Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data»
täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in
Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum
ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
Hier zeigt sich, dass die extreme Armut auf der ganzen Welt in den letzten Jahrzehnten anteilsmässig zumindest deutlich zurückgegangen ist. Gilt auch ohne China.
Our World in Data schreibt dazu: The share of the world population living in extreme poverty has never declined as rapidas in the past three decades. The decline in China was particularly fast, and given that one in six peopin the world lives there, we’re often asked whether the decline in global poverty was only due to the decline in China. The
chart shows the data that answers this question. In blue, we see the
global decline. In red, we see the decline if we exclude China from the
data. In the world outside of China, 33% lived in extreme poverty in
1990; by 2025, this share was down to 12%.
The large economic growth that lifted 940 million Chinese people out of extreme poverty since 1990 was a major contributor to the global
decline in poverty. But the non-Chinese world also achieved a very
large reduction. It is not true that the global decline in poverty was only due to China. Extreme poverty has declined in China and the rest of the world.
Frauke Rostalski bestreitet weder Klimakrise noch die Dramatik des
steigenden CO₂-Ausstosses. Sie kritisiert aber die Verschiebung der
Verantwortung auf Konsumentinnen und Konsumenten. Einzelne
Entscheidungen – weniger fliegen, weniger Fleisch essen – seien
klimatisch praktisch wirkungslos - Screenshot SRF Sternstunde Philosophie 15.2.26
Obwohl sich diese Geschichte wieder mal um Donald Trump dreht, sei sie mit einer anderen Person bebildert: die Philosophin Frauke Rostalski macht derzeit durch ein neues Buch von sich reden, in dem sie individuelles Handeln im Sinne eines moralischen Verhaltens in die Schmuddelecke stellt. Drei Fehler an ihrer Klimaskepsis, ohne diese hier weiter darzulegen, seien doch angetönt, wenn auch Trump Thema sein soll: Erstens verwehren wir den jungen Menschen Politisierung und Bewusstwerdung, wenn das Engagement mit Konsumverzicht abgewertet wird (ich etwa habe in kirchlichen Kreisen den Zugang zum Spannungsfeld Erste / Dritte Welt gelernt, ohne religiös zu sein), zweitens sind die Wirkungmechanismen nicht so eindeutig belegt, wie das Rostalski behauptet und drittens spielt man den grundsätzlichen Klimaskeptiker*innen wie letztlich Donald Trump in die Hände.
Zu Letzterem lässt sich sagen: Danke, Mister Trump! Nun habe ich auch ins Lager ihrer glühenden Verehrer gewechselt. Was sie vollbracht haben mit der Kündigung aller Klimavereinbarungen, ist wirklich grossartig, eben die grösste Deregulierung aller Zeiten! Das Gute daran (bei aller Dramatik) ist: Noch wir werden erleben, was fehlender Klimaschutz bewirkt. Darunter leidet halt dann (sorry for that) ihre US-Bevölkerung, aber sei’s drum. Auch die Bevölkerungen anderer Kontinente und Staaten werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Und die Folgen des Klimawandels werden sich eindeutiger denn je offenbaren.
Aber - und das ist ein weiterer Grund für Dankbarkeit - die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit all dieser anderen Staaten, die sich weiterhin zum Klimaschutz bekennen, wird rasant zunehmen, während der amerikanische Präsident dannzumal endgültig in die Fallgruppe des Untergangs der US-Wirtschaft gestürzt sein wird. Denn mal ehrlich: Wer in aller Welt wird die klimaschädlichen amerikanischen Produkte künftig kaufen? Oder planen etwa Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, schon jetzt den Erwerb eines SUV's mit Verbrennermotor, der wie früher muntere 15-20 Liter Benzin auf 100 km säuft?
Dankbarkeit können in diesem Zusammenhang auch China respektive die dortigen aufstrebenden Weltkonzerne empfinden. Das belegen vielerlei Einschätzungen aus diversen Medien, etwa von klimareporter.de oder andererseits die von spiegel.de und Tages-Anzeiger («Trump lenkt seine Industrie ins Museum», hinter Bezahlschranke). Seien es chinesische Automobile, die Stromer zu unschlagbaren Preisen auf den Weltmarkt bringen, seien es Haushaltgeräte, die wegen ihres Stromverbrauchs bei chinesischer Provenienz günstiger sind oder seien es Textilien und was der Dinge mehr sind - sie werden auch dank geringerer CO2-Intensität die Nase vorne haben im weltweiten Konkurrenzk(r)ampf.
Der jüngste IEA-Bericht
zum Strom-Sektor prognostiziert, dass der Anteil erneuerbarer Energien
und Kernenergie am weltweiten Strommix bis zum Ende dieses Jahrzehnts
auf 50 Prozent steigen wird, während auch Erdgas an Bedeutung gewinnt.
