breitengraden also während 1000 und unter besten Sonnenscheinbedingunten deren 2000 Jahresstunden. Mit diesem Rekordzubau erreichte die Gesamtkapazität unterdessen 402 Gigawatt. Zurückzuführen ist das gewaltige Wachstum auf den besonders grossen Zuwachs in China (plus 53 Gigawatt), wichtig waren auch die Solarmärkte in Indien, Japan, den USA und neu in der Türkei. Und zum wiederholten Mal hat Asien rund drei Viertel aller neuen Solarkapazitäten geschaffen. Unterdessen verfügen 29 Länder weltweit über solche von mehr als einem Gigawatt – wozu auch die Schweiz mit deren zwei zählt.





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Die gewaltige Expansion 2017 führt die Studie auf die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie zurück und den steigenden Strombedarf in den Ländern des Südens. Hinzu kommt die Einsicht, dass gerade Photovoltaik geeignet ist, einen substantiellen Beitrag zur Lösung der CO2-Problematik zu leisten. Und doch benötigt es weiterhin passender Rahmenbedingungen, die die Politik der einzelnen Länder vorhalten muss, damit sich der Siegeszug fortsetzt. Der Bericht unterstreicht auch die zentrale Rolle, die China für den Solarmarkt insgesamt spielt – was sich in den letzten Tagen deutlich herausschälte, als die Ankündigung verminderter Förderung die Solarwirtschaft durchschüttelte. Obwohl weiterhin grossflächige Anlagen auch den grössten Teil des Zubaus beisteuern, hat sich gemäss dem Bericht der Anteil der kleinen dezentralen Anlagen deutlich auf bald einen Fünftel erhöht – und hier wiederum werden die Anlagen auf Hausdächern immer wichtiger – was sie hierzulande bekanntlich bereits sind.

Die Energiewende droht aber zu scheitern, weil bislang von all den Rekorden nur der Stromsektor profitiert. Elektrizität ist aber nur für zwanzig Prozent des globalen Energiekonsums verantwortlich, wie es im neuen „Global Status Report 2018“ heißt, den das Netzwerk für erneuerbare Energien REN21 vergangene Woche veröffentlicht hat. Die Bereiche Wärme- und Kälte (48 Prozent) und Verkehr (38 Prozent) hingegen ziehen gemeinsam mehr drei Viertel des weltweiten Energieverbrauchs auf sich.

Da hilft auch die Rekordmenge von weltweit 402 Gigawatt installierter Solarleistung nicht. „Damit die Energiewende gelingt, müssen Strom- und Wärmeerzeugung miteinander verzahnt und auch der Verkehrssektor mit einbezogen werden“, appelliert Rana Adib, die Generalsekretärin von REN21 im Gespräch mit dem Handelsblatt.  „Sektorenkopplung“ nennen das die Experten. Kaum eine Erneuerbaren-Konferenz kommt derzeit ohne diesen Begriff aus. Denn der Stromsektor alleine wird die nach dem Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele nicht erreichen können, wenn allein der Wärmebereich für fast 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich ist.

Laut dem „Global Status Report“ haben sich gerade mal 48 Länder weltweit Öko-Ziele im Bereich Wärme- und Kälte gesetzt, nur noch 42 Staaten formulieren Vorgaben für ihren Verkehrssektor. Dagegen haben ganze 146 Länder festgeschrieben, bis wann ein bestimmter Anteil des Stroms aus grünen Quellen kommen soll. Das einzige Land mit einem Plan für alle drei Sektoren ist Dänemark. Deutschland habe lange eine Vorreiterrolle eingenommen, sagt Adib. „Aber auch hier spielt sich die Energiewende bislang nur im Stromsektor ab“, und das reiche nicht.

