Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
Frauke Rostalski bestreitet weder Klimakrise noch die Dramatik des
steigenden CO₂-Ausstosses. Sie kritisiert aber die Verschiebung der
Verantwortung auf Konsumentinnen und Konsumenten. Einzelne
Entscheidungen – weniger fliegen, weniger Fleisch essen – seien
klimatisch praktisch wirkungslos - Screenshot SRF Sternstunde Philosophie 15.2.26
Obwohl sich diese Geschichte wieder mal um Donald Trump dreht, sei sie mit einer anderen Person bebildert: die Philosophin Frauke Rostalski macht derzeit durch ein neues Buch von sich reden, indem sie individuelles Handeln im Sinne eines moralischen Verhaltens in die Schmuddelecke stellt. Drei Fehler an ihrer Klimaskepsis, ohne diese hier weiter darzulegen, seien doch angetönt, wenn auch Trump Thema sein soll: Erstens verwehren wir den jungen Menschen Politisierung und Bewusstwerdung (ich etwa habe in kirchlichen Kreisen den Zugang zum Spannungsfeld Erste /Dritte Welt gelernt, ohne religiös zu sein), zweitens sind die Wirkungmechanismen nicht so eindeutig belegt, wie das Rostalski behauptet und drittens spielt man den grundsätzlichen Klimaskeptiker*innen wie letztlich Donald Trump in die Hände.
Zu Letzterem lässt sich sagen: Danke, Mister Trump! Nun habe ich auch ins Lager ihrer glühenden Verehrer gewechselt. Was sie vollbracht haben mit der Kündigung aller Klimavereinbarungen, ist wirklich grossartig, eben die grösste Deregulierung aller Zeiten! Das Gute daran (bei aller Dramatik) ist: Noch wir werden erleben, was fehlender Klimaschutz bewirkt. Darunter leidet halt dann (sorry for that) ihre US-Bevölkerung, aber sei’s drum. Auch die Bevölkerungen anderer Kontinente und Staaten werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Und die Folgen des Klimawandels werden sich eindeutiger denn je offenbaren.
Aber - und das ist ein weiterer Grund für Dankbarkeit - die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit all dieser anderen Staaten, die sich weiterhin zum Klimaschutz bekennen, wird rasant zunehmen, während der amerikanische Präsident dannzumal endgültig in die Fallgruppe des Untergangs der US-Wirtschaft gestürzt sein wird. Denn mal ehrlich: Wer in aller Welt wird die klimaschädlichen amerikanischen Produkte künftig kaufen? Oder planen etwa Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, schon jetzt den Erwerb eines SUV's mit Verbrennermotor, der wie früher muntere 15-20 Liter Benzin auf 100 km säuft?
Dankbarkeit können in diesem Zusammenhang auch China respektive die dortigen aufstrebenden Weltkonzerne empfinden. Das belegen vielerlei Einschätzungen aus diversen Medien, etwa von klimareporter.de oder andererseits die von spiegel.de und Tages-Anzeiger («Trump lenkt sein Industrie ins Museum», hinter Bezahlschranke). Seien es chinesische Automobile, die Stromer zu unschlagbaren Preisen auf den Weltmarkt bringen, seien es Haushaltgeräte, die wegen ihres Stromverbrauchs bei chinesischer Provenienz günstiger sind oder seien es Textilien und was der Dinge mehr sind.
Der jüngste IEA-Bericht
zum Strom-Sektor prognostiziert, dass der Anteil erneuerbarer Energien
und Kernenergie am weltweiten Strommix bis zum Ende dieses Jahrzehnts
auf 50 Prozent steigen wird, während auch Erdgas an Bedeutung gewinnt.
Der weltweite Strombedarf wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich um
durchschnittlich mehr als 3,5 % pro Jahr steigen, wobei die
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Erdgas und Kernenergie
entsprechend zunehmen wird, so ein neuer IEA-Bericht.
Electricity 2026, der soeben veröffentlicht wurde, ist der
Jahresbericht der IEA über die globalen Stromsysteme und -märkte. Er
enthält eine eingehende Analyse der jüngsten Trends und politischen
Entwicklungen sowie Prognosen für den Strombedarf, das Stromangebot und
die Kohlendioxidemissionen (CO₂) für den Fünfjahreszeitraum bis 2030.
