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Donnerstag, 2. Januar 2025

Wärme-Akku Erdsonde: Sommerhitze für die kalte Jahreszeit

© Wien Energie/ Michael Horak | Village im Dritten – Tiefensonden

Schlüsseltechnologie für Energiewende macht das Erdreich zum Energiespeicher und hilft, Energie aus dem Sommer in den Winter zu bringen.

Um die Weihnachtszeit und Jahreswende, wenn die Tage am kürzesten sind, ist es besonders wichtig, ausreichend Energie zur Verfügung zu haben. Eine Technologie, die dabei in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird und von Wien Energie genutzt wird, ist die oberflächennahe Geothermie, bei der Erdsonden zum Einsatz kommen. Ende Dezember sind die Sondenfelder noch zu etwa 70 bis 80 Prozent geladen.

Während die meisten Erneuerbaren-Technologien ihren Erzeugungshöhepunkt im Sommerhalbjahr erreichen, wird im Winter deutlich mehr Energie verbraucht. Der sogenannte saisonale Übertrag, also der Energietransfer vom Sommer in den Winter, ist deswegen eine der großen Herausforderungen der Energiewende.

Unter der Erde herrschen ab einer Tiefe von 15 Metern ganzjährig stabile Temperaturen. In 150 Metern Tiefe hat es etwa 13 Grad. Erdsonden sind im Prinzip „Schlauch-Schlaufen“, die in Bohrlöchern stecken. Eine Sondenflüssigkeit (Sole) wird dadurch gepumpt und nimmt dabei die Wärme des umgebenden Erdreichs auf. An der Oberfläche kann die Wärme dann genutzt werden, etwa als Ausgangstemperatur für eine Wärmepumpe.

Ein Jahr Ladezyklus

Dem Boden kann aber nicht immer nur Wärmeenergie entzogen werden. Insbesondere bei größeren Sondenfeldern ist es wichtig, auf eine nachhaltige Bewirtschaftung zu achten. Denn wird dem Erdreich monatelang Wärme entzogen, kühlt dieses aus – im Frühling werden die Sondenfelder sozusagen leer, wodurch die Effizienz der Wärmeerzeugung abnimmt. Über die warmen Monate werden die Sondenfelder dann regeneriert, indem überschüssige Wärme, etwa aus Sonnenenergie, in den Boden eingespeichert wird. Dieser Vorgang kann auch dazu genutzt werden, Gebäude sanft zu kühlen, indem etwa über den Wasserkreislauf einer Fußbodenheizung Wärme abgeführt wird.

Diese Technologie kann insbesondere in Neubauregionen angewendet werden, etwa in Stadtentwicklungsgebieten wie dem Village im Dritten der ARE Austrian Real Estate. Wien Energie und ARE setzen dort ein Energiekonzept um, bei dem bis zu 80 Prozent der Heizenergie aus lokalen erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Mit 500 Erdsonden, die eine Tiefe von 150 Metern erreichen, wird dort das größte Erdsondenfeld Österreichs errichtet. Die erste Wärme-/Kältezentrale wurde im Herbst in Betrieb genommen, bis 2027 ist die Fertigstellung des gesamtenQuartiers mit etwa 2.000 Wohnungen sowie Gewerbeflächen geplant.

Nachtrag Solarmedia: In der Schweiz werden solche Projekte bereits seit mehreren Jahren unter dem Namen Anergie realisiert, zum Beispiel durch durch die Familienheim Genossenschaft FGZ am Zürcher Üetliberg.

Quelle: Wien Energie 2024

Donnerstag, 22. Juni 2023

Hört hört! Energie-Verbrauch ist gesunken

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2022 gegenüber dem Vorjahr um 3,9% auf 765’070 Terajoule (TJ) gesunken. Hauptgrund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr wärmere Witterung.

Die Abnahme des Endenergieverbrauches um 3,9% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die wärmere Witterung zurückzuführen: Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 17,2% ab. Die Energie-Sparkampagne des Bundes und die deutlich angestiegenen Energiepreise dürften weitere Faktoren sein, die zur Reduktion des Energieverbrauchs 2022 beigetragen haben. Leicht zugenommen haben hingegen Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauchs bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,8%), das Bruttoinlandprodukt (+2,1%), der Motorfahrzeugbestand (+0,5%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauchs aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern (Publikation im Oktober 2023).

Treibstoffverbrauch leicht gestiegen: Die Erholung des Flugverkehres nach zwei Jahren COVID-19-Pandemie zeigte sich 2022 deutlich beim Treibstoffverbrauch. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 76.1%, lag aber immer noch unterhalb des Niveaus von 2019. Hingegen ist der Benzin- und Dieselverbrauch 2022 insgesamt um 1,4% gesunken (Benzin: -2,9%, Diesel: -0,2%) und lag weiterhin unter dem Niveau von 2019. Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel (33,5%) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr zu (2,1%), nachdem er 2020 und 2021 abgenommen hatte. Ihr Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel nahm ebenfalls leicht zu und lag bei 3,4% (2021: 3,3%).

Rückgang von Energieträgern zu Heizzwecken: Die warme Witterung bewirkte einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von Energieträgern zu Heizzwecken: Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 19,5%, derjenige von Erdgas um 17,0% gegenüber dem Vorjahr. Der Elektrizitätsverbrauch nahm ebenfalls ab (-1,9%) (siehe Medienmitteilung BFE vom 20. April 2023). Diese drei Energieträger machen ungefähr die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2022: 51,5%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen nahm um 0,8% leicht ab. Der Verbrauch von Kohle und Petrolkoks nahmen hingegen um 4,1% und 21,7% zu und es gab wie im Vorjahr keinen Verbrauch von schweren Heizölsorten. Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering (<1%).

Verbrauchsrückgang auch bei den erneuerbaren Energien: Die wärmere Witterung wirkte sich auch auf alle erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Die Verbräuche von Energieholz und Fernwärme nahmen um 12,0% und 7,5% ab. Ebenfalls gesunken ist die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen (-4,5%). Der Verbrauch von Solarwärme blieb auf Vorjahresniveau (-0,4%). Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch betrug 11,3% (Energieholz: 5,4%, Umgebungswärme: 2,7%, Fernwärme: 2,8%, Solarwärme: 0,3%).

Die direkte Nutzung von Biogas nahm um 0,5% zu. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich eine Zunahme des Biogasverbrauches von 6,2%. Der Anteil des eingespeisten Biogases am gesamten Gasverbrauch stieg auf 1,3% (2021: 1,1%).

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2022 ist ab der zweiten Hälfte Juli 2023 auf Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Dazu werden neu die Energiebilanzen der Schweiz für die Jahre 1980-2022 gemäss Open Government Data (OGD) Richtlinien in einem maschinenlesbaren Format publiziert. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick (siehe Anhang).


Adresse für Rückfragen

Pressestelle BFE, 058 460 81 52



Herausgeber: Bundesamt für Energie http://www.bfe.admin.ch

Mittwoch, 24. Mai 2023

Grosses Interesse am nation. Wärmekongress

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Der 1. Nationale Wärmekongress der aeesuisse ging am 23. Mai 2023 in Pratteln (Basel) erfolgreich über die Bühne. Unter dem Motto «Wärmewende konkret!» diskutierten die prominenten Referent:innen gemeinsam mit rund 250 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, wie eine erneuerbare Wärmeversorgung realisiert werden kann. Die Dekarbonisierung des Wärmesektor ist eine wichtige Massnahme zur Erreichung der Klimaziele.

