Sonntag, 20. September 2026

So wirkt Solafrica: "Weg aus der Armut"

Manchmal braucht es nur eine ausgestreckte Hand und ein offenes Ohr, damit sich ein Leben entfalten kann. Die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Chance gepackt hat - und das dank der Solarenergie.

«Ich musste als Jugendlicher einen Weg finden, wie meine Familie überleben konnte», erzählte Collins Selifano (22). Während mehreren Jahren arbeitete er unter härtesten Bedingungen auf dem Bau – für knapp 3 Franken pro Tag. Sein Vater war krank und konnte die Familie nicht ernähren. Seine Mutter hatte ihre Kinder und ihren Mann verlassen. Die beiden jüngeren Geschwister gingen noch zur Schule.

«Ich fühlte mich sehr alleingelassen. Das war eine schwierige Zeit für mich», berichtet Collins weiter. Während er das Überleben seiner Familie sicherte, besuchten seine Kolleg:innen eine Hochschule oder die Universität. Über einen Bekannten erfuhr er im Frühling 2022 von einer Solarausbildung. Collins bewarb sich und erhielt einen Platz in unserem Projekt Solar Learning Youth Centers. «Ich hatte die Aussicht auf eine Ausbildung und dadurch eine Chance auf ein neues Leben erhalten», sagt Collins Selifano. Und diese Chance hat er gepackt.

Abigael W. Okello, die Projektleiterin vor Ort, erinnert sich: «Am Anfang war Collins schüchtern. Dann ist er plötzlich aufgeblüht! Das ist vor allem Stanley Kung’u Nfuguna zu verdanken, der als Psychologe im Jugendzentrum arbeitet.»

Angehende Solartechniker:innen bei der Installation einer Solaranlage

Collins blickt dankbar auf die Gespräche mit Stanley Kung’u Nfuguna zurück: «Ich wurde früh von meiner Mutter im Stich gelassen und fühlte mich alleine. Während meiner Gespräche mit Stanley hatte ich die Möglichkeit, mein Herz auszuschütten. Das hat mir geholfen, diese Ausbildung zu machen und meine Einsamkeit zu überwinden.»

Nach der Solarausbildung im Jugendzentrum konnte Collins Selifano letzten Frühling ein Praktikum bei einer Solarfirma starten. Inzwischen ist er festangestellt. «Ich möchte ein Top-Solaringenieur werden. Mein grosses Vorbild ist mein Chef hier», fügt er mit einem breiten Lachen im Gesicht hinzu.

In Kenia hoffen viele junge Menschen wie Collins auf eine Chance, um der strukturellen Armut zu entfliehen. Bitte helfen Sie heute mit Ihrer Spende. Ermöglichen Sie Jugendlichen eine Zukunft mit Perspektiven für sich und ihre Familien vor Ort.

Quelle: Solafrica 

Freitag, 18. September 2026

News (da rechte Spalte nicht funktionierte...)

Die Reichsten zahlen relativ am wenigsten Steuern

Wer mehr verdient, soll auch mehr Steuern bezahlen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Das Top-Eins-Prozent bezahlt am wenigsten. Das zeigt die neue Studie der ETH Zürich: Die Vermögensungleichheit in der Schweiz ist weniger gross als bisher angenommen, die Einkommensungleichheit jedoch grösser. Grund für die neuen Resultate ist ein neuer methodischer Ansatz: Anstatt der Steuerdaten verwendet die Forschungsgruppe rund um den Ökonomen Enea Baselgia und Isabel Martinez als Ausgangspunkt das gesamte Einkommen und Vermögen der Schweiz, so wie es die Nationalbank ausweist. Ziel dieser Methode ist primär, die Einkommen des wohlhabendsten Prozents genauer zu schätzen > srf.ch 19.9.26

 

Großspeicher von Tesvolt sichern Festzelte auf der Wiesn ab

Das Oktoberfest in München stößt an Netzengpässe: Im letzten Jahr kam es in den Festzelten zu mehreren Stromausfällen. Nun sichern Batterieschränke die Veranstaltung ab, installiert von Elektromeister Matthias Poeting. Die Stadtwerke München (SWM) können die Anschlussleistungen der Zelte nur mit sehr hohen Kosten erhöhen. Elektromeister Matthias Poeting sichert den diesjährigen Betrieb der großen Festzelte von Pschorr-Bräurosl und Löwenbräu mit drei Batteriegroßspeichern von Tesvolt ab. Denn die Gefahr von Stromausfällen ist real > sonnenseite.com 18.9.26.

Mittwoch, 16. September 2026

Mit Zahlen / Statistiken die Welt verbessern (12): Weltweit installierte Solar-Kapazität

Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data» täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.

