Donnerstag, 2. Dezember 2021

Die Replik zur Republik

Wer  vom eingeschlagenen Weg zur Energiewende und in der Schweiz, konkret von der Energiestrategie 2050, einigermassen überzeugt ist, dem kann der Republik-Artikel «Die Sage vom sauberen Strom - 1.12.21» nicht gefallen. Nicht einmal wegen der vielen erwähnten kritischen Punkte, zu deren (teilweisen) Widerlegung im folgenden angesetzt wird. Sondern wegen einer Grundstimmung im Text, die diese Energiestrategie von vorne herein in die Ecke des Scheiterns stellt, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt > hier geht es zum umstritten Republik-Text - und nachstehend die Replik vom Solarmedia-Autor.

 

Zuerst der Hinweis auf drei Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, die im Republik-Artikel noch gar nicht Berücksichtigung finden (konnten): Deutschland erhält eine neue Regierung, die neben Enttäuschungen in verschiedener Hinsicht vor allem bezüglich der Energiewende Schub verspricht. Was nicht ohne Auswirkungen auf die Schweiz bleiben wird (nur schon wegen der Beschaffenheit des aus Deutschland importierten Stroms, dem fälschlicherweise immer wieder das auch heute schon nur beschränkt gültige Totschlagetikett «dreckiger Kohlestrom» verpasst wird). Die Abstimmung über die kantonalzürcher Energiepolitik zeigte Ende November sodann, dass «die Schweiz noch nicht verloren ist in klimapolitischer Hinsicht». Und gerade in dieser Woche hat eine Schweizer Delegation, angeführt von Bundesrätin Simonetta Sommaruga, am Ministertreffen des Pentalateralen Energieforums (Penta-Forum) ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Zusammenarbeit in der Stromkrisenvorsorge mit Nachbarstaaten  unterzeichnet (siehe > hier). Diese Übereinkunft heisst zumindest: Das Problem ist auch in Bundesbern erkannt.

 

Doch was lässt sich nun zu den im Republik-Artikel erwähnten – zum Teil vermeintlichen – Fakten sagen resp. schreiben? Hier eine Abhandlung Punkt für Punkt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber im Verständnis, dass dabei jeweils doch über die Stränge geschlagen wird:

 

·       «Alles passte so gut zusammen, gäbe es nur diesen Spielverderber Stromlücke nicht». Aber stimmt das so? Nein, das stimmt ganz und gar nicht. Denn was die verschiedenen Elemente nicht zum passen bringt, ist eine Politik, die diese Stromlücke – wie der Artikel ja selbst belegt – immer wieder aufleben lässt. Ohne dazwischen zu grätschen und dieser Stromlücke den Kampf anzusagen. Nicht anders etwa ist die jüngere  Vergangenheit zu interpretieren (seit der Abstimmung 2017), in der die Notwendigkeit eines schnellen Ausbaus der Erneuerbaren nun wirklich bereits bekannt was – und doch fast nichts geschah. Der Zubau an Photovoltaik ging vielmehr in der zweiten Hälfte der 10er Jahre zurück und nahm erst 2020 wieder zu. Im vergangenen Jahr wurde diesbezüglich erstmals seit vielen Jahren wieder ein Rekordergebnis erzielt – eine fürwahr sonderbare Tatsache angesichts der anerkannten Notwendigkeit des Ausbaus der Erneuerbren Energien (und nebenbei: dieser Rekord wird 2021 nochmals deutlich übertroffen).

·       Dass es nur eine Saga sei, dass in der Schweiz künftig viel an Erneuerbarem Strom produziert werde, gehört in die gleiche Strickart der Argumentation. Schon früher wurde den Erneuerbaren die Existenzmöglichkeit abgesprochen – als etwa der damalige Axpo-VR Heinz Karrer in den Nullerjahren dreist behauptete, Erneuerbare könnten in der Schweiz auf alle Zeiten hinaus nie mehr als zwei bis vier Prozent der Stromproduktion erbringen.

