Freitag, 13. März 2026

Stromabkommen ist der nächste grosse Schritt der Energiewende

Am heutigen Freitag hat der Bundesrat die Botschaft zu den Bilateralen III und zum Stromabkommen verabschiedet. Damit kommt ein weiteres grosses Reformpaket im Energiebereich ins Parlament. Für die aeesuisse hebt das Stromabkommen die Energiewende auf das nächste Level. Die starke Stromproduktion aus Wasserkraft und Solar kann mit der Windenergie aus der EU optimal kombiniert werden. Der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die aeesuisse, fordert eine rasche Annahme des Abkommens und eine Stärkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. 

Die aeesuisse begrüsst das vom Bundesrat verhandelte Stromabkommen mit der EU ausdrücklich. Die Stärkung des internationalen Stromhandels ist nicht nur wünschenswert, sondern dringend nötig. Der Strommarkt der EU entwickelt sich ständig fort, setzt massiv auf erneuerbare Energien, einen intensiven Stromhandel und zentrale Koordinationsplattformen. Die Schweiz droht den Anschluss an diese Entwicklungen zu verlieren mit grossen Nachteilen bei der Versorgungssicherheit und der Innovation.

Energiewende erreicht nächstes Level
Gerade für das erneuerbare Energiesystem ist das Stromabkommen ein Quantensprung. Das Abkommen schafft:

  • Effiziente und sichere Netzintegration erneuerbarer Energien durch abgestimmte Regelzonen und Markplattformen.

  • Sicherer Import von günstigem Windstrom im Winter bei Überschuss und attraktive Bedingungen für den Export bei hohen Strompreisen.

  • Förderung von Innovation dank mehr Wettbewerb im Strommarkt.

Der Schweizer Strommarkt hat sich zwar in den letzten Jahren dank dem vom Volk angenommenen Stromgesetz weiterentwickelt. Dennoch bleibt das heutige System stark fragmentiert und bietet nur begrenzte Innovationsanreize.

Volles Potenzial der Erneuerbaren freilegen
Das Stromabkommen und die vollständige Marktöffnung für alle Stromkundinnen und Stromkunden der Schweiz wird eine Dynamik zugunsten der erneuerbaren Energien erzeugen. Im heutigen System der kleinteiligen Versorgung haben Konsumenten und Kleinproduzenten nicht ausreichende Marktsignale, die für die optimale Marktintegration der Erneuerbaren notwendig wäre. 

Das Stromabkommen stärkt die Wasserkraft
Die Schweizer Wasserkraft profitiert besonders stark vom Stromabkommen. Als flexibelste aller Stromproduktionsformen kann sie an den europäischen Märkten höhere Erträge erwirtschaften. Diese Einnahmen schaffen Spielraum für neue Investitionen in erneuerbare Energien und sichern die strategische Rolle der Wasserkraft langfristig. Dazu kommt, dass die Hoheit über Wasserkraftkonzessionen weiterhin bei Kantonen und Gemeinden liegt. Der Bundesrat hat deshalb in der Botschaft nochmals in aller Klarheit dargelegt, weshalb die EU der Schweiz in diesem Bereich keine Vorgaben machen darf und kann. 

Für die aeesuisse ist deshalb klar: Das Stromabkommen ist ein zentraler Baustein für ein sicheres, klimafreundliches und innovationsstarkes Energiesystem. Parlament und Politik sind nun gefordert, diesen nächsten Schritt der Energiewende rasch zu ermöglichen.

Quelle: Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (aeesuisse

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Mittwoch, 11. März 2026

SES: Neue AKW in der Schweiz – Fehlentscheid des Ständerats

Am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe hat der Ständerat entschieden, den Bau neuer AKW in der Schweiz wieder zuzulassen. Die AKW-Kehrtwende gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren. Nun ist der Nationalrat aufgefordert, den bisherigen Kurs zu halten und den unverantwortlichen Fehlentscheid, der den Willen der Bevölkerung missachtet, zu korrigieren. Eine aktuelle Stellungnahme der Schweizerischen Energie Stiftung (SES).

Die Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 markierte den Wendepunkt in der Energiepolitik. Mit der Energiestrategie 2050 (2017) und dem deutlichen Ja zum Stromgesetz (2024) hat sich die Bevölkerung seither mehrmals zu den Erneuerbaren und zum Atomausstieg bekannt.

Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren

Trotzdem ist der Ständerat heute dem bundesrätlichen Vorschlag gefolgt, der wieder neue AKW in der Schweiz ermöglichen will. Dieser Plan macht die Schweiz abhängig von Uran-Importen und schadet der Energiewende. 

Neue AKW bremsen den Ausbau der günstigen, sauberen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt. «AKW und Erneuerbare sind unvereinbare Gegensätze. Der Ständerat riskiert mit der Atom-Kehrtwende, dass die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt werden. Damit gefährdet er die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung», stellt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung klar.