Spätestens die drohende Energiemangellage im vergangenen Winter hat uns unsere fatale Abhängigkeit von fossilen Energien drastisch vor Augen geführt. Unsere Energieversorgung basiert zu rund 70 Prozent auf Ressourcen, die in der Schweiz nicht verfügbar sind. In diesem Zusammenhang rückt auch die Wärmeversorgung zunehmend in den Fokus. Denn: Wärme und Kälte wird zum grössten Teil mit fossilen Ressourcen bereitgestellt, auch wenn die erneuerbaren Energien kontinuierlich an Boden gut machen. Mit dem ersten nationalen Wärmekongress initiieren die aeesuisse eine Plattform, die Entscheidungsträger:innen und Wärmewendemacher:innen aller Technologien zusammenbringt und der Wärmewende zu einer breiteren Aufmerksamkeit verhilft. 

Hochkarätige Referent:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung: Nach der Eröffnungsrede von aeesuisse Präsident Gianni Operto und einem Grusswort von Isaac Reber, Regierungsrat Kanton Basel-Landschaft startete das Warm Up mit spannenden Vorträgen von Prof. Dr. Reto Knutti «Die Klimakrise spitzt sich weiter zu» und Markus Portmann, Geschäftsführer, e4plus AG, «Plusenergie und klimaneutral – politische Massnahmen für den nachhaltigen Betrieb des Schweizer Gebäudeparks».

Anschliessend stellten die Macher:innen der Wärmewende ihre umgesetzten Projekte vor: Meilen: Synergien zwischen einer Areal-Lösung und einem Energieverbund, Romeo Deplazes, Bereichsleiter Lösungen und Stv. CEO, Energie 360°, Erlenmatt Ost: Strom und Wärme für 500 Bewohner:innen, Thomas Tribelhorn, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ADEV Energiegenossenschaft Seewasserverbunde CO₂-frei heizen und kühlen mit Seewasser, Christoph Deiss, Leiter Energielösungen, ewz, Sanierung mit RF1-Energiesparfenstern bei laufendem Wohnbetrieb – Fallstudie «Parc Dinu-Lipatti» in Genf, Mike Vogt, Leiter Innovation & Digitalisierung 4B AG, Vom Bestand aus 1970 zu einem zukunftsfähigen PlusEnergieBau, Fabrice Bär, Projektleiter, GIUSEPPE FENT AG – Architektur im Klimawandel SIA, Maison Climat, Biel … durch und durch nachhaltig, Heinz Beer, Unternehmer, Beer Holzbau AG, Saisonale geologische Speicherung, das Beispiel GeniLac© (Genf), Michel Meyer, Geothermie-Manager, SIG, Leuchtturm suissetec Campus, Oskar Paul Schneider, Leiter suissetec Bildungszentrum Lostorf, Solares Fondue: Prozesswärme für den Emmi Produktionsbetrieb in Langnau i. E. (P&D SolarEmmi), David Theiler, Projektleiter Forschung, SPF Institut für Solartechnik.

Den Nachmittag eröffnet Daniel Büchel, Vizedirektor des BFE. In den Breakout Sessions wurde vertieft auf die fünf Themen «Smart Green Building», «Fachkräftemangel und Bildungsinitiative», «Low hanging fruits», «Wärmestrategien» und «vernachlässigte solare Wärme» eingegangen. Zum Abschluss gab es spannende Einblicke in die Politik von Denis Billat, Fachspezialist Industrie und Dienstleistungen, BFE, Rafael Mesey, Leiter Neue Energien CKW und David Stickelberger, Leiter Markt und Politik, Swissolar mit einer anschliessenden Podiumsdiskussion mit Daniel Büchel, Vizedirektor des BFE, Dr. Peter Richner, stv. Direktor EMPA, Kaspar Sutter, Regierungsrat Basel-Stadt, Maya Graf, Ständerätin GPS und Markus Meier, Direktor HEV Schweiz, über die politischen Massnahmen für den nachhaltigen Betrieb des Schweizer Gebäudeparks.

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Mittwoch, 1. März 2023

Gesamtenergieverbrauch in der Schweiz gesunken

Erste Schätzungen zeigen, dass der Energieverbrauch der Schweiz 2022 gegenüber dem Vorjahr abgenommen hat. Das betrifft nicht nur den Stromverbrauch, über den Solarmedia bereits berichtete (siehe hier >>>).

Für das Jahr 2022 wird ein Rückgang des Endenergieverbrauchs der Schweiz von etwa 4% gegenüber dem Vorjahr erwartet, auf schätzungsweiser 760’290 Terajoule (TJ). Bei den meisten Energieträgern ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang zu erwarten. Die warme Witterung im Jahr 2022 führte zu einem tieferen Verbrauch von fossilen Brennstoffen (Heizöl und Gas) und von den übrigen Energieträgern, die zu Heizzwecken eingesetzt werden. Ausserdem startete der Bundesrat Ende Sommer eine Sparkampagne. Sie zeigt, wie die Bevölkerung und die Wirtschaft freiwillig Energie sparen können.

Der Anstieg des Verbrauches an fossilen Treibstoffen widerspiegelt hingegen die Zunahme der Luftbewegungen im internationalen Luftverkehr nach zwei Jahren COVID 19 Pandemie.

Das Bundesamt für Energie (BFE) publiziert zum zweiten Mal eine Schätzung des Endenergieverbrauchs der Schweiz nach Energieträgern (Bericht für das Jahr 2021). Das Ziel ist, die Öffentlichkeit möglichst früh über den Energieverbrauch des Vorjahres zu informieren.

Die Schätzung des Endenergieverbrauchs ist für fünf Energieträgergruppen vorhanden (siehe dazu auch den Kurzbericht). Gemäss den provisorischen Zahlen machen die Erdölprodukte (Brenn- und Treibstoffe) den grössten Anteil (344’490 TJ) am Energieverbrauch aus, gefolgt von Elektrizität (205’310 TJ) und Gas (99’910 TJ). Unter den restlichen Energieträgern (78’400 TJ) sind Kohle, Holz, Fernwärme und Industrieabfälle zusammengefasst. Die übrigen erneuerbaren Energien (Summe von biogenen Treibstoffen, Biogas, Sonne und Umweltwärme) erreichen den kleinsten Anteil (32’180 TJ).

Die Schätzung des Energieverbrauchs basiert auf bereits verfügbaren (provisorischen) Daten, Trends aus vergangenen Entwicklungen und statistischen Modellierungen. Diese Schätzung dient als Richtwert, ist provisorisch und kann nicht für qualifizierte Aussagen verwendet werden. Die definitiven Werte können von den Schätzwerten abweichen, da gewisse Faktoren noch nicht vollständig erfasst werden können.

Der definitive Energieverbrauch der Schweiz im Jahr 2022 wird am 22. Juni 2023 zusammen mit einem zusammenfassenden Überblick veröffentlicht. Die vollständige Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2022 ist ab der ersten Hälfte Juli 2023 im Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich.

Erica Madonna und Giulia Lechthaler-Felber, Analysen und Perspektiven, Bundesamt für Energie

Qzuelle: energeiaplus.com

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Donnerstag, 19. Januar 2023

Auch Wärmeversorgung soll CO2-frei werden

Die Wärmeversorgung der Schweiz soll bis 2050 CO2-neutral werden. Mit der «Wärmestrategie 2050» zeigt das Bundesamt für Energie (BFE), mit welchen Massnahmen dieses Ziel erreicht werden kann.

Der Wärmebereich macht heute rund 50% des Energieverbrauchs der Schweiz aus und verursacht mehr als 35% der CO2-Emissionen. Um das Netto-Null Emissionsziel zu erreichen, muss der Wärmebedarf (Heizung und Warmwasseraufbereitung in Gebäuden und Prozesswärme in der Industrie) bis 2050 vollständig mit erneuerbaren Energien und CO2-frei gedeckt werden.

Die Wärmestrategie 2050 lehnt sich an die Energieperspektiven 2050+ des BFE an, die verschiedene Netto-Null Szenarien untersucht haben. Um das Klimaziel zu erreichen, braucht es sowohl die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger als auch eine Senkung des Verbrauchs: 2050 soll der Energieverbrauch im Wärmebereich um rund 30% tiefer liegen als im Jahr 2020.

