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Samstag, 6. Juni 2026

Fällt Klimawandel aus?

„Fällt der Klimawandel aus?“ Das fragte die „Welt“ allen Ernstes Ende Mai 2026. Auch die „BILD“-Zeitung titelte: „Prognosen völlig falsch! Klimaforscher streichen ihr schlimmstes Angst-Szenario.“ Die AFD sprach im Bundestag gar „vom Ende des größten Betrugs der Menschheit“. Was war geschehen? Ein Kommentar des Energie-Spezialisten Franz Alt.

Der Weltklimarat IPCC hat sein „Worst-Case-Szenario“, seine schlimmste Prognose für den Klimawandel, revidiert. Und zwar deshalb, weil die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas erste positive Ergebnisse zeigen und es unwahrscheinlich ist, dass die globale Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 4,8 Grad ansteigen wird. Die Hauptursachen: Die erneuerbaren Energien sind dramatisch preisgünstiger geworden und das Pariser Klimaabkommen hat die Welt zur Klimaschutzpolitik angeregt.

Dass Klima-Szenarien regelmäßig angepasst werden, ist ein normaler wissenschaftlicher Vorgang. Die Kollegen der „Welt“ und bei „BILD“ haben freilich schlicht übersehen, dass der Weltklimarat auch sein „Best-Case-Szenario“ gestrichen hat. Das heißt: Auch das 1.5-Grad-Zeil von Paris ist kaum noch zu erreichen, wenn die Staatenwelt den Klimaschutz nicht ernster nimmt als bisher. Das neue, mittlere Szenario, das eine globale Erwärmung von 2.8 Grad voraussieht, wenn die Welt bis 2.100 so weitermacht wie bisher, ist auch eine Katastrophe, was „BILD“ und „Welt“ übersehen haben.

Klimaforscher wie Niklas Höhne vom New Climate Institute: „Aus meiner Sicht ist es unverantwortlich und auch durchschaubar, dass hier Klimawandelleugner, die extrem rechten Medien oder eben die Trump-Administration diesen Vorgang für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Die Anpassung der Klimaszenarien ist ein normaler wissenschaftlichere Vorgang.“ Dass das Worst-Case-Szenario nach unten angepasst wurde, zeigt – laut Höhne – dass der bisherige Klimaschutz gewirkt habe, wenn auch noch nicht ausreichend.

Wir haben mit ehrgeizigeren Klimaschutzmaßnahmen jetzt noch die Chance, unsre gesamte Zivilisation auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. 2025 wurde global bereits doppelt so viel Geld in erneuerbare Energien investiert als in die alte fossil-atomare Energiewirtschaft. Um die Paris-Ziele noch zu erreichen, ist allerdings eine Verdreifachung der bisherigen Anstrengungen erforderlich. Die Energiefrage ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Das ist das Gegenteil dessen, was die Klimawandel-Leugner in diesen Tagen behaupten. Der Klimawandel fällt nicht aus, er bleibt die Überlebensfrage der Menschheit. Nichts anderes besagt auch der neue Bericht des Weltklimarats. Dass die Klimakrise ausfällt, ist schlicht eine Lüge.

Es gibt aber auch Lichtblicke: China allein hat 2026 schon so viel erneuerbare Energie zugebaut wie Deutschland in den letzten 25 Jahren zusammen. Und nicht nur in Deutschland boomt das Geschäft mit Solaranlagen, E-Autos und Wärme-Pumpen. Erneuerbare Energien senken weltweit den Strompreis, fossile verteuern ihn. Im Mai 2026 trugen die Erneuerbaren Energien 68,2 %, und die Fossilen Energien nur noch  31,8 % zur gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland bei.

Quelle: Franz Alt 2026 
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Sonntag, 8. März 2026

Solar am Sonntag: Strompreis stabil - why?

Da macht die Arbeit an einem Artikel für die Rubrik «Solar am Sonntag» doch so richtig Sinn: An einem der ersten weit verbreitet sonnigen Tage des Jahres - es ist noch nicht mal Mitte März - haben die Temperaturen bereits annähernd 20° erreicht. Dahinter steckt ja, wer wohl, natürlich die Sonne. Sie versorgt uns mit Solarstrom, dass es nimmer hören will. Schon gestern titelte etwa die Plattform «Pressetext» vom boomenden Solarstrom in Deutschland. 


