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Dienstag, 19. Mai 2026

Register erleichtert Umsetzung von lokalen Strommodellen

Mit dem wachsenden Interesse an dezentraler Stromproduktion und Eigenverbrauch steigt auch der Bedarf an professioneller Begleitung. Wer eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder einen (virtuellen) Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ((v)ZEV) gründen möchte, findet ab sofort zusätzliche Unterstützung: Auf der Informationsplattform www.lokalerstrom.ch steht neu ein Register für Abrechnungsdienstleister zur Verfügung. Damit schaffen Swissolar und VSE mehr Transparenz im Markt und vereinfachen so die Umsetzung lokaler Stromprojekte. 

Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.  

Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft. 

 

Unabhängige Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom 

Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer komplexeren Regelungen.


Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben. 

Weitere Informationen  

  • Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:  
    www.lokalerstrom.ch   

Donnerstag, 16. Januar 2025

The next big thing: Bidirektionales Laden

Wer geglaubt hat, die Energiewende laufe sich tot, reihe nur noch Photovoltaikmodul oder Windrad aneinander und sonst geschehe nichts mehr, wird gerade eines Besseren belehrt (wenn auch die Ewiggestrigen Wende-Skeptikerinnen nicht weit sind). Das neue und gänzlich belebende Element der Energiewende ist die Elektromobilität - wovon sich die Teilnehmer*innen einer Veranstaltung des Forums Energie Zürich (FEZ) diese Woche überzeugen konnten.

Im neuen Kompetenzzentrum im Industriegebiet Haid in Freiburg in Breisgau wird das Fraunhofer ISE auf über 3.700 Quadratmetern Laborfläche an innovativen Batteriematerialien und -zellen forschen, optimierte Lösungen für Batteriesysteme entwickeln, ihre Integration in verschiedene Anwendungen vorantreiben sowie Qualitätssicherungsprüfungen durchführen.

Auch in den Medien heisst es derzeit viel bedeutend: «Elektroautos können viel mehr, als „nur“ leise und ohne Abgase zu fahren.  Mit bidirektionaler Ladetechnologie können sie Strom speichern und ins Netz zurückspeisen. Die jüngste Studie von Transport & Environment (T&E) zeigt, dass dies Europas Energieversorgern und Autofahrenden Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen könnte. Diese resultieren vor allem aus einer effizienteren Nutzung der Erzeugungskapazitäten, der Reduzierung von Abregelungen und einem geringeren Kraftstoffverbrauch (siehe: PV-Magazine).» 

Bei den Milliarden sind wir in der Schweiz noch nicht so weit - aber mit einer Aufsehen erregenden Zahl vermochte Helion-Ingenieur Daniel Sieveking die Zuhörer*innen an der Zürcher Veranstaltung doch zu fesseln: Nach seinen Berechnungen reichen bereits 100'000 Elektrofahrzeuge, um die Anschlussleistung des Speichkraftwerks Linth-Limmern zu erreichen - und die Schweiz hat rund vier Millionen Fahrzeuge, also rechne.... Helion, schweizweit tätiger Solar-Grossinstallateur und seit mehr als einem Jahr Tochtergesellschaft der grossen Autohandelsfirma Amag, hat längst Fuss gefasst im Geschäft mit dem bidirektionalen Laden. Aber der technischen Hindernisse sind gemäss Sieveking noch einige, vor allem die verschiedenen Stromarten Wechsel- und Gleichstrom gehören dazu. Lösungen sind in den kommenden Jahren, so bis 2028 in Sicht.

Fuss gefasst in diesem viel versprechenden Geschäft der Energiewende haben übrigens auch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Deren Elektrotechniker David Wütschert präsentierte vor dem Energie Forum realisierte Beispiele von Ladestationen in Mehrfamilienhäusern oder Firmengebäuden. Zu letzteren gehört etwa eine Parkgarage von Lindt Chocolatiers. 

Bleibt die zentrale Frage, wie sich die Technologie und die Preise der Batterien entwwickeln werden. Die bereits zitierte Zeitschrift PV-Magazine hält ganz aktuell fest: «Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sind aufgrund niedrigerer Metallkosten und größerer Stückzahlen 2024 auf ein Rekordtief gefallen. Nun erwarten Marktforscher, dass sie sich wieder stabilisieren werden.» Ins Gewicht fallen werden auch die Netzkosten, die für die Stromübertragung anfallen - wobei alles von Null bis Vollkosten denkbar, nur erstere Variante aber hilfreich für den Durchbruch des bidirektionalen Ladens sein wird.

Auf die aktuellen Entwicklungen reagiert übrigens auch der Veranstalter von The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft. Sie widmet dem Thema 2025 eine eigene Sonderschau, um Chancen und Herausforderungen für die Mobilitäts- und Energiebranche aufzuzeigen. The smarter E Europe findet vom 7. bis zum 9. Mai 2025 auf der Messe München statt und vereint die vier Fachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe.

Copyright: Guntram Rehsche Solarmedia

Sonntag, 12. November 2023

Energiewende: Autark im Einfamilienhaus


KIT.edu

© KIT.edu

Photovoltaikanlagen in Kombination mit Batteriespeichern ermöglichen mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung: Wie groß das Potenzial für eine vollständig autarke Energieversorgung von Wohngebäuden ist, haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit Partnern untersucht. In der Fachzeitschrift Joule zeigen sie, dass bereits heute 53 Prozent der Einfamilienhäuser in Europa technisch energieautark werden könnten. Bis zum Jahr 2050 könnten durch Mehrinvestitionen von 50 Prozent mehr als zwei Millionen Gebäude das Netz verlassen. (DOI: https://doi.org/10.1016/j.joule.2023.09.012)

Die Strompreise in Europa steigen seit Jahren – nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben sie laut Berechnungen von Eurostat nun ein Rekordniveau erreicht. Gleichzeitig wird es mit Photovoltaik und Batteriespeichern immer einfacher, sich unabhängiger von Energieversorgern zu machen. „Durch Investitionen in lokale Energieversorgungssysteme kann ein Großteil des eigenen Stromverbrauchs selbst gedeckt und damit die Abhängigkeit von hohen Strompreisen reduziert werden“, sagt Hauptautor Max Kleinebrahm, Gruppenleiter am Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) des KIT.

In Europa würden sich deshalb Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer verstärkt für mehr Eigenständigkeit entscheiden: „Neben der Wirtschaftlichkeit spielen bei der Entscheidung auch nicht-monetäre Aspekte wie ein hoher Anteil erneuerbarer Energien, die Ablehnung der Nutzung nuklearer und fossiler Energien und ein hoher Grad an Autarkie eine immer wichtigere Rolle.“ Wie groß der Schritt von einer teilautarken zu einer vollständigen Selbstversorgung mit Strom und Wärme wäre, hat ein Team des KIT gemeinsam mit Forschenden des Forschungszentrums Jülich, der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts berechnet.

Was kostet die Energieunabhängigkeit im Eigenheim?

Grundlage für ihre Berechnungen ist eine Datenbank, in der geografisch hoch aufgelöste Informationen zum europäischen Gebäudebestand und den darin lebenden Haushalten mit lokalen klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen kombiniert wurden. Durch den Einsatz neuartiger Methoden zur Komplexitätsreduktion auf Hochleistungsrechnern wurden zunächst für 4 000 repräsentative Einfamilienhäuser kostenoptimierte energieautarke Versorgungssysteme konfiguriert. In einem weiteren Schritt wurden dann neuronale Netze eingesetzt, um die Ergebnisse auf die 41 Millionen untersuchten Einfamilienhäuser zu übertragen.

