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Dienstag, 19. Mai 2026

Register erleichtert Umsetzung von lokalen Strommodellen

Mit dem wachsenden Interesse an dezentraler Stromproduktion und Eigenverbrauch steigt auch der Bedarf an professioneller Begleitung. Wer eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder einen (virtuellen) Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ((v)ZEV) gründen möchte, findet ab sofort zusätzliche Unterstützung: Auf der Informationsplattform www.lokalerstrom.ch steht neu ein Register für Abrechnungsdienstleister zur Verfügung. Damit schaffen Swissolar und VSE mehr Transparenz im Markt und vereinfachen so die Umsetzung lokaler Stromprojekte. 

Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.  

Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft. 

 

Unabhängige Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom 

Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer komplexeren Regelungen.


Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben. 

Weitere Informationen  

  • Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:  
    www.lokalerstrom.ch   

Montag, 2. Februar 2026

Solar, lokal, clever

Ob Mieter, Hauseigentümerin oder Gemeinde: Neue Stromverbünde machen Energie zur Gemeinschaftssache. Sie ermöglichen, dass Solarstrom dort genutzt wird, wo er entsteht – direkt in der Nachbarschaft.

Das am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Stromgesetz (Mantelerlass) ermöglicht es unter anderem, lokal produzierten Solarstrom einfacher vor Ort zu verkaufen und zu konsumieren. Dadurch sollen auch Mieterinnen und Mieter, die keine eigene Photovoltaikanlage installieren können, von den Vorteilen des Solarstroms profitieren können. «Die Mieter auf diese Weise zu Akteuren der Energiewende zu machen, war eine revolutionäre Idee», sagt Wieland Hintz vom Bundesamt für Energie BFE. Die neuen Stromverbünde, so der Verantwortliche Solarenergie, seien beliebt, und die Anzahl der Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) wachse schnell.

In ihrem Netzgebiet, so schätzen die Bernischen Kraftwerke (BKW), waren Ende 2025 rund 4000 Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch aktiv. Virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) gab es bis Ende 2025 etwa 180 (siehe Zweittext „Die neuen Stromverbünde auf einen Blick“).

Ähnlich sieht es bei den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) aus: Seit Anfang 2025 wurden in ihrem Versorgungsgebiet rund 220 vZEV registriert. Vor allem bei bestehenden Liegenschaften seien virtuelle Zusammenschlüsse interessant, da keine Anpassungen an den elektrischen Installationen nötig sind, erklärt André Rast von den CKW. Gemäss Gesetz sind alle Schweizer Stromversorgungsunternehmen verpflichtet, die verschiedenen Formen der neuen Verbünde in ihrem Gebiet zu erlauben. «Dass wir Stromverbünde ermöglichen, ist ein Auftrag des Gesetzgebers. Ein Geschäftsmodell sind sie für unser Unternehmen nicht», erklärt BKW-Mediensprecher Manfred Joss.

Tessiner Pilotprojekt
Auch für den Tessiner Energieversorgungsunternehmen Azienda Elettrica di Massagno (AEM) rechnen sich die Zusammenschlüsse nicht. Doch mittelfristig könnten sie dazu beitragen, das Netz zu entlasten, wenn in Spitzenzeiten viel Solarstrom produziert wird, sagt Daniele Farrace, der Chief Innovation Officer. Das Interesse der AEM an neuen Stromverbünden ist jedenfalls da: Das Energieversorgungsunternehmen hat die «Lugaggia Innovation Community» (LIC) initiiert, ein vom BFE unterstütztes Pilot- und Demonstrationsprojekt im Dorf Lugaggia in der Region Lugano. Der Versuch zwischen 2019 und 2022 verlief positiv. Der ZEV wird weitergeführt und das gelungene Praxisbeispiel stiess weit über das Tessin hinaus auf Interesse.

Ausgangspunkt für den Zusammenschluss war der Neubau eines Kindergartens mit einer PV-Anlage auf dem Dach. Für überschüssigen Solarstrom während der Sommerferien suchte die Gemeinde Abnehmende. So entwickelte sich schliesslich ein ZEV mit sechs weiteren Solaranlagen als Anbietende und 18 benachbarten Einfamilienhausbesitzerinnen und -besitzern als Abnehmende des Stroms. Je nach Verbrauch fallen die Einsparungen unterschiedlich hoch aus. Doch über den ganzen Verbund gesehen sind die Stromkosten um 3000 bis 4000 Franken pro Jahr gesunken. «Das Gesetz sah vor, dass bei einem ZEV alle Haushalte, die an demselben Anschlusspunkt angeschlossen sind, mitmachen. Bei 18 Hauseigentümerinnen und -eigentümer bedeutete das viel Überzeugungsarbeit», betont Daniele Farrace.

Weil seit Anfang des Jahres die Gründung von Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich ist, befassen sich neuerdings nicht nur Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer mit neuen Stromverbünden, sondern auch Gemeinden, so etwa Köniz bei Bern. Sie will den Ortsteil Mittelhäusern zum Reallabor machen, das zeigen soll, wie im Jahr 2050 in der Schweiz eine 100-prozentig erneuerbare Energieversorgung aussehen könnte. Der Einsatz von Solarenergie habe in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte erzielt, dennoch sei in der Schweiz bisher keine Ortschaft bekannt, die ihr Potenzial systematisch nutze.