Tankstelle Zürich-Höngg
6.3.26  Bild: Guntram Rehsche
Natürlich ist auch anderes los: das Bild weist hin auf  die Energiefront. Der Ölpreis ist krisen- und kriegsbedingt innerhalb von rund zwei Monaten um etwa die Hälfte in die Höhe geschossen. Es braucht wenig hellseherische Fähigkeiten vorherzusagen, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Das wird Auswirkungen haben einerseits auf die Benzinpreise (die bislang mit unter zehn Prozent kaum gestiegen sind), andererseits auf die Heizölpreise (schon stärker). Glücklich also, wer ein E-Auto sein Eigen nennt und mit einer Wärmepumpe heizt. Meinte ein Spassvogel kürzlich: Solar- und Windenergie müsse halt nicht durch die Meerenge von Hormus (dem Engpass auf dem Weg zu den Erdöl- und Gasquellen im Nahen Osten)....

GLP-Nationalrat Jürg Grossen hat in einem NZZ-Interview dargelegt (hinter Bezahlschranke), was mit dem Überschuss an Strom geschehen kann,  wenn aufgrund der vielen Anlagen bei anhaltendem Sonnenschein zu viel Strom produziert wird, was zweifellos in diesem Sommer der Fall zeitweise eintritt. Abhilfe schaffen: E-Autobatterie laden, Wärmepumpe nutzen, dezentrale eigene Stromspeicher alimentieren. Das Problem des Überschussstroms bei der Solarenergie-Produktion lässt sich also leicht lösen und ist technologisch sowieso schon länger möglich (zumal auch Speicherseen insofern einen Beitrag leisten, als deren Wasser für stromarme Zeiten aufgespart werden kann). 
 
Den Skeptiker*innen sei zugerufen: Bedenke, man kann nicht gleichzeitig einen drohenden Überschuss beklagen, aber auch einen Strommangel aufgrund neuer Geräte wie E-Autos und Wärmepumpen herauf beschwören. Denn das eine (der Überschuss) dient idealerweise der Abdeckung des anderen,  des Mehrbedarfs. Übrigens: der Wirtschaftsdienst Bloomberg liefert auf seiner englischen Website Hintergrund-Info zur Preisentwicklung in Deutschland - nicht nur schiessen dort Öl- und Benzinpreise durch die Decke, sondern bleiben die Strompreise moderat auf bisherigem Niveau, u.a. dank dem grossen Angebot an Solarstrom.

Es ist übrigens auch noch, daran sei erneut erinnert, eine grosse Zahl technologischer Entwicklungen unterwegs, die die Effizienz solartechnischer Anlagen (in häufig unerwarteter Weise) und in grossem Ausmass steigern werden (Stichwort ist etwa die Perowskit-Technologie, die auf anderen Rohstoffen als Silizium beruht und sehr viel kostengünstiger anzuwenden ist).

Solare Erfolgsrückmeldungen gibt es zudem aus den verschiedensten Ländern in aller Welt - siehe dazu die Serie auf Solarmedia, die mit der Solar-Szene in Kuba begonnen hat (hier >>>). Ja, man höre und staune - und lasse den Blick weiter schweifen. Etwa nach Pakistan, nach Polen oder Ungarn, nach Portugal und selbst auf den afrikanischen Kontinent. Solarmedia liefert die Info in  kommender Zeit!

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Donnerstag, 26. Februar 2026

Transformation überall: Erstaunliches aus Kuba

Kuba leidet im Energiebereich unter einem heftigen Embargo seitens der USA. Nun hat es begonnen, neue Energiekapazitäten mit Solar Energie aufzubauen. Im Bild eine der bereits erstellten Grossanlagen auf Kuba. Was weiss man über die Situation im karibischen Inselstaat? Eine Recherche, die sich auch abstützt auf den KI-Dienst von Elon Muask's «X». Und Beginn einer Serie von Solarmedia über die Staaten dieser Welt, die plötzlich und vehement in die Solarwirtschaft dringen.

