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S O L A R M E D I A
Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
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Samstag, 4. April 2026
Solaraktienindex PPVX weiter gestiegen
Dienstag, 31. März 2026
Solarenergie nicht aufzuhalten, Branche muss sich bewegen
Solarenergie wirtschaftlich zu erzeugen, ist komplexer geworden. Die weltweite Entwicklung zeigt aber, dass die erneuerbaren Energien nicht mehr zu bremsen sind. An der Photovoltaik-Tagung vom 31. März bis 1. April 2026 in Bern diskutiert die Branche, was es braucht, um die ambitionierten Solarziele des Bundesrats zu erreichen, und wie Photovoltaik zur Stabilität und Flexibilität des Energiesystems beitragen kann.
Nach sieben Jahren mit teils hohem Marktwachstum sinkt der jährliche Ausbau erstmals wieder. Swissolar rechnet mit einem Rückgang der neu installierten Leistung um rund 15 %, ein Marktwachstum wird jedoch bereits für 2027 wieder erwartet. Der weltweite Trend ist klar, der Durchbruch der Erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten. Diese These wird Unternehmensberater und Buchautor Tim Meyer in seinem Keynote an der diesjährigen Photovoltaik-Tagung mit Zahlen und Fakten untermauern.
Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist die Nutzung einer Energiequelle so rasant gewachsen wie die Solar- und Windenergie. Und bei den Batteriespeichern geht es sogar noch schneller. Ist die aktuelle Abkühlung des Marktes also nur ein kurzes Zwischentief? «Automatisch kommt die Erholung nicht, die Solarbranche muss sich bewegen», mahnt David Stickelberger von Swissolar. Wie und wohin die Reise geht, ist Thema der Photovoltaiktagung (PV-Tagung) vom 31. März bis 1. April in Bern.
Gesamtsysteme, statt einzelne Gewerke
Laut Stickelberger ist klar: «Die Photovoltaik muss kombiniert werden
mit Speichern und Intelligenz. Und es braucht noch mehr Kooperation der
Solarbranche mit der Elektrizitätswirtschaft auf Augenhöhe.» Mit
zunehmendem Anteil der Solarenergie im Netz steigt der Bedarf an
Regelenergie und Flexibilitäten. Batterien spielen hier eine zentrale
Rolle, wie Gian Carle von Carle Energy Consulting an der PV-Tagung
erläutern wird. Zusammen mit einem intelligenten Energiemanagementsystem
(EMS) sorgen Batterien für geringere Lastspitzen und erhöhen den
Eigenverbrauch in einem Gebäude oder ZEV.
Die Speicherkapazität lässt sich aber auch als Flexibilität vermarkten, um die Netzfrequenz zu stabilisieren oder einen kurzfristigen Stromüberschuss bzw. -mangel im Verteilnetz auszugleichen. Alternativ kann der Strom aus Batterien auch am Strommarkt angeboten werden. Nicht nur Heimspeicher, sondern insbesondere auch Batterien von Elektroautos haben dabei grosses Potenzial – vorausgesetzt, sie und die Ladestation sind auf bidirektionales Laden ausgelegt. «100’000 E-Autos liefern kurzzeitig die gleiche Leistung wie das Kernkraftwerk Leibstadt», so Carle. «Über spezialisierte Unternehmen können diese ihre Regelleistung zur Verfügung stellen.»
Standards für Kommunikation zentral
Damit Batterien und alle Komponenten im System – Wechselrichter, EMS,
Wärmepumpe – optimal zusammenarbeiten, müssen sie miteinander
kommunizieren, sinnvoll gesteuert und zuverlässig integriert werden. Der
Verein SmartGridready unterstützt Entwicklungen in diesen drei
Bereichen herstellerübergreifend und neutral. Dessen Vertreterin Maike
Schubert wird an der PV-Tagung aufzeigen, welche Lösungen bereits
entwickelt wurden. «Mit unserem Label bieten wir Transparenz auf einem
unübersichtlichen Markt und fördern die Etablierung von einheitlichen
Schnittstellen», so Schubert.