Sonntag, 24. Juni 2018

Hinter Erdölaktien


Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 1,1% auf 1.155 Punkte, der NYSE Arca Oil um 2,6%. Seit Jahresanfang 2018 liegt der PPVX mit -3,4% währungsbereinigt fast 20 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (+16,1%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Solaria Energía y Medio Ambiente (+177%), SunRun (+135%) und Sino-American Silicon Products (+62%). Die grössten Gewinner der Woche waren Solaria (+20%) und Enphase Energy (+16%), die grössten Verlierer Meyer Burger Technology AG (-12%) und SMA Solar Technology AG (-10%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 27,2 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+312%) rund 107 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +205%). Am 22.6.18 hat Greentech Energy Technology die in den USA übernommene 8point3 Energy Partners LP ersetzt. Der Gewichtungsfaktor bei Meyer Burger Technology AG wurde von 4 auf 3 reduziert.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

Quelle: oeko-invest.net 

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Samstag, 23. Juni 2018

Energieverbrauch tiefer

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0.4% auf 849`790 Terajoule (TJ) gesunken. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung - so das Bundesamt für Energie (BfE). 

 

Die Abnahme des Endenergieverbrauches um 0,4% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas wärmere Witterung im Jahr 2017 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 1.5% ab. Hingegen stiegen 2017 Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1%), der Motorfahrzeugbestand (+1,2%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2018). 


Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 6,5%, derjenige von Erdgas stieg dagegen um 1,4%. Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 0,4% zu (siehe Medienmitteilung BFE vom 20. April 2018). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2017: 53,4%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 15,8% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2017: 1,5%). Wie im Vorjahr hat der Verbrauch von Kohle (-3,8%) und den schweren Heizölsorten (-33,3%) abgenommen. Abgenommen hat auch jener von Petrolkoks (-14,6%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering.<1 font="" nbsp=""> Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (-0,6%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl sank leicht um 0,3%, der Benzinverbrauch um 3,1%. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 2,4%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,1%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch von Energieholz (-0,9%) aus. Der Verbrauch aller anderen erneuerbaren Energieträger nahm zu. Die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 4,5% über dem Vorjahreswert, ebenso hat der Verbrauch von Fernwärme (+2,4%) und Solarwärme (+2,4%) zugenommen. Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2017 betrug 9,2% (Energieholz: 4,5%, Umgebungswärme: 2,0%, Fernwärme: 2,4%, Solarwärme: 0,3%).

Die direkte Nutzung von Biogas stieg leicht um 0,6%. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 4%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2017 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+58,1%) und hat sich somit innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verzehnfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2017 bei 2,6% (2016: 1,6%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus. Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2017 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2018 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick.

Freitag, 22. Juni 2018

Unternehmen greifen zu

Die Photovoltaik-Nachfrage in Deutschlands Betrieben ist im ersten Quartal um 50 Prozent gestiegen. Hilfreich ist ein  neuer Leitfaden von DIHK und BSW-Solar zur solaren Eigen- und Direktversorgung.

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Immer mehr Gewerbe und Betriebe in Deutschland sichern sich mit der eigenen Photovoltaikanlage verlässliche Strompreise und senken ihren CO2-Ausstoß. Allein im ersten Quartal dieses Jahres stieg nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft die installierte Leistung gewerblicher Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 218,9 um 50 Prozent auf 328,3 Megawatt (vgl. Pressegrafik). Um Unternehmen den Einstieg in die Solarstromnutzung zu erleichtern, bringen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) das Faktenpapier „Eigenerzeugung, Eigenversorgung, Mieterstrom und Stromdirektlieferung“ heraus, das  anlässlich der Weltleitmesse Intersolar Europe in München vorgestellt wurde. 

„Gerade der Mittelstand kann mit der eigenen Photovoltaikanlage die Energiekosten senken und einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten. Das ist für die Akzeptanz der Energiewende in der Wirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung“, sagt Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Strommarkt, erneuerbare Energie beim DIHK. 

„Die Photovoltaik-Technologie ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 75 Prozent günstiger geworden. Dadurch ist heute selbst erzeugter Solarstrom auch für den industriellen Mittelstand preiswerter als Elektrizität vom Versorger. Stromkunden mit Lastgangmessung können die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Investition zusätzlich steigern, wenn sie mit selbsterzeugtem Solarstrom und Batteriespeicher die Jahreshöchstleistung und damit die Energiekosten senken können“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Das Faktenpapier kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Die im Text erwähnte Pressegrafik sowie weitere Grafiken finden Sie hier: https://www.solarwirtschaft.de/pressegrafiken.html
 
Quelle: www.solarwirtschaft.de

Donnerstag, 21. Juni 2018

ABB gewinnt Preis

An der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, wurden zum elften Mal besonders wegweisende Lösungen mit dem Intersolar AWARD prämiert. Über die begehrte Auszeichnung konnten sich 2018 die Firmen ABB, Hanwha Q CELLS und Krinner Solar freuen.   