„Unter heutigen Bedingungen sind 53 Prozent der 41 Millionen Gebäude technisch in der Lage, sich unabhängig von externer Infrastruktur allein durch die Nutzung der lokalen Sonneneinstrahlung auf dem Dach zu versorgen, und dieser Anteil könnte aufgrund verbesserter Technologien bis 2050 auf 75 Prozent steigen“, sagt Professor Russell McKenna von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und Leiter des Labors für Energiesystemanalyse am Paul Scherrer Institut in der Schweiz.

„Wenn man nun annimmt, dass Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer dazu bereit wären, bis zu 50 Prozent mehr zu investieren, als für ein vergleichbares Energiesystem mit Netzanschluss notwendig wäre, dann könnten bis 2050 bis zu zwei Millionen Einfamilienhäuser das Stromnetz verlassen.“

Ein ausgeprägtes Potenzial für energieautarke Wohngebäude sehen die Forschenden vor allem in Regionen mit geringen saisonalen Wetterschwankungen, wie beispielsweise in Spanien oder mit hohen Strompreisen wie in Deutschland. Auch die konkrete Ausgestaltung der kostenoptimierten Energiesysteme steht fest: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein erfolgreiches, kostenoptimales und autarkes Energieversorgungssystem für Gebäude in Mitteleuropa aus Photovoltaik zur Stromerzeugung sowie einer Kombination von kurzfristiger Batteriespeicherung und einem langfristigen, saisonalen Wasserstoffspeichersystem bestehen wird“, so Dr. Jann Weinand, Abteilungsleiter am Forschungszentrum Jülich.

Mehr Stabilität für das Energiesystem

Welche Auswirkungen eine mögliche großflächige Verbreitung energieautarker Versorgungssysteme auf das europäische Energiesystem hätte, wollen die Forschenden in weiteren Arbeiten noch genauer analysieren, sie vermuten aber einen positiven Effekt. „Teilautarke Wohnhäuser könnten in Zukunft dazu beitragen, das übergeordnete Energiesystem zu stabilisieren. Ein weniger stark ausgeprägtes Nachfrageprofil der Haushalte könnte etwa die Nachfrage nach Spitzenlastkraftwerken dämpfen“, sagt Elias Naber vom IIP des KIT. „Allerdings müsste dann verhindert werden, dass sich Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer komplett vom Netz abkoppeln – etwa indem sie für netzfreundliches Verhalten mit speziellen Strompreistarifen belohnt werden.“ (mhe)

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie 2023

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Mittwoch, 13. September 2023

Energiemanagement-Systeme: Vergleichstool



Den selbst produzierten PV-Strom optimal mit der Wärmepumpe nutzen. Eine Übersicht über Energieverbrauch oder -produktion aufgeschlüsselt nach angeschlossenen Nutzergruppen erhalten. Fehlfunktionen der angeschlossenen Anlagen sofort erkennen. Das und mehr machen Energiemanagementsysteme möglich. Durch Digitalisierung leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energie. Aber: Welches System passt wo am besten? Das neue Vergleichstool, das Energie Zukunft Schweiz mit Unterstützung des BFE-Programms EnergieSchweiz publiziert hat, soll Energieversorgungsunternehmen und Immobilienbesitzenden die Entscheidung erleichtern.

Energiemanagementsysteme (EMS) sind digitale Systeme, die den Energieverbrauch in Gebäuden und Einrichtungen überwachen und optimieren. Sie nutzen Messgeräte und Sensoren, um Energieströme im Gebäude und darüber hinaus in Echtzeit zu überwachen und gezielte Optimierungen vorzunehmen. EMS ermöglichen die systematische Erfassung und Kommunikation der Energieströme, steuern automatisch verschiedene Anlagen und können mit mindestens zwei verschiedenen Verbrauchern kommunizieren und diese steuern. EMS sind dann sinnvoll, wenn mehrere Komponenten (Beispielsweise Wärmepumpe, PV-Anlage oder Ladestation) vorhanden sind, die durch das EMS angesteuert werden können.

EMS-Systeme spielen eine entscheidende Rolle bei der Transformation zur dezentralen Energieversorgung. Zudem unterstützen sie Netzbetreibende bei den Herausforderungen einer ungleichmässigen Energieerzeugung, bei Verbrauchsschwankungen sowie bei der zunehmenden Elektrifizierung von Wärme und Mobilität. Dank den Informationen, die die EMS erfassen, erhalten die Netzbetreibenden auch Steuerungsmöglichkeiten.

In den letzten Jahren ist das Angebot an solchen EMS-Systemen stark gewachsen. Das neue Vergleichstool ermöglicht eine Erstevaluation unterschiedlicher EMS-Systeme und unterstützt damit sowohl Immobilienbesitzende als auch Energieversorgungsunternehmen bei ihren Entscheidungen. Es bietet eine Filterfunktion, detaillierte Anbieterinformationen sowie die Möglichkeit, verschiedene Systeme miteinander zu vergleichen. Die Marktübersicht ist kostenlos unter www.ems-vergleich.ch.

Das neue Energie- und Stromversorgungsgesetz, das voraussichtlich ab dem 01.01.2025 in Kraft tritt, sieht unter anderem die Bildung von virtuellen Eigenverbrauchsgemeinschaften, von lokalen Elektrizitätsgemeinschaften vor. Die Umsetzung dieser Neuerungen verlangt nach digitalen Systemen für Integration, Steuerung oder Abrechnung. Die EMS-Marktübersicht dient als Werkzeug, sich auf diese Veränderungen vorzubereiten und die notwendige Übersicht nicht zu verlieren.

Datengrundlage der Marktübersicht:

Die Marktübersicht basiert auf einer Online-Befragung der Anbietenden. Die Anbietenden wurden via Suchmaschinenrecherche identifiziert und zur Erfassung ihrer Angaben eingeladen. Die Daten wurden zwischen Dezember 2022 und Juni 2023 erhoben und im August 2023 aktualisiert. Ein Update ist alle 2 Jahre vorgesehen.

Sämtliche Angaben basieren auf Selbstdeklaration. Die Details der Datenerhebung finden Sie hier.

Um Diskrepanzen in der Interpretation der Begrifflichkeiten zu vermeiden, wurde während der Umfrage auf die Definitionen der Funktionen hingewiesen. Eine unterschiedliche Auffassung der Begriffe kann aber dennoch nicht ausgeschlossen werden. EZS übernimmt daher keine Gewähr für die Korrektheit der Angaben.

Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie
Bild: Shutterstock; Stock-Foto ID: 1187750428; Kitreel

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Donnerstag, 17. August 2023

Fragen und Antworten rund um Batterien


Die Sonne scheint und die Photovoltaikanlage auf Ihrem Haus läuft auf vollen Touren. Leider verbrauchen Sie gerade gar nicht so viel Strom. Damit Sie Ihre gewonnene Energie zu einem späteren Zeitpunkt nutzen können, bietet sich eine Solarbatterie an. Doch in Punkto Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sieht nicht alles rosig aus. Hier einige Fragen und Antworten.

Welche Technologien sind erhältlich?

Als Solarbatterien werden in der Schweiz 2021 fast ausschliesslich Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt, die unter den Solarstromspeichern als die am weitesten fortgeschrittene Technologie gelten. Die Ladeeffizienz sowie Energie- und Leistungsdichten sind bei Lithium-Ionen-Batterien höher und als Konsument oder Konsumentin profitieren Sie von einer längeren Lebensdauer als bei anderen Batterietypen (z.B. Bleisäure Batterien). Auch der Automobilsektor setzt auf diese Technologie, was dank automatisierten Prozessen in der Herstellung insgesamt zu tieferen Preisen von Lithium-Ionen-Batterien führen wird.