Das SmartGridready Gebäude- und Areallabel garantiert eine optimale Integration von PV-Anlage, Wärmepumpen, Ladestationen oder Speichern in ein Energie- und Lastmanagement. Einer der zentralen Aspekte dabei ist eine verlässliche Begrenzung der bezogenen Leistung. Denn Spitzenbezüge sind teuer und lassen sich deutlich reduzieren, wie Schubert anhand eines Landwirtschaftsbetriebs zeigen wird. «Die Investitionen in die Optimierungsmassnahmen sind in wenigen Jahren amortisiert», so Schubert.
Energie über unterste Netzebene tauschen
Auch die Netze profitieren, wenn die Leistungsbezüge ausgeglichen sind
und die Solarenergie möglichst selbst genutzt wird – ob direkt oder via
Speicher. Auch mit lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), die seit
Anfang 2026 möglich sind, soll der Solarstrom möglichst vor Ort genutzt
werden. In einer LEG können Solarstromproduzenten Bezüger auf der
gleichen Netzebene über das lokale Verteilnetz mit Solarstrom beliefern.
Dabei wird die Netznutzungsgebühr um 20 bis 40 Prozent reduziert. Neu
können also auch weit entfernte Gebäude Strom vom jeweils anderen
beziehen und innerhalb einer Gemeinde können Solarenergiemärkte
entstehen.
Yannick Sauter von Planair hat verschiedene Konzepte für solche LEG analysiert: «Interessant ist die Lösung für Gemeinden, um ihre eigenen Gebäude untereinander zu vernetzen», so Sauter. Sie können ihren Eigenverbrauch mit einer LEG um 10 bis 30 Prozent erhöhen. Weitere Parteien zu beteiligen, lohne sich aktuell leider oft nicht. «Das Abrechnungssystem, das dafür nötig wäre, würde mehr kosten als die Einsparung durch die reduzierten Netznutzungsgebühren.» Rechnen würde sich dies erst bei einer Reduktion des Netzentgelts um 60 Prozent, wie es das Energiegesetz eigentlich erlaubt. Die Verordnung sieht jedoch aktuell einen tieferen Rabatt vor.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind also noch verbesserungswürdig. Aber auch die Branche ist gefordert. Und sie bewegt sich: Viele innovative Ansätze und Geschäftsmodelle für die Vermarktung von Gesamtsystemen oder Flexibilitäten sind am Anrollen. Die PV-Tagung bietet auch dazu spannende Einblicke.
Autorin: Irene Bättig, im Auftrag von Swissolar
Links: Mehr Informationen und Programm
Sonntag, 29. März 2026
Anders als angenommen: Trump schon gescheitert
Der Text Trump sei Dank auf Solarmedia mag vereinzelt irritiert haben (siehe > hier). Zur Klärung der Position nun der folgende - in der regelmässigen Rubrik «Solar am Sonntag» publiziert. Mit anderen Worten: Trump wird stürzen - etwa über die verpasste Energiewende - denn: Wie verzweifelt muss eine Regierung in ihrem Kampf gegen die
erneuerbaren Energien sein, wenn sie eine Milliarde für deren unmittelbare
Überwindung ausgibt (um Windparks zu verhindern)! Lese-Vergnügen wünscht Solarmedia-Autor Guntram Rehsche.
Da kommt man ja zuerst mal auf die Idee, der Wunsch sei der Vater des Gedankens. Aber statt hier ein Wunschkonzert zu veranstalten, seien ein paar Gedanken angeführt, die die These stützen, dass Trump nicht mehr allzu lange Präsident Vereinigten Staaten ist.
Natürlich gilt das Allgemeine: in den USA hat sich einer zum Autokraten gemacht, was immer schon (früher oder später) zu dessen Sturz geführt hat. Später wäre schlecht, aber ist auch unwahrscheinlich, weil das Verhalten des jetzigen US-Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit schon fast alle Vorstellungskraft autokratischer Entwicklungen sprengt.