Dem Bericht zufolge wird der Strombedarf bis 2030 mindestens 2,5-mal
so schnell wachsen wie der Gesamtenergiebedarf, da sich das Zeitalter
der Elektrizität durchsetzt. Dies ist auf den steigenden Stromverbrauch
in der Industrie, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, den
höheren Einsatz von Klimaanlagen und den Ausbau von Rechenzentren und KI
zurückzuführen. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer nach wie
vor die Haupttreiber des Stromnachfragewachstums sind, steigt auch der
Verbrauch in den Industrieländern nach 15 Jahren der Stagnation wieder
an und trägt bis 2030 zu einem Fünftel des gesamten Anstiegs der
Stromnachfrage bei.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die weltweite Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien – angetrieben durch den Rekordeinsatz von
Solar-PV – derzeit dabei ist, die Stromerzeugung aus Kohle zu überholen,
nachdem sie nach den neuesten verfügbaren Daten im Jahr 2025 praktisch
mit ihr gleichgezogen hat. Auch die Stromerzeugung aus Kernkraft
erreichte einen neuen Rekordwert. Der Aufschwung der emissionsarmen
Energiequellen hält bis 2030 an. Bis dahin sollen erneuerbare Energien
und Kernkraft zusammen 50 % des weltweiten Stroms erzeugen, gegenüber 42
% heute.
Auch die Stromerzeugung aus Erdgas wird bis 2030 weiter wachsen,
unterstützt durch die steigende Stromnachfrage in den Vereinigten
Staaten und die anhaltende Umstellung von Öl auf Gas für die
Stromerzeugung im Nahen Osten. Die Stromerzeugung aus Kohle verliert
weltweit an Boden, da erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, und
wird bis zum Ende des Jahrzehnts wieder das Niveau von 2021 erreichen.
Infolgedessen werden die weltweiten CO₂-Emissionen aus der
Stromerzeugung bis 2030 voraussichtlich in etwa gleich bleiben.
Der Bericht betont, dass diese Trends – steigende Nachfrage, eine
zunehmend wetterabhängige Stromerzeugungsmix und sich wandelnde
Stromverbrauchsmuster und -technologien – einen raschen und effizienten
Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der Systemflexibilität erfordern.
Derzeit sind weltweit Projekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 2
500 Gigawatt – darunter erneuerbare Energien, Speicher und Projekte mit
hohem Stromverbrauch wie Rechenzentren – in Warteschlangen für den
Netzanschluss blockiert.
Eine neue Analyse in dem Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem
Ausbau der Netze durch den Einsatz netzverbessernder Technologien und
die Umsetzung von Regulierungsreformen, die flexiblere Netzanschlüsse
und -nutzung ermöglichen, in naher Zukunft bis zu 1 600 Gigawatt an
Projekten aus den Warteschlangen integriert werden könnten. Zusammen
würden diese Maßnahmen eine effizientere Nutzung des Netzes ermöglichen
und damit erhebliche Kapazitäten freisetzen.
„In einer Zeit großer Unsicherheit auf den Energiemärkten ist eines
sicher: Die weltweite Stromnachfrage wächst viel stärker als in den
letzten zehn Jahren. In diesem Zeitalter der Elektrizität wird der
Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs bis 2030 dem Verbrauch von mehr
als zwei Europäischen Unionen entsprechen“, sagte Keisuke Sadamori,
Direktor für Energiemärkte und Sicherheit bei der IEA. „Um diesen Bedarf
zu decken, müssen die jährlichen Investitionen in die Netze bis 2030 um
50 % steigen. Die Erweiterung der Flexibilität wird ebenfalls von
entscheidender Bedeutung sein, da sich die Stromnetze weiterentwickeln –
ebenso wie ein starker Fokus auf Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.“
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Installation von
Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab stark zugenommen hat und eine
wichtige Quelle für kurzfristige Flexibilität darstellt. Märkte wie
Kalifornien, Deutschland, Texas, Südaustralien und das Vereinigte
Königreich haben in den letzten Jahren ein starkes Wachstum bei der
Bereitstellung von Batteriekapazitäten im Versorgungsmaßstab
verzeichnet.
