Donnerstag, 13. Mai 2021

D: Klimaschutzgesetz mit verbindlichem Pfad

Deutschland wird bis 2045 klimaneutral und beschreibt den Weg dahin mit verbindlichen Zielen für die 20er und 30er Jahre. Das ist der Kern der Novelle des Klimaschutzgesetzes, die das Bundeskabinett auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze beschlossen hat. 

Bislang hatte die Bundesregierung Treibhausgasneutralität bis 2050 angestrebt. Das Zwischenziel für 2030 wird von derzeit 55 auf 65 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 erhöht. Für 2040 gilt ein neues Zwischenziel von 88 Prozent Minderung. Die Klimaschutzanstrengungen werden so bis 2045 fairer zwischen den jetzigen und künftigen Generationen verteilt. Dazu hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung Ende April aufgefordert. Die Bundesregierung wird zudem in den nächsten Wochen mit einem Sofortprogramm erste Weichenstellungen für das neue Ziel vornehmen. Das geht aus einem begleitenden Beschluss des Bundeskabinetts hervor.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (Bild): „Mit diesem Gesetz schaffen wir mehr Generationengerechtigkeit, mehr Planungssicherheit und einen entschlossenen Klimaschutz, der die Wirtschaft nicht abwürgt, sondern umbaut und modernisiert. Ich spreche dabei nicht von einer Verschärfung der Klimaziele, sondern es geht mir um die Entschärfung der Klimakrise. Das Klimaschutzgesetz setzt den Rahmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Es stellt uns alle vor eine große Aufgabe. Denn es geht nicht um Mathematik, es geht um die Art, wie wir künftig leben, produzieren, heizen und uns fortbewegen wollen. Das betrifft viele Politikbereiche. Künftig müssen alle Ministerien mehr denn je Klimaschutzministerien sein. Mein Klimaschutzgesetz ist der Garant dafür, dass die Regierung beim Klimaschutz nicht mehr nachlassen und zuverlässig alle Ziele erreichen wird.“

Das Klimaschutzgesetz führt das System der jahresscharfen zulässigen Emissionsmengen für die einzelnen Sektoren für die 20er Jahre fort und senkt sie deutlich ab. Den Löwenanteil der zusätzlichen Minderung bis 2030 werden die Energiewirtschaft und die Industrie übernehmen. Dies folgt einerseits dem ökonomischen Gedanken, dort zu mindern, wo die Vermeidungskosten am geringsten sind, andererseits sind der Industrie- und Energiesektor weiterhin die Sektoren mit den höchsten Emissionen. Hinzu kommt, dass eine erneuerbare Energieversorgung der Schlüssel für Emissionsminderungen in allen anderen Sektoren ist, in denen erneuerbar erzeugter Strom fossile Brenn- und Kraftstoffe ersetzen kann.

Das neue deutschen Klimaziel für 2030 berücksichtigt auch das neue höhere EU-Klimaziel für 2030, auf das sich alle Mitgliedstaaten unter deutscher Ratspräsidentschaft Ende 2020 verständigt hatten. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor knapp zwei Wochen hatte sich die Bundesregierung entschlossen, mit der Umsetzung der EU-Einigungen nicht zu warten, sondern diese bereits zu antizipieren und später bei Bedarf zu aktualisieren. Das hat den Vorteil, dass im Kampf gegen den Klimawandel keine Zeit verloren geht.

Neu ist auch eine Zielvorgabe für den Erhalt und den Ausbau der sogenannten natürlichen Senken wie Wälder und Moore. Sie werden benötigt, um die unvermeidbaren Restemissionen von Treibhausgasen, etwa aus der Viehhaltung oder bestimmten Industrieprozessen, zu kompensieren. Der Senkenausbau benötigt einen langen Vorlauf. Darum beginnt die Bundesregierung schon jetzt, die Vernässung von Mooren und den notwendigen Waldum- und –ausbau zu intensivieren. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bundesregierung negative Emissionen an, dann soll Deutschland mehr Treibhausgase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt.