Welche Rohstoffe brauchen Solarbatterien und sind diese limitiert?
Die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien sind Lithium und je nach Batterietyp Kobalt, Mangan, Eisen, Phosphor, Aluminium, Nickel, und Titanium. Bezüglich Ressourcenknappheit werden insbesondere Lithium und Kobalt häufig diskutiert. Die Roadmap Lithium-Ionen-Batterien 2030 (PDF) des Frauenhofer Instituts prognostiziert, dass die geschätzte globale Nachfrage nach Lithium bis 2050 durch die globalen Reserven gedeckt werden kann. Bei Kobalt ist die Situation prekärer, denn Kobalt ist selten und die Gewinnung benötigt viel Energie. Zudem wird es grösstenteils in der politisch instabilen Demokratischen Republik Kongo durch Kinderarbeit gefördert. Langfristige Vorhersagen zu den Reserven von Lithium und weiteren benötigten Metallen sind schwer, da sich die (Solar)batterienbranche sehr dynamisch entwickelt und momentan schwer abzusehen ist, welche technologischen Fortschritte und Verbesserungen des Recyclings zu erwarten sind.

Wie ist die Ökobilanz von Solarbatterien?
Lithium-Ionen-Batterien schneiden in vergleichenden Bilanzen besser ab als bspw. Bleisäure-, Salzwasser- oder Natrium-Schwefel-Batterien. Die Treibhausgasemissionen von Lithium-Ionen-Batterien werden mehrheitlich bei der Herstellung und Nutzung verursacht. Die Entsorgung der Batterien verursacht hingegen nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Emissionen. Ein Label, mit dem die Ökobilanz von Solarbatterien nachvollzogen werden kann, existiert zurzeit noch nicht. Optimierungspotenzial gibt es unter anderem durch die Nutzung von umweltfreundlichem Strom bei der Produktion der Batterie und bei der Wiederverwertung von Batterien aus Elektrofahrzeugen.

Was passiert mit (Solar)batterien nach dem Ende ihrer Lebensdauer?
Kaufen Sie eine Solarbatterie, sind die Kosten für eine umweltgerechte Entsorgung bereits im Preis inbegriffen. Sie können somit die zu entsorgende Batterie ohne weitere Kosten abgeben. Bisher gibt es für das Recycling von grösseren Lithium-Ionen-Batterien aber noch kein standardisiertes Verfahren. Ein Grossteil der Metalle kann nichtdestotrotz bereits zurückgewonnen werden. Die generelle Rückgewinnungsquote liegt bei ca. 70 %, im Fall von Nickel und Kobalt bereits bei bis zu 95 %. Lithium-Ionen-Batterien haben eine Lebensdauer von 10–20 Jahren. Die Lebensdauer schwankt aber stark und ist von der Nutzung abhängig.

Eine Weiterverwendung von ausgemusterten Elektroautobatterien als Solarbatterien kann die Lebensdauer erhöhen. Das liegt daran, dass sich das Anforderungsprofil für Solarbatterien von demjenigen von Elektroautos unterscheidet. Ausgemusterte Lithium-Ionen-Batterien von Elektroautos weisen nämlich immer noch rund 70–80 % ihrer anfänglichen Kapazität auf, auch wenn sie nicht mehr in Elektroautos eingesetzt werden können. Der ökologische Hauptvorteil dieses zweiten Lebens ist, dass die graue Energie der Produktion über eine längere Lebensdauer verteilt werden kann. Dadurch kann nicht nur die Ökobilanz der Batterie verbessert werden, auch der Neubedarf von kritischen Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Lithium reduziert sich.

Wie viel kosten Solarbatterien und werden sie subventioniert?
Eine Studie im Auftrag von EnergieSchweiz aus dem Jahr 2020 hat ergeben, dass Sie für ein Batteriesystem für ein Einfamilienhaus ohne Back-up-Fähigkeit mit durchschnittlich zwischen 1‘140 und 1‘480 CHF pro Kilowattstunde rechnen müssen. Entscheiden Sie sich für eine zusätzliche Back-Up-Funktionalität, also die Fähigkeit bei einem Netzausfall Strom bereitzustellen, steigen Ihre Kosten um rund 20 %. International wird erwartet, dass die Systempreise bis 2030 um 40 % gegenüber 2020 fallen werden. Diese Preissenkungen sind auf Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batterien zurückzuführen.

Einige Kantone (beispielsweise Thurgau und Appenzell Ausserrhoden), Gemeinden und Energieversorger subventionieren Solarbatterien. Bei der regionalen Energieberatung können Sie sich nach Fördermöglichkeiten erkundigen. Ebenso gibt Ihnen das Portal Energiefranken einen Überblick zu Subventionsmöglichkeiten.

Sind Solarbatterien wirtschaftlich?
In der Schweiz wird bereits heute jede fünfte Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher installiert. Die Investition in eine Solarbatterie ist aber nur selten rentabel. Zudem steigt die Umweltbelastung Ihres Stromverbrauchs durch die Speicherung in Batterien. Das folgende Szenario skizziert die wirtschaftlichste Ausgangslage: Sie wohnen in einem Einfamilienhaus mit einer grossen bestehenden Photovoltaikanlage, einem kleinen Batteriespeicher und haben einen hohen Stromverbrauch durch Wärmepumpe und Elektroauto. Der Stromtarif, den Sie zahlen, ist tief, ebenso die Rückliefertarife und Ihre Investitionskosten. Den stärksten Einfluss haben die Investitionskosten. Diese müssten fast halbiert werden, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Damit Solarbatterien wirtschaftlicher und umweltverträglicher werden, müssen die Preise sinken, technologische Fortschritte gemacht und die Recyclingtechniken verbessert werden.

Mit der folgenden Formel können Sie die Amortisationsdauer ihrer Solarbatterie grob einschätzen:

Amortisationsdauer = Investition / ((Stromtarif – Rückliefertarif) x Speicherkapazität x Vollzyklen)

Haben Sie weitere Fragen? In dieser von EnergieSchweiz in Auftrag gegebenen Studie vom Dezember 2020 finden Sie detaillierte Antworten: Studie Solarbatterien (PDF) oder stellen Sie Ihre Frage den Expertinnen und Experten der Infoline.

Anstelle einer Solarbatterie können Sie Ihren produzierten Strom auch teilen oder in das Netz zurückspeisen. Finden Sie mehr dazu unter Eigenverbrauch.

Dieser Artikel wurde auf der Website von EnergieSchweiz veröffentlicht. Lesen Sie weitere Stories von EnergieSchweiz. Bild: Shutterstock

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Mittwoch, 14. September 2022

Solarstrom bei Netzausfall

 

Das Thema Versorgungssicherheit ist aktueller denn je. Zu Recht kommt dabei auch die Frage auf, wie eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) im Falle eines Stromausfalls reagiert. Eine Anleitung des Fachverbands Swissolar. 

Wichtig zu wissen: Konventionelle Wechselrichter sind darauf ausgelegt, Strom in ein stabiles Netz einzuspeisen. Bemerkt der Inverter einen Netzausfall, unzulässige Spannungen oder Frequenzen, so trennt er sich umgehend vom Netz und die PV-Anlage produziert keinen Solarstrom mehr. 

Das heisst jedoch nicht, dass PV-Anlagen im Falle eines Netzausfalls Solarstrom unter keinen Umständen produzieren können. Die speziell für den sogenannten «Inselbetrieb» entwickelten Hybrid-Wechselrichter ermöglichen einen weiteren Betrieb, selbst ohne Verbindung zum Netz. Dabei gibt es verschiedene Optionen. Bei einige Systemen besteht die Möglichkeit, ohne Batteriesystem eine einphasige Notstromsteckdose bis zu 3.6 kW zu nutzen. Für einen Full-Backup-Betrieb, auch Ersatzstrom-Betrieb genannt, ist jedoch ein Batteriespeichersystem zwingend. Weiter besteht mit diesem System die Möglichkeit des solaren Nachladens. Das heisst, dass die bei einem Netzausfall verfügbare Solarenergie einerseits direkt zur Verfügung steht und andererseits den Speicher kontinuierlich aufladen kann. Im Folgenden stellen wir die Funktionsweise der beiden Systeme genauer vor.

