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Freitag, 20. Juni 2025

Weltweit grösste PV-Anlage auf Industriedach von Schweizer realisiert

Die gigantische PV-Dachanlage mit dem Montagesystem MSP von
Schweizer ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein
Modell für die klimagerechte Nutzung grosser Dachflächen weltweit –
ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildfunktion (Bild: SolarFuture ApS)

In Dänemark wurde auf dem gigantischen neuen Zentrum des Logistikunternehmens DSV die weltweit grösste PV-Dachanlage in Betrieb genommen – und das mit einer Lösung der Hedinger Ernst Schweizer AG. 

Mit gegen 78'000 installierten Solarmodulen auf einer Fläche von über 300’000 Quadratmetern – das entspricht rund 42 Fussballfeldern – setzt das Projekt im dänischen Horsens weltweit neue Massstäbe. Die installierte Leistung beträgt 35 Megawatt Peak (MWp), die erwartete jährliche Stromproduktion liegt bei 33,15 Gigawattstunden (GWh). Damit kann das Logistikzentrum nicht nur seinen Eigenbedarf vollständig decken, sondern zusätzlich 140 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort betreiben. Die CO₂-Einsparung beträgt jährlich rund 5’300 Tonnen – ein bedeutender Beitrag zur Klimastrategie von DSV.

Innovatives Montagesystem für maximale Effizienz: Als Unterkonstruktion entschied sich der ausführende dänische Anbieter SolarFuture ApS für eine Lösung von Schweizer. Zum Einsatz kommt das ballastierte Montagesystem MSP-FR east-west – eine aerodynamisch optimierte Lösung, die komplett ohne Dachdurchdringung installiert werden kann. Die Ost/West-Ausrichtung der Module sorgt für eine gleichmässige Energieerzeugung über den Tagesverlauf, steigert die Eigenverbrauchsquote und entlastet das Stromnetz in Spitzenzeiten.

Die Vorteile des Montagesystems MSP-FR im Überblick:

– Wenige und leichte Komponenten

– Schnelle und einfache Montage durch teilweise Vormontage, weniger Schrauben dank raffiniertem Klicksystem

– Hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Dachtopografien

– Geringe Lasteinwirkung und optimale Gewichtsverteilung– Ressourcenschonender Einsatz von Aluminium, produziert mit rund 75 % weniger CO₂-Emissionen als branchenüblich

– Blitzstromtragfähigkeit für höchste Sicherheitsanforderungen

Ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende: «Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Dachflächen zum Motor der Energiewende werden können», sagt Gunnar Johansson, Geschäftsbereichsleiter Solar der Ernst Schweizer AG. «Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses wegweisende Projekt ausgewählt wurden und mit unserem Montagesystem MSP-FR einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser aussergewöhnlichen Anlage leisten konnten. Es ist ein starkes Signal, wie Dachflächen intelligent für die Energiewende genutzt werden können.» Das effiziente Montagesystem MSP-FR bildet die tragende Basis dieser wegweisenden Anlage und unterstreicht gemäss Medienmitteilung des Unternehmens die Rolle des Schweizer Familienunternehmens als Anbieter führender Lösungen für mehr Effizienz bei der Photovoltaik.

Quelle: www.ernstschweizer.com

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Freitag, 24. Januar 2025

Weltmarkt für Atomkraftwerke 2024 weiter in der Talsohle

Der globale Markt für Atomkraftwerke stagniert seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau, eine echte Renaissance ist nicht in Sicht. Auch angesichts des kurzfristig zu erwartenden steigenden Strombedarfs von Rechenzentren für KI-Anwendungen sind neue Atomkraftwerke allein schon wegen der langen Bauzeiten keine realistische Option.

Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sind im letzten Jahr 2024 weltweit lediglich sechs neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen (2023: fünf). Gleichzeitig wurden vier alte Atomkraftwerke (2023: fünf) endgültig stillgelegt. Der weltweite Netto-Anlagenzubau im Bereich der Kernenergie beträgt somit lediglich zwei neue Atomkraftwerke.

Nach den IAEA-Daten (Stand: 23.01.2025) wrden 2024 neue Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung (netto) von 6.813 MW ans Netz angeschlossen. Diese befinden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Barakah-4, 1.310 MW), China (Fangchenggang-4, 1.000 MW und Zhangzhou-1, 1.126 MW), Indien (Kakrapar-4, 630 MW), Frankreich (Flamanville-3, 1.630 MW) und den USA (Vogtle-4, 1.117 MW). Gleichzeitig wurden 2024 weltweit alte Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung (netto) von 2.891 MW stillgelegt, darunter Kursk-2 (925 MW) in Russland, Maanshan-1 (936 MW) in Taiwan sowie die beiden Pickering-Atomkraftwerke 1 und 4 (jeweils 515 MW) in Kanada.

Die Ursachen für das schwache Wachstum des globalen Marktes für Atomkraftwerke sind unverändert: extrem hohe Investitionskosten, sehr lange Bauzeiten von 10 – 15 Jahren und ebenso extrem hohe Finanzierungsrisiken, die praktisch nur von Staatsunternehmen übernommen werden können. Zudem ist der Markt für Atomkraftwerke auf eine sehr geringe Zahl von Unternehmen - meist Staatsunternehmen – angewiesen, die überhaupt in der Lage sind, Atomkraftwerke zu bauen und zu exportieren.

Ein Beispiel für die enormen Kosten und die langen Bauzeiten von Atomkraftwerken ist das französische AKW Flamanville 3, das 2024 in Betrieb gegangen ist. Im Jahr 2006 wurden die Baukosten für Flamanville 3 auf 3,2 bis 3,3 Mrd. Euro veranschlagt, bei einer Bauzeit von 5 Jahren. Nach Angaben des französischen Rechnungshofs sind die Kosten nach nun 17 Jahren Bauzeit aktuell auf 23,7 Mrd. Euro explodiert, bei einer Rendite von beispielsweise 4 Prozent müsste der Verkaufspreis für den Atomstrom schon bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Auch kleine, modulare Atomreaktoren (SMR), die als eine kostengünstigere und flexiblere Lösung beworben werden, können die grundlegenden Probleme der Atomkraft derzeit nicht lösen. Ein Beispiel für die Marktschwierigkeiten von Mini-Atomkraftwerken ist das geplante Idaho-Vorzeigeprojekt der Utah Associated Municipal Power Systems (UAMPS) in den USA, das SMR-Projekt wurde aufgrund explodierender Baukosten und zu hoher Kosten für den Atomstrom aufgegeben.

„Angesicht eines möglichen steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren sind Atomkraftwerke wettbewerblich keine Alternative zu erneuerbaren Energien. Ein AKW-Neubau dauert schlicht zu lange, ist extrem teuer und die Finanzierung bleibt riskant“, so IWR-Chef Dr. Norbert Allnoch.

Zum Vergleich: Während der Netto-Zubau an Kernkraftleistung 2024 weltweit 3.922 MW erreicht, hat alleine China im selben Zeitraum Solaranlagen mit einer unglaublichen Rekordleistung von 277.000 MW neu installiert. Allnoch weiter: „Wenn China sein aktuelles Tempo beim Bau von Solaranlagen bis 2030 fortsetzt, wird das Land schon am Ende des Jahrzehnts mit eigenem, preiswerten Solarstrom ganz alleine die heutige Stromerzeugung der gesamten globalen Atomkraftwerksflotte überholen.“
 
Link zur Original-Pressemitteilung von Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in der Energie-Pressedatenbank

Donnerstag, 2. Januar 2025

Wärme-Akku Erdsonde: Sommerhitze für die kalte Jahreszeit

© Wien Energie/ Michael Horak | Village im Dritten – Tiefensonden

Schlüsseltechnologie für Energiewende macht das Erdreich zum Energiespeicher und hilft, Energie aus dem Sommer in den Winter zu bringen.