Zusätzlich zum Beschluss des neuen Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung ein Sofortprogramm angekündigt, mit dem sie die Umsetzung der neuen Klimaschutzziele für die verschiedenen Sektoren unterstützen wird. Dies soll mit zusätzlicher Förderung im Umfang von bis zu 8 Mrd. Euro geschehen – aber auch mit zusätzlichen Vorgaben. So sollen beispielsweise die Energiestandards für Neubauten gestärkt werden. Die Kosten des CO2-Preises sollen künftig nicht mehr allein von den Mieter*innen, sondern zur Hälfte von den Vermieter*innen getragen werden. Damit soll die Wirkung des CO2-Preises verbessert werden, da Vermieter über energetische Sanierungen und die Art der Heizung entscheiden.

Die im deutschen Bundeskabinett beschlossene Novelle des Klimaschutzgesetzes sowie den begleitenden Beschluss finden Sie auf der BMU-Homepage unter folgendem Link:

https://www.bmu.de/GE952 

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Mittwoch, 12. Mai 2021

Aufbruch zur Solarmesse mit Fokus auf Polen

Photovoltaik (PV) in Polen boomt: Nach Angaben von SolarPower Europe wurden im Jahr 2020 2,2 Gigawatt (GW) Solarstromleistung installiert – nahezu das Dreifache wie im Vorjahr (823 Megawatt (MW)). Das ist Platz vier in Europa, hinter Deutschland (4,8 GW Zuwachs in 2020), Niederlande (2,8 GW) und Spanien (2,6 GW). Damit ist Polen ein interessanter und aufstrebender Markt für die gesamte Branche.

Diese trifft sich auf der Intersolar Europe Restart 2021 vom 06. bis 08. Oktober auf der Messe München. Als Teil von The smarter E Europe Restart 2021 stellen Hersteller, Zulieferer, Händler und Dienstleister ihre Produkte und Innovationen auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft vor. Alle Zeichen deuten auf eine weitere starke Expansion: Der polnische Solarmarkt soll künftig jährlich um 35 Prozent wachsen, sodass im Jahr 2024 die PV-Leistung 8,3 GW erreicht. So die mittlere, eher konservative Prognose des europäische PV-Branchenverbands SolarPower Europe im EU Market Outlook. „Die PV in Polen boomt auf allen Ebenen – von privaten und kommerziellen PV-Dachanlagen bis hin zu großen Freiflächenanlagen“, bestätigt Dr. Stanislaw Pietruszko, Präsident der Polnischen Gesellschaft für Photovoltaik (PV Poland). Laut PV Poland wuchs die Zahl der registrierten Kleinanlagen – unter 50 Kilowatt (kW) – mit einer durchschnittlichen Leistung von 6,5 kW um das Dreifache: von 155.000 (992 MW) Ende 2019 auf 457.400 (3 GW) Ende 2020. Diese kleinen Anlagen machen 75 Prozent der gesamten in Polen installierten PV-Leistung aus. Für das prognostizierte Wachstum spricht außerdem: Größere PV-Projekte mit einer Leistung von 4 GW haben bereits vorläufige Netzanschlussgenehmigungen erhalten.

8.000 Beschäftigte in der PV-Branche: Das PV-Marktvolumen in Polen belaufe sich auf 2,2 Milliarden Euro, in der Branche seien 8.000 Menschen tätig, betonte kürzlich Andrzej Kazmierski, stellvertretender Direktor der Abteilung für emissionsarmes Wirtschaften im Ministerium für Entwicklung, Arbeit und Technologie im Intersolar Europe Webinar „A Rising Star: PV Market Poland“ Ende März 2021. Wichtige Herausforderungen sieht Kazmierski in der Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der EU, um Energiegemeinschaften und kollektive Prosumer sowie langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs) zu fördern. Auch sei die erneuerbare Energie stärker ins Energiesystem einzubinden, das Energiemanagement sowie die Netze verstärkt auszubauen. Die Regierung wolle den Rahmen für ein stabiles Marktwachstum schaffen und die lokale Wertschöpfung stärken.

Staatliche Förderprogramme in Polen: Neben stark gesunkenen PV-Kosten und dem wachsenden Umweltbewusstsein wird der polnische PV-Markt durch eine Reihe von staatlichen Programmen wie My Current (230 Mio. €), Clean Air und Wärmemodernisierung befördert. Das Förderprogramm Agroenergia (50 Mio. €) bietet beispielsweise Landwirten zinsgünstige Kredite oder direkte Zuschüsse für den Bau von Solarstromanlagen zwischen 50 kW und 1 MW.