Notstrom-System

Bei Systemen mit einem bestehenden konventionellen Wechselrichter kann über eine Nachrüstung mit einem dafür ausgerüsteten AC-Batteriespeicher Notstrom sichergestellt werden. In Falle eines Netzausfalles produziert die PV-Anlage zwar keine Energie mehr und der Wechselrichter trennt sich vom Netz. Dennoch besteht die Möglichkeit, gewisse Verbrauchsgeräte über den Notstromausgang beim Batteriespeicher, zu versorgen. Oft werden hierfür spezifische Verbraucher für einen allfälligen Notstrombetrieb vorgängig definiert und verkabelt.

Ersatzstrom-Betrieb

Für die Option des Ersatzstrom-Betriebes, also für den fortlaufenden Betrieb der gesamten Installation, bestehen folgende Optionen. 

  • Bei mehreren Wechselrichtern: Ersatz eines bestehenden Wechselrichters mit einem Hybrid-Wechselrichter inkl. Batteriespeicher. 
  • Bei einem einzelnen Wechselrichter: Komplettersatz des bestehenden Wechselrichters durch ein Hybrid-System inkl. Batteriespeicher.

Oft können mehrere Hybrid-Wechselrichter nicht in einem PV-System kombiniert werden. Der Betrieb mit mehreren konventionellen Wechselrichtern ist jedoch möglich. Wichtig im Falle eines Netzausfalls ist, dass sich das interne Stromnetz komplett vom öffentlichen Netz trennt. Nur unter diesen Umständen darf ein Ersatzstrombetrieb erfolgen. Dies kann durch Onboard-Systeme oder durch externe Notstromboxen sowie Komponenten in der Verteilung sichergestellt werden. Dabei müssen die Systemgrenzen von Fall zu Fall beurteilt werden. So kann Ein System nur unter gewissen Konfigurationen die entsprechende Lade- und Entladeleistung erbringen. Die technischen Daten können je nach System variieren. Sie können den Produkte-Datenblättern entnommen werden. 

Hybrid-Wechselrichter in Kombination mit Notstromsystemen werden in der Schweiz immer beliebter. Oft besteht bei Bauherrschaften Unklarheit, ob ein konventioneller Wechselrichter im Netzausfall Energie produziert. Swissolar empfiehlt, die Funktionalität Back-Up-System in jedem Fall vor dem Kauf der PV-Anlage mit dem Installateur anzusprechen.  

Plug-&-Play-Anlagen und Notstrom

Soll ich mir eine PV-Anlage am Balkongelände anschaffen? Diese Frage stellen sich immer mehr Schweizer Mieter:innen und Eigentümer:innen. Die Installation von sogenannten Plug-&-Play-Anlagen ist in der Schweiz grundsätzlich erlaubt. In vielen Fällen ermöglicht eine Plug-&-Play-Anlage eine einfache wirtschaftliche und nachhaltige Stromproduktion vom eigenen Balkon. Doch auch für Plug-&-Play-Anlagen gilt es, die Möglichkeit für den Notstrombetrieb vorgängig zu prüfen. Standardmässig sind diese nämlich nicht für den Notstrombetrieb vorbereitet. Zwar sind Plug- &- Play-Systeme inkl. Batteriespeicher und Notstrom-Technologie verfügbar. Diese Systeme ermöglichen jedoch keinen Ersatzstrom-Betrieb. Dennoch steht eine beschränkte einphasige Notstromversorgung zur Verfügung. Mit einer Faustregel gesagt: Kühlschrank betreiben geht, Elektroherd nicht.  

Weitere Informationen zu Plug-&Play-Anlagen finden Sie hier.

Quelle: Swissolar

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Samstag, 16. Juli 2022

Solarstrom und Wärme im Haus speichern

Setzt die Schweiz vermehrt auf erneuerbare Energien, spielen Speichertechnologien eine wichtige Rolle. Forschung und Industrie sind aktuell damit beschäftigt, entsprechende Technologien effizienter und einfacher zu machen. Eine Übersicht.

Solarenergie soll einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Energieziele leisten. Leider lässt sich der Sonnenstrom aber nicht immer dann produzieren, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Denn das Leben dreht sich in dunkler Nacht oder an kurzen Wintertagen weiter, auch wenn die Leistung der Solaranlagen beschränkt ist. Entsprechend wichtig ist es, dieses Ungleichgewicht zwischen Produktion und Nachfrage auszugleichen, sonst drohen im Winter Engpässe – auch in Einfamilienhäusern.

Solarstrom: Eigenverbrauch maximieren
Kombiniert mit Solaranlagen sollen Speicher vor allem dazu beitragen, den Eigenverbrauch zu steigern, also die selbst produzierte Solarenergie möglichst auch selbst zu nutzen. Denn der Eigenverbrauch ist noch immer ein wichtiges Argument für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage: Je mehr man vom hausgemachten Strom selbst verbraucht, desto rentabler ist die Investition – insbesondere weil weniger Elektrizität aus dem Stromnetz zugekauft werden muss. Batteriespeicher helfen mit, diesen Anteil kleinzuhalten. Gemäss Swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie, lässt sich damit ein Eigenverbrauchsanteil von bis zu 90 Prozent erreichen – vor allem, wenn taugliche Speicher in ein kluges Energiemanagementsystem eingebunden sind, also mit der PV-Anlage, Wärmepumpe und Haushaltsgeräten effizient kommunizieren. Mitunter lassen auch die Batterien von Elektromobilen als Zwischenspeicher nutzen, dank bidirektionalen Lademöglichkeiten. Speichereinheiten verringern also die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz. Oder helfen – grösser dimensioniert – sogar mit, sich komplett vom Stromnetz zu lösen und vor allfälligen Ausfällen zu schützen. Aktuell wird jede fünfte PV-Anlage mit einer Batterie montiert, dieser Anteil soll wachsen. Sinkende Preise der Technologien befeuern die Nachfrage. Wer eine Öl- oder Gasheizung ersetzt, sollte über eine geeignete Speichereinheit nachdenken. Damit rüstet man sich für die Zukunft.

Wie sinnvoll sind Hausbatterien?
Noch sind sich Energiefachleute uneinig, unter welchen Umständen der Einsatz der Hausbatterien sinnvoll ist. Sie helfen zwar, Solarstrom lokal besser zu nutzen und damit den Eigenverbrauch merklich zu steigern. «Doch ökologisch ist es nicht sinnvoll, dass in jeder Immobilie eine Batterie zu stehen kommt», sagt Ludger Fischer. Auch wirtschaftlich sind dem Einsatz von Hausbatterien in Privathaushalten Grenzen gesetzt. Denn die Kosten können oft noch nicht amortisiert werden, dafür sind die Preise zu hoch und die Strom- und Einspeisetarife zu tief. Deshalb ist es ratsamer, Überkapazitäten der PV-Anlagen sofort und gezielter zu nutzen, indem man damit beispielsweise Wärme herstellt. In der Schweiz werden für die Speicherung von Solarstrom fast ausschliesslich Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Mehr Informationen finden Sie unter Solarbatterien.

So will die Forschung Batterien nachhaltiger machen
Derzeit ist die Industrie daran, multifunktionale Batterien zu entwickeln. Dazu zählen bidirektionale Autobatterien, die auch ein Haus mit Strom versorgen können. Denn eine breitere Nutzung mindert die ökologischen und ökonomischen Nachteile. Dasselbe gilt auch für den Einsatz alter Autobatterien. Deren Kapazitäten sind oft für den Einsatz im Eigenheim noch gross genug. Benachbarte Hausbesitzerinnen und -besitzer könnten sich überlegen, gemeinsam eine Batterie anzuschaffen und den selber produzierten Solarstrom zu teilen – in einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV).