Zum Entwurf der Wärmestrategie 2050 wurden rund 60 Organisationen konsultiert (Gemeinden, Kantone, Energieunternehmen, Baubranche, Wirtschaftsverbände, Bildungsorganisationen, Umweltverbände, etc.). Rund 70% der Befragten halten die Wärmestrategie für realistisch oder eher realistisch. Die Rückmeldungen wurden in der Schlussversion der Wärmestrategie 2050 berücksichtigt.

Das Strategiepapier beschreibt in einem Zielbild 2050 (siehe Beilage) und in Textform die jeweiligen Massnahmen für insgesamt 10 Themenbereiche: Gebäudeeffizienz; Heizungssysteme; Prozesswärme: Thermische Netze; Thermische Energiespeicher; Elektrifizierung; Erneuerbare Gase und synthetische Brennstoffe; Bund, Kantone und Gemeinden; Gesetzgebung; Fachkräfte.

Die Wärmestrategie 2050 soll als Leitfaden für die Weiterentwicklung von Massnahmen zur Dekarbonisierung des Schweizer Energieversorgungssystems insbesondere im Wärmebereich dienen. Mit den heute geltenden politischen Massnahmen kann das Netto-Null Ziel bis 2050 nicht erreicht werden. Aufgegleist sind bereits verschiedene neue Massnahmen, die derzeit im Parlament diskutiert werden oder bereits zur Umsetzung bereit sind. Mit der Revision des CO2-Gesetzes und dem indirekten Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative wird insbesondere der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Heizsysteme unterstützt. Das Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, die Projektliste des runden Tisches Wasserkraft und die vom Parlament im Herbst 2022 in Kraft gesetzte Solar-Offensive fördern die Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion. Weiter haben das UVEK, die kantonale Energiedirektorenkonferenz, der Schweizerische Städteverband und der Schweizerische Gemeindeverband im August 2022 die Charta zur Beschleunigung des Ausbaus thermischer Netze unterzeichnet und entsprechende gemeinsame Umsetzungsarbeiten aufgenommen. Zudem erarbeitet das BFE derzeit in Austausch mit der Branche eine Wasserstoffstrategie.


Adresse für Rückfragen

Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik BFE
058 462 56 75, marianne.zuend@bfe.admin.ch


Herausgeber

Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch

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Mittwoch, 14. Dezember 2022

Endlich: Dashboard für Versorgungssituation



Das Bundesamt für Energie (BFE) hat am Mittwoch ein Dashboard mit den wichtigsten Kennzahlen zur aktuellen Energieversorgungssituation der Schweiz aufgeschaltet (www.energiedashboard.admin.ch). Die Zahlen, beispielsweise zum Strom- und Gasverbrauch oder zur Inlandproduktion und zu Importen, werden laufend aktualisiert, so dass sich Interessierte jederzeit einen Überblick über die Versorgungslage verschaffen können.

Das Dashboard wird in den kommenden Wochen weiterentwickelt und ausgebaut. Insbesondere soll die Datenqualität zum Stromverbrauch mit Hilfe von Methoden der Datenwissenschaft weiter verbessert werden. Die im Dashboard aggregierten Zahlen basieren einerseits auf öffentlich zugänglichen Quellen, wie jenen des BFE sowie von den europäischen Verbänden der Stromübertragungs- und Gasnetzbetreiber (ENTSO-E, ENTSO-G), von Swissgrid, von Strom- und Gasbörsen und MeteoSchweiz. 

Andererseits werden für das Dashboard nicht öffentliche Daten verwendet, insbesondere von Swissgrid. Das Dashboard deckt aktuell den Strom- und Gasbereich ab. Erweiterungen auf andere Energieträger und Informationen sind in Prüfung. Datenqualität wird laufend verbessert Nicht alle Daten sind derzeit auf Basis von Messungen verfügbar. Einige Daten werden von den jeweiligen Akteuren zudem relativ spät und in nicht vollständig befriedigender Qualität geliefert. Vor allem beim Stromverbrauch fliessen in das Dashboard deshalb Angaben ein, die auf Methoden der Datenwissenschaft beruhen, insbesondere des maschinellen Lernens. Das BFE arbeitet dazu mit dem Swiss Data Science Center zusammen. Aufgrund der derzeit teils noch mangelhaften Datenqualität kann es im Dashboard in der Anfangszeit zu kurzfristigen Abweichungen und dadurch zu nachträglichen Anpassungen kommen. Das BFE treibt die Verbesserung der Datenqualität und Digitalisierung darum gemeinsam mit der Strom- und Gasbranche weiter voran. Bis Ende Januar soll so die Datenqualität insbesondere im Bereich des Stromverbrauchs stark verbessert werden. Dafür wird ein Modell erarbeitet, das auf anonymisierten Smart Meter-Daten beruht, die von einigen Schweizer Netzbetreibern mit einem hohen Smart Meter-Anteil in ihrem Netzgebiet zur Verfügung gestellt werden. 

In Kombination mit Wetterdaten und historischen Daten können so der Stromverbrauch und z.B. die Einsparungen in täglicher Auflösung für die Schweiz extrapoliert werden. Auch im Gasbereich sollte sich die Datenlage bis Ende Januar weiter verbessern. Trotz diesen Schwachstellen, an deren Verbesserung intensiv gearbeitet wird, liefert das Dashboard bereits eine gute Übersicht zur Entwicklung der aktuellen Energieversorgungslage. 

Adresse für Rückfragen Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik, Bundesamt für Energie (BFE) 058 462 56 75, marianne.zuend@bfe.admin.ch 

Link www.energiedashboard.admin.ch 

Herausgeber Bundesamt für Energie http://www.bfe.admin.ch

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Samstag, 21. Mai 2022

Zurück zur Vision

Am 21. Mai vor fünf Jahren hat die Schweizer Bevölkerung JA gesagt zur Energiestrategie 2050 und damit zur «Zeitenwende» in der Schweizer Energiepolitik. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES kommt zu dieser Gelegenheit in einem White Paper zum Schluss: Auch wenn sämtliche Zwischenziele der Energiestrategie 2050 erreicht wurden, genügt deren aktuelle Ausgestaltung noch nicht den Ansprüchen an eine nachhaltige Energieversorgung. Vielmehr droht die ganzheitliche Perspektive, die an deren Ursprung stand, in der gegenwärtigen Debatte um die Zukunft der Energieversorgung abhanden zu kommen. Die SES ruft deshalb dazu auf, zur Vision zurückzukehren und den Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung zu beschleunigen.

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Positive erste Erfolgskontrolle… Eine erste Erfolgskontrolle des 2017 eingeleiteten ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 zeigt: Die Ziele für das Jahr 2020 wurden allesamt erreicht: Rückgang des Energieverbrauchs um 12% (bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum von 20%) gegenüber dem Jahr 2000. Ausbau der erneuerbaren Energien um fast 5 Terawattstunden, wobei der Ausbau von Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie unter den Erwartungen blieb, jener der Solarenergie dafür viel höher ausfiel. Dazu die Stilllegung eines ersten Schweizer Atomkraftwerks.