Unternehmen setzen auf Solarstrom für den Eigenverbrauch: Darüber hinaus gibt es in Polen große Solarprojekte, die nicht auf Subventionen angewiesen sind, wie ein 64-MW-Solarpark in Witnica nahe der deutschen Grenze, dessen Strom über einen mehrjährigen Stromabnahmevertrag (PPA) an eine Zementfabrik verkauft wird. In Konin (Woiwodschaft Großpolen) wird etwa eine neue Fabrik für Batteriekathodenmaterialien, die in Elektroautos verwendet werden, zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom betrieben. Außerdem setzen große Unternehmen zunehmend auf Solarstrom zum Eigenverbrauch. Zum Beispiel deckt ein führender Hersteller von Metallmöbeln in Suwalki (Woiwodschaft Podlaskie) im Nordosten Polens seinen Bedarf seit kurzem mit Strom von einer 2-MW-Dach- und von Freiflächenanlagen auf dem Firmengelände.

Intersolar Europe Restart 2021 präsentiert Produkte und Innovationen: Über Entwicklungen, Produkte und Anwendungen in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie, Solarkraftwerke sowie Netzinfrastruktur und Lösungen für die Integration erneuerbarer Energie informiert die Intersolar Europe Restart 2021 vom 06. bis 08. Oktober auf der Messe München. Auf dem wichtigsten Branchentreff der Solarwirtschaft präsentieren Hersteller, Zulieferer, Händler und Dienstleister ihre Produkte und Innovationen. Die Materialien zum Webinar „A Rising Start: PV Market Poland“ können hier heruntergeladen werden.
 
Die Intersolar Europe findet in diesem Jahr vom 06. bis 08. Oktober als Intersolar Europe Restart 2021 auf der Messe München im Rahmen von The smarter E Europe Restart 2021 statt. Während des zuletzt geplanten Veranstaltungszeitraums, vom 21. bis 23. Juli 2021, finden die The smarter E Industry Days inklusive der Preisverleihung für den The smarter E AWARD, Intersolar AWARD und ees AWARD 2021 digital statt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
Weitere Informationen über die Intersolar Europe: www.intersolar.de 

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Dienstag, 11. Mai 2021

Jetzt ist die richtige Zeit für Photovoltaik-Anlage

In diesem Jahr stehen für die Förderung von Photovoltaikanlagen (PV) in der Schweiz insgesamt 470 Millionen Franken zur Verfügung. Soviel wie noch nie zuvor. Es gibt darum bald auch keine Wartelisten mehr: Ab September wird auch die Einmalvergütung für kleine Anlagen nach einer Bearbeitungsfrist von nur rund drei Monaten ausbezahlt. Neben dem Fördergeld stehen aber auch viele neue Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung. Zudem werden gesetzliche Hürden abgebaut. Jetzt ist also die richtige Zeit, den Bau einer PV-Anlage zu planen - wie das Bundesamt für Energie in dieser Medienmitteilung festhält.

Vom 28. Mai bis 6. Juni 2021 bieten die «Tage der Sonne» zahlreiche Gelegenheiten, sich über alle Themen rund um die Solarenergie zu informieren. Eine gute Idee, denn der Weg zur eigenen Solaranlage ist heute so einfach wie nie.

Genügend Fördermittel verfügbar: Insgesamt stehen in diesem Jahr 470 Millionen Franken für Einmalvergütungen für Photovoltaikanlagen bereit. Davon 270 Millionen Franken für kleine PV-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW und 200 Millionen Franken für grosse Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW. Die Einmalvergütung deckt je nach Anlagenleistung etwa 20% der Investitionskosten.

Grosses Informations- und Beratungsangebot: Für die Planung von PV-Anlagen stellt EnergieSchweiz, das Programm des Bundes für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, auf energieschweiz.ch zahlreiche Ratgeber zur Verfügung. Sie führen auch PV-Laien sicher ans Ziel. So führt der Leitfaden «In sieben Schritten zu Ihrer Solaranlage» durch alle wichtigen Etappen der Planung und Realisation:

  1. Zuerst sollten die Solarpotenziale auf Dach und Fassade mit sonnendach.ch und sonnenfassade.ch analysiert werden.
  2. In Schritt 2 gibt es Informationen, wie man einen möglichst hohen Eigenverbrauch erreichen kann und ob sich ein Batteriespeicher lohnt.
  3. Mit dem Solarrechner können dann Investitionskosten und Stromproduktion verschiedener Anlagentypen durchgerechnet werden.
  4. Danach lohnt es sich Unterstützung und Offerten von qualifizierten Installateuren einzuholen. Die findet man ganz einfach auf solarprofis.ch. Vorsicht vor dubiosen Angeboten, die telefonisch oder per Post ins Haus flattern. Liegen drei Offerten für die Anlage vor, kann man diese von EnergieSchweiz kostenlos prüfen und vergleichen lassen.
  5. Unter Schritt 5 liefert EnergieSchweiz auch Tipps und Musterbriefe zur Anmeldung der Anlage bei Gemeinde oder Kanton (vor Baubeginn anmelden).
  6. Die Anlage sollte natürlich unbedingt für die Förderung mit einer Einmalvergütung bei pronovo.ch  angemeldet werden.
  7. Sobald die Behörde bestätigt, kann der Bau losgehen. Idealerweise dauert dieser nur einige Tage und dann kann die Produktion des eigenen Stroms beginnen. Für die Funktionskontrolle der Anlage nach ein paar Jahren Betrieb, bietet die die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES Qualitätstests durch unabhängige Experten an.

Administrative Erleichterungen: Um die Anmeldung für eine Einmalvergütung nutzerfreundlicher zu gestalten, hat die Pronovo AG ein Kundenportal entwickelt. Dadurch kann die Anmeldung für die Förderung papierlos erfolgen. Zudem wird auch der Behördenverkehr einfacher. Um die Melde- und Bewilligungsverfahren noch rascher und einfacher zu gestalten, stellt EnergieSchweiz den «Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen» zur Verfügung. Mit Unterstützung von EnergieSchweiz will Swissolar noch in diesem Jahr das Tool EasyAdmin an den Markt bringen. EasyAdmin bringt wesentliche Erleichterungen für Planer und Installateure beim administrativen Verkehr mit Pronovo, den Netzbetreibern und den Gemeinden.

Entwicklung des PV-Ausbaus in den Gemeinden online verfolgen. Für die Webseite www.bfe.admin.ch/stromproduktion des Bundesamts für Energie wurde eine neue Karte mit Geodaten zu den Stromproduktionsanlagen in der Schweiz entwickelt. Mit diesen Daten kann für jede Schweizer Gemeinde der Zubau von PV-Anlagen verfolgt und zudem analysiert werden, wie viel sie vom vorhandenen PV-Potenzial bereits nutzt.

Weiter führen mehrere Bundesämter derzeit verschiedene Grundlagenstudien zur Photovoltaik an verschiedenen Standorten ausserhalb von Bauzonen durch. Beispielsweise PV und Landwirtschaft, PV auf Stauseen und -mauern, auf Parkplätzen, in Skigebieten, oder auf Lärmschutzwänden.

Bildungsoffensive für mehr Fachleute im Gebäudebereich: Der starke Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz erfordert genügend und vor allem gut ausgebildete Fachleute. Um den aktuell herrschenden Fachkräftemangel im Gebäudebereich entgegenzuwirken, erarbeitet EnergieSchweiz derzeit gemeinsam mit der Branche eine Roadmap mit konkreten Massnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels und zur Förderung der relevanten Energiekompetenzen. Im Solarbereich betreibt EnergieSchweiz zudem die Koordinationsstelle Solarbildung Schweiz, unterstützt diverse Weiterbildungsangebote, unter anderem von Swissolar. Auch wird aktuell mit Unterstützung von EnergieSchweiz ein praxisnahes «Fachbuch Photovoltaikanlagen» für Planer, leitende Installateure und Fachpersonen angrenzender Fachgebiete erarbeitet.

