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Sonntag, 16. August 2026

100 % erneuerbar dank vieler Solar-Bausteine

Nach Ferien und sonnigen wie heissen Zeiten ein Überblick zur weiterhin berauschenden Aktualität im Solarbereich, im Weltmasstab berauschend, obwohl der Anlagenbau 2026 wie schon im letzten Jahr in der Schweiz und auch in Deutschland rückläufig ist. Das sollten Sie sich merken - einen Schwall von Abkürzungen: AgriPV.  AquaPV, RailPV, BI-PV, BESS, SSP usw. Trotz anhaltender Hitze ein paar Überlegungen von Solarmedia-Autor, Guntram Rehsche.

Auch wenn man aufgrund der Verhältnisse derzeit von einer Baisse im Solar-Markt oder in der Solar-Wirtschaft sprechen muss, geht es trotz allem munter voran (und die Verhältnisse sind je nach Marktsegment unterschiedlich). Deutlich springt etwa ins Auge, dass in Deutschland die Auf-Dachanlagen zwar einen Einbruch verzeichnen, hingegen im Freilandbereich das starke Wachstum anhält. In Deutschland schwebt allerdings über allem die Ungewissheit, wie die neue Gesetzgebung (über welche derzeit das Bundesparlament berät), schliesslich umgesetzt und der Markt der Erneuerbaren insgesamt benachteiligt wird.

Doch zu den eingangs  erwähnten Stichworten / Abkürzungen: Vielversprechend ist gemäss Solarmedia die Agri-Photovoltaik, die sich in verschiedenen europäischen Staaten guter Rahmenbedingungen erfreut. Leider ganz im Gegenteil zur Schweiz. Hier gilt nach wie vor eine Bewilligungpflicht, die einschränkend wirkt und die im Grundsatz Agri-PV verhindert oder nur ermöglicht, wenn sowohl eine landwirtschaftliche Ertragssteigerung wie positive Solarwerte erreicht werden. Nur eines der beiden genügt nicht, aber bereits eine Erfüllung genügte um AGI-PV wirtschaftlich anzuwenden. Auch hier wieder einmal sind es leider landwirtschaftliche Kreise, die ähnlich wie in der Klimapolitik fortschrittliche Lösungen verhindern.

Sodann die Rail-PV: Wieder einmal ist die Schweiz unter den Vorreiter*innen, denn hier wurde eine Anlage mit Modulen zwischen den Schienen erfolgreich getestet und ist eine Schweizer Firma zuvorderst bei der Entwicklung dabei. Da kann man nur hoffen, dass es dabei bleibt.

Des Weiteren BIPV: Fassaden integrierte Photovoltaik Anders ausgedrückt - Module gehören auch an die Fassaden. Vor allem im Winter ist die senkrechte Aufständerung wegen der dauernd tiefstehenden Sonn von Vorteil. Und es gibt ja auch schon längst bewährte Anlagen, zu erinnern sei etwa an die Fassade der Gebäude auf dem Jungfraujoch - und die alpinen Solaranlagen im Rahmen des Solarexpress kommen.

Schliesslich nochmals ein Zungenbrecher: BESS steht für BESS steht für Battery Energy Storage System (Batterie-Energiespeichersystem). Also für ein komplettes System, das überschüssigen Strom aus Photovoltaik-Anlagen (Solarmodulen) in Batterien speichert und bei Bedarf wieder abgibt – etwa nachts, bei Bewölkung oder zu Spitzenlastzeiten, wenn die Sonne nicht (ausreichend) scheint.
 
Es gibt auf wahrlich vielversprechende verschiedenartige Lösungen um dem Solar Markt wieder neue Impulse zu leihen, denn, das soll nie vergessen sein, das Ziel ist ein radikaler Ausbau in dieser Solar Wirtschaft und ein Anteil von Solarstrom an der Gesamtstromversorgung von rund der Hälfte. Dann kann auch Atomstrom ersetzt werden und der Rest besorgt das Wasser sowie weitere Quellen erneuerbaren Stromes, wie etwa Bioenergie aus Abfällen, etc. oder im beschränkten Mass Geothermie und weiter.

