Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
Die gigantische PV-Dachanlage mit dem Montagesystem MSP von Schweizer ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Modell für die klimagerechte Nutzung grosser Dachflächen weltweit – ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildfunktion (Bild: SolarFuture ApS)
In Dänemark wurde auf dem gigantischen neuen Zentrum des Logistikunternehmens DSV die weltweit grösste PV-Dachanlage in Betrieb genommen – und das mit einer Lösung der Hedinger Ernst Schweizer AG.
Mit gegen 78'000 installierten Solarmodulen auf einer Fläche von über 300’000 Quadratmetern – das entspricht rund 42 Fussballfeldern – setzt das Projekt im dänischen Horsens weltweit neue Massstäbe. Die installierte Leistung beträgt 35 Megawatt Peak (MWp), die erwartete jährliche Stromproduktion liegt bei 33,15 Gigawattstunden (GWh). Damit kann das Logistikzentrum nicht nur seinen Eigenbedarf vollständig decken, sondern zusätzlich 140 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort betreiben. Die CO₂-Einsparung beträgt jährlich rund 5’300 Tonnen – ein bedeutender Beitrag zur Klimastrategie von DSV.
Innovatives Montagesystem für maximale Effizienz: Als Unterkonstruktion entschied sich der ausführende dänische Anbieter SolarFuture ApS für eine Lösung von Schweizer. Zum Einsatz kommt das ballastierte Montagesystem MSP-FR east-west – eine aerodynamisch optimierte Lösung, die komplett ohne Dachdurchdringung installiert werden kann. Die Ost/West-Ausrichtung der Module sorgt für eine gleichmässige Energieerzeugung über den Tagesverlauf, steigert die Eigenverbrauchsquote und entlastet das Stromnetz in Spitzenzeiten.
Die Vorteile des Montagesystems MSP-FR im Überblick:
– Wenige und leichte Komponenten
– Schnelle und einfache Montage durch teilweise Vormontage, weniger Schrauben dank raffiniertem Klicksystem
– Hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Dachtopografien
– Geringe Lasteinwirkung und optimale Gewichtsverteilung– Ressourcenschonender Einsatz von Aluminium, produziert mit rund 75 % weniger CO₂-Emissionen als branchenüblich
– Blitzstromtragfähigkeit für höchste Sicherheitsanforderungen
Ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende: «Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Dachflächen zum Motor der Energiewende werden können», sagt Gunnar Johansson, Geschäftsbereichsleiter Solar der Ernst Schweizer AG. «Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses wegweisende Projekt ausgewählt wurden und mit unserem Montagesystem MSP-FR einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser aussergewöhnlichen Anlage leisten konnten. Es ist ein starkes Signal, wie Dachflächen intelligent für die Energiewende genutzt werden können.» Das effiziente Montagesystem
MSP-FR bildet die tragende Basis dieser wegweisenden Anlage und
unterstreicht gemäss Medienmitteilung des Unternehmens die Rolle des Schweizer Familienunternehmens als Anbieter
führender Lösungen für mehr Effizienz bei der Photovoltaik.
Der globale Markt für Atomkraftwerke stagniert seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau, eine echte Renaissance ist nicht in Sicht. Auch angesichts des kurzfristig zu erwartenden steigenden Strombedarfs von Rechenzentren für KI-Anwendungen sind neue Atomkraftwerke allein schon wegen der langen Bauzeiten keine realistische Option.
Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sind im letzten Jahr 2024 weltweit lediglich sechs neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen (2023: fünf). Gleichzeitig wurden vier alte Atomkraftwerke (2023: fünf) endgültig stillgelegt. Der weltweite Netto-Anlagenzubau im Bereich der Kernenergie beträgt somit lediglich zwei neue Atomkraftwerke.
Nach den IAEA-Daten (Stand: 23.01.2025) wrden 2024 neue Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung (netto) von 6.813 MW ans Netz angeschlossen. Diese befinden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Barakah-4, 1.310 MW), China (Fangchenggang-4, 1.000 MW und Zhangzhou-1, 1.126 MW), Indien (Kakrapar-4, 630 MW), Frankreich (Flamanville-3, 1.630 MW) und den USA (Vogtle-4, 1.117 MW). Gleichzeitig wurden 2024 weltweit alte Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung (netto) von 2.891 MW stillgelegt, darunter Kursk-2 (925 MW) in Russland, Maanshan-1 (936 MW) in Taiwan sowie die beiden Pickering-Atomkraftwerke 1 und 4 (jeweils 515 MW) in Kanada.
Die Ursachen für das schwache Wachstum des globalen Marktes für Atomkraftwerke sind unverändert: extrem hohe Investitionskosten, sehr lange Bauzeiten von 10 – 15 Jahren und ebenso extrem hohe Finanzierungsrisiken, die praktisch nur von Staatsunternehmen übernommen werden können. Zudem ist der Markt für Atomkraftwerke auf eine sehr geringe Zahl von Unternehmen - meist Staatsunternehmen – angewiesen, die überhaupt in der Lage sind, Atomkraftwerke zu bauen und zu exportieren.
Ein Beispiel für die enormen Kosten und die langen Bauzeiten von Atomkraftwerken ist das französische AKW Flamanville 3, das 2024 in Betrieb gegangen ist. Im Jahr 2006 wurden die Baukosten für Flamanville 3 auf 3,2 bis 3,3 Mrd. Euro veranschlagt, bei einer Bauzeit von 5 Jahren. Nach Angaben des französischen Rechnungshofs sind die Kosten nach nun 17 Jahren Bauzeit aktuell auf 23,7 Mrd. Euro explodiert, bei einer Rendite von beispielsweise 4 Prozent müsste der Verkaufspreis für den Atomstrom schon bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde liegen.
Auch kleine, modulare Atomreaktoren (SMR), die als eine kostengünstigere und flexiblere Lösung beworben werden, können die grundlegenden Probleme der Atomkraft derzeit nicht lösen. Ein Beispiel für die Marktschwierigkeiten von Mini-Atomkraftwerken ist das geplante Idaho-Vorzeigeprojekt der Utah Associated Municipal Power Systems (UAMPS) in den USA, das SMR-Projekt wurde aufgrund explodierender Baukosten und zu hoher Kosten für den Atomstrom aufgegeben.
„Angesicht eines möglichen steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren sind Atomkraftwerke wettbewerblich keine Alternative zu erneuerbaren Energien. Ein AKW-Neubau dauert schlicht zu lange, ist extrem teuer und die Finanzierung bleibt riskant“, so IWR-Chef Dr. Norbert Allnoch.
Zum Vergleich: Während der Netto-Zubau an Kernkraftleistung 2024 weltweit 3.922 MW erreicht, hat alleine China im selben Zeitraum Solaranlagen mit einer unglaublichen Rekordleistung von 277.000 MW neu installiert. Allnoch weiter: „Wenn China sein aktuelles Tempo beim Bau von Solaranlagen bis 2030 fortsetzt, wird das Land schon am Ende des Jahrzehnts mit eigenem, preiswerten Solarstrom ganz alleine die heutige Stromerzeugung der gesamten globalen Atomkraftwerksflotte überholen.“
Link zur Original-Pressemitteilung von Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in der Energie-Pressedatenbank
Schlüsseltechnologie für Energiewende macht das Erdreich zum
Energiespeicher und hilft, Energie aus dem Sommer in den Winter zu
bringen.