Zuvor steht meiner Meinung nach die Unmöglichkeit, all die angerissenen Projekte gemäss der vorgesehenen Trumpschen Agenda umzusetzen. Das zeigt sich vor allem im Ausland, wo er trotz Versprechen der Nicht-Einmischung unterdessen tief im Sumpf der Auseinandersetzungen in Venezuela, in Kuba, in Israel und vor allem natürlich in Iran verwickelt ist. «Amerika first» hat sich also bereits erledigt.
Erledigt hat sich Trump verschiedentlich auch schon innenpolitisch, so etwa mit dem Einsatz dieser ominösen ICE-Truppe, von der aktuell fast nicht mehr die Rede ist - die sich aber kläglich aus verschiedenen Kriegsschauplätzen ist man geneigt zu sagen zurückziehen musste. Also steht es um die Migrationspolitik vielleicht noch zum Besten gemessen an anderen Vorhaben, aber eben auch nicht gut.
Die andere innenpolitische Versagerlinie ist jene der Erhebung von Zöllen, deren Berechtigung ihm das an sich wohlgesinnte oberste Gericht unterdessen abgesprochen hat. Wobei er dann mit den Ersatzmassnahmen von allgemeinen zehn und nachher 15 % auch schon halbwegs gescheitert scheint. Erstens wurden ihm die 15 % verwehrt und zweitens gilt dieser allgemeine Zoll-Zuschlag nur während fünf bis sechs Monaten. Das Thema kommt danach unmittelbar wieder auf die Tagesordnung. Und dann fragt man sich noch, inwieweit die vorgesehenen Milliarden-Einnahmen überhaupt zusammenkommen. Und wie also die diversen Projekte überhaupt finanziert werden können.
Zu erwähnen bezüglich gescheiterter Innenpolitischer US-Projekte ist schliesslich die Energiepolitik. Sie soll in den Überlegungen hier im Zentrum stehen, weil sich Solarmedia in erster Linie mit Energiepolitik beschäftigt. Weltweit ist derzeit eine solare Revolution zu beobachten, welche in vielen Ländern zum Durchbruch der Solarenergie geführt hat - etwa in Vietnam, Polen, Pakistan und was der Länder mehr sind. Trump versucht sich derweil mit geradezu lächerlich anmutenden Gegenmassnahmen im Inland. Etwa hat er den Kauf von elektrischen Schulbussen gestoppt, die US-Kinder zur Schule fahren sollten und für die eine Milliarde bereitgestellt wurde. Unterdessen glaubt die Administration solche Vorhaben mit einem Handstrich verändern oder ganz abwürgen zu können. Aber sie sind nicht veränderbar, denn die erneuerbaren Energien haben selbst in den USA ihren Siegeszug belegbar eingeleitet oder fortgesetzt. Das zeigt sich an den Zubauten im Solarbereich, und das zeigt sich auch in der Windenergie, wo zwar die grössten Hindernisse aufgebaut werden, wo aber mit viel Mühe zwar diese Hindernisse auch schon wieder beseitigt sind - einige der vorgesehenen gestoppten Windprojekte werden unterdessen auf jeden Fall weitergeführt (wenn auch Total Energies eine Milliarde $ einsacken soll, um statt in Wind- in fossile Projekte zu investieren).
