Donnerstag, 8. Januar 2026

Bundesamt für Energie verleiht den Energiepreis Watt d'Or 2026

 

Heute Abend, 8. Januar 2026, verleiht das Bundesamt für Energie zum neunzehnten und letzten Mal den renommierten Schweizer Energiepreis Watt d'Or. Die goldenen Gewinner/innen des Jahres 2026 sind: Das Gasversorgungsunternehmen Gaznat aus Vevey und Aigle (VD) in der Kategorie Energietechnologien, die endigo Holding AG aus Fiesch (siehe Bild) in der Kategorie Erneuerbare Energien, die Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi (SZ) in der Kategorie Energieeffiziente Mobilität, sowie die Baugenossenschaft «mehr als wohnen», Lemon Consult AG und das Low-Tech Lab aus Zürich in der Kategorie Gebäude und Raum. Die Watt d’Or Trophäe – eine Schneekugel – wird den Gewinner/innen von der prominenten Jury unter dem Vorsitz von Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher im Kongresszentrum Kursaal in Bern überreicht. Dabei sein werden hunderte Vertreterinnen und Vertreter der schweizerischen Energieszene aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzen die Energiezukunft erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie den Watt d’Or geschaffen, das Gütesiegel für Energieexzellenz. 2007 wurde der Watt d’Or zum ersten Mal verliehen. 2026 richtet das BFE den Watt d’Or zum letzten Mal aus. Sein Ziel war es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen. Sie sollen Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.

Der Watt d’Or ist nicht dotiert, es werden also keine Preisgelder ausgeschüttet. 55 Bewerbungen wurden bis Mitte Juli 2025 für den Watt d'Or 2026 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 17 Beiträge. Daraus hat die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher die Siegerprojekte in den vier Watt d’Or-Kategorien gekürt.

Gewinner des Watt d’Or 2026

Kategorie Energietechnologien

Innovation Lab von Gaznat: GreenGas für die Zukunft. Wenn Wissenschaft und Industrie zusammenarbeiten, kann Grosses entstehen. Das beweist das Innovation Lab von Gaznat in Aigle (VD). Hier, am Standort seines Betriebs- und Kontrollzentrums, testet Gaznat zusammen mit Forschungsgruppen der EPFL sowie Start-ups neue Technologien auf industriellem Massstab. Ziel ist es, Technologien für die Sektorkopplung, Dekarbonisierung und saisonale Speicherung zur Marktreife zu bringen. Das zugrunde liegende Konzept GreenGas vereinigt alle dafür nötigen Anlagen und Technologien am Standort Aigle: Wärme-Kraft-Kopplung (WKK), Photovoltaik (PV), Elektrolyse (Power-to-Gas), Wasserstoffspeicher, CO2-Abscheidung, Methanisierung und natürlich das echte Gasnetz von Gaznat. Eine Energieinnovation, die eine essenzielle Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlägt.

Kategorie Erneuerbare Energien

Alpiner Fassaden-Solarstrom für das Goms. Das Dorf Fiesch liegt auf über 1000 Metern über Meer im oberen Rhonetal. Geprägt ist die Energieproduktion in dieser Gegend massgeblich von der Wasserkraft. Doch jetzt gibt es in Fiesch ein Novum zu sehen: Eine alpine Fassaden-Solarstrom-Anlage. Realisiert wurde sie am neu erstellten Firmensitz der endigo Holding AG, die in der Region Goms innovative, nachhaltige und regionale Lösungen im Bereich Energie und Technik anbietet. Der leichte Holzbau mit seiner Lamellenfassade ist eine architektonische Augenweide (siehe Bild ganz oben). Und er steht für die Werte der endigo Unternehmensgruppe: fest in der Region verankert, naturverbunden, zukunfts- und systemorientiert und technisch kompetent.