·       Richtig ist, dass die Stromlücke nun in diesem Jahr wieder explizit beschworen wurde. Aber ein Schelm, wer dahinter böse Absicht vermutet – etwa die gekränkte Familiensage der Blocher’s, deren Übervater dem Kaiseraugst-Debakel einst Pate stand. Und der mit dem damaligen Verzicht vielleicht eine seiner (wenigen) grossen politischen Niederlagen eingestehen musste. Dieses AKW war damals nicht realisierbar. Aber vielleicht könnte man die Scharte ja jetzt ausmerzen. Also setzte die Tochter den Floh von dessen Unausweichlichkeit  in die Welt. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass ja nicht nur in der Schweiz die Unmöglichkeit neuer AKW beschworen wird, sondern dies auch in Deutschland, Spanien, Belgien, Portugal, Italien – und all den rund 160 Ländern weltweit, die nie auch nur eine Anlage hatten und auch nicht gedenken, je eine solche zu erstellen.

·       Die Wirklichkeit kann also gemäss Republik nicht mithalten mit der ambitionierten Rhetorik rund um die Erzeugung von sauberem Strom. Wie sollte sie auch unter den bereits geschilderten Umständen – und vor allem soll sie das ja in der Zukunft, deren Gestalten mit Verlaub noch nicht definitiv bestimmt ist. Wir haben es vielmehr noch in der Hand, ausser wir lassen uns durch dieses Gespenst Stromlücke noch mehr verunsichern als schon geschehen.

·       Der Republik-Artikel vergisst zu begründen, unter welchen Umständen das Gespenst jeweils auch wieder verschwand – und dafür gab es viele Gründe und wird es auch wieder viele geben: Zum Beispiel jenen, dass die europaweit beschworene Stromlücke eben vielleicht doch nicht eintreten wird – denn  die gesamten Erzeugerkapazitäten könnten bald einmal unsere Vorstellungskraft weit übertreffen: Der Ausbau der Windenergie in Schottland und Dänemark ist derart rasant, dass plötzlich zu viel Strom europaweit die Netze überfluten könnten. Und selbst wenn die EU ihren Mitgliedländern vorschreiben wird, 70% der Kapazitäten für EU-weiten Bedarf vorzuhalten, so bleiben immer noch deren 30%, die für eine Versorgung unter anderem der Schweiz in Frage kämen. Man mag es auch kaum mehr hören, aber die Schweiz ist für den Strombedarf des EU-Landes Italien derart wichtig, dass ihr wohl kaum der Saft abgestellt wird – denn das träfe dann insbesondere Italien.

·       Das Nein zum CO2-Gesetz ist zwar bedauerlich für die Energiestrategie – einen Zusammenhang mit der nun plötzlich auftretenden Stromlücke herbeizuschreiben, ist dennoch eine artistische Volte. Da fällt das europapolitische Argument zweifellos stärker ins Gewicht. Das heisst aber auch nur, dass sich der Bundesrat und die Schweiz als Ganzes im Verhältnis zu Europa um einen gangbaren Weg bemühen muss (was mit der jüngsten Übereinkunft zumindest ansatzweise geschieht - siehe oben), der zweifellos auch ein möglicher ist – wenn man das denn überhaupt will. Wer den stark steigenden Strompreis mit dem Auftauchen des Gespenstes Stromlücke verbindet, verkennt ökonomische Gegebenheiten. Dieser wird, wenn er denn auf hohem Niveau verbleibt, vielmehr einem anderen Phäomen zum Durchbruch verhelfen – nämlich einem rasanten Anstieg der erneuerbaren Kapazitäten. Ganz automatisch wird das auch hierzulande nicht einfach gegen die Stromlücke helfen – aber die neuen Preisrelationen bieten zumindest eine nicht unerhebliche Chance, diese auch wieder schnell vergessen zu machen. Ja man kann sogar getrost darauf hoffen und vertrauen! In diesem Sinn liesse sich der Republik-Artikel in weiteren Punkten demontieren – dem grossen Aufwand ist es geschuldet, dass dies zumindest hier nun nicht weiter geschieht.

 

Fazit:  Die Masche der eingefleischten Wende-Kritiker*innen war und ist klar – man lege einem politischen Anliegen (hier der Energiewende) alle erdenklichen Steine in den Weg, torpediere diese über Jahrzehnte – und schreibe dann das endgültige Scheitern herbei, nachdem man es bis zum geht nicht mehr beschworen hat. Gelegentlich gelingt ein solches Taktieren – doch im Fall der fossilen und nuklearen Energie scheint (siehe Entwicklungen im Weltmassstab) das Gegenteil der Fall, auch wenn das derzeit nicht allen einleuchten mag. Ich persönlich bin als Autor von Solarmedia überzeugt, dass sogar hierzulande der Tag nicht mehr so weit entfernt ist, an dem die Erneuerbaren Energien ihren Siegeszug gegen alle Widerstände endgültig vollziehen. Es ist nur eine Frage der Zeit –  diesbezüglich bin ich für die Schweiz allerdings doch eher pessimistisch.