Ein Hinweis sei dann doch noch erlaubt: Bezüglich der Energiepolitik zeigt der grosse Rivale China, wohin es gehen muss und wird. Zurück zur Eingangsthese: In meiner Einschätzung wird Trump stürzen, ob das vor Ende seiner Präsidentschaft oder danach sein wird, bleibe dahingestellt. Es sind grundsätzliche Fragen aufgeworfen und in keinerlei Art und Weise vernünftige Antworten zu erhalten. Der Westen, zudem immer noch die USA zählen in vielerlei Hinsicht, ist eine zu aufgeklärte Gesellschaft, als dass sich eine Restitution in solchen Ausmass durchsetzen würde. Die Widerstände zeigen sich auch bereits an verschiedenen Orten. Und sie zeigen sich eben auch in dem Bereich, der geleitet wird von einer solaren Weltrevolution und vom unaufhaltsamen Siegeszug der erneuerbaren Energien, der Energiewende. Das ganze gipfelt, wollte man dem ein Etikett verpassen, in der schon bekannten Formel 100 % erneuerbar ist möglich. Auch das eine Frage der Zeit natürlich und der Stärke der Widerstände. Aber vor allem der ökonomische Druck scheint in dieser Richtung zu zielen. Gott sei Dank (wo immer der hockt) - in diesem Fall nicht wie in einem früheren Artikel Trump sei Dank.
Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia
Freitag, 27. März 2026
CH-Solarkonzern Edisun Power strauchelt wieder
Rückläufige Umsätze, Wertberichtigungen auf deutschen Solaranlagen und höhere Nettofinanzierungskosten führten 2025 zu einem Nettoverlust von CHF 7.1 Mio.. Der Verkauf des Projekts ‘Fuencarral to AI’ stösst gemäss Medienmitteilung auf grosses Interesse und befindet sich in einem fortgeschrittenen Verkaufsstadium. Angesichts der erheblichen Investitionen schlägt der Verwaltungsrat der ordentlichen Generalversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.
Ungünstige Wetterbedingungen, niedrige Strompreise sowie eine hohe Vergleichsbasis aufgrund des Verkaufs des italienischen Portfolios an Projektrechten im Vorjahr führten zu einem starken Umsatzrückgang um 72.7 % (in lokalen Währungen -72.2 %). Betrachtet man nur die Umsätze aus dem Verkauf von Solarstrom, musste Edisun Power einen Umsatzrück-gang von CHF 0.8 Mio. verzeichnen (-5.2 %, in lokaler Währung -3.9 %), was hauptsächlich auf den Rückgang der Solarstromproduktion in den spanischen und portugiesischen Märkten, niedrigere Strommarktpreise und die Stilllegung kleinerer Anlagen in Deutschland am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen ist. Insgesamt lag die Solarstromproduktion mit 152’352 MWh um 5.2 % unter dem Wert von 2024.
Die Solarstromproduktion sank in Spanien um 12.6 %, in
Deutschland um 5.7 % und in Portugal um 3.7 %, während sie in der
Schweiz um 4.3 %, in Frankreich um 3.2 % und in Italien um 3.2 % stieg.
Hauptgründe für die Rückgänge waren die schlechten Wetterbedingungen
vor allem auf der Iberischen Halbinsel, der sechswöchige Ausfall des
PV-Kraftwerks Requena in Spanien aufgrund von Vandalismus durch
Kupferkabel-diebstahl, der Schäden an kritischer Infrastruktur
verursachte, sowie in geringerem Masse die Stilllegung einiger
kleiner Anlagen in Deutschland, nämlich in Erbach (440 kWp) und
Kempten-Lebert (312 kWp). Ein noch geringerer Stromertrag konnte dank
einer Reihe von Erneuerungs-investitionen, insbesondere in
Wechselrichter, und einem proaktiven Anlagenmanagement verhindert
werden: So verbesserte sich der Stromertrag im Vergleich zu 2024 in der
Schweiz im Grand-Hangar-Kraftwerk (+45,8 MWh oder 17 %), in Spanien in
den Valle-Hermoso-Kraftwerken (+26,8 MWh oder 12,5 %) und in Frankreich
im Imerys-Kraftwerk (+53,7 MWh oder 12,2
%). Insgesamt wurden 74 % der Energieproduktion von Edisun in Portugal,
18 % in Spanien und die restlichen 8 % in Frankreich, Deutschland, der
Schweiz und Italien zusammen erwirtschaftet.