Der weltweite Strombedarf wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich um
durchschnittlich mehr als 3,5 % pro Jahr steigen, wobei die
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Erdgas und Kernenergie
entsprechend zunehmen wird, so ein neuer IEA-Bericht.
Electricity 2026, der soeben veröffentlicht wurde, ist der
Jahresbericht der IEA über die globalen Stromsysteme und -märkte. Er
enthält eine eingehende Analyse der jüngsten Trends und politischen
Entwicklungen sowie Prognosen für den Strombedarf, das Stromangebot und
die Kohlendioxidemissionen (CO₂) für den Fünfjahreszeitraum bis 2030.
Dem Bericht zufolge wird der Strombedarf bis 2030 mindestens 2,5-mal
so schnell wachsen wie der Gesamtenergiebedarf, da sich das Zeitalter
der Elektrizität durchsetzt. Dies ist auf den steigenden Stromverbrauch
in der Industrie, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, den
höheren Einsatz von Klimaanlagen und den Ausbau von Rechenzentren und KI
zurückzuführen. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer nach wie
vor die Haupttreiber des Stromnachfragewachstums sind, steigt auch der
Verbrauch in den Industrieländern nach 15 Jahren der Stagnation wieder
an und trägt bis 2030 zu einem Fünftel des gesamten Anstiegs der
Stromnachfrage bei.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die weltweite Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien – angetrieben durch den Rekordeinsatz von
Solar-PV – derzeit dabei ist, die Stromerzeugung aus Kohle zu überholen,
nachdem sie nach den neuesten verfügbaren Daten im Jahr 2025 praktisch
mit ihr gleichgezogen hat. Auch die Stromerzeugung aus Kernkraft
erreichte einen neuen Rekordwert. Der Aufschwung der emissionsarmen
Energiequellen hält bis 2030 an. Bis dahin sollen erneuerbare Energien
und Kernkraft zusammen 50 % des weltweiten Stroms erzeugen, gegenüber 42
% heute.
Auch die Stromerzeugung aus Erdgas wird bis 2030 weiter wachsen,
unterstützt durch die steigende Stromnachfrage in den Vereinigten
Staaten und die anhaltende Umstellung von Öl auf Gas für die
Stromerzeugung im Nahen Osten. Die Stromerzeugung aus Kohle verliert
weltweit an Boden, da erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, und
wird bis zum Ende des Jahrzehnts wieder das Niveau von 2021 erreichen.
Infolgedessen werden die weltweiten CO₂-Emissionen aus der
Stromerzeugung bis 2030 voraussichtlich in etwa gleich bleiben.
Der Bericht betont, dass diese Trends – steigende Nachfrage, eine
zunehmend wetterabhängige Stromerzeugungsmix und sich wandelnde
Stromverbrauchsmuster und -technologien – einen raschen und effizienten
Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der Systemflexibilität erfordern.
Derzeit sind weltweit Projekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 2
500 Gigawatt – darunter erneuerbare Energien, Speicher und Projekte mit
hohem Stromverbrauch wie Rechenzentren – in Warteschlangen für den
Netzanschluss blockiert.
Eine neue Analyse in dem Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem
Ausbau der Netze durch den Einsatz netzverbessernder Technologien und
die Umsetzung von Regulierungsreformen, die flexiblere Netzanschlüsse
und -nutzung ermöglichen, in naher Zukunft bis zu 1 600 Gigawatt an
Projekten aus den Warteschlangen integriert werden könnten. Zusammen
würden diese Maßnahmen eine effizientere Nutzung des Netzes ermöglichen
und damit erhebliche Kapazitäten freisetzen.
„In einer Zeit großer Unsicherheit auf den Energiemärkten ist eines
sicher: Die weltweite Stromnachfrage wächst viel stärker als in den
letzten zehn Jahren. In diesem Zeitalter der Elektrizität wird der
Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs bis 2030 dem Verbrauch von mehr
als zwei Europäischen Unionen entsprechen“, sagte Keisuke Sadamori,
Direktor für Energiemärkte und Sicherheit bei der IEA. „Um diesen Bedarf
zu decken, müssen die jährlichen Investitionen in die Netze bis 2030 um
50 % steigen. Die Erweiterung der Flexibilität wird ebenfalls von
entscheidender Bedeutung sein, da sich die Stromnetze weiterentwickeln –
ebenso wie ein starker Fokus auf Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.“
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Installation von
Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab stark zugenommen hat und eine
wichtige Quelle für kurzfristige Flexibilität darstellt. Märkte wie
Kalifornien, Deutschland, Texas, Südaustralien und das Vereinigte
Königreich haben in den letzten Jahren ein starkes Wachstum bei der
Bereitstellung von Batteriekapazitäten im Versorgungsmaßstab
verzeichnet.
