Die Entwicklung beim Solarausbau ist weiterhin besorgniserregend. Dies zeigen die neuesten Zahlen von Pronovo.
Die monatlichen Anmeldungen von neuen Photovoltaikanlagen sinken
weiter. Bei den kleinen Anlagen liegt die Anzahl Gesuche inzwischen bei
rund 2’600. Anfang 2025 betrug sie noch mehr als 5’100.
Somit hat sich
die Anzahl Gesuche seither halbiert. Um die Ausbauziele zu erreichen,
hätte sie sich aber verdoppeln müssen. Das ist das Ergebnis der
Umsetzung des Stromgesetzes, welche die Energiewende sabotiert und mit
der Diskussion um neue AKW in Tat und Wahrheit den Ausstieg aus den
fossilen Energien verzögert. Das Parlament muss jetzt korrigieren. Bei Umsetzung des Stromabkommens soll es gemäss der SSES Planungssicherheit für
Investitionen in Solaranlagen schaffen.
Obwohl
Volk und Parlament dem Bundesrat mit dem Stromgesetz hohe Ziele für den
Solarausbau vorgegeben haben, ergreift er nicht die nötigen Massnahmen,
um diese Ziele zu erreichen. Die neuesten Zahlen von Pronovo zeigen:
Der Zubau nimmt weiter ab statt zu. Dies betrifft vor allem kleine
Anlagen. Diese haben bisher über die Hälfte zum Photovoltaik-Ausbau
beigetragen. Das Wegbrechen dieses Segments rückt die Ausbauziele in
weite Ferne. Auch Anlagen ohne oder mit wenig Eigenverbrauch werden
praktisch nicht mehr gebaut, obwohl diese vielfach zu den
preisgünstigsten zählen.
Die Schweizerische
Vereinigung für Sonnenergie SSES vermutet gemäss Medieninformation, dass die verfehlten Ausbauziele als Grund
genommen werden, um den Ausstieg aus den fossilen Energien zu verzögern,
neue Kernkraftwerke zu fordern und damit beim Umwelt- und Klimaschutz
weitere Abstriche vorzunehmen.
Unsichere Amortisation gefährdet Solarausbau
Wer
nicht sicher ist, dass sich die Solaranlage amortisiert, wird kaum in
sie investieren. Damit es beim Solarausbau wieder voran geht, müssen die
Solarbremsen gelöst werden:
· Es braucht Planungssicherheit mit langfristig stabilen Förderbedingungen.
· Es
braucht Investitionssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für die
Amortisation der Anlagen sowie einfache Instrumente, die verständlich
und anwendbar sind.
· Es
braucht Rechtssicherheit: Wer eine Solaranlage betreibt, muss sicher
sein, dass die Bedingungen während der Dauer der Amortisation stabil
bleiben.
· Und
nicht zuletzt braucht es klare Signale, dass der Ausbau der
Sonnenenergie weiter nötig ist und wir noch weit weg sind von den
gesetzten Zielen.
Das
Parlament hat es nun in der Hand, Verbesserungen beim Stromgesetz zu
beschliessen sowie bei der Umsetzung des Stromabkommens die Finanzierung
so anzupassen, dass Solar endlich als Teil der Versorgungsinfrastruktur
behandelt wird. Mit einem Anteil von 22 Prozent am Stromverbrauch in
den ersten Tagen des Mais wird die Sonnenenergie immer mehr zum zweiten
Standbein der Energieversorgung nebst der Wasserkraft. Vorschläge für
eine Neugestaltung der Solarstromvergütung liegen auf dem Tisch. Die
SSES-Fachgruppe VESE hat verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet und
sie vergangenes Jahr in der Kurzstudie PV-Zubau 2.0 veröffentlicht.
Download der Medienmitteilung als pdf:
https://www.sses.ch/wp-content/uploads/260513_MM_Rueckgang_PV-Anmeldungen_d.pdf
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:
In
Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische
Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher
Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in
11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als
Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig. Die SSES
ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100%
erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und
Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen
Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der
Solarenergie. www.sses.ch