…aber noch weit vom Ziel entfernt! Ob diese Zielsetzungen zeitgemässen Ansprüchen an eine ganzheitlich nachhaltige Energieversorgung nach wie vor genügen, wird im White Paper kritisch hinterfragt. Dies umso mehr, als das zweite Massnahmenpaket mit einer Klima- und Energielenkungsabgabe bereits 2017 ersatzlos gestrichen wurde. Insbesondere beim Klimawandel aber auch bei der Versorgungssicherheit haben sich die Randbedingungen in den letzten fünf Jahren verändert und sprechen für einen viel rascheren Ausbau an erneuerbaren Energien im Inland. Dies sind aber nur die offensichtlichsten Veränderungen, die ihrerseits den umfassenden Blick auf weitere, bisher zu wenig adressierte Problemfelder einer ganzheitlichen Energieversorgungsvision zu verstellen drohen. Dazu gehört der Fokus auf den Gesamtenergiebedarf, inklusive Energieverbrauch im Ausland, ökologische Herausforderungen wie die Bedrohung der Artenvielfalt oder die Möglichkeit eines atomaren Unfalls sowie die gesellschaftliche Akzeptanz der Transformation.

Drei Handlungsstrategien als nächster Schritt können gemäss White Paper der SES dazu beitragen, mittelfristig gleich mehrere dieser «blinden Flecken» der aktuellen Energiestrategie 2050 anzugehen und zum visionären, ganzheitlichen Charakter der Ursprungsidee zurückzukehren:

  • Mit dem eingeleiteten Solarausbau durchstarten,
  • Instrumente implementieren, die den Ausstieg aus den fossilen und nuklearen Energiequellen adressieren, terminieren und sozial- und wirtschaftspolitisch abfedern, sowie
  • Anreize, die dazu beitragen, den Energieverbrauch strukturell zu vermindern, in die Politiken des Bundes und der Kantone betreffend Verkehr, Raum- und Ortsplanung, Wohnen, Konsum, usw. integrieren.

Die Dringlichkeit der diversen Herausforderungen spricht dafür, diese Handlungsfelder parallel anzugehen und die dafür nötigen Politiken rasch zu implementieren.

«Zurück zur Vision»: «Die Energiestrategie 2050 ist auf Kurs. Aber ihre Zielsetzungen waren bislang sehr bescheiden und wiesen grosse blinde Flecken auf», meint Studienautorin und SES-Co-Leiterin des Fachbereichs Klima und Erneuerbare Léonore Hälg. SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht blickt voraus: «Anstatt zu zaudern, sollten wir die Transformation beschleunigen und dabei die Perspektive wieder weiten: Wir müssen zurück zur Vision einer nachhaltigen Energieversorgung!»

Das White Paper «Fünf Jahre Ja zur Energiestrategie 2050» wurde am Donnerstag an der SES-Abendveranstaltung «Energieschub fürs Klima - Solaroffensive, und was es sonst noch braucht» exklusiv vorgestellt. An der anschliessenden Podiumsdiskussion mit SP-Nationalrätin und SES-Stiftungsratspräsidentin Nadine Masshardt, SVP-Nationalrätin Monika Rüegger, Mitte-Ständerat Oskar Reichmuth, ETH-Professor Tobias Schmidt und SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht wurde der Stand der Umsetzung der Energiewende sowie die zukünftig notwendigen Massnahmen diskutiert. Auf den Punkt brachte es Mitte-Ständerat Oskar Reichmuth: «Die Energiestrategie ist nicht gescheitert. Die gesteckten Ziele wurden erreicht. Bislang wollten wir einfach noch nicht mehr.» Welche Massnahmen für das Erreichen der Klimaziele unter den heutigen Umständen nun nötig sind, wurde in der Folge angeregt und kontrovers diskutiert.

Quelle: Schweizerische Energie Stiftung

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Dienstag, 17. Mai 2022

Solarwirtschaft investiert in Nachwuchs


An der Generalversammlung das Fachverbandes Swissolar in Aarau haben sich am Dienstag die Mitglieder klar für eine aktive Nachwuchsförderung und eine weitere Professionalisierung der Branche ausgesprochen. Eine deutliche Mehrheit stimmte zudem für die dafür notwendige Erhöhung der Mitgliederbeträge. Denn in der Branche herrscht Einigkeit: Um bis 2050 das Netto-Null-Ziel zu erreichen, muss in der Schweiz rund 12-mal mehr Solarstrom als heute produziert werden und die Potenziale der Solarwärme müssen optimal genutzt werden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Thomas Bachmann (Solarville/CKW) und Lars Kunath (Suissetec).

Die Nachfrage nach Photovoltaik bleibt in der Schweiz ungebremst hoch: In den letzten zwei Jahren betrug das Wachstum jeweils 30%. Der Zuwachs ist also exponentiell. Swissolar rechnet für das Jahr 2022 mit einem Leistungszubau von 750 Megawatt (MW). Für Dekarbonisierung von Gebäuden und Verkehr und den Ersatz von AKW muss dieser Zubau innert der nächsten Jahre verdreifacht werden. Für die Erreichung dieses Ziel hat Swissolar Anfang des Jahres das 11-Punkte-Programm der Schweizer Solarwirtschaft vorgestellt. Folgende Massnahmen wurden an der Generalversammlung in Aarau als besonders dringend diskutiert.

1.     Anreize für Volldachanlagen, Solarpflicht bei Dachsanierungen und Neubauten: Derzeit werden viele Dachflächen auf Eigenverbrauch optimiert, also nicht voll bedeckt. Zu oft werden zudem bei Dachsanierungen Ziegel durch Ziegel ersetzt, obwohl dies der am besten geeignete Moment für den Ersatz durch ein Solardach wäre. Das Problem: So gehen wertvolle Flächen für Jahrzehnte verloren. Swissolar fordert zur Behebung dieses Problems eine schweizweit einheitliche Minimalgrenze bei der Abnahmevergütung sowie eine grundsätzliche Solarpflicht bei Neubauten und Sanierungen. Ausserdem sollen lokale Energiegemeinschaften ermöglicht werden, um den Stromverbrauch vor Ort zu fördern. Auch die Branche tut ihren Teil: Um Solarofferten vergleichbarer zu machen, hat Swissolar neu eine Standart-Offertstruktur (SOQ) erarbeitet. Und mit ElektroForm solar bietet Swissolar seinen Mitgliedern neu ein Tool zur Reduzierung administrativer Aufwände.

2.     Aufbau einer Solarlehre und Ausbau der Weiterbildungen im Solarbereich: Derzeit umfasst die Schweizer Solarwirtschaft ca. 7‘500 Vollzeitstellen in der Schweiz. Bis 2050 muss deren Anzahl verdreifacht werden. Schon jetzt sind die Arbeitskräfte in der Branche knapp. Swissolar erarbeitet deshalb derzeit in Kooperation mit dem Verein Polybau eine Solar-Berufslehre. Sie soll 2024 starten. Schulstandorte sollen Uzwil (SG) und Les Paccots (FR) sein. Ausserdem wird das Weiterbildungs- und Umschulungsangebot erneuert und erweitert. Das Ziel: Den Zugang für Quereinsteiger:innen erleichtern. 

3.     Die Rolle der Solarenergie in der künftigen Wärmeversorgung: Zur Deckung des Schweizer Wärmebedarfs wird derzeit 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs benötigt. 60 Prozent dieser Energie wird derzeit noch aus fossilen Quellen gedeckt, bis ins Jahr 2050 soll die Wärme komplett aus erneuerbaren Quellen stammen. Die Nachfrage nach Solarthermie bei Gebäuden ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Hauptgrund dafür ist, dass die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe oft wirtschaftlicher ist. Es drängt sich deshalb die Frage auf, welche Rolle die Solarthermie in der Schweiz spielen soll. Insbesondere in der Kombination mit Wärmeverbünden sowie in der Industrie ist das Potenzial weiterhin gross. Ein Workshop im Anschluss an die Generalversammlung beschäftigte sich deshalb mit Fragen zur solaren Wärmeversorgung. 