Eine wichtige Rolle bei der Energiezukunft von Mittelhäusern spielt eine LEG. Das Projekt sieht vor, auf allen grösseren Dächern Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern zu bauen. Wie eine Studie der Berner Fachhochschule zeigt, ist es dank intelligenter Steuerung möglich, den Solarstrom gleichmässig und über längere Zeit in die neue LEG einzuspeisen. Gemäss der Studie steht so zusammen mit der Schweizer Wasserkraft genügend erneuerbare Energie zur Verfügung, um alle heute noch verwendeten fossilen Energien zu ersetzen. «Wir wollen die neuen Möglichkeiten der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften nutzen und so die regionale Wertschöpfung steigern», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. «So wird die Energieversorgung nachhaltiger und auch günstiger.»

Die neuen Stromverbünde auf einen Blick
Beim klassischen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), möglich seit 2018, teilen sich benachbarte Haushalte, die über einen gemeinsamen Hausanschluss verfügen, den selbst produzierten Strom (Eigenverbrauch). In der Regel sind dies die Parteien eines Mehrfamilienhauses, die Strom über die privaten Leitungen im Haus austauschen. Aber auch Haushalte oder andere Stromverbraucher wie KMU in benachbarten Gebäuden können sich zu einem ZEV zusammenschliessen, sofern die Gebäude durch eine private Leitung miteinander verbunden sind. Also der eigenverbrauchte Strom nicht über das öffentliche Netz fliesst. Bei der Gründung eines klassischen ZEV müssen private Stromzähler bei den Teilnehmenden installiert werden. Bei einem ZEV mit mehreren Gebäuden kann es notwendig sein, private Leitungen zu verlegen.

Smart Meter machen virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) möglich, die seit 2025 gesetzlich geregelt sind. Private Zähler müssen hier nicht installiert werden. Es lassen sich gegen Entgelt die Smart Meter des Stromversorgungsunternehmens verwenden. Virtuelle ZEV bieten mehr Flexibilität, da nicht zwingend alle Parteien im ZEV-Perimeter mitmachen müssen und neu auch Anschlussleitungen bis zur Verteilkabine für den Eigenverbrauch verwendet werden können. Letzteres ermöglicht einen Zusammenschluss in einem grösseren Umkreis, und es können mehr Endverbraucherinnen und -verbraucher lokal produzierten Strom nutzen. Bei beiden Modellen gilt die ganze Gemeinschaft gegenüber dem Stromversorgungsunternehmen als einziger Kunde.

Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sind seit Anfang dieses Jahres möglich. Voraussetzung ist, dass alle Teilnehmenden auf der gleichen Netzebene ans öffentliche Netz angebunden sind, im Versorgungsgebiet desselben lokalen Verteilnetzbetreibers liegen und zur gleichen Gemeinde gehören. Zudem muss die Produktionsleistung der LEG mindestens 5 % der gesamten Anschlussleistung der beteiligten Endverbraucherinnen und -verbraucher ausmachen. Die LEG nutzt das öffentliche Verteilnetz, wobei aber nur reduzierte Netznutzungskosten anfallen. Hingegen können auch räumlich weiter voneinander entfernte Haushalte eine solche Gemeinschaft bilden. Die einzelnen LEG-Teilnehmenden bleiben Kunden des lokalen Stromversorgungsunternehmens, der mit ihnen den zusätzlich bezogenen Strom und die Netznutzung abrechnet.

Quelle: https://energeiaplus.com/2026/01/30/solar-lokal-clever/

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Sonntag, 23. November 2025

Solarstrom 2.0 - Energiewende rückt immer näher

Batterien respektive Solarspeicher werden das A & O der Energiewende. Darauf hat einer der wichtigsten Schweizer Solar-Unternehmer unlängst in einem Meinungsbeitrag der NZZ am Sonntag hingewiesen (2.11.25). Ungerechtfertigterweise blieb das hier auf Solarmedia wie auch in anderen Medien unbeachtet - und sei hiermit nachgeholt. Es ist zweifellos nicht übertrieben, wenn Noah Heynen von Solarstrom 2.0 schreibt und damit Gegenstand der Solarmedia-Rubrik «Solar am Sonntag» wird. Heynen ist CEO der Helion Energy AG, des grössten Solarinstallateurunternehmens hierzulande - unterdessen einer Tochtergesellschaft des Autohändlers AMAG.

Heynen (siehe Bild rechts) kritisiert das Phänomen, dass heute noch Solaranlagen erstellt werden, die ungebremst Strom ins Netz einspeisen. Die daraus folgende Überproduktion belaste die Netze und senke die Erträge. Da seien andere Intelligentere Lösungen gefragt, welche Erzeugung, Speicherung und Verbrauch optimal kombinieren. Und das ist möglich, denn heute gibt es entsprechende Steuerungssysteme.

Diese ermöglichen es, Strom lokal zu nutzen, wenn er verfügbar und günstig ist oder gezielt zu vermarkten, wenn er denn im System gebraucht wird. Als Ergebnis ergibt sich ein dezentrales Energiesystem, das nicht mehr von wenigen grossen Kraftwerken abhängt, sondern von Millionen kleiner vernetzter Einheiten getragen wird. Eine solche Struktur erweist sich nicht nur als widerstandsfähiger, sondern sie ist gemäss Heynen auch wirtschaftlich effizienter.

