Sonntag, 24. Juni 2018

Hinter Erdölaktien


Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 1,1% auf 1.155 Punkte, der NYSE Arca Oil um 2,6%. Seit Jahresanfang 2018 liegt der PPVX mit -3,4% währungsbereinigt fast 20 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (+16,1%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Solaria Energía y Medio Ambiente (+177%), SunRun (+135%) und Sino-American Silicon Products (+62%). Die grössten Gewinner der Woche waren Solaria (+20%) und Enphase Energy (+16%), die grössten Verlierer Meyer Burger Technology AG (-12%) und SMA Solar Technology AG (-10%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 27,2 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+312%) rund 107 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +205%). Am 22.6.18 hat Greentech Energy Technology die in den USA übernommene 8point3 Energy Partners LP ersetzt. Der Gewichtungsfaktor bei Meyer Burger Technology AG wurde von 4 auf 3 reduziert.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

Quelle: oeko-invest.net 

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Samstag, 23. Juni 2018

Energieverbrauch tiefer

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0.4% auf 849`790 Terajoule (TJ) gesunken. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung - so das Bundesamt für Energie (BfE). 

 

Die Abnahme des Endenergieverbrauches um 0,4% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas wärmere Witterung im Jahr 2017 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 1.5% ab. Hingegen stiegen 2017 Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1%), der Motorfahrzeugbestand (+1,2%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2018). 


Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 6,5%, derjenige von Erdgas stieg dagegen um 1,4%. Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 0,4% zu (siehe Medienmitteilung BFE vom 20. April 2018). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2017: 53,4%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 15,8% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2017: 1,5%). Wie im Vorjahr hat der Verbrauch von Kohle (-3,8%) und den schweren Heizölsorten (-33,3%) abgenommen. Abgenommen hat auch jener von Petrolkoks (-14,6%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering.<1 font="" nbsp=""> Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (-0,6%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl sank leicht um 0,3%, der Benzinverbrauch um 3,1%. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 2,4%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,1%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch von Energieholz (-0,9%) aus. Der Verbrauch aller anderen erneuerbaren Energieträger nahm zu. Die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 4,5% über dem Vorjahreswert, ebenso hat der Verbrauch von Fernwärme (+2,4%) und Solarwärme (+2,4%) zugenommen. Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2017 betrug 9,2% (Energieholz: 4,5%, Umgebungswärme: 2,0%, Fernwärme: 2,4%, Solarwärme: 0,3%).

Die direkte Nutzung von Biogas stieg leicht um 0,6%. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 4%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2017 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+58,1%) und hat sich somit innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verzehnfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2017 bei 2,6% (2016: 1,6%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus. Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2017 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2018 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick.

Freitag, 22. Juni 2018

Unternehmen greifen zu

Die Photovoltaik-Nachfrage in Deutschlands Betrieben ist im ersten Quartal um 50 Prozent gestiegen. Hilfreich ist ein  neuer Leitfaden von DIHK und BSW-Solar zur solaren Eigen- und Direktversorgung.

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Immer mehr Gewerbe und Betriebe in Deutschland sichern sich mit der eigenen Photovoltaikanlage verlässliche Strompreise und senken ihren CO2-Ausstoß. Allein im ersten Quartal dieses Jahres stieg nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft die installierte Leistung gewerblicher Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 218,9 um 50 Prozent auf 328,3 Megawatt (vgl. Pressegrafik). Um Unternehmen den Einstieg in die Solarstromnutzung zu erleichtern, bringen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) das Faktenpapier „Eigenerzeugung, Eigenversorgung, Mieterstrom und Stromdirektlieferung“ heraus, das  anlässlich der Weltleitmesse Intersolar Europe in München vorgestellt wurde. 

„Gerade der Mittelstand kann mit der eigenen Photovoltaikanlage die Energiekosten senken und einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten. Das ist für die Akzeptanz der Energiewende in der Wirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung“, sagt Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Strommarkt, erneuerbare Energie beim DIHK. 

„Die Photovoltaik-Technologie ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 75 Prozent günstiger geworden. Dadurch ist heute selbst erzeugter Solarstrom auch für den industriellen Mittelstand preiswerter als Elektrizität vom Versorger. Stromkunden mit Lastgangmessung können die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Investition zusätzlich steigern, wenn sie mit selbsterzeugtem Solarstrom und Batteriespeicher die Jahreshöchstleistung und damit die Energiekosten senken können“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Das Faktenpapier kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Die im Text erwähnte Pressegrafik sowie weitere Grafiken finden Sie hier: https://www.solarwirtschaft.de/pressegrafiken.html
 
Quelle: www.solarwirtschaft.de

Donnerstag, 21. Juni 2018

ABB gewinnt Preis

An der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, wurden zum elften Mal besonders wegweisende Lösungen mit dem Intersolar AWARD prämiert. Über die begehrte Auszeichnung konnten sich 2018 die Firmen ABB, Hanwha Q CELLS und Krinner Solar freuen.   

