Dienstag, 5. Mai 2026

Wasserkraft Schweiz: Statistik 2025

Am 1. Januar 2026 waren in der Schweiz 706 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung von über 300 Kilowatt in Betrieb (1.1.2025: 703 Zentralen). Die zu erwartende mittlere Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik enthaltenen Kraftwerke lag 2025 bei 37'162 GWh/a (Gigawatt-Stunden pro Jahr) und somit unter dem Vorjahreswert von 37'350 GWh/a.

Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug rund 50 GWh/a, wovon die Neuinbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach in Lauterbrunnen mit 30.5 GWh/a den grössten Anteil hatte. Zudem konnte auch auch die Anlage in Bondo wieder in Betrieb genommen werden, nachdem diese nach dem Bergsturz von 2017 wieder neu aufgebaut werden musste. Im Jahr 2025 standen 12 Zentralen im Umbau und 6 Zentralen im Bau mit zu erwartenden Produktionsausbau von knapp 40 GWh/a.

Durch die regelmässige Aktualisierung der mittleren Produktionserwartung der bestehenden Anlagen resultierte eine Abnahme von 188 GWh im Jahr 2025. Verantwortlich dafür waren unter anderem diverse Datenaktualisierungen mit Restwassersanierungen wie auch die niedrigen Zuflüsse im vergangenen Jahr. Zudem sind zwei Zentralen nach dem schweren Unwetter im 2024 im Wallis weiterhin ausser Betrieb, wobei das grosse Rhône-Kraftwerk in Susten-Chippis (mittlere Produktionserwartung 215 GWh) am meisten ins Gewicht fällt. Die Produktionserwartung dieser beiden Zentralen musste daher temporär auf Null gesetzt werden.

Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 10'469 GWh/a (28.1%), Graubünden mit 7'919 GWh/a (21.4%), Tessin mit 3'485 GWh/a (9.4%) und Bern 3'424 GWh/a (9.2%).

Zunahme der jährlichen Wasserkraftproduktion bis 2035

Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37'900 GWh ansteigen. Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW addiert. Für das Monitoring ergibt sich damit für 2025 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'724 GWh/a (minus 176 GWh gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert).

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Mit Wasserkraft wurden 2025 rund 58.5% (10jähriger Mittelwert) des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des Bundesamt für Energie (BFE) wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.

Links:

Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Monitoring Energiestrategie 2050

^^^ Nach oben

Sonntag, 3. Mai 2026

«Tage der Sonne» machen Lösungen erlebbar

Die Energiewende ist machbar – und sie beginnt jetzt. Rund um den internationalen Tag der Sonne am 3. Mai finden vom 2. bis 10. Mai in der ganzen Schweiz die «Tage der Sonne» statt. Die Veranstaltungsreihe setzt ein klares Zeichen: Die Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft sind vorhanden. Was es jetzt braucht, ist gemeinsames Handeln.

Während der Bau neuer Atomkraftwerke wieder diskutiert wird, droht diese Diskussion den Ausbau erneuerbarer Energien zu verzögern statt zu beschleunigen. Dabei zeigt sich: Solarenergie und andere erneuerbare Technologien sind heute schneller, günstiger und breit verfügbar.

In Basel wird die Energiewende zur Gemeinschaftsaufgabe: Hier haben sich für die «Tage der Sonne» ungewöhnlich viele Akteurinnen und Akteure zusammengeschlossen, um Lösungen gemeinsam erlebbar zu machen. «Die Energiewende ist eine Herausforderung, die wir gesamtgesellschaftlich angehen müssen, alle können mithelfen: vom Versorgungsunternehmen über die Politik bis hin zu Unternehmen und Privatpersonen», sagt Francesco Vazzano von den Industriellen Werken Basel IWB. «Basel gehört mit rund 1’500 bis 1’700 Sonnenstunden pro Jahr zu den sonnenreichen Städten im Schweizer Mittelland und profitiert besonders im Herbst und Winter von häufigeren Nebelauflösungen – gute Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie.»