Fazit: Ein starker Verband für die zweite Säule der Schweizer Stromversorgung: Das deutliche Ja zur Erhöhung Mitgliederbeiträge zeigt, dass Swissolar in der Schweizer Solarbranche grosses Vertrauen geniesst. Die Notwendigkeit zur weiteren Professionalisierung und Nachwuchsförderung wird von der Schweizer Solarbranche als wichtig eingeschätzt und die politische Arbeit des Verbandes erfährt eine hohe  Wertschätzung. Swissolar ist zuversichtlich, dass die laufende Umsetzung des 11-Punkte-Programms der Schweizer Solarwirtschaft der Photovoltaik den Weg ebnet zur zweiten Säule der Schweizer Stromversorgung neben der Wasserkraft zu werden. Für die Solarthermie erarbeitet der Fachverband gemeinsam mit Partnern aus der Branche eine Roadmap. Sie soll 2023 vorgestellt werden.  

Mehr Informationen zur Generalversammlung

Swissolar-Jahresbericht 2021

11-Punkte-Programm der Schweizer Solarwirtschaft

Programm des Workshops «Solarenergie in der Wärmeversorgung»
 

Auskünfte 

David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar, stickelberger@swissolar.ch, +41 79 323 18 68 
Jürg Grossen, Präsident Swissolar, juerg.grossen@parl.ch, +41 79 444 94 65

Über Swissolar 

Swissolar ist der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 830 Verbandsmitgliedern mit rund 7000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.

Quelle:  www.swissolar.ch

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Montag, 16. Mai 2022

Ältere MFH fit für emissionsarme Zukunft

Erfahren Sie, wie Sie als Eigentümerin oder Miteigentümer auf ein nachhaltiges, effizientes Wärmepumpensystem mit regenerierten Erdwärmesonden und eigener Solaranlage umsteigen – ohne, dass die Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen.

Energetische Sanierung trotz bewohnten Wohnungen
: Das in den 70er-Jahren erstellte Doppel-Mehrfamilienhaus (MFH) in Meilen  (Kt. ZH) entspricht einem in der Schweiz weit verbreiteten Gebäudetypus. Da sie aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäss war, wurde die Liegenschaft «Ländisch» 2016 saniert. Das Projekt geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass energetische Sanierungen auch im bewohnten Zustand durchgeführt werden können. Dies war eine Anforderung der Eigentümerschaft, denn sie legte grossen Wert darauf, dass die Mieterinnen und Mieter während der Umbauarbeiten in ihren Wohnungen bleiben konnten. So kam eine Bodenheizung nicht in Frage, denn für deren Einbau hätten die Wohnungen geräumt werden müssen. Da die 17 Wohneinheiten ursprünglich rein elektrisch geheizt wurden, war im Gebäude keine hydraulische Wärmeverteilung vorhanden. Die Leitungen wurden unter der neuen Dämmebene an der Fassade angebracht, um so die Wärme von der Heizungszentrale zu den neuen Radiatoren in den Wohnungen zu leiten.
 
Senkung des Strombedarfs um 93 Prozent: Zusätzlich zu den energetischen Massnahmen an der Gebäudehülle wurde die Elektroheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. So kann der jährliche Strombedarf für die Wärmebereitstellung von 199 MWh auf 43 MWh reduziert werden. Insgesamt wird der Strombedarf fürs Heizen und für Warmwasser um stolze 93% gesenkt. 60 Prozent des auf dem Dach produzierten Stroms wird direkt für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet oder von der Mieterschaft genutzt. Mehr dazu unter Wärmepumpen. Lokale Energie schlau kombiniert: Das neue Gebäudeenergiesystem nutzt erneuerbare Energien und verursacht im Betrieb keine CO2-Emissionen. Die wichtigsten Komponenten des Systems sind
  • eine Wärmepumpe für Heizen und Warmwasser,
  • drei saisonal regenerierte Erdwärmesonden (Regenerationsgrad: rund 60 %),
  • eine Solaranlage mit Hybridkollektoren zur Produktion von Strom und Wärme.

Saisonale Regeneration - So nutzt das Doppelmehrfamilienhaus Wärme vom Sommer im Winter: Je höher die Temperaturen sind, die der Wärmepumpe zur Verfügung gestellt werden, desto effizienter kann sie arbeiten. Wenn man dem Erdreich nicht nur Wärme entzieht, sondern in den Sommermonaten auch wieder zuführt, spricht man von saisonaler Regeneration. Dadurch stellt man eine gleichbleibende Systemeffizienz sicher – selbst bei einem jahrzehntelangen Betrieb der Anlage. Besonders in Siedlungen, wo mehrere Sonden dicht nebeneinander gebaut werden, ist die eine Regeneration des Erdreichs sehr wichtig. Da in diesem Fall keine Wärme von der Seite zufliessen kann, kühlt das Erdreich über die Jahre immer weiter aus, bis die Funktion der Anlage nicht mehr gewährleistet werden kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Sondenfluid auf eine sinnvolle Art zu erwärmen: Solarkollektoren oder Verwendung der Wärmepumpenanlage als Klimaanlage. Im Fall des Doppelmehrfamilienhauses Ländisch wird Wärme von den Solarkollektoren abtransportiert und ein Regenerationsgrad von über 60% erzielt. Der Bericht, der im Auftrag von EnergieSchweiz erstellt wurde, zeigt, dass bei Kleinanlagen von unter 100kW ein Regenerationsgrad von 50 bis 70% ausreicht.

Drei Gewinner: Mietende, Umwelt, Vermietende: Zwar mussten während der Sanierungsarbeiten Lärmemissionen und andere Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden. Die Mieterschaft begrüsste es jedoch sehr, dass die Sanierung durchgeführt werden konnte, ohne dass die Wohnungen geräumt werden mussten. Selbst mit moderaten Mietzinserhöhungen – in diesem Beispiel 3,8 % – lassen sich für Eigentümerschaften attraktive Renditen erzielen. Im untersuchten Fall liegt die Nettorendite des für das Energiesystem investierten Kapitals in einem für Immobilien durchschnittlichen Bereich und die lineare Amortisationsdauer bei 14 Jahren. Auf die Frage, ob Mieterinnen und Mieter aufgrund der Sanierungsarbeiten gekündigt hätten, antwortet Rudolf Pfenninger, Vertreter der Bauherrschaft und Miteigentümer: «Nein. Im Gegenteil: Es ist sogar eine Familie neu eingezogen, obwohl sie wusste, dass im ersten Halbjahr saniert würde. Sie sagte, das mache ihr nichts aus». Für ihn steht fest, dass die energetische Sanierung und das neue Energiesystem ein Erfolg sind und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. «Dass das Konzept absolut richtig ist, davon bin ich nach wie vor überzeugt. Mit dieser Energiesanierung entstand eine Win-Win-Situation: Die Mieterinnen und Mieter freuen sich über die Komfortsteigerung und die Eigentümerschaft kann die Investition innert nützlicher Frist amortisieren.»

Beratung für den Heizungsersatz: Eine neue Heizung ist eine grössere Investition, die sich lohnt, die jedoch sorgfältig geplant sein will. Eine technologieneutrale Beratung hilft Ihnen dabei, aus den Varianten jenes Heizsystems zu wählen, welches das Gebäude am effizientesten und am wirtschaftlichsten mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Nutzen Sie das Angebot und erhalten Sie alle Informationen unter Erneuerbar Heizen.

Dieser Artikel wurde auf der Website von EnergieSchweiz veröffentlicht. Lesen Sie weitere Stories von EnergieSchweiz.

Bilder: EnergieSchweiz

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Freitag, 1. April 2022

Wo stehen Städte bei Energietransition?

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«Starke Städte» ist das Motto des Stadtwerkekongresses 2022 in Aarau. Wie stark präsentieren sich die Städte im Energiebereich? Welche Lösungen für den Klimaschutz und für ein nachhaltiges Energiesystem ergreifen sie? Wo stehen sie auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel 2050. Energeiaplus hat bei sieben Schweizer Städten nachgefragt. Fazit: Die Städte tun einiges bei den erneuerbaren Energien, den alternativen Heizsystemen oder bei der Elektromobilität.

