Freitag, 27. März 2026

CH-Solarkonzern Edisun Power strauchelt wieder

Rückläufige Umsätze, Wertberichtigungen auf deutschen Solaranlagen und höhere Nettofinanzierungskosten führten 2025 zu einem Nettoverlust von CHF 7.1 Mio.. Der Verkauf des Projekts ‘Fuencarral to AI’ stösst gemäss Medienmitteilung auf grosses Interesse und befindet sich in einem fortgeschrittenen Verkaufsstadium. Angesichts der erheblichen Investitionen schlägt der Verwaltungsrat der ordentlichen Generalversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.

 

Ungünstige Wetterbedingungen, niedrige Strompreise sowie eine hohe Vergleichsbasis aufgrund des Verkaufs des italienischen Portfolios an Projektrechten im Vorjahr führten zu einem starken Umsatzrückgang um 72.7 % (in lokalen Währungen -72.2 %). Betrachtet man nur die Umsätze aus dem Verkauf von Solarstrom, musste Edisun Power einen Umsatzrück-gang von CHF 0.8 Mio. verzeichnen (-5.2 %, in lokaler Währung -3.9 %), was hauptsächlich auf den Rückgang der Solarstromproduktion in den spanischen und portugiesischen Märkten, niedrigere Strommarktpreise und die Stilllegung kleinerer Anlagen in Deutschland am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen ist. Insgesamt lag die Solarstromproduktion mit 152’352 MWh um 5.2 % unter dem Wert von 2024. 

 

Die Solarstromproduktion sank in Spanien um 12.6 %, in Deutschland um 5.7 % und in Portugal um 3.7 %, während sie in der Schweiz um 4.3 %, in Frankreich um 3.2 % und in Italien um 3.2 % stieg. Hauptgründe für die Rückgänge waren die schlechten Wetterbedingungen vor allem auf der Iberischen Halbinsel, der sechswöchige Ausfall des PV-Kraftwerks Requena in Spanien aufgrund von Vandalismus durch Kupferkabel-diebstahl, der Schäden an kritischer Infrastruktur verursachte, sowie in geringerem Masse die Stilllegung einiger kleiner Anlagen in Deutschland, nämlich in Erbach (440 kWp) und Kempten-Lebert (312 kWp). Ein noch geringerer Stromertrag konnte dank einer Reihe von Erneuerungs-investitionen, insbesondere in Wechselrichter, und einem proaktiven Anlagenmanagement verhindert werden: So verbesserte sich der Stromertrag im Vergleich zu 2024 in der Schweiz im Grand-Hangar-Kraftwerk (+45,8 MWh oder 17 %), in Spanien in den Valle-Hermoso-Kraftwerken (+26,8 MWh oder 12,5 %) und in Frankreich im Imerys-Kraftwerk (+53,7 MWh oder 12,2 %). Insgesamt wurden 74 % der Energieproduktion von Edisun in Portugal, 18 % in Spanien und die restlichen 8 % in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien zusammen erwirtschaftet.
 

EBITDA Marge mit 60.2 % und Eigenkapitalquote mit 28.3 % bleiben solide 

Edisun Power arbeitet gemäss eigenen Angaben weiterhin mit einer äusserst schlanken Struktur. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf CHF 8.5 Mio., verglichen mit CHF 16.6 Mio. im Vorjahreszeitraum 2024. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnach-weisen (GOs) in Portugal stiegen deutlich von knapp CHF 50'000 im Jahr 2024 auf CHF 0.6 Mio. im Berichtszeitraum 2025, was sich positiv auf das Ergebnis auswirkte.

Die Abschreibungen auf die Solaranlagen beliefen sich auf 5.7 Mio. CHF (2024: 6.6 Mio. CHF). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung in Höhe von 2.1 Mio. CHF erfasst, die sich in erster Linie auf Photovoltaikanlagen in Deutschland bezog, nämlich auf die PV Hörselgau UG & Co. KG, bei der eine künftige Werthaltigkeit unwahrscheinlich ist, sowie auf die PV Leipzig Alter Flughafen UG & Co. KG, aufgrund geringerer erwarteter künftiger Cashflows. Im Vergleich zum Vorjahr erreichte das Betriebsergebnis mit CHF 0.7 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.) eine geringere EBIT-Marge von 4.9 % (2024: 18.8 %).