Auch bei den rechtlichen Grundlagen auf Bundesebene werden Hürden abgebaut

  • Per 1. Juli 2021 wird die Plangenehmigungspflicht für Energieerzeugungsanlagen, die mit einem Niederspannungsverteilnetz verbunden sind, aufgehoben. PV-Anlagen können damit einfacher, günstiger und schneller realisiert werden (Verordnung über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische Anlagen VPeA). Der Bundesrat wird voraussichtlich Ende Mai über die Inkraftsetzung der revidierten VPeA entscheiden.
  • Per 1. Juli 2021 wird die Erlangung einer beschränkten Installationsbewilligung vereinfacht. Damit wird es für Berufsfachleute einfacher, eine Installationsbewilligung für solche Anlagen zu erhalten. (Niederspannungs-Installationsverordnung NIV). Der Bundesrat wird voraussichtlich Ende Mai über die Inkraftsetzung der revidierten NIV entscheiden.
  • Der für den Herkunftsnachweis nötige Beglaubigungsprozess für Photovoltaikanlagen bis zu einer Leistung von unter 100 kW soll per 1.1.2022 vereinfacht werden (Revision der Verordnung des UVEK über den Herkunftsnachweis und die Stromkennzeichnung HKSV. In Vernehmlassung seit 27. April 2021).
  • Per 1.1.2022 soll es Vereinfachungen bei der Verrechnung der Kosten für «Anlagen-Contracting» beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) geben (Revision der Energieverordnung EnV. In Vernehmlassung seit 27. April 2021).
  • In der nächsten Revision der Raumplanungsverordnung sollen Vereinfachungen der Baubewilligungen für PV auf Infrastrukturanlagen ausserhalb der Bauzone und an Fassaden vorgeschlagen werden (Federführung beim Bundesamt für Raumentwicklung ARE).
  • Voraussichtlich im Juni wird der Bundesrat dem Parlament die Botschaft zum «Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien» (Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes) überweisen. Darin vorgesehen ist, die heute fixen Einmalvergütungen für grosse Photovoltaikanlagen neu durch Ausschreibungen (Auktionen) festzulegen. Der Bundesrat kann dabei für grosse Anlagen ohne Eigenverbrauch höhere Einmalvergütungen vorsehen. Weiter sollen im Zuge der vollständigen Strommarktöffnung virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) und die Nutzung von Anschlussleitungen durch die ZEV möglich werden. Und schliesslich sollen alte PV-Anlagen einen Bestandschutz bei den Rückliefertarifen erhalten, indem der Bund für eine gewisse Zeit ihre Herkunftsnachweise kauft (Vollzug durch Pronovo).

Adresse für Rückfragen

Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation BFE
058 462 56 75, marianne.zuend@bfe.admin.ch



Herausgeber

Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch

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Für Mindestpreise von Treibhausgas-Emissionen

In der Diskussion um die Ausrichtung der deutschen Klimaschutzpolitik schlägt die Stif­tung Klimaneutralität die Einführung eines nationalen Mindestpreises für Treibhausgas­emissionen im Stromsektor vor. Dieser Mindestpreis solle den CO2-Preis „nach unten“ absichern und ein für Investoren verlässliches Preissignal schaffen, heißt es zur Begründung. „Auch wenn in den nächs­ten Jahren ein Preisanstieg zu erwarten ist, spielt die Verlässlichkeit und Planbarkeit des CO2-Preis­signals für die Dekarbonisierung des Stromsektors eine entscheidende Rolle“, sagt Rainer Baake, Direktor der Stiftung Klimaneutralität. „Die Erfahrungen seit Einführung des Emissions­handels im Jahr 2005 zeigen, dass die Preisentwicklung sehr ungleichmäßig und wenig vorherseh­bar war. Dies gilt es zu verhindern, damit notwendige Investitionen in klimaschonende Techno­logien nicht un­terbleiben, sondern rechtzeitig erfolgen.“

 

Rainer Baake: „Unser Vorschlag ist praktikabel und rechtsicher umsetzbar. Er kann und soll einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Planungssicherheit für die Akteure im Stromsektor in Deutsch­land leisten. Er würde dazu beitragen, dass wir auch ein angehobenes Klimaziel für 2030 erreichen – jedenfalls dann, wenn auch die anderen Sektoren ihre Beiträge liefern. Umgekehrt gilt, ohne eine entschiedene Dekarbonisierung des Stromsektors läuft eine Elektrifizierung der anderen Sektoren ins Leere, da unter dem Strich keine Treibhausgasminderung stattfindet.“

Die neuen Klimaziele der Bundesregierung sehen für 2030 eine Minderung der Treibhausgasemis­sio­nen um 65% vor. Dieses Ziel kann nach Analysen der Stiftung Klimaneutralität nur durch ein Vor­zie­hen des Kohleausstiegs von derzeit 2038 auf 2030 erreicht werden. Eine solche Entwicklung ist zwar in Folge der in der EU ebenfalls kürzlich angehobenen Klimaziele wahrscheinlich, sollte aber im Inter­esse der Investitionssicherheit im deutschen Stromsektor durch einen Mindestpreis abgesichert wer­den.