Kosten in Milliardenhöhe und hohe Risiken für die Allgemeinheit

Gemäss der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT würde ein neues AKW frühestens 2050 Strom liefern. Der Bau ist mit immensen Kosten verbunden. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung über höhere Steuern oder Strompreise. 

Dazu kommen die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.

Nationalrat muss am bisherigen Kurs festhalten

Als nächstes ist der Nationalrat am Zug. Die SES fordert ihn dringend dazu auf, das gesetzliche Neubauverbot zu erhalten und damit die von der Bevölkerung vorgegebenen Ausbauziele der Energiewende zu gewährleisten sowie die Investitionen in die dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung in den kommenden Jahren nicht zu gefährden.

Quelle: SES

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Sonntag, 8. März 2026

Solar am Sonntag: Strompreis stabil - why?

Da macht die Arbeit an einem Artikel für die Rubrik «Solar am Sonntag» doch so richtig Sinn: An einem der ersten weit verbreitet sonnigen Tage des Jahres - es ist noch nicht mal Mitte März - haben die Temperaturen bereits annähernd 20° erreicht. Dahinter steckt ja, wer wohl, natürlich die Sonne. Sie versorgt uns mit Solarstrom, dass es nimmer hören will. Schon gestern titelte etwa die Plattform «Pressetext» vom boomenden Solarstrom in Deutschland. 


Tankstelle Zürich-Höngg
6.3.26  Bild: Guntram Rehsche
Natürlich ist auch anderes los: das Bild weist hin auf  die Energiefront. Der Ölpreis ist krisen- und kriegsbedingt innerhalb von rund zwei Monaten um etwa die Hälfte in die Höhe geschossen. Es braucht wenig hellseherische Fähigkeiten vorherzusagen, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Das wird Auswirkungen haben einerseits auf die Benzinpreise (die bislang mit unter zehn Prozent kaum gestiegen sind), andererseits auf die Heizölpreise (schon stärker). Glücklich also, wer ein E-Auto sein Eigen nennt und mit einer Wärmepumpe heizt. Meinte ein Spassvogel kürzlich: Solar- und Windenergie müsse halt nicht durch die Meerenge von Hormus (dem Engpass auf dem Weg zu den Erdöl- und Gasquellen im Nahen Osten)....

GLP-Nationalrat Jürg Grossen hat in einem NZZ-Interview dargelegt (hinter Bezahlschranke), was mit dem Überschuss an Strom geschehen kann,  wenn aufgrund der vielen Anlagen bei anhaltendem Sonnenschein zu viel Strom produziert wird, was zweifellos in diesem Sommer der Fall zeitweise eintritt. Abhilfe schaffen: E-Autobatterie laden, Wärmepumpe nutzen, dezentrale eigene Stromspeicher alimentieren. Das Problem des Überschussstroms bei der Solarenergie-Produktion lässt sich also leicht lösen und ist technologisch sowieso schon länger möglich (zumal auch Speicherseen insofern einen Beitrag leisten, als deren Wasser für stromarme Zeiten aufgespart werden kann). 
 
Den Skeptiker*innen sei zugerufen: Bedenke, man kann nicht gleichzeitig einen drohenden Überschuss beklagen, aber auch einen Strommangel aufgrund neuer Geräte wie E-Autos und Wärmepumpen herauf beschwören. Denn das eine (der Überschuss) dient idealerweise der Abdeckung des anderen,  des Mehrbedarfs. Übrigens: der Wirtschaftsdienst Bloomberg liefert auf seiner englischen Website Hintergrund-Info zur Preisentwicklung in Deutschland - nicht nur schiessen dort Öl- und Benzinpreise durch die Decke, sondern bleiben die Strompreise moderat auf bisherigem Niveau, u.a. dank dem grossen Angebot an Solarstrom.

Es ist übrigens auch noch, daran sei erneut erinnert, eine grosse Zahl technologischer Entwicklungen unterwegs, die die Effizienz solartechnischer Anlagen (in häufig unerwarteter Weise) und in grossem Ausmass steigern werden (Stichwort ist etwa die Perowskit-Technologie, die auf anderen Rohstoffen als Silizium beruht und sehr viel kostengünstiger anzuwenden ist).

Solare Erfolgsrückmeldungen gibt es zudem aus den verschiedensten Ländern in aller Welt - siehe dazu die Serie auf Solarmedia, die mit der Solar-Szene in Kuba begonnen hat (hier >>>). Ja, man höre und staune - und lasse den Blick weiter schweifen. Etwa nach Pakistan, nach Polen oder Ungarn, nach Portugal und selbst auf den afrikanischen Kontinent. Solarmedia liefert die Info in  kommender Zeit!