Die Gewinner tragen dazu bei, die Branche zu motivieren, sich mit neuen bahnbrechenden Innovationen für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Zukunft einzusetzen. Die Voraussetzung für die Bewerbung zum Intersolar AWARD 2018 war die Teilnahme an mindestens einer der weltweiten Fachmessen Intersolar, ees, Power2Drive oder EM-Power, die 2018 unter dem Dach The smarter E Platz finden. Darüber hinaus konnten auch Partnerunternehmen der Aussteller ihre Innovation einreichen.

ABB: PVS-175-TL punktet mit zahlreichen Neuerungen: Der Wechselrichter ist eine dreiphasige Stringlösung mit Anbindung an die Cloud für gewerbliche Aufdachanlagen und PV-Großanlagen zur Energieversorgung. Die neue 1500 V DC Plattform bietet bis zu 185 kW bei 800 V AC und ermöglicht den Einsatz einer dezentralisierten Anlagenarchitektur, ohne dass es dadurch zu höheren AC-Verteilungsverlusten kommt. Bei dieser kostengünstigen Lösung werden zwischen 35 und 65 Prozent weniger Wechselrichter benötigt, um die gleiche AC-Gesamtleistung zu erzielen. Gleichzeitig bleiben die Hauptvorteile der Stringwechselrichtertechnologie erhalten.

Die Jury war von mehreren Innovationen beeindruckt. Durch die Erhöhung der AC-Ausgangsspannung auf 800 V mithilfe von zusätzlichen und unabhängigen Aufwärtswandlern können die elektrischen Verluste bei großen PV-Anlagen gesenkt werden. Der PVS-175-TL Wechselrichter mit zwölf MPP-Trackern bietet hohe Granularität und damit höhere Erträge sowie einen geringeren Wartungsaufwand. Gleichzeitig werden Sicherungen und Anschlusskästen überflüssig. Die kostengünstige Lösung verfügt über eine modulare Struktur, die per WLAN gesteuert werden kann und zentrale Wechselrichterfunktionen optimiert. Die Jury zeigte sich außerdem beeindruckt von der hohen Leistungsdichte von 1,3 kW pro Kilogramm und der Betriebstemperatur zwischen –20° und +60° Celsius.

Q.PEAK DUO-G5 der Firma
Hanwha Q CELLS GmbH ist ein neues Solarmodul mit über 120 Halbformatzellen und Leistungsklassen bis zu 330 Wp. Der Modulwirkungsgrad von 19,9 Prozent wird durch die Q.ANTUM DUO Technologie erreicht, bei der die neuen monokristallinen Q.ANTUM Zellen mit dem fortschrittlichen Zellkontaktierungsdesign mit sechs Busbars kombiniert werden. Glatte Schnittkanten verbessern die mechanische Stabilität der Zellen. Die für die Zellkontaktierung typischen elektrischen und optischen Verluste lassen sich so weitgehend vermeiden. Die Q.PEAK DUO Reihe setzt bei Leistung, Energieerträgen und LCOE neue Maßstäbe.

Krinner Solar GmbH: CAS²– Computer Aided Solar Structure: Die Wahl der Jury fiel auf dieses neuartige integrierte Software- und Hardwarepaket, mit dem für die Planung und Installation von PV-Großanlagen zwischen 10 und 30 Prozent weniger Zeit benötigt wird. Dazu gehören digitale Planungs-, Entwicklungs- und Installationsanwendungen für alle möglichen Solaranlagen-Schraubfundamente auf sämtlichen Bodenarten. CAS² verknüpft die Oberflächen- und Bodendaten aus der Vermessungsphase mit der geplanten Unterkonstruktion der Solaranlagen auf unterschiedlichen Krinner Schraubfundamenten. Diese Daten ermöglichen die Planung — und die Produktion — von Schraubfundamenten in verschiedenen Längen.