Um die Weihnachtszeit und Jahreswende, wenn die Tage am kürzesten
sind, ist es besonders wichtig, ausreichend Energie zur Verfügung zu
haben. Eine Technologie, die dabei in den kommenden Jahren an Bedeutung
gewinnen wird und von Wien Energie genutzt wird, ist die oberflächennahe
Geothermie, bei der Erdsonden zum Einsatz kommen. Ende Dezember sind
die Sondenfelder noch zu etwa 70 bis 80 Prozent geladen.
Während die meisten Erneuerbaren-Technologien ihren
Erzeugungshöhepunkt im Sommerhalbjahr erreichen, wird im Winter deutlich
mehr Energie verbraucht. Der sogenannte saisonale Übertrag, also der
Energietransfer vom Sommer in den Winter, ist deswegen eine der großen
Herausforderungen der Energiewende.
Unter der Erde herrschen ab einer Tiefe von 15 Metern ganzjährig
stabile Temperaturen. In 150 Metern Tiefe hat es etwa 13 Grad. Erdsonden
sind im Prinzip „Schlauch-Schlaufen“, die in Bohrlöchern stecken. Eine
Sondenflüssigkeit (Sole) wird dadurch gepumpt und nimmt dabei die Wärme
des umgebenden Erdreichs auf. An der Oberfläche kann die Wärme dann
genutzt werden, etwa als Ausgangstemperatur für eine Wärmepumpe.
Ein Jahr Ladezyklus
Dem Boden kann aber nicht immer nur Wärmeenergie entzogen werden.
Insbesondere bei größeren Sondenfeldern ist es wichtig, auf eine
nachhaltige Bewirtschaftung zu achten. Denn wird dem Erdreich monatelang
Wärme entzogen, kühlt dieses aus – im Frühling werden die Sondenfelder
sozusagen leer, wodurch die Effizienz der Wärmeerzeugung abnimmt. Über
die warmen Monate werden die Sondenfelder dann regeneriert, indem
überschüssige Wärme, etwa aus Sonnenenergie, in den Boden eingespeichert
wird. Dieser Vorgang kann auch dazu genutzt werden, Gebäude sanft zu
kühlen, indem etwa über den Wasserkreislauf einer Fußbodenheizung Wärme
abgeführt wird.
Diese Technologie kann insbesondere in Neubauregionen angewendet
werden, etwa in Stadtentwicklungsgebieten wie dem Village im Dritten der
ARE Austrian Real Estate. Wien Energie und ARE setzen dort ein
Energiekonzept um, bei dem bis zu 80 Prozent der Heizenergie aus lokalen
erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Mit 500 Erdsonden, die eine
Tiefe von 150 Metern erreichen, wird dort das größte Erdsondenfeld
Österreichs errichtet. Die erste Wärme-/Kältezentrale wurde im Herbst in
Betrieb genommen, bis 2027 ist die Fertigstellung des gesamtenQuartiers
mit etwa 2.000 Wohnungen sowie Gewerbeflächen geplant.
Nachtrag Solarmedia: In der Schweiz werden solche Projekte bereits seit mehreren Jahren unter dem Namen Anergie realisiert, zum Beispiel durch durch die Familienheim Genossenschaft FGZ am Zürcher Üetliberg.
Weltweit erster APR-1000-Reaktor soll in Tschechien gebaut werden.
Die Zusage an die koreanische KHNP wurde aufgrund unrealistischer
Preisschätzungen getroffen.
Anfang des Jahres gab die tschechische Regierung bekannt, statt wie
bis dahin geplant einen, nunmehr bis zu vier Reaktorblöcke errichten zu
wollen. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, war das Argument für diese
Ausweitung damals, dass man einen Preisnachlass von 25 Prozent erzielen
könne. Nun wurde die Katze aus dem Sack gelassen und das Ergebnis der
Ausschreibung bekanntgegeben: die Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP)
soll zuerst 2 Reaktoren in Dukovany, später 2 in Temelín bauen. Bis
März 2025 soll der genaue Vertrag ausgehandelt werden und die
Dukovany-Reaktoren bis 2036 errichtet sein.
Die Kosten pro Reaktor sollen 200 Mrd. Kronen, umgerechnet ca. 8 Mrd.
Euro, betragen – dabei handelt es sich aber nur um einen Schätzwert der
tschechischen Regierung. Die KHNP sprach in ihrer Presseaussendung
bereits von 220 Mrd. CZK.
„Die Kostenschätzung sowie der Zeitplan der tschechischen Regierung
wird nicht annähernd einzuhalten sein“, erläutert Anna Weinbauer,
stellvertretende Obfrau von atomstopp_atomkraftfrei leben! „Bei
aktuellen AKW-Baustellen in Finnland und Frankreich explodieren die
Baukosten auf 11 bis 19 Mrd. Euro und Bauzeiten auf rund 18 Jahren.
Außerdem wurde weltweit noch kein APR-1000-Reaktor gebaut und die
Koreaner haben keine Erfahrung mit dem Bau von Reaktoren in Europa und
den höheren Sicherheitsbestimmungen.
Die EU hat ehrgeizige Ziele: Bis 2030 sollen rund 750 Gigawatt (GW)
an Solarenergie installiert werden. In diesem Zuge gewinnen unter
anderem duale Landnutzungskonzepte, insbesondere Agri-Photovoltaik (PV),
zunehmend an Bedeutung.
Laut einer Studie der dena (Deutsche Energie-Agentur) steht Agri-PV
in Europa vor einem Markthochlauf, unterstützt durch Förderprogramme und
eigenen Gesetzgebungen. Gleichzeitig verzeichnet die angewandte
Forschung zur Agri-PV große Fortschritte, und zunehmend mehr Projekte
werden umgesetzt. Auf der Intersolar Europe, der weltweit führenden
Fachmesse für die Solarwirtschaft, haben Besucher die Möglichkeit, eine
vielfältige Palette an Technologien, Produkten und Lösungen
kennenzulernen sowie tiefgehende Einblicke in aktuelle Best Practices
und Entwicklungen zu erhalten. Die Intersolar Europe findet vom 19. bis
21. Juni 2024 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter
Messeallianz für die Energiewirtschaft, in München statt – begleitet von
den drei Fachmessen ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe.
Landwirtschaft oder erneuerbare Energien – in der Vergangenheit war
dies eine Entweder-oder-Frage. Heute jedoch bietet die Agri-PV als
innovatives Anwendung vielversprechende Möglichkeiten für Landwirtschaft
und Klimaschutz. Sie verspricht, landwirtschaftliche Produktion und
erneuerbare Stromerzeugung auf derselben Fläche zu vereinen. Statt zu
konkurrieren, können Photovoltaik und Photosynthese sich also effektiv
ergänzen.
Umfassende Förderungen auf EU-Länder-Ebene
Europäische Länder wie Deutschland und Frankreich fördern die
Agri-PV, um den Solarausbau voranzutreiben und gleichzeitig die
Flächenkonkurrenz zu minimieren. Deutschland hat mit dem Solarpaket 1
ein eigenes Auktionssegment mit einem Höchstwert für „besondere
Solaranlagen“ – darunter zählen unter anderem Agri-PV-Anlagen –
eingeführt, und Frankreich gilt als Vorreiter mit eigener Gesetzgebung.