Um die Weihnachtszeit und Jahreswende, wenn die Tage am kürzesten sind, ist es besonders wichtig, ausreichend Energie zur Verfügung zu haben. Eine Technologie, die dabei in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird und von Wien Energie genutzt wird, ist die oberflächennahe Geothermie, bei der Erdsonden zum Einsatz kommen. Ende Dezember sind die Sondenfelder noch zu etwa 70 bis 80 Prozent geladen.

Während die meisten Erneuerbaren-Technologien ihren Erzeugungshöhepunkt im Sommerhalbjahr erreichen, wird im Winter deutlich mehr Energie verbraucht. Der sogenannte saisonale Übertrag, also der Energietransfer vom Sommer in den Winter, ist deswegen eine der großen Herausforderungen der Energiewende.

Unter der Erde herrschen ab einer Tiefe von 15 Metern ganzjährig stabile Temperaturen. In 150 Metern Tiefe hat es etwa 13 Grad. Erdsonden sind im Prinzip „Schlauch-Schlaufen“, die in Bohrlöchern stecken. Eine Sondenflüssigkeit (Sole) wird dadurch gepumpt und nimmt dabei die Wärme des umgebenden Erdreichs auf. An der Oberfläche kann die Wärme dann genutzt werden, etwa als Ausgangstemperatur für eine Wärmepumpe.

Ein Jahr Ladezyklus

Dem Boden kann aber nicht immer nur Wärmeenergie entzogen werden. Insbesondere bei größeren Sondenfeldern ist es wichtig, auf eine nachhaltige Bewirtschaftung zu achten. Denn wird dem Erdreich monatelang Wärme entzogen, kühlt dieses aus – im Frühling werden die Sondenfelder sozusagen leer, wodurch die Effizienz der Wärmeerzeugung abnimmt. Über die warmen Monate werden die Sondenfelder dann regeneriert, indem überschüssige Wärme, etwa aus Sonnenenergie, in den Boden eingespeichert wird. Dieser Vorgang kann auch dazu genutzt werden, Gebäude sanft zu kühlen, indem etwa über den Wasserkreislauf einer Fußbodenheizung Wärme abgeführt wird.

Diese Technologie kann insbesondere in Neubauregionen angewendet werden, etwa in Stadtentwicklungsgebieten wie dem Village im Dritten der ARE Austrian Real Estate. Wien Energie und ARE setzen dort ein Energiekonzept um, bei dem bis zu 80 Prozent der Heizenergie aus lokalen erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Mit 500 Erdsonden, die eine Tiefe von 150 Metern erreichen, wird dort das größte Erdsondenfeld Österreichs errichtet. Die erste Wärme-/Kältezentrale wurde im Herbst in Betrieb genommen, bis 2027 ist die Fertigstellung des gesamtenQuartiers mit etwa 2.000 Wohnungen sowie Gewerbeflächen geplant.

Nachtrag Solarmedia: In der Schweiz werden solche Projekte bereits seit mehreren Jahren unter dem Namen Anergie realisiert, zum Beispiel durch durch die Familienheim Genossenschaft FGZ am Zürcher Üetliberg.

Quelle: Wien Energie 2024

Montag, 22. Juli 2024

Koreaner sollen tschechische AKWs bauen

Weltweit erster APR-1000-Reaktor soll in Tschechien gebaut werden. Die Zusage an die koreanische KHNP wurde aufgrund unrealistischer Preisschätzungen getroffen.

Anfang des Jahres gab die tschechische Regierung bekannt, statt wie bis dahin geplant einen, nunmehr bis zu vier Reaktorblöcke errichten zu wollen. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, war das Argument für diese Ausweitung damals, dass man einen Preisnachlass von 25 Prozent erzielen könne. Nun wurde die Katze aus dem Sack gelassen und das Ergebnis der Ausschreibung bekanntgegeben: die Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) soll zuerst 2 Reaktoren in Dukovany, später 2 in Temelín bauen. Bis März 2025 soll der genaue Vertrag ausgehandelt werden und die Dukovany-Reaktoren bis 2036 errichtet sein.

Die Kosten pro Reaktor sollen 200 Mrd. Kronen, umgerechnet ca. 8 Mrd. Euro, betragen – dabei handelt es sich aber nur um einen Schätzwert der tschechischen Regierung. Die KHNP sprach in ihrer Presseaussendung bereits von 220 Mrd. CZK.

„Die Kostenschätzung sowie der Zeitplan der tschechischen Regierung wird nicht annähernd einzuhalten sein“, erläutert Anna Weinbauer, stellvertretende Obfrau von atomstopp_atomkraftfrei leben! „Bei aktuellen AKW-Baustellen in Finnland und Frankreich explodieren die Baukosten auf 11 bis 19 Mrd. Euro und Bauzeiten auf rund 18 Jahren. Außerdem wurde weltweit noch kein APR-1000-Reaktor gebaut und die Koreaner haben keine Erfahrung mit dem Bau von Reaktoren in Europa und den höheren Sicherheitsbestimmungen. 

Quelle: sonnenseite.com

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Samstag, 18. Mai 2024

Sonne und Acker: Agri-PV als Chance für Energie- und Landwirtschaft


Fraunhofer ISE | Agri-Solar | Landwirtschaft

© Fraunhofer ISE | Agri-Solar | Anlage in Baden-Württemberg

Die EU hat ehrgeizige Ziele: Bis 2030 sollen rund 750 Gigawatt (GW) an Solarenergie installiert werden. In diesem Zuge gewinnen unter anderem duale Landnutzungskonzepte, insbesondere Agri-Photovoltaik (PV), zunehmend an Bedeutung.

Laut einer Studie der dena (Deutsche Energie-Agentur) steht Agri-PV in Europa vor einem Markthochlauf, unterstützt durch Förderprogramme und eigenen Gesetzgebungen. Gleichzeitig verzeichnet die angewandte Forschung zur Agri-PV große Fortschritte, und zunehmend mehr Projekte werden umgesetzt. Auf der Intersolar Europe, der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft, haben Besucher die Möglichkeit, eine vielfältige Palette an Technologien, Produkten und Lösungen kennenzulernen sowie tiefgehende Einblicke in aktuelle Best Practices und Entwicklungen zu erhalten. Die Intersolar Europe findet vom 19. bis 21. Juni 2024 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, in München statt – begleitet von den drei Fachmessen ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe.

Landwirtschaft oder erneuerbare Energien – in der Vergangenheit war dies eine Entweder-oder-Frage. Heute jedoch bietet die Agri-PV als innovatives Anwendung vielversprechende Möglichkeiten für Landwirtschaft und Klimaschutz. Sie verspricht, landwirtschaftliche Produktion und erneuerbare Stromerzeugung auf derselben Fläche zu vereinen. Statt zu konkurrieren, können Photovoltaik und Photosynthese sich also effektiv ergänzen.