Electricity 2026
stellt außerdem fest, dass die Bezahlbarkeit von Strom nach wie vor ein
wichtiges und wachsendes Problem darstellt. In vielen Ländern sind die
Strompreise für Haushalte seit 2019 schneller gestiegen als die
Einkommen. Die hohen Preise setzen auch die Industrie und die
Unternehmen unter Druck. Daher konzentrieren sich die politischen
Entscheidungsträger auf Strategien, Marktgestaltungen und Vorschriften,
die nicht nur zusätzliche Investitionen, sondern auch mehr Flexibilität
und Effizienz in allen Bereichen des Stromsystems, einschließlich
Nachfrage, Angebot und Nutzung der Infrastruktur, bringen.
Dem Bericht zufolge sind größere Anstrengungen erforderlich, um die
Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Stromversorgungssysteme weltweit
zu verbessern, die mit steigenden Risiken aufgrund alternder
Infrastruktur, extremer Wetterereignisse, Cyberbedrohungen und anderer
neu auftretender Schwachstellen konfrontiert sind. Die Modernisierung
der Funktionsweise der Systeme sowie die Stärkung des physischen
Schutzes kritischer Infrastrukturen sind laut dem Bericht unerlässlich,
um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken
Die Axpo Tochter Urbasolar hat mit dem Bau Europas grösster
zusammenhängender Dachsolaranlage begonnen. Die Anlage entsteht auf dem
136.000 m² grossen Dach des Logistikgebäudes OMEGA in Dourges,
Nordfrankreich, und hat eine Leistung von 18 Megawatt. Darum geht’s:
Axpo
Tochter Urbasolar baut Europas grösste Dachsolaranlage auf dem
OMEGA-Logistikgebäude in Dourges (Nordfrankreich) mit 18 MWp Leistung –
davon 1 MWp für den Eigenverbrauch. Die Anlage könnte über 4500
Haushalte mit Strom versorgen.
Das OMEGA-Gebäude umfasst 136 000 m2 und bietet Platz für 450 Mitarbeitende; darunter die von PepsiCo.
Statt
nur das gesetzliche Minimum von 30 Prozent der Dachfläche zu nutzen,
deckt das Projekt die gesamte nutzbare Dachfläche mit Solaranlagen ab
und zeigt die Kompetenz in grossflächigen Dachinstallationen von
Urbasolar.
Das Logistikgebäude OMEGA (siehe Bild oben) wurde als Vorbild für
Energieeffizienz konzipiert. Es besteht aus zwölf Lagereinheiten mit je
rund 11.000 m² Fläche, einer Höhe von 11,5 Metern und Laderampen an zwei
der vier Fassaden. Mit Platz für bis zu 450 Mitarbeitende trägt das
neue Lager zur Erfüllung der wachsenden Anforderungen der nationalen
Logistik und zur Dekarbonisierung von Logistikaktivitäten bei –
insbesondere für den PepsiCo-Konzern, der sich für OMEGA entschieden hat
und Ende September 2025 eingezogen ist.
Das OMEGA-Projekt wird
von SPL Delta 3 geleitet, dem Immobilienentwickler hinter der
multimodalen Plattform. Diese wird von einem gemischten Konsortium und
der Region Hauts-de-France getragen. Die Endinvestoren Tristan Capital
Partners und Edmond de Rothschild REIM France finanzieren das Projekt
gemeinsam.
Thibault Ancely (Geschäftsführer, Tristan Capital
Partners) und Kristelle Wauters (Vorstandsvorsitzende, Edmond de
Rothschild REIM France) betonen: «Wir sind stolz, Teil eines Projekts zu
sein, das Innovation und Nachhaltigkeit verbindet. Unser Ziel ist die
Entwicklung von Logistikinfrastrukturen, die heutigen ökologischen
Anforderungen entsprechen. Die Partnerschaft mit Urbasolar ist dabei
zentral für die Maximierung der Energieeffizienz.»
