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Samstag, 4. Juli 2026

Solarstrom europaweit auf dem Vormarsch

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland – dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt – lag im ersten Halbjahr 2026 bei 61,8 Prozent. Die Windkraft konnte ihre Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent steigern, die Erzeugung aus Photovoltaik erreichte mit 43,2 Terawattstunden einen neuen Rekord. Die starke Erzeugung aus erneuerbaren Quellen sorgte dafür, dass sich der Strompreis im Frühjahr vom durch den Irankrieg gestiegenen Gaspreis weitgehend entkoppeln konnte. Das geht aus einer Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf Basis der Datenplattform energy-charts.info hervor.

© Fraunhofer ISE/energy-charts.info
Die öffentliche Nettostromerzeugung aus Photovoltaik war in der EU im ersten Halbjahr 2026 auf Rekordniveau.

Gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 legt die Erzeugung aus Windkraftanlagen zu: bei den Offhore-Anlagen von 11,4 TWh auf den neuen Rekordwert von 14,6 TWh, Onshore von 48,7 TWh auf 52,8 TWh. Die Windkraft steigerte damit ihren Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung von 28,8 auf 30 Prozent. Die Netzeinspeisung aus Photovoltaik lag mit 43,2 TWh um zehn Prozent höher als im Vorjahr (39,3 TWh) und erreichte damit ein Allzeithoch. Auch EU-weit war die Einspeisung aus Photovoltaik auf Rekordniveau und ist seit 2015 um 254 Prozent gestiegen. Leicht rückläufig war dagegen die Erzeugung aus Wasserkraft (7,8 TWh nach 8,1 in 2025), die auf dem niedrigsten Stand seit 2015 lag. Auch die Netzeinspeisung aus Biomasse ging leicht zurück (17,9 TWh nach 18,3 in 2025). Die Erzeugung aus den fossilen Energieträgern Erdgas, Braun- und Steinkohle stieg gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf 78,6 TWh. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung lag mit 61,8 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten Halbjahr 2025 (61,3 Prozent). Der Anteil erneuerbarer Energien an der Last (diese umfasst den Stromverbrauch und die Verluste bei der Stromübertragung) stieg von 55 auf 58,5 Prozent und erreichte damit einen neuen Rekord. 

Die starke Erzeugung von Wind und Photovoltaik führt zu immer mehr Stunden, an denen der Day-Ahead Börsenstrompreis negativ ist. Im ersten Halbjahr 2026 sind sehr viele Stunden nahe null Euro pro Megawattstunde aufgetreten, da immer mehr Anlagen in der Direktvermarktung keine Förderung bei negativen Börsenstrompreisen erhalten. Daher regeln sie bei Börsenstrompreisen knapp unter oder bei null Euro ab. Die Erzeugungsspitzen und die Lastkurven zeigen den Bedarf an untertägiger Speicherung sowie Flexibilitäten auf. Zwar stieg die Kapazität der Stromspeicher im ersten Halbjahr von 25,4 auf 29,6 GWh – damit wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres bereits mehr große Batteriespeicher in Betrieb genommen als im gesamten Vorjahr. Es verbleibt aber noch eine deutliche »Speicherlücke«, um eine Verschiebung von Überschussstrom in die Stunden schwacher Erzeugung zu ermöglichen. Der Ausbau der Batterien für die untertägige Speicherung könnte negative Börsenstrompreise tagsüber und Preispeaks in den Abendstunden verringern. Die Hitzeperiode im Juni, die zu erhöhtem Strombedarf für Kühlung bei gleichzeitig gedrosselter Leistung von konventionellen Kraftwerken führte, hatte besonders starke Preisausschläge in den Abendstunden zur Folge.  

Dank der starken Erzeugung aus erneuerbaren Quellen wurden im ersten Halbjahr im Saldo nur 1,3 TWh Strom importiert (1. HJ 2025: 9,6 TWh). Die Importe kamen aus Dänemark (8 TWh), den Niederlanden (5,3 TWh), Frankreich (5,1 TWh), Belgien (3,1 TWh) und Norwegen (2,9 TWh). Exportiert wurde nach Österreich (5,7 TWh), Dänemark (5,5 TWh), in die Niederlande (4,8 TWh), nach Tschechien (3,3TWh) und Polen (2,9 TWh).