Dienstag, 30. November 2021

Anreize für grössere PV-Anlagen und -Fassaden

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 24. November 2021 die Revision der Energieförderungsverordnung (EnFV) gutgeheissen. Mit dieser Revision wird bei der Einmalvergütung für PV-Anlagen zwar der Grundbeitrag gesenkt, im Gegenzug aber der Leistungsbeitrag ab 30 kW um 10 Franken auf 300 Franken pro kW erhöht. Für Anlagen mit Fassadenmodulen ist ein Bonus von 250 Franken pro kW auf dem Leistungsbeitrag vorgesehen.

Fassaden-Potenzial in der Schweiz
liegt bei rund 17 Terawattstunden
pro Jahr (Bild vergrössern mit Klick)
Mit der Revision wird ab 1. April 2022 bei der Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen der Grundbeitrag von aktuell 700 Franken auf 350 Franken gesenkt. Im Gegenzug wird der Leistungsbeitrag ab 30 Kilowatt (kW) um 10 Franken auf 300 Franken pro kW erhöht. Das setzt einen Anreiz, grössere Anlagen zu bauen und dafür möglichst die gesamte geeignete Dachfläche für die Stromerzeugung zu nutzen.

Der Leistungsbeitrag ab 100 kW wird zudem um 20 Franken auf 270 Franken pro kW gesenkt. Dies stellt sicher, dass die Einmalvergütung weiterhin höchstens 30 Prozent der Investitionskosten von Referenzanlagen ausmacht. Durch die Absenkungen werden pro Jahr rund 12 Millionen Franken an Fördergeldern frei, mit denen Photovoltaikanlagen gefördert werden können.

Bessere Förderung des grossen Solarfassaden-Potenzials: Mit den freigewordenen Fördergeldern werden auch Fassadenanlagen besser gefördert. Im Winter kann mit solchen Anlagen bis zu 30% mehr Strom produziert werden als mit gleich grossen Anlagen auf Flachdächern. Fassadenanlagen werden heute aber erst selten realisiert. Das Fassaden-Potenzial in der Schweiz liegt bei rund 17 Terawattstunden pro Jahr. Das entspricht einem Viertel des gesamten Photovoltaik-Potenzials des Schweizer Gebäudeparks. Um dieses Potenzial zu erschliessen, sieht die EnFV für integrierte Anlagen mit einem Neigungswinkel von mindestens 75 Grad gegenüber dem Horizont einen Bonus von 250 Franken pro kW auf dem Leistungsbeitrag vor. Der Fachverband Swissolar begrüsst die Revision der neuen Energieförderungsverordnung, zu welcher der Verband sich auch per Vernehmlassung geäussert hat.