Umfassende Förderungen auf EU-Länder-Ebene

Europäische Länder wie Deutschland und Frankreich fördern die Agri-PV, um den Solarausbau voranzutreiben und gleichzeitig die Flächenkonkurrenz zu minimieren. Deutschland hat mit dem Solarpaket 1 ein eigenes Auktionssegment mit einem Höchstwert für „besondere Solaranlagen“ – darunter zählen unter anderem Agri-PV-Anlagen – eingeführt, und Frankreich gilt als Vorreiter mit eigener Gesetzgebung. Andere Länder wie Österreich und die Niederlande sind ebenfalls führend in der Agri-PV. Trotz dieser Fortschritte fehlt jedoch derzeit auf gesamteuropäischer Ebene eine einheitliche Gesetzgebung, was zu einem hohen Ressourcenaufwand bei internationalen Investoren und Projektentwickern führt.

Chancen der Agri-PV: Vorteile erkennen und nutzen

Eine einheitliche Gesetzgebung ist mittelfristig unerlässlich, um das volle Potenzial der Agri-PV auszuschöpfen. Und ihre Vorteile liegen klar auf der Hand: Sie ermöglicht die Vereinbarung von Solarenergie und Landwirtschaft sowie den Zusatznutzen für landwirtschaftliche Betriebe durch den Schutz vor Sturm-, Hagel-, Frost- und Dürreschäden. Zusätzlich führt sie zu niedrigeren Stromgestehungskosten im Vergleich zu kleinen PV-Dachanlagen und diversifiziert das landwirtschaftliche Einkommen. Darüber hinaus führen die Verschattung und der Windschutz zu weniger Verdunstung, innovative Modelle mit Regenwassergewinnung auf den Paneelen und dessen Nutzung für die Bewässerung der Pflanzen stehen in den Startlöchern. Die Resilienz vieler landwirtschaftlicher Betriebe gegenüber Ernteausfällen kann mit diesen Maßnahmen erhöht werden.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: vom Garten- und Weinbau bis hin zu weiten Ackerflächen und Viehweiden

Die Anwendungsbereiche von Agri-PV erstrecken sich über verschiedene Bereiche der Landwirtschaft, darunter Garten- und Weinbau, Ackerland sowie Viehweiden. Im Garten- und Weinbau zeigt sich das Potenzial von Agri-PV besonders deutlich in der Steigerung der Erträge bestimmter Pflanzensorten. Insbesondere in südeuropäischen Ländern, wo sich die klimatischen Bedingungen verändern, profitieren Beeren, Weintrauben und Oliven von dieser Technologie. Auch Obst und Fruchtgemüse können trotz geringer Verschattung gleichbleibende Erträge erzielen. Auf dem Ackerland eröffnet Agri-PV laut einer Studie von Iliotec und dem Fraunhofer ISE neue Möglichkeiten für zahlreiche Ackerbaukulturen. Positiv beeinflusst werden beispielsweise Raps, Sellerie, Zwiebeln und Kohl. Dabei spielen besonders bei Pflanzen, die anfällig für Verschattung sind, die Reihenabstände eine entscheidende Rolle. Auf Viehweiden hingegen fungieren die Module von Agri-PV als Schutzschild gegen Wind und Witterung, wodurch das Wohlbefinden der Tiere verbessert wird.

Best Practice Projekte in Europa

In ganz Europa gehen Pilotprojekte an den Start. So nimmt in Meierijstad, den Niederlanden, das wegweisende Agri-PV-Projekt der BayWa r.e. AG in Zusammenarbeit mit ihrer Tochtergesellschaft GroenLeven Form an: eine 8,7 Megawatt-Peak Solaranlage, die eine gesamte Himbeerplantage überdeckt. Gleichzeitig entsteht auf Sizilien die größte Agri-PV-Anlage Europas mit 135 Megawatt (MW) Leistung, zwischen deren Modulreihen Feigen und Oliven gedeihen. In Deutschland wiederum arbeitet die Next2Sun Technology GmbH an einem 20 MW Solarpark mit vertikal montierten Modulen in Neißeaue. Parallel dazu realisiert Vattenfall in Tützplatz, Deutschland, ein bedeutendes Agri-PV-Projekt mit 79 MW auf 93 Hektar, das durch ein einachsiges Nachführsystem unterstützt wird und Bio-Freilandeier produziert.

Intersolar Europe 2024: besonderes Augenmerk auf Agri-PV

Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft, legt 2024 ein besonderes Augenmerk auf das Thema Agri-PV. So dürfen sich Besucher auf eine Sonderschau dazu im Freigelände freuen. Partner der Sonderschau sind die BayWa AG, BayWa r.e., Conexio PSE, Vista Geo sowie die ZIMMERMANN PV-Steel Group. Die Unternehmen präsentieren unter anderem Nachführsysteme für Agri-PV-Anwendungen. Darüber hinaus können sich Besucher in den Messehallen bei über 60 Ausstellern von den mehr als 1.370 Intersolar Europe Ausstellern, die Produkte und Lösungen für die Agri-PV zeigen, informieren. Experten vertiefen das Thema zusätzlich durch umfassende Sessions im Intersolar Forum sowie während der Intersolar Europe Conference und erweitern dadurch das Wissensangebot.

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Quelle: inter solar Europe 2024
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Donnerstag, 14. März 2024

Rekord-Solardach: Ernst Schweizer liefert Montagesystem MSP


Die Metallbau- und Solarfirma Ernst Schweizer AG in Hedingen (ZH) ist Partner für die Realisierung der weltweit grössten Aufdach-PV-Anlage. Mit dem Montagesystem MSP werden über 80’000 Module mit einer Leistung von über 35 MWp installiert.

In Skandinavien entsteht in den kommenden Monaten die grösste Aufdach-Photovoltaikanlage der Welt. DSV, ein global tätiges Logistikunternehmen mit 75’000 Mitarbeitenden und eigenen Büros in über 80 Ländern, baut in der dänischen Stadt Horsens ein hochmodernes Logistikzentrum. Der gewaltige Gebäudekomplex ist weltweit der fünftgrösste – das Hauptdach ist rund 1 Kilometer lang, die Lagerfläche beträgt 220’000 Quadratmeter. Er ist ressourceneffizient und energieautark und nutzt neuste Technologien.

Auf der gewaltigen Dachfläche entsteht eine ebenso eindrückliche Photovoltaikanlage. Sie wird dereinst eindrückliche 35,85 MWp erzeugen – genug, um praktisch den gesamten Energiebedarf des Zentrums zu decken. Erwartet wird eine jährliche Produktion von ca. 33,15 GWh. Dies entspricht dem Stromverbrauch von ca. 7’300 Haushalten. Dadurch kann DSV jährlich über 5’300 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

Hauptauftragnehmer für das Grossprojekt ist SolarFuture ApS, ein führender dänischer Anbieter für Photovoltaikanlagen für Gewerbe und Industrie. Gemeinsam mit DSV hat sich SolarFuture für Schweizer als Partner und Lieferanten für die Unterkonstruktion der Aufdach-PV-Anlage entschieden.

In diesen Tagen beginnt die Installation der über 80’000 Module mit dem Montagesystem MSP-FR-EW von Schweizer. Das blitzstromtragfähige System für gerahmte PV-Module zeichnet sich vor allem durch schnelle und einfache Montage bei minimalem Aufwand aus. Es lässt sich ohne Dachdurchdringung installieren und flexibel der Dachtopografie anpassen. MSP-FR-EW vereint geringste Lasteinwirkung mit hoher Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit und überzeugt darüber hinaus mit der Verwendung von klimafreundlich produziertem, hochwertigem Aluminium als Werkstoff. Dadurch sinken die CO2 Emissionen um etwa 75 Prozent im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt.