Zu allen grossen Stossrichtungen kommen viele kleinere hinzu, die das Ganze abrunden und 100 % erneuerbar auf der Basis einer weitverbreiteten Solarwirtschaft erst ermöglichen.

Quelle / Copyright: Solarmedia

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Sonntag, 21. Juni 2026

Energieverbrauch leicht im Plus - mehr Erneuerbare verbraucht

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0.2% auf 777’870 Terajoule (TJ) leicht gestiegen. Hauptgründe dafür sind die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung und der Anstieg beim Absatz von Flugtreibstoffen.

Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch, nahm gegenüber dem Vorjahr um 5,6% zu. Zugenommen haben auch andere Faktoren, welche den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+0,9%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können, die im Oktober 2026 publiziert werden.

Anstieg beim Treibstoffverbrauch

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Absatz von Flugtreibstoffen um 3,2 % und liegt nun nur noch knapp unter dem höchsten Verbrauchsniveau von 2018. Der Benzin- und Dieselabsatz ist hingegen insgesamt um 1,0% gesunken (Benzin: +0,6%, Diesel: -2,3%). Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel (34,9%) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr zu (+9,5%). Ihr Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel nahm ebenfalls zu und lag das erste Mal über 5% (5,3%).

Leichte Anstieg beim Verbrauch von Elektrizität, Rückgang beim Heizöl extra-leicht und Erdgas

Der Verbrauch von Elektrizität stieg um 0,8%. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht und Erdgas nahmen jedoch um 4,3% und 1,1% gegenüber dem Vorjahr ab. Diese drei Energieträger machen rund die Hälfte des Endenergieverbrauches aus. Die energetische Verwendung von Industrieabfällen stieg um 2,1%. Der Verbrauch von Kohle und Petrolkoks nahm hingegen insgesamt um 21,1% ab und der Verbrauch von Heizöl mittel und schwer lag wiederum bei null. Der Anteil dieser vier Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering (<2%).

Verbrauchsanstieg bei Erneuerbaren

Erneuerbare Energieträger ersetzen beim Heizen zunehmend die fossilen Energien. So nahm die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen um 8,4% zu, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,5%). Der erneuerbare Anteil von Fernwärme stieg weiterhin und lag 2025 bei 44,7%. Der Verbrauch von Solarwärme und Energieholz ist hingegen leicht gesunken (-1,5%, bzw. -0,5%). Die direkte Nutzung von Biogas nahm um 0,5% zu. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogases (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 12,9%. Der Anteil erneuerbaren Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch lag 2025 bei 30,6%.

Elektrizitätsbilanz 2025

2025 ist der Schweizer Stromverbrauch (Endverbrauch) gegenüber dem Vorjahr um rund 0,8% auf 58,0 TWh gestiegen. Die inländische Stromproduktion (Landeserzeugung) sank um rund 16,7% auf neu 67,5 TWh. 2025 stammten 55,5% der Stromproduktion von Wasserkraftwerken (Laufkraftwerke 24,2%, Speicherkraftwerke 31,3%), 27,2% aus Kernkraftwerken und 17,3% aus thermischen und erneuerbaren Stromproduktionsanlagen (thermische Erzeugung 5,3%, Windkraft 0,2% und Photovoltaik 11,8%).

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2025 und die Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2025 sind ab dem 10. Juli 2026, respektiv ab dem 24. Juli 2026 im Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort online verfügbar sind ein erster zusammenfassender Überblick über den Energieverbrauch 2025 und die definitive Elektrizitätsbilanz 2025 (siehe Anhang).