Kategorie Energieeffiziente Mobilität

Der Rigitrac Elektrotraktor elektrisiert die Zukunft. Das Familienunternehmen Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi hat den ersten serienreifen Elektrotraktor mit einer europäischen Typengenehmigung entwickelt. Der Rigitrac SKE 40 e-direct ist emissionsfrei, leise, wendig und enorm energieeffizient. Damit ist er ideal für Arbeiten geeignet, wo Abgase und Lärm unerwünscht sind, zum Beispiel für Unterhaltsarbeiten von Kommunalbetrieben oder auch in Gemüsetunnels oder Hallensportevents. Der Elektrotraktor ist ein Leuchtturmprojekt dafür, dass auch kleinere Betriebe mit viel Leidenschaft und Ausdauer technologische Innovationen vorantreiben können.

Kategorie Gebäude und Raum

Im Hobelwerk energie- und klimafreundlich leben. Das Hobelwerk Areal in Oberwinterthur zeigt, wie nachhaltiges Bauen geht. Entwickelt und realisiert wurde es von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», der Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Sie haben dafür gesorgt, dass ein attraktives, ressourcenschonendes, kreislauforientiertes, energieeffizientes und sozial durchdachtes Wohn- und Gewerbequartier entstanden ist. Dies dank Holzbauweise, Re-Use-Materialien, intelligenten Energiesystemen in Kombination mit einem innovativen Lüftungskonzept, Klimaarchitektur und sozialer Vielfalt. Der lebendige neue Stadtteil ist ein Modell für den zukunftsweisenden, gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz.

Portraits der Siegerprojekte

Live-Stream: 8. Januar 2026 ab 16:20 Uhr auf www.wattdor.ch 

 Quelle: BfE

^^^ Nach oben

Sonntag, 4. Januar 2026

Aufwärts geht's mit Solaraktien-Index PPVX im neuen Jahr


Vergrössern von Grafik, Tabelle und Text mit Klick auf Darstellungen! 

Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  

Sonntag, 28. Dezember 2025

2025 & 2026: Was sind das doch für Jahre!

Das ablaufende Jahr war energiepolitisch absolut revolutionär. Das sei im folgenden dargelegt. Aber auch das anstehende 2026 verspricht bezüglich der erneuerbaren Energien ein Andauern dieser Revolution (Trump hin oder her). Da genügt schon ein Blick auf die neuen Gesetze hierzulande. Aber so richtig ab geht die Post nicht in der Schweiz, sondern in vielen Staaten der Welt, wo man das gar nicht erwarten würde. Das gibt Anlass zu einem optimistischen Ausblick des Solarmedia-Autors Guntram Rehsche: Die Zukunft ist zu 100 % erneuerbar - und die Entwicklung geht schneller, als wir uns das vorzustellen wagen!

Beginnen wir im Kleinen und kommen dann zum wirklich bedeutenden Grossen: Ab dem 1. Januar müssen Netzbetreiber in der Schweiz den Strom aus erneuerbaren Energiequellen, der ins Netz eingespeist wird, zwingend vergüten. Dabei gelten gesetzlich festgelegte Mindestsätze. Sie sorgen dafür, dass die Entschädigung auch bei sehr tiefen Strompreisen nicht so tief fällt, dass die Betreiber von Solaranlagen keine Planungssicherheit in Bezug auf die Amortisation mehr hätten. Für grosse Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt schafft der Bund zusätzliche Anreize, damit im Winter, wenn der Strom knapp ist, mehr vom knappen Gut produziert wird (siehe dazu: Bundesrat zur Teilrevision der Energieverordnung > hier). 

Wenn wir den Blick über die Grenzen schweifen lassen, so sprechen die Titel jener Bücher eine deutliche Sprache, die im Jahr 2025 zu Solar-Themen erschienen und allesamt eine Lektüre wert sind. Erwähnt seien: «Die Solare Weltrevolution» von Franz Alt, Michael Bukowski: „Deutsches Sonnenmärchen“, und unlängst erschienen „Here Comes the Sun“ von Bill McKibben (bisher nur auf Englisch). Sie alle drücken aus, was sich auch aus den Statistiken bereits ablesen lässt. Das Jahr 2025 war ein absolut sensationelles Jahr bezüglich des Zubaus von erneuerbaren Energien, insbesondere von Solaranlagen zur Erzeugung von Solarstrom (aber auch betreffs Windenergie).