Organisiert vom ersten Verein für erneuerbare Energien der Schweiz, der über 50-jährigen SSES, gemeinsam der IWB, Planeco, Sonnwende, Energiewendegenossenschaft Basel, Solarbalkon und dem Verein Nomatark, sowie mit IWB und dem Swisslosfonds Basel-Stadt als Hauptsponsoren, entsteht ein offener und kollaborativer Anlass für alle. Ob Familien, Mieterinnen und Eigentümer, Unternehmen, Stiftungen oder DIY-Begeisterte – die Veranstaltung bietet vielfältige Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Die Energiewende braucht Hände

Im Zentrum steht die Idee: Die Energiewende braucht keine Atomkraft – sie braucht Menschen, die anpacken.
«Es ist wichtig, Solarenergie greifbar zu machen. Deswegen veranstalten wir sonnenbetriebene Events – man lernt dazu und hat Spass dabei», erklärt Fabian Müller vom Verein Nomatark, die mit ihrer solarbetriebenen Stage und Umweltkino vor Ort sind.

Das Programm ist entsprechend praxisnah und interaktiv gestaltet: In Workshops können Besucherinnen und Besucher eigene Solarbalkon-Anlagen bauen oder aus alten E-Bike-Batterien eine Second-Life-Powerbank herstellen. Die Energiewendegenossenschaft zeigt live, wie Solaranlagen im Selbstbau realisiert werden können. «Wir können viel bewegen, wenn wir unsere eigene Selbstwirksamkeit spüren. Beim Bauen der eigenen Anlage, ist der eigene Impact unmittelbar erlebbar», sagt Eliane Zumstein von der Energiewendegenossenschaft Basel.

Ein Highlight ist der «SolarButterfly», der die Welt umrundet hat und den Klimawandel anschaulich vermittelt – ergänzt durch Quiz und Informationsangebote. Im Forum im kHaus finden zudem Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt: Mieterinnen, Eigentümer, Unternehmen und Stiftungen erhalten konkrete Einblicke in die Nutzung von Solarenergie. Beim Podium «Warum Solar?» teilen Anlagenbesitzende ihre Erfahrungen und geben praktische Tipps.

Weitere Programmpunkte reichen vom Mini-Solarmobil-Wettrennen über eine solarbetriebene Musikbühne bis hin zu Sonnenyoga. Am Sonntag folgt ein Podium zur solaren Architektur mit anschliessender Schweizer Premiere des Films «The Sun Queen» im solarbetriebenen Umweltkino.

Die «Tage der Sonne» sind damit weit mehr als nur eine Veranstaltung – sie sind ein Startpunkt. Ein Moment, um sich zu vernetzen, zu lernen und selbst Teil der Energiewende zu werden. Denn eine lebenswerte Zukunft entsteht nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten.

Informationen und Kontaktangaben: 

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie unter www.tagedersonne.ch/festival

Linda Wachtarczyk | T +4178 810 21 66 | linda.wachtarczyk@sses.ch
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie | Aarbergergasse 21 | CH-3011 Bern |
www.sses.ch

Francesco Vazzano | T +41 61 275 34 21 | francesco.vazzano@iwb.ch
IWB | Margarethenstrasse 40 | Postfach | CH-4002 Basel | www.iwb.ch

^^^ Nach oben

Samstag, 2. Mai 2026

Solaraktienindex PPVX zwar hinter Erdölaktien - aber doch auch im Plus





Vergrössern von Grafik, Tabelle und Text mit Klick auf Darstellungen! 

Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  

Donnerstag, 30. April 2026

Atomkraft stagniert und bleibt in einer Talsohle

 Der globale Markt für Atomkraftwerke kommt auch 2025 - wie bereits in den Vorjahren - nicht aus der Talsohle heraus. Eine Renaissance mit signifikantem Marktwachstum ist weiterhin nicht in Sicht. 
Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sind im Jahr 2025 weltweit drei neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen (2024: sechs). Gleichzeitig wurden sieben ältere Anlagen endgültig stillgelegt (2024: vier). Unter dem Strich ergibt sich damit ein Netto-Rückgang.