Andere Länder wie Österreich und die Niederlande sind ebenfalls führend
in der Agri-PV. Trotz dieser Fortschritte fehlt jedoch derzeit auf
gesamteuropäischer Ebene eine einheitliche Gesetzgebung, was zu einem
hohen Ressourcenaufwand bei internationalen Investoren und
Projektentwickern führt.
Chancen der Agri-PV: Vorteile erkennen und nutzen
Eine einheitliche Gesetzgebung ist mittelfristig unerlässlich, um das
volle Potenzial der Agri-PV auszuschöpfen. Und ihre Vorteile liegen
klar auf der Hand: Sie ermöglicht die Vereinbarung von Solarenergie und
Landwirtschaft sowie den Zusatznutzen für landwirtschaftliche Betriebe
durch den Schutz vor Sturm-, Hagel-, Frost- und Dürreschäden. Zusätzlich
führt sie zu niedrigeren Stromgestehungskosten im Vergleich zu kleinen
PV-Dachanlagen und diversifiziert das landwirtschaftliche Einkommen.
Darüber hinaus führen die Verschattung und der Windschutz zu weniger
Verdunstung, innovative Modelle mit Regenwassergewinnung auf den
Paneelen und dessen Nutzung für die Bewässerung der Pflanzen stehen in
den Startlöchern. Die Resilienz vieler landwirtschaftlicher Betriebe
gegenüber Ernteausfällen kann mit diesen Maßnahmen erhöht werden.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: vom Garten- und Weinbau bis hin zu weiten Ackerflächen und Viehweiden
Die Anwendungsbereiche von Agri-PV erstrecken sich über verschiedene
Bereiche der Landwirtschaft, darunter Garten- und Weinbau, Ackerland
sowie Viehweiden. Im Garten- und Weinbau zeigt sich das Potenzial von
Agri-PV besonders deutlich in der Steigerung der Erträge bestimmter
Pflanzensorten. Insbesondere in südeuropäischen Ländern, wo sich die
klimatischen Bedingungen verändern, profitieren Beeren, Weintrauben und
Oliven von dieser Technologie. Auch Obst und Fruchtgemüse können trotz
geringer Verschattung gleichbleibende Erträge erzielen. Auf dem
Ackerland eröffnet Agri-PV laut einer Studie von Iliotec und dem
Fraunhofer ISE neue Möglichkeiten für zahlreiche Ackerbaukulturen.
Positiv beeinflusst werden beispielsweise Raps, Sellerie, Zwiebeln und
Kohl. Dabei spielen besonders bei Pflanzen, die anfällig für
Verschattung sind, die Reihenabstände eine entscheidende Rolle. Auf
Viehweiden hingegen fungieren die Module von Agri-PV als Schutzschild
gegen Wind und Witterung, wodurch das Wohlbefinden der Tiere verbessert
wird.
Best Practice Projekte in Europa
In ganz Europa gehen Pilotprojekte an den Start. So nimmt in
Meierijstad, den Niederlanden, das wegweisende Agri-PV-Projekt der BayWa
r.e. AG in Zusammenarbeit mit ihrer Tochtergesellschaft GroenLeven Form
an: eine 8,7 Megawatt-Peak Solaranlage, die eine gesamte
Himbeerplantage überdeckt. Gleichzeitig entsteht auf Sizilien die größte
Agri-PV-Anlage Europas mit 135 Megawatt (MW) Leistung, zwischen deren
Modulreihen Feigen und Oliven gedeihen. In Deutschland wiederum arbeitet
die Next2Sun Technology GmbH an einem 20 MW Solarpark mit vertikal
montierten Modulen in Neißeaue. Parallel dazu realisiert Vattenfall in
Tützplatz, Deutschland, ein bedeutendes Agri-PV-Projekt mit 79 MW auf 93
Hektar, das durch ein einachsiges Nachführsystem unterstützt wird und
Bio-Freilandeier produziert.
Intersolar Europe 2024: besonderes Augenmerk auf Agri-PV
Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die
Solarwirtschaft, legt 2024 ein besonderes Augenmerk auf das Thema
Agri-PV. So dürfen sich Besucher auf eine Sonderschau dazu im
Freigelände freuen. Partner der Sonderschau sind die BayWa AG, BayWa
r.e., Conexio PSE, Vista Geo sowie die ZIMMERMANN PV-Steel Group. Die
Unternehmen präsentieren unter anderem Nachführsysteme für
Agri-PV-Anwendungen. Darüber hinaus können sich Besucher in den
Messehallen bei über 60 Ausstellern von den mehr als 1.370 Intersolar
Europe Ausstellern, die Produkte und Lösungen für die Agri-PV zeigen,
informieren. Experten vertiefen das Thema zusätzlich durch umfassende
Sessions im Intersolar Forum sowie während der Intersolar Europe
Conference und erweitern dadurch das Wissensangebot.
Erleben Sie die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft! 19.–21. Juni 2024, Messe München
Die Metallbau- und Solarfirma Ernst Schweizer AG in Hedingen (ZH) ist Partner für die
Realisierung der weltweit grössten Aufdach-PV-Anlage. Mit dem
Montagesystem MSP werden über 80’000 Module mit einer Leistung von über
35 MWp installiert.
In Skandinavien entsteht in den kommenden Monaten die grösste
Aufdach-Photovoltaikanlage der Welt. DSV, ein global tätiges
Logistikunternehmen mit 75’000 Mitarbeitenden und eigenen Büros in über
80 Ländern, baut in der dänischen Stadt Horsens ein hochmodernes
Logistikzentrum. Der gewaltige Gebäudekomplex ist weltweit der
fünftgrösste – das Hauptdach ist rund 1 Kilometer lang, die Lagerfläche
beträgt 220’000 Quadratmeter. Er ist ressourceneffizient und
energieautark und nutzt neuste Technologien.
Auf der gewaltigen Dachfläche entsteht eine ebenso eindrückliche
Photovoltaikanlage. Sie wird dereinst eindrückliche 35,85 MWp erzeugen –
genug, um praktisch den gesamten Energiebedarf des Zentrums zu decken.
Erwartet wird eine jährliche Produktion von ca. 33,15 GWh. Dies
entspricht dem Stromverbrauch von ca. 7’300 Haushalten. Dadurch kann DSV
jährlich über 5’300 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.
Hauptauftragnehmer für das Grossprojekt ist SolarFuture ApS, ein
führender dänischer Anbieter für Photovoltaikanlagen für Gewerbe und
Industrie. Gemeinsam mit DSV hat sich SolarFuture für Schweizer als
Partner und Lieferanten für die Unterkonstruktion der Aufdach-PV-Anlage
entschieden.
In diesen Tagen beginnt die Installation der über 80’000 Module mit
dem Montagesystem MSP-FR-EW von Schweizer. Das blitzstromtragfähige
System für gerahmte PV-Module zeichnet sich vor allem durch schnelle und
einfache Montage bei minimalem Aufwand aus. Es lässt sich ohne
Dachdurchdringung installieren und flexibel der Dachtopografie anpassen.
MSP-FR-EW vereint geringste Lasteinwirkung mit hoher Wirtschaftlichkeit
und Langlebigkeit und überzeugt darüber hinaus mit der Verwendung von
klimafreundlich produziertem, hochwertigem Aluminium als Werkstoff.
Dadurch sinken die CO2 Emissionen um etwa 75 Prozent im Vergleich zum
weltweiten Durchschnitt.
