Mittwoch, 22. April 2026

„RENEWABLES 24/7“: MACHBARKEIT ERNEUERBARER ENERGIEVERSORGUNG

Die aktuelle geopolitische Lage verdeutlicht die Risiken fossiler Abhängigkeiten und macht die Transformation der Energieversorgung dringlicher denn je. Da Solar- und Windkraft längst als kosteneffizienteste Erzeugungsformen etabliert sind, prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) bis 2030 ein globales Kapazitätswachstum auf das 2,6-Fache von 2022. Vor diesem Hintergrund rückt die Messeallianz The smarter E Europe vom 23. bis 25. Juni in München die Machbarkeit eines erneuerbaren Energiesystems ins Zentrum.

Die Sonderschau „Renewables 24/7“ demonstriert anhand von Best Practices, Vorträgen und Live-Demos, wie eine erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr sichergestellt werden kann. Um gängige Mythen zur Systemstabilität zu entkräften und die Realisierbarkeit wissenschaftlich zu untermauern, präsentiert The smarter E Europe zum Messeauftakt am 23. Juni eine exklusive Begleitstudie in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Die Untersuchung „Wege zu einer erneuerbaren Energieversorgung“ liefert am Beispiel Deutschlands – wo bereits rund 60 Prozent des Stroms regenerativ erzeugt werden – das faktische Fundament für die Versorgungssicherheit erneuerbarer Energiesysteme in führenden Industrienationen. Zu Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft werden rund 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Besucher erwartet.

 

In der Sonderschau können interessierte Besucher in vier Themenwelten eintauchen: Industrie, Gewerbe, Wohnen und Mobilität. In jeder Welt erleben sie, wie Stromerzeugung, Speicherung, Flexibilisierung und Digitalisierung ineinander greifen und zusammen wirken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sicherheit. Die Sonderschau räumt mit gängigen Mythen auf, die erneuerbaren Energien seien unzuverlässig, es drohten Dunkelflauten und „Zappelstrom“.

 

Wind und Sonne sind zwar volatil und liefern nicht gleichmäßig viel Strom, doch es gibt bereits Technologien und Lösungen, wie Unternehmen, Energieversorger und Verbraucher souverän mit Schwankungen und Überschussproduktionen umgehen können. „Strom aus Sonne und Wind ist schon jetzt konkurrenzlos günstig. Deshalb ist die Energiewende nicht zu stoppen. Wer sie verzögert, schadet der Wirtschaft. Denn durch die erneuerbaren Energien können Unternehmen ihre Energiekosten langfristig senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Eine sichere Versorgung ist durch Flexibilisierung, die Kombination mit intelligenten Speichern, digitalen Netzlösungen und Sektorkopplung gewährleistet“, erklärt Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion.

 

Wie solche Technologien bereits erfolgreich eingesetzt werden, zeigt die Sonderschau anhand von Best Practices aus Europa. In Zukunft werden die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität miteinander verschmelzen und sich gegenseitig unterstützen. Die Sektorenkopplung reduziert Investitionen, etwa in den Ausbau der Netze. Denn diese müssen dank Digitalisierung und Flexibilisierung nicht so stark ausgebaut werden wie erwartet.

 

Das erneuerbare Energiesystem ist komplexer, vernetzter und integrierter. Es setzt vor allem auf Wind und Sonne. Wasserkraft, Biomasse sowie Wasserstofftechnologien können sie ergänzen. In Zukunft werden immer mehr Menschen selbst Strom erzeugen, verbrauchen und speichern. Das schafft mehr Wettbewerb und senkt die Kosten. Ein zentraler Schlüssel beim Umbau der Energieversorgung ist die Elektrifizierung in allen Bereichen – vom Verkehr über die Wärmeerzeugung bis hin zur Industrie. Die Elektrifizierung wird für die Wirtschaft ein Innovations- und Wachstumsmotor sein. Die Wertschöpfung wird dadurch steigen, viel stärker als durch importiertes Erdöl und Ergas. Deutschland gibt durchschnittlich jährlich 81 Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe aus. Wer daran festhält, verliert künftig an Wohlstand. „Mit der Sonderschau setzen wir die richtigen Themen zur richtigen Zeit. Sie belegt, dass die Energiewende nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich sinnvoll ist. Es liegt an uns, ihre Chancen zu nutzen“, sagt Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM. Die Sonderschau wird durch Live-Demos, Diskussionen sowie Fachvorträge von Experten ergänzt. Sie beleuchten Chancen und Herausforderungen des erneuerbaren Energiesystems.