Die PV-Anlage wird voraussichtlich Ende 2024 vollständig installiert und an das Stromnetz angeschlossen sein. Sie stellt einen Meilenstein für alle Projektbeteiligten, für die Solarbranche insgesamt und für die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Europa dar. Gunnar Johansson, Leiter Solar bei Schweizer, unterstreicht: «Mit grossem Stolz sind wir Partner bei dieser aussergewöhnlichen PV-Anlage. Dieses Leuchtturmprojekt bestätigt das Potenzial und die Vorzüge unseres Montagesystems MSP für eine maximale Nutzung der Dachfläche und eine bedarfsgerechte Solarstromproduktion.»

Quelle: Ernst Schweizer AG

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Dienstag, 12. März 2024

So geht der Bau von solaren Grossanlagen


 
Auf der Schwäbischen Alb entsteht künftig der größte Solarpark im süddeutschen Baden-Württemberg. Die installierte Leistung wird 80 Megawatt betragen – gut doppelt so leistungsfähig wie der bislang auf Platz eins stehende Solarpark im Land. Am 4. März 2024 fand der feierliche Spatenstich statt. Ab Mitte 2025 soll die 80 Hektar große Freiflächenanlage bei Langenenslingen pro Jahr rund 80 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugen und damit rechnerisch den Bedarf von rund 30.000 Haushalten decken.

Das Vorzeigeprojekt ist ein Beispiel für eine gelungene Kooperation im Südwesten: Die Projektpartner kamen über den Branchenverband Solar Cluster Baden-Württemberg zusammen; der Projektentwickler SolNet, der die Verbindung zum Grundstückseigentümer und der Gemeinde aufbaute und deren Zustimmung eingeholt hatte, und die EnBW als späteren Eigentümer und Betreiber des Solarparks. Künftig braucht es noch mehr von solchen Erfolgsgeschichten, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Andreas Schlumberger. Denn um die Klimaziele zu erreichen, sind jedes Jahr Solarparks mit einer Gesamtleitung von rund 1.400 Megawatt erforderlich. Das sind 18 Solarparks in der Größenklasse, die die EnBW derzeit errichtet.

Der Betrieb des Solarparks wird jährlich CO2-Emissionen in Höhe von rund 55.000 Tonnen vermeiden. Eine geeignete Fläche fanden die Partner bei der seit sechs Jahrhunderten ortsansässigen Familie der Freiherren von Stauffenberg. Zunächst waren nur zehn Hektar Fläche angedacht, nach fruchtbaren Gesprächen wuchs die Projektfläche dann auf beachtliche 80 Hektar. Die Kooperation der EnBW mit den von Stauffenbergs passt auch aus einem historischen Grund gut zusammen: Der Großvater von Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg hatte 1909 an der Gründung des Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke mitgewirkt. Aus ihr ging später die EnBW hervor.

Historische Verbindung zwischen EnBW und Flächeneigentümer

So war es nur folgerichtig, dass die EnBW Partner bei dem Projekt wurde. Erste Gespräche zu dem Vorhaben fanden zwischen dem SolNet-Geschäftsführer Hans Pfisterer und Langenenslingens Bürgermeister Andreas Schneider bereits im Mai 2018 statt. Es folgten Gespräche mit den von Stauffenbergs sowie ein einstimmiger Beschluss des Ortschaftsrates für das Solarvorhaben. 2020, nach dem Treffen über das Solar Cluster, kam die EnBW als potenter Partner mit an Bord. Nach dem jetzigen Baubeginn soll es nur knapp eineinhalb Jahre dauern, bis die rund 150.000 Solarmodule installiert und an das Stromnetz angeschlossen sind.

Der Strom wird in das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers Netze BW eingespeist. Um den Anschluss zu erhalten, mussten die Beteiligten mehrere Hürden überwinden: Nötig war eine gut vier Kilometer lange Kabeltrasse sowie ein Bauplatz für das erforderliche Umspannwerk in der Nähe des Hochspannungsnetzes. Der Bauplatz musste zudem eine für Schwertransporte geeignete Zufahrt bekommen. Dies erwies sich aufgrund der kleinteiligen Zusammensetzung der Flurstücke rund um das Umspannwerk als echte Herausforderung. Der letzte der erforderlichen Verträge wurde erst eine Woche vor dem Spatenstich unterschrieben.  Nun können die Bagger rollen und voraussichtlich Mitte 2025 die Inbetriebnahme des Solarparks gefeiert werden.

Der Südwesten befindet sich beim Solarausbau erst am Anfang des Weges

Für die Energiewende sind Solarparks unerlässlich: Rund ein Drittel der erforderlichen Photovoltaikanlagen muss auf freien Flächen errichtet werden. Zwischen Mannheim und Lindau sind aktuell rund 10.400 Megawatt Photovoltaikleistung auf Dächern angebracht und im Freiland installiert. Bis 2040 müssen es laut Landesregierung 47.000 Megawatt sein. Ein Drittel davon sind rund 13.500 Megawatt, rechnet man die bereits bestehenden Solarparks heraus. Bis 2040, dem Jahr der anvisierten Klimaneutralität, braucht es also jährlich Solarparks mit einer installierten Gesamtleitung von rund 800 Megawatt. Das sind zehn Solarparks in der Größenklasse, die die EnBW derzeit errichtet. Oder 80 Solarparks, wenn man die herkömmlichen Größen eines Solarparks im Land betrachtet.

Doch auch das reicht nicht aus. Neuen Analysen des Solar Clusters Baden-Württemberg zufolge sind bis 2040 gut 70.000 Megawatt installierte Photovoltaikleistung nötig, nicht nur 47.000 Megawatt. Demnach müssten pro Jahr Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von insgesamt rund 4.000 Megawatt errichtet werden, nicht nur gut 2.100 Megawatt, wie die Landesregierung vorsieht. Die neuen Zahlen decken sich mit denen anderer Institutionen und Experten. So geht etwa der Netzentwicklungsplan der vier Übertragungsnetzbetreiber von 2.800 bis 3.500 Megawatt erforderlichen Solarzubau pro Jahr allein in Baden-Württemberg aus. Letztere Zahl würde jedes Jahr Freiflächenanlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt rund 1.400 Megawatt nötig machen – das sind 18 Solarparks in der Größenordnung der neuen EnBW-Anlage.

Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. 2024

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Donnerstag, 16. Februar 2023

So lief erste PV-Auktion

Grosses Interesse an Auktionen für die Förderung von Photovoltaik-Anlagen: Am 1. Februar 2023 wurden zum ersten Mal die Einmalvergütungen für grosse Photovoltaik-Anlagen mittels einer Auktion vergeben. 94 von 116 Gesuchstellenden bekamen einen Zuschlag. Sie erhalten eine Einmalvergütung in der Höhe von 360 bis 640 Franken pro Kilowatt Leistung. Mit dieser ersten Auktionsrunde werden Anlagen mit einer Leistung von total 35 Megawatt (MW) gefördert. Die nächste Auktion findet vom 17. April bis zum 1. Mai 2023 statt.

Seit diesem Jahr erhalten Photovoltaikanlagen ohne Eigenverbrauch eine «hohe Einmalvergütung» (HEIV). Sie entspricht maximal 60% der Investitionskosten von Referenzanlagen. Ab einer Anlagenleistung von 150 kW wird die Höhe der HEIV per Auktion bestimmt. Die Auktion wird von der Pronovo AG abgewickelt.
 