Insgesamt belief sich der Nettoverlust auf -7.1 Mio. CHF (2024: Gewinn von 2.9 Mio. CHF), was einem Ergebnis je Aktie von -6.30 CHF (2024: 2.75 CHF) entspricht. Dies ist vor allem auf die widrigen Wetterbedingungen zurückzuführen, die sich auf die operative Leistung auswirkten, sowie auf externe Faktoren und die höhere Vergleichsbasis aufgrund des gewinnbringenden Verkaufs des italienischen PV-Portfolios im Jahr 2024.

 

Fortlaufende Investitionen und neue Finanzierungen

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf CHF -3.4 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 0.2 Mio.. Dies ist vor allem auf geringere Zahlungs-eingänge aus dem Stromverkauf sowie höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen. Die Entwicklung der PV-Anlagen schritt weiter voran. Die Anlage in Sadino (22 MWp) befindet sich im baureifen Zustand und wurde als «zur Veräusserung gehalten» klassifiziert. Die Solar-anlage Fuencarral (941 MWp) beanspruchte den grössten Teil der Entwicklungsinvestitionen in Höhe von CHF 4.2 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.). 

Edisun Power war bei ihren Finanzierungsaktivitäten erfolgreich: Das Unternehmen emittierte eine fünfjährige 3.5%-Anleihe, die sowohl von bestehenden als auch von neuen Investoren gezeichnet wurde und zu Zeichnungen in Höhe von insgesamt CHF 16.2 Mio. führte; zudem wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von CHF 5 Mio. durchgeführt. Diese Mittel wurden für die Entwicklung der Solarprojekte sowie für die Rückzahlung von Schulden verwendet, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb der Fuencarral-Projekte standen.

 

Ausblick für das laufende Jahr, neue Finanzierungsmassnahmen, anstehende Verkäufe und Aussetzung der Dividendenausschüttung

Operativ war die Solarstromproduktion in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 sehr herausfordernd. Ungünstige Wetterbedingungen in Portugal, Spanien und Italien, volatile Strompreise, Netzrestriktionen aufgrund von Überproduktion, die in Portugal und Spanien zu vorübergehenden „Produktionsstopps“ führen, sowie Kabeldiebstähle an zwei Standorten in Spanien belasteten das Ergebnis. Der Schwerpunkt für 2026 liegt weiterhin auf wichtigen Liquiditätsmassnahmen und dem erfolgreichen Verkauf des grossen Projektportfolios ‘Fuencarral to AI’ sowie den damit verbundenen Möglichkeiten im Bereich Rechenzentren. Der Verwaltungsrat schlägt daher vor, die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.

 

Der Edisun Power Jahresbericht 2025 ist auf der Website der Gruppe verfügbar unter https://www.edisunpower.com/de/investoren#reports

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Dienstag, 24. März 2026

Axpo unterschätzt Dynamik der Energiewende

Die am Dienstag veröffentlichten Energieszenarien des grössten CH-Energieproduzenten Axpo leisten aus Sicht von aeesuisse wichtige Impulse für die energiepolitische Debatte in der Schweiz. Dabei unterschätzt würden jedoch die Dynamik der Transformation sowie das Potenzial erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz.

Die aeesuisse (Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz) begrüsst die am 24. März 2024 von der Axpo präsentierten Szenarien, wie sich die Schweiz im Winterhalbjahr mit Strom versorgen kann, grundsätzlich. Gerade das erste AXPO-Szenario, das erneuerbare Energien mit Gaskraftwerken kombiniert, entspricht weitgehend der bestehenden Energiestrategie und dem demokratisch legitimierten Umbau des Energiesystems. Entscheidend ist dabei die Rolle des Gases: Gaskraftwerke sollen aus Sicht von aeesuisse primär als flexible Reserve dienen – nicht als dauerhafte Stromquelle. Ein zukunftsfähiges Energiesystem setzt auf Flexibilität statt auf unflexible Grundlastkraftwerke.