Dank des neu einbezogenen Speicher-Systems ergibt sich eine hohe Versorgungssicherheit - ja, dieses hat sogar die Wirkung von Bandstrom, die bislang nur dem Atomstrom und beschränkt der Wasserkraft zugebilligt wurde. Heynen ist selbst in diesem Geschäft tätig, und da verwundert es nicht, erscheint aber auch plausibel, wenn er als Fazit davon spricht, dass der Wandel längst im Gange sei. Solarstrom, Speichertechnologien, Elektromobilität (dank der Autobatterien, die im System eingebunden werden) und intelligente Steuerungen bilden das zukünftige Rückgrat eines Energiesystems, das zuverlässig und bezahlbar wird, unabhängig von Wetter oder Tageszeit.

Text: Guntram Rehsche Solarmedia - Bild: https://aeesuisse.ch    

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Sonntag, 21. September 2025

Solar am Sonntag: Kipppunkte mal anders


 Solar plötzlich fast überall - ist‘s Ihnen auch schon aufgefallen? 
Hier ein Bauernhaus mitten in Weinbergen in Hallau, Kt. SH.

Ich wollte ja eigentlich keine Zeitschriften mehr kaufen, mir dieses Geld sparen. Aber gelegentlich sind selbst die zehn Franken für eine Nummer des Spiegel-Magazins ihr Geld wert. So jene mit einem Artikel in der letzten Ausgabe - über Kipppunkte beim Klima und in der Umwelt allgemein, die auch positiv sein können. Und zuvorderst steht dabei die Entwicklung der Photovoltaik respektive der Solarwirtschaft.

Ohne hier den Artikel umfassend wiederzugeben, hier die wichtigsten von vielen wichtigen Punkten: Ausgangspunkt der Überlegungen von Tim Lennon, der diese Kipp-Theorie in seinem neuesten Buch «Tipping Points - how to Fix the Climate Crisis» ist der Buchstabe S resp. die S-Kurve. Folgen wir der Kurve, so erkennen wir, dass sie zuerst nur ganz gemächlich ansteigt, plötzlich aber geht es steil bergan. Genau so haben sich immer wieder gesellschaftliche Veränderungen und vor allem solche wirtschaftlicher Art vollzogen. Lennon's Beispiele etwa: der Ausstieg Grossbritanniens aus der Kohle. Ja, sie haben richtig gelesen, das Land ist unglaublicherweise praktisch vollständig aus der Kohle-Energie ausgestiegen und hat sich damit eines der wesentlichen CO2 Probleme vom Hals geschafft. Das begann schon in den siebziger Jahren, vollzog sich dann während der Thatcher-Zeit gemächlich weiter und jetzt ist es plötzlich vollbracht.

Das Spezielle daran ist, dass Kipppunkte bislang in der Klima-Theorie für negative Entwicklungen stehen, also etwa für die Umkehrung des Golfstroms, die sich nur langsam vollzieht, aber dann plötzlich eines Tages mit aller Wucht über die Welt hereinbrechen könnte. Die Wissenschaft verdankt entsprechende Erkenntnisse unter anderem der Glaziologie, die es erlaubt, mit gefrorenem Eis Entwicklungen über Jahrtausende hinweg aufzuzeichnen.

Und kommen wir zu den erneuerbaren Energien: Der Autor dieses Blogs Solarmedia kann sich gut erinnern, wie er in den Nuller Jahren belächelt wurde, wenn er von der Ergiebigkeit der Photovoltaik erzählte. Selbst der Fachverband Swissolar glaubte damals nicht an eine grosse Verbreitung, vielmehr an einen Siegeszug der Solarthermie - also der Erwärmung von Flüssigkeit mit Solarwärme zur Energiegewinnung. Doch dann kam es ganz anders. Äusserer Anlass bildete das Jahr 2011. Die Reaktorkatastrophe in Japan ershcütterte die Welt - und plötzlich begann man sich Gedanken darüber zu machen, ob denn die solare Stromgewinnung nicht doch der Weg der Energiewende sein könnte - oder müsste. Als positiver Kipppunkt ist übrigens auch, trotz aktueller Probleme, die Elektromobilität anzuführen. Sie trat ihren Siegeszug im Verborgenen an im nördlichen Norwegen. Wer dort heute noch Verbrenner fährt, muss ich unterdessen fast schämen. Und dann der Siegeszug der Erneuerbaren in China, wörtlich der Spiegel dazu: Zwar baut es nach wie vor die Kohlekraft aus doch die Staatsführung hat die regenerativen Energien als Zukunftsmarkt erkannt. China investiert, aggressiv wie kaum ein anderes Land. Egal, ob Photovoltaik, Batterietechnik Windenergieturbinen oder grüner Wasserstoff: das Reich der Mitte erobert die Technologieführerschaft.» Der Kipppunkt, jenseits dessen es kein Zurück mehr gibt, sei bei der Anwendung der Solartechnologie bereits überschritten, sagt Lennon.

Voraussetzung dafür, dass sich eine neue Technologie durchsetzt, ist ihre Wirtschaftlichkeit! So, wie sich Photovoltaik in den letzten fünf bis zehn Jahren weltweit entwickelt hat, kann man nicht anders folgen, als dass Photovoltaik eben die wirtschaftlichste Quelle zur Energiegewinnung darstellt.

