Dienstag, 27. Juli 2021

Fakten zur Solarenergie aus aller Welt

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Seit zehn Jahren veröffentlicht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, unterstützt durch die PSE Projects GmbH, regelmäßig den Photovoltaics Report, kurz PV Report. Dieser stellt die wichtigsten Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, der Europäischen Union und weltweit zusammen und dokumentiert damit insbesondere die Entwicklung des Photovoltaikmarkts, der Solarzellen- und Moduleffizienz sowie der Preise in den letzten Jahrzehnten. Die neuste Ausgabe ist seit heute auf der Internetseite des Instituts frei zugänglich.

Das Ziel des PV Reports ist es, Daten verschiedenster Quellen in einem Bericht aufzubereiten und damit leicht zugänglich zu machen. Prof. Dr. Andreas Bett, Institutsleiter am Fraunhofer ISE dazu: »Ursprünglich hatten wir dies als einen Service für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begonnen, weil wir selbst gemerkt haben, wie zeitaufwändig es ist, an vertrauenswürdige Fakten zum Photovoltaik-Markt heranzukommen. Als Solarforschungsinstitut tragen wir gerne zu einer objektiven Diskussionsgrundlage bei, indem wir diese von uns geprüften und möglichst verständlich aufbereiteten Zahlen für alle bereit stellen.«

Die neuste Version des PV Reports enthält neben den aktualisierten Zahlen zu Photovoltaikproduktion, -installation und Performance auch Daten, die in dieser Ausgabe zum ersten Mal zusammengetragen wurden. Die energetische Amortisationszeit (»energy payback time« - siehe Grafik oben) gibt beispielsweise die Zeitspanne an, die ein Kraftwerk betrieben werden muss, um die investierte Energiemenge bereitzustellen. Der Photovoltaics Report zeigt zum ersten Mal die historische Entwicklung sowie vergleichbare Werte für verschiedene Regionen. So liegt die »energy payback time« für Dachanlagen mit in China produzierten Siliciumsolarmodulen und einer Effizienz von 19,9 Prozent in Europa bei 1 bis 1,3 Jahren und weltweit zwischen 0,44 (Indien) und 1,42 Jahren (Kanada).

Neu hinzugekommen ist auch eine europäische Übersichtskarte, auf der die Produktionskapazitäten entlang der PV-Wertschöpfungskette für Material, Solarzellen und PV-Module in den einzelnen Mitgliedsstaaten verzeichnet sind. Daraus wird ersichtlich, dass insbesondere im Modulbereich Produktionsstätten in vielen europäischen Ländern in Betrieb sind – mit einer Gesamtkapazität von ca. 7 Gigawatt (GW) pro Jahr. Ebenso gibt es aktuell Produktionskapazitäten für umgerechnet 50 GW solare Leistung pro Jahr für Siliciummaterial. Produktionsstätten für Solarzellen (aktuell circa 1 GW pro Jahr) werden derzeit erweitert.

Quelle: Fraunhofer ISE 

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Montag, 26. Juli 2021

Wieder Unruhe im Solar-Konzern Meyer Burger

Nach der grossen Umstrukturierung weg vom Solarmaschinenbau hin zur Solarzellen- und Modulproduktion glaubte man, im Thuner Unternehmen sei etwas Ruhe eingekehrt. Doch nun zeigen zwei Medienmitteilungen, dass das Gegenteil der Fall ist - sie sind im Folgenden wörtlich wiedergegeben. 


Vor allem diese Mitteilung kündet von Unheil: Meyer Burger Technology AG (SIX Swiss Exchange: MBTN) wurde am Freitag, dem 23.7.2021, über eine Medienmitteilung sowie durch ein Schreiben von Oxford Photovoltaics Limited (Oxford PV) darüber informiert, dass das Unternehmen den seit 2019 bestehenden Kooperationsvertrag aus eigenen strategischen Gründen als beendet betrachtet. Angesichts der unerwarteten Ankündigung von Oxford PV prüft Meyer Burger juristische Optionen zur Durchsetzung ihrer Rechte.

Meyer Burger und Oxford PV vereinbarten im März 2019 mit dem Kooperationsvertrag eine exklusive Partnerschaft, um gemeinsam die Technologie für Massenfertigung von Perowskit-Tandemzellen auf der Basis von Meyer Burgers Heterojunction-Siliziumzelltechnologie (HJT) sowie notwendiger neuartiger Perowskit-Produktionsmaschinen von Meyer Burger zu entwickeln. Meyer Burger ist mit einem Anteil von 19,76% grösster Einzelaktionär von Oxford PV.