Mehr Informationen beim Bundesamt für Energie

Quelle: Swissolar

Montag, 29. November 2021

Eurosolar: Deutschland auf richtigem Weg

Die Umsetzung des Ziels von EUROSOLAR für das solare Energiezeitalter, rückt nun in greifbare Nähe, wenn der Koalitionsvertrag der neuen Ampel-Regierung in Deutschland  in zentralen Feldern umgesetzt und mancher Widerspruch im Regierungsalltag ausgeräumt wird. Allerdings bestehen auch erhebliche Risiken insbesondere im Hinblick auf die Abstimmung mit der Beihilfen- und Energiepolitik der EU. In einer ersten Kurzanalyse nimmt EUROSOLAR Stellung:
  • Der alte, noch nie richtige Gegensatz zwischen wirtschaftlicher Zukunft und Klima-, Umwelt- und Menschenschutz wird aufgelöst. Endlich wird anerkannt, dass – hier in den Worten von Eurosolar-Gründer Hermann Scheer – die Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien für die gesamte Volkswirtschaft die „größte greifbare wirtschaftliche und soziale Zukunftschance ist“.
  • Entsprechend der Resolution der EUROSOLAR-Mitgliederversammlung 2021 soll bis Ende 2022 ein „Klimaschutz-Sofortprogramm“ mit allen notwendigen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. In diesem Zusammenhang müssen Olaf Scholz und der Ampel-Koalition bewusst sein, dass manche Maßnahmen keinen Aufschub dulden und noch schneller als bis Ende 2022 gehandelt werden muss, insbesondere wegen des drohenden Fadenrisses bei PV-Dachanlagen mit geringem Potenzial zur Eigenversorgung im Gebäude. Die schikanöse Vergütungsabsenkung durch den atmenden Deckel ist zu beenden.
  • 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030, 200 GW Photovoltaik bis zum Jahr 2030 und 2% des Bundesgebiets für Windenergie sind auch vor dem Hintergrund der Ersetzung von Heiz- und Kraftstoffen durch Strom (Sektorenkopplung) realistische und erreichbare Ziele, die bei beherztem Vorgehen auch noch übertroffen werden können. Dazu sollte die neue Bundesregierung mehr Freiraum für Investoren schaffen und so kreatives Potenzial freisetzen, das einen noch ambitionierteren Ausbau möglich macht. Die Ausbauziele können aber nur dann erreicht werden, wenn im kleineren PV-Anlagensegment die feste Vergütung erhalten bleibt und sich der atmende Deckel zu einem Booster entwickelt.
  • Sorgenvoll blickt EUROSOLAR diesbezüglich auf die Beibehaltung der Ausschreibungsverfahren und das Festhalten an der Beihilfekontrolle durch die EU-Kommission anstatt das EEG endlich wieder – wie ursprünglich – beihilfefrei auszugestalten. Mit dieser Vorgehensweise macht sich die Bundesregierung abhängig vom widersprüchlichen Verwaltungshandeln der EU-Kommission, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Sonntagsreden lobt und unter anderem durch Beihilfeverfahren behindert. Dass ausgerechnet der EU-Rechtsrahmen „Fit for 55“ und die EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie „technologieoffen“ oder „technologieneutral“ ausgestaltet werden sollen, widerspricht fundamental dem sonstigen Geist des Koalitionsvertrags, der die Erneuerbaren Energien und insbesondere Solar- und Windenergie ins Zentrum stellt. Um diese Risiken zu mindern, wird es im Regierungshandeln entscheidend darauf ankommen, wie sich die Bundesregierung verhält. Nur mit einer starken Interessenwahrnehmung in Brüssel durch Bundeskanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sind die Erneuerbaren-Energien-Ziele zu erreichen.
  • Hoffnung macht das klare Bekenntnis der Koalitionsparteien für die Stärkung des dezentralen Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der Bürgerenergie. Verbesserungen für Quartierskonzepte und gestärkte Prosumer gilt es entschlossen umzusetzen sowie den Spielraum der Beihilfeleitlinien bei den De-minimis-Regelungen für kleinere Windparks auszuschöpfen. Wichtig ist auch, dass Mieterinnen und Mieter endlich zu Gewinnerinnen und Gewinnern der Energiewende werden und günstigen Solarstrom einfach nutzen können.
  • Der Kohleausstieg bis 2030 wird begleitet vom Umweg Gaskraftwerke. Dies hält den Weg ins solare Energiezeitalter unnötig auf. In diesem Zusammenhang ist auch nicht nachzuvollziehen, warum die kleine und große Wasserkraft mit keinem Wort im Koalitionsvertrag erwähnt wird und die Maßnahmen für die Energiespeicherung unkonkret bleiben. Die gesicherte und regelbare Leistung der Wasserkraft wird gebraucht, Ausbau ist zu begrüßen und Rückbau zu verhindern. Gaskraftwerke sind aus unserer Sicht nur dann modern, wenn sie dezentral (z.B. als Mini- oder Micro-BHKW) in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden und die Umstellung auf erneuerbaren Wasserstoff (H2-ready) an eine klare Frist gebunden wird, die in den Betriebsgenehmigungen zu verankern sind.
Quelle: EUROSOLAR 2021

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Sonntag, 28. November 2021

Noch ist die Schweiz nicht verloren! Zürich sagt deutlich JA zum Energiegesetz

Die Zürcherinnen und Zürcher wollen etwas für den Klimaschutz tun und fossile Heizungen durch Wärmepumpen ersetzen: Laut Hochrechnung wird das kantonale Energiegesetz klar angenommen (gemäss aktueller Hochrechnung des Statistischen Amtes ein JA-Anteil von 63 %).