Klar, in allem Guten gibt es immer auch Wermutstropfen. Aktuell ist zu berichten vom endgültigen Aus für den einzigen verbliebenen Schweizer Solarkonzern Meyer Burger. Das ist tragisch für die  betroffenen Angestellten und auch für Regionen, die sich dank Meyer Burger einen Aufschwung erhofften. Aber die Gründe für das Scheitern sind eine andere Geschichte - und diese ändert nichts daran, dass der Kippunkt der Unumkehrbarkeit der solaren Energie-Erzeugung längst überwunden ist.
 
Copyright Text und Bild: Solarmedia / Guntram Rehsche 

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Mittwoch, 27. August 2025

Swissolar: Solarausbau statt AKW-Träume

Der Bundesrat will mit dem indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative das Neubau-Verbot für Atomkraftwerke aufheben. Aus Sicht des Solar-Fachverbands Swissolar sorgt dieser Vorschlag in der Energiewirtschaft für unnötige Unsicherheit, missachtet den klaren Willen der Stimmbevölkerung und gefährdet somit den laufenden erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz.

Solarprofis Shooting BE Netz 2021 Swissolar | © Daniel Baggenstos

Die Signale der Schweizer Stimmbevölkerung sind deutlich: Am 9. Juni 2024 stimmte sie mit nahezu 70 Prozent für eine Stromversorgung, die auf erneuerbaren Energien basiert. Nach der Annahme des Klimagesetzes 2023 und der Annahme der Energiestrategie im Jahr 2017 hat sich eine deutliche Mehrheit der Stimmbevölkerung somit vor einem Jahr zum dritten Mal in Folge klar für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien hierzulande ausgesprochen. Ein politischer Kurswechsel hin zu teuren und riskanten Atomkraftwerken ist deshalb nicht legitim.  

Schweizer Photovoltaik liefert schon heute 14 % des Schweizer Stromverbrauchs 

Stattdessen gilt es jetzt, den starken Ausbau der heimischen Erneuerbaren und insbesondere der Solarenergie konsequent weiterzuverfolgen. 2024 ist der Photovoltaik-Ausbau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um weitere 10 Prozent angestiegen. Es handelte sich um das siebte Jahr in Folge mit einem Marktwachstum. Insgesamt deckten die in der Schweiz installierten Photovoltaik-Anlagen über 10 Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfs ab. 2025 wird Solarenergie voraussichtlich bereits 14 % des Jahresbedarfs liefern. 

Solarstrom ist also schon heute ein zentraler Bestandteil unserer Energieversorgung und auf bestem Weg, die Atomkraftwerke als zweite tragende Säule neben der Wasserkraft abzulösen. Neue AKW in der Schweiz könnten frühestens ab 2050 Strom liefern. Für die Sicherung der Versorgung in den kommenden Jahren sind AKW damit irrelevant und zu teuer. Die nötigen Kapazitäten lassen sich schneller, günstiger und flexibler mit erneuerbaren Energien ausbauen, insbesondere mit Photovoltaik, Wasser- und Windkraft. Auch die Wissenschaft ist sich einig, dass eine rein erneuerbare sichere Stromversorgung bis 2050 realistisch ist. In einem System, das auf das Zusammenspiel von Erneuerbaren ausgelegt ist, sind unflexible Atomkraftwerke überflüssig. Das Stromabkommen mit der EU ist eine weitere Komponente zur sicheren Stromversorgung, indem es den Handel mit Strom aus erneuerbaren Quellen über die Grenzen vereinfacht.  

Der Gegenvorschlag des Bundesrats gefährdet Investitionen in Erneuerbare 

Die Schweizer Energiewirtschaft befindet sich bereits mitten im Umbau weg von Fossilen hin zu rein Erneuerbaren. Statt einem Kurswechsel des Bundesrats braucht es jetzt Klarheit darüber, dass der Weg zur Vollversorgung mit Erneuerbaren konsequent weiterverfolgt und optimiert wird. Private, Unternehmen, Gemeinden und Fachkräfte brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats schafft unnötige Unsicherheit und zieht Ressourcen vom dringend nötigen Ausbau der Erneuerbaren ab.

Stellungnahme zum Indirekten Gegenvorschlag (Änderung des Kernenergiegesetzes) zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» 
 

Freitag, 20. Juni 2025

Weltweit grösste PV-Anlage auf Industriedach von Schweizer realisiert

Die gigantische PV-Dachanlage mit dem Montagesystem MSP von
Schweizer ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein
Modell für die klimagerechte Nutzung grosser Dachflächen weltweit –
ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildfunktion (Bild: SolarFuture ApS)

In Dänemark wurde auf dem gigantischen neuen Zentrum des Logistikunternehmens DSV die weltweit grösste PV-Dachanlage in Betrieb genommen – und das mit einer Lösung der Hedinger Ernst Schweizer AG. 

Mit gegen 78'000 installierten Solarmodulen auf einer Fläche von über 300’000 Quadratmetern – das entspricht rund 42 Fussballfeldern – setzt das Projekt im dänischen Horsens weltweit neue Massstäbe. Die installierte Leistung beträgt 35 Megawatt Peak (MWp), die erwartete jährliche Stromproduktion liegt bei 33,15 Gigawattstunden (GWh). Damit kann das Logistikzentrum nicht nur seinen Eigenbedarf vollständig decken, sondern zusätzlich 140 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort betreiben. Die CO₂-Einsparung beträgt jährlich rund 5’300 Tonnen – ein bedeutender Beitrag zur Klimastrategie von DSV.

