Samstag, 9. Mai 2026

Meilensteine der Solarwirtschaft: Nicht nur die Menge macht's (I)

Von Zubaurekorden für Solaranlagen spricht unterdessen die ganze Welt. Auch Solarmedia hat das in den letzten Wochen und Monaten mit Rückblick auf das besonders erfolgreiche vergangene Jahr wiederholt getan (siehe unter anderem > hier). Nun sei von den technischen Transformationen die Rede, die in grosser Zahl, die Solarwirtschaft beflügeln. Sie seien in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit aus Sicht des Solarmedia-Autors abgehandelt, jeweils mit einem Link zu einer besonders wichtigen Quelle - nachstehend Folge (I).

1. Das Projekt überstrahlt alles, wenn es denn einmal losgelassen. Nur in der Schweiz ist die Agri PV leider erst im Versuchsstadium, während sie in anderen europäischen Ländern bereits in grossem Stil angewandt wird und auch ein grosses Versprechen für die Staaten des Südens darstellt. Der Clou der Geschichte: da werden keine weiteren Landwirtschaftsflächen benötigt - und doch ist eine Freiflächen-PV dank Agri-PV möglich, siehe etwa folgende Meldung: 
 

Agrar-PV für Energiezugang und Klimaresilienz im südlichen Afrika - Kaffeeproduzenten sind auf eine zuverlässige Stromversorgung für die Verarbeitung und Bewässerung angewiesen, doch viele ländliche Betriebe sind nach wie vor netzunabhängig und den schwankenden Dieselpreisen ausgesetzt. Ein Masterprojekt am Power Systems Laboratory der ETH Zürich untersucht diese Herausforderung anhand des weltweit ersten gross angelegten Agri-Photovoltaik-Konzepts für den Kaffeeanbau. Die Forschung in Angola zeigt, dass die Installation von Solarzellen über Kaffeepflanzen erschwinglichen Strom und Klimaresistenz in einem System liefern kann. Die Ergebnisse zeigen, wie die Integration von Energie und Landwirtschaft neue Wege für eine nachhaltige Produktion in tropischen Regionen eröffnen kann - von Sebastian Waszkis > energyblog.ethz.ch 14.4.26. 

2. Im Moment dreht sich in der Solarwirtschaft alles um das Aufkommen günstiger Batterien. Lange galten deren Kosten als absolutes Hemmnis für eine umfassende Energiewende. Nun aber sieht es ganz anders aus und das hat sogar die offizielle Energiewelt, also die internationalen Organisationen, kapiert. 

Bidirektionales Laden für neue Elektrofahrzeuge
Der deutsche Stromversorger Eon und BMW bieten für neue Elektrofahrzeuge die Option des bidirektionalen Ladens an. Sie starten damit gemeinsam das erste kommerzielle Angebot zum bidirektionalen Laden. Es gilt für neue Elektrofahrzeuge der Münchener Autobauer. Eon-Kunden erhalten dafür einen Bonus > solarserver.de 10.2.26. 
 
3.  Doch nicht nur in der Verkehrssektor tut sich damit Entscheidendes, sondern auch bezüglich der sektorenübergreifenden Energiewende. Nun wird es möglich, Strom rund um die Uhr zur Verfügung zu haben, der aus erneuerbaren Quellen stammt, sei es Solar- oder Windstrom. Das macht aktuell der US-Bundesstaat Kalifornien vor, der in den Abendstunden immer mehr Batterie Strom zu Energieversorgung nutzen kann, der tagsüber gespeichert wurde. Womit eine unglaubliche Entwicklung eingeleitet ist, Solarstrom erweist sich als der günstigste überhaupt, selbst unter Einbezug wirklich aller Kosten.
 