 

Klimaneutralität: Bis 2040 möchte die Stadt Basel klimaneutral sein. Das schlägt die Regierung des Stadtkantons dem Parlament vor als Gegenvorschlag zur Klimagerechtigkeitsinitiative. Diese will, dass die Stadt bereits 2030 unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstösst.

Das Ziel 2040 strebt auch die Stadt Zürich an, für die Stadtverwaltung gilt sogar Netto-Null bis 2035. Zusätzlich definiert die Stadtregierung neu auch ein Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen, die ausserhalb der Stadtgrenze verursacht werden. Aufgrund der dichten Besiedlung steht die Stadt Zürich vor diversen Herausforderungen. Unter anderem reichen in einigen Stadtteilen die lokalen Potenziale für erneuerbare Energien nicht aus und diese Gebiete müssen durch thermische Netze versorgt werden.

Die Stadt Bern muss ihre territorialen CO2-Emissionen bis 2041 auf total 0,6 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr vermindern und bis 2045 CO2-neutral sein. Im dazu vom Parlament verabschiedeten Klimareglement werden verbindliche Absenkpfade festgeschrieben – für die gesamten territorialen Emissionen wie auch speziell für die Bereiche Wärme und Mobilität. Falls die Absenkpfade nicht eingehalten würden, müsste die Stadt zusätzliche Massnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen einführen.

Die Stadt Chur will spätestens 2050 klimaneutral sein. In Absprache mit dem städtischen Energieversorger überarbeitet sie derzeit den Energierichtplan. Zudem erarbeitet die Stadt einen Masterplan Energie und Klima, der Massnahmen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen soll.

 

Heizen: Die Stadt Basel geht hier am weitesten: Muss eine Heizung ersetzt werden, darf sie seit 2017 nur noch in Ausnahmefällen mit einer Öl- oder Gasheizung ersetzt werden. Das sei anfangs schwierig gewesen für die Heizungsbranche, habe sich aber mittlerweile eingespielt, heisst es bei der Stadt. Rund 50% der Haushalte sind an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Weiter schüttet die Stadt Förderbeiträge aus für energetische Sanierungen, effiziente Neubauten und für Anlagen zur Nutzung von erneuerbarer Energie.

Bis 2040 will die Stadt Zürich die Versorgung durch Wärme mit thermischen Netzen ausbauen, insbesondere in Gebieten, wo nicht ausreichend dezentrale erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Die Stadtregierung stellt dafür eine halbe Milliarde Franken bereit. Für Gebäude, die erst in einigen Jahren an die Fernwärme angeschlossen werden, aber schon vorher eine neue Heizung benötigen, bieten die städtischen Energieversorgungsunternehmen Übergangslösungen an. Die Förderung von Wärmepumpen und Anschlüssen an Energieverbünde ist ergänzend zur kantonalen Förderung ausgelegt. Zusätzlich werden zwei Förderprogramme neu lanciert: Erstens werden Fonds für die Förderung des Umstiegs von Öl- und Gasheizungen auf eine CO2-freie Wärmeproduktion geschaffen und zweitens wird ein Förderprogramm für energetische Gebäudesanierungen aufgebaut. Die städtische Energieplattform bietet eine Übersicht aller Fördermassnahmen.

Die Stadt Bern setzt beim Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger beim Heizen auf verschiedene Anreize. Auf der Wärmeversorgungskarte der Stadt sehen Eigentümer, welchen Energieträger sie bei einem Heizungsersatz oder einem Gebäudeneubau zuerst prüfen sollten. Damit Fernwärme für möglichst viele Gebäude eine Option ist, soll das Fernwärmenetz von derzeit 53 km um weitere 36 km ausgebaut werden. Eine Herausforderung dabei ist jedoch, dass es keine Anschlusspflicht gibt. Zudem gibt es im Kanton Bern derzeit kein Verbot von fossilen Energieträgern bei Heizungen so wie in Basel. Bei den städtischen Liegenschaften hat es die Stadt indes selber in der Hand. Bis 2025 sollen Öl- und elektrische Heizungen durch ein erneuerbares System ersetzt werden. Bei Gasheizungen soll dies bis 2035 passieren. Zudem will die Stadt bei allen Neubauten PV-Anlagen realisieren, und auch bei Sanierungen, sofern dies möglich ist (UNESCO-Perimeter). Aus dem städtischen Ökofonds finanziert die Stadt zudem verschiedene Förderprogramme für Wärmepumpen, Anschluss an Nah- und Fernwärmenetz, PV-Anlagen, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Biogas. Und auch Übergangslösungen bis zum Anschluss ans Fernwärmenetz werden gefördert.

Auch die Stadt Chur setzt auf den Ausbau der Fernwärme. Mit erneuerbar betriebenen WKK-Anlagen will die Stadt zudem die Wintermangellage überbrücken. Die Herausforderung liegt dabei bei der Finanzierung des Ausbaus der Netze. Auch in Chur werden PV-Anlagen bei stadteigenen Liegenschaften bei Gesamtsanierungen und Neubauten eingeplant und realisiert.

 

Elektromobilität: Für ihr Engagement bei der Förderung der Elektromobilität hat die Stadt Basel 2018 den goldenen Stecker von Swiss eMobility erhalten. 2016 hatte Basel ein Pilotprojekt gestartet mit gelben Parkplätzen mit Ladesäulen. Derzeit finden E-Autofahrer und –fahrerinnen in Basel 20 Parkplätze in der blauen Zone, wo sie ihr Auto laden können. Weitere 200 Ladestationen hat das Parlament beschlossen. Die Verwaltung will dabei punkto Elektromobilität ein Vorbild sein. Neue Fahrzeuge für Polizei, Kehrichtentsorgung, Feuerwehr oder auch den ÖV sollen künftig elektrisch fahren.

Grundsätzlich elektrisch: Diese Maxime gilt auch in den Städten Zürich und Bern bei der Anschaffung von neuen Fahrzeugen der Verwaltung.

Für E-Fahrzeuge bietet die Stadt Bern Ladestationen auf öffentlichem Grund an. In einem Pilotprojekt testet der städtische Energieversorger ewb das Laden von E-Fahrzeugen an Strassenlaternen. Drei Möglichkeiten gibt es dazu in der blauen Zone.

Die Stadt Zürich fördert öffentlich zugängliche und private Ladestationen sowie die Beschaffung von Elektrobussen für Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) bewältigen zudem bereits heute rund 80% des Fahrgastaufkommens mit Trams und Trolleybussen, die vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen fahren.

Seit 2019 sind in Chur eine elektrische Kehrichtmaschine im Einsatz und zwei elektrische Kommunalfahrzeuge. Der stadteigene Fahrzeugpark soll fortlaufend durch elektrische Fahrzeuge ersetzt werden. Der städtische Energieversorger hat zudem zahlreiche Ladestationen in der Stadt und in Parkhäusern erstellt. Zudem hat der Churer Gemeinderat im März 2022 einer Kapitalerhöhung der Bus AG zugestimmt, damit diese eine CO2-neutrale Fahrzeugflotte anschaffen kann.

 

Text: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie
Grafik: Eveline Meier-Guillod, Bundesamt für Energie

 

 Quelle: energeiaplus.com

 

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Sonntag, 6. März 2022

Erfolgreiche Geothermie in Riehen – Da geht mehr!


Die Wärmeverbund Riehen AG (WVR AG) fördert seit 27 Jahren erfolgreich heisses Wasser aus einer Geothermiebohrung und nutzt dieses um die Riehener Bevölkerung mit klimafreundlicher Fernwärme zu versorgen. Das Potenzial der tiefen Geothermie zur direkten Wärmenutzung ist damit in der Region aber bei weitem nicht erschöpft.