Meyer Burgers Einschätzung war und ist, dass die Perowskit-Tandemtechnologie erst in einigen Jahren die für eine wettbewerbsfähige Massenfertigung notwendige Technologie- und Produktionsreife, Produktzuverlässigkeit sowie Kostenstruktur erreichen wird. Etwaige Folgen der Ankündigung von Oxford PV haben daher weder Einfluss auf den Erfolg der Transformation von Meyer Burger noch auf die kommunizierte Guidance von Meyer Burger. 

Die Perowskit-Tandemtechnologie ist fester Bestandteil von Meyer Burgers Technologie-Roadmap. Meyer Burger besitzt auf Basis eigener Entwicklungen und eigenen Know-hows ein umfassendes Portfolio an Prozessen, Technologien und Produktionstechniken für eine eigene potentielle Massenfertigung von Tandemsolarzellen und -modulen. Dies umfasst die wesentlichen Fertigungsprozesse und -maschinen für Perowskit-Tandemsolarzellen und entsprechende Solarmodule mit Meyer Burgers proprietärer SmartWire-Verbindungstechnologie. Damit hält Meyer Burger einen Schlüssel für erfolgskritische Faktoren wie z.B. Produktzuverlässigkeit und kosteneffiziente Massenfertigung in der Hand.

Des Weiteren teilt der Konzern mit: Im Rahmen der Transformation der Meyer Burger Gruppe zum Hersteller von Hochleistungs-Solarmodulen reduziert sich erwartungsgemäss die Nachfrage für das Servicegeschäft für Bestandskunden von Produktions-Equipment. Der Verwaltungsrat hat deshalb beschlossen, diese Aktivitäten zukünftig auf die Standorte Shanghai und Singapur zu konzentrieren. Das Produktportfolio von hochpräzisen Messtechnik-Produkten der Meyer Burger-Tochter Pasan wird weiterhin an Kunden weltweit verkauft. In Shanghai wird die Meyer Burger Trading Co. zum Kompetenzzentrum für Vertriebs- und Serviceleistungen von Pasan im asiatischen Markt. In Singapur werden weiterhin Serviceleistungen für bestehende asiatische Kunden von Meyer Burger erbracht. 

Die bisherigen Standorte in Taiwan, Korea und Malaysia werden aufgegeben, und der Standort in Shanghai wird verkleinert. Insgesamt von der Restrukturierung betroffen sind rund 70 Mitarbeitende, wobei gut 20 an den beiden Standorten in Shanghai und Singapur weiterbeschäftigt werden. Mit den betroffenen Mitarbeitenden wird entsprechend der vor Ort bestehenden Vereinbarungen und sozial verantwortungsvoll das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Meyer Burger rechnet mit Restrukturierungskosten von rund CHF 3.5 Mio. und Wertberichtigungen von rund CHF 1.1 Mio. Die Restrukturierung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Die Serviceleistungen für bestehende Kunden ausserhalb Asiens werden weiterhin aus den europäischen und US-amerikanischen Standorten von Meyer Burger erbracht.

Mit dieser Restrukturierung optimiert Meyer Burger entlang ihrer Transformation zum Hersteller von Hochleistungs-Solarmodulen die notwendige globale Organisationsstruktur weiter und stärkt die Ertragskraft des Unternehmens.

Quelle: Meyer Burger

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Sonntag, 25. Juli 2021

Mehr vom Gleichen, oder wieder eine saure Gurke?

Saure Gurke der politischen Sommerzeit: die Propagierung eines AKW-Neubaus in der Schweiz durch SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. Es kann aber nicht schaden, sich die ganz deutliche Unmöglichkeit eines solchen Vorhabens wieder einmal vor Augen zu führen. Und dabei nicht zu vergessen, dass es sich um eine wahrhaftige Systemfrage handelt im Sinne von: Wollen wir die Wirtschaft mitbestimmen oder die Kontrolle endgültig Blocher’s & Co. resp. den Konzernen überlassen. 