Zsfsg: Siehe Chart

Our World in Data schreibt dazu im Original: Gar nichts...

 
Quelle: Our World In Data
 
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Samstag, 12. September 2026

Nepal: Keine „normale“ Katastrophe, eine Folge der veränderten Natur

Die größte Ungerechtigkeit unserer Zeit ist diese: Die armen Länder, die durch wenig Energieverbrauch am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind am härtesten davon betroffen. Und die reichen Industrieländer mit viel Energieverbrauch haben den Klimawandel verursacht und kommen – bisher zumindest – halbwegs glimpflich davon. Gedanken des deutschen Energie-Publizisten Franz Alt. 

Diese globale Ungerechtigkeit wurde soeben durch die Gletscher-Katastrophe im Himalaya auf tragische Weise bestätigt. Nepal mit bisher über 1.000 Toten, 4.000 Vermissten und tausenden Verletzten ist eines der ärmsten Länder der Welt, wurde aber durch die vom Klimawandel herbeigeführte Gletscherschmelze brutal betroffen und beschädigt. Diese globale Ungerechtigkeit ist auf Dauer unhaltbar.

Die Sturzflut im Himalaya war keine „normale“ Katastrophe, sondern die Folge der veränderten Natur. Diese Veränderung haben die großen und reichen Industriestaaten, auch Deutschland, verursacht. Aber zu diesen Verursachern gehören auch China, Indien und die USA als die drei größten Emittenten von Treibhausgasen. Von ihnen fordert Nepal jetzt Schadenersatz. Das ist eine mutige, zeitgemäße und gerechte Forderung eines kleinen Landes gegenüber den „Großen“ – Endlich!

Ein „Himalaya-Tsunami“: Der nepalesische Außenminister Shisir Khanal nannte die Katastrophe in seinem Land einen „Himalaya-Tsunami“. Er ist in der Menschheitsgeschichte beispiellos. Die Forderung ist nur folgerichtig. Es ist folgerichtig, dass das arme Nepal die reicheren und größeren Länder zur Kasse bittet. Wer verursacht, muss auch zahlen. Das ist ein Grundsatz der Marktwirtschaft.

Der Außenminister: „Wenn unsere Gletscher im Himalaya verschwinden, wird die Wassersicherheit von über zwei Milliarden Menschen in Südasien beeinträchtigt.“ Die Gletscher sind natürliche Wasserspeicher, deren Schmelzwasser die zehn größten Flüsse Asiens wir Indus, Ganges und Brahmaputra speisen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: „Nepals Ankündigung, andere Staaten in Regress nehmen zu wollen, ist kein hilfloser Akt im Angesicht der Katastrophe – im Gegenteil. Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat im Juli vergangenen Jahres in einem bemerkenswerten Rechtsgutachten genau diesen Weg vorgezeichnet.“

Die Rechtsanwältin Roda Verheyen, erfahrene Klima-Juristin gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Nepal könnte vor dem IGH gegen Staaten vorgehen, die sich seiner Jurisdiktion unterworfen haben.“ Die Liste umfasst immerhin 75 Staaten. Die USA und China gehören nicht dazu, aber immerhin Deutschland, Japan, Indien, Pakistan, Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Der IGH stellte 2025 fest, dass seine Mitglieder aus internationalen Verträgen wie dem Pariser Klimaabkommen „rechtlich bindende Sorgfaltspflichten“ haben, Ihre Emissionen zu reduzieren. Dies fordere auch das „Völkergewohnheitsrecht“. Das unterstützt auch die Schadenersatzklage Nepals ganz eindeutig.

Der Widerstand der kleinen Länder wie Nepal gegenüber den Verursachern des Klimawandels ist auch eine Hoffnung im weltweiten Kampf um mehr Klimaschutz.  Die Süddeutsche: „Hut ab vor diesem Mut“- (SZ 1. September 2026).

Quelle: Sonnenseite / Franz Alt 2026

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Montag, 7. September 2026

Wieder geht es abwärts mit dem Solaraktienindex



Vergrössern von Grafik, Tabelle und Text mit Klick auf Darstellungen! 

Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  

Mittwoch, 2. September 2026

Rund 1’800 lokale Elektrizitätsgemeinschaften im ersten Halbjahr

 

Seit Anfang 2026 können in der Schweiz lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) umgesetzt werden. Bereits nach dem ersten Halbjahr 2026 zeigt sich: Das neue Modell wird rege genutzt. Eine aktuelle Erhebung von Swissolar bei den 30 grössten Schweizer Verteilnetzbetreibern, ergänzt mit Daten des LEGhub, ermöglicht nun eine erste Hochrechnung, wie viele LEG schweizweit per Ende Juni bestehen und wie gross diese ungefähr sind.
 