Der Jury zufolge ist dies eine wichtige Lösung für die neue Energiewelt und erst der Anfang der Entwicklung, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge auf die Auslegung und die Installation von PV-Großanlagen Einfluss nehmen. Jeder Planungs-, Fertigungs- und Installationsschritt wird online erfasst und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Daraus lassen sich spezielle Berichte erstellen, die die Anforderungen von Banken, Versicherungen und Betreibern erfüllen. Von Drohnen und Vermessungsrobotern erhobene Kartierungsdaten werden genutzt, um die Installationsroboter zu steuern, die Länge der Schrauben anzupassen und den Stahlverbrauch zwischen 3 und 6 Prozent zu reduzieren. 

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E Europe auf der Messe München statt. Weitere Informationen im Internet unter: www.intersolar.de www.TheSmarterE.de

Mittwoch, 20. Juni 2018

Sonnen-Community hat beste Speicher-Tarife

In einer umfangreichen Analyse vergleicht EuPD Research aktuell 15 Angebote sogenannter Community- und Cloud-Lösungen in Deutschland. In 8 Kriterien werden alle Aspekte von Vertragsdetails über Kosten und Nutzen untersucht. Die sonnenCommunity kann sich hier auf dem Spitzenplatz positionieren.
Top 5 Liste des Vergleichs von Community- und Cloud-Lösungen
Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei genauso vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten, auch sinkende Stromkosten oder sogar  100% Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms, versprochen. Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community?

Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt die Zielstellung, Community- und Cloud-Angebote  einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen. Ausgehend von einer umfangreichen Recherche konnten deutschlandweit insgesamt 15 Anbieter für derartige Lösungen identifiziert werden. Zur Bewertung dieser Angebote erarbeitete EuPD Research einen ganzheitlichen Ansatz, welcher in 8 Kriterien Darstellung, Vertragsdetails und Wirtschaftlichkeit der Lösungen sowie den Nutzen für das Energiesystem analysiert.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter in der Beispielrechnung für einen 4-Personenhaushalt mit 4.500 kWh Stromverbrauch ein Aufpreis von 512 Euro pro Jahr, was eine deutliche Mehrbelastung für den Kunden bedeutet. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter heute an.  

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Speziell bei vielen Cloud-Lösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.   

  
„Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist“, fasst Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. „Es freut uns daher sehr, dass wir mit unserer sonnenCommunity hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben und uns damit deutlich von den anderen Angeboten absetzen konnten“, so Schröder weiter.

Die Untersuchungsergebnisse sowie die gesamte Studie können Sie bei der Projektleiterin Natalja Semerow (n.semerow[at]eupd-research.com) anfragen.

Montag, 18. Juni 2018

Schlusslicht Schweiz

Die Schweiz bewegt sich im europaweiten Vergleich nach wie vor auf den hintersten Rängen, wenn es um die Produktion von Solar- und Windenergie geht. Obwohl der Ausbau im Bereich der Photovoltaik in den letzten Jahren anstieg, bleibt der Gesamtanteil am Stromverbrauch marginal. Unmittelbare Besserung ist nicht in Sicht, viele neue Projekte sind blockiert. Um die Energiewende hierzulande in Schwung zu bringen, braucht es ein neues Strommarktdesign.

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In der Schweiz herrschen sowohl für die Solar-  als auch für die Windenergieproduktion ideale Bedingungen, auch dank der flexibel und verlässlich einsetzbaren Wasserkraftwerke. Dem signifikanten Ausbau der neuen Erneuerbaren fehlen jedoch investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die KEV-Warteliste ist voll. Den aktuellen Stand der Schweiz im Vergleich mit allen EU-Ländern zeigt die SES in Form einer Kurzstudie. Dabei wird die pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom der Schweiz mit der Produktion der 28 EU-Staaten verglichen.