Vor diesem Hintergrund steht die aeesuisse auch den Planspielen für neue Atomkraftwerke kritisch gegenüber. Diese sind aufgrund hoher Investitionskosten und finanzieller Risiken ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich nicht tragfähig und stellen für die Schweiz ein erhebliches Kostenrisiko dar.

Diesen Ansatz bestätigt auch die Wissenschaft. Im Rahmen der SWEET-Projekte des Bundes hält sie fest, dass für die Schweiz weder neue Gas- noch Kernkraftwerke als Grundlast notwendig sind. Die Versorgungssicherheit im Winter wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von Wasser-, Wind- und Solarenergie, Speichern, Wärme-Kraft-Kopplung sowie Stromimporten gewährleistet.

Windenergie und Stromabkommen sind entscheidend

Entsprechend teilen wir auch die Axpo-Beurteilung zur Windenergie. Sie ist rasch ausbaubar, kosteneffizient und liefert gerade im Winter zuverlässig Strom. Ergänzt durch winteroptimierte Photovoltaik sowie Speicherlösungen kann die Schweiz die prognostizierten Menge an Winterstrom bereitstellen. Die grösste Herausforderung bleibt bei der Windenergie einzig die gesellschaftliche Akzeptanz.

Ein entscheidender Faktor für die Versorgungssicherheit bleibt zudem die Integration in den europäischen Strommarkt. Ein Stromabkommen mit der EU ist zentral, um auch künftig verlässlich auf Importe und einen funktionierenden Stromhandel zurückgreifen zu können. 

Lösungen sind vorhanden

Zwei zentrale Aspekte bleiben in den AXPO-Szenarien hingegen unterbewertet: Die Dynamik bei der Transformation des Energiesystems. So wurden die Ausbauziele der Energiestrategie 2050 bei den erneuerbaren Energien bereits heute – rund neun Jahre früher als geplant – erreicht. Auch Kostenentwicklungen und Lernkurven bei den erneuerbaren Energien werden zu defensiv eingeschätzt. Hinzu kommt das starke Wachstum bei Batteriespeichern, die sowohl die Integration erneuerbarer Energien als auch den Netzausbau effizient unterstützen.

Als Fazit hält Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer von aeesuisse, fest: «Die Lösung liegt auf dem Tisch – wir müssen sie jetzt konsequent umsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Effizienz und die enge Zusammenarbeit mit Europa sichern unsere Versorgung – gerade auch im Winter.»

Quelle: www.aeesuisse.ch

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Freitag, 20. März 2026

PV-Tagung 2026 rückt näher - 31. März und 1. April - Festhalle Bern





Jetzt anmelden und dabei sein
Weshalb du die Schweizer Photovoltaik-Tagung 2026 auf keinen Fall verpassen solltest?
  • Ein abwechslungsreiches Programm mit 8 Fachsessionen mit über 50 Referierenden zu aktuellen politischen, technischen und marktbezogenen Themen
  • Rund 80 Aussteller aus der PV- und Speicher-Industrie
  • Networking mit rund 1000 Teilnehmenden und der erstmalig fürs Publikum geöffneten Expo am Tag 2
  • Umfangreiche Posterausstellung zu den wissenschaftlichen Themen der Stunde
  • Livestream-Aufzeichnung für Teilnehmende 30 Tage verfügbar
  • Moderator Michael Elsener moderiert Tag 1 und lädt zur grossen PV-Debatte

Die Teilnehmenden erwarten zwei geballte Tage mit inspirierenden Referaten, den letzten Trends der Solar- und Speicherbranche sowie wertvollem Austausch rund um die Zukunft der Solarenergie. 

Quelle. Swissolar 

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Sonntag, 15. März 2026

Solar am Sonntag: Die Chance in der Krise

Die schlechte Nachricht: Raketen auf Ölanlagen im Iran-Krieg und weltweit dramatisch steigende Öl- und Gaspreise. Die gute Nachricht: Der Preis- und Knappheitsschock der fossil-atomaren Energieriesen ist zugleich eine Chance für die erneuerbaren Energien. Für «Solar am Sonntag» eine  Einschätzung des deutschen Energie-Publizisten, Franz, Alt. PS: Artikel von Solarmedia über Donald Trump wird im Laufe der kommenden Woche aufgeschaltet.