Insgesamt konnten über die Umfrage und den LEGhub 1’323 LEG erfasst werden. Die Netzgebiete der berücksichtigten Verteilnetzbetreiber (VNB) decken zusammen rund 71 Prozent der Bevölkerung ab. Wird die beobachtete Anzahl LEG anhand dieser Bevölkerungsabdeckung auf die gesamte Schweiz hochgerechnet, ergibt sich eine Anzahl von etwa 1’860 LEG. 

Die Verbreitung der LEG ist allerdings alles andere als gleichmässig. Während in einigen Regionen schon viele LEG aktiv sind, gibt es in anderen noch gar keine umgesetzten Projekte. Gründe dafür können neben der Nachfrage auch unterschiedliche Prozesse, IT-Systeme oder Angebote der jeweiligen VNB sein. 

Meist kleine Gemeinschaften – mit grossen Unterschieden: Auch bei der Grösse der einzelnen LEG gibt es beträchtliche Unterschiede. Über die erhobenen Daten hinweg liegt die durchschnittliche Zahl der Teilnehmenden bei rund 7,2 Teilnehmenden beziehungsweise Anschlüssen pro LEG. Zwischen den einzelnen Regionen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Die durchschnittliche Anzahl Teilnehmende pro LEG reicht von 3 bis 29. Damit zeichnet sich ab, dass LEG keineswegs nur einem einzigen Modell folgen. Neben kleinen Gemeinschaften aus wenigen Nachbarschaften entstehen auch deutlich grössere Zusammenschlüsse. 

Die Daten geben zudem Einblick in die Zusammensetzung der Gemeinschaften. Rund 78 Prozent der Teilnehmenden beziehen ausschliesslich Strom, 9 Prozent produzieren ausschliesslich Strom und 13 Prozent sind Prosumer, die sowohl Strom produzieren als auch verbrauchen. Entsprechend produzieren rund 22 Prozent der Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom (dabei ist zu berücksichtigen, dass ein LEG-Teilnehmer je auch mehrere Produktionsanlagen oder Verbrauchsstellen umfassen kann.) Genau dieses Zusammenspiel ist zentral für eine LEG: Lokal produzierter Strom kann innerhalb der Gemeinschaft verkauft und möglichst direkt vor Ort genutzt werden.

«Werden die bestehenden regulatorischen Hürden abgebaut und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausgeschöpft, können LEG noch deutlich attraktiver werden und einen noch grösseren Beitrag zur effizienten Nutzung von erneuerbarem Strom leisten.»
– Wieland Hintz, stv. Geschäftsführer Swissolar
 
Regulatorische Hürden abbauen: Trotz des positiven Starts bestehen bei LEG weiterhin regulatorische und praktische Hürden. Swissolar fordert deshalb, das im Gesetz vorgesehene Potenzial beim Rabatt auf die Netznutzung vollständig auszuschöpfen, unnötige Einführungs- und Mutationsgebühren zu vermeiden und eine Stromlieferung innerhalb einer LEG auch zwischen den Netzebenen 5 und 7 und gemeindeübergreifend zu ermöglichen. Diese Anliegen werden auch in mehreren aktuellen parlamentarischen Vorstössen aufgenommen (26.3972 «Rabatte bei lokalen Elektrizitätsgemeinschaften. Gesetzlichen Rahmen voll ausnutzen»26.3970 «Lokale Elektrizitätsgemeinschaften. Hürden reduzieren»25.3665 «Netzebenenübergreifende lokale Elektrizitätsgemeinschaften»). 

Wie sich LEG weiterverbreiten und welche Modelle sich besonders bewähren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Wieland Hintz, stv. Geschäftsführer bei Swissolar, sagt dazu: «Die ersten Zahlen machen deutlich: Die gemeinschaftliche Nutzung von lokal produziertem Strom ist in der Schweiz bereits Realität. Gleichzeitig besteht noch erhebliches Potenzial. Werden die bestehenden regulatorischen Hürden abgebaut und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausgeschöpft, können LEG noch deutlich attraktiver werden und einen noch grösseren Beitrag zur effizienten Nutzung von erneuerbarem Strom leisten.»
 
Lokale Strommodelle verständlich erklärt: Die Schweizer Plattform www.lokalerstrom.ch von EnergieSchweiz, Swissolar und dem VSE unterstützt Haushalte, Fachpersonen, Gemeinden, Energieversorger und weitere Akteure bei der Umsetzung lokaler Strommodelle wie ZEV, vZEV und LEG. Dafür stellt sie neutrale und praxisnahe Informationen, Tools und Vorlagen zur Verfügung.

Über Swissolar

Swissolar ist der Schweizerische Branchenverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 1300 Verbandsmitgliedern mit über 10’000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. www.swissolar.ch

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