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Samstag, 7. März 2026

Mit Zahlen / Statistiken die Welt verbessern (11): Mehr Strom in der EU aus Sonne und Wind

 

Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data» täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.

In den Ländern der europäischen Union stammt 2025 erstmals mehr Elektrizität aus Wind und Solarenergie, während fossile Energien in dieser Hinsicht einen deutlichen Rückschritt verzeichneten. 

Our World in Data schreibt dazu im Original: Just a decade ago, almost three times as much electricity in the European Union was coming from fossil fuels as from solar and wind. But last year, for the first time, solar and wind produced more than coal, gas, and oil combined. They accounted for just over 30% of total electricity production.

You can see this rise of solar and wind — and fossil fuels’ decline — in the chart. This record happened despite a poor year for wind output due to low wind speeds and a slight increase in gas to compensate for lower hydropower output from dry conditions.

Explore more data for specific European countries based on the latest update from 
 
Quelle: Our World In Data
 
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Freitag, 6. März 2026

Bundesrat lehnt «Solarinitiative» ab

Der Bundesrat hat am 6. März 2026 eine Aussprache zur Volksinitiative «Für eine sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien (Solarinitiative)» geführt. Er lehnt die Initiative ohne Gegenvorschlag ab. Das UVEK wird dem Bundesrat die Botschaft zur Solarinitiative im Dezember 2026 vorlegen.

Die Solarinitiative wurde am 10. Dezember 2025 bei der Bundeskanzlei eingereicht. Sie will in der Bundesverfassung festhalten, dass alle geeigneten Flächen von Bauten und Anlagen für die Produktion erneuerbarer Energien, insbesondere Solarstrom, genutzt werden müssen. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn die Nutzung mit Schutzinteressen unvereinbar oder aus anderen Gründen unverhältnismässig ist. Bei neuen Bauten und Anlagen sowie bei erheblichen Umbau- und Erneuerungsarbeiten sollen die Solaranlagen bereits ein Jahr nach Annahme der Initiative installiert werden, bei bestehenden Bauten und Anlagen nach 15 Jahren.

Geltendes Recht

Das Energiegesetz sieht bereits einen starken Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion bis 2050 vor. Seit dem 1. Januar 2025 enthält das Energiegesetz auch die Pflicht zur Nutzung der Sonnenenergie auf Dächern oder an Fassaden bei neuen Gebäuden mit einer anrechenbaren Gebäudefläche von mehr als 300 m2. Die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2025) sehen zudem vor, dass die Anforderungen zur Eigenstromerzeugung nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Dachsanierungen gelten sollen.

Solarinitiative schafft Umsetzungsprobleme

Der Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren insbesondere durch die Elektrifizierung im Wärme- und Mobilitätsbereich und das Bevölkerungswachstum stark ansteigen. Die inländische Stromproduktion muss deshalb stark ausgebaut werden. Der Bundesrat lehnt die Solarinitiative dennoch aus folgenden Gründen ohne Gegenvorschlag ab:

Die Solarinitiative greift in das Privateigentum und die Eigentumsgarantie ein. Zudem führt sie zu Umsetzungsproblemen bei der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen. Darüber hinaus schafft sie grosse Herausforderungen hinsichtlich der benötigten Fachkräfte und der zusätzlich notwendigen Speicher- und Netzanpassungen. Das Kernanliegen der Initiative wird zudem in den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2025) bereits erfüllt.

Quelle: 
 
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Montag, 2. März 2026

Energiepolitik: Vorschau auf Parlamentsgeschäfte


Bundeshaus Aussenansicht
Sollen Kernkraftwerke (KKW) in der Schweiz wieder möglich sein? Sollen Hoch- und Höchstspannungsleitungen in Zukunft nur noch oberirdisch verlegt werden? Soll das «Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft. (FiREG)» bis 2031 verlängert werden? Um diese und weitere Fragen geht es im Parlament in der Frühlingssession 2026.

Die Themen im Ständerat

Als Erstrat diskutiert der Ständerat, ob in der Schweiz wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden dürfen. Hintergrund ist die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle», auch bekannt als Blackout-Initiative, die von über 129’000 Stimmberechtigten unterzeichnet und im Februar 2024 eingereicht wurde. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab und hat dazu einen indirekten Gegenvorschlag formuliert. Er ist der Meinung, dass es keine Verfassungsänderung braucht, welche bei der Annahme der Initiative nötig wäre. Er schlägt vor, dass das Kernenergiegesetz so angepasst wird, dass der Bau neuer Kernkraftwerke wieder möglich wird. Folgt der Ständerat seiner vorberatenden Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-S), soll der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats angenommen werden.