Am 1. Februar 2023 wurde die erste Auktionsrunde beendet und die Ergebnisse liegen vor: Insgesamt wurden 116 Gebote für Photovoltaikanlagen mit einer Anlagenleistung von insgesamt rund 43.6 MW bei Pronovo eingereicht. Die Bandbreite der Gebote war gross: Das niedrigste Gebot lag bei 360 Franken pro Kilowatt (kW), das teuerste bei 650 Franken pro Kilowatt. Mitgemacht haben Anlagen ganz verschiedener Grösse, mit einer Leistung von 150 kW bis zu 1.5 MW.

Das ausgeschriebene Volumen von 50 MW wurde damit knapp nicht erreicht. Zudem fielen Gebote mit einer Leistung von insgesamt 4.4 MW weg, da sie aufgrund von falschen oder fehlerhaften Unterlagen nicht berücksichtigt werden konnten. Das hatte zur Folge, dass das Auktionsvolumen auf 90% der gültigen Gebote auf rund 35.3 MW gekürzt wurde. Insgesamt erhalten 94 Gesuchstellende einen Zuschlag. Das teuerste Gebot, das noch einen Zuschlag erhielt, liegt bei 640 Franken pro Kilowatt.

Die detaillierten Ergebnisse wurden von Pronovo in einem Cockpit publiziert (siehe Link).

Die nächste Auktionsrunde startet am 17. April 2023 und endet am 1. Mai 2023. Die Auktionsbedingungen werden zeitnah auf der Website von Pronovo publiziert.

Teilnahme an Photovoltaik-Auktionen - das gilt es zu beachten:
Tipps zur Ausgestaltung und zum Ablauf der Auktionen finden Sie im beiliegenden Faktenblatt.


Adresse für Rückfragen

Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik BFE
058 462 56 75


Quelle: Bundesamt für Energie http://www.bfe.admin.ch

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Sonntag, 18. Dezember 2022

Strom und Nahrung !



„Auf weniger als einem Prozent der Ackerfläche Deutschlands könnten neun Prozent des aktuellen Strombedarfs erzeugt werden, bestätigt eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim. 

Das Potential für eine echte Energiewende ist da, es zu nutzen ist vor allem eine Frage des politischen Willens,“ so Charlotte Schmid, Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Strom vom Feld ist ein bedeutsamer Beitrag zur Energiewende. Agri-Photovoltaik heißt dieses Konzept, bei dem Solarzellen auf Ständern in Feldern so montiert werden, dass darunter oder daneben noch Nahrungsmittel erzeugt werden können. Auch artgerechte Weidewirtschaft, Garten- und Weinbau ist damit möglich. Die ÖDP fordert ein Prozent der Landesfläche Deutschlands für diese Form der Energieerzeugung auszuweisen. Damit könnte sogar ein Drittel des Strombedarfs gedeckt werden.

Großes Potential haben auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf wiedervernässten Mooren. Moore sind von Natur aus sehr gute Speicher für Kohlendioxid (CO2). Wenn Landwirte ihre bisher aufwändig entwässerten Flächen nicht mehr für Ackerbau, sondern für Stromerzeugung durch Photovoltaik auf Stelzen nutzen, werden diese Flächen dreifach sinnvoll eingesetzt: Für Klimaschutz durch Speicherung von CO2, zur sauberen Energiegewinnung und als stabile Einkommensquelle für Landwirte, deren Beitrag zu Klima-, Arten- und Landschaftsschutz damit honoriert werden kann. „Allein auf diesen Flächen könnten 270 bis 660 Gigawatt Photovoltaik installiert werden, das entspricht 50 bis über 100 Prozent des aktuellen Strombedarfs in Deutschland!“, erläutert Dr. Michael Stöhr, Energieexperte der ÖDP: „Ein riesiges Potenzial ist an verschiedenen Stellen da, es muss nur endlich richtig genutzt werden.“

Die Energie-Experten der ÖDP haben einen top-aktuellen Fahrplan (https://www.oedp.de/themen-1/energiepolitik) ausgearbeitet, mit dem eine echte Energiewende sofort politische Realität werden kann. „Bei der jüngsten Klimakonferenz COP27 in Ägypten haben die Verantwortlichen wieder keinen Ausstieg aus der fossilen Energie beschlossen. Und das, obwohl niemand die Existenz der Klimakrise seriös anzweifelt. Dabei gibt es genug klimafreundliche, saubere und kostengünstig verfügbare Energiequellen, allein der politische Wille fehlt. Mit der Agri-Photovoltaik und PV-Freiflächenanlagen auf wiedervernässten Mooren bietet die ÖDP kreative Lösungen für eines der dringendsten Probleme unserer Zeit an,“ betont die ÖDP-Bundesvorsitzende, Charlotte Schmid.

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Samstag, 26. November 2022

Plötzlich sonnige Seiten des Kohle-Bergbaus

Sonnenenergie nutzen – auch wenn die Sonne nicht scheint? Dank Photovoltaikanlagen mit dazugehörigen Stromspeichern ist das möglich. Zwei dieser Anlagen errichtet RWE derzeit im Braunkohlentagebau Garzweiler bei Bedburg (Rhein-Erft-Kreis). Insgesamt über 58.340 Module sollen künftig die Sonnenenergie einfangen, um grünen Strom für mehr als 7.250 Haushalte zu produzieren.

Über 58.340 Solarmodule und zwei
Stromspeicher in Garzweiler
Sascha Solbach, Bürgermeister der Stadt Bedburg: „Für eine saubere und sichere Stromversorgung brauchen wir nicht nur mehr Erneuerbare Energien, sondern auch Speicherlösungen, wie RWE sie im Tagebau Garzweiler umsetzt. Damit können unsere Bürgerinnen und Bürger Sonnenstrom auch nach Sonnenuntergang nutzen.“

Eine Anlage mit 19,4 Megawatt Spitzenleistung (MW peak) und einer Speicherleistung von 6,5 MW entsteht direkt unterhalb des von der Stadt Bedburg und RWE betriebenen Windparks Königshovener Höhe. Auf dieser Fläche haben die Arbeiten bereits begonnen: Teile der Unterkonstruktion sind errichtet und erste Module aufgestellt. Das Projekt Jackerath mit 12,1 MWp und 4,1 MW Batteriespeicher wird am Westrand des Tagebaus gebaut. Die Speicher sind jeweils auf eine zweistündige Stromaufnahme und -abgabe ausgelegt.

„Beide Standorte zusammen sind ungefähr so große wie 38 Fußballfelder“, erklärt Markus Kosma, Produktionsleiter der Tagebaue von RWE Power. „Das zeigt: Nicht nur unsere großflächige Rekultivierung, sondern auch die noch aktiven Tagebaubereiche bieten viel Platz für die Erneuerbaren. Damit das Revier auch in Zukunft Energiestandort bleibt.“

RWE-Projektleiter Christian Meisen ergänzt: „Anfang 2023 sollen unsere beiden Photovoltaik-Speicheranlagen in Betrieb gehen. Damit sie möglichst viel Ökostrom erzeugen, setzen wir auf bifaziale, also von beiden Seiten lichtempfindliche Module.“ Der Vorteil: Zusätzlich zur direkten Einstrahlung kann auch das vom Boden auf die Rückseite der Module reflektierte Sonnenlicht genutzt werden. „Das macht diese Module sehr effizient“, so Meisen. „Und mit den Speichern können wir die Stromeinspeisung optimal auf den Bedarf abstimmen. Ein integriertes Anlagenkonzept, das wir gleich an mehreren Standorten umsetzen.“

Im Tagebau Inden steht eine vergleichbare Anlage kurz vor der Inbetriebnahme. Hier hat RWE über 26.500 Solarmodule mit einem Batteriespeicher kombiniert. Rund 4.000 Haushalte können mit dem erzeugten Strom versorgt werden. Eine weitere Photovoltaik-Speicheranlage soll im Tagebau Hambach entstehen. Bis 2030 will RWE allein im Rheinischen Braunkohlenrevier mindestens 500 Megawatt Leistung auf regenerativer Basis errichten.

