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Hitze und Dürre bringen Europas Atomkraftwerke an ihre Grenzen: Klimakrise verschärft die Probleme der Atomkraft. EU und Mitgliedstaaten setzen trotzdem auf neue Reaktoren und Laufzeitverlängerungen. In zahlreichen Ländern Europas müssen Atomkraftwerke wegen der anhaltenden Hitze und Dürre gedrosselt oder abgeschaltet werden.
Hierzu erklärt Bettina Ackermann von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Statt Milliarden in teure Atomprojekte zu investieren, muss Europa ein Energiesystem aufbauen, das auch unter den Bedingungen der Klimakrise zuverlässig funktioniert. Die Hitzewellen dieses Sommers zeigen, wie wenig klimaresilient Atomkraft ist: In Ungarn läuft im AKW Paks wegen des niedrigen Wasserstands in der Donau nur noch einer von vier Reaktorblöcken. In der Schweiz gingen beide Reaktoren des AKW Beznau vom Netz, um Schäden für das Ökosystem der Aare zu verhindern. In Rumänien wurde sogar ein Felsen in der Donau gesprengt, um die Kühlwasserversorgung des AKW Cernavodă zu sichern. In Frankreich stehen drei Reaktoren still, weil auch Maas und Mosel infolge der Hitze nicht genug Wasser führen. Und in Großbritannien brannte vergangene Woche nur wenige Kilometer vom britischen AKW Sizewell entfernt eine Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern.
Europa gehört zu den Hotspots der Klimakrise: Seit den 1980er Jahren hat sich der Kontinent etwa doppelt so stark erwärmt wie der globale Durchschnitt. Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen zu, und damit auch die Probleme für den Betrieb von Atomkraftwerken.
Trotzdem wollen zahlreiche Länder in Europa der Klimakrise ausgerechnet mit neuen Reaktoren und Laufzeitverlängerungen begegnen – und das mit Unterstützung aus Brüssel.
Doch Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und zudem immer stärker selbst von der Klimakrise betroffen. Europas Zukunft liegt im Ausbau der Erneuerbaren – kombiniert mit leistungsfähigen Netzen und Speichern. Die Bundesregierung muss jetzt verhindern, dass die EU weiter Milliarden in rückwärtsgewandte Atomprojekte versenkt.
Es ist höchste Zeit für ein Energiesystem, das sicher und bezahlbar ist und auch in einer heißer werdenden Welt zuverlässig funktioniert.“
Sechs Kantone, namhafte Sponsoren und Einzelmitglieder sichern die neue Trägerschaft. Projekte können ab sofort eingereicht werden, die Preisverleihung findet am 7. Januar 2027 in der Post in Bern statt.
Der Watt d’Or geht in die nächste Runde. Nachdem das Bundesamt für Energie (BFE) den Preis im Januar 2026 letztmals vollständig finanziert und verliehen hat, übernimmt ab 2027 der neu gegründete gemeinnützige Verein «Watt d’Or» die Organisation. Initiiert und getragen wird die Weiterführung von energie-cluster.ch, aeesuisse, Swiss eMobility und Swissolar, die ihre Kräfte bündeln, um diese bedeutende Plattform für Schweizer Energieinnovationen langfristig zu erhalten und gemeinsam weiterzuentwickeln. Damit bleibt das schweizweit etablierte Gütesiegel für Innovation in der Energiebranche erhalten. Die nächste Verleihung findet am Donnerstag, 7. Januar 2027, im Auditorium der Post in Bern statt.
Breite Allianz trägt die Fortsetzung: Die Kantone Bern, Schaffhausen, Thurgau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Zürich bilden die kantonale Trägerschaft. Zu den namhaften Sponsoren zählen die Galliker Transport AG, der Touring Club Schweiz (TCS) und die Schweizerische Post. Weitere Firmen prüfen momentan ein Engagement. Zudem sind bereits 15 Unternehmen dem Verein beigetreten und werden die Preisverleihung künftig als jährliche Partner mittragen. Zusätzlich ermöglichen zahlreiche Einzelspenden die Fortsetzung.
Der Verein strebt die jährliche Finanzierung durch Mitgliedschaften, Sponsorings und Spenden an. Schlanke Strukturen und eine agile Organisation sorgen dafür, dass möglichst jeder eingesetzte Franken der Sichtbarkeit, Vernetzung und Marktwirkung innovativer Energieprojekte zugutekommt. Nach Möglichkeit soll den Gewinnenden ein Preisgeld überreicht werden können.
Qualität und Unabhängigkeit bleiben erhalten: Das Gütesiegel des BFE bleibt bestehen, und das Bundesamt bleibt Partner des Preises. Der neue, unabhängige und fachlich hochkarätige Vorstand bildet gleichzeitig die Jury. Ausgezeichnet werden innovative Projekte in den Kategorien «Energieeffizienz», «Erneuerbare Energien», «Gebäude und Raum» sowie «Mobilität».