Die Gewinner tragen dazu bei, die Branche zu motivieren, sich mit neuen bahnbrechenden Innovationen für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Zukunft einzusetzen. Die Voraussetzung für die Bewerbung zum Intersolar AWARD 2018 war die Teilnahme an mindestens einer der weltweiten Fachmessen Intersolar, ees, Power2Drive oder EM-Power, die 2018 unter dem Dach The smarter E Platz finden. Darüber hinaus konnten auch Partnerunternehmen der Aussteller ihre Innovation einreichen.

ABB: PVS-175-TL punktet mit zahlreichen Neuerungen: Der Wechselrichter ist eine dreiphasige Stringlösung mit Anbindung an die Cloud für gewerbliche Aufdachanlagen und PV-Großanlagen zur Energieversorgung. Die neue 1500 V DC Plattform bietet bis zu 185 kW bei 800 V AC und ermöglicht den Einsatz einer dezentralisierten Anlagenarchitektur, ohne dass es dadurch zu höheren AC-Verteilungsverlusten kommt. Bei dieser kostengünstigen Lösung werden zwischen 35 und 65 Prozent weniger Wechselrichter benötigt, um die gleiche AC-Gesamtleistung zu erzielen. Gleichzeitig bleiben die Hauptvorteile der Stringwechselrichtertechnologie erhalten.

Die Jury war von mehreren Innovationen beeindruckt. Durch die Erhöhung der AC-Ausgangsspannung auf 800 V mithilfe von zusätzlichen und unabhängigen Aufwärtswandlern können die elektrischen Verluste bei großen PV-Anlagen gesenkt werden. Der PVS-175-TL Wechselrichter mit zwölf MPP-Trackern bietet hohe Granularität und damit höhere Erträge sowie einen geringeren Wartungsaufwand. Gleichzeitig werden Sicherungen und Anschlusskästen überflüssig. Die kostengünstige Lösung verfügt über eine modulare Struktur, die per WLAN gesteuert werden kann und zentrale Wechselrichterfunktionen optimiert. Die Jury zeigte sich außerdem beeindruckt von der hohen Leistungsdichte von 1,3 kW pro Kilogramm und der Betriebstemperatur zwischen –20° und +60° Celsius.

Q.PEAK DUO-G5 der Firma
Hanwha Q CELLS GmbH ist ein neues Solarmodul mit über 120 Halbformatzellen und Leistungsklassen bis zu 330 Wp. Der Modulwirkungsgrad von 19,9 Prozent wird durch die Q.ANTUM DUO Technologie erreicht, bei der die neuen monokristallinen Q.ANTUM Zellen mit dem fortschrittlichen Zellkontaktierungsdesign mit sechs Busbars kombiniert werden. Glatte Schnittkanten verbessern die mechanische Stabilität der Zellen. Die für die Zellkontaktierung typischen elektrischen und optischen Verluste lassen sich so weitgehend vermeiden. Die Q.PEAK DUO Reihe setzt bei Leistung, Energieerträgen und LCOE neue Maßstäbe.

Krinner Solar GmbH: CAS²– Computer Aided Solar Structure: Die Wahl der Jury fiel auf dieses neuartige integrierte Software- und Hardwarepaket, mit dem für die Planung und Installation von PV-Großanlagen zwischen 10 und 30 Prozent weniger Zeit benötigt wird. Dazu gehören digitale Planungs-, Entwicklungs- und Installationsanwendungen für alle möglichen Solaranlagen-Schraubfundamente auf sämtlichen Bodenarten. CAS² verknüpft die Oberflächen- und Bodendaten aus der Vermessungsphase mit der geplanten Unterkonstruktion der Solaranlagen auf unterschiedlichen Krinner Schraubfundamenten. Diese Daten ermöglichen die Planung — und die Produktion — von Schraubfundamenten in verschiedenen Längen.

Der Jury zufolge ist dies eine wichtige Lösung für die neue Energiewelt und erst der Anfang der Entwicklung, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge auf die Auslegung und die Installation von PV-Großanlagen Einfluss nehmen. Jeder Planungs-, Fertigungs- und Installationsschritt wird online erfasst und in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Daraus lassen sich spezielle Berichte erstellen, die die Anforderungen von Banken, Versicherungen und Betreibern erfüllen. Von Drohnen und Vermessungsrobotern erhobene Kartierungsdaten werden genutzt, um die Installationsroboter zu steuern, die Länge der Schrauben anzupassen und den Stahlverbrauch zwischen 3 und 6 Prozent zu reduzieren. 