Quelle: REW

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Freitag, 11. November 2022

Leuchtturm für Fassaden-Photovoltaik

                                 


Sechzig Photovoltaik-Module mit grüner MorphoColor® Strukturschicht bereichern seit kurzem die Fassade des Zentrums für Höchsteffiziente Solarzellen am deutschen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im süddeutschen Freiburg i.Br.. 
 
Das Pilotprojekt für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) wird das Forschungsinstitut mit circa 11 Megawattstunden Solarstrom pro Jahr versorgen. Die vom Forschungsinstitut entwickelte MorphoColor® Technologie ermöglicht es, die Gläser von Solarmodulen farbig zu gestalten und dabei mindestens 90 Prozent der Moduleffizienz zu erhalten. So kann die integrierte Photovoltaik-Anlage Akzente in der Fassadenarchitektur setzen oder – beispielsweise ziegelrot ins Dach integriert – optisch in der Gebäudehülle verschwinden.

Neben Dächern stehen für den PV-Ausbau auch mit Fassaden große, bereits vorhandene Flächen an Gebäuden für die Installation von Photovoltaikmodulen zur Verfügung. »Hier müssen die PV-Module architektonisch gestaltbar sein, um die Anforderungen an das Stadtbild und die Architektur des Gebäudes zu erfüllen«, sagt Dr. Harry Wirth, Bereichsleiter Photovoltaische Module und Kraftwerke am Fraunhofer ISE. »Dann ist das Potenzial der bauwerkintegrierten PV riesig, für Dächer und Fassaden gemeinsam rechnen wir mit einem technischen Potenzial von 1.000 Gigawatt Peak in Deutschland. Das ist das Doppelte der Nennleistung, die für die Energiewende benötigt wird«. 
 
Das Fraunhofer ISE forscht intensiv zu bauwerkintegrierter Photovoltaik. Die eigens für das Pilotprojekt hergestellten BIPV-Module mit patentierter MorphoColor® Farbstruktur können, integriert in die Fassade des neuen Laborgebäudes, nun einem intensiven Praxistest unterzogen werden. »Zur Erfassung der realen Einstrahlungsdaten haben wir Sensoren an der Fassade installiert. Gleichzeitig messen wir den erzeugten Strom und die Spannung der Module sowie die AC-Leistung hinter dem Wechselrichter. Anhand der gemessenen Einstrahlungswerte können wir den zu erwartenden Ertrag berechnen und mit dem messtechnisch ermittelten Ertrag der BIPV-Anlage vergleichen und evaluieren«, sagt Dr. Frank Ensslen, Mitglied der Projektgruppe am Fraunhofer ISE.

Für die Pilotinstallation an einer öffentlich zugänglichen Fassade passte das Forschungsteam die Modul-Komponenten, beziehungsweise die gesamte BIPV-Anlage an die bauordnungsrechtlichen Vorschriften an und entwickelte unter anderem für die Anforderungen an den Brandschutz ein elektrotechnisches Sicherheitskonzept. Die Erkenntnisse sind in den Leitfaden für BIPV von Baden-Württemberg eingeflossen.

Die MorphoColor® Farbschicht ist eine photonische Struktur, bei der eine Interferenzschicht so mit einem geometrisch strukturierten Substrat kombiniert wird, dass sich ein schmalbandiges Reflexionsmaximum ergibt. Die Schicht reflektiert nur eine bestimmte Farbe und lässt das restliche Sonnenlicht quasi ungestört passieren. Das Design ist durch die Farbschicht auf den Flügeln des Morpho-Schmetterlings inspiriert, dessen intensiv blaue Flügel einen in weiten Bereichen winkelstabilen Farbeindruck erzeugen. Eine Vielzahl an Farben können durch diese Technologie realisiert werden. Durch die Schmalbandigkeit der Reflexion verringert die Farbschicht die Effizienz des Moduls nur um deutlich weniger als 10 Prozent relativ, verglichen mit einem unbeschichteten Modul. Die MorphoColor® Module liefern also mindestens 90 Prozent der Erträge, die ein gewöhnliches Modul an gleicher Stelle liefern würde.

 

 

Quelle: ISE




Donnerstag, 1. September 2022

Ernst Schweizer AG ist Energiewendemacher 22

Soeben an diesem Donnerstagvormittag entschieden: Am aee-Kongress kürten die Teilnehmer*innen den oder die Energiewendemacher*in. Zahlreiche innovative und spannende Projekte gingen ein, aus deren acht konnte das Publikum schliesslich wählen. Gewonnen hat das folgende Projekt «Klimaoptimierte Photovoltaik-Systeme MSP» der Ernst Schweizer AG in Hedingen (ZH).

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© Solarmedia Guntram Rehsche

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Sonntag, 13. März 2022

Solarer Schmetterling macht sich auf den Weg

SolarButterfly:   Das ist ein solarbetriebenes Wohnmobil in Form eines riesigen Schmetterlings, der das Elektrofahrzeug, das ihn zieht, auflädt. Es wird bald auf der Suche nach Projekten und Pionieren gegen die globale Erwärmung um die Welt reisen. 

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Initiator ist der Schweizer Umweltpionier Louis Palmer, der vor 15 Jahren als erster Mensch die Welt mit einem solarbetriebenen Auto umrundet hat. Der SolarButterfly und seine Passagiere werden nun viele der Projekte, die Palmer damals in 90 Ländern gesehen hat, erneut besuchen und darüber berichten, wie sie zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen.  Außerdem sollen 1.000 Lösungen in Sachen Klimawandel identifiziert, aufgezeichnet und veröffentlicht werden, um Millionen von Menschen zu ähnlichen Massnahmen zu inspirieren.

Das speziell von der Hochschule Luzern in der Schweiz entworfene Wohnmobil ist ein praktisches Beispiel für nachhaltiges Leben ohne Kohlenstoffemissionen. Eines seiner einzigartigen Merkmale ist, dass sich sein Dach zu einem großen Solarpaneel (80 m2) oder «Schmetterlingsflügel» entfaltet, der die Geräte im Inneren mit Strom versorgt und sogar das Elektroauto, das es zieht, auflädt. Der SolarButterly (10 m lang und mit hochgeklappten Flügeln 13 m breit) wird aus hochmodernen Materialien gebaut, darunter Kunststoffabfälle, die im Meer gesammelt und in einem einzigartigen Verfahren so umgewandelt werden, dass sie als Hauptbaumaterial für den Butterfly verwendet werden können. Der SolarButterfly wird derzeit in der Nähe von Luzern in der Zentralschweiz gebaut.

 

Für die zahlreichen Studierenden der Hochschule Luzern, die an dem Projekt beteiligt waren, gab es von der Konstruktion bis zur Einrichtung viele Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen. Im Blogbeitrag erfahren Sie mehr darüber. Begleitet hat die Studierenden Prof. Dr. Stephen Wittkopf, Leiter WIT (Wissens- und Innovationstransfer) am Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern, der Ihnen gerne Fragen zum Projekt beantwortet und Kontakt zu Studierenden herstellen kann, die daran mitgearbeitet haben.