Daher hat die WVR AG das Projekt «geo2riehen» lanciert, dessen Ziel es ist, den Erfolg der existierenden Geothermieanlage mit einer weiteren Bohrung zu wiederholen und so den Anteil an erneuerbaren Energien im Fernwärmenetz Riehen stark auszubauen. Ein weiteres Ziel ist zu identifizieren, wie die Geothermie auch ausserhalb des Einzugsgebiets der WVR AG genutzt werden kann. Um die beiden Ziele zu erreichen, bedarf es einer vorgängigen Erkundung des Untergrunds, um die bestehenden Unsicherheiten bezüglich Aufbau und Eigenschaften des Untergrunds zu reduzieren.

In einer ersten Phase dieser Erkundungskampagne – der sogenannten Prospektion – hat die WVR AG zusammen mit IWB im Februar erfolgreich eine Seismikkampagne durchgeführt. Es handelt sich um dieselbe geophysikalischen Technik mit welcher bereits in der Romandie für zwei Geothermieprojekte der Untergrund durchleuchtet wurde. Der Messperimeter umfasste Gebiete in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und auch in Deutschland. Trotz dieser komplexen Ausgangslage konnte die Messkampagne ohne grössere Probleme durchgeführt werden und kann als gutes Beispiel von grenzüberschreitender Koordination bei der Energieversorgung betrachtet werden.

Da die Geothermie einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmesektors und somit zur Erreichung der Klimaziele der Schweiz liefern kann, fördert der Bund im Rahmen des CO2-Gesetzes derartige Erkundungsarbeiten, im Fall von geo2riehen mit bis zu 2.8 Millionen Franken. Damit sollen die aus den geologischen Unsicherheiten stammenden Risiken für den Projektentwickler gemindert werden. Besonders interessant an diesem Projekt ist, dass hier erstmals in der Schweiz ein erfolgreiches geothermisches Nutzungskonzept erweitert resp. wiederholt werden soll. Das BFE erachtet dies als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Aufskalierung der Geothermienutzung in der Schweiz.

Die WVR AG will bis Mitte 2023 die Auswertung der Messdaten und weitere begleitende Arbeiten der Prospektionsphase abschliessen. Danach folgt die zweite Phase der Erkundung, die Exploration und Erschliessung: Nach einer intensiven weiteren Planungsphase sollen 2023 – 2026 weitere zwei Bohrungen realisiert und die obertägigen Anlagen gebaut werden. Ab 2027 soll die Anlage in Betrieb gehen und die zusätzliche geothermische Energie ins Fernwärmenetz Riehen eingespeist werden.

Links:
geo2riehen Projektwebseite: geo2riehen – Erdwärme Riehen (erdwaermeriehen.ch)
Beitrag regionaljournal: Neues Geothermieprojekt in Basel – Regionaljournal Basel Baselland – SRF

Christian Minnig, Spezialist für tiefe Geothermie beim BFE

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Mittwoch, 2. Februar 2022

Heizen mit Solarstrom vom eigenen Dach

Es tönt fast zu schön um wahr zu sein: Mit picea, dem weltweit ersten Ganzjahres-Stromspeicher für Gebäude, kann in Kombination mit einer Wärmepumpe und einer Solaranlage der Heizbedarf regenerativ gedeckt und so CO2-Emissionen vermieden werden. So die folgende Medienmitteilung des Unternehmens, das entsprechende Lösungen auch schon in der Schweiz realisiert hat - wie geschrieben, es ist eine Firmenmitteilung, dennoch interessant!

„Es gibt am Markt keine vergleichbare Lösung, die eine größere Unabhängigkeit und eine höhere CO2-Vermeidung bei der Wärmeversorgung auf Strombasis in Bestands- wie Neubauten anbietet“, so Zeyad Abul-Ella, Mitgründer und Geschäftsführer von HPS Home Power Solutions GmbH. „Dank unseres Ganzjahres-Stromspeichers picea kann überschüssiger Solarstrom aus dem Sommer gespeichert und damit eine Wärmepumpe im Winter betrieben werden. Besonders energieeffiziente Neubauten können so erstmalig zu 100 Prozent regenerativ versorgt werden. Umweltschutz und Absicherung vor steigenden Energiepreisen bei gleichzeitig maximierter Versorgungssicherheit werden mit einer Lösung adressiert.“

Wärmepumpe mit Netzstrom verursacht CO2: Die Politik will einen CO2-armen Gebäudebestand und unterstützt den Einsatz von Wärmepumpen mit umfangreichen Förderungen. Inzwischen ist die Wärmepumpe die meistinstallierte Heizung im Neubau. Da eine Wärmepumpe die Umgebungstemperatur mittels Stroms nutzbar macht, ist sie die effizienteste Heizung für Neubauten und gedämmte Bestandsbauten und am Standort emissionsfrei. Doch gerade im Winter, wenn die Wärmepumpe einen Großteil des Stroms benötigt, ist der Anteil von fossiler Energie im deutschen Strommix sehr hoch. Im November 2021 lag der Anteil der umweltschädlichen Energien am Strommix bei ca. 66 Prozent. Zusätzlich wird durch die Elektrifizierung der Wärme das Stromnetz durch zunehmend größere Energiemengen belastet. Die dezentrale und konsequent emissionsfreie Nutzung der Wärmepumpe bei gleichzeitiger Entlastung des Stromnetzes gelingt durch eine Versorgung mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie.

So funktioniert eine picea mit einer Wärmepumpe und Solaranlage: Der Ganzjahres-Stromspeicher picea speichert den überschüssigen Solarstrom des Sommers in Form von Wasserstoff für den Winter. Im Winter wird der Wasserstoff wieder als Strom und Wärme dem Gebäude zur Verfügung gestellt. picea liefert den Strom für die Wärmepumpe. Außerdem deckt sie einen Teil des Wärmebedarfs direkt über die Prozesswärme und reduziert damit den Heizenergiebedarf. Die Lösung Wärmepumpe und picea bietet emissionsfreie Wärme für Bestand und Neubau

Bestandesbauten: Viele Bestandsbauten haben einen großen Energieverbrauch. In solchen Fällen kann die Kombination picea, Wärmepumpe und Solaranlage den größtmöglichen Anteil des Wärmebedarfs regenerativ decken. Der Restwärmebedarf wird über die Wärmepumpe mit Netzstrom gedeckt.

Neubauten: Die meisten Neubauten sind gut gedämmt und haben damit einen niedrigen Energieverbrauch. Die Kombination aus picea, Wärmepumpe und Solaranlage macht eine komplette CO2-freie Vollversorgung für Wärme für ein modernes Haus möglich.

Über picea
picea ist der weltweit erste marktverfügbare Stromspeicher auf Wasserstoff-Basis für Gebäude. Die an sonnenreichen Tagen erzielten Überschüsse einer Solaranlage werden als grüner Wasserstoff gespeichert und in der dunklen Jahreszeit in Form von Strom und Wärme wieder zur Verfügung gestellt. picea ermöglicht ganzjährig eine CO2-freie Strom-Vollversorgung und verringert die Heizkosten. Pro Jahr vermeidet ein picea-System ca. drei Tonnen CO2, und dies entspricht der Menge, die 130 Fichten im Jahr binden. picea hat mehrere renommierte Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Handelsblatt Energy Award, den smarter E Award sowie den Innovationspreis Berlin-Brandenburg.

Über HPS Home Power Solutions GmbH
HPS entwickelt und produziert integrierte Systeme zur Speicherung und Nutzung von Sonnenenergie auf Basis von grünem Wasserstoff für Eigenheime, Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbeimmobilien. Das Berliner Unternehmen wurde 2014 von Zeyad Abul-Ella und Dr. Henrik Colell gegründet und steht für Sicherheit, Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit in der dezentralen Stromversorgung. Für weitere Informationen: www.homepowersolutions.de.

