Freitag, 14. Dezember 2012

Stadt Zürich setzt auf Erneuerbare

Der Bericht «ewz-Stromzukunft 2012 – 2050» analysiert vier Szenarien für die zukünftige Stromproduktion und beurteilt diese nach energetischen, ökologischen und finanziellen Aspekten. ewz bzw. die Stadt Zürich wird das Szenario eines starken Ausbaus der erneuerbaren Energien, insbesondere Wind- und Solarenergie, verfolgen. Dazu gehört auch, die Wasserkraft langfristig zu nutzen.

Atomausstieg, Klimaziele, Marktliberalisierung, neue Technologien: Der Elektrizitätsmarkt ist im Umbruch und stellt Energieunternehmen, Politik und Gesellschaft vor grosse Herausforderungen. ewz hat die heutige Situation analysiert und mögliche Szenarien für die künftige Produktion und den Vertrieb erarbeitet. ewz und dessen Eigentümerin – die Stadt Zürich – haben sich für die Strategie entschieden, die neuen erneuerbaren Energien massiv auszubauen und die Wasserkraft langfristig zu nutzen.

Solarenergie stellt auch für das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich einen Pfeiler der künftigen Energieversorgung dar. Im Bild die Photovoltaik-Anlage auf dem Fussballstadion Letzigrund.






Die Produktion mit neuen erneuerbaren Energien (Wind, Biomasse, Solar und Photovoltaik) soll in den nächsten fünf Jahren auf das 6-fache auf 1‘200 Gigawattstunden jährlich steigen. Das entspricht rund 40 Prozent des heute in der Stadt Zürich verbrauchten Stroms. Zusammen mit dem Strom aus Wasserkraftwerken könnte die Stadt Zürich somit bereits in fünf Jahren vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Der Zubau von Wind- und Solaranlagen erfolgt hauptsächlich im Ausland. Gleichzeitig lässt ewz die bestehenden Beteiligungen und Bezugsrechte an Kernkraftwerken auslaufen.

Verschiedene Punkte sprechen für den starken Ausbau der neuen erneuerbaren Energien und für die Rekonzessionierung der Wasserkraftanlagen (Bewilligung der jeweiligen Gemeinden für die langfristige Nutzung). Die Kosten der erneuerbaren Technologien sinken, die Beteiligungen und Bezugsrechte an Kernkraftwerken laufen aus und die Stadt Zürich hat sich mit den Vorgaben zur 2000-Watt-Gesellschaft hohe ökologische Ziele gesetzt. Marcel Frei, Direktor von ewz, erklärt die Vision: «Wir wollen das führende Energiedienstleistungsunternehmen in der Schweiz mit einer klaren Vorreiterrolle in den Bereichen Ökologie und Energieeffizienz werden.» Das angestrebte Szenario erfordert hohe Investitionen für den Ausbau der neuen erneuerbaren Energien sowie die Rekonzessionierung der Wasserkraftanlagen. «Wir werden jährlich im Durchschnitt ca. 100 Millionen Franken für die Realisierung aufwenden und damit unserem Motto gerecht werden, dass unsere Zukunft erneuerbar ist».

Eine weitere Herausforderung ist die Integration ins Netzsystem.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien steigt der Anteil der Wind- und Solaranlagen an der Gesamtproduktion auf bis zu 60 Prozent. Die Produktionsplanung wird mit der zunehmenden Anzahl solcher Anlagen schwieriger. Für die neue Situation braucht es Mittel und Wege, damit das Netzsystem stabil bleibt und die Versorgung gesichert ist. ewz strebt deshalb den innovativen Umbau des Netzes an, zum Beispiel mit dem Projekt Smart Metering, und investiert in neue Speichertechnologien.

Quelle: EWZ

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