So wird Wärmebedarf umweltfreundlicher gedeckt
Der Wärmebedarf der Schweizerinnen und Schweizer ist gross: Heizung und Warmwassermachen noch immer gut 40 Prozent des gesamten Schweizer Energieverbrauchs aus. In privaten Haushaltungen ist der Anteil gar doppelt so hoch. Wir sind folglich gut beraten, dafür an ergiebigen Tagen erneuerbare Energien anzuhäufen. Pufferspeicher und Wärmepumpenboiler Pufferspeicher für die Heizung, Warmwasserpeicher für das Trinkwarmwasser oder Kombispeicher (oft auch Hygienespeicher genannt) sorgen dafür, dass die Wärmepumpe abends oder an sonnenschwachen Tagen nicht bei jedem kurzzeitigen Heiz- oder Warmwasserbedarf anspringt. Die meisten Wärmespeicher sind günstig und entsprechend wirtschaftlich. Lassen Sie sich vor dem Kauf von einer Fachperson beraten und klären Sie, wie die einzelnen Komponenten des Systems aufeinander abgestimmt sein müssen. Auch Wärmepumpenboiler sind als Speicher weit verbreitet, sie sind sozusagen das moderne Gegenstück des Elektroboilers. Viele Modelle lassen sich mit Solaranlagen kombinieren, wodurch die laufenden Kosten für die Warmwasserproduktion stark sinken.

Saisonale Wärmspeicher und Wärmepumpen
Wer Wärme über längere Zeiträume speichern will, sollte einen saisonalen Wärmespeicher wählen. Auch darin kommt meist Wasser als Speichermittel zum Einsatz. In Frage kommen beispielsweise Niedertemperaturspeicher, Erdspeicher, oberirdische Wärmespeicher, Aquiferspeicher, in Ausnahmefällen sogar Eisspeicher. Denn Wasser setzt auch beim Phasenübergang von der flüssigen in die feste Form hohe Energiemengen frei. Die Wärme, die bei der Eisbildung entsteht, lässt sich in der Folge zum Heizen nutzen. Auch Wärmepumpen helfen, überschüssige Energie haltbar zu machen. Sie wandeln selbst produzierten Strom in Nutzwärme um und durch die Speicherung kann die thermische Energie selbst dann genutzt werden, wenn die Solaranlage nicht produziert.

Der Artikel wurde ursprünglich in der Energiejournal für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer (energieschweiz.ch) veröffentlicht.

Quelle: energeiaplus.com

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Montag, 16. Mai 2022

Ältere MFH fit für emissionsarme Zukunft

Erfahren Sie, wie Sie als Eigentümerin oder Miteigentümer auf ein nachhaltiges, effizientes Wärmepumpensystem mit regenerierten Erdwärmesonden und eigener Solaranlage umsteigen – ohne, dass die Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen.

Energetische Sanierung trotz bewohnten Wohnungen
: Das in den 70er-Jahren erstellte Doppel-Mehrfamilienhaus (MFH) in Meilen  (Kt. ZH) entspricht einem in der Schweiz weit verbreiteten Gebäudetypus. Da sie aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäss war, wurde die Liegenschaft «Ländisch» 2016 saniert. Das Projekt geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass energetische Sanierungen auch im bewohnten Zustand durchgeführt werden können. Dies war eine Anforderung der Eigentümerschaft, denn sie legte grossen Wert darauf, dass die Mieterinnen und Mieter während der Umbauarbeiten in ihren Wohnungen bleiben konnten. So kam eine Bodenheizung nicht in Frage, denn für deren Einbau hätten die Wohnungen geräumt werden müssen. Da die 17 Wohneinheiten ursprünglich rein elektrisch geheizt wurden, war im Gebäude keine hydraulische Wärmeverteilung vorhanden. Die Leitungen wurden unter der neuen Dämmebene an der Fassade angebracht, um so die Wärme von der Heizungszentrale zu den neuen Radiatoren in den Wohnungen zu leiten.
 
Senkung des Strombedarfs um 93 Prozent: Zusätzlich zu den energetischen Massnahmen an der Gebäudehülle wurde die Elektroheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. So kann der jährliche Strombedarf für die Wärmebereitstellung von 199 MWh auf 43 MWh reduziert werden. Insgesamt wird der Strombedarf fürs Heizen und für Warmwasser um stolze 93% gesenkt. 60 Prozent des auf dem Dach produzierten Stroms wird direkt für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet oder von der Mieterschaft genutzt. Mehr dazu unter Wärmepumpen. Lokale Energie schlau kombiniert: Das neue Gebäudeenergiesystem nutzt erneuerbare Energien und verursacht im Betrieb keine CO2-Emissionen. Die wichtigsten Komponenten des Systems sind
  • eine Wärmepumpe für Heizen und Warmwasser,
  • drei saisonal regenerierte Erdwärmesonden (Regenerationsgrad: rund 60 %),
  • eine Solaranlage mit Hybridkollektoren zur Produktion von Strom und Wärme.

Saisonale Regeneration - So nutzt das Doppelmehrfamilienhaus Wärme vom Sommer im Winter: Je höher die Temperaturen sind, die der Wärmepumpe zur Verfügung gestellt werden, desto effizienter kann sie arbeiten. Wenn man dem Erdreich nicht nur Wärme entzieht, sondern in den Sommermonaten auch wieder zuführt, spricht man von saisonaler Regeneration. Dadurch stellt man eine gleichbleibende Systemeffizienz sicher – selbst bei einem jahrzehntelangen Betrieb der Anlage. Besonders in Siedlungen, wo mehrere Sonden dicht nebeneinander gebaut werden, ist die eine Regeneration des Erdreichs sehr wichtig. Da in diesem Fall keine Wärme von der Seite zufliessen kann, kühlt das Erdreich über die Jahre immer weiter aus, bis die Funktion der Anlage nicht mehr gewährleistet werden kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Sondenfluid auf eine sinnvolle Art zu erwärmen: Solarkollektoren oder Verwendung der Wärmepumpenanlage als Klimaanlage. Im Fall des Doppelmehrfamilienhauses Ländisch wird Wärme von den Solarkollektoren abtransportiert und ein Regenerationsgrad von über 60% erzielt. Der Bericht, der im Auftrag von EnergieSchweiz erstellt wurde, zeigt, dass bei Kleinanlagen von unter 100kW ein Regenerationsgrad von 50 bis 70% ausreicht.

Drei Gewinner: Mietende, Umwelt, Vermietende: Zwar mussten während der Sanierungsarbeiten Lärmemissionen und andere Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden. Die Mieterschaft begrüsste es jedoch sehr, dass die Sanierung durchgeführt werden konnte, ohne dass die Wohnungen geräumt werden mussten. Selbst mit moderaten Mietzinserhöhungen – in diesem Beispiel 3,8 % – lassen sich für Eigentümerschaften attraktive Renditen erzielen. Im untersuchten Fall liegt die Nettorendite des für das Energiesystem investierten Kapitals in einem für Immobilien durchschnittlichen Bereich und die lineare Amortisationsdauer bei 14 Jahren. Auf die Frage, ob Mieterinnen und Mieter aufgrund der Sanierungsarbeiten gekündigt hätten, antwortet Rudolf Pfenninger, Vertreter der Bauherrschaft und Miteigentümer: «Nein. Im Gegenteil: Es ist sogar eine Familie neu eingezogen, obwohl sie wusste, dass im ersten Halbjahr saniert würde. Sie sagte, das mache ihr nichts aus». Für ihn steht fest, dass die energetische Sanierung und das neue Energiesystem ein Erfolg sind und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. «Dass das Konzept absolut richtig ist, davon bin ich nach wie vor überzeugt. Mit dieser Energiesanierung entstand eine Win-Win-Situation: Die Mieterinnen und Mieter freuen sich über die Komfortsteigerung und die Eigentümerschaft kann die Investition innert nützlicher Frist amortisieren.»