 

Starke Allianz aus Verbänden und Industrie steht hinter der Sonderschau

 

Getragen wird die Initiative von einem breiten Bündnis führender Branchenverbände. Zu den Unterstützern zählen der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV), der Fachverband Biogas sowie der VDMA Photovoltaics Equipment und VDMA Power Systems. International wird die Sonderschau durch E-Mobility Europe. 

 

Als technologische Solution Partner begleiten führende Unternehmen der Branche die Sonderschau, darunter CATL, Energy3000, Fenecon, FoxESS, GE Vernova, Maxsolar, Octopus Energy und Siemens AG. Gemeinsam präsentieren sie die technischen und wirtschaftlichen Lösungen, die eine regenerative Vollversorgung rund um die Uhr ermöglichen. The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 23.–25. Juni 2026 auf der Messe München statt. 

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

www.TheSmarterE.de

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Dienstag, 21. April 2026

Solarstrom übertrifft sie alle, auch in der Schweiz!



Quelle: Screenshot Solarmedia - Vergrössern mit Klick auf Darstellung!

Darob können wir uns im Sommer künftig wiederholt freuen: Solarstrom ist tags hierzulande bereits die wichtigste Stromquelle (26%), so auch an diesem Dienstagnachmittag um 14:00 Uhr. Das sogar vor Wasserkraft!

 Quelle: Solarmedia / electricitymaps

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Montag, 13. April 2026

Solartechnisch ein saumässig gutes Wochenende

Zwei Staaten haben übers Wochenende für Furore gesorgt. Erwähnt wurde hier auch schon Ungarn (siehe Solarmedia vom 6.April 2026). Dieses steht an der Spitze unter den Solar-Anwendern in Europa, und das ganz plötzlich, nachdem es lange Zeit als Nachzügler galt.

Pakistans Entwicklung gilt als eigentliche 
Solar-Revolution,  getrieben von hunderttausenden 
von Anwendungen - Bild WION
Sodann sei hier die Rede vom fernöstlichen Pakistan, wo es ja leider am Wochenende in Bezug auf den Iran-Krieg zu keinem Fortschritt kam. Pakistan ist aber ein Land, das ebenfalls in kürzester Zeit an die Spitze der Solar-Nutzer-Nationen gelangt ist. Und das gelang insbesondere durch eine Spezialität, nämlich durch eine fast vollständig dezentrale Entwicklung ohne grosse PV Anlagen, die sonst in vielen Ländern das Bild aufbessern.  