THE NEXT TWO BIG THINGS oder zwei Ideen stechen hervor, die die Solar-Wirtschaft fundamental verändern. Agri-PV (statt Gewächshäusern, siehe Bild oben) sowie Bidirektionales Laden - alles unter dem Motto: Es ist unterdessen ja so einfach respektive technisch absolut lösbar! Selbst wenn nur ein geringer Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche gleichzeitig der Solarstrom-Produktion diente, ergibt sich ein unglaubliches, zusätzliches Potenzial, um solchen Strom zu erzeugen. Von den Möglichkeiten der Stromspeicherung in E-Fahrzeugen gar nicht zu sprechen. Sie öffnen vielerorts Wege, die effektive Lösung des Speicherproblems voran zu treiben - wenn auch nicht unbedingt in der Schweiz. Hingegen lässt aufhorchen,  was das deutsche Magazin DER SPIEGEL über die Wasserstoffwirtschaft zu berichten hat, dass nämlich die Träumerei von ebendieser geplatzt sei und die Energiekonzerne jetzt auf Batterie-Speicher- statt auf Gaslösungen setzen.

Nichtsdestotrotz: Das Wissenschaftsmagazin Science (herausgegeben von der American Association for the Advancement of Science) hat den weltweiten Boom erneuerbarer Energien zum „Breakthrough of the Year 2025“ (Durchbruch des Jahres 2025) gekürt. Dies wurde im Dezember 2025 verkündet und in zahlreichen Medienberichten aufgegriffen. Warum 2025 als Jahr des Durchbruchs gilt? Der Hauptgrund ist ein historischer Meilenstein: 2025 war das erste Jahr, in dem weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Quellen (vor allem Solar- und Windenergie) erzeugt wurde als aus Kohle. Dies markiert einen Wendepunkt in der globalen Energiewende. Zu diesem Schluss kommt übrigens auch die künstliche Intelligenz von Elon Musk (Grok). Musk ist, bei aller sonstigen Spinnerei, ein absoluter Verfechter der Solarenergie und sagt dieser eine glänzende Zukunft vorher. Begründet ist das wie folgt:

  • Drastisch gesunkene Kosten für Solar- und Windtechnologien → in vielen Regionen günstiger als fossile Brennstoffe.
  • Treiber ist nicht mehr primär der Umweltschutz, sondern wirtschaftliches Eigeninteresse (niedrigere Kosten und höhere Energiesicherheit).
  • China spielt eine zentrale Rolle: Es dominiert die Produktion (z. B. 80 % der Solarzellen weltweit) und hat die Preise massiv gesenkt.
  • Der Wachstum der Erneuerbaren scheint „unstoppable“ (unaufhaltsam), mit Rekordzubauten und einer Nähe zum Peak der fossilen Emissionen.
Wer hat das deklariert? Science wählt jährlich den bedeutendsten wissenschaftlichen oder technologischen Durchbruch. Chefredakteur Holden Thorp betonte in dem Editorial, dass dieser Shift von fossilen zu erneuerbaren Energien ein entscheidender Fortschritt ist. Berichte von IEA, IRENA und BloombergNEF unterstreichen den Boom (z. B. Rekordzubau von über 585 GW im Vorjahr und Prognosen für weiteres Wachstum), aber die spezifische Deklaration als „Durchbruch des Jahres 2025“ stammt eindeutig von Science. Dieser Meilenstein zeigt, dass die Energiewende wirtschaftlich getrieben voranschreitet, trotz politischer Herausforderungen in manchen Ländern.