 

Will man solche Bilder auf alle
Ewigkeit in der Landschaft
sehen? Foto: Guntram Rehsche

Da wird also wieder mal munter über einen Neubau eines Atomkraftwerks in der Schweiz schwadroniert. In einschlägigen Kreisen der Klimaleugner und Skeptiker der Energiestrategie 2050 macht die Idee schon länger die Runde – ja man darf getrost annehmen, dass sie auch unmittelbar nach der Abstimmung von 2017 mit der deutlichen Ablehnung von Neubauten weiterhin in deren Köpfen geisterte. Da ist es ja fast nur ein Nebenschauplatz, dass SVP-Protagonisten, die sich sonst munter auf die Volksrechte berufen, der Energiestrategie-Abstimmung jegliche Gültigkeit versagten. Die Idee vom Atom ist offenbar derart hartnäckig, dass selbst eine Impfung dagegen, sprich eine Volksabstimmung, wirkungslos bleibt.

In der Person von Martullo-Blocher und lanciert in einem Blick-Interview, ist der Atom-Wiedereinstieg nun also plötzlich fast wieder in aller Munde. Nun, man könnte sich darauf verlassen, dass die Befürworter*innen schon nur durch die Trägheit des politischen Systems zurückgebunden werden. Denn ein Neubau ist per Gesetz schlicht und einfach.... verboten. Also liesse sich getrost auf jene Verfassungs-Initiative warten (eine Gesetzes-Initiative kennt der CH-Politbetrieb ja nicht), der das Ganze definitiv aufs Tapet brächte. Oder auf die Neuformulierung des Gesetzes seitens des Bundesrats oder des Parlaments – unwahrscheinlich zumindest in der aktuellen politischen Konstellation von eben diesen. 

 

Ich und viele warten gelassen darauf – dennoch sind auch wieder mal all die vielen Argumente zusammenzustellen, die das Anliegen AKW-Neubau als das demaskieren, was es ist: ein letzter Versuch (vielleicht), die Technologie doch noch ins 21. Jahrhundert zu retten und damit auch gewissen politischen Interessen willfährig zu sein – nämlich all jenen, die auf einen fast allmächtigen Zentralstaat setzen, der über die Kontrolle einer zentralisierten Wirtschaft die Gesellschaft zu kontrollieren sucht.

 

Womit wir schon beim wichtigsten Argument gegen die Atomtechnologie wären – sie ist nämlich eben Ausdruck einer zentralisierten Wirtschaft, die sich der Bürger*innen-Kontrolle je länger, je mehr entzieht. Denn DIE ALTERNATIVE zur Atomwirtschaft ist die SOLARWIRTSCHAFT mit ihrer eindeutigen Tendenz zur dezentralen Entwicklung. Es ist ja nicht umsonst, dass Genossenschaften im Energiebereich – vor allem in Deutschland, leider weniger in der Schweiz – quasi die Wiedergeburt der Genossenschaftsidee feiern. Und dann gibt es ja eine Vielzahl von Argumenten, die zwar nicht neu sind, die aber heute wie früher gegen weitere AKW-Bauten in der Schweiz (und auch anderswo) spreche – sie seien hier in aller Kürze in Erinnerung gerufen und mit Fragen eingeleitet:

- Wer baut und wer investiert? Die Stromkonzerne der Schweiz haben auf jeden Fall der Atomenergie eine deutliche Absage erteilt - so etwa die Axpo, deren neuer Chef Christian Brand bei allen Einwänden sich durchaus zur Energiestrategie 2050 (ohne AKW) bekennt.

- Was kostet der Strom aus einem allfälligen neuen AKW? Atomstrom aus neuen AKW, die irgendwie mit Schweizer Verhältnissen korrespondieren (also in Finnland, Frankreich und Grossbritannien) wird über 13 Eurocent kosten für die Kilowattstunde. Das ist jenseits jeglicher Konkurrenzfähigkeit mit dem Strompreis Erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne. 

- Wer versichert die Risiken neuer AKW? Bezeichnenderweise ist davon seitens der Befürworter wiederum nicht die Rede. Wie schon bisher, wird stillschweigend davon ausgegangen, dass dies sicher nicht die Betreiber sind. Mit anderen Worten, der Staat wird dann schon einspringen und keinerlei Versicherungskosten eingepreist.

 - Woher die Technologie (weiss Blocher selber nicht)? Es ist effektiv die Rede von bis zu sechs verschiedenen Arten neuer Atomreaktoren. Man beachte - sie sind allesamt nur als theoretische Modelle bekannt, vereinzelt als Projektbetrieb (Small Reactor auf russischem Schiff),  im Grosseinsatz aber noch überhaupt nirgends erprobt. Wollen wir in der Schweiz solch einen Probebetrieb - und wer zahlt den dann?

