Im laufenden Jahr werden die Zwischenziele für neue
erneuerbare Energien laut Energiestrategie 2050 erreicht – 9 Jahre vor
dem Zieldatum. Photovoltaik leistete dazu den entscheidenden
Beitrag.
Gleichzeitig hat der PV-Ausbau letztes Jahr an Schwung
verloren. Dies ist ein Indiz für den Wandel im Strommarkt und die
Verunsicherung in Sachen Energie- und Strompolitik des Bundes. Zur
Erreichung der Ziele des Stromgesetzes braucht es nun Anpassungen bei
den Rahmenbedingungen für den PV-Ausbau. Wichtige Elemente sind
Vereinfachungen für lokale Strommodelle (ZEV und LEG) sowie die Höhe der
Einmalvergütung. Entscheidend für den weiteren Ausbau ist eine intelligente Kombination mit Batterie-Speichern. Deren Marktwachstum von
70 % gegenüber dem Vorjahr stimmt optimistisch. Nun liegt es an den
Verteilnetzbetreibern, mit tarifarischen Anreizen und einheitlichen
Datenstandards die Speicherung von Solarstrom weiter zu optimieren.
Die Solarstatistik 2025 wurde nun veröffentlicht. Sie zeigt wiederum einen deutlichen Zuwachs der
installierten Photovoltaikleistung auf neu 9,5 Gigawatt, die im
vergangenen Jahr knapp 8 Terawattstunden (TWh) Strom lieferten,
was nahezu 14 Prozent des Endverbrauchs entspricht. Solarstrom lieferte
damit den grössten Teil der gesamten Stromproduktion aus neuen
erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) von 10.3 TWh. Für diese
Technologien wurde im Rahmen der Energiestrategie eine Produktion von
11,4 TWh im Jahr 2035 angestrebt – dieses Zwischenziel wird bereits im
laufenden Jahr erreicht. Zumindest in dieser Hinsicht ist die
Energiestrategie 2050 umgesetzt. Zur Erreichung des mit dem Stromgesetz
2024 neu gesetzten Ziels von 45 TWh erneuerbarer Energien ausserhalb
Wasserkraft im Jahr 2050 braucht es jedoch dringend verbesserte
Rahmenbedingungen.
Photovoltaik-Markt im Wandel: Die Statistik verzeichnet für 2025 zum ersten Mal seit
2017 einen Rückgang der Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen, und
zwar um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung gründet in
der Verunsicherung der Energie- und Strompolitik des
Bundesrats und ist gleichzeitig eine Begleiterscheinung
der strukturellen Veränderung, in der sich der
Photovoltaik-Markt befindet – nicht nur in der Schweiz. Die rasante
Zunahme der Solarstromproduktion in den letzten Jahren führte zu
deutlichen Verschiebungen am Strommarkt, mit tiefen Preisen über Mittag
im Sommer und höheren Preisen in den Morgen- und Abendstunden sowie im
Winter. Damit steigt die Bedeutung des lokal gespeicherten
und verbrauchten Stroms.
Neue Anreize und Instrumente für Eigenverbrauch und lokalen Strom – Nachbesserung ist nötig: Mit der Inkraftsetzung des Stromgesetzes wurden neue, bisher noch zu
wenig etablierte Instrumente eingeführt, um die Solarstromproduktion
stärker auf den Verbrauch auszurichten. Dazu zählen insbesondere die
virtuellen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV), die lokalen
Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sowie die Netzentgelt-Befreiung für
Batteriespeicher. Insbesondere bei den LEG zeigen sich
Konstruktionsfehler, die leicht zu beheben wären: Einerseits braucht es
eine Anhebung des Rabatts auf die Netznutzung von 40 auf 60 % (resp. 20
auf 40 % bei Nutzung mehrerer Netzebenen), andererseits die Möglichkeit,
Strom zwischen den Netzebenen 5 und 7 oder umgekehrt zu
handeln. Swissolar fordert Bundesrat Rösti sowie das Parlament
auf, diesbezüglich eingereichte Vorstösse baldmöglichst umzusetzen.
Unsicherheiten durch neue Abnahmevergütung kompensieren: Ein Anreiz zur marktdienlichen Netzeinspeisung von Solarstrom bildet die
ab nächstem Jahr (mit einer Übergangsfrist bis 2028) neu geregelte
Abnahmevergütung von Solarstrom. Sie basiert auf dem
Stundenmarktpreis, kombiniert mit einer
Minimalvergütungsprämie zur Sicherstellung des langfristigen
Investitionssicherheit. Den Netzbetreibern steht es zudem frei, andere
Vergütungsmodelle anzubieten bzw. zusätzlich die Herkunftsnachweise für
Solarstrom abzunehmen. Die neue Regelung sorgt bei einigen PV-Betreibern
und potenziellen Investoren derzeit teilweise für Verunsicherung. Um
dem zu begegnen und um zusätzliche Anreize für den Bau neuer PV-Anlagen
zu schaffen, verlangt Swissolar eine gegenüber dem Vorschlag des
Bundesrats stärkere Erhöhung der Einmalvergütung per April 2027.
Boom am Batteriespeichermarkt: Batteriespeicher sind ein zentrales Element der nächsten Phase des
Photovoltaik-Ausbaus. Sie machen Solarstrom rund um die Uhr
verfügbar, auch in der Nacht und bei schlechtem Wetter. Sie erlauben es,
Produktion und Verbrauch optimal aufeinander
abzustimmen und die Netzeinspeisung von Solarstrom bei tiefen
Preisen zu vermeiden. Im vergangenen Jahr wurde eine zusätzliche
Speicherkapazität von 490 Megawattstunden (MWh) installiert, 70 % mehr
als im Vorjahr. Somit waren per Ende 2025 mehr als
93'000 Batteriespeichersysteme installiert, ein Plus von 42 % gegenüber
2024*. Die gesamte installierte Kapazität lag Ende 2025 bei 1380 MWh,
womit der Tagesverbrauch von rund 140'000 Haushalten gedeckt werden
könnte.
Bund und Energieversorger haben erst teilweise erkannt, welches enorme
Potenzial die Batteriespeicher sowie die Elektromobilität in Kombination
mit Photovoltaik für eine kostengünstige, stabile und effiziente
Energieversorgung bieten. Verteilnetzbetreiber müssen mit dynamischen
Bezugs- und Abnahmetarifen Anreize zum netzdienlichen Betrieb der
Batteriespeicher schaffen und mit einheitlichen Datenstandards für einen
intelligenten Betrieb sorgen. Auf Bundesebene muss die nationale
Speicherstrategie rasch erarbeitet und umgesetzt werden.
Erwartungen für 2026: Swissolar erwartet für das laufende Jahr eine Stabilisierung der
Photovoltaik-Installationen mindestens auf dem Niveau von 2025, da
nun die neuen Instrumente zu greifen beginnen. Solarstrom dürfte im Jahr
2026 knapp 17 % des Strom-Endverbrauchs decken. Bei den
Batteriespeichern dürfte sich der Boom fortsetzen – gegenüber dem
Vorjahr dürfte sich die neu installierte Kapazität dieses Jahr nochmals
verdoppeln.
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