Nach dem Vorschlag der Stiftung, dessen Details das Öko-Institut in ihrem Auftrag ausgearbeitet hat, soll der CO2-Mindestpreis ab 2025 gelten und im ersten Jahr 50 Euro pro Tonne CO2 betragen – ein Ausgangswert, der nur leicht oberhalb des heutigen Niveaus liegt. In Anlehnung an die gehobenen Klimaschutzziele müsse der Zielpfad für den Mindestpreis so festgelegt werden, dass er im Jahr 2030 ein Niveau von 65 Euro je Tonne CO2 erreicht. Demnach sei ein jährlicher Anstieg von 3 Euro pro Ton­ne CO2 notwendig.

Solange die CO2-Preise im Europäischen Emissionshandelssystem (ETS) über diesen festgelegten Wer­ten liegen, hätte der Mindestpreis keine Wirkung. Greifen würde er dem Vorschlag zufolge ledig­lich bei niedrigeren CO2-Preisen im ETS. In diesen Fällen würde ein entsprechender Aufschlag bei den Energiesteuer fällig, so dass in Summe der Mindestpreis zu zahlen sei. Rainer Baake: „Dieser Mecha­nismus wird für ein vorhersehbares Preisniveau für die Emissionen in der Stromerzeugung in Deut­sch­land sorgen – und dafür, dass Unsicherheiten für Investoren beseitigt werden.“

Erhoben werden könne der Mindestpreis über den Weg einer angepassten Energiebesteuerung. Falls die CO2-Preise im ETS unterhalb des Zielpreises liegen, werde die bestehende Energiesteuer­befreiung für Energieträger zur Stromerzeugung aufgehoben. Die Steuersätze würden im Energiesteuergesetz festgelegt und könnten so bei der Planung der Unternehmen berücksichtigt werden.

Dass eine solche Regelung sowohl mit dem Europarecht als auch mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar ist, hat die Stiftung Klimaneutralität durch ein Rechtsgutachten prüfen lassen. Die Gutach­ter*innen der Stiftung Umweltenergierecht in Würzburg kamen zu dem Ergebnis, dass der Vorschlag dem Anforderungskatalog der Verbrauchsteuersystem-Richtlinie entspreche, nicht gegen das abgabenrechtliche Diskriminierungsverbot verstößt sowie beihilferechtlich genehmigungsfähig sei. Eine Gesetzgebungskompetenz des Bundes sei gegeben, da es sich um die Anpassung einer zuläs­sigen Verbrauchsteuer handele. Darüber hinaus werde durch den Vorschlag keine Neuverhand­lung des öffentlich-rechtlichen Vertrags mit den Braunkohleunternehmen notwendig.

Weitere Informationen: Ergänzend zu dieser Pressemitteilung stehen weitere Informationen zu diesem Thema zum Download bereit:

https://www.stiftung-klima.de/de/themen/energie/co2-mindestpreis/

Über die Stiftung Klimaneutralität:  Die Stiftung Klimaneutralität hat im Juli 2020 in Berlin ihre Arbeit aufgenommen. Ihr Ziel ist es, Wege zur Klimaneutralität aufzuzeigen. Sie entwickelt in enger Kooperation mit anderen Denkfabriken sek­torübergreifende Strategien für ein klimagerechtes Deutschland. Auf der Basis von guter For­schung will die Stiftung informieren und beraten – jenseits von Einzelinteressen. www.stiftung-klima.de

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Mittwoch, 5. Mai 2021

Int. Designpreis für Schweizer Solarsystem

Der Solarhersteller Megasol entwickelte ein neues Solardach, das nahtlos in Ziegel- und Schindeleindeckungen integriert werden kann. Das Schweizer Unternehmen aus Deitingen (SO) wurde dafür mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.