EBITDA Marge mit 60.2 % und Eigenkapitalquote mit 28.3 % bleiben solide
Edisun Power arbeitet gemäss eigenen Angaben weiterhin mit einer äusserst schlanken Struktur. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf CHF 8.5 Mio., verglichen mit CHF 16.6 Mio. im Vorjahreszeitraum 2024. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnach-weisen (GOs) in Portugal stiegen deutlich von knapp CHF 50'000 im Jahr 2024 auf CHF 0.6 Mio. im Berichtszeitraum 2025, was sich positiv auf das Ergebnis auswirkte.
Die Abschreibungen auf die Solaranlagen beliefen sich auf 5.7 Mio. CHF (2024: 6.6 Mio. CHF). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung in Höhe von 2.1 Mio. CHF erfasst, die sich in erster Linie auf Photovoltaikanlagen in Deutschland bezog, nämlich auf die PV Hörselgau UG & Co. KG, bei der eine künftige Werthaltigkeit unwahrscheinlich ist, sowie auf die PV Leipzig Alter Flughafen UG & Co. KG, aufgrund geringerer erwarteter künftiger Cashflows. Im Vergleich zum Vorjahr erreichte das Betriebsergebnis mit CHF 0.7 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.) eine geringere EBIT-Marge von 4.9 % (2024: 18.8 %).
Insgesamt belief sich der Nettoverlust auf -7.1 Mio. CHF (2024: Gewinn von 2.9 Mio. CHF), was einem Ergebnis je Aktie von -6.30 CHF (2024: 2.75 CHF) entspricht. Dies ist vor allem auf die widrigen Wetterbedingungen zurückzuführen, die sich auf die operative Leistung auswirkten, sowie auf externe Faktoren und die höhere Vergleichsbasis aufgrund des gewinnbringenden Verkaufs des italienischen PV-Portfolios im Jahr 2024.
Fortlaufende Investitionen und neue Finanzierungen
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf CHF -3.4 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 0.2 Mio.. Dies ist vor allem auf geringere Zahlungs-eingänge aus dem Stromverkauf sowie höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen. Die Entwicklung der PV-Anlagen schritt weiter voran. Die Anlage in Sadino (22 MWp) befindet sich im baureifen Zustand und wurde als «zur Veräusserung gehalten» klassifiziert. Die Solar-anlage Fuencarral (941 MWp) beanspruchte den grössten Teil der Entwicklungsinvestitionen in Höhe von CHF 4.2 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.).
Edisun Power war bei ihren Finanzierungsaktivitäten erfolgreich: Das Unternehmen emittierte eine fünfjährige 3.5%-Anleihe, die sowohl von bestehenden als auch von neuen Investoren gezeichnet wurde und zu Zeichnungen in Höhe von insgesamt CHF 16.2 Mio. führte; zudem wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von CHF 5 Mio. durchgeführt. Diese Mittel wurden für die Entwicklung der Solarprojekte sowie für die Rückzahlung von Schulden verwendet, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb der Fuencarral-Projekte standen.
Ausblick für das laufende Jahr, neue Finanzierungsmassnahmen, anstehende Verkäufe und Aussetzung der Dividendenausschüttung
Operativ war die Solarstromproduktion in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 sehr herausfordernd. Ungünstige Wetterbedingungen in Portugal, Spanien und Italien, volatile Strompreise, Netzrestriktionen aufgrund von Überproduktion, die in Portugal und Spanien zu vorübergehenden „Produktionsstopps“ führen, sowie Kabeldiebstähle an zwei Standorten in Spanien belasteten das Ergebnis. Der Schwerpunkt für 2026 liegt weiterhin auf wichtigen Liquiditätsmassnahmen und dem erfolgreichen Verkauf des grossen Projektportfolios ‘Fuencarral to AI’ sowie den damit verbundenen Möglichkeiten im Bereich Rechenzentren. Der Verwaltungsrat schlägt daher vor, die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.