Innovatives Montagesystem für maximale Effizienz: Als Unterkonstruktion entschied sich der ausführende dänische Anbieter SolarFuture ApS für eine Lösung von Schweizer. Zum Einsatz kommt das ballastierte Montagesystem MSP-FR east-west – eine aerodynamisch optimierte Lösung, die komplett ohne Dachdurchdringung installiert werden kann. Die Ost/West-Ausrichtung der Module sorgt für eine gleichmässige Energieerzeugung über den Tagesverlauf, steigert die Eigenverbrauchsquote und entlastet das Stromnetz in Spitzenzeiten.

Die Vorteile des Montagesystems MSP-FR im Überblick:

– Wenige und leichte Komponenten

– Schnelle und einfache Montage durch teilweise Vormontage, weniger Schrauben dank raffiniertem Klicksystem

– Hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Dachtopografien

– Geringe Lasteinwirkung und optimale Gewichtsverteilung– Ressourcenschonender Einsatz von Aluminium, produziert mit rund 75 % weniger CO₂-Emissionen als branchenüblich

– Blitzstromtragfähigkeit für höchste Sicherheitsanforderungen

Ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende: «Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Dachflächen zum Motor der Energiewende werden können», sagt Gunnar Johansson, Geschäftsbereichsleiter Solar der Ernst Schweizer AG. «Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses wegweisende Projekt ausgewählt wurden und mit unserem Montagesystem MSP-FR einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser aussergewöhnlichen Anlage leisten konnten. Es ist ein starkes Signal, wie Dachflächen intelligent für die Energiewende genutzt werden können.» Das effiziente Montagesystem MSP-FR bildet die tragende Basis dieser wegweisenden Anlage und unterstreicht gemäss Medienmitteilung des Unternehmens die Rolle des Schweizer Familienunternehmens als Anbieter führender Lösungen für mehr Effizienz bei der Photovoltaik.

Quelle: www.ernstschweizer.com

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Mittwoch, 11. Juni 2025

D: Bereits eine Million Steckersolargeräte

In Deutschland sind immer mehr Steckersolargeräte (sog. „Balkonkraftwerke“) in Betrieb. Noch im Juni dürfte bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) die Marke von einer Million registrierten Steckersolargeräten erreicht werden. Das ergab eine aktuelle Schätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft auf Basis von BNetzA-Daten. Der Verband geht davon aus, dass die Millionen-Marke inzwischen überschritten wurde, da zahlreiche Nachmeldungen erfahrungsgemäß erst mit einigen Wochen Zeitverzug bei der BNetzA eingehen.

Seltener in der Schweiz, aber teils prägnant
wie hier in Zürich bei Bucheggplatz (hier aber
eine Gesamtanlage ohne individuelle Steckerlösung)
Bild: Guntram Rehsche
Ein Ende des Solarbooms auf Balkonien ist nicht in Sicht: Laut einer repräsentativen YouGov-Bevölkerungs-Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft von Ende 2024 planen in diesem Jahr acht Prozent der Befragten die Anschaffung eines Steckersolargerätes. Weitere neun Prozent können sich dies zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Allein zwischen Jahresbeginn und Ende April 2025 wurden rund 135.000 neue Geräte in Betrieb genommen – ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Leistung der in diesem Zeitraum neu installierten „Balkonkraftwerke“ stieg sogar um rund 75%.

Steckersolargeräte sind vor allem für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen in Mehrfamilienhäusern eine sinnvolle und niederschwellige Möglichkeit, einen Teil ihres Strombedarfs kostengünstig selbst zu decken und damit ihre Stromrechnung spürbar zu entlasten. Die Investition in ein Steckersolargerät amortisiert sich in der Regel schon innerhalb weniger Jahre. Die Bundesregierung hatte in den letzten Jahren die Nutzung von Steckersolargeräten deutlich vereinfacht, unter anderem mittels einer Erlaubnispflicht durch Vermieter und Wohnungseigentümer.

Verbraucher-Hinweise: Steckersolargeräte unterscheiden sich von klassischen Photovoltaikanlagen insbesondere dadurch, dass die Leistung der Solarmodule und die Anschlussleistung des Wechselrichters (AC-Leistung) so begrenzt ist, dass eine Gefährdung der vorhandenen Elektroinstallation und damit ihrer Betreiber praktisch auszuschließen ist. Die Modulleistung eines Steckersolargeräts darf in Deutschland maximal 2.000 Watt und die Anschlussleistung nach VDE-Normenentwurf maximal 800 Watt Wechselstromleistung betragen. Eine Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist innerhalb eines Monats Pflicht. Nur Geräte ohne Batteriespeicher gelten als Steckersolargeräte. Systeme mit Speicher müssen hingegen zurzeit noch von einer Elektrofachkraft installiert und zusätzlich auch beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Samstag, 17. Mai 2025

Speicher im Aufschwung: Erster Batteriebericht

Swissolar, der Fachverband der Solarwirtschaft, veröffentlichte diese Woche am Mitgliedertag im Verkehrshaus Luzern erstmals einen umfassenden Bericht über den Schweizer Markt für Batteriespeicher in Kombination mit Photovoltaik. Mittlerweile wird rund jede zweite PV-Anlage in der Schweiz mit einem Batteriespeicher installiert. Sie ermöglichen eine flexiblere Nutzung von lokalem Solarstrom, stabilisieren das Stromnetz und erhöhen die Versorgungssicherheit. Nun sind Solarbranche, Verteilnetzbetreiber und Politik gefordert. Nachstehend die Medienmitteilung von Swissolar zum Batteriebericht.