Das Solardach „Match“ von Megasol bringt eine grosse Neuerung mit sich: Es lässt sich in die bestehende Dacheindeckung – sei es Ziegel oder Schindel – integrieren. Damit ändert sich beim Bau einer Solaranlage die gewohnte Optik des eigenen Hauses nicht. „Mit Match entsteht eine wunderschöne, homogene Fläche.“, lässt sich Jürg Beyeler, Dachdecker und Inhaber von W. Beyeler und Söhne AG, zitieren. Weiter sagt er: „Man kann die Flächen optimal nutzen, da man die Anschlüsse mit Tonziegeln machen kann.“ Das neue System ist in zwei verschiedenen Varianten verfügbar: Match Tile passt zu klassischen Ziegeln, während das Modell Match Slate für Schindeldacheindeckungen gestaltet ist.

Für dieses neuartige Solarsystem wurde Megasol nun mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Bei dem Red Dot handelt es sich um einen der renommiertesten internationalen Designwettbewerbe mit mehr als 18‘000 jährliche Einreichungen von Designern und Unternehmen aus über 70 Ländern. Ausgewählt wird herausragendes Design durch kompetente Expertenjurys in den Bereichen Produktdesign, Kommunikationsdesign und Designkonzepte.

Neue, komplett blendfreie Oberfläche: Zusätzlich ermöglicht Megasol ein neues Design, das sich von den bisher gängigen Modellen durch eine reflektionslose Oberfläche unterscheidet. Die neue Oberfläche, genannt „ZeroReflect“, ist im Design-Labor der Firma entstanden und verfügt über Optik und Haptik von Naturstein. Damit fügen sich diese Solarmodule noch besser in das Gesamtbild des Daches ein als Solarmodule mit klassischem Design.

Durch das neue Design kann Blendung durch Solarmodule vollständig vermieden werden. „Blendung ist kein grundsätzliches Problem bei Solaranlagen“, erklärt Megasol CEO Markus Gisler, “in gewissen Fällen kann es aber ein Diskussionspunkt sein. Deshalb greifen wir dem Thema vor, in dem wir bei potentiell heiklen Einbausituationen mit ZeroReflect eine Lösung anbieten.“ Dies mit der Überlegung, dass Vorsicht besser ist als Nachtsicht. Die Mehrkosten seien im Verhältnis zu späteren möglichen gerichtlichen Verfahren, aufwendigen Blendgutachten oder gar Austausch der Solarmodule sehr gering. Mit der blendfreien Oberfläche lassen sich Verkehrsteilnehmer wie Autofahrer, Busfahrer oder Pilote vor Reflektionen schützen, ohne dass es je zu Diskussionen komme. Genau so würden auch potentielle nachbarschaftliche Konflikte vermieden.

Design im Namen der Energiewende: Der Schweizer Solarhersteller Megasol hat seinen Sitz im Kanton Solothurn und ist der europaweit führende Hersteller von Solarmodulen und Montagesystemen. Zur Unternehmensphilosophie gehört gemäss eigenen Angaben ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie, um mit klimaneutralem Strom eine grüne Zukunft zu gestalten. Die neue Erfindung steht laut Lead Designer Fabio Klee-Stancheris ganz im Geiste des Unternehmens: „Wir wollen Gutes erschaffen. Insbesondere hochwertiges Design hilft dabei, dass Solarstrom künftig noch mehr Nutzern zugänglich wird.“ Mit den reflektionsfreien Oberflächen im edlen Design gibt das Unternehmen mehr Kunden den Ansporn, auf Solarstrom umzusteigen, ohne sich Sorgen um veränderte Optik oder unwahrscheinliche Blendungen machen zu müssen.

Quelle:  Megasol Energie AG, CH-4543 Deitingen
+41 62 919 90 90 www.megasol.ch

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Dienstag, 4. Mai 2021

Statistik CH-Wasserkraft

Am 1. Januar 2021 waren in der Schweiz 677 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung grösser 300 kW in Betrieb (1.1.2020: 674 Anlagen). Die maximale mögliche Leistung ab Generator hat gegenüber dem Vorjahr um 22 MW zugenommen. Die Zunahme erfolgte aufgrund mehrerer neu in Betrieb gesetzten Kraftwerken und Erneuerungen.