Die PV-Anlage wird voraussichtlich Ende 2024 vollständig installiert
und an das Stromnetz angeschlossen sein. Sie stellt einen Meilenstein
für alle Projektbeteiligten, für die Solarbranche insgesamt und für die
Entwicklung der erneuerbaren Energien in Europa dar. Gunnar Johansson,
Leiter Solar bei Schweizer, unterstreicht: «Mit grossem Stolz sind wir
Partner bei dieser aussergewöhnlichen PV-Anlage. Dieses
Leuchtturmprojekt bestätigt das Potenzial und die Vorzüge unseres
Montagesystems MSP für eine maximale Nutzung der Dachfläche und eine
bedarfsgerechte Solarstromproduktion.»
Auf der Schwäbischen Alb entsteht künftig der größte Solarpark im süddeutschen Baden-Württemberg. Die installierte Leistung wird 80 Megawatt betragen – gut doppelt so
leistungsfähig wie der bislang auf Platz eins stehende Solarpark im
Land. Am 4. März 2024 fand der feierliche Spatenstich statt. Ab Mitte
2025 soll die 80 Hektar große Freiflächenanlage bei Langenenslingen pro
Jahr rund 80 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugen und damit
rechnerisch den Bedarf von rund 30.000 Haushalten decken.
Das Vorzeigeprojekt ist ein Beispiel für eine gelungene Kooperation
im Südwesten: Die Projektpartner kamen über den Branchenverband Solar
Cluster Baden-Württemberg zusammen; der Projektentwickler SolNet, der
die Verbindung zum Grundstückseigentümer und der Gemeinde aufbaute und
deren Zustimmung eingeholt hatte, und die EnBW als späteren Eigentümer
und Betreiber des Solarparks. Künftig braucht es noch mehr von solchen
Erfolgsgeschichten, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Andreas
Schlumberger. Denn um die Klimaziele zu erreichen, sind jedes Jahr
Solarparks mit einer Gesamtleitung von rund 1.400 Megawatt erforderlich.
Das sind 18 Solarparks in der Größenklasse, die die EnBW derzeit
errichtet.
Der Betrieb des Solarparks wird jährlich CO2-Emissionen in
Höhe von rund 55.000 Tonnen vermeiden. Eine geeignete Fläche fanden die
Partner bei der seit sechs Jahrhunderten ortsansässigen Familie der
Freiherren von Stauffenberg. Zunächst waren nur zehn Hektar Fläche
angedacht, nach fruchtbaren Gesprächen wuchs die Projektfläche dann auf
beachtliche 80 Hektar. Die Kooperation der EnBW mit den von
Stauffenbergs passt auch aus einem historischen Grund gut zusammen: Der
Großvater von Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg hatte 1909 an der
Gründung des Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke
mitgewirkt. Aus ihr ging später die EnBW hervor.
Historische Verbindung zwischen EnBW und Flächeneigentümer
So war es nur folgerichtig, dass die EnBW Partner bei dem Projekt
wurde. Erste Gespräche zu dem Vorhaben fanden zwischen dem
SolNet-Geschäftsführer Hans Pfisterer und Langenenslingens Bürgermeister
Andreas Schneider bereits im Mai 2018 statt. Es folgten Gespräche mit
den von Stauffenbergs sowie ein einstimmiger Beschluss des
Ortschaftsrates für das Solarvorhaben. 2020, nach dem Treffen über das
Solar Cluster, kam die EnBW als potenter Partner mit an Bord. Nach dem
jetzigen Baubeginn soll es nur knapp eineinhalb Jahre dauern, bis die
rund 150.000 Solarmodule installiert und an das Stromnetz angeschlossen
sind.
Der Strom wird in das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz des
Übertragungsnetzbetreibers Netze BW eingespeist. Um den Anschluss zu
erhalten, mussten die Beteiligten mehrere Hürden überwinden: Nötig war
eine gut vier Kilometer lange Kabeltrasse sowie ein Bauplatz für das
erforderliche Umspannwerk in der Nähe des Hochspannungsnetzes. Der
Bauplatz musste zudem eine für Schwertransporte geeignete Zufahrt
bekommen. Dies erwies sich aufgrund der kleinteiligen Zusammensetzung
der Flurstücke rund um das Umspannwerk als echte Herausforderung. Der
letzte der erforderlichen Verträge wurde erst eine Woche vor dem
Spatenstich unterschrieben. Nun können die Bagger rollen und
voraussichtlich Mitte 2025 die Inbetriebnahme des Solarparks gefeiert
werden.
Der Südwesten befindet sich beim Solarausbau erst am Anfang des Weges
Für die Energiewende sind Solarparks unerlässlich: Rund ein Drittel
der erforderlichen Photovoltaikanlagen muss auf freien Flächen errichtet
werden. Zwischen Mannheim und Lindau sind aktuell rund 10.400 Megawatt
Photovoltaikleistung auf Dächern angebracht und im Freiland installiert.
Bis 2040 müssen es laut Landesregierung 47.000 Megawatt sein. Ein
Drittel davon sind rund 13.500 Megawatt, rechnet man die bereits
bestehenden Solarparks heraus. Bis 2040, dem Jahr der anvisierten
Klimaneutralität, braucht es also jährlich Solarparks mit einer
installierten Gesamtleitung von rund 800 Megawatt. Das sind zehn
Solarparks in der Größenklasse, die die EnBW derzeit errichtet. Oder 80
Solarparks, wenn man die herkömmlichen Größen eines Solarparks im Land
betrachtet.
Doch auch das reicht nicht aus. Neuen Analysen des Solar Clusters
Baden-Württemberg zufolge sind bis 2040 gut 70.000 Megawatt installierte
Photovoltaikleistung nötig, nicht nur 47.000 Megawatt. Demnach müssten
pro Jahr Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von insgesamt rund
4.000 Megawatt errichtet werden, nicht nur gut 2.100 Megawatt, wie die
Landesregierung vorsieht. Die neuen Zahlen decken sich mit denen anderer
Institutionen und Experten. So geht etwa der Netzentwicklungsplan der
vier Übertragungsnetzbetreiber von 2.800 bis 3.500 Megawatt
erforderlichen Solarzubau pro Jahr allein in Baden-Württemberg aus.
Letztere Zahl würde jedes Jahr Freiflächenanlagen mit einer
installierten Leistung von insgesamt rund 1.400 Megawatt nötig machen –
das sind 18 Solarparks in der Größenordnung der neuen EnBW-Anlage.
Grosses Interesse an Auktionen für die Förderung von Photovoltaik-Anlagen: Am 1. Februar 2023 wurden zum
ersten Mal die Einmalvergütungen für grosse Photovoltaik-Anlagen mittels
einer Auktion vergeben. 94 von 116 Gesuchstellenden bekamen einen
Zuschlag. Sie erhalten eine Einmalvergütung in der Höhe von 360 bis 640
Franken pro Kilowatt Leistung. Mit dieser ersten Auktionsrunde werden
Anlagen mit einer Leistung von total 35 Megawatt (MW) gefördert. Die
nächste Auktion findet vom 17. April bis zum 1. Mai 2023 statt.
Seit diesem Jahr erhalten Photovoltaikanlagen ohne
Eigenverbrauch eine «hohe Einmalvergütung» (HEIV). Sie entspricht
maximal 60% der Investitionskosten von Referenzanlagen. Ab einer
Anlagenleistung von 150 kW wird die Höhe der HEIV per Auktion bestimmt.
Die Auktion wird von der Pronovo AG abgewickelt.