Insgesamt sind laut IAEA (Stand: 27.04.2026) im Jahr 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von 2.956 MW ans Netz angeschlossen worden (2024: 6.813 MW). Die Inbetriebnahmen erfolgten in Russland (Kursk 2-1, 1.200 MW), Indien (Rajasthan-7, 630 MW) und China (Zhangzhou-2, 1.126 MW). Im gleichen Zeitraum wurden weltweit Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von insgesamt 2.823 MW stillgelegt (2024: 2.891 MW). In Belgien betrifft dies die Anlagen Doel 1 und Doel 2 (je 445 MW) sowie Tihange-1 (962 MW). Hinzu kommen die Abschaltung des letzten in Betrieb befindlichen Atomkraftwerks in Taiwan, Maanshan-2 (938 MW), sowie die Stilllegung von drei kleineren Anlagen Bilibino-2, -3 und -4 (je 11 MW) in Russland.

In der Jahresbilanz 2025 ergibt sich aus Zubau (2.956 MW) und Stilllegungen (2.823 MW) ein geringer weltweiter Nettozuwachs von 133 MW Atomkraftwerksleistung. „Die häufig angekündigte Renaissance der Atomenergie fällt auch 2025 aus“, so Dr. Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Die Ursachen für das weiterhin schwache Wachstum des globalen Marktes bleiben unverändert, so Allnoch: sehr hohe Investitionskosten, lange Bauzeiten von 10 bis 15 Jahren in einem dynamischen Energiemarktumfeld mit schwer prognostizierbaren Rahmenbedingungen sowie erhebliche Finanzierungsrisiken, die in der Praxis meist nur von staatlichen Akteuren getragen werden können. Zudem ist die Zahl der Unternehmen, die Atomkraftwerke planen, bauen und exportieren können, sehr begrenzt - überwiegend handelt es sich um Staatsunternehmen.
 

Dienstag, 28. April 2026

Tschernobyl 40 Jahre nach Atomkatastrophe


© Fotolia.com | jah_unit | Tschernobyl

Nur dezentrale Erneuerbare Energien machen resilient und unabhängig: Zum 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erklärt der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien – EUSOSOLAR e.V., Stephan Grüger: „Wer heute wieder für die Atomkraft trommelt, hat aus der Nuklearkatastrohe von Tschernobyl nichts gelernt. Der Super-GAU hat die europäische Geschichte verändert und wirkt bis heute nach. Die Vertuschungsversuche und die falschen Schuldzuschreibungen durch die Regierung und die Behörden der UdSSR haben deren Niedergang und Zerfall beschleunigt.

Heute ist die Ukraine, auf deren Territorium Tschernobyl liegt, ein souveräner Staat, der seit Jahren von Russland mit Krieg überzogen wird. Die EU versucht daher, dass Erpressungspotenzial Russlands gegenüber den Mitgliedsstaaten der EU zu reduzieren. Europas Atomkraftwerke sind aber zum großen Teil von Uran-Importen aus Russland und vom russischen Staatskonzern Rosatom abhängig. Rund 40 Prozent des von der EU importierten Urans stammen aus Russland und aus dem mit Russland verbündeten Kasachstan. In Osteuropa sind 18 Atomkraftwerke sogar zu 100 Prozent von russischen Brennelementlieferungen abhängig.

In der EU wird kein Uran gefördert. Vor diesen Hintergrund ist es absurd, dass die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen von Energieunabhängigkeit durch Atomkraft fabuliert, zumal die Kosten neuer Atomkraftwerke sehr viel höher sind, als die Stromerzeugung auf der Basis nahezu aller anderen Energieträger, besonders der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Atomkraft ist nicht nur für die Gesundheit der Menschen gefährlich, sondern auch für die Wirtschaft, Energiesicherheit und Unabhängigkeit der EU und ganz besonders Deutschlands.