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Die erwartete Energieproduktion der in der Statistik der Wasserkraft geführten Kraftwerke ≥ 300 kW stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 174 GWh/Jahr auf rund 36'741 GWh/Jahr (Vorjahr: 36'567 GWh/Jahr). Davon sind 61.5 GWh/Jahr auf 2020 neu in Betrieb gegangene Zentralen zurückzuführen. Die restliche Zunahme resultiert aus der Aktualisierung von mehrjährigen Mittelwerten, insbesondere von Kraftwerken mit stark vergletschertem Einzugsgebiet. Die erwartete Energieproduktion beträgt 21'427 GWh/Jahr für das Sommerhalbjahr und 15'315 GWh/Jahr für das Winterhalbjahr. Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 9‘862 GWh/Jahr (26,8%), Graubünden mit 7'993 GWh/Jahr (21,7%), Tessin mit 3'566 GWh/Jahr (9,7%) und Bern 3'336 GWh/Jahr (9,1%).

Im Jahr 2020 standen 20 Zentralen mit einer geplanten Jahresproduktion von 215 GWh im Bau: Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37‘400 GWh ansteigen (Richtwert). Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die effektive Produktion der kleineren Wasserkraftwerke < 300 kW addiert (die effektive Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW nahm 2020 um 1 GWh/Jahr zu). Für das Monitoring ergibt sich damit für 2020 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'274 GWh/Jahr (+137 GWh/Jahr gegenüber dem Vorjahr). 

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»: Mit Wasserkraft wurden 2020 rund 58% des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des BFE wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie» (siehe Bild oben): Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.


Adresse für Rückfragen

Mediendienst BFE, 058 460 81 52


Herausgeber: Bundesamt für Energie: http://www.bfe.admin.ch

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Montag, 3. Mai 2021

Neue Wettbewerbsrunde für das Stromsparen

In diesem Jahr werden zum zwölften Mal Wettbewerbliche Ausschreibungen zum Stromsparen im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten durchgeführt. Die Resultate einer ersten Ausschreibung 2021 für Projekte liegen vor: 26 Projekte erhalten insgesamt 5.4 Millionen Franken an Förderbeiträgen, um möglichst kostengünstig und nachhaltig Strom zu sparen. Anträge für die dritte Projektrunde 2021 können noch bis am 3. September 2021 eingereicht werden.

Für die erste Wettbewerbliche Ausschreibung für Projekte 2021 sind bei der Geschäftsstelle ProKilowatt insgesamt 37 Projektangebote eingegangen. Von den zulässigen Projekten erhielten diejenigen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, das heisst mit der billigsten eingesparten Kilowattstunde, den Zuschlag. Die Fördersumme der ersten Runde beträgt 5.4 Millionen Franken für insgesamt 26 Projekte. Damit können im Vergleich zur ersten Eingaberunde des Vorjahres mehr als doppelt so viele Projekte gefördert werden. Das thematische Spektrum reicht von der energetischen Sanierung einer Beleuchtungsanlage in einem Eisstadion, über das Optimieren einer Kälteanlage in einem Spital bis hin zu Effizienzsteigerungen von elektrischen Antrieben von Pumpen in einem Betrieb der chemischen Industrie.

Einmalige Erhöhung der verfügbaren Fördermittel für Projekte im Jahr 2021: Damit in den Unternehmen trotz Covid19-Pandemie weiterhin Stromsparmassnahmen umgesetzt werden, stehen 2021 für Projekte mehr Fördermittel zur Verfügung als in den vergangenen Jahren. Diese Massnahme gilt einmalig für die drei Projekteingaberunden 2021. Ausserdem kommt in den drei Eingaberunden 2021 für Projekte ein abgemildertes wettbewerbliches Auswahlverfahren zur Anwendung. Dadurch erhöhen sich die Chancen, einen Förderbeitrag für ein eingereichtes Projekt zu erhalten.

Im Ausschreibungsjahr 2021 werden drei Projekteingaberunden durchgeführt. Die Eingabefrist für die zweite Projektrunde endete am 23. April 2021. Anträge für die dritte Projektrunde können noch bis am 3. September 2021 eingereicht werden. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich.


Adresse für Rückfragen

ProKilowatt, Geschäftsstelle für Wettbewerbliche Ausschreibungen, c/o CimArk SA, 1950 Sion, 058 332 21 42
Simone Hegner, Fachspezialistin BFE Wettbewerbliche Ausschreibungen, 058 460 53 24
Medienstelle BFE, Tel. 058 460 81 52


Quelle: http://www.bfe.admin.ch

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