Kuba baut seit 2024/2025 massiv Solarenergie-Kapazitäten aus, um eine schwere Energiekrise zu bekämpfen. Die Regierung setzt dabei stark auf chinesische Unterstützung (Finanzierung, Technik, Ausrüstung). Das Embargo der USA erschwert Treibstoffimporte und Investitionen erheblich, was zu chronischen Blackouts führt – oft 12–24 Stunden täglich, mit Defiziten von bis zu 1.500–1.800 MW bei einer Spitzen-Nachfrage von ca. 3.200–3.500 MW. Veraltete thermische Kraftwerke, Treibstoffknappheit (z. B. reduzierte Lieferungen aus Venezuela und Mexiko) und Netzprobleme verschärfen die Lage.
 
  • Ziel: Bis 2028 insgesamt 92 Photovoltaik-Parks mit ca. 2.000 MW (2 GW) Leistung.
  • Phase 1: 55 Parks bis Ende 2025 mit 1.200 MW (die meisten mit je 21,8 MW).
  • Weiteres: Zusätzliche 37 Parks bis 2028. Ergänzend kleine Projekte, Dachanlagen und erste Windparks (z. B. Herradura mit 33 MW, Start 2026).
Der Ausbau ist Teil der „Nationalen Energiestrategie zur Transition“ (seit 2024) und soll den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030/2035 auf 24–26 % steigern (aktuell unter 5–9 %). China spielt die zentrale Rolle: Verträge seit 2024, Lieferung von Millionen Paneelen (teilweise gegen Nickel getauscht), technische Hilfe und Spenden.
Aktueller Stand (Stand Februar 2026)
  • 2025: Über 1.000 MW neu installiert (350 % Steigerung der Erneuerbaren-Kapazität). Bis Oktober 2025 bereits 35 Parks mit 750 MW in Betrieb, die ca. 111.620 Tonnen fossilen Brennstoff einsparten.
  • Fortschritt 2025/2026: Schnelle Inbetriebnahme – z. B. 8 neue Parks in 8 Wochen (März 2025), weitere im Laufe des Jahres. Bis Anfang 2026 über 37 Parks synchronisiert, Gesamt-Solar-Kapazität deutlich über 1.000 MW aus dem Programm (plus ältere Anlagen).
  • Rekorde: Am 10. Februar 2026 erstmals >800 MW Photovoltaik-Einspeisung mittags, am 11. Februar >900 MW – ein Meilenstein, der tagsüber Blackouts spürbar reduziert. 
  • Neue Parks entstehen weiter (z. B. Neustart in Las Tunas im Februar 2026). Die Regierung priorisiert den Bau als Notfallmaßnahme.Herausforderungen
    • Intermittenz: Ohne ausreichende Batteriespeicher (teuer und begrenzt) liefert Solar nur tagsüber Strom – der Spitzenbedarf liegt abends.
    • Netz & Logistik: Hohe Verluste (~16 %), alternde Infrastruktur, Abhängigkeit von Importen (trotz Zollbefreiungen für Solar-Technik seit 2025).
    • Gesamteffekt: Solar mildert die Krise tagsüber und spart Importe, löst sie aber nicht vollständig – Nachtdefizite und alternde thermische Anlagen bleiben problematisch. Der Ausbau kostet Milliarden, die Kuba nur schwer aufbringt.
    Zusätzliche MaßnahmenDie Regierung fördert private und betriebliche Solaranlagen (Steuererleichterungen bis 8 Jahre, Verkauf von Überschussstrom möglich, Zollfrei für Paneele/Batterien/Inverter). Kleine Projekte gibt es z. B. für Krankenhäuser oder Bauern (mit internationaler Hilfe, auch aus Europa). Fazit: Der Solar-Ausbau ist Kubas ambitionierteste Antwort auf die Krise – ein „Sprung“ von fast null auf über 1 GW in kurzer Zeit, fast ausschließlich mit chinesischer Hilfe. Er bringt spürbare Entlastung tagsüber und Fortschritte bei der Unabhängigkeit, reicht aber (noch) nicht für stabile Versorgung rund um die Uhr. Der Bau geht 2026 weiter, mit Fokus auf mehr Speicher und Wind. Offizielle Quellen (Granma, Cubadebate, Minem) und Berichte von Reuters, pv magazine, Guardian bestätigen den raschen Fortschritt trotz aller Widrigkeiten. 
    Quelle: Solarmedia & Grok
     
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