Dokumente

Gesamtenergiestatistik

Elektrizitätsstatistik

Elektrizitätsbilanz der Schweiz 2025: Stromverbrauch gestiegen | BFE-Magazin energeiaplus | Energiemagazin des Bundesamtes für Energie

Quelle: https://www.admin.ch/de/newnsb/YQtEZcK-D9fQ             

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Montag, 13. April 2026

Solartechnisch ein saumässig gutes Wochenende

Zwei Staaten haben übers Wochenende für Furore gesorgt. Erwähnt wurde hier auch schon Ungarn (siehe Solarmedia vom 6.April 2026). Dieses steht an der Spitze unter den Solar-Anwendern in Europa, und das ganz plötzlich, nachdem es lange Zeit als Nachzügler galt.

Pakistans Entwicklung gilt als eigentliche 
Solar-Revolution,  getrieben von hunderttausenden 
von Anwendungen - Bild WION
Sodann sei hier die Rede vom fernöstlichen Pakistan, wo es ja leider am Wochenende in Bezug auf den Iran-Krieg zu keinem Fortschritt kam. Pakistan ist aber ein Land, das ebenfalls in kürzester Zeit an die Spitze der Solar-Nutzer-Nationen gelangt ist. Und das gelang insbesondere durch eine Spezialität, nämlich durch eine fast vollständig dezentrale Entwicklung ohne grosse PV Anlagen, die sonst in vielen Ländern das Bild aufbessern.  