Nur vier EU-Länder produzierten 2017 weniger Solar- und Windenergie als die Schweiz: Lettland, Slowakei, Slowenien und Ungarn. In der Schweiz waren es pro Kopf 190 kWh Solarstrom und 16 kWh Windstrom, insgesamt also 206 kWh. Obwohl die PV-Produktion seit Jahren kontinuierlich zunimmt, ist der Gesamtanteil am Stromverbrauch mit 3% immer noch gering. Die Schweiz endet auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs mit dem Anteil der Photovoltaik (2.75%) und der Windenergie (0.23%) auf dem unrühmlichen 25. Rang. Sogar Österreich, ein Binnenland ohne windreiche Küsten, produzierte mehr Windstrom pro Kopf als die Schweiz. Und Belgien, ein nördlicheres Land mit weniger Sonnenstunden, produzierte mehr Solarstrom pro Kopf als die Schweiz.

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 im Mai 2017 wurde der Grundstein für eine erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz gelegt. Doch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sind schlecht. Obwohl der Netzzuschlag auf 1. Januar 2018 erhöht wurde, werden neu eingereichte Projekte nicht von Einspeisevergütungen profitieren können. Grund dafür: Die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Förderung befristet. Am heutigen Strommarkt können sich die Anlagen nicht refinanzieren. Damit zukünftig trotzdem in Solaranlagen investiert wird, braucht es ein Strommarktdesign, das den Produzenten erlaubt, den Strom zu fairen Preisen einzuspeisen. Das Bundesamt für Energie ignoriert dieses Thema und riskiert einen viel zu langsamen Ausbau neuer erneuerbarer Kraftwerke.

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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Sonntag, 17. Juni 2018

Kein Graustrom mehr

Endkundinnen und Endkunden erhalten künftig noch mehr Transparenz über ihren gelieferten Strommix. Die neue Energiegesetzgebung, welche seit 1. Januar 2018 in Kraft ist, regelt die Stromkennzeichnung ausführlicher und verbindlicher und es ist insbesondere nicht mehr möglich, den Kunden Strom aus „nicht überprüfbaren Energieträgern“ auszuweisen. 

Die vollständige Deklarationspflicht wird 2019 erstmals umgesetzt mit der Stromkennzeichnung für das Jahr 2018. Ebenfalls nicht mehr zulässig sind so genannte Nachweise zweiter Priorität (bspw. aus Stromlieferverträgen oder Verträge mit unabhängigen Produzenten). Dies bedeutet, dass neu auch kleine PV-Anlagen unter 30 kVA im Herkunftsnachweis-System erfasst werden müssen, falls deren Produktion für die Stromkennzeichnung genutzt werden soll.

Mit der Einführung der vollständigen Deklarationspflicht entfällt die bisherige Informationspflicht für Unternehmen, die keine Endverbraucher beliefern. Der Begriff des „stromkennzeichnungspflichtigen Unternehmens“ wurde entsprechend klar definiert: Die Schnittstelle zwischen dem Lieferanten und dem Endverbraucher ist der Verbrauchsmesspunkt. Für jeden Verbrauchmesspunkt muss demnach eine Stromkennzeichnung gemacht werden.

Seit Einführung der Stromkennzeichnung im Jahr 2009 wurde der Leitfaden mehrmals in kleinen Schritten angepasst. Das System der Herkunftsnachweise und die darauf basierende Stromkennzeichnung sind inzwischen flächendeckend umgesetzt und gehören zum Allgemeinwissen der Stromlieferanten. Der nun vorliegende, vollständig überarbeitete Leitfaden zur Stromkennzeichnung trägt den heutigen Vorgaben und Bedürfnissen Rechnung.

Der Leitfaden ist auf der Internetseite des BFE aufgeschaltet.