IRENA: Grüner Strom 24/7 günstiger als fossile Energie
Solarstrom ist in einstrahlungsreichen Regionen dank Batteriespeicher heute schon günstiger als fossiler Strom - und zwar rund um die Uhr. Die UN-Organisation IRENA prognostiziert einen weiteren Kostenrückgang auf unter 5 Cent je Kilowattstunde bis 2035. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich durch die Entwicklung der Batterietechnologie rasant verändert. So zeigt die Analyse, dass die Gesamtanschaffungskosten für PV seit 2010 um 87 % und für Onshore-Windenergie um 55 % gesunken sind. Bei Batteriespeichern betrage die Ersparnis sogar 93 %. Das verbessert auch die Energiebilanz der grünen Energien weiter. Und: die Kosten sinken weiter: 40 % bis 2035 > solarserver.de 6.5.26.
 
4. Unterfüttert wird der Speicherboom durch die Kostenentwicklung bei den Batterien. Sie haben sich sensationellerweise noch schneller verbilligt, als vor ein paar Jahren die Solarmodule:
 
Batteriespeicher gewinnen stark an Bedeutung für das Energiesystem
Batteriespeicher werden zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in der Schweiz. Sie optimieren den Eigenverbrauch, tragen zur Stabilität im Stromsystem bei, erhöhen die Flexibilität und senken die Systemkosten. Gleichzeitig helfen sie, den wachsenden Anteil von Photovoltaik effizient ins Stromsystem zu integrieren und wirtschaftlicher zu betreiben. Der neue Batteriemonitor Schweiz 2026 von Swissolar zeigt: Der Markt für Batteriespeicher entwickelt sich rasant und die Neuinstallationen, verdoppeln sich innert Jahresfrist nahezu. Dennoch braucht es bessere Rahmenbedingungen, damit ihr Potenzial für das Energiesystem künftig vollständig genutzt werden kann > swissolar.ch 20.3.26.

5. Technischer Fortschritt: Immer wieder zeigt sich, dass die Solarwirtschaft weiterhin höchst innovativ ist und fortschrittliche Lösungen hervorbringt - ein Beispiel, das in letzter Zeit für Furore sorgte: 
 
Farbige Folien für Muster auf PV-Modulen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE ist es gelungen, farbige Folien mit transparenten Aussparungen zu versehen und so realistisch aussehende Motive auf Photovoltaikmodulen zu erzeugen. Auf diese Art können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden. Die Folienschnittmuster nutzen die MorphoColor®-Technologie, eine Erfindung des Forschungsinstituts, bei der ein Farbeindruck erzeugt wird, ohne dass die Effizienz eines PV-Moduls nennenswert beeinträchtigt wird. Besucherinnen und Besucher der Messe The Smarter E / Intersolar 2026 können mit »ShadeCut« ausgestattete PV-Module am Stand A1.440 des Fraunhofer ISE besichtigen.
 
Folge zwei dieser Meilensteine folgt nächste Woche! 

PS Der Text ist meinem und unserem Sohn und Bruder Luca gewidmet, der an diesem Samstag, 9. Mai, 45 Jahre alt geworden wäre. Er fiel zu unser aller Leidwesen und tragischerweise vor 15 Jahren in Afrika einem Sportunfall zum Opfer. Luca verfolgte schon damals, als Solarmedia gerade erst als Blog entstanden war, solare Projekte mit grossem Interesse.

Newsletter: das sind die Top Ten Entwicklungen der Solar Wirtschaft. Solar Media berichtet laufend über die Veränderungen und die grossen Fortschritte die diese Branche erzielt. Sie war ja im vergangenen Jahr auch absolute Laiblin unter den Branchen, die zum Zubau von Energie Kapazitäten beitragen.

Copyright: Solarmedia
 
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Donnerstag, 7. Mai 2026

Appell der Zivilgesellschaft: Nein zu neuen Atomkraftwerken

Mit einem breiten Appell, getragen von über 40 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport, ruft die Ziviligesellschaft die Politik dringend dazu auf, keine neuen AKW zuzulassen und die Schweiz vor einer teuren und gefährlichen Kehrtwende zu bewahren. Nach dem Ständerat entscheidet als nächstes der Nationalrat über das Geschäft. 