Am 1. Februar 2023 wurde die erste Auktionsrunde beendet und die Ergebnisse liegen vor: Insgesamt
wurden 116 Gebote für Photovoltaikanlagen mit einer Anlagenleistung von
insgesamt rund 43.6 MW bei Pronovo eingereicht. Die Bandbreite der
Gebote war gross: Das niedrigste Gebot lag bei 360 Franken pro Kilowatt
(kW), das teuerste bei 650 Franken pro Kilowatt. Mitgemacht haben
Anlagen ganz verschiedener Grösse, mit einer Leistung von 150 kW bis zu
1.5 MW.
Das ausgeschriebene Volumen von 50 MW wurde damit knapp
nicht erreicht. Zudem fielen Gebote mit einer Leistung von insgesamt 4.4
MW weg, da sie aufgrund von falschen oder fehlerhaften Unterlagen nicht
berücksichtigt werden konnten. Das hatte zur Folge, dass das
Auktionsvolumen auf 90% der gültigen Gebote auf rund 35.3 MW gekürzt
wurde. Insgesamt erhalten 94 Gesuchstellende einen Zuschlag. Das
teuerste Gebot, das noch einen Zuschlag erhielt, liegt bei 640 Franken
pro Kilowatt.
Die detaillierten Ergebnisse wurden von Pronovo in einem Cockpit publiziert (siehe Link).
Die
nächste Auktionsrunde startet am 17. April 2023 und endet am 1. Mai
2023. Die Auktionsbedingungen werden zeitnah auf der Website von Pronovo
publiziert.
Teilnahme an Photovoltaik-Auktionen - das gilt es zu beachten: Tipps zur Ausgestaltung und zum Ablauf der Auktionen finden Sie im beiliegenden Faktenblatt.
Adresse für Rückfragen
Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik BFE 058 462 56 75
„Auf weniger als einem Prozent der Ackerfläche Deutschlands könnten
neun Prozent des aktuellen Strombedarfs erzeugt werden, bestätigt
eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim.
Das Potential für eine echte Energiewende ist da, es zu nutzen ist vor
allem eine Frage des politischen Willens,“ so Charlotte Schmid,
Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Strom vom
Feld ist ein bedeutsamer Beitrag zur Energiewende. Agri-Photovoltaik
heißt dieses Konzept, bei dem Solarzellen auf Ständern in Feldern so
montiert werden, dass darunter oder daneben noch Nahrungsmittel erzeugt
werden können. Auch artgerechte Weidewirtschaft, Garten- und Weinbau ist
damit möglich. Die ÖDP fordert ein Prozent der Landesfläche
Deutschlands für diese Form der Energieerzeugung auszuweisen. Damit
könnte sogar ein Drittel des Strombedarfs gedeckt werden.
Großes Potential haben auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf
wiedervernässten Mooren. Moore sind von Natur aus sehr gute Speicher für
Kohlendioxid (CO2). Wenn Landwirte ihre bisher aufwändig entwässerten
Flächen nicht mehr für Ackerbau, sondern für Stromerzeugung durch
Photovoltaik auf Stelzen nutzen, werden diese Flächen dreifach sinnvoll
eingesetzt: Für Klimaschutz durch Speicherung von CO2, zur sauberen
Energiegewinnung und als stabile Einkommensquelle für Landwirte, deren
Beitrag zu Klima-, Arten- und Landschaftsschutz damit honoriert werden
kann. „Allein auf diesen Flächen könnten 270 bis 660 Gigawatt
Photovoltaik installiert werden, das entspricht 50 bis über 100 Prozent
des aktuellen Strombedarfs in Deutschland!“, erläutert Dr. Michael
Stöhr, Energieexperte der ÖDP: „Ein riesiges Potenzial ist an
verschiedenen Stellen da, es muss nur endlich richtig genutzt werden.“
Die Energie-Experten der ÖDP haben einen top-aktuellen Fahrplan (https://www.oedp.de/themen-1/energiepolitik)
ausgearbeitet, mit dem eine echte Energiewende sofort politische
Realität werden kann. „Bei der jüngsten Klimakonferenz COP27 in Ägypten
haben die Verantwortlichen wieder keinen Ausstieg aus der fossilen
Energie beschlossen. Und das, obwohl niemand die Existenz der Klimakrise
seriös anzweifelt. Dabei gibt es genug klimafreundliche, saubere und
kostengünstig verfügbare Energiequellen, allein der politische Wille
fehlt. Mit der Agri-Photovoltaik und PV-Freiflächenanlagen auf
wiedervernässten Mooren bietet die ÖDP kreative Lösungen für eines der
dringendsten Probleme unserer Zeit an,“ betont die
ÖDP-Bundesvorsitzende, Charlotte Schmid.
Sonnenenergie nutzen – auch wenn die Sonne nicht scheint? Dank
Photovoltaikanlagen mit dazugehörigen Stromspeichern ist das möglich.
Zwei dieser Anlagen errichtet RWE derzeit im Braunkohlentagebau
Garzweiler bei Bedburg (Rhein-Erft-Kreis). Insgesamt über 58.340 Module
sollen künftig die Sonnenenergie einfangen, um grünen Strom für mehr als
7.250 Haushalte zu produzieren.
Über 58.340 Solarmodule und zwei Stromspeicher in Garzweiler
Sascha Solbach,
Bürgermeister der Stadt Bedburg: „Für eine saubere und sichere
Stromversorgung brauchen wir nicht nur mehr Erneuerbare Energien,
sondern auch Speicherlösungen, wie RWE sie im Tagebau Garzweiler
umsetzt. Damit können unsere Bürgerinnen und Bürger Sonnenstrom auch
nach Sonnenuntergang nutzen.“
Eine Anlage mit
19,4 Megawatt Spitzenleistung (MW peak) und einer Speicherleistung von
6,5 MW entsteht direkt unterhalb des von der Stadt Bedburg und RWE
betriebenen Windparks Königshovener Höhe. Auf dieser Fläche haben die
Arbeiten bereits begonnen: Teile der Unterkonstruktion sind errichtet
und erste Module aufgestellt. Das Projekt Jackerath mit 12,1 MWp und 4,1
MW Batteriespeicher wird am Westrand des Tagebaus gebaut. Die Speicher
sind jeweils auf eine zweistündige Stromaufnahme und -abgabe ausgelegt.
„Beide
Standorte zusammen sind ungefähr so große wie 38 Fußballfelder“,
erklärt Markus Kosma, Produktionsleiter der Tagebaue von RWE Power. „Das
zeigt: Nicht nur unsere großflächige Rekultivierung, sondern auch die
noch aktiven Tagebaubereiche bieten viel Platz für die Erneuerbaren.
Damit das Revier auch in Zukunft Energiestandort bleibt.“
RWE-Projektleiter Christian Meisen ergänzt: „Anfang 2023 sollen unsere beiden Photovoltaik-Speicheranlagen
in Betrieb gehen. Damit sie möglichst viel Ökostrom erzeugen, setzen
wir auf bifaziale, also von beiden Seiten lichtempfindliche Module.“ Der
Vorteil: Zusätzlich zur direkten Einstrahlung kann auch das vom Boden
auf die Rückseite der Module reflektierte Sonnenlicht genutzt werden.