Pakistan hat in den letzten Jahren tatsächlich einen der weltweit schnellsten Solar-Booms erlebt – vor allem durch eine dezentral, verbrauchergetriebene Revolution („people-led“ oder „grassroots“). Im Gegensatz zu vielen Ländern kam der Zuwachs nicht primär durch große staatliche Projekte, sondern durch Millionen Haushalte, Unternehmen und Landwirte, die auf ihren Dächern und Feldern Solaranlagen installierten. Das geschah vor dem Hintergrund einer schweren Energiekrise und extrem attraktiver Rahmenbedingungen. Wie kam es dazu? (Die Entwicklung seit ca. 2020/2022)
  • Energiekrise als Katalysator: Pakistan litt unter jahrelangen Stromausfällen (Load Shedding bis zu 12 Stunden täglich), explodierenden Strompreisen (um über 155 % in nur drei Jahren gestiegen durch teure IPP-Verträge aus den 1990er-Jahren, Rupien-Abwertung und globale Preisschocks wie den Ukraine-Krieg). Gleichzeitig wurden Diesel-Generatoren teuer. Solar wurde plötzlich zur günstigen, zuverlässigen Alternative – vor allem für Bewässerungspumpen, Industrie und Haushalte. 
  • Günstige Technik aus China: Die Preise für Solarmodule sanken dramatisch (von ca. 0,35 USD/Watt 2017 auf 0,08 USD/Watt 2025). Pakistan importierte riesige Mengen: 17 GW Module allein 2024 (weltweit einer der größten Importeure, teilweise sogar mehr als manche Industrieländer installieren), kumulativ rund 50 GW. Viele Anlagen wurden „behind-the-meter“ (ohne Netzeinspeisung) oder off-grid gebaut. 
  • Net-Metering-Politik als Turbo: Die 2015 eingeführten Net-Metering-Regeln erlaubten eine 1:1-Verrechnung von eingespeistem Überschussstrom zum hohen Durchschnittspreis (ca. 26–27 PKR/kWh ≈ 0,093 USD). Die Amortisation betrug oft nur 1–2 (max. 4) Jahre – extrem attraktiv. Dazu kamen Steuerbefreiungen auf Module (seit 2013, erweitert 2022). 
Zahlen zur Kapazität (Stand 2025, teils Schätzungen wegen vieler nicht gemeldeter Anlagen):
  • Net-metered Rooftop-Solar: Von ca. 2,5 GW (2024) auf 5,3 GW (Ende April 2025) bzw. 6,1 GW (Juni 2025). Monatlich wurden zeitweise 500+ neue Systeme installiert. 
  • Gesamte verteilte Solarleistung (inkl. Off-Grid, Behind-the-Meter, Landwirtschaft): Schätzungen von Think-Tanks liegen bei 27–33 GW installiert (davon ca. 19 GW nicht net-metered). 
  • Utility-Scale (große Kraftwerke): Nur ca. 0,5–0,7 GW (z. B. Quaid-e-Azam Solar Park 400 MW + weitere Projekte).
  • Anteil am Strommix: Solar lieferte 2025 zeitweise bis zu 25 % des Netzstroms; die Erzeugung aus Solar stieg deutlich schneller als global. 
Das entspricht einer der schnellsten verbrauchergetriebenen Energieanwendungen weltweit und hat Pakistan bereits Milliarden USD an Öl- und Gasimporten erspart.Die genaue Politik
  • Rahmen: Alternative & Renewable Energy (ARE) Policy 2019 mit dem Ziel 20–30 % Erneuerbare bis 2030 (Solar als Schwerpunkt). Solarpotenzial wird auf über 40 GW geschätzt.
  • Kerninstrument: Net-Metering-Regulations 2015 (bis 1 MW, 7-Jahres-Lizenz, volle Einspeisevergütung).
  • Wichtige Änderung 2025: NEPRA hat im Dezember 2025 die Prosumer Regulations 2025 vorgestellt und konsultiert (ersetzen die alten Regeln). 
    • Wechsel von reinem Net-Metering zu Net-Billing: Verbrauch (Import) wird zum vollen Retail-Tarif bezahlt, Überschuss (Export) nur noch zum deutlich niedrigeren „National Average Energy Purchase Price“ vergütet (von ca. 26–27 PKR/kWh auf ca. 10–13 PKR/kWh – über 60 % Kürzung für Neuanlagen).
    • Lizenzdauer verkürzt auf 5 Jahre.
    • Bestehende Anlagen bleiben bis Vertragsende geschützt.
  • Grund für die Reform: Hohe Einnahmeverluste der Verteilnetzbetreiber (DISCOs), Quersubventionierung (Nicht-Solar-Kunden, vor allem Ärmere, zahlen mehr), Netzstabilität und „free-battery“-Effekt. Es gibt zusätzlich eine 10 %-Importsteuer auf Module seit Juni 2025, aber auch provinziale Subventionsprogramme für Arme und Landwirtschaft (z. B. Punjab für Tube-Wells). 
Aussichten (2026 und darüber hinaus)
  • Positiv: Der Boom dämpft Stromausfälle, steigert Energieunabhängigkeit (Pakistan ist weniger anfällig für globale LNG- oder Ölkrisen) und schafft ländliche Arbeitsplätze/Produktivität (z. B. solarbetriebene Bewässerung). Bis 2026 könnte Solar 20 % oder mehr des Stroms liefern; weitere Utility-Scale-Projekte (z. B. Layyah 1.200 MW) sind geplant. Die Politik bleibt grundsätzlich solarfreundlich, nur die Anreize werden „nachjustiert“, um das System nachhaltig zu machen. 
  • Herausforderungen: Netzstabilität (Überschuss bei Tag, Nachfrage bei Nacht → Speicher nötig), Datenlücken bei nicht gemeldeten Anlagen, soziale Ungleichheit (Solar lohnt sich vor allem für Besserverdienende) und mögliche Verlangsamung durch die neuen Regeln.
  • Prognose: Das Wachstum geht weiter, aber etwas gebremst und strukturierter. Pakistan gilt bereits als Lehrbeispiel, wie ein Entwicklungsland mit instabilem Netz durch dezentrale Solarenergie resilienter werden kann – vorausgesetzt, die Politik begleitet den Boom mit smarter Netzintegration und inklusiven Maßnahmen für alle Schichten.
    Quelle: Solarmedia & Grok
     
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