2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Atomausstieg beschlossen – ein klares demokratisches Signal, das seither mehrmals bestätigt worden ist. Der Ständerat hat es in der Frühlingssession 2025 leichtfertig übergangen und den Vorschlag des Bundesrats, das AKW-Neubauverbot aufzuheben, angenommen. Jetzt ist der Nationalrat gefragt.

Bekannte Persönlichkeiten engagieren sind gegen die Atom-Kehrtwende

Jetzt regt sich der Widerstand der Zivilbevölkerung. Sie richtet einen dringenden Appell an die Politik, das Neubauverbot zu bewahren. Der Appell wird von über 40 Erstunterzeichnenden getragen. Dazu gehören Persönlichkeiten wie Regisseurin Katja Früh, Sänger und Produzent Dodo, OL-Weltmeisterin Simone Niggli Luder und Kabarettist Franz Hohler. Für die Unterzeichnenden hätte ein Kurswechsel verheerende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen und wäre in jeder Hinsicht falsch: 

  • Der Bau eines neuen AKW kostet Steuerzahlende und Stromkonsumentinnen mindestens 25 Milliarden Franken, während günstigere Alternativen längst verfügbar sind.
  • Neue AKW zementieren die Abhängigkeit von Uran-Importen aus Russland und Kasachstan, obwohl Sonne, Wind und Wasser einheimisch und unerschöpflich verfügbar sind. 
  • AKW sind Ziele in bewaffneten Konflikten, das Atommüllproblem bleibt ungelöst, und jedes neue Kraftwerk erhöht das Risiko nuklearer Katastrophen für Mensch und Umwelt.

Öffentlicher Appell zur Unterschrift

Die Unterzeichnenden fordern den Nationalrat auf, die Streichung des AKW-Neubauverbots abzuwenden und die Schweiz damit vor einer teuren und gefährlichen Atom-Kehrtwende zu bewahren. Stattdessen sollen er auf eine sichere, unabhängige und bezahlbare Schweizer Stromversorgung setzen – mit der bewährten und von der Stimmbevölkerung geforderten Energiewende. 

Sie rufen die Bevölkerung dazu auf, den Appell mitzuunterschreiben: https://www.neue-akw-nein.ch/appell-nationalrat

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Dienstag, 5. Mai 2026

Wasserkraft Schweiz: Statistik 2025

Am 1. Januar 2026 waren in der Schweiz 706 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung von über 300 Kilowatt in Betrieb (1.1.2025: 703 Zentralen). Die zu erwartende mittlere Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik enthaltenen Kraftwerke lag 2025 bei 37'162 GWh/a (Gigawatt-Stunden pro Jahr) und somit unter dem Vorjahreswert von 37'350 GWh/a.

Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug rund 50 GWh/a, wovon die Neuinbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach in Lauterbrunnen mit 30.5 GWh/a den grössten Anteil hatte. Zudem konnte auch auch die Anlage in Bondo wieder in Betrieb genommen werden, nachdem diese nach dem Bergsturz von 2017 wieder neu aufgebaut werden musste. Im Jahr 2025 standen 12 Zentralen im Umbau und 6 Zentralen im Bau mit zu erwartenden Produktionsausbau von knapp 40 GWh/a.

Durch die regelmässige Aktualisierung der mittleren Produktionserwartung der bestehenden Anlagen resultierte eine Abnahme von 188 GWh im Jahr 2025. Verantwortlich dafür waren unter anderem diverse Datenaktualisierungen mit Restwassersanierungen wie auch die niedrigen Zuflüsse im vergangenen Jahr. Zudem sind zwei Zentralen nach dem schweren Unwetter im 2024 im Wallis weiterhin ausser Betrieb, wobei das grosse Rhône-Kraftwerk in Susten-Chippis (mittlere Produktionserwartung 215 GWh) am meisten ins Gewicht fällt. Die Produktionserwartung dieser beiden Zentralen musste daher temporär auf Null gesetzt werden.

Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 10'469 GWh/a (28.1%), Graubünden mit 7'919 GWh/a (21.4%), Tessin mit 3'485 GWh/a (9.4%) und Bern 3'424 GWh/a (9.2%).

Zunahme der jährlichen Wasserkraftproduktion bis 2035

Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37'900 GWh ansteigen. Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW addiert. Für das Monitoring ergibt sich damit für 2025 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'724 GWh/a (minus 176 GWh gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert).

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Mit Wasserkraft wurden 2025 rund 58.5% (10jähriger Mittelwert) des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des Bundesamt für Energie (BFE) wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.

Links:

Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Monitoring Energiestrategie 2050

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Sonntag, 3. Mai 2026

«Tage der Sonne» machen Lösungen erlebbar

Die Energiewende ist machbar – und sie beginnt jetzt. Rund um den internationalen Tag der Sonne am 3. Mai finden vom 2. bis 10. Mai in der ganzen Schweiz die «Tage der Sonne» statt. Die Veranstaltungsreihe setzt ein klares Zeichen: Die Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft sind vorhanden. Was es jetzt braucht, ist gemeinsames Handeln.

Während der Bau neuer Atomkraftwerke wieder diskutiert wird, droht diese Diskussion den Ausbau erneuerbarer Energien zu verzögern statt zu beschleunigen. Dabei zeigt sich: Solarenergie und andere erneuerbare Technologien sind heute schneller, günstiger und breit verfügbar.

In Basel wird die Energiewende zur Gemeinschaftsaufgabe: Hier haben sich für die «Tage der Sonne» ungewöhnlich viele Akteurinnen und Akteure zusammengeschlossen, um Lösungen gemeinsam erlebbar zu machen. «Die Energiewende ist eine Herausforderung, die wir gesamtgesellschaftlich angehen müssen, alle können mithelfen: vom Versorgungsunternehmen über die Politik bis hin zu Unternehmen und Privatpersonen», sagt Francesco Vazzano von den Industriellen Werken Basel IWB. «Basel gehört mit rund 1’500 bis 1’700 Sonnenstunden pro Jahr zu den sonnenreichen Städten im Schweizer Mittelland und profitiert besonders im Herbst und Winter von häufigeren Nebelauflösungen – gute Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie.»

Organisiert vom ersten Verein für erneuerbare Energien der Schweiz, der über 50-jährigen SSES, gemeinsam der IWB, Planeco, Sonnwende, Energiewendegenossenschaft Basel, Solarbalkon und dem Verein Nomatark, sowie mit IWB und dem Swisslosfonds Basel-Stadt als Hauptsponsoren, entsteht ein offener und kollaborativer Anlass für alle. Ob Familien, Mieterinnen und Eigentümer, Unternehmen, Stiftungen oder DIY-Begeisterte – die Veranstaltung bietet vielfältige Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Die Energiewende braucht Hände

Im Zentrum steht die Idee: Die Energiewende braucht keine Atomkraft – sie braucht Menschen, die anpacken.
«Es ist wichtig, Solarenergie greifbar zu machen. Deswegen veranstalten wir sonnenbetriebene Events – man lernt dazu und hat Spass dabei», erklärt Fabian Müller vom Verein Nomatark, die mit ihrer solarbetriebenen Stage und Umweltkino vor Ort sind.

Das Programm ist entsprechend praxisnah und interaktiv gestaltet: In Workshops können Besucherinnen und Besucher eigene Solarbalkon-Anlagen bauen oder aus alten E-Bike-Batterien eine Second-Life-Powerbank herstellen. Die Energiewendegenossenschaft zeigt live, wie Solaranlagen im Selbstbau realisiert werden können. «Wir können viel bewegen, wenn wir unsere eigene Selbstwirksamkeit spüren. Beim Bauen der eigenen Anlage, ist der eigene Impact unmittelbar erlebbar», sagt Eliane Zumstein von der Energiewendegenossenschaft Basel.