Beratung für den Heizungsersatz: Eine neue Heizung ist eine grössere Investition, die sich lohnt, die jedoch sorgfältig geplant sein will. Eine technologieneutrale Beratung hilft Ihnen dabei, aus den Varianten jenes Heizsystems zu wählen, welches das Gebäude am effizientesten und am wirtschaftlichsten mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Nutzen Sie das Angebot und erhalten Sie alle Informationen unter Erneuerbar Heizen.

Dieser Artikel wurde auf der Website von EnergieSchweiz veröffentlicht. Lesen Sie weitere Stories von EnergieSchweiz.

Bilder: EnergieSchweiz

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Montag, 2. Mai 2022

Planung von PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur

Im Rahmen von EnergieSchweiz unterstützt der Bund ab sofort bis Ende 2023 die Schweizer Gemeinden bei der Planung von Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf kommunalen Gebäuden und bei der Entwicklung der Elektromobilität auf ihrem Gemeindegebiet. Mitfinanziert werden Machbarkeits- und Planungsstudien, die alle Informationen für die Schritte bis zur Umsetzung beinhalten.

Welche kommunalen Gebäude kommen in Frage für eine PV-Anlage und wie hoch ist das Potenzial? Wie ist der Zustand der Dächer, welche Anpassungen müssen im Bereich der Anschlüsse oder der Sicherheit gemacht werden? Wie hoch ist der künftige Bedarf an Ladestationen und wie geht eine Gemeinde am besten vor, wenn sie öffentlich zugängliche Ladestation zur Verfügung stellen will?

Diese und viele weitere Fragen stellen sich den Gemeinden, welche die erneuerbare Stromproduktion oder die Elektromobilität vorantreiben möchten. Zur Vorbereitung der komplexen Projekte empfiehlt es sich, eine Machbarkeits- resp. Planungsstudie zu machen. Hier setzt die Unterstützung durch EnergieSchweiz an: Das Programm übernimmt 40 Prozent oder maximal 30'000 Franken der Kosten dieser Studien. Alle Schweizer Gemeinden können von den Unterstützungsbeiträgen profitieren, insgesamt stehen acht Millionen Franken zur Verfügung (vier Millionen für Studien im PV-Bereich und vier Millionen für Studien im Bereich Elektromobilität). Die Studien müssen bis spätestens am 31. Oktober 2023 abgeschlossen sein, damit sie für einen Unterstützungsbeitrag berücksichtigt werden können. Bei der Anmeldung gilt das Prinzip «first come first served».

Die detaillierten Förderbedingungen und der Zeitplan der Ausschreibung sind auf der Webseite von EnergieSchweiz für Gemeinden aufgeschaltet. Interessierte Gemeinden können sich mit Fragen an die Hotline von EnergieSchweiz wenden: 0848 444 444.

Links

EnergieSchweiz für Gemeinden (Startseite): https://www.local-energy.swiss/programme/projektfoerderung.html#/

Sonderaktion Machbarkeitsstudie PV (local-energy.swiss): https://www.local-energy.swiss/infobox/sonderaktion-machbarkeitsstudie-pv.html#/

Sonderaktion Machbarkeitsstudien Elektromobilität (local-energy.swiss): https://www.local-energy.swiss/infobox/machbarkeitsstudien-elektromobilitaet.html#/


Adresse für Rückfragen

Mediendienst BFE: 058 460 81 52 oder socialmedia@bfe.admin.ch


Herausgeber

Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch

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Montag, 25. April 2022

Beleuchtung: Schneller Geld für's Stromsparen

Bei der Beleuchtung lässt sich viel Strom sparen. Das zeigen die Projekte, die das Förderprogramm ProKilowatt jüngst unterstützt hat. Ein Vorteil für die Gesuchstellenden bei der Projektförderung ab der Ausschreibung 2022: Die Wartezeit auf den Förderentscheid fällt im Vergleich zu den Vorjahren deutlich kürzer aus. Zudem werden die Gesuche neu komplett digitalisiert abgewickelt.

Das neue Vorgehen hat sich seit seiner Einführung im letzten November für alle Beteiligten bewährt. So wurden bis Anfang April 2022 bereits 40 Projektgesuche eingereicht und für einen beträchtlichen Teil der eingereichten Gesuche konnte bereits der Förderentscheid mitgeteilt werden.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Gesuche für Projekte können neu zu einem beliebigen Zeitpunkt eingereicht werden. Die Gesuche können also eingereicht werden, sobald sie vollständig ausgearbeitet sind.
  • Die Gesuche können komplett webbasiert eingereicht werden – ohne Einsenden eines Unterschriftenblattes per Post.
  • Die Wartefrist verkürzt sich für die meisten Gesuche auf vier Wochen, und die Gesuchstellenden können dann mit der Umsetzung des Projekts beginnen.

Die Vielfalt unter den Projekten, die bereits eine Förderzusage per neuem Verfahren enthalten haben, ist gross: Förderbeiträge gibt es beispielsweise für die energetische Beleuchtungssanierung von elf Filialen einer Warenhauskette. Damit wird zukünftig pro Jahr so viel Strom eingespart wie 200 Schweizer Haushalte im Durchschnitt pro Jahr verbrauchen. Dies wird durch die Umstellung von einer ungesteuerten Beleuchtung mit Fluoreszenz-Leuchten auf eine LED-Beleuchtung mit bedarfsgerechter Lichtsteuerung erreicht.

Noch mehr Strom wird auf dem Areal einer Forschungsanlage eingespart, indem das gesamte Pumpwerk der Kühlwasserversorgung energetisch optimiert wird. Zur Kühlung wird Flusswasser eingesetzt. Dadurch wird so viel Strom eingespart, wie 250 Haushalte pro Jahr im Durchschnitt verbrauchen.

Die Gemeinde Wädenswil erhielt Förderbeiträge von ProKilowatt für die Sanierung der Beleuchtung im Schulhaus und in einem weiteren Gemeindegebäude. Anfang Mai 2022 werden zwei Webinare angeboten, in denen die Gemeinde Wädenswil von ihren Erfahrungen mit ProKilowatt berichtet. Dadurch sollen weitere Gemeinden, Unternehmen und Forschungsanlagen zum Stromsparen animiert werden.

Die beiden Webinare sind für alle offen. Zusätzlich zum Erfahrungsbericht der Gemeinde Wädenswil stehen auch das BFE und die Geschäftsstelle ProKilowatt für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. Weitere ProKilowatt-Webinare sind für den Herbst 2022 in Planung.

Und das sind die Termine für die Förderjahre 2022/23:

  • Projekte: Gesuche für die Ausschreibung 2022 können zu einem beliebigen Zeitpunkt bis spätestens am 16. Oktober 2022 eingereicht werden. Ab dem 7. November 2022 startet dann die Ausschreibung 2023, für die Gesuche wiederum zu einem beliebigen Zeitpunkt bis Mitte Oktober 2023 eingereicht werden können.
  • Programme: Gesuche können noch bis zum 2. Mai 2022 eingereicht werden.

Zur Info: Bei den Projekten fliessen die Förderbeiträge direkt an das Unternehmen, das die Massnahme umsetzt. Bei den Programmen werden die Fördermittel des BFE von einem „Dritten“, dem sogenannten Programmträger (z.B. Branchenverband, Ingenieurbüro oder Elektrizitätsversorgungsunternehmen), an die teilnehmenden Unternehmen ausbezahlt. Gefördert werden von ProKilowatt noch nicht umgesetzte Stromsparmassnahmen mit einem Payback von mehr als 4 Jahren, die ohne Förderbeitrag nicht umgesetzt würden.