Absturz bei Solaraktien


Der PPVX fiel letzte Woche um 5,6% auf 4.137 Punkte, der NYSE Arca Oil stieg um 1,9%. Der Solaraktienindex PPVX liegt mit +1,7% seit Jahresanfang 2021 währungsbereinigt rund 55 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (+57,0%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind GCL Poly Energy Holding (+148%), Enphase Energy (+41%) und West Holdings (+38%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 147,9 Mrd. Euro. Die Gewinner der Woche waren Meyer Burger Technology AG (+3%) und Sino-American Silicon Products (+3%), die Verlierer JinkoSolar Holding (-17%) und SunRun (-14%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+1.371%) rund 1.233 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +138%). 

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

 Quelle: oeko-invest.net

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Samstag, 27. November 2021

Deutsche Solarwirtschaft ist mit Ampel zufrieden

Die Entfesselung der Solarenergie kann beginnen  - Koalitionsvertrag solide Grundlage, um mit der Solarenergie Klimaziele zu erreichen – Ampel-Koalition will Solarstromerzeugung in Deutschland bis 2030 mehr als verdreifachen, Wärmeversorgung bis 2030 klimaneutral gestalten und alle Marktbarrieren für Erneuerbare Energien schnell abbauen

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) sieht im Koalitionsvertrag das Signal für die dringend nötige Entfesselung der Solarenergie. Dazu erklärt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Der Koalitionsvertrag ist eine solide Startrampe für die erfolgreiche Solarisierung der Energieversorgung in Deutschland. Damit diese Solar-Rakete rasch abheben kann, müssen jetzt schnell die Triebwerke gezündet werden.“ Das Vorhaben der neuen Koalition, den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen und die Ausbauziele für Solartechnik deutlich zu erhöhen sei folgerichtig. „Aus dem Koalitionsvertrag ist der Wille ablesbar, Solarenergie endlich zu entfesseln. Wir hoffen, dass zahlreiche Marktbarrieren jetzt tatsächlich schnell beseitigt und rasch attraktive Investitionsbedingungen für Photovoltaik, Solarthermie und Speichertechnologien geschaffen werden. Die Investitionsbereitschaft in der Bevölkerung und bei Unternehmern ist da und die Solarwirtschaft steht in den Startlöchern.“  

Viele von der Branche seit Jahren adressierte Empfehlungen wurden im Koalitionsvertrag aufgegriffen: Neben dem erklärten Ziel, die Photovoltaik in Deutschland von derzeit knapp 60 Gigawatt (GW) „bis 2030 auf ca. 200 GW“ auszubauen, sollen Vergütungssätze entsprechend angepasst und „alle Hürden und Hemmnisse für den Ausbau Erneuerbarer Energien aus dem Weg geräumt“ werden. Der BSW begrüßt ebenso die Zielsetzung, dass die Wärmeversorgung bis 2030 zur Hälfte klimaneutral und Speicher als eigenständige Säule des Energiesystems endlich rechtlich definiert werden sollen. 

Der BSW unterstreicht die Notwendigkeit eines Sofortprogramms zur gewünschten Beschleunigung des Solar-Ausbaus. Eile sei dringend geboten, um die Versäumnisse und politischen Fehlentscheidungen der vergangenen Legislaturperiode zu korrigieren und zunehmend negativ wirkende Marktbremsen zu lösen. Körnig: „In den ersten 100 Tagen wird sich entscheiden, ob der überfällige Klimaschutz-Turbo in dieser Legislaturperiode gezündet wird. Dann kann die gewaltige Klimaschutz- und Ökoenergie-Lücke in letzter Minute noch geschlossen werden. Als überaus beliebte, preiswerte und schnell skalierbare Energieform wird die Solarenergie den entscheidenden Ausschlag geben, ob die erfreulichen Regierungsziele insgesamt erreicht werden und die Klimaschutz-Ampel auf Grün springt.“

Über den Bundesverband Solarwirtschaft e.V.: Der BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V. vertritt als Exklusivpartner der Messen Intersolar und ees Europe die Interessen von einigen hundert Solar- und Speicherunternehmen in Deutschland. Der Verband agiert als Informant, Berater und Vermittler im Aktionsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Verbrauchern. Er sorgt für Investitionssicherheit in der Wachstumsbranche Solarenergie. Wichtige Unternehmen der Solar- und Speicherbranche – von Rohstofflieferanten und Produktionsfirmen über das Handwerk bis hin zu Betreibergesellschaften, Planern und Financiers – sind im BSW organisiert. 

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

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