Ein Highlight ist der «SolarButterfly», der die Welt umrundet hat und den Klimawandel anschaulich vermittelt – ergänzt durch Quiz und Informationsangebote. Im Forum im kHaus finden zudem Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt: Mieterinnen, Eigentümer, Unternehmen und Stiftungen erhalten konkrete Einblicke in die Nutzung von Solarenergie. Beim Podium «Warum Solar?» teilen Anlagenbesitzende ihre Erfahrungen und geben praktische Tipps.

Weitere Programmpunkte reichen vom Mini-Solarmobil-Wettrennen über eine solarbetriebene Musikbühne bis hin zu Sonnenyoga. Am Sonntag folgt ein Podium zur solaren Architektur mit anschliessender Schweizer Premiere des Films «The Sun Queen» im solarbetriebenen Umweltkino.

Die «Tage der Sonne» sind damit weit mehr als nur eine Veranstaltung – sie sind ein Startpunkt. Ein Moment, um sich zu vernetzen, zu lernen und selbst Teil der Energiewende zu werden. Denn eine lebenswerte Zukunft entsteht nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten.

Informationen und Kontaktangaben: 

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie unter www.tagedersonne.ch/festival

Linda Wachtarczyk | T +4178 810 21 66 | linda.wachtarczyk@sses.ch
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie | Aarbergergasse 21 | CH-3011 Bern |
www.sses.ch

Francesco Vazzano | T +41 61 275 34 21 | francesco.vazzano@iwb.ch
IWB | Margarethenstrasse 40 | Postfach | CH-4002 Basel | www.iwb.ch

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Samstag, 2. Mai 2026

Solaraktienindex PPVX zwar hinter Erdölaktien - aber doch auch im Plus





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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  

Donnerstag, 30. April 2026

Atomkraft stagniert und bleibt in einer Talsohle

 Der globale Markt für Atomkraftwerke kommt auch 2025 - wie bereits in den Vorjahren - nicht aus der Talsohle heraus. Eine Renaissance mit signifikantem Marktwachstum ist weiterhin nicht in Sicht. 
Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sind im Jahr 2025 weltweit drei neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen (2024: sechs). Gleichzeitig wurden sieben ältere Anlagen endgültig stillgelegt (2024: vier). Unter dem Strich ergibt sich damit ein Netto-Rückgang.

Insgesamt sind laut IAEA (Stand: 27.04.2026) im Jahr 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von 2.956 MW ans Netz angeschlossen worden (2024: 6.813 MW). Die Inbetriebnahmen erfolgten in Russland (Kursk 2-1, 1.200 MW), Indien (Rajasthan-7, 630 MW) und China (Zhangzhou-2, 1.126 MW). Im gleichen Zeitraum wurden weltweit Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von insgesamt 2.823 MW stillgelegt (2024: 2.891 MW). In Belgien betrifft dies die Anlagen Doel 1 und Doel 2 (je 445 MW) sowie Tihange-1 (962 MW). Hinzu kommen die Abschaltung des letzten in Betrieb befindlichen Atomkraftwerks in Taiwan, Maanshan-2 (938 MW), sowie die Stilllegung von drei kleineren Anlagen Bilibino-2, -3 und -4 (je 11 MW) in Russland.

In der Jahresbilanz 2025 ergibt sich aus Zubau (2.956 MW) und Stilllegungen (2.823 MW) ein geringer weltweiter Nettozuwachs von 133 MW Atomkraftwerksleistung. „Die häufig angekündigte Renaissance der Atomenergie fällt auch 2025 aus“, so Dr. Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Die Ursachen für das weiterhin schwache Wachstum des globalen Marktes bleiben unverändert, so Allnoch: sehr hohe Investitionskosten, lange Bauzeiten von 10 bis 15 Jahren in einem dynamischen Energiemarktumfeld mit schwer prognostizierbaren Rahmenbedingungen sowie erhebliche Finanzierungsrisiken, die in der Praxis meist nur von staatlichen Akteuren getragen werden können. Zudem ist die Zahl der Unternehmen, die Atomkraftwerke planen, bauen und exportieren können, sehr begrenzt - überwiegend handelt es sich um Staatsunternehmen.