Weitere Informationen zu ProKilowatt finden Sie hier: www.prokilowatt.ch oder www.prokw.ch

Simone Hegner, Fachspezialistin Wettbewerbliche Ausschreibungen und Haushaltgeräte, Bundesamt für Energie

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Dienstag, 1. Februar 2022

Gebäudebereich und EE brauchen Fachkräfte

Ob Heizungsinstallateur oder Dachdeckerin, Bauplaner oder Bauingenieurin: Fachkräfte im Gebäudebereich sind gesucht. Die Branche lanciert nun zusammen mit Bildungsinstitutionen eine Bildungsoffensive. EnergieSchweiz, das Programm des Bundesamts für Energie (BFE) für erneuerbare Energien (EE) und Energieeffizienz, unterstützt sie dabei. Denn nur mit genügend gut ausgebildeten Fachkräften kann die Schweiz ihre Energie- und Klimaziele erreichen.

Rund ein Drittel der CO2-Emissionen gehen auf das Konto des Gebäudebereichs. 900’000 fossile Heizungen, oder gut 30’000 pro Jahr, müssen bis 2050 durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden. Heute werden jährlich gerade einmal 10’000 Heizungen ersetzt. Und eine Million Häuser wartet noch auf eine energetische Sanierung, die deren Energieverbrauch markant senken kann.

Es gibt also viel zu tun im Gebäudebereich. Darum braucht es genügend gut ausgebildete Fachleute, die Solarpanels montieren, neue Heizungen installieren oder Sanierungs-Projekte planen. Die Liste der Berufe, die von Fachkräftemangel betroffen sind, wird länger, das Problem ist jedoch nicht neu. Das zeigen Studien, die anfangs der 2010-er Jahre erstellt wurden. Nun akzentuiert sich das Problem: Die Erwerbslosenquote in der Baubranche ist tief, gleichzeitig gibt es viele offene Stellen. Zudem stagnieren die Nachwuchszahlen seit Jahren. Der Fachverband Swissolar hatte vergangene Woche ja einen 11-Punkte-Plan für die Solarbranche vorgestellt (siehe Solarmedia vom 26.Januar 2022) und unter anderem die baldige Etablierung einer Berufslehre für Solarenergie-Fachleute in Aussicht gestellt.

Energeiaplus hat bei den beiden Branchenverbänden suissetec und Holzbau Schweiz nachgefragt, was sie gegen den Fachkräftemangel in ihrem Bereich unternehmen wollen. Der Verband suissetec hat rund 3’500 Mitglieder und vertritt Organisationen aus den Branchen Spenglerei/Gebäudehülle, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Gas- und Wasser-Installationstechnik. Holzbearbeiter und Zimmerleute sind Berufe, die bei Holzbau Schweiz angesiedelt sind.

Zu Quelle und Interview geht es >>> hier

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Donnerstag, 20. Januar 2022

Lange erwartet: Klarheit zu Plug-and-Play

Einstecken und schon fliesst der Strom – So einfach soll eine Plug&Play-Solaranlage installiert werden können. Doch ist das wirklich so simpel? Und welche Bewilligungen sind für solche Anlagen notwendig? Eine behördliche Anleitung.


Das Bundesamt für Energie (BFE) beantwortet jedes Jahr hunderte von Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern. Auf energeiaplus greifen wir unter dem Stichwort «Liebes BFE…» einige davon auf. Herr D. wollte wissen, welche Bewilligungen nötig sind, um eine Plug&Play-Solaranlage zu installieren und worauf er beim Kauf achten muss.

Ein zentrales Merkmal einer Plug&Play-Solaranlage ist, dass sie keine aufwändige Installation benötigt. Das Einrichten ist so simpel, dass man die Montage selbst übernehmen kann. Man kann die Solarzellen selbst an einer Balkonbrüstung montieren, ohne einen Techniker aufzubieten. Für Mieterinnen und Mieter ist das eine Möglichkeit, selbst Solarstrom zu produzieren. Wer mehr Platz zur Verfügung hat, könnte sich für ein Energiemöbel interessieren: Gartentische oder Gartenhäuschen mit integrierten Solarmodulen, die man ebenfalls selbst aufstellen kann.

Neben der einfachen Installation ist für Plug&Play-Solaranlagen aber vor allem typisch, dass sie zuhause einfach an eine Steckdose angeschlossen werden können – wie der Name (plug) schon sagt. Wir sind es gewohnt, dass Strom zuhause nur in eine Richtung fliesst und zwar in unsere eingesteckten Geräte hinein. Elektrizität kann jedoch in beide Richtungen fliessen. Plug&Play-Solaranlagen speisen die gewonnene Energie direkt in den Stromkreislauf  ein und versorgen damit Geräte, die im trauten Heim im Einsatz stehen.

Die Stromproduktionsleistung einer Plug&Play-Anlage darf 600 Watt nicht überschreiten. Bei einer höheren Leistung könnten die elektrischen Leitungen des Gebäudes überlastet werden. Das würde eine latente Brandgefahr darstellen. Mit der begrenzten Anlageleistung kommen zwar keine riesigen Strommengen zusammen. Doch immerhin: In einem vier-Personen-Haushalt können, abhängig vom Verbrauch, etwa 10 Prozent des Strombedarfs über eine Plug&Play-Anlage abgedeckt werden. Strom, der nicht gebraucht wird, fliesst via Zähler ins allgemeine Stromnetz. Da in der Schweiz Solaranlagen erst ab einer Produktionskapazität von 2000 Watt Anspruch auf Fördermassnahmen haben, stellt der Bund keine Gelder für diese Mini-Solaranlagen bereit. Dafür ist die Anschaffung einer Plug&Play-Anlage erschwinglich: Ab 600 Franken ist man dabei.

Worauf muss ich beim Kauf achten? Bei der Auswahl einer Plug&Play-Anlage sollte man ein Modell wählen, das den eigenen Bedürfnissen und Sonnenverhältnissen am besten entspricht. Der Verkäufer muss ausserdem zwingend eine sogenannte Konformitätserklärung ausstellen. Diese garantiert, dass die Anlage den Normen der relevanten Verordnungen entspricht. Das Bundesamt für Energie hat eine Übersicht von Anbietern von Solarmodulen für Mieterinnen und Mieter in einer Excel-Tabelle zusammengestellt, die als erste Orientierung dienen kann. Unter dem Register «Mini-Solaranlagen» findet man gute Anbieter von Plug&Play-Solaranlagen. Auch ein Merkblatt von EnergieSchweiz zu Solarstrom für Mieterinnen und Mieter bietet einen hilfreichen Einstieg in das Thema. 

 

Bewilligungen und Meldepflicht: Normalerweise ist für die Installation einer Plug&Play-Anlage nur eine Meldepflicht nötig: Man sollte seinen Stromnetzbetreiber darüber informieren, dass man die Installation einer Plug&Play-Anlage plant. Für Mieterinnen und Mieter ist es ebenfalls ratsam, der Hausverwaltung vor der Installation Bescheid zu sagen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch bei seiner Gemeindeverwaltung oder der kantonalen Energiefachstelle nach den lokalen Vorschriften erkundigen. So kann man vor der Anschaffung einer Anlage sichergehen, dass auch kantonales und kommunales Recht eingehalten wird.

Wer sich näher für Plug&Play-Solaranlagen interessiert, für den haben wir weiterführende Links zusammengetragen. Sind Sie Mieterin oder Mieter und/oder verfügen über kein eigenes Dach oder keine eigene Fassade, können Sie auf www.energieschweiz.ch/mieterinnen-solar noch weitere Möglichkeiten finden, wie auch Sie Solarenergie beziehen und fördern können. Weitere Informationen zu Plug&Play-Solaranlagen finden Sie auf den Webseiten von Swissolar, dem ESTI und Energie-Umwelt.