„Das macht diese Module sehr effizient“, so Meisen. „Und mit den
Speichern können wir die Stromeinspeisung optimal auf den Bedarf
abstimmen. Ein integriertes Anlagenkonzept, das wir gleich an mehreren
Standorten umsetzen.“
Im Tagebau Inden steht eine
vergleichbare Anlage kurz vor der Inbetriebnahme. Hier hat RWE über
26.500 Solarmodule mit einem Batteriespeicher kombiniert. Rund 4.000
Haushalte können mit dem erzeugten Strom versorgt werden. Eine weitere Photovoltaik-Speicheranlage
soll im Tagebau Hambach entstehen. Bis 2030 will RWE allein im
Rheinischen Braunkohlenrevier mindestens 500 Megawatt Leistung auf
regenerativer Basis errichten.
Sechzig Photovoltaik-Module mit grüner MorphoColor® Strukturschicht bereichern seit kurzem die Fassade des Zentrums für Höchsteffiziente Solarzellen
am deutschen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im süddeutschen Freiburg i.Br..
Das Pilotprojekt
für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) wird das Forschungsinstitut
mit circa 11 Megawattstunden Solarstrom pro Jahr versorgen. Die vom
Forschungsinstitut entwickelte MorphoColor® Technologie ermöglicht es,
die Gläser von Solarmodulen farbig zu gestalten und dabei mindestens 90
Prozent der Moduleffizienz zu erhalten. So kann die integrierte
Photovoltaik-Anlage Akzente in der Fassadenarchitektur setzen oder –
beispielsweise ziegelrot ins Dach integriert – optisch in der
Gebäudehülle verschwinden. Neben Dächern stehen für den
PV-Ausbau auch mit Fassaden große, bereits vorhandene Flächen an
Gebäuden für die Installation von Photovoltaikmodulen zur Verfügung.
»Hier müssen die PV-Module architektonisch gestaltbar sein, um die
Anforderungen an das Stadtbild und die Architektur des Gebäudes zu
erfüllen«, sagt Dr. Harry Wirth, Bereichsleiter Photovoltaische Module
und Kraftwerke am Fraunhofer ISE. »Dann ist das Potenzial der
bauwerkintegrierten PV riesig, für Dächer und Fassaden gemeinsam rechnen
wir mit einem technischen Potenzial von 1.000 Gigawatt Peak in Deutschland. Das ist das Doppelte der Nennleistung, die für die Energiewende benötigt wird«.
Das Fraunhofer ISE forscht intensiv zu bauwerkintegrierter
Photovoltaik. Die eigens für das Pilotprojekt hergestellten BIPV-Module
mit patentierter MorphoColor® Farbstruktur können, integriert in die
Fassade des neuen Laborgebäudes,
nun einem intensiven Praxistest unterzogen werden. »Zur Erfassung der
realen Einstrahlungsdaten haben wir Sensoren an der Fassade installiert.
Gleichzeitig messen wir den erzeugten Strom und die Spannung der Module
sowie die AC-Leistung hinter dem Wechselrichter. Anhand der gemessenen
Einstrahlungswerte können wir den zu erwartenden Ertrag berechnen und
mit dem messtechnisch ermittelten Ertrag der BIPV-Anlage vergleichen und
evaluieren«, sagt Dr. Frank Ensslen, Mitglied der Projektgruppe am
Fraunhofer ISE. Für die Pilotinstallation an einer öffentlich
zugänglichen Fassade passte das Forschungsteam die Modul-Komponenten,
beziehungsweise die gesamte BIPV-Anlage an die bauordnungsrechtlichen
Vorschriften an und entwickelte unter anderem für die Anforderungen an
den Brandschutz ein elektrotechnisches Sicherheitskonzept.
Die Erkenntnisse sind in den Leitfaden für BIPV von Baden-Württemberg eingeflossen.
Die MorphoColor® Farbschicht ist eine photonische Struktur, bei der
eine Interferenzschicht so mit einem geometrisch strukturierten Substrat
kombiniert wird, dass sich ein schmalbandiges Reflexionsmaximum ergibt.
Die Schicht reflektiert nur eine bestimmte Farbe und lässt das
restliche Sonnenlicht quasi ungestört passieren. Das Design ist durch
die Farbschicht auf den Flügeln des Morpho-Schmetterlings inspiriert,
dessen intensiv blaue Flügel einen in weiten Bereichen winkelstabilen
Farbeindruck erzeugen. Eine Vielzahl an Farben können durch diese
Technologie realisiert werden. Durch die Schmalbandigkeit der Reflexion
verringert die Farbschicht die Effizienz des Moduls nur um deutlich
weniger als 10 Prozent relativ, verglichen mit einem unbeschichteten
Modul. Die MorphoColor® Module liefern also mindestens 90 Prozent der
Erträge, die ein gewöhnliches Modul an gleicher Stelle liefern würde.
Soeben an diesem Donnerstagvormittag entschieden: Am aee-Kongress kürten die Teilnehmer*innen den oder die Energiewendemacher*in. Zahlreiche
innovative und spannende Projekte gingen ein, aus deren acht konnte das Publikum schliesslich wählen. Gewonnen hat das folgende Projekt «Klimaoptimierte Photovoltaik-Systeme MSP» der Ernst Schweizer AG in Hedingen (ZH).
SolarButterfly: Das ist ein solarbetriebenes Wohnmobil in Form eines
riesigen Schmetterlings, der das Elektrofahrzeug, das ihn zieht,
auflädt. Es wird bald auf der Suche nach Projekten und Pionieren gegen
die globale Erwärmung um die Welt reisen.
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Initiator ist der Schweizer
Umweltpionier Louis Palmer, der vor 15 Jahren als erster Mensch die Welt
mit einem solarbetriebenen Auto umrundet hat. Der SolarButterfly und
seine Passagiere werden nun viele der Projekte, die Palmer damals in 90
Ländern gesehen hat, erneut besuchen und darüber berichten, wie sie zu
einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Außerdem sollen 1.000 Lösungen in
Sachen Klimawandel identifiziert, aufgezeichnet und veröffentlicht
werden, um Millionen von Menschen zu ähnlichen Massnahmen zu
inspirieren.
Das
speziell von der Hochschule Luzern in der Schweiz entworfene Wohnmobil
ist ein praktisches Beispiel für nachhaltiges Leben ohne
Kohlenstoffemissionen. Eines seiner einzigartigen Merkmale ist, dass
sich sein Dach zu einem großen Solarpaneel (80 m2) oder
«Schmetterlingsflügel» entfaltet, der die Geräte im Inneren mit Strom
versorgt und sogar das Elektroauto, das es zieht, auflädt. Der
SolarButterly (10 m lang und mit hochgeklappten Flügeln 13 m breit) wird
aus hochmodernen Materialien gebaut, darunter Kunststoffabfälle, die im
Meer gesammelt und in einem einzigartigen Verfahren so umgewandelt
werden, dass sie als Hauptbaumaterial für den Butterfly verwendet werden
können. Der SolarButterfly wird derzeit in der Nähe von Luzern in der
Zentralschweiz gebaut.
Für
die zahlreichen Studierenden der Hochschule Luzern, die an dem Projekt
beteiligt waren, gab es von der Konstruktion bis zur Einrichtung viele
Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen. Im Blogbeitrag erfahren Sie mehr darüber. Begleitet
hat die Studierenden Prof. Dr. Stephen Wittkopf, Leiter WIT (Wissens-
und Innovationstransfer) am Departement Technik & Architektur der
Hochschule Luzern, der Ihnen gerne Fragen zum Projekt beantwortet und
Kontakt zu Studierenden herstellen kann, die daran mitgearbeitet haben.