«Der Watt d’Or ist gerettet – und er bleibt der Goldstandard für Energieinnovation in der Schweiz. Die Unterstützung aus Kantonen, Wirtschaft und Bevölkerung zeigt, wie gross das Bedürfnis nach einer glaubwürdigen Bühne für Lösungen ist, die unsere Energiezukunft konkret voranbringen» - so Susanne Vincenz-Stauffacher, Präsidentin Verein Watt d’Or.
Projekte jetzt einreichen: Innovative Unternehmen, Start-ups, Organisationen und Projektteams können ihre Projekte ab sofort einreichen. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Projekt einen erkennbaren Fortschritt gegenüber dem bisherigen Stand der Technik bietet und einen deutlichen energetischen Nutzen aufweist. Informationen zu Kriterien, Kategorien und zur Anmeldung sind unter www.wattdor.ch zu finden.
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Dynamische statt pauschale Preise: Wer wie stark von einer LEG profitiert, hängt wesentlich von den Preisen ab, zu denen der Strom innerhalb der Gemeinschaft gehandelt wird. Bei tiefen Preisen profitieren vor allem die Strombezüger und -bezügerinnen, bei hohen Preisen sind es vor allem die PV-Anlagen-Besitzenden. Bei konstanten Verrechnungspreisen optimieren die Teilnehmenden ihren Eigenverbrauch. Das ginge auch ohne LEG; die LEG bleibt dann bloss eine gemeinsame Abrechnung die lokalen Verbräuche ändern sich kaum.
Erst dynamische, knappheitsabhängige Preise machen lokalen Handel attraktiv, PV-Anlagen ertragreicher und rechtfertigen damit den reduzierten Netztarif. Der Rabatt sollte deshalb an solche Preissignale geknüpft sein. Eine Nebenwirkung gibt es allerdings: Flexible Teilnehmende wie Speicherbesitzer erhalten hiermit (je nach Grösse) Preissetzungsmacht und können gezielt die Preise hochtreiben, und so den Strom für die anderen verteuern. Das Gegenmittel ist Wettbewerb: Sind die Speicher auf mehrere unabhängige Eigentümer verteilt, verschwindet der Effekt weitgehend.
Wer zahlt die Batterie? Auch mit dynamischen Preisen sind Batteriespeicher oft nicht rentabel, wenn sie ihre Kosten allein über Preisunterschiede beim Stromhandel decken müssen. Je mehr Batterien eingesetzt werden, desto kleiner werden diese Preisunterschiede – und desto geringer wird der Verdienst der Speicherbetreiber. Dadurch wird weniger Speicherkapazität gebaut, als eigentlich sinnvoll wäre.
Eine mögliche Lösung sind zusätzliche Finanzierungsmodelle. So könnten reine Stromverbraucher eine feste Gebühr bezahlen, die den Betreibern von Batteriespeichern zugutekommt. Werden solche Beiträge zu stark begrenzt, sinkt jedoch der Anreiz, in neue Speicher zu investieren.
Plattformen als Gatekeeper: Wer eine Plattform betreibt, kann die Regeln bestimmen und dadurch Einfluss auf den Markt nehmen. Das zeigt sich bei vielen digitalen Plattformen. Bei Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sollte deshalb verhindert werden, dass einzelne Anbieter zu viel Macht erhalten. Wichtig sind unter anderem die einfache Mitnahme von Daten beim Anbieterwechsel, kurze Vertragslaufzeiten, die problemlose Zusammenarbeit verschiedener Systeme sowie klare Regeln gegen die Bevorzugung eigener Stromangebote durch Plattformbetreiber.
Fazit: LEG können viel mehr sein als ein Rabatt auf den Netztarif, aber nicht von allein. Entscheidend sind dynamische Preise, eine faire Speicherfinanzierung und Leitplanken gegen digitale Marktmacht. Da die LEG seit Anfang des Jahres in Betrieb gehen, lohnt es sich, die Weichen richtig zu stellen.
Der Beitrag beruht auf dem BFE-Forschungsprojekt SI/502525 und den daraus entstandenen wissenschaftlichen Arbeiten.
Die Forschungsarbeiten befinden sich derzeit bei verschiedenen Fachzeitschriften im Peer-Review. Wir teilen sie gerne auf Anfrage (nicolas.greber@swiss-economics.ch):
Text:
https://energeiaplus.com/2026/07/21/drei-stellschrauben-fuer-erfolgreiche-elektrizitaetsgemeinschaften/
Nicolas Greber, Economist bei Swiss Economics und Doktorand an der Universität Zürich
Nicolas Eschenbaum, Managing Economist bei Swiss Economics
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