Die weltweit steigende Nachfrage und die dadurch vorangetriebene Massenproduktion sowie technologische Innovationen haben dazu geführt, dass die Preise für Batteriespeicher in den letzten Jahren erheblich gesunken sind. Mit dem Batteriebericht legt Swissolar den Grundstein für eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Thema. Matthias Egli, Geschäftsführer von Swissolar sagt dazu: «Batteriespeicher sind ein zentrales Element für die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Strom aus einheimischen erneuerbaren Energien. Sie machen Solarstrom flexibler nutzbar und entlasten das Stromnetz.» Der PV-Anteil am Stromverbrauch von 14 Prozent im Jahr 2025 könnte bereits nächstes Jahr auf 17 Prozent wachsen.

Batterien helfen bei der Netzintegration von Solarstrom: Angesichts des weiterhin raschen Ausbaus der Solarenergie braucht es dringend Anreize für die Anlagenbetreiber, sich systemdienlich zu verhalten. Swissolar-Präsident Jürg Grossen appelliert an Solarbranche, Verteilnetzbetreiber und Politik, die Netzintegration des Solarstroms zu optimieren: «Die nötigen gesetzlichen Grundlagen sind mit dem Stromgesetz da. Nun müssen alle ihren Beitrag leisten. Die Solarbranche muss mit Batterien und Energiemanagementsystemen den Eigenverbrauch optimieren. Die Verteilnetzbetreiber müssen ihre Tarife und Steuerinstrumente der neuen Produktionsrealität anpassen. Und die Politik muss die Rahmenbedingungen weiter optimieren. Es ist wichtig, dass die von uns mitentwickelte Lösung einer Vergütung zu Stundenmarktpreisen rasch kommt.» Diese soll in der Sommersession der eidgenössischen Räte im Rahmen des Beschleunigungserlasses behandelt werden.

Es braucht eine nationale Speicherstrategie: Swissolar wird sich künftig noch stärker für Rahmenbedingungen einsetzen, die den Ausbau von Speicherlösungen in Kombination mit Photovoltaik fördern. Dazu gehört auch eine nationale Speicherstrategie. Swissolar-Vizepräsidentin Gabriela Suter sagt dazu: «Batteriespeicher, die Strom kurzfristig zwischenspeichern und bei Bedarf innert Millisekunden ins Netz speisen können, müssen bei künftigen Energieszenarien berücksichtigt werden. In den aktuellen Energieperspektiven des Bundes fehlen diese leider noch. Es braucht eine nationale Speicherstrategie, die sämtliche Speicher – saisonale und kurzfristige – beinhaltet und das Zusammenspiel der Speichertechnologien aufzeigt. Das verhindert, dass die Netze unverhältnismässig ausgebaut werden.»
 
Der Swissolar-Batteriebericht formuliert sechs zentrale Handlungsempfehlungen für Politik, Netzbetreiber und Branche:

  1. Den dezentralen Batteriespeichern eine angemessene Rolle im Energiesystem zuweisen
  2. Preissignale und finanzielle Anreize gestalten
  3. Gezielte Anreize für die Integration von Batteriespeichern in ein intelligentes Energiesystem
  4. Netzausbau durch Quartier- und Regionalspeicher reduzieren
  5. Zugang zu Regelenergiemärkten für Batteriespeicher erleichtern
  6. Hindernisse beim Datenaustausch beseitigen

Der Bericht «Batteriespeicher mit Photovoltaik 2025» ist auf der Website von Swissolar abrufbar: www.swissolar.ch/batteriebericht

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Freitag, 25. April 2025

Test mit Solarzäunen am Flughafen Zürich

 Die Flughafen Zürich AG verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2040 netto null unternehmenseigene Treibhausgasemissionen zu erreichen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen. Neben der Errichtung neuer Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden testet die Flughafen Zürich AG nun auch den Einsatz von Solarzäunen. Eine erste Testanlage wurde neben der Heizzentrale des Flughafens realisiert, um das Potenzial dieser Technologie zu evaluieren.

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie treibt die Flughafen Zürich AG den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion weiter voran. Neben klassischen Solarpanels auf Dächern und an Fassaden wird nun ein innovativer Ansatz getestet: Solarzäune. Diese senkrecht stehenden Photovoltaik-Panels bieten zahlreiche Vorteile. Unter anderem ermöglichen sie eine beidseitige Stromproduktion, wodurch ein Mehrertrag von 10 bis 30 Prozent gegenüber herkömmlichen horizontalen Anlagen erzielt werden kann. Die Stromerzeugung erfolgt ausserdem gleichmässiger über den Tag verteilt. Gleichzeitig können die Panels als Zaun dienen und damit zwei Funktionen erfüllen.

Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG

«In einem ersten Schritt wollen wir Erfahrungen mit den vertikalen Solaranlagen sammeln und prüfen, ob diese Technologie für weitere Standorte in Frage kommen könnte. Denkbar sind zum Beispiel Parkplätze. Die Testphase wird mindestens ein Jahr dauern, um die Saisonalitäten abbilden zu können.»

Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG

Der Test-Solarzaun wurde an einem nicht mehr genutzten, freistehenden Sicherheitszaun neben der Heizzentrale des Flughafens installiert. Mit der Pilotanlage will die Flughafen Zürich AG Erkenntnisse über die Effizienz, Witterungsbeständigkeit und betriebliche Integration der Technologie gewinnen.

Investition in Photovoltaik als wichtiges Element zur Dekarbonisierung
Der Ausbau der Photovoltaik spielt eine zentrale Rolle in der Strategie der Flughafen Zürich AG, um den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu erhöhen. Bereits heute ist sämtlicher Strom, den die Flughafen Zürich AG nicht selbst produziert und von externen Produzenten bezieht, erneuerbar. Mit den geplanten Photovoltaik-Projekten wird in den kommenden Jahren auch bei der Eigenproduktion der Anteil an nachhaltigem Strom deutlich gesteigert.

Derzeit sind auf zwölf Gebäuden Photovoltaikanlagen installiert und in Betrieb, unter anderem auf dem Dock E sowie auf dem Dach des Circle. Eine erste Machbarkeitsanalyse hat bereits ergeben, dass 40 Dachflächen, darunter auch die von verschiedenen Ersatzneubauten, für weitere Solar-Anlagen geeignet sein könnten. Für eine tatsächliche Realisierung muss berücksichtigt werden, dass der Blendschutz für Pilotinnen und Piloten sowie für die Mitarbeitenden im Tower jederzeit gewährleistet ist. Insgesamt sollen die Photovoltaikanlagen am Flughafen Zürich bis 2040 eine Strommenge produzieren, die dem jährlichen Verbrauch von 5000 Schweizer Haushalten entspricht.

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Mittwoch, 2. April 2025

Viele Farbtupfer am 2.Tag der PV-Tagung

Der zweite Tag der 23.PV-Tagung steht im Zeichen der Farbe - die immer mehr Einzug hält bei den verschiedensten Solaranlagen - hier eine Bildauswahl (Vergrössern mit Klick auf Bilder und mehr Info über swissolar.ch):

 











 Auswahl & Screenshots: Solarmedia - Vergrössern mit Klick auf Bilder

Siehe auch: Solarmedia vom 1.4.25: PV-Tagung läuft

 Über Swissolar
Swissolar ist der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 1300 Verbandsmitgliedern mit über 11’000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. 2024 lieferte Photovoltaik rund 11 % des in der Schweiz verbrauchten Stroms. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Strom und Wärme von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein. Mehr Infos: www.swissolar.ch

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Montag, 31. März 2025

Zu einem «grünen Kraftwerk» umgebaut

Der Hauptsitz von Energie 360° in Zürich ist in den vergangenen zwei Jahren instand gesetzt und umgebaut worden. Die grossflächige Photovoltaik-Fassade und deren brandschutztechnische Realisierung haben Pioniercharakter.

Von März 2023 bis März 2025 ist der Hauptsitz von Energie 360° in Zürich-Altstetten umgebaut und instand gesetzt worden. Die baulichen Massnahmen umfassten hauptsächlich die Erneuerung der Gebäudetechnik, die inneren Oberflächen, die Umgestaltung in eine zeitgemässe Arbeitsumgebung und die Aufwertung des Aussenbereichs mittels neuer Begrünung. Der Bezug hat bereits stattgefunden, die Umgebungsarbeiten werden im Frühling 2025 fertiggestellt.

PV-Fassaden ein Brandschutz-Pionierprojekt: Die Photovoltaik (PV) bildete bei der Instandsetzung einen Schwerpunkt. Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe und Verwaltungsratspräsident von Energie 360°: «Künftig produziert Energie 360° rund die Hälfte des jährlichen Energiebedarfs ihres Gebäudes selbst.» Und Jörg Wild, CEO von Energie 360°, betont: «Die Dach- und Fassadensolaranlagen mit 1600 Elementen machen unseren Hauptsitz in Altstetten zum grünen Kraftwerk. Es erzeugt etwa 325 Megawattstunden erneuerbaren Strom pro Jahr.»

Einen Sondereffort leisteten die Projektbeteiligten betreffend Brandschutz: Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich erhöhte ihre Bewilligungspraxis um eine zusätzliche Anforderung, als sich das Projekt in der Bewilligungsphase befand: Bei Gebäuden, die höher als elf Meter sind, brauchte es neu zwingend den Nachweis, dass sich ein Brand der PV-Module nicht über mehr als zwei Stockwerke ausbreiten kann.

Da es in der Schweiz keine Prüfstelle für den erforderlichen Nachweis gab, wurde das städtische Amt für Hochbauten mit den Brandschutzfachleuten in Leipzig fündig. Der zweite Brandversuch mit ergänzten Brandriegeln aus Stahlblechen war erfolgreich. Die Westfassade mit durchgehenden, grossflächigen Solarpanels konnte realisiert werden. Auf der Ost- und Südseite wurden Solarpanels auf die Brüstungsbänder unterhalb der Fenster verbaut. Hochbauvorsteher André Odermatt zeigte sich sichtlich erfreut über das Pionierprojekt: «Das Ergebnis beweist, dass es trotz der Herausforderungen möglich ist, grossflächige PV-Fassaden zu realisieren – und dass diese in hoher gestalterischer Qualität umgesetzt werden können.» Dies ist der Expertise von Jessenvollenweider Architektur aus Basel zu verdanken, die mit der Sanierung beauftragt waren. Der Hauptsitz von Energie 360° dürfte schweizweit das erste Gebäude sein, dessen grossflächige PV-Fassade mit diesem Prüfverfahren gebaut wurde.