Quelle: energeiaplus.com

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Donnerstag, 14. Juni 2018

Atomstrom zu günstig

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat ihren Prüfbericht zur Kostenstudie 2016 der Stilllegungs- und Entsorgungskosten publiziert. Ihre Empfehlungen bestätigen weitgehend die reduzierten Beiträge der AKW-Betreiber in die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO). Die Schweizerische Energie-Stiftung SES bedauert dies. Viele Unsicherheiten bei der Kostenhöhe sowie insbesondere der Finanzierung der Fonds bleiben bestehen – und damit die virulente Gefahr, dass Atomstrom heute zu günstig auf Kosten von morgen abgegeben wird.
Vor vier Jahren sorgte ein fundierter Prüfbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) für zählbare Verbesserungen bei der Finanzierung der AKW-Stilllegung und –Entsorgung. Unter anderem wurde auf Verordnungsebene ein sogenannter Sicherheitszuschlag von 30% für nicht abgedeckte Risiken eingeführt.

Trotz anhaltenden Kostensteigerungen empfahl die STENFO-Verwaltungskommission, das Leitungsorgan der Fonds, in ihrem Prüfbericht zur Kostenstudie 2016 eine Senkung des Sicherheitszuschlags. Nun folgt die EFK in ihrem heute publizierten Prüfbericht weitgehend den Vorschlägen der Verwaltungskommission. Dies obwohl die EFK weiterhin vor Risiken bezüglich der Finanzierung der Fonds warnt, auf die sie bereits 2014 verwiesen hatte. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), das schlussendlich Kosten und Beiträge verfügt, hatte die damals bemängelten Risiken just mit der Einführung des Sicherheitszuschlags als abgeholt betrachtet. Für Nils Epprecht, SES-Projektleiter Strom&Atom, sind die Empfehlungen der EFK vor diesem Hintergrund sonderbar: «Die EFK begrüsst die Reduktion einer Sicherheitsmarge, obwohl diese ein vom UVEK akzeptiertes Mittel wäre, um nach wie vor ungedeckte Risiken abzufedern.»

Wird der Sicherheitszuschlag tatsächlich gekürzt, läuft dies auf tiefere Beiträge für die Betreiber hinaus. Faktisch wird damit der Atomstrom auf Kosten der Steuerzahlenden von morgen subventioniert und die Laufzeit der Kraftwerke verlängert, obwohl diese heute nicht mehr rentabel sind.
» SES-Gutachten «Relevanz des Sicherheitszuschlags für die Finanzierung der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (PDF)

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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Dienstag, 12. Juni 2018

Kommt jetzt die Speicher-Solarzelle?

Die Speicherung von Sonnenenergie ist die zentrale Herausforderung der Energiewende. Neben den klassischen Lösungen – wie Solarzellen oder Batterien – eröffnen kreative chemische Konzepte der Energiespeicherung völlig neue Chancen. So ist es möglich, durch intramolekulare Reaktionen die Umwandlung und Speicherung von Sonnenenergie in einem einzigen Molekül zu vereinigen.  

Bislang dienten Solarzellen zur Speicherung
von Sonnenenergie. Jedoch suchen Forscher
bereits nach neuen Möglichkeiten. (Bild: Colourbox.de)
Dies könnte die Grundlage zum Bau von Solarzellen sein, die Energie speichern. FAU bearbeiten diese Fragestellung aktuell in zwei Forschungsprojekten und erhalten dafür Fördermittel in Höhe von mehr als einer Million Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Strom aus einer regenerativen Energiequelle wie Sonne oder Wind steht nur dann zur Verfügung, wenn der Wind bläst und die Sonne scheint. Wird zu diesem Zeitpunkt gerade wenig Strom benötigt, ist es sehr schwer, den restlichen Strom zu speichern. Neue Konzepte sind gefragt – und die Forscher der FAU aus dem Department Chemie und Pharmazie setzen dabei auf chemische Konzepte zur Energiespeicherung.

In zwei Gemeinschaftsprojekten suchen die Wissenschaftler nach neuen Ideen zur molekularen Sonnenenergiespeicherung und erforschen Moleküle und Prozesse, die sowohl eine effiziente Speicherung als auch eine kontrollierte Energiefreisetzung ermöglichen. Denkbar ist dabei sogar eine direkte Umwandlung der gespeicherten chemischen Energie in elektrische Energie. Eine Vision, die den Bau einer „energiespeichernden Solarzelle“ ermöglichen würde.