Soeben hat eine Analyse des Daten- und Forschungsunternehmens Global Data ergeben, dass sich die Kapazität der erneuerbaren Energien bis 2031 mehr als verdoppeln könnte. Der jüngste Bericht „Renewable Energy: Strategic Intelligence“ zeigt, dass die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien  bereits 2025 einen neuen Höchststand erreicht hat. Besonders die Region Asien-Pazifik dominiert den Ausbau der Erneuerbaren. Vor allem China und Indien bereiten diese Entwicklung maßgeblich vor. Siehe dazu dienbGrafik © GlobalData | www.globaldata.com.

Bisher lieferte die Windkraft den größten Anteil an erneuerbarer Energie. Doch 2025 war die Solarkraft global erstmals die größte Quelle der Erneuerbaren. Eine zunehmend wichtige Rolle beim raschen Ausbau der Ökoenergien spielt die Künstliche Intelligenz. Sie hilft dabei, die schwankende Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen besser zu steuern.

Der Professor für Erneuerbare Energien Volker Quaschning sieht in der heutigen Energiekrise eine große Chance für den rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien, für E-Autos und für Wärmepumpen. Solaranbieter erleben derzeit einen Ansturm auf ihre Produkte. E.On-Geschäftsführer Flip Thon: „Die Nachfrage nach Solaranlagen hat sich in den letzten Monaten fast verdoppelt.“

Krisen bieten schon immer auch eine Lernchance. Die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verweist auf die Ölkrisen in den Siebzigern: „Es gibt einen Lerneffekt durch die Krisen, und der kann jetzt auch einen Turbo bekommen.“ In vielen Länder boome die Solar- und Windenergie und die Häuser würden besser gedämmt. Die solare Weltrevolution macht Fortschritte.

Damit der derzeitige Hype nicht wieder verpufft, sollte auch die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren verbessern. Notfalls sollte Bundeskanzler Merz auch seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche entlassen. Denn sie schadet mit ihrer Gaspolitk sowohl der Wirtschaft und dem Klima. Aber auch hier besteht die Chance der Krise.

Vom Autor das Erfolgsbuch: Franz Alt „Die solare Weltrevolution“ – Aufbruch in eine neue Menschheitsepoche | HERDER 2025

Quelle: Franz Alt 2026 | www.sonnenseite.com

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Freitag, 13. März 2026

Stromabkommen ist der nächste grosse Schritt der Energiewende

Am heutigen Freitag hat der Bundesrat die Botschaft zu den Bilateralen III und zum Stromabkommen verabschiedet. Damit kommt ein weiteres grosses Reformpaket im Energiebereich ins Parlament. Für die aeesuisse hebt das Stromabkommen die Energiewende auf das nächste Level. Die starke Stromproduktion aus Wasserkraft und Solar kann mit der Windenergie aus der EU optimal kombiniert werden. Der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die aeesuisse, fordert eine rasche Annahme des Abkommens und eine Stärkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. 

Die aeesuisse begrüsst das vom Bundesrat verhandelte Stromabkommen mit der EU ausdrücklich. Die Stärkung des internationalen Stromhandels ist nicht nur wünschenswert, sondern dringend nötig. Der Strommarkt der EU entwickelt sich ständig fort, setzt massiv auf erneuerbare Energien, einen intensiven Stromhandel und zentrale Koordinationsplattformen. Die Schweiz droht den Anschluss an diese Entwicklungen zu verlieren mit grossen Nachteilen bei der Versorgungssicherheit und der Innovation.

Energiewende erreicht nächstes Level
Gerade für das erneuerbare Energiesystem ist das Stromabkommen ein Quantensprung. Das Abkommen schafft:

  • Effiziente und sichere Netzintegration erneuerbarer Energien durch abgestimmte Regelzonen und Markplattformen.