Antoine
Millioud, Präsident von Urbasolar und Leiter der Division Solar bei
Axpo, ergänzt: «Dieses Projekt ist ein Meilenstein unserer
Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Integration modernster
Photovoltaik-Lösungen zeigen wir, dass Solarenergie Energiekosten und
CO₂-Emissionen erheblich senken kann. Wir schätzen die Zusammenarbeit
mit Partnern, die unsere Vision einer nachhaltigen Energiezukunft
teilen.» Das Projekt unterstreicht das Engagement von Axpo, die
Energiewende voranzutreiben und erneuerbare Energiequellen auszubauen
«Um
dieses Gebäude zum Vorbild in der Umweltbilanz zu machen, wollten wir
uns nicht auf das gesetzliche Minimum von 30 % Dachfläche beschränken,»
erklärt Emmanuel Favreuille, Direktor bei SPLA DELTA 3. «Die
Entscheidung, die gesamte nutzbare Dachfläche mit einer Mischung aus
Eigenverbrauch und Einspeisung auszustatten, erwies sich als
entscheidender Erfolgsfaktor – besonders da Energiemanagement für unsere
Kunden zunehmend wichtiger wird.»
Das
am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Stromgesetz (Mantelerlass)
ermöglicht es unter anderem, lokal produzierten Solarstrom einfacher vor
Ort zu verkaufen und zu konsumieren. Dadurch sollen auch Mieterinnen
und Mieter, die keine eigene Photovoltaikanlage installieren können, von
den Vorteilen des Solarstroms profitieren können. «Die Mieter auf diese
Weise zu Akteuren der Energiewende zu machen, war eine revolutionäre
Idee», sagt Wieland Hintz vom Bundesamt für Energie BFE. Die neuen
Stromverbünde, so der Verantwortliche Solarenergie, seien beliebt, und
die Anzahl der Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) wachse schnell.
In
ihrem Netzgebiet, so schätzen die Bernischen Kraftwerke (BKW), waren
Ende 2025 rund 4000 Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch aktiv. Virtuelle
Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) gab es bis Ende 2025 etwa
180 (siehe Zweittext „Die neuen Stromverbünde auf einen Blick“).
Ähnlich
sieht es bei den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) aus: Seit
Anfang 2025 wurden in ihrem Versorgungsgebiet rund 220 vZEV registriert.
Vor allem bei bestehenden Liegenschaften seien virtuelle
Zusammenschlüsse interessant, da keine Anpassungen an den elektrischen
Installationen nötig sind, erklärt André Rast von den CKW. Gemäss Gesetz
sind alle Schweizer Stromversorgungsunternehmen verpflichtet, die
verschiedenen Formen der neuen Verbünde in ihrem Gebiet zu erlauben.
«Dass wir Stromverbünde ermöglichen, ist ein Auftrag des Gesetzgebers.
Ein Geschäftsmodell sind sie für unser Unternehmen nicht», erklärt
BKW-Mediensprecher Manfred Joss.
Tessiner Pilotprojekt Auch
für den Tessiner Energieversorgungsunternehmen Azienda Elettrica di
Massagno (AEM) rechnen sich die Zusammenschlüsse nicht. Doch
mittelfristig könnten sie dazu beitragen, das Netz zu entlasten, wenn in
Spitzenzeiten viel Solarstrom produziert wird, sagt Daniele Farrace,
der Chief Innovation Officer. Das Interesse der AEM an neuen
Stromverbünden ist jedenfalls da: Das Energieversorgungsunternehmen hat
die «Lugaggia Innovation Community» (LIC) initiiert, ein vom BFE
unterstütztes Pilot- und Demonstrationsprojekt im Dorf Lugaggia in der
Region Lugano. Der Versuch zwischen 2019 und 2022 verlief positiv. Der
ZEV wird weitergeführt und das gelungene Praxisbeispiel stiess weit über
das Tessin hinaus auf Interesse.
Ausgangspunkt
für den Zusammenschluss war der Neubau eines Kindergartens mit einer
PV-Anlage auf dem Dach. Für überschüssigen Solarstrom während der
Sommerferien suchte die Gemeinde Abnehmende. So entwickelte sich
schliesslich ein ZEV mit sechs weiteren Solaranlagen als Anbietende und
18 benachbarten Einfamilienhausbesitzerinnen und -besitzern als
Abnehmende des Stroms. Je nach Verbrauch fallen die Einsparungen
unterschiedlich hoch aus. Doch über den ganzen Verbund gesehen sind die
Stromkosten um 3000 bis 4000 Franken pro Jahr gesunken. «Das Gesetz sah
vor, dass bei einem ZEV alle Haushalte, die an demselben Anschlusspunkt
angeschlossen sind, mitmachen. Bei 18 Hauseigentümerinnen und
-eigentümer bedeutete das viel Überzeugungsarbeit», betont Daniele
Farrace.