Lisa Brombach, Medien & Politik, BFE

Quelle: energeiaplus.com

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Mittwoch, 4. August 2021

Tarife für Rücklieferung erfolgreich gestalten

Schwankende und tiefe Rückliefertarife für selbst erzeugten Solarstrom sind ein grosser Hinderungsgrund für alle, die mit dem Bau einer Solaranlage dem Klima Gutes tun wollen. Im schlimmsten Fall stellen sie nach einigen Jahren fest, dass sich ihre Anlage erst später als berechnet oder gar nicht amortisieren lässt, was das Vertrauen in die ansonsten unumstrittene Solarenergie schwächt. Der Werkzeugkasten Rückliefertarife des Verbands unabhängiger Energieerzeuger VESE - einer Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie - setzt an diesem Punkt an.

Ist die Anlage gebaut, muss der
Solarstrom auch noch verkauft
(Bild: Guntram Rehsche)

Höhere und stabile Rückliefertarife - warum überhaupt? Heute ist es eine reine Glückssache, welchen Rückliefertarif ein Solaranlagenbesitzer erhält. Wie die Übersichtskarte pvtarif.ch zeigt, sind die Tarife vom Versorgungsgebiet abhängig und verändern sich über die Zeit. Deswegen lässt sich im Voraus nicht kalkulieren, wie schnell und ob sich eine Anlage amortisiert. Dies schafft Unsicherheiten bei den InvestorInnen und hemmt damit den Ausbau. Gerade bei grösseren PV-Anlagen ist die Situation besonders dramatisch: Denn ohne hohen Eigenverbrauch sind diese auf einen stabilen Rückliefertarif angewiesen, damit deren Amortisation gerechnet werden kann.

Das ist der Inhalt des Werkzeugkastens: Des Handwerkers Helfer sind im Werkzeugkasten versteckt: Ohne ihn könnte nichts gehämmert oder geschraubt werden. Dort setzt der Werkzeugkasten Rückliefertarife an: er enthält  Arbeitshilfen für politisch Aktive, um höhere und vor allem stabile Rückliefertarife zu fordern. Das Kernstück bilden verschiedene Vorlagen für Anträge auf Gemeinde- oder Kantonsebene. Diese werden von einem Argumentarium und einer Informationsbroschüre begleitet. Zweiteres soll insbesondere Personen, welche sich im Energiebereich noch nicht so gut auskennen, den Einstieg erleichtern. Auch eine Vorlage für eine Medienmitteilung sowie das Positionspapier des VESE zur Thematik ist darin zu finden. Der Werkzeugkasten kann unter www.vese.ch/werkzeugkasten gratis heruntergeladen werden.

Politisches Instrument für Politikerinnen, Politiker und Engagierte: Der Werkzeugkasten richtet sich in erster Linie an PolitikerInnen auf Gemeinde- oder Kantonsebene. Aber auch andere Personen können davon Gebrauch machen: Sei dies, indem sie einen Menschen mit politischem Amt zu einem Vorstoss überzeugen, oder indem sie selbst aktiv werden. Wir freuen uns auf zahlreiche Vorstösse, welche uns dem Ziel für eine Schweiz, 100% erneuerbar, näherbringen.

Über VESE
VESE setzt sich seit Jahren ein für eine «Schweiz hundert Prozent erneuerbar» mit einer breit abgestützten Energiewende. Mitglieder von VESE sind Solargenossenschaften sowie private und institutionelle Betreiber von Anlagen für erneuerbare Energieproduktion, vor allem Solaranlagen. Organisiert ist VESE als Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES.

Für Rückfragen und weitere Auskünfte:
Walter Sachs, Präsident VESE, Tel. 076 528 09 36, E-Mail: walter.sachs@vese.ch

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Montag, 28. Juni 2021

Häufig gestellte Solar- Fragen und Antworten

Ist mein Haus für eine Solaranlage geeignet? Wie umweltfreundlich ist eigentlich Solarenergie? Zu diesen und vielen weiteren Fragen finden Sie hier die passenden Antworten - geliefert von Swissolar, dem  Schweizzerischen Fachverband für Solarenergie. Dieser hält übrigens diese Woche wieder seine jährliche PV-Tagung ab - Solarmedia wird laufend berichten, hier und auf Twitter unter #PVTagung21.

Hier ein paar Beispiele:  Welchen Anteil an der Schweizer Energieversorgung kann die Photovoltaik leisten?

Auf Dächern und Fassaden der Schweiz könnten 67 Terawattstunden, respektive 110% des heutigen jährlichen Strombedarfs mit Photovoltaik erzeugt werden (Quelle: www.sonnendach.ch). Wenn ein Teil dieser Flächen für Wärmeerzeugung genutzt würde, so könnte rund ein Zehntel des heutigen Wärmebedarfs auf Gebäuden erzeugt werden. Mehr dazu in der Studie „Solarpotenzial Schweiz“ von Meteotest (2017). Noch nicht eingerechnet sind die Potenziale auf Infrastrukturanlagen (z.B. Parkplätze, Stauseen, Lärmschutz) und vorbelasteten Freiflächen (Skigebiete, Baulandreserven, etc.) auf denen mindestens weitere 25% des heutigen Strombedarfs erzeugt werden könnten. Damit gehören Strom und Wärme von der Sonne neben der Wasserkraft zu den tragenden Pfeilern der zukünftigen Energieversorgung der Schweiz.

Wie stark reduziert Solarstrom die CO2-Emissionen? 

Die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom in der Schweiz verursacht Treibhausgas-Emissionen von 42.5 g CO2-Äquivalenten (Quelle: Ökobilanz Strom aus Photovoltaikanlagen, Update 2020, treeze Ltd.). Die Herstellung und Entsorgung der gesamten PV-Anlage ist dabei eingerechnet. Bei einem Gaskraftwerk liegen diese Emissionswerte bei 598 g, bei einem Braunkohlekraftwerk gar bei 1220 g. Insgesamt verursacht der europäische Strommix pro Kilowattstunde Emissionen von 275 g CO2-Äquivalenten (Quelle: Greenhouse gas emission intensity of electricity generation, European Environment Agency), der schweizerische Verbrauchermix 181.5 g CO2-eq/kWh (Quelle: Umweltbilanz Strommix Schweiz, Version 3, 2016, treeze Ltd.). Bei Solarstrom fallen somit 4 bis 6-mal weniger Treibhausgasemissionen an. Solarstrom ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Die 2020 in der Schweiz vorhandenen Photovoltaik-Anlagen sparen im Vergleich zum EU-Mix jährlich fast 600’000 Tonnen CO2-Äquivalente ein.

Haben wir mit Solarstrom künftig auch im Winter genügend Energie? 

Für die künftige Energieversorgung im Winter ist primär durch verbesserte Wärme­dämmung der Verbrauch an Heizenergie zu senken. Der Wärmebedarf kann damit durch Wärmepumpen, Solarwärme und Holzenergie gedeckt werden. Zur Stromversorgung ist der Solarstrom vor allem im Winter durch Wasserkraft, Windenergie und Biomasse-Kraftwerke zu ergänzen. Swissolar empfiehlt den Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz auf eine Leistung von 50 Gigawatt bis 2050 (25x mehr als heute) mit einer Jahresproduktion von 45 Terawattstunden. Damit kann auch die Solarenergie einen namhaften Beitrag an die Winter-Energieversorgung leisten. Die damit verbundenen, momentan nicht verwendbaren Solar-Produktionsspitzen im Sommer können mit so genanntem Peak-Shaving abgeregelt werden. Längerfristig können neue Technologien wie Power to Gas (Umwandlung von überschüssigem Strom in Gas) dazu kommen. Bandenergie, also die gleichmässige Stromproduktion aus Atomkraftwerken, wird entfallen. Die zukünftige Stromversorgung stützt sich auf eine intelligente Kombination der verschiedenen erneuerbaren Energiequellen.

Weitere Fragen und die Antworten unter: Swissolar

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