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen finden vom 20. bis 22. Juni 2018 unter dem Dach von The smarter E Europe auf der Messe München statt. Weitere Informationen im Internet unter: www.intersolar.de www.TheSmarterE.de

Mittwoch, 20. Juni 2018

Sonnen-Community hat beste Speicher-Tarife

In einer umfangreichen Analyse vergleicht EuPD Research aktuell 15 Angebote sogenannter Community- und Cloud-Lösungen in Deutschland. In 8 Kriterien werden alle Aspekte von Vertragsdetails über Kosten und Nutzen untersucht. Die sonnenCommunity kann sich hier auf dem Spitzenplatz positionieren.
Top 5 Liste des Vergleichs von Community- und Cloud-Lösungen
Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei genauso vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten, auch sinkende Stromkosten oder sogar  100% Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms, versprochen. Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community?

Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt die Zielstellung, Community- und Cloud-Angebote  einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen. Ausgehend von einer umfangreichen Recherche konnten deutschlandweit insgesamt 15 Anbieter für derartige Lösungen identifiziert werden. Zur Bewertung dieser Angebote erarbeitete EuPD Research einen ganzheitlichen Ansatz, welcher in 8 Kriterien Darstellung, Vertragsdetails und Wirtschaftlichkeit der Lösungen sowie den Nutzen für das Energiesystem analysiert.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter in der Beispielrechnung für einen 4-Personenhaushalt mit 4.500 kWh Stromverbrauch ein Aufpreis von 512 Euro pro Jahr, was eine deutliche Mehrbelastung für den Kunden bedeutet. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter heute an.  

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Speziell bei vielen Cloud-Lösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.   

  
„Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist“, fasst Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. „Es freut uns daher sehr, dass wir mit unserer sonnenCommunity hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben und uns damit deutlich von den anderen Angeboten absetzen konnten“, so Schröder weiter.

Die Untersuchungsergebnisse sowie die gesamte Studie können Sie bei der Projektleiterin Natalja Semerow (n.semerow[at]eupd-research.com) anfragen.

Montag, 18. Juni 2018

Schlusslicht Schweiz

Die Schweiz bewegt sich im europaweiten Vergleich nach wie vor auf den hintersten Rängen, wenn es um die Produktion von Solar- und Windenergie geht. Obwohl der Ausbau im Bereich der Photovoltaik in den letzten Jahren anstieg, bleibt der Gesamtanteil am Stromverbrauch marginal. Unmittelbare Besserung ist nicht in Sicht, viele neue Projekte sind blockiert. Um die Energiewende hierzulande in Schwung zu bringen, braucht es ein neues Strommarktdesign.

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In der Schweiz herrschen sowohl für die Solar-  als auch für die Windenergieproduktion ideale Bedingungen, auch dank der flexibel und verlässlich einsetzbaren Wasserkraftwerke. Dem signifikanten Ausbau der neuen Erneuerbaren fehlen jedoch investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die KEV-Warteliste ist voll. Den aktuellen Stand der Schweiz im Vergleich mit allen EU-Ländern zeigt die SES in Form einer Kurzstudie. Dabei wird die pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom der Schweiz mit der Produktion der 28 EU-Staaten verglichen.

Nur vier EU-Länder produzierten 2017 weniger Solar- und Windenergie als die Schweiz: Lettland, Slowakei, Slowenien und Ungarn. In der Schweiz waren es pro Kopf 190 kWh Solarstrom und 16 kWh Windstrom, insgesamt also 206 kWh. Obwohl die PV-Produktion seit Jahren kontinuierlich zunimmt, ist der Gesamtanteil am Stromverbrauch mit 3% immer noch gering. Die Schweiz endet auch unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs mit dem Anteil der Photovoltaik (2.75%) und der Windenergie (0.23%) auf dem unrühmlichen 25. Rang. Sogar Österreich, ein Binnenland ohne windreiche Küsten, produzierte mehr Windstrom pro Kopf als die Schweiz. Und Belgien, ein nördlicheres Land mit weniger Sonnenstunden, produzierte mehr Solarstrom pro Kopf als die Schweiz.

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 im Mai 2017 wurde der Grundstein für eine erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz gelegt. Doch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sind schlecht. Obwohl der Netzzuschlag auf 1. Januar 2018 erhöht wurde, werden neu eingereichte Projekte nicht von Einspeisevergütungen profitieren können. Grund dafür: Die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Förderung befristet. Am heutigen Strommarkt können sich die Anlagen nicht refinanzieren. Damit zukünftig trotzdem in Solaranlagen investiert wird, braucht es ein Strommarktdesign, das den Produzenten erlaubt, den Strom zu fairen Preisen einzuspeisen. Das Bundesamt für Energie ignoriert dieses Thema und riskiert einen viel zu langsamen Ausbau neuer erneuerbarer Kraftwerke.

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung

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