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Montag, 13. September 2021

Das isch's Wunder: Pflanzenkohle

Kohle macht die Kuh erträglicher für das Klima. Nicht irgendeine Kohle, sondern Pflanzenkohle. Florian Gut produziert solche Pflanzenkohle aus Holz. Dafür hat er in eine Holzvergasungsanlage investiert. In einem komplexen Prozess entstehen neben der Kohle auch Wärme zur Beheizung mehrerer Gebäude sowie Warmluft zur Trocknung von Brennholz. Herzstück der Anlage ist ein Gasmotor, der in zwanzig Betriebsstunden soviel Strom produziert, wie ein vierköpfiger Schweizer Haushalt in einem ganzen Jahr verbraucht. 
 
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Ein markanter Holzbau steht im Weiler Desibach bei Buch am Irchel. Es riecht angenehm nach frischem Holz. «Wir haben den Bau mit Holz aus dem eigenen Wald konstruiert», erzählt ein sichtlich stolzer Bauherr. Florian Gut ist Landwirt, Winzer, Unternehmer, Waldbesitzer, Anlagenbetreiber, Pflanzenkohlevermarkter und vieles mehr. «Zehn Jahre hat die Projektentwicklung gedauert, bis wir im August 2021 die Anlage in den ordentlichen Betrieb nehmen konnten. Wir sind sehr zufrieden.» 

Wald hat in der Familie Gut Tradition. Seit Generationen bewirtschaftet die Familie etwa 33 Hektaren eigenen Wald. Man ist auf die Herstellung von Stückholz spezialisiert. «Pro Jahr stellen wir etwa 500 Ster Scheiter her, die wir zurzeit sehr gut verkaufen können», erklärt Florian Gut. Die neue Anlage produziert Warmluft zur Trocknung noch grösserer Mengen. Die Nachfrage nach Stückholz ist gross, der Geschäftszweig soll in nächster Zeit ausgebaut werden. Damit bestätigt Florian Gut einen schweizweiten Trend: Die Nutzung von Stückholz in kleineren Anlagen im Wohnbereich wird «wiederentdeckt». Die Menschen verbringen mehr Zeit zuhause und geniessen die gesunde Strahlungswärme des Holzfeuers.

Die Warmluft trocknet aber nicht nur grosse Mengen an Scheitern und Spälten, sondern auch die Hackschnitzel für den Holzvergaser. Im Schnitzelsilo lagern grosse Mengen waldfrischer Schnitzel, die sukzessive durch den Warmlufttrockner gefördert werden und anschliessend in ein Zwischenlager gelangen. Von dort aus laufen sie durch eine raffinierte Mischanlage und werden in der optimalen Zusammensetzung (Stückigkeit, Feuchte) dem Vergaser zugeführt. Erstaunlich und auffällig ist die grosse Variabilität des Rohstoffes. «Wir können eigentlich alle bei uns anfallenden Sortimente in den Vergaser führen, das heisst auch Rinde und Feinanteile aus der Stückholzproduktion. Der Vergaser ist diesbezüglich sehr tolerant.», präzisiert Gut.

So entstehen aus Holz Kohle, Strom und Wärme: Der vorgetrocknete Brennstoff – ausschliesslich naturbelassenes Energieholz aus der Region – gelangt in den Pyrolyse-Reaktor. Bei etwa 500 Grad Hitze wird das Holz entgast und die erste Stufe der Kohle entsteht. Das Gas und die Kohle gelangen anschliessend in einen Schwebereaktor, wo weitere Verbrennungsluft zugeführt und der Entgasungsprozess bei einer Temperatur von etwa 850 Grad zu Ende geführt wird. Die mittlerweile recht feine Kohle «schwebt» im Gasstrom zum Filter, der sie vom Gas trennt und unter Zugabe von Wasser kühlt und in Big Bags ablagert. Das Holzgas gelangt weiter durch einen Kühler, der seine Temperatur auf etwa 100 Grad absenkt. Anschliessend strömt es durch einen mit Wasser betriebenen Wäscher und von dort mit noch etwa 20 Grad Temperatur in den Gasmotor. Dieser dröhnt in einer schalldichten Kabine und hat eine elektrische Leistung von 240 kW. Seit August läuft der Motor und hat im ersten Betriebsmonat gleichviel Strom hergestellt, wie etwa dreissig vierköpfige Schweizer Haushalte während eines ganzen Jahres verbrauchen. Für die Stromproduktion erhält Florian Gut eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Er kann dank dieser Förderung die Anlage wirtschaftlich betrieben werden. Die bei allen Schritten des Prozesses anfallende Wärme wird mittels Wärmetauscher zurückgewonnen und genutzt. Dadurch erreicht der Holzvergaser einen sehr hohen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 90 Prozent.

Kohle, Kuh und Klima: Nun zur Kohle. Warum der ganze Aufwand zur Herstellung von Pflanzenkohle? Hier öffnet sich ein sehr breites, neues Feld. Denn Pflanzenkohle ist ein aussergewöhnlich wertvoller Stoff. Sie kann einen grossen Beitrag zur Verbesserung des Humusgehalts und der Wasserspeicherung der Böden leisten. Zudem gilt sie als Kohlenstoffsenke, weil sie sehr lange – durchaus mehrere Jahrhunderte – im Boden verbleibt. Der Landwirtschaftsbetrieb von Florian Gut beteiligt sich an einer mehrjährigen Studie der Landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft. Sie bestätigt die positiven Auswirkungen von Pflanzenkohle auf den Humusgehalt (Fruchtbarkeit), den Nährstoffkreislauf (Stickstoff) die Wasserspeicherfähigkeit und Klimaverträglichkeit intensiv genutzter Landwirtschaftsböden. Pflanzenkohle wirkt wie ein Schwamm für Nährstoffe und ist Lebensraum für Mikroorganismen. Gemäss Agroscope verfügt die «Wunderwaffe Pflanzenkohle» noch über eine weitere positive Eigenschaft: «Durch die Ausbringung von Pflanzenkohle lassen sich die Lachgasemissionen (N2O) aus landwirtschaftlich genutzten Böden verringern, was auf eine veränderte Aktivität der Mikroorganismen im Boden hindeutet. Für die Treibhausgasbilanz von landwirtschaftlich genutzten Böden, ist die Reduktion der N2O-Emissionen von grosser Bedeutung, da Lachgas ein 300-fach höheres Erwärmungspotential als CO2 hat.»

Florian Gut erklärt, wie die Pflanzenkohle schliesslich in den Boden kommt. Daraus werden weitere Vorteile ersichtlich: «Pflanzenkohle als Beigabe im Futter der Kühe wirkt sich positiv auf die Verdauung und das Wohlbefinden der Tiere aus. Es stinkt weniger im Stall, da die Ammoniakausscheidungen verringert werden.» Auch das ist positiv für die Umwelt, da Ammoniak sensible Ökosysteme wie Moore und Wälder verändert. Mit der ammoniakärmeren Gülle gelangt die Pflanzenkohle schliesslich aufs Feld und entfaltet ihre positiven Wirkungen in den Böden während sehr langer Zeit. Für Florian Gut geht die Rechnung auf, da Pflanzenkohle ein begehrter und entsprechend hochpreisiger Rohstoff ist. Die Anlage in Desibach (siehe Bild oben) ist ein hervorragendes Beispiel für Ressourceneffizienz. Sie sollte viele Nachahmer finden. Besonders geeignete Standorte befinden sich überall dort, wo es möglichst ganzjährig einen hohen Wärmeleistungsbedarf von mindestens ein paar hundert Kilowatt gibt. Beispielsweise bei grossen Wärmenetzen sowie insbesondere bei industriellen Prozessen, die viel Wärme brauchen.

Quelle: Holzenergie Schweiz

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