Weil seit Anfang des Jahres
die Gründung von Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich ist,
befassen sich neuerdings nicht nur Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer
mit neuen Stromverbünden, sondern auch Gemeinden, so etwa Köniz bei
Bern. Sie will den Ortsteil Mittelhäusern zum Reallabor machen, das
zeigen soll, wie im Jahr 2050 in der Schweiz eine 100-prozentig
erneuerbare Energieversorgung aussehen könnte. Der Einsatz von
Solarenergie habe in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte
erzielt, dennoch sei in der Schweiz bisher keine Ortschaft bekannt, die
ihr Potenzial systematisch nutze.
Eine
wichtige Rolle bei der Energiezukunft von Mittelhäusern spielt eine
LEG. Das Projekt sieht vor, auf allen grösseren Dächern
Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern zu bauen. Wie eine Studie der
Berner Fachhochschule zeigt, ist es dank intelligenter Steuerung
möglich, den Solarstrom gleichmässig und über längere Zeit in die neue
LEG einzuspeisen. Gemäss der Studie steht so zusammen mit der Schweizer
Wasserkraft genügend erneuerbare Energie zur Verfügung, um alle heute
noch verwendeten fossilen Energien zu ersetzen. «Wir wollen die neuen
Möglichkeiten der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften nutzen und so die
regionale Wertschöpfung steigern», schreibt die Gemeinde in einer
Mitteilung. «So wird die Energieversorgung nachhaltiger und auch
günstiger.»
Die neuen Stromverbünde auf einen Blick Beim
klassischen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), möglich seit
2018, teilen sich benachbarte Haushalte, die über einen gemeinsamen
Hausanschluss verfügen, den selbst produzierten Strom (Eigenverbrauch).
In der Regel sind dies die Parteien eines Mehrfamilienhauses, die Strom
über die privaten Leitungen im Haus austauschen. Aber auch Haushalte
oder andere Stromverbraucher wie KMU in benachbarten Gebäuden können
sich zu einem ZEV zusammenschliessen, sofern die Gebäude durch eine
private Leitung miteinander verbunden sind. Also der eigenverbrauchte
Strom nicht über das öffentliche Netz fliesst. Bei der Gründung eines
klassischen ZEV müssen private Stromzähler bei den Teilnehmenden
installiert werden. Bei einem ZEV mit mehreren Gebäuden kann es
notwendig sein, private Leitungen zu verlegen.
Smart Meter
machen virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) möglich,
die seit 2025 gesetzlich geregelt sind. Private Zähler müssen hier nicht
installiert werden. Es lassen sich gegen Entgelt die Smart Meter des
Stromversorgungsunternehmens verwenden. Virtuelle ZEV bieten mehr
Flexibilität, da nicht zwingend alle Parteien im ZEV-Perimeter mitmachen
müssen und neu auch Anschlussleitungen bis zur Verteilkabine für den
Eigenverbrauch verwendet werden können. Letzteres ermöglicht einen
Zusammenschluss in einem grösseren Umkreis, und es können mehr
Endverbraucherinnen und -verbraucher lokal produzierten Strom nutzen.
Bei beiden Modellen gilt die ganze Gemeinschaft gegenüber dem
Stromversorgungsunternehmen als einziger Kunde.
Lokale
Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sind seit Anfang dieses Jahres
möglich. Voraussetzung ist, dass alle Teilnehmenden auf der gleichen
Netzebene ans öffentliche Netz angebunden sind, im Versorgungsgebiet
desselben lokalen Verteilnetzbetreibers liegen und zur gleichen Gemeinde
gehören. Zudem muss die Produktionsleistung der LEG mindestens 5 % der
gesamten Anschlussleistung der beteiligten Endverbraucherinnen und
-verbraucher ausmachen. Die LEG nutzt das öffentliche Verteilnetz, wobei
aber nur reduzierte Netznutzungskosten anfallen. Hingegen können auch
räumlich weiter voneinander entfernte Haushalte eine solche Gemeinschaft
bilden. Die einzelnen LEG-Teilnehmenden bleiben Kunden des lokalen
Stromversorgungsunternehmens, der mit ihnen den zusätzlich bezogenen
Strom und die Netznutzung abrechnet.