Lassen wir zum Schluss eine neue Zauberformel aufblitzen: Energiewende WW3S = Wasser Wind Solar Speichern Steuern. Es wird einem ganz schwindelig, ob der Entwicklungen rund um die Energiewende. Und erweitert gilt: 3W-E-3S, ergänzt also mit Wärmepumpe & E-Auto.

Und natürlich: Ein gutes neues Jahr! 

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

^^^ Nach oben

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Energiepolitischer Wahn: Wär's nicht zum Heulen, so wär's zum Lachen

Präsident Jimmy Carter ließ 1979 32 Solarpaneele auf dem Dach des Westflügels des Weißen Hauses installieren, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und erneuerbare Energien zu fördern. Präsident Ronald Reagan ließ diese Panele 1986 entfernen – offiziell im Rahmen von Dachreparaturen, aber es war ein klares Signal seiner Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien. Reagan kürzte zudem Steuergutschriften für Solaranlagen und priorisierte fossile Brennstoffe und Kernenergie. Die Panele wurden eingelagert und später an ein College weitergegeben. Nun zieht Präsident Trump nach.

 
Die Trump-Administration hat im Februar 2025 angeordnet, dass die U.S. General Services Administration (GSA) – die für Bundesgebäude und -flotten zuständig ist – alle EV-Ladestationen (ca. 8.000 Ladeports an Hunderten von Standorten) in Bundesgebäuden abschalten und aus dem Netz nehmen soll. Diese Ladestationen wurden größtenteils unter Präsident Joe Biden installiert, um die Elektrifizierung der Bundesflotte voranzutreiben (Ziel: 100 % emissionsfreie Leichtfahrzeuge bis 2027 und die gesamte Flotte bis 2035). Hier Details zur Umsetzung:
 
  • Internes Memo der GSA (Februar/März 2025): Die Ladestationen wurden als "nicht missionskritisch" eingestuft. Sie sollen vom Netz getrennt, die Verträge mit Ladeanbietern gekündigt und die Geräte an den Stromkreisen abgeschaltet werden. Dies betrifft sowohl Ladestationen für Bundesfahrzeuge als auch für private Autos von Mitarbeitern.
  • Beispiele: Am Denver Federal Center (mit 22 Ladestationen an 11 Orten) wurden die Anweisungen bereits per E-Mail umgesetzt. Die GSA-Seite zur Flotten-Elektrifizierung wurde offline genommen.
  • Weiterer Kontext: Dies ist Teil eines breiteren Rollbacks von Bidens Klimapolitik. Trump stoppte per Executive Order die Förderung von EV-Käufen im Bundesdienst, fror 5 Milliarden Dollar für öffentliche Ladeinfrastruktur ein und plant, EV-Steuergutschriften abzuschaffen. Die GSA hat zudem Bestellungen für emissionsfreie Fahrzeuge pausiert und überlegt, neu gekaufte EVs zu verkaufen.
Parallelen zu Reagan:Die Analogie passt gut – beide Fälle symbolisieren einen politischen Shift weg von grüner Energie: Reagan entfernte Carters Solarpaneele als Symbol für weniger Staatseingriffe in Umweltthemen; Trump schaltet Bidens EV-Infrastruktur ab, um "Mandate" zu bekämpfen und fossile Energien zu priorisieren. Kritiker sehen darin eine ideologische Entscheidung, die den Klimawandel ignoriert, während Befürworter argumentieren, es spare Kosten (obwohl die Ladestationen Einnahmen generierten). Bis März 2025 war der Prozess im Gange, aber nicht vollständig abgeschlossen (z. B. laufende Vertragsprüfungen). Aktuelle Entwicklungen könnten sich ändern, aber die Berichte aus zuverlässigen Quellen (z. B. NPR, Bloomberg, Inside Climate News) bestätigen die Richtlinie. Quelle: Grok (Künstliche Intelligenz von X) sowie weitere Agenturen

^^^ Nach oben