- Wohin mit dem Abfall (den gibt es ja, simsalabim plötzlich gar nicht mehr, da wiederverwertet)? Das ist die Uraltgeschichte dieser Technologie - und eine Lösung weiterhin nur in der Ferne, vielleicht in einem unterirdischen Lager in Finnland - vielleicht aber auch vor unserer Haustüre im Gebiet der Lägern im Zürcher Unterland.....

- Wie sieht eine umfassende Umweltbilanz von Atomkraftwerken aus? Noch ist eine Beurteilung mit der Methode der Umweltbelastungspunkte ausstehend - auf jeden Fall ist die Gleichung Kernenergie = Umweltschutz gemäss einer solchen eben sicherlich ein Fehlschluss.

- Wie viel kostet eigentlich der Rückbau in Mühleberg, auch in CO2-Einheiten gemessen? Auch ein Punkt, der bislang tunlichst umschifft wird. Gerne wird behauptet, die Kosten der Rückbauten seien durch die beiden Fonds gedeckt. Wenn man das auch gern glauben würde: Deren ständig zu beobachtende Steigerung sowie die fehlende CO2-Bilanz des Rückbaus machen stutzig. 


Fazit: Es gibt wahrlich viele Punkte, die AKW-Neubauten fragwürdig erscheinen lassen. Aber es gibt noch deren viel mehr, die für eine alternative Anwendung Erneuerbarer Energien sprechen. Deren zweifellos auch vorhandene Probleme scheinen im Vergleich zu jenen der Atomtechnologie dann doch als Pipifax! 


Man mag also Martullo’s Idee nicht so recht ernst nehmen. Einmal abgesehen davon, dass sie vielleicht nur immer ihrem Vater nacheifern und dessen Achtung suchen will  - er, der eine seiner wenigen politischen Niederlagen im Atomdisput erlitt mit der Beerdigung des Kaiseraugst-Projekts, sich diese Niederlage aber mit hunderten Millionen Schadenersatz quasi vergolden liess. Ein Schelm, wer gleiches von seiner Tochter denkt.  

 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Söder's Bayern ist doch nicht so toll bei den EE

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Das deutsche Bundesland Bayern ist bei der Energiewende und der Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) weit zurückgefallen und längst nicht mehr so toll, wie das Ministerpräsident Söder gern darstellt. Mit einer EE-Stromquote beim Stromverbrauch von 46 Prozent (siehe Tabelle oben), belegt Bayern nur noch den Platz 7 der 16 Bundesländer. Klammert man die drei Stadtstaaten aus, liegt Bayern nur in der unteren Hälfte.

Bayern ist von der Natur mit Erneuerbaren Energien (EE) gesegnet. Vor den Alpen liegend, liefert die Wasserkraft weit mehr Strom als in jedem anderen Bundesland. So stammten nach dem Krieg rund 90 Prozent des in Bayern verbrauchten Stroms aus der Wasserkraft. Mit der größten Fläche aller Bundesländer kann in Bayern viel Biomasse erzeugt und zum Teil auch für die Energiegewinnung (Biogas) genutzt werden. Zum dritten hat Bayern eine überdurchschnittliche Solareinstrahlung, so dass hier gut auf den Dächern oder in Freiflächenanlagen Solarstrom produziert werden kann. Auch mit der sich noch entwickelnden Geothermie wird von allen Bundesländern in Bayern am meisten Strom erzeugt. Doch Bayern hat in den vergangenen Jahren fast keine Windkraftwerke mehr gebaut. Und diese sind neben der Photovoltaik jetzt die Arbeitspferde der Stromwende.

Die Regierung streut der Bevölkerung Sand in die Augen und setzt die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) in Relation zur Stromerzeugung. Da Bayern aber den wegfallenden Strom aus den Atomkraftwerken nicht durch neue EE-Kraftwerke ersetzt, sondern durch immer mehr Stromimporte, täuschen diese Zahlen. So springt die EE-Quote der Stromerzeugung beim Wegfall der Produktion eines AKW gleich um gut 5 Prozentpunkte nach oben.