Der 40. Jahrestag des Super-GAU in Tschernobyl mahnt uns – genauso wie die steigenden Preise von Öl und Erdgas – den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um in Europa unabhängig von Uranimporten und fossilen Energien zu werden.“

Quelle: EUROSOLAR 2026

^^^ Nach oben

Freitag, 24. April 2026

Farbige Folien für Muster auf PV-Modulen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE ist es gelungen, farbige Folien mit transparenten Aussparungen zu versehen und so realistisch aussehende Motive auf Photovoltaikmodulen zu erzeugen. Auf diese Art können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden. Die Folienschnittmuster nutzen die MorphoColor®-Technologie, eine Erfindung des Forschungsinstituts, bei der ein Farbeindruck erzeugt wird, ohne dass die Effizienz eines PV-Moduls nennenswert beeinträchtigt wird. Besucherinnen und Besucher der Messe The Smarter E / Intersolar 2026 können mit »ShadeCut« ausgestattete PV-Module am Stand A1.440 des Fraunhofer ISE besichtigen.

© Fraunhofer ISE/ Marco Ernst
Mit den Folienschnittmustern können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden, ohne die Effizienz des PV-Moduls nennenswert zu beeinträchtigen.

»Durch gezielte Strukturierungen und Aussparungen auf einer farbgebenden Folie können wir Farbeffekte und komplexe Muster direkt in Solarmodule und Fassadenelemente integrieren«, erklärt Marco Ernst, Entwickler der »ShadeCut«-Technik und Wissenschaftler am Fraunhofer ISE. »Zusätzlich gibt es die Option weitere Schichten mit Aussparungen zu ergänzen, um Strukturen oder weitere Farben zu erzeugen.«

Die Technik kann auf allen gängigen Photovoltaik- und Solarthermie-Module angewandt werden, das gewünschte Muster wird in die Folien mit MorphoColor®-Beschichtung durch Laser- oder CAD-gesteuerte Prozesse geschnitten.

»Interessant ist die Technik für Module zur Integration in Fassaden, dachintegrierte PV oder auch an Geländern; insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden«, sagt Dr. Martin Heinrich, Gruppenleiter für Einkapselung und Integration von Photovoltaik am Fraunhofer ISE. »Module mit ShadeCut können wie Mauerwerk oder Dachziegel aussehen und sich farblich perfekt einpassen. Auch eine individuelle Gestaltung von PV-Anlagen zum Beispiel mit Logo-Schriftzug oder Mustern kann man damit umsetzen.«

© Fraunhofer ISE / Foto: Marco Ernst
Auch eine individuelle Gestaltung von PV-Anlagen zum Beispiel Schriftzügen oder Mustern macht ShadeCut möglich.

Die MorphoColor®-Technologie für die Farbe ist vom gleichnamigen Schmetterling inspiriert. Die 3D-photonischen Strukturen auf den Schmetterlingsflügeln erlauben einen intensiven und winkelstabilen Farbeindruck durch einen grundsätzlich verlustarmen Interferenzeffekt. Nach diesem biologischen Vorbild ist es einem Forschungsteam vom Fraunhofer ISE gelungen, eine ähnliche Oberflächenstruktur durch einen Vakuumprozess auf die Rückseite des Deckglases von Photovoltaikmodulen aufzubringen. 

Je nach Feinstruktur lassen sich so Deckgläser in verschiedenen Farben herstellen. Mittlerweile gelingt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dies auch auf Folie, als flexible Einbettungsfolie in Modulen oder als Rückseitenfolie. Unabhängige Messungen bestätigen, dass die farbigen PV-Module mit MorphoColor®-Beschichtung rund 95 Prozent der Leistung eines vergleichbaren unbeschichteten Moduls erbringen.