Unternehmen investiert in den Ausbau der Photovoltaik: Die rund 1600 PV-Module auf einer Fläche von 2600 m2 decken rund 50% des Energiebedarfs des Gebäudes. Dabei nutzt Energie 360° rund 80% des erzeugten Solarstroms selbst – beispielsweise für die eigene E-Autoflotte. Die Ladeinfrastruktur umfasst 91 Ladepunkte und kann auf 148 erweitert werden.

Energie 360° verfolgt das Ziel, gemeinsam mit ihren Kund*innen die nachhaltigen Energie- und Mobilitätslösungen der Zukunft zu schaffen. Dazu baut, finanziert und betreibt sie in der ganzen Schweiz Solaranlagen in integralen Arealen und auf Industriebauten. Ebenso setzt das Unternehmen Projekte in der Landwirtschaft um und treibt so die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Photovoltaik weiter voran. Das Unternehmen hat sich unter anderem grössere Aufträge für PV-Anlagen auf Lärmschutzwänden an Schweizer Autobahnen gesichert.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Stadt Zürich und Energie 360°)

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Donnerstag, 16. Januar 2025

The next big thing: Bidirektionales Laden

Wer geglaubt hat, die Energiewende laufe sich tot, reihe nur noch Photovoltaikmodul oder Windrad aneinander und sonst geschehe nichts mehr, wird gerade eines Besseren belehrt (wenn auch die Ewiggestrigen Wende-Skeptikerinnen nicht weit sind). Das neue und gänzlich belebende Element der Energiewende ist die Elektromobilität - wovon sich die Teilnehmer*innen einer Veranstaltung des Forums Energie Zürich (FEZ) diese Woche überzeugen konnten.

Im neuen Kompetenzzentrum im Industriegebiet Haid in Freiburg in Breisgau wird das Fraunhofer ISE auf über 3.700 Quadratmetern Laborfläche an innovativen Batteriematerialien und -zellen forschen, optimierte Lösungen für Batteriesysteme entwickeln, ihre Integration in verschiedene Anwendungen vorantreiben sowie Qualitätssicherungsprüfungen durchführen.

Auch in den Medien heisst es derzeit viel bedeutend: «Elektroautos können viel mehr, als „nur“ leise und ohne Abgase zu fahren.  Mit bidirektionaler Ladetechnologie können sie Strom speichern und ins Netz zurückspeisen. Die jüngste Studie von Transport & Environment (T&E) zeigt, dass dies Europas Energieversorgern und Autofahrenden Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen könnte. Diese resultieren vor allem aus einer effizienteren Nutzung der Erzeugungskapazitäten, der Reduzierung von Abregelungen und einem geringeren Kraftstoffverbrauch (siehe: PV-Magazine).» 

Bei den Milliarden sind wir in der Schweiz noch nicht so weit - aber mit einer Aufsehen erregenden Zahl vermochte Helion-Ingenieur Daniel Sieveking die Zuhörer*innen an der Zürcher Veranstaltung doch zu fesseln: Nach seinen Berechnungen reichen bereits 100'000 Elektrofahrzeuge, um die Anschlussleistung des Speichkraftwerks Linth-Limmern zu erreichen - und die Schweiz hat rund vier Millionen Fahrzeuge, also rechne.... Helion, schweizweit tätiger Solar-Grossinstallateur und seit mehr als einem Jahr Tochtergesellschaft der grossen Autohandelsfirma Amag, hat längst Fuss gefasst im Geschäft mit dem bidirektionalen Laden. Aber der technischen Hindernisse sind gemäss Sieveking noch einige, vor allem die verschiedenen Stromarten Wechsel- und Gleichstrom gehören dazu. Lösungen sind in den kommenden Jahren, so bis 2028 in Sicht.

Fuss gefasst in diesem viel versprechenden Geschäft der Energiewende haben übrigens auch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Deren Elektrotechniker David Wütschert präsentierte vor dem Energie Forum realisierte Beispiele von Ladestationen in Mehrfamilienhäusern oder Firmengebäuden. Zu letzteren gehört etwa eine Parkgarage von Lindt Chocolatiers. 

Bleibt die zentrale Frage, wie sich die Technologie und die Preise der Batterien entwwickeln werden. Die bereits zitierte Zeitschrift PV-Magazine hält ganz aktuell fest: «Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sind aufgrund niedrigerer Metallkosten und größerer Stückzahlen 2024 auf ein Rekordtief gefallen. Nun erwarten Marktforscher, dass sie sich wieder stabilisieren werden.» Ins Gewicht fallen werden auch die Netzkosten, die für die Stromübertragung anfallen - wobei alles von Null bis Vollkosten denkbar, nur erstere Variante aber hilfreich für den Durchbruch des bidirektionalen Ladens sein wird.

Auf die aktuellen Entwicklungen reagiert übrigens auch der Veranstalter von The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft. Sie widmet dem Thema 2025 eine eigene Sonderschau, um Chancen und Herausforderungen für die Mobilitäts- und Energiebranche aufzuzeigen. The smarter E Europe findet vom 7. bis zum 9. Mai 2025 auf der Messe München statt und vereint die vier Fachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe.

Copyright: Guntram Rehsche Solarmedia