Dieser Statistiktrick verhüllt, dass Bayern nicht seine Aufgaben beim Klimaschutz erfüllt, und sich immer abhängiger von Stromimporten macht. Ähnlich wird auch bei der CO2-Bilanz getäuscht: Während die anderen deutschen Länder hier die Verursacherbilanz veröffentlichen, zeigt Bayern nur die Quellenbilanz. Letztere berechnet sich nach den in Bayern verkauften Brennstoffen. Das CO2 aus importiertem Kohlestrom wird somit nicht Bayern zugerechnet. Auch nicht das CO2, das auf den Tanktourismus entfällt. Die anderen deutschen Länder veröffentlichen Verursacherbilanzen. Bei diesen wird nach dem Energieendverbrauch eines Landes berechnet, wie viel CO2 hierdurch entstanden ist.

In Deutschland und gerade auch in Bayern sind die Energiestatistiken in einem beklagenswerten schlechten Zustand. Die Zahlen sind über 2-3 Jahre alt. In Bayern wurden sie jahrelang falsch zusammengestellt, weil man die Rechnungsadresse bei den Stromrechnungen für die Länderzuordnung genommen hat. (Beispiel: Wenn das BMW Werk in Leipzig seine Stromrechnung auf die Münchner Zentrale ausstellen ließ, wurde der Verbrauch Bayern zugerechnet). Verlässliche Statistiken sind aber die Grundlage für die Meinungsbildung wie die politischen Entscheidungen!

Wenn man noch die Länder nach ihrer Flächengröße und Einwohnerzahl gewichtet, rutscht Bayern sogar auf einen der letzten Plätze. Denn Baden-Württemberg ist flächenmäßig nur halb so groß wie Bayern, hat aber nur 15 % weniger Einwohner. Nordrhein-Westfalen ist sogar auch nur halb so groß wie Bayern und hat zugleich eine um ein Drittel größere Einwohnerzahl. Je weniger Menschen in einem Land wohnen, desto mehr Platz hat es für PV- und Windkraftanlagen.

 Quelle: sonnenseite.com

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Mittwoch, 21. Juli 2021

Das sind aktuelle Zahlen der Solarwirtschaft

Der Global Market Outlook 2021-2025 von SolarPower Europe wurde am Mittwoch im Rahmen der The smarter E Industry Days vorgestellt. Im Jahr 2020 wurden trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf der ganzen Welt 138,2 Gigawatt (GW) PV-Leistung neu installiert. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zu 2019. Anbei und unten im Text finden Sie die vollständige Pressemitteilung zu den aktuellsten Zahlen der Solarwirtschaft. 

Im Jahr 2020 wurden trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf der ganzen Welt 138,2 Gigawatt (GW) PV-Leistung neu installiert, was einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht. Das markiert erneut einen globalen jährlichen Rekord für den Solarsektor: Die weltweit installierte PV-Leistung liegt damit bei 773,2 GW. Mit dieser 22-prozentigen Steigerung überschreitet der PV-Sektor den Meilenstein eines dreiviertel Terawatts (TW) an installierter Leistung. Dieses Wachstum trägt dazu bei, dass die PV ihren Stellenwert ausbaut: 39 Prozent der im letzten Jahr neu installierten Leistung aller Stromerzeugungstechnologien entfielen auf die PV. Mehr als jede dritte im Jahr 2020 installierte Kraftwerkseinheit lässt sich der PV zuschreiben. Gleichzeitig stieg der Anteil der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung auf etwa 3,1 Prozent. Allerdings stammen fast 70 Prozent immer noch aus fossilen und nuklearen Brennstoffen. Es ist an der Zeit, den Einsatz von Solarenergie weiter voranzutreiben und zu beschleunigen. Neben der Konzentration der letzten Jahre auf netzgekoppelte Solaranlagen, widmet sich der diesjährige Global Market Outlook erstmals auch dem Off-Grid-Sektor. 

Trotz verschiedener Preissteigerungen entlang der solaren Wertschöpfungskette prognostiziert SolarPower Europe für 2021 ein weiteres herausragendes Wachstumsjahr. Das mittlere Szenario geht von einem Anstieg der neu installierten Leistung um 18 Prozent auf 163,2 GW aus. Für 2025 geht SolarPower Europe von fast 1,9 TW global installierter Leistung aus.