The SolarButterfly is planning to visit more than
1,000 projects that focus on slowing climate change. It will also
create events with the local population, schools and political leaders
involved. The project will be implemented in phases starting with
22,000 kilometers across 32 countries in Europe. According to the
planned route the SolarButterfly will then visit five other continents
finishing in Paris on December 12, 2025, just in time for the tenth
anniversary of the climate agreement. Following Europe (May to November
2022) the SolarButterfly itinerary and time frame will be:
1. Asia March - October 2023 2. Australia November – December 2023 3. North America March 2024 - August 2024. 4. South America August 2024 - November 2024. 5. Africa February 2025 - August 2025 6. Europe August 2025 – December 2025.
Stromspeicher sind wichtiger Baustein der Energiewende,
denn sie entkoppeln die Ökostrom-Nutzung vom Erzeugungszeitpunkt. Im
thüringischen Henschleben in Mitteldeutschland hat einer der grossen deutschen Öko-Energieversorger NATURSTROM nun
seinen ersten Solarpark mit Speicher fertiggestellt.
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„Um
bis zum Jahr 2030 die Zielmarke von 80 Prozent Erneuerbaren im Stromsektor zu
erreichen, müssen wir deutschlandweit den Ausbau Erneuerbarer Energien
deutlich beschleunigen und zugleich neue Flexibilitätsoptionen schaffen –
also für eine gute Übereinstimmung des Lieferangebots mit der Nachfrage
sorgen.
Dazu gehört auch, wie in Henschleben, Solarparks mit
Batteriespeichern auszustatten. Der Speicher ermöglicht es uns, den
Solarstrom bedarfsgerechter einzuspeisen. Denn da Sonne und Wind nicht
gleichmäßig zur Verfügung stehen, werden Speichermöglichkeiten zukünftig
eine große Rolle spielen. Hierzu sammeln wir in Henschleben erste
Erfahrungen“, erläutert Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender
NATURSTROM AG, das Projekt.
Die Freiflächenanlage im
thüringischen Henschleben, Gemeinde Staßfurt, verfügt über eine Leistung
von 7,5 MWp und erzeugt rund 7,4 Millionen Kilowattstunden pro Jahr –
das entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 2.300
Dreipersonenhaushalten. NATURSTROM plant, in diesem Jahr einen zweiten
Bauabschnitt in ähnlicher Größenordnung zu errichten.
Dank des
integrierten Speichers steht der Solarstrom auch dann bereit, wenn die
Sonne mal nicht scheint. Die sich auf dem Gelände befindliche Batterie
kann mehr als 1.000 Kilowattstunden Ökostrom speichern. Dafür nimmt sie
Ertragsspitzen in der Mittagszeit auf und gibt diese an späten Abend-
oder frühen Morgenstunden ab. Somit ermöglicht sie eine gleichmäßigere
Einspeisung über den Tag und trägt so zur Entlastung der Netze bei.
Die
ca. 17.000 Photovoltaik-Module produzieren seit Oktober 2021 sauberen
Ökostrom. Mit der Installation des Speichers ist die Anlage nun
vollständig. Den Zuschlag für das Projekt hatte NATURSTROM im Jahr 2020
im Rahmen einer Innovationsausschreibung erhalten. Da die Anlage
teilweise auf Flächen errichtet wird, die der Gemeinde gehören,
profitiert die Standortkommune von regelmäßigen Pachteinnahmen. Der
Solarpark befindet sich auf einer ehemaligen Deponiefläche und steht für die sinnvolle Nutzung vorbelasteter Flächen durch
Photovoltaik. Im Zuge des Anlagenbaus hat NATURSTROM angrenzende
Deponieflächen rekultiviert.
Finanziert und betrieben wird die
Anlage von der Ende 2020 gegründeten NaturEnergy GmbH & Co. KGaA,
einer Tochter der NATURSTROM AG, die sowohl den Bau und Betrieb als auch
die Finanzierung neuer und bestehender Öko-Kraftwerke in der
NATURSTROM-Gruppe organisiert. Mit dem Solarpark Henschleben ist die
erste Projektinvestition in Eigenregie abgeschlossen.
Über NaturEnergy: Die
NaturEnergy GmbH & Co. KGaA ist eine 100prozentige
Tochtergesellschaft der NATURSTROM AG und fokussiert sich gezielt auf
die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen, insbesondere aus Sonnen-
und Windenergie. Das Unternehmen bündelt vielfältige Leistungen, von der
Projektierung und dem Bau neuer Anlagen über Service und
Betriebsführung bis hin zu Netzdienstleistungen. Investitionen in neue
regenerative Erzeugungsanlagen erfolgen direkt wie auch indirekt über
Beteiligungen an Projektgesellschaften, sehr häufig unter Einbindung von
Bürgern und Gemeinden.
Der
Ursprung des Unternehmens liegt im Geschäftsbereich „Energieerzeugung“
der NATURSTROM AG, der nun schrittweise unter neuem Dach neu organisiert
wird. Die NaturEnergy will durch eine klare Fokussierung in einem sich
wandelnden Erzeugungsmarkt noch schlagkräftiger werden, mehr Geld für
die Energiewende bewegen und sich auch verstärkt für Partnerschaften
öffnen.
Die Technologie gehört zu den neueren Errungenschaften der Solarwirtschaft: Neben angepassten Anlagen über landwirtschaftlich genutzter Fläche kommt jetzt die Photovoltaik in grossem Stil auf dem Wasser. Ob es jeweils derart gigantische Anlagen wie in China sein müssen, sei dahin gestellt (Kapazität entspricht ungefähr dem gesamten Zubau der Schweiz in einem Jahr). Aber das Beispiel zeigt zweierlei: Die solartechnologische Entwicklung ist längst nicht am Ende der Fahnenstange angelangt - und China macht gehörig vorwärts, vor allem mit Erneuerbaren Energien und nicht etwa mit nuklearen, auch wenn einige AKW in Bau sind.
Die Luftaufnahmen von Mitte Dezember zeigen verschiedene Aspekte der 550 Megawatt-Solaranlage in Wenzhou, einer östlichen Provinz in China. Die Anlage bedeckt rund 4,7 Quadratkilometer Wasserfläche und wurde in diesen Tagen ans Stromnetz angeschlossen. Das Projekt umfasst auch Einrichtungen für die Fischzucht (Quelle: Agentur Xinhua).
Im Forschungsprojekt »Agri-PV Obstbau« haben BayWa r.e. und das
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE gemeinsam mit
weiteren Forschungspartnern auf dem Bio-Obsthof Nachtwey in Gelsdorf im deutschen Bundesland
Rheinland-Pfalz eine Agri-PV-Forschungsanlage für Äpfel und Spalierobst
errichtet. Sie ist die erste Anlage in Deutschland.
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Die
Gesamtversuchsfläche des Forschungsprojekts umfasst ca. 9100
Quadratmeter, die Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von 258 kWp wurde
auf circa einem Drittel der Fläche des Areals installiert.
Übergeordnetes Ziel des durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Energie, und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz (MKUEM) und das
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten
Vorhabens ist es, die Klimaresilienz im Obstbau zu steigern und eine
sichere und nachhaltige Apfelproduktion mit zusätzlicher
Solarstromerzeugung zu gewährleisten.