Grundlage der Forschungen ist das so genannte „Norbornadien-Quadricyclan-Speichersystem“. Die Substanzen Norbornadien (NBD) und Quadricyclan (QC) sind Kohlenwasserstoffe und werden in der Fachwelt schon seit längerer Zeit als potenzielle Kandidaten für die Speicherung von Sonnenenergie diskutiert: Unter Einwirkung von Licht kann sich das Molekül Norbornadien in einer Reaktion innerhalb des Moleküls zu Quadricyclan verwandeln. Dabei wird eine Energiedichte erreicht, die der einer Hochleistungsbatterie entspricht. Auf Grund dieser Eigenschaft wird Quadricyclan auch als „Solar Fuel“ – also als solarer Treibstoff – bezeichnet. 

Effiziente Speicherung: Das Teil-Projekt „Photochemisch und magnetochemisch ausgelöste Speicherung / Freisetzung von Sonnenenergie in gespannten organischen Verbindungen“ wird von Prof. Dr. Dirk Guldi und Prof. Dr. Andreas Hirsch geleitet. Die Wissenschaftler arbeiten an der Herstellung verschiedener neuer Familien von NBD- und QC-Derivaten. Darüber hinaus untersuchen sie systematisch den Einfluss von Photosensibilisatoren und Elektronenakzeptoren sowie von Lösungsmitteln und Magnetfeldern innerhalb dieses Prozesses. Langfristiges Ziel der Forscher ist es, einen geschlossenen System-Brennstoffzyklus für molekulare Speichermedien zu realisieren. 

Kontrollierte Energiefreisetzung: Im Teil-Projekt „Katalytische und elektrochemische Wiedergabe von in verspannten organischen Verbindungen gespeicherter Sonnenenergie“ arbeiten Prof. Dr. Julien Bachmann, Prof. Dr. Jörg Libuda und Dr. Christian Papp zusammen. Die drei Wissenschaftler entwickeln neue Katalysatorsysteme und Elektroden, mit denen chemische Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt werden kann. Dieses Funktionsprinzip wollen sie konzeptionell anhand von Hybridgrenzflächen mit geeigneter elektronischer Struktur, chemischer Struktur und elektrochemischer Stabilität nachweisen. 

Grundlage für „energiespeichernde Solarzelle“: Die Ergebnisse beider Teilprojekte zusammen könnten die Grundlagen zum Bau einer „energiespeichernden Solarzelle“ sein. Der Strom, der bei Sonnenschein erzeugt wird, könnte über intramolekulare Reaktionen intelligent gespeichert und hocheffizient genutzt werden.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Jetzt Projekte für Prix Watt d'Or einreichen

Der Watt d'Or, die prestigeträchtige Auszeichnung des Bundesamts für Energie, wird am 10. Januar 2019 zum zwölften Mal verliehen! Für den Watt d'Or 2019 suchen wir überraschende, innovative und zukunftsweisende Energie-Initiativen und -Projekte. Kurz: Gesucht werden Bestleistungen im Energiebereich! Vorschläge können bis Ende Juli 2018 eingereicht werden. Infos gibt's im Internet auf www.wattdor.ch.  

Bewerbungen für den Watt d'Or 2019 werden in vier Kategorien entgegengenommen:
  1. Energietechnologien
  2. Erneuerbare Energien
  3. Energieeffiziente Mobilität
  4. Gebäude und Raum
Wer einen der begehrten Preise gewinnen möchte, muss die hochkarätige Jury davon überzeugen, dass sein Projekt innovativ, aber auch überraschend oder mutig ist und andere zum Nachmachen motivieren kann. Und vor allem soll jedes potentielle Siegerprojekt einen ganz besonderen Beitrag zur Energiezukunft der Schweiz leisten.