Intersolar Europe Restart 2021: Vom 6. bis 8. Oktober bedient die Intersolar Europe Restart 2021 als Leistungsschau der Solarbranche den Wunsch der Unternehmen, ihre Produkte im Kundenkontakt wieder erlebbar zu präsentieren und sich vor Ort auf der Messe München persönlich auszutauschen. Aussteller, Besucher und Konferenzteilnehmer werden ermutigt und in die Lage versetzt, Ideen, Produkte und Lösungen beschleunigt in den Markt zu führen und die Energiewelt von morgen voranzutreiben. Doch Solarstrom ist nur ein Aspekt der Energiewende und darf nicht isoliert betrachtet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kopplung der Sektoren: Mit Themen wie der Kombination aus PV und Speicher sowie Ladestationen für Elektromobilität, ebenso wie Agri-PV, PV Floating und dem künftigen Absatzmarkt „Grüner Wasserstoff“ ist die Fachmesse wieder einmal Innovator und Impulsgeber der Branche.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
www.intersolar.de   www.TheSmarterE.de

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Sonntag, 18. Juli 2021

CH-Stromversorger hinken hinterher

Die Analyse der Klima- und Umweltbelastung aus der Stromproduktion der vier grössten Stromversorger der Schweiz zeigt: Der Strommix von Axpo, Alpiq, BKW und Repower ist deutlich klima- und umweltschädlicher als der Schweizer Produktionsmix. Dabei lägen die Vorteile der erneuerbaren Alternativen auf der Hand, auch dank immer besserer Ökobilanz.

In der Kurzstudie «Strommix 2020» hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES die Stromproduktion aus dem Kraftwerkspark der vier grössten Schweizer Energieversorger untersucht. Dabei zeigt sich, dass die fossile und nukleare Stromerzeugung mit gut 60 Prozent nach wie vor den grössten Teil der Stromproduktion ausmacht. Damit gehen eine hohe Klima- und Umweltbelastung einher. Der Rest wird durch erneuerbare Energien gedeckt, vornehmlich Wasserkraft. Der Anteil neuer erneuerbarer Energien ist zwar auch letztes Jahr gestiegen, bleibt mit 6 Prozent aber auf sehr tiefem Niveau. Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 58.1 Prozent Wasserkraft und 32.9 Prozent Atomkraft fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klima- und umweltschädlicher aus.



Die Klima- und Umweltbelastung bleibt hoch
Die Analyse zeigt, dass die Treibhausgasemissionen pro Kilowattstunde gegenüber den Vorjahren gesunken sind. Die Stromproduzenten verfügen in ihrem Portfolio über fast keine ausländischen Kohlekraftwerke mehr. Dennoch bleibt der Anteil an fossiler Stromerzeugung mit knapp 20 Prozent hoch. Ausschlaggebend hierfür sind die Beteiligungen aller vier Stromversorger an Gaskraftwerken. An der unrühmlichen Spitze des Rankings steht neu Repower mit durchschnittlich 197 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde. Gemäss der umfassenderen Bewertung durch die Methodik der Umweltbelastungspunkte (UBP) belastet die Axpo mit ihrem Strommix die Umwelt am stärksten, sie ist für 312 UBP pro Kilowattstunde verantwortlich. Florian Brunner, Leiter Fachbereich Klima, bilanziert: «Die Klima- und Umweltbelastung aus dem Strommix der grössten Schweizer Stromversorger bleibt hoch. Der Ausbau erneuerbarer Energien stockt und ist vornehmlich auf Investitionen im Ausland zurückzuführen.»



Klimaschutz dank Strom von der Sonne
Die Vorteile eines verstärkten Ausbaus neuer erneuerbarer Energien liegen auf der Hand. Dafür sprechen auch die aktualisierten Ökobilanz-Kennwerte bei der Photovoltaik. Diese zeigen, dass sich die Klima- und Umweltbilanz dieser Stromproduktionstechnologie weiter verbessert hat. Die Treibhausgas-Emissionen konnten über den ganzen Lebenszyklus halbiert werden. «Die bessere Ökobilanz für Photovoltaik ist erfreulich und zeigt, dass es sich aus Umwelt- und Klimasicht sowohl kurz- als auch langfristig lohnt, verstärkt und rasch in den Ausbau von Solarenergie zu investieren», so Florian Brunner. Es führt für die Schweiz kein Weg mehr daran vorbei, mehr eigenen erneuerbaren Strom zu produzieren. Entsprechend ist die Verbesserung der Investitionssicherheit im Inland in der aktuellen Revision des Energiegesetzes dringend zu berücksichtigen.


Downloads
» Download Kurzstudie «Strommix 2020» (pdf)
» Download Grafiken «Strommix 2020» (pdf)

Quelle: S E S