Im Rahmen des Projekts
mit einer Gesamtlaufzeit von fünf Jahren sollen an acht Apfelsorten
zahlreiche Forschungsfragen untersucht werden. Das Projekt
vergleicht zunächst die Apfelerzeugung am gleichen Standort unter vier
unterschiedlichen Kulturenschutzsystemen: Folienschutz (nicht
regendurchlässig), Hagelschutz (regendurchlässig) und Agri-PV mit
festinstallierten, lichtdurchlässigen PV-Modulen (nicht
regendurchlässig) sowie nachgeführten PV-Modulen (bei Bedarf
regendurchlässig).
Dabei kommen zwei verschiedene Modultypen mit
unterschiedlich angeordneten Solarzellen (Streifen- bzw. Blockmuster)
zum Einsatz. Es soll untersucht werden, inwiefern Agri-PV-Anlagen die
Pflanzen und Früchte vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Hagel,
Starkregen, Sonnenbrand, Frost oder extremen Temperaturen bewahren
können. Darüber hinaus wird getestet, inwiefern sich unterschiedliches
Lichtmanagement durch verschiedene PV-Modulkonfigurationen auf das
Pflanzenwachstum und die Agrarerträge auswirkt. Des Weiteren soll die
Anlage im Hinblick auf Landschaftsästhetik, Wirtschaftlichkeit,
Sozialverträglichkeit sowie pflanzenbauliche Parameter untersucht
werden.
Stephan Schindele, Head of Product Management Agri-PV
bei BayWa r.e. kommentiert das Projekt: »Wir sehen in Agri-PV eine
langfristige Lösung, um Landwirte dabei zu unterstützen, sich an die
Folgen des Klimawandels anzupassen. Wir können das bisherige Ökosystem
erhalten und durch Synergieeffekte und die Solarstromerzeugung sogar
aufwerten. Nachdem wir in den Niederlanden sehr erfolgreich
professionellen Beerenanbau unter Agri-PV realisiert haben, gehen wir in
Gelsdorf den wichtigen Schritt Richtung Spalierobst. Wir haben erkannt,
dass die Potenziale und Synergien für Agri-PV kombiniert mit Apfel,
Birnen, Kirschen, Kiwi und weiteren Dauerkulturen beachtlich sein
können. Diese Potenziale möchten wir dauerhaft erschließen und einen
weiteren Ausbau der Photovoltaik ohne Einschränkung von Agrarerträgen
ermöglichen.«
Ökonomische Vorteile für Landwirte: Neben der Anpassung an den Klimawandel und dem Schutz des Agrarguts
sollen durch das Agri-PV-Projekt in Gelsdorf auch ökonomische Vorteile
für Landwirte aufgezeigt werden. Diese schließen mitunter dauerhaft
geringere und besser kalkulierbare Energiekosten, weniger
Investitionskosten in Kulturenschutz sowie weniger Betriebsmittel- und
Müllentsorgungskosten mit ein. Andreas Steinhüser,
Stellvertretender Gruppenleiter Agri-Photovoltaik am Fraunhofer ISE:
»Das Forschungsprojekt ,Agri-PV Obstbau‘ soll nicht nur Möglichkeiten
aufzeigen, CO2-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren, sondern
auch die Verwendung kurzlebiger Materialien und den Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln und Fungiziden zu vermeiden und so entscheidend
zum Klimaschutz beizutragen. Darüber hinaus nehmen wir auch noch
gesellschaftliche Fragen, wie Akzeptanz und Sozialverträglichkeit in den
Fokus, da diese Aspekte bei der weiteren Verbreitung der Agri-PV eine
entscheidende Rolle spielen werden.«
Der durch die
Agri-PV-Anlage erzeugte Strom kann in den der Apfelproduktion vor- und
nachgelagerten Bereichen genutzt werden. Zum einen wird der von der AGCO
GmbH zur Verfügung gestellte batterieelektrische Traktor Fendt 100
Vario mit dem Strom aus der Anlage geladen. Zum anderen wird die Energie
auch dazu genutzt, das Bewässerungssystem mit Agri-PV-Eigenstrom zu
versorgen. Das Kühllager wird bereits heute von einer PV-Dachanlage mit
Grünstrom versorgt. Insgesamt wird durch die Umsetzung eines Energiekonzepts versucht, die CO2-Emissionen auf dem Hof
durch solare Elektrifizierung zu reduzieren.
Das deutsche Unternehmen GOLDBECK SOLAR bringt den Solarbogen auf den Markt, der die
Photovoltaik-Industrie verändern wird | Sieger des Intersolar Awards
2021. Und bereits aktuell beginnt juwi Shizen Energy mit dem Bau eines 121-Megawatt-Solarparks auf ehemaligem Golfplatz in der japanischen Präfektur Hyogo.
GOLDBECK SOLAR stellt anlässlich seines 20-jährigen Bestehens eine
Innovation vor, die den Bau von Solaranlagen verändern wird. Mit dem
innovativen Produkt MarcS (Modular Arc System), das mit dem Intersolar
Award 2021 ausgezeichnet wurde, werden Solaranlagen in Form von
Solarbögen installiert. Die für die Solarenergiegewinnung zur Verfügung
stehende Fläche wird so überbaut, dass der Raum darunter nutzbar bleibt.
Und das bei einer Maximierung der Solarenergieproduktion. MarcS
ermöglicht eine effektivere Landnutzung, eine erhöhte Wirtschaftlichkeit
und eine effizientere Ressourcenverwendung.
Mehrwerte für die Landwirtschaft: Die Inspiration für diese Konstruktion entstammt nicht nur 20 Jahren
Erfahrung im Bau von Solaranlagen, sie speist sich auch aus den Wünschen
und Vorstellungen der Landwirte, die den Produktentwicklungsprozess mit
uns gestaltet haben. MarcS repräsentiert für die Landwirte eine
Möglichkeit, durch die doppelte Nutzung ihres Landes mehr Einkommen aus
ihren Ernten zu erzielen. „MarcS ist eine echte Innovation, welche die
Herausforderungen in der Landwirtschaft berücksichtigt und passende
Lösungen dafür bietet“, erklärt Joachim Goldbeck, Geschäftsführer von
GOLDBECK SOLAR.
Die Form des Bogens (siehe Bild) ist statisch sehr solide und in der Architektur
weit verbreitet sowie in majestätischen Formationen der Natur häufig zu
finden. Die Bögen können auf den Seitenschienen gleiten. Ihre Position
ist flexibel anpassbar. Landflächen können auf diese Weise nach Belieben
freigegeben oder von der Sonneneinstrahlung geschützt werden. Diese
Eigenschaft ist besonders für die alternative Nutzung von Landflächen
interessant. Und es ergeben sich noch mehr Vorteile für Landwirte. Zum
einen schützen die Module Tiere und Pflanzen vor extremen
Wetterbedingungen wie Hagel, Trockenheit oder übermäßigem Sonnenlicht.
Zum anderen lassen sich Temperatur, Feuchtigkeit und Licht besser
steuern und damit die Qualität von Zucht und Ernte optimieren.
Vor wenigen Wochen erst hatte die juwi Shizen Energy Inc. den Auftrag erhalten für das Photovoltaik-Projekt «Pacifico Energy Sanda Mega solar». Nun wird bereits mit den Bauarbeiten begonnen. Geplant ist ein 121 Megawatt starker Solarpark in Hyohgo nordwestlich von Osaka. Der Solarpark wird auf dem Gelände eines ehemaligen Golfplatzes errichtet und er soll 2023 in Betrieb gehen.