Pakistan hat in den letzten Jahren tatsächlich einen der weltweit schnellsten Solar-Booms erlebt – vor allem durch eine dezentral, verbrauchergetriebene Revolution („people-led“ oder „grassroots“). Im Gegensatz zu vielen Ländern kam der Zuwachs nicht primär durch große staatliche Projekte, sondern durch Millionen Haushalte, Unternehmen und Landwirte, die auf ihren Dächern und Feldern Solaranlagen installierten. Das geschah vor dem Hintergrund einer schweren Energiekrise und extrem attraktiver Rahmenbedingungen. Wie kam es dazu? (Die Entwicklung seit ca. 2020/2022)
  • Energiekrise als Katalysator: Pakistan litt unter jahrelangen Stromausfällen (Load Shedding bis zu 12 Stunden täglich), explodierenden Strompreisen (um über 155 % in nur drei Jahren gestiegen durch teure IPP-Verträge aus den 1990er-Jahren, Rupien-Abwertung und globale Preisschocks wie den Ukraine-Krieg). Gleichzeitig wurden Diesel-Generatoren teuer. Solar wurde plötzlich zur günstigen, zuverlässigen Alternative – vor allem für Bewässerungspumpen, Industrie und Haushalte. 
  • Günstige Technik aus China: Die Preise für Solarmodule sanken dramatisch (von ca. 0,35 USD/Watt 2017 auf 0,08 USD/Watt 2025). Pakistan importierte riesige Mengen: 17 GW Module allein 2024 (weltweit einer der größten Importeure, teilweise sogar mehr als manche Industrieländer installieren), kumulativ rund 50 GW. Viele Anlagen wurden „behind-the-meter“ (ohne Netzeinspeisung) oder off-grid gebaut. 
  • Net-Metering-Politik als Turbo: Die 2015 eingeführten Net-Metering-Regeln erlaubten eine 1:1-Verrechnung von eingespeistem Überschussstrom zum hohen Durchschnittspreis (ca. 26–27 PKR/kWh ≈ 0,093 USD). Die Amortisation betrug oft nur 1–2 (max. 4) Jahre – extrem attraktiv. Dazu kamen Steuerbefreiungen auf Module (seit 2013, erweitert 2022). 
Zahlen zur Kapazität (Stand 2025, teils Schätzungen wegen vieler nicht gemeldeter Anlagen):
  • Net-metered Rooftop-Solar: Von ca. 2,5 GW (2024) auf 5,3 GW (Ende April 2025) bzw. 6,1 GW (Juni 2025). Monatlich wurden zeitweise 500+ neue Systeme installiert. 
  • Gesamte verteilte Solarleistung (inkl. Off-Grid, Behind-the-Meter, Landwirtschaft): Schätzungen von Think-Tanks liegen bei 27–33 GW installiert (davon ca. 19 GW nicht net-metered). 
  • Utility-Scale (große Kraftwerke): Nur ca. 0,5–0,7 GW (z. B. Quaid-e-Azam Solar Park 400 MW + weitere Projekte).
  • Anteil am Strommix: Solar lieferte 2025 zeitweise bis zu 25 % des Netzstroms; die Erzeugung aus Solar stieg deutlich schneller als global. 
Das entspricht einer der schnellsten verbrauchergetriebenen Energieanwendungen weltweit und hat Pakistan bereits Milliarden USD an Öl- und Gasimporten erspart.Die genaue Politik
  • Rahmen: Alternative & Renewable Energy (ARE) Policy 2019 mit dem Ziel 20–30 % Erneuerbare bis 2030 (Solar als Schwerpunkt). Solarpotenzial wird auf über 40 GW geschätzt.
  • Kerninstrument: Net-Metering-Regulations 2015 (bis 1 MW, 7-Jahres-Lizenz, volle Einspeisevergütung).
  • Wichtige Änderung 2025: NEPRA hat im Dezember 2025 die Prosumer Regulations 2025 vorgestellt und konsultiert (ersetzen die alten Regeln). 
    • Wechsel von reinem Net-Metering zu Net-Billing: Verbrauch (Import) wird zum vollen Retail-Tarif bezahlt, Überschuss (Export) nur noch zum deutlich niedrigeren „National Average Energy Purchase Price“ vergütet (von ca. 26–27 PKR/kWh auf ca. 10–13 PKR/kWh – über 60 % Kürzung für Neuanlagen).
    • Lizenzdauer verkürzt auf 5 Jahre.
    • Bestehende Anlagen bleiben bis Vertragsende geschützt.
  • Grund für die Reform: Hohe Einnahmeverluste der Verteilnetzbetreiber (DISCOs), Quersubventionierung (Nicht-Solar-Kunden, vor allem Ärmere, zahlen mehr), Netzstabilität und „free-battery“-Effekt. Es gibt zusätzlich eine 10 %-Importsteuer auf Module seit Juni 2025, aber auch provinziale Subventionsprogramme für Arme und Landwirtschaft (z. B. Punjab für Tube-Wells). 
Aussichten (2026 und darüber hinaus)
  • Positiv: Der Boom dämpft Stromausfälle, steigert Energieunabhängigkeit (Pakistan ist weniger anfällig für globale LNG- oder Ölkrisen) und schafft ländliche Arbeitsplätze/Produktivität (z. B. solarbetriebene Bewässerung). Bis 2026 könnte Solar 20 % oder mehr des Stroms liefern; weitere Utility-Scale-Projekte (z. B. Layyah 1.200 MW) sind geplant. Die Politik bleibt grundsätzlich solarfreundlich, nur die Anreize werden „nachjustiert“, um das System nachhaltig zu machen. 
  • Herausforderungen: Netzstabilität (Überschuss bei Tag, Nachfrage bei Nacht → Speicher nötig), Datenlücken bei nicht gemeldeten Anlagen, soziale Ungleichheit (Solar lohnt sich vor allem für Besserverdienende) und mögliche Verlangsamung durch die neuen Regeln.
  • Prognose: Das Wachstum geht weiter, aber etwas gebremst und strukturierter. Pakistan gilt bereits als Lehrbeispiel, wie ein Entwicklungsland mit instabilem Netz durch dezentrale Solarenergie resilienter werden kann – vorausgesetzt, die Politik begleitet den Boom mit smarter Netzintegration und inklusiven Maßnahmen für alle Schichten.
    Quelle: Solarmedia & Grok
     
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