The SolarButterfly is planning to visit more than 1,000 projects that focus on slowing climate change.  It will also create events with the local population, schools and political leaders involved.  The project will be implemented in phases starting with 22,000 kilometers across 32 countries in Europe.  According to the planned route the SolarButterfly will then visit five other continents finishing in Paris on December 12, 2025, just in time for the tenth anniversary of the climate agreement.  Following Europe (May to November 2022) the SolarButterfly itinerary and time frame will be:

1.     Asia  March - October 2023
2.     Australia November – December 2023
3.     North America March 2024 - August 2024.
4.     South America August 2024 - November 2024.  
5.     Africa  February 2025 - August 2025
6.     Europe August 2025 – December 2025.

 Quelle: Hochschule Luzern 

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Dienstag, 22. Februar 2022

Deutsche Naturstrom: Gross-PV mit Speicher

Stromspeicher sind wichtiger Baustein der Energiewende, denn sie entkoppeln die Ökostrom-Nutzung vom Erzeugungszeitpunkt. Im thüringischen Henschleben in Mitteldeutschland hat einer der grossen deutschen Öko-Energieversorger NATURSTROM nun seinen ersten Solarpark mit Speicher fertiggestellt. 
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„Um bis zum Jahr 2030 die Zielmarke von 80 Prozent Erneuerbaren im Stromsektor zu erreichen, müssen wir deutschlandweit den Ausbau Erneuerbarer Energien deutlich beschleunigen und zugleich neue Flexibilitätsoptionen schaffen – also für eine gute Übereinstimmung des Lieferangebots mit der Nachfrage sorgen. 

Dazu gehört auch, wie in Henschleben, Solarparks mit Batteriespeichern auszustatten. Der Speicher ermöglicht es uns, den Solarstrom bedarfsgerechter einzuspeisen. Denn da Sonne und Wind nicht gleichmäßig zur Verfügung stehen, werden Speichermöglichkeiten zukünftig eine große Rolle spielen. Hierzu sammeln wir in Henschleben erste Erfahrungen“, erläutert Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender NATURSTROM AG, das Projekt.

Die Freiflächenanlage im thüringischen Henschleben, Gemeinde Staßfurt, verfügt über eine Leistung von 7,5 MWp und erzeugt rund 7,4 Millionen Kilowattstunden pro Jahr – das entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 2.300 Dreipersonenhaushalten. NATURSTROM plant, in diesem Jahr einen zweiten Bauabschnitt in ähnlicher Größenordnung zu errichten.

Dank des integrierten Speichers steht der Solarstrom auch dann bereit, wenn die Sonne mal nicht scheint. Die sich auf dem Gelände befindliche Batterie kann mehr als 1.000 Kilowattstunden Ökostrom speichern. Dafür nimmt sie Ertragsspitzen in der Mittagszeit auf und gibt diese an späten Abend- oder frühen Morgenstunden ab. Somit ermöglicht sie eine gleichmäßigere Einspeisung über den Tag und trägt so zur Entlastung der Netze bei.

Die ca. 17.000 Photovoltaik-Module produzieren seit Oktober 2021 sauberen Ökostrom. Mit der Installation des Speichers ist die Anlage nun vollständig. Den Zuschlag für das Projekt hatte NATURSTROM im Jahr 2020 im Rahmen einer Innovationsausschreibung erhalten. Da die Anlage teilweise auf Flächen errichtet wird, die der Gemeinde gehören, profitiert die Standortkommune von regelmäßigen Pachteinnahmen. Der Solarpark befindet sich auf einer ehemaligen Deponiefläche und steht für die sinnvolle Nutzung vorbelasteter Flächen durch Photovoltaik. Im Zuge des Anlagenbaus hat NATURSTROM  angrenzende Deponieflächen rekultiviert.

Finanziert und betrieben wird die Anlage von der Ende 2020 gegründeten NaturEnergy GmbH & Co. KGaA, einer Tochter der NATURSTROM AG, die sowohl den Bau und Betrieb als auch die Finanzierung neuer und bestehender Öko-Kraftwerke in der NATURSTROM-Gruppe organisiert. Mit dem Solarpark Henschleben ist die erste Projektinvestition in Eigenregie abgeschlossen.

Bild: Speicherinstallation Henscheben (Quelle: NATURSTROM AG)

Weitere Informationen zum Solarpark Henschleben

Über NaturEnergy: Die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der NATURSTROM AG und fokussiert sich gezielt auf die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen, insbesondere aus Sonnen- und Windenergie. Das Unternehmen bündelt vielfältige Leistungen, von der Projektierung und dem Bau neuer Anlagen über Service und Betriebsführung bis hin zu Netzdienstleistungen. Investitionen in neue regenerative Erzeugungsanlagen erfolgen direkt wie auch indirekt über Beteiligungen an Projektgesellschaften, sehr häufig unter Einbindung von Bürgern und Gemeinden.

Der Ursprung des Unternehmens liegt im Geschäftsbereich „Energieerzeugung“ der NATURSTROM AG, der nun schrittweise unter neuem Dach neu organisiert wird. Die NaturEnergy will durch eine klare Fokussierung in einem sich wandelnden Erzeugungsmarkt noch schlagkräftiger werden, mehr Geld für die Energiewende bewegen und sich auch verstärkt für Partnerschaften öffnen.

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Sonntag, 19. Dezember 2021

Aqua-Photovoltaik in galaktischem Ausmass

Die Technologie gehört zu den neueren Errungenschaften der Solarwirtschaft: Neben angepassten Anlagen über landwirtschaftlich genutzter Fläche kommt jetzt die Photovoltaik in grossem Stil auf dem Wasser. Ob es jeweils derart gigantische Anlagen wie in China sein müssen, sei dahin gestellt (Kapazität entspricht ungefähr dem gesamten Zubau der Schweiz in einem Jahr). Aber das Beispiel zeigt zweierlei: Die solartechnologische Entwicklung ist längst nicht am Ende der Fahnenstange angelangt - und China macht gehörig vorwärts, vor allem mit Erneuerbaren Energien und nicht etwa mit nuklearen, auch wenn einige AKW in Bau sind.




Die Luftaufnahmen von Mitte Dezember zeigen verschiedene Aspekte der 550 Megawatt-Solaranlage in Wenzhou, einer östlichen Provinz in China. Die Anlage bedeckt rund 4,7 Quadratkilometer Wasserfläche und wurde in diesen Tagen ans Stromnetz angeschlossen. Das Projekt umfasst auch Einrichtungen für die Fischzucht (Quelle: Agentur Xinhua).

Quelle: World-Energy

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Dienstag, 14. September 2021

D: Agri-PV im Test

Im Forschungsprojekt »Agri-PV Obstbau« haben BayWa r.e. und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE gemeinsam mit weiteren Forschungspartnern auf dem Bio-Obsthof Nachtwey in Gelsdorf im deutschen Bundesland  Rheinland-Pfalz eine Agri-PV-Forschungsanlage für Äpfel und Spalierobst errichtet. Sie ist die erste Anlage in Deutschland.

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Die Gesamtversuchsfläche des Forschungsprojekts umfasst ca. 9100 Quadratmeter, die Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von 258 kWp wurde auf circa einem Drittel der Fläche des Areals installiert. Übergeordnetes Ziel des durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz (MKUEM) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Vorhabens ist es, die Klimaresilienz im Obstbau zu steigern und eine sichere und nachhaltige Apfelproduktion mit zusätzlicher Solarstromerzeugung zu gewährleisten.