  • Sicherer Import von günstigem Windstrom im Winter bei Überschuss und attraktive Bedingungen für den Export bei hohen Strompreisen.

  • Förderung von Innovation dank mehr Wettbewerb im Strommarkt.

Der Schweizer Strommarkt hat sich zwar in den letzten Jahren dank dem vom Volk angenommenen Stromgesetz weiterentwickelt. Dennoch bleibt das heutige System stark fragmentiert und bietet nur begrenzte Innovationsanreize.

Volles Potenzial der Erneuerbaren freilegen
Das Stromabkommen und die vollständige Marktöffnung für alle Stromkundinnen und Stromkunden der Schweiz wird eine Dynamik zugunsten der erneuerbaren Energien erzeugen. Im heutigen System der kleinteiligen Versorgung haben Konsumenten und Kleinproduzenten nicht ausreichende Marktsignale, die für die optimale Marktintegration der Erneuerbaren notwendig wäre. 

Das Stromabkommen stärkt die Wasserkraft
Die Schweizer Wasserkraft profitiert besonders stark vom Stromabkommen. Als flexibelste aller Stromproduktionsformen kann sie an den europäischen Märkten höhere Erträge erwirtschaften. Diese Einnahmen schaffen Spielraum für neue Investitionen in erneuerbare Energien und sichern die strategische Rolle der Wasserkraft langfristig. Dazu kommt, dass die Hoheit über Wasserkraftkonzessionen weiterhin bei Kantonen und Gemeinden liegt. Der Bundesrat hat deshalb in der Botschaft nochmals in aller Klarheit dargelegt, weshalb die EU der Schweiz in diesem Bereich keine Vorgaben machen darf und kann. 

Für die aeesuisse ist deshalb klar: Das Stromabkommen ist ein zentraler Baustein für ein sicheres, klimafreundliches und innovationsstarkes Energiesystem. Parlament und Politik sind nun gefordert, diesen nächsten Schritt der Energiewende rasch zu ermöglichen.

Quelle: Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (aeesuisse

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Mittwoch, 11. März 2026

SES: Neue AKW in der Schweiz – Fehlentscheid des Ständerats

Am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe hat der Ständerat entschieden, den Bau neuer AKW in der Schweiz wieder zuzulassen. Die AKW-Kehrtwende gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren. Nun ist der Nationalrat aufgefordert, den bisherigen Kurs zu halten und den unverantwortlichen Fehlentscheid, der den Willen der Bevölkerung missachtet, zu korrigieren. Eine aktuelle Stellungnahme der Schweizerischen Energie Stiftung (SES).

Die Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 markierte den Wendepunkt in der Energiepolitik. Mit der Energiestrategie 2050 (2017) und dem deutlichen Ja zum Stromgesetz (2024) hat sich die Bevölkerung seither mehrmals zu den Erneuerbaren und zum Atomausstieg bekannt.

Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren

Trotzdem ist der Ständerat heute dem bundesrätlichen Vorschlag gefolgt, der wieder neue AKW in der Schweiz ermöglichen will. Dieser Plan macht die Schweiz abhängig von Uran-Importen und schadet der Energiewende. 

Neue AKW bremsen den Ausbau der günstigen, sauberen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt. «AKW und Erneuerbare sind unvereinbare Gegensätze. Der Ständerat riskiert mit der Atom-Kehrtwende, dass die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt werden. Damit gefährdet er die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung», stellt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung klar.

Kosten in Milliardenhöhe und hohe Risiken für die Allgemeinheit

Gemäss der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT würde ein neues AKW frühestens 2050 Strom liefern. Der Bau ist mit immensen Kosten verbunden. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung über höhere Steuern oder Strompreise. 

Dazu kommen die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.

Nationalrat muss am bisherigen Kurs festhalten

Als nächstes ist der Nationalrat am Zug. Die SES fordert ihn dringend dazu auf, das gesetzliche Neubauverbot zu erhalten und damit die von der Bevölkerung vorgegebenen Ausbauziele der Energiewende zu gewährleisten sowie die Investitionen in die dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung in den kommenden Jahren nicht zu gefährden.

Quelle: SES

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