Der Edisun Power Jahresbericht 2025 ist auf der Website der Gruppe verfügbar unter https://www.edisunpower.com/de/investoren#reports
Dienstag, 24. März 2026
Axpo unterschätzt Dynamik der Energiewende
Die am Dienstag veröffentlichten Energieszenarien des grössten CH-Energieproduzenten Axpo leisten aus Sicht von aeesuisse wichtige Impulse für die energiepolitische Debatte in der Schweiz. Dabei unterschätzt würden jedoch die Dynamik der Transformation sowie das Potenzial erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz.
Die aeesuisse (Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz) begrüsst die am 24. März 2024 von der Axpo präsentierten Szenarien, wie sich die Schweiz im Winterhalbjahr mit Strom versorgen kann, grundsätzlich. Gerade das erste AXPO-Szenario, das erneuerbare Energien mit Gaskraftwerken kombiniert, entspricht weitgehend der bestehenden Energiestrategie und dem demokratisch legitimierten Umbau des Energiesystems. Entscheidend ist dabei die Rolle des Gases: Gaskraftwerke sollen aus Sicht von aeesuisse primär als flexible Reserve dienen – nicht als dauerhafte Stromquelle. Ein zukunftsfähiges Energiesystem setzt auf Flexibilität statt auf unflexible Grundlastkraftwerke.
Vor diesem Hintergrund steht die aeesuisse auch den Planspielen für neue Atomkraftwerke kritisch gegenüber. Diese sind aufgrund hoher Investitionskosten und finanzieller Risiken ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich nicht tragfähig und stellen für die Schweiz ein erhebliches Kostenrisiko dar.
Diesen Ansatz bestätigt auch die Wissenschaft. Im Rahmen der SWEET-Projekte des Bundes hält sie fest, dass für die Schweiz weder neue Gas- noch Kernkraftwerke als Grundlast notwendig sind. Die Versorgungssicherheit im Winter wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von Wasser-, Wind- und Solarenergie, Speichern, Wärme-Kraft-Kopplung sowie Stromimporten gewährleistet.
Windenergie und Stromabkommen sind entscheidend
Entsprechend teilen wir auch die Axpo-Beurteilung zur Windenergie. Sie ist rasch ausbaubar, kosteneffizient und liefert gerade im Winter zuverlässig Strom. Ergänzt durch winteroptimierte Photovoltaik sowie Speicherlösungen kann die Schweiz die prognostizierten Menge an Winterstrom bereitstellen. Die grösste Herausforderung bleibt bei der Windenergie einzig die gesellschaftliche Akzeptanz.
Ein entscheidender Faktor für die Versorgungssicherheit bleibt zudem die Integration in den europäischen Strommarkt. Ein Stromabkommen mit der EU ist zentral, um auch künftig verlässlich auf Importe und einen funktionierenden Stromhandel zurückgreifen zu können.
Lösungen sind vorhanden
Zwei zentrale Aspekte bleiben in den AXPO-Szenarien hingegen unterbewertet: Die Dynamik bei der Transformation des Energiesystems. So wurden die Ausbauziele der Energiestrategie 2050 bei den erneuerbaren Energien bereits heute – rund neun Jahre früher als geplant – erreicht. Auch Kostenentwicklungen und Lernkurven bei den erneuerbaren Energien werden zu defensiv eingeschätzt. Hinzu kommt das starke Wachstum bei Batteriespeichern, die sowohl die Integration erneuerbarer Energien als auch den Netzausbau effizient unterstützen.
Als Fazit hält Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer von aeesuisse, fest: «Die Lösung liegt auf dem Tisch – wir müssen sie jetzt konsequent umsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Effizienz und die enge Zusammenarbeit mit Europa sichern unsere Versorgung – gerade auch im Winter.»
Quelle: www.aeesuisse.ch
Freitag, 20. März 2026
PV-Tagung 2026 rückt näher - 31. März und 1. April - Festhalle Bern
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