Bewerben können sich Gemeinden, Städte, Kantone, Vereine und Verbände, Einzelpersonen, kleine und grosse Unternehmen oder Organisationen aus Wissenschaft, Gesellschaft, Umwelt, Politik und Kultur. Die eingereichten Vorschläge müssen aktuell sein, das heisst, dass zwischen August 2017 und Juli 2018 entscheidende Aktivitäten erfolgt sein müssen. Vorschläge können bis zum 31. Juli 2018 beim Bundesamt für Energie ganz einfach per online-Formular eingereicht werden. Weitere Informationen zu Kriterien und Kategorien sowie das Bewerbungsformular gibt's im Internet unter:

www.wattdor.ch

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Freitag, 1. Juni 2018

D: Ökostrom-Rekord

Im Jahr 2.000 wurden in Deutschland fünf Prozent Ökostrom erzeugt. Im Frühjahr 2018 sind wir bei 42 Prozent - mehr als achtmal so viel. Rekord! Mit der Stromwende kommen wir gut voran, aber nicht mit der ökologischen Wärmewende und schon gar nicht mit der ökologischen Verkehrswende. Ein Kommentar von Franz Alt.

Im Jahr 2.000 kostete die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom 70 Euro-Cent – heute noch etwa sieben Cent, um den Faktor 10 weniger. Und das ist noch lange nicht das Ende der Abwärtsspirale beim Solarstrompreis. Der alte Kohle- und Atomstrom aus der Steckdose kostet zwischen 26 und 30 Cent und wird immer teurer werden. Worauf warten wir eigentlich noch?

Sonne und Wind schicken keine Rechnung
In sonnenreichen Regionen Afrikas oder Chiles kostet der Solarstrom schon heute noch 2,5 Cent. Das größte Solarkraftwerk der Welt will bis 2030 Saudi-Arabien bauen. Es soll dann so viel Strom produzieren wie etwa 80 mittlere Atomkraftwerke. Die Kilowattstunde Solarstrom soll bis dahin noch etwa einen Cent kosten. 

Solarstrom ist schon heute in vielen Ländern Sozialstrom und wird es in wenigen Jahren auf der ganzen Welt sein. In dieselbe Entwicklung gehen die Kosten der Windenergie. Sonne und Wind schicken eben keine Rechnung. Sie sind Geschenke des Himmels im wahrsten Sinne des Wortes. Der Einstieg ins Solarzeitalter ist bereits Realität. Der Erfolg der erneuerbaren Energien hat weltweit zu mehr als zehn Millionen neuen Arbeitsplätzen geführt. Das ist die Basis einer neuen ökosozialen Marktwirtschaft. 

Hierzulande hat der Erfolg der erneuerbaren Energien auch zu weit weniger CO2-Emissionen bei der Stromproduktion beigetragen. Das gilt leider nicht bei der Wärmeproduktion und beim Verkehr. Doch die Produktion einer Kilowattstunde  Ökostrom emittiert jetzt erstmals weniger als 500 Gramm CO2, hat das Bundesumweltamt soeben ermittelt. Seit 1990 wurden die Emissionen je KWh Strom um 36% vermindert. Also: Tschüss Kohle, willkommen Sonne, Wind, Wasserkraft und Bioenergie! Deutschland kann und muss so rasch wie möglich raus aus der Kohle.

Millionen neue Jobs
Das Solarzeitalter wird auch weiterhin Millionen neue Jobs schaffen und kann die Angst um die Arbeitsplätze der Zukunft wegen der Digitalisierung vermindern. Und außerdem: Da Energie der Schlüssel allen Wirtschaftens ist, wird durch die Erneuerbaren gerade in den heute noch armen Ländern ökonomische Entwicklung möglich und dadurch die Überwindung des Hungers. Wo der Hunger verschwindet, wird auch das Wachstum der Bevölkerung zurückgehen. Das ist in der ganzen Welt erwiesen. Die neue Große Koalition in Berlin will bis 2030  65% erneuerbaren Strom in Deutschland. Das kann auch schneller gehen, wenn die Kohlekraftwerke bald abgeschaltet werden. Dass das möglich ist, wird dadurch belegt, dass wir schon heute mehr Überschuss-Strom produzieren als je zuvor.

Wir schaffen das
Der bisherige Erfolg des Ökostroms hierzulande beweist, dass wir problemlos bis 2030 zu 100% Ökostrom erzeugen und bis 2040 auch die ökologische Wärmewende sowie die ökologische Verkehrswende organisieren können. Diese Entwicklung muss allerdings politisch gewollt sein. Wieder ist das Motto gefragt: „Wir schaffen das!“