Der Ständerat berät zudem verschiedene energiepolitische Vorstösse:

Im Ständerat ist die Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) «Umfassende Energiespeicherstrategie und Aktionsplan» traktandiert. Sie verlangt vom Bundesrat, dass dieser eine umfassende Energiespeicher-Strategie mit einem Aktionsplan ausarbeitet. Der Nationalrat hat den Vorstoss bereits angenommen. Eine weitere Motion, die vom Ständerat in der Frühlingssession 2026 besprochen wird, stammt von der Fraktion Die Mitte. Die Mitte-Fraktion fordert den Bundesrat mit der Motion «Auf in die smarte Energie-Schweiz! Das Potenzial intelligenter Netze nutzen» auf, eine Gesetzesvorlage vorzulegen, welche die flächendeckende Entwicklung intelligenter Netze (sogenannte Smart Grids) fördert. Aus Sicht des Bundesrates bestehen mit dem Energiegesetz im Rahmen der Energiestrategie 2050 heute bereits genügend Anreize, um in intelligente Netze zu investieren. Deshalb beantragt er eine Ablehnung der Motion. Der Nationalrat hat als Erstrat den Vorstoss angenommen.

Ausserdem diskutiert der Ständerat auch die Motion «Bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Elektrizitätsunternehmen, damit sie in erneuerbare Energien im Inland und nicht im Ausland investieren» von Piero Marchesi (SVP/TI). Die Motion will den Bundesrat beauftragen, bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen zu schaffen, damit sie mehr in der Schweiz und weniger im Ausland in den Bau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien investieren. Der Bundesrat hat die Motion abgelehnt, da er der Ansicht ist, dass mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bereits die geeigneten Rahmenbedingungen vorhanden sind. Der Nationalrat hatte als Erstrat die Motion angenommen.

Weiter befasst sich der Ständerat mit der Motion von Peter Hegglin (Die Mitte/ZG) «Nachhaltige Verwertung von biogenen Reststoffen aus der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette». Sie verlangt eine Anpassung der Energieförderungsverordnung, damit Reststoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion in Überschusssituationen vollständig in landwirtschaftlichen Biogasanlagen verwertet, sofern die Reststoffe nicht als Futter verwendet werden können. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung, da eine Lockerung der Fördergrenze zu höheren Kosten führen würde, die über den Netzzuschlagsfond und damit über die Stromverbraucher getragen würden. Dies widerspreche dem umweltrechtlichen Verursacherprinzip.

Die Themen im Nationalrat

Im Nationalrat steht das Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft (FiREG) auf der Traktandenliste. Der Bundesrat schlägt vor, dass das FiREG befristet um fünf Jahre bis 2031 verlängert wird. Aus Sicht der vorberatenden Kommission ist es nicht vertretbar, das FiREG ersatzlos auslaufen zu lassen. Denn: Die grössten Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft sind aus Sicht der UREK-N systemkritisch. Ein Ausfall hätte unabsehbare Konsequenzen für die Stromversorgung und damit gravierende Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Der Nationalrat berät das Geschäft als Erstrat in der Frühlingssession.

Der Nationalrat berät ausserdem noch die folgenden energiepolitischen Vorstösse:

Barbara Schaffner (GLP/ZH) verlangt in ihrer Motion «Netzebenübergreifende lokale Elektrizitätsgemeinschaften», dass lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auf verschiedenen Netzebenen möglich sein sollen. Bis jetzt ist das nicht der Fall. Teilnehmer einer LEG müssen im gleichen Netzgebiet nahe beieinander auf der gleichen Netzebene angeschlossen sein. Der Bundesart beantragt die Annahme der Motion. Mit dem Postulat «Netzdienliche Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz», ebenfalls von Barbara Schaffner, beauftragt sie den Bundesrat, eine Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz vorzulegen.

Letztlich debattiert der Nationalrat über das Postulat «Bessere Nutzung der bestehenden Stauseen» von Bruno Storni (SP/TI). Der Bundesrat soll einen Bericht über das Potenzial und mögliche Optimierungsmassnahmen zur Erhöhung der realen Wasserkraft-Winterspeicherreserven in den bestehen Stauseen erstellen, die derzeit lediglich zu 65% genutzt werden. Der Bundesrat sieht jedoch keinen Anlass zur Annahme des Postulats: Die Zahl bilde lediglich die Summe aller Speicherseen ab und sei nicht als Hinweis auf ungenutzte Optimierungsmöglichkeiten zu verstehen. Die Kraftwerksbetreiber optimieren ihre Anlagen, um die Rentabilität sicherzustellen, und nicht nur um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Deshalb sieht der Bundesrat keine Gründe, diesen Bericht zu erstellen und schlägt eine Ablehnung vor.

Mattia Pesolillo, Hochschulpraktikant Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: Rob Lewis, parlament.ch

Quelle:https://energeiaplus.com/2026/03/02/vorschau-fruehlingssession-2026-blackout-initiative-stromnetz-und-versorgungssicherheit-im-fokus/

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