Electricity 2026
stellt außerdem fest, dass die Bezahlbarkeit von Strom nach wie vor ein
wichtiges und wachsendes Problem darstellt. In vielen Ländern sind die
Strompreise für Haushalte seit 2019 schneller gestiegen als die
Einkommen. Die hohen Preise setzen auch die Industrie und die
Unternehmen unter Druck. Daher konzentrieren sich die politischen
Entscheidungsträger auf Strategien, Marktgestaltungen und Vorschriften,
die nicht nur zusätzliche Investitionen, sondern auch mehr Flexibilität
und Effizienz in allen Bereichen des Stromsystems, einschließlich
Nachfrage, Angebot und Nutzung der Infrastruktur, bringen.
Dem Bericht zufolge sind größere Anstrengungen erforderlich, um die
Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Stromversorgungssysteme weltweit
zu verbessern, die mit steigenden Risiken aufgrund alternder
Infrastruktur, extremer Wetterereignisse, Cyberbedrohungen und anderer
neu auftretender Schwachstellen konfrontiert sind. Die Modernisierung
der Funktionsweise der Systeme sowie die Stärkung des physischen
Schutzes kritischer Infrastrukturen sind laut dem Bericht unerlässlich,
um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken
Die Axpo Tochter Urbasolar hat mit dem Bau Europas grösster
zusammenhängender Dachsolaranlage begonnen. Die Anlage entsteht auf dem
136.000 m² grossen Dach des Logistikgebäudes OMEGA in Dourges,
Nordfrankreich, und hat eine Leistung von 18 Megawatt. Darum geht’s:
Axpo
Tochter Urbasolar baut Europas grösste Dachsolaranlage auf dem
OMEGA-Logistikgebäude in Dourges (Nordfrankreich) mit 18 MWp Leistung –
davon 1 MWp für den Eigenverbrauch. Die Anlage könnte über 4500
Haushalte mit Strom versorgen.
Das OMEGA-Gebäude umfasst 136 000 m2 und bietet Platz für 450 Mitarbeitende; darunter die von PepsiCo.
Statt
nur das gesetzliche Minimum von 30 Prozent der Dachfläche zu nutzen,
deckt das Projekt die gesamte nutzbare Dachfläche mit Solaranlagen ab
und zeigt die Kompetenz in grossflächigen Dachinstallationen von
Urbasolar.
Das Logistikgebäude OMEGA (siehe Bild oben) wurde als Vorbild für
Energieeffizienz konzipiert. Es besteht aus zwölf Lagereinheiten mit je
rund 11.000 m² Fläche, einer Höhe von 11,5 Metern und Laderampen an zwei
der vier Fassaden. Mit Platz für bis zu 450 Mitarbeitende trägt das
neue Lager zur Erfüllung der wachsenden Anforderungen der nationalen
Logistik und zur Dekarbonisierung von Logistikaktivitäten bei –
insbesondere für den PepsiCo-Konzern, der sich für OMEGA entschieden hat
und Ende September 2025 eingezogen ist.
Das OMEGA-Projekt wird
von SPL Delta 3 geleitet, dem Immobilienentwickler hinter der
multimodalen Plattform. Diese wird von einem gemischten Konsortium und
der Region Hauts-de-France getragen. Die Endinvestoren Tristan Capital
Partners und Edmond de Rothschild REIM France finanzieren das Projekt
gemeinsam.
Thibault Ancely (Geschäftsführer, Tristan Capital
Partners) und Kristelle Wauters (Vorstandsvorsitzende, Edmond de
Rothschild REIM France) betonen: «Wir sind stolz, Teil eines Projekts zu
sein, das Innovation und Nachhaltigkeit verbindet. Unser Ziel ist die
Entwicklung von Logistikinfrastrukturen, die heutigen ökologischen
Anforderungen entsprechen. Die Partnerschaft mit Urbasolar ist dabei
zentral für die Maximierung der Energieeffizienz.»
Antoine
Millioud, Präsident von Urbasolar und Leiter der Division Solar bei
Axpo, ergänzt: «Dieses Projekt ist ein Meilenstein unserer
Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Integration modernster
Photovoltaik-Lösungen zeigen wir, dass Solarenergie Energiekosten und
CO₂-Emissionen erheblich senken kann. Wir schätzen die Zusammenarbeit
mit Partnern, die unsere Vision einer nachhaltigen Energiezukunft
teilen.» Das Projekt unterstreicht das Engagement von Axpo, die
Energiewende voranzutreiben und erneuerbare Energiequellen auszubauen
«Um
dieses Gebäude zum Vorbild in der Umweltbilanz zu machen, wollten wir
uns nicht auf das gesetzliche Minimum von 30 % Dachfläche beschränken,»
erklärt Emmanuel Favreuille, Direktor bei SPLA DELTA 3. «Die
Entscheidung, die gesamte nutzbare Dachfläche mit einer Mischung aus
Eigenverbrauch und Einspeisung auszustatten, erwies sich als
entscheidender Erfolgsfaktor – besonders da Energiemanagement für unsere
Kunden zunehmend wichtiger wird.»