Im Rahmen des Projekts mit einer Gesamtlaufzeit von fünf Jahren sollen an acht Apfelsorten zahlreiche Forschungsfragen untersucht werden. Das Projekt vergleicht zunächst die Apfelerzeugung am gleichen Standort unter vier unterschiedlichen Kulturenschutzsystemen: Folienschutz (nicht regendurchlässig), Hagelschutz (regendurchlässig) und Agri-PV mit festinstallierten, lichtdurchlässigen PV-Modulen (nicht regendurchlässig) sowie nachgeführten PV-Modulen (bei Bedarf regendurchlässig). 
 
Dabei kommen zwei verschiedene Modultypen mit unterschiedlich angeordneten Solarzellen (Streifen- bzw. Blockmuster) zum Einsatz. Es soll untersucht werden, inwiefern Agri-PV-Anlagen die Pflanzen und Früchte vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Hagel, Starkregen, Sonnenbrand, Frost oder extremen Temperaturen bewahren können. Darüber hinaus wird getestet, inwiefern sich unterschiedliches Lichtmanagement durch verschiedene PV-Modulkonfigurationen auf das Pflanzenwachstum und die Agrarerträge auswirkt. Des Weiteren soll die Anlage im Hinblick auf Landschaftsästhetik, Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit sowie pflanzenbauliche Parameter untersucht werden.

Stephan Schindele, Head of Product Management Agri-PV bei BayWa r.e. kommentiert das Projekt: »Wir sehen in Agri-PV eine langfristige Lösung, um Landwirte dabei zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Wir können das bisherige Ökosystem erhalten und durch Synergieeffekte und die Solarstromerzeugung sogar aufwerten. Nachdem wir in den Niederlanden sehr erfolgreich professionellen Beerenanbau unter Agri-PV realisiert haben, gehen wir in Gelsdorf den wichtigen Schritt Richtung Spalierobst. Wir haben erkannt, dass die Potenziale und Synergien für Agri-PV kombiniert mit Apfel, Birnen, Kirschen, Kiwi und weiteren Dauerkulturen beachtlich sein können. Diese Potenziale möchten wir dauerhaft erschließen und einen weiteren Ausbau der Photovoltaik ohne Einschränkung von Agrarerträgen ermöglichen.«

Ökonomische Vorteile für Landwirte: Neben der Anpassung an den Klimawandel und dem Schutz des Agrarguts sollen durch das Agri-PV-Projekt in Gelsdorf auch ökonomische Vorteile für Landwirte aufgezeigt werden. Diese schließen mitunter dauerhaft geringere und besser kalkulierbare Energiekosten, weniger Investitionskosten in Kulturenschutz sowie weniger Betriebsmittel- und Müllentsorgungskosten mit ein. Andreas Steinhüser, Stellvertretender Gruppenleiter Agri-Photovoltaik am Fraunhofer ISE: »Das Forschungsprojekt ,Agri-PV Obstbau‘ soll nicht nur Möglichkeiten aufzeigen, CO2-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren, sondern auch die Verwendung kurzlebiger Materialien und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Fungiziden zu vermeiden und so entscheidend zum Klimaschutz beizutragen. Darüber hinaus nehmen wir auch noch gesellschaftliche Fragen, wie Akzeptanz und Sozialverträglichkeit in den Fokus, da diese Aspekte bei der weiteren Verbreitung der Agri-PV eine entscheidende Rolle spielen werden.«

Der durch die Agri-PV-Anlage erzeugte Strom kann in den der Apfelproduktion vor- und nachgelagerten Bereichen genutzt werden. Zum einen wird der von der AGCO GmbH zur Verfügung gestellte batterieelektrische Traktor Fendt 100 Vario mit dem Strom aus der Anlage geladen. Zum anderen wird die Energie auch dazu genutzt, das Bewässerungssystem mit Agri-PV-Eigenstrom zu versorgen. Das Kühllager wird bereits heute von einer PV-Dachanlage mit Grünstrom versorgt. Insgesamt wird durch die Umsetzung eines Energiekonzepts versucht, die CO2-Emissionen auf dem Hof durch solare Elektrifizierung zu reduzieren.

Quelle: Fraunhofer

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Donnerstag, 5. August 2021

Ständig neue Techniken

Das deutsche Unternehmen GOLDBECK SOLAR bringt den Solarbogen auf den Markt, der die Photovoltaik-Industrie verändern wird | Sieger des Intersolar Awards 2021. Und bereits aktuell beginnt juwi Shizen Energy  mit dem Bau eines 121-Megawatt-Solarparks auf  ehemaligem Golfplatz in der japanischen Präfektur Hyogo. 

GOLDBECK SOLAR stellt anlässlich seines 20-jährigen Bestehens eine Innovation vor, die den Bau von Solaranlagen verändern wird. Mit dem innovativen Produkt MarcS (Modular Arc System), das mit dem Intersolar Award 2021 ausgezeichnet wurde, werden Solaranlagen in Form von Solarbögen installiert. Die für die Solarenergiegewinnung zur Verfügung stehende Fläche wird so überbaut, dass der Raum darunter nutzbar bleibt. Und das bei einer Maximierung der Solarenergieproduktion. MarcS ermöglicht eine effektivere Landnutzung, eine erhöhte Wirtschaftlichkeit und eine effizientere Ressourcenverwendung.

Mehrwerte für die Landwirtschaft: Die Inspiration für diese Konstruktion entstammt nicht nur 20 Jahren Erfahrung im Bau von Solaranlagen, sie speist sich auch aus den Wünschen und Vorstellungen der Landwirte, die den Produktentwicklungsprozess mit uns gestaltet haben. MarcS repräsentiert für die Landwirte eine Möglichkeit, durch die doppelte Nutzung ihres Landes mehr Einkommen aus ihren Ernten zu erzielen. „MarcS ist eine echte Innovation, welche die Herausforderungen in der Landwirtschaft berücksichtigt und passende Lösungen dafür bietet“, erklärt Joachim Goldbeck, Geschäftsführer von GOLDBECK SOLAR.

Die Form des Bogens (siehe Bild) ist statisch sehr solide und in der Architektur weit verbreitet sowie in majestätischen Formationen der Natur häufig zu finden. Die Bögen können auf den Seitenschienen gleiten. Ihre Position ist flexibel anpassbar. Landflächen können auf diese Weise nach Belieben freigegeben oder von der Sonneneinstrahlung geschützt werden. Diese Eigenschaft ist besonders für die alternative Nutzung von Landflächen interessant. Und es ergeben sich noch mehr Vorteile für Landwirte. Zum einen schützen die Module Tiere und Pflanzen vor extremen Wetterbedingungen wie Hagel, Trockenheit oder übermäßigem Sonnenlicht. Zum anderen lassen sich Temperatur, Feuchtigkeit und Licht besser steuern und damit die Qualität von Zucht und Ernte optimieren.

Vor wenigen Wochen erst hatte die juwi Shizen Energy Inc. den Auftrag erhalten für das  Photovoltaik-Projekt «Pacifico Energy Sanda Mega solar». Nun wird bereits mit den Bauarbeiten begonnen. Geplant ist ein 121 Megawatt starker Solarpark in Hyohgo nordwestlich von Osaka. Der Solarpark wird auf dem Gelände eines ehemaligen Golfplatzes errichtet und er soll 2023 in Betrieb gehen.

Für weitere Informationen zu beiden Projekten:  

goldbecksolar

www.pacificoenergy.com

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