Photovoltaik-Erzeugungsleistung steigt um 7 GW – Wirtschaftlichkeit kleiner Dachanlagen gefährdet

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 2,1 Gigawattpeak Photovoltaik-Gebäudeanlagen mit einer Leistung bis 30 Kilowattpeak neu installiert. Bei den Gebäudeanlagen im Segment bis 1000 Kilowattpeak kamen 1,1 GWp neu hinzu. Freiflächenanlagen trugen mit 3,6 GWp am stärksten zum Zubau bei. Insgesamt stieg die installierte Modulleistung von 117,9 GWp auf 124,8 GWp* (DC). Die installierte Wechselrichterleistung stieg von 107,7 auf 113,8 GW. Nach einer gemeinsamen Analyse von Agora Energiewende und Fraunhofer ISE könnten die derzeit diskutierten Änderungen im Rahmen der EEG-Novelle dazu führen, dass sich insbesondere kleinere PV-Dachanlagen unter den heutigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich schlechter darstellen. Dies könnte Anreize schaffen, Anlagen kleiner auszulegen oder verfügbare Dachflächen nicht vollständig zu belegen.

Strompreise entkoppeln sich weitgehend von Gaspreisen

Beim Vergleich der Strom- und Gaspreise zeigen sich die Auswirkungen des Iran-Kriegs, der am 28. Februar begann: Der Erdgaspreis stieg von Februar auf März um 48 Prozent (von 35,61 Euro/MWh auf 52,71 Euro/MWh). Nach Kriegsbeginn stiegen damit die Grenzkosten der Stromerzeugung aus Erdgas, die sich aus den Kosten für Gas und für die CO2-Emissionszertifikate zusammensetzen, um 39 Prozent auf 132,87 Euro pro MWh. Hätten die Gaskraftwerke nach dem Merit-Order-Prinzip den Strompreis bestimmt, wären die Stromkosten entsprechend deutlich gestiegen. Der Börsenstrompreis sank dagegen nach Kriegsbeginn auf 95,58 Euro/MWh, da die erneuerbaren Energien ab März mit ihren günstigen Gestehungskosten die Preise drückten. Im April sank er nochmals deutlich um 27,7 Prozent, während der Erdgaspreis nur um 12,6 Prozent nachgab. »Hätten die erneuerbaren Energien nicht so stark zur Stromerzeugung beigetragen, wäre der Börsenstrompreis im April 76 Prozent höher gewesen«, erklärt Energy-Charts-Projektleiter Leonhard Gandhi. 

Sonntag, 21. Juni 2026

Energieverbrauch leicht im Plus - mehr Erneuerbare verbraucht

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0.2% auf 777’870 Terajoule (TJ) leicht gestiegen. Hauptgründe dafür sind die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung und der Anstieg beim Absatz von Flugtreibstoffen.

Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch, nahm gegenüber dem Vorjahr um 5,6% zu. Zugenommen haben auch andere Faktoren, welche den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+0,9%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können, die im Oktober 2026 publiziert werden.

Anstieg beim Treibstoffverbrauch

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Absatz von Flugtreibstoffen um 3,2 % und liegt nun nur noch knapp unter dem höchsten Verbrauchsniveau von 2018. Der Benzin- und Dieselabsatz ist hingegen insgesamt um 1,0% gesunken (Benzin: +0,6%, Diesel: -2,3%). Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel (34,9%) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr zu (+9,5%). Ihr Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel nahm ebenfalls zu und lag das erste Mal über 5% (5,3%).

Leichte Anstieg beim Verbrauch von Elektrizität, Rückgang beim Heizöl extra-leicht und Erdgas

Der Verbrauch von Elektrizität stieg um 0,8%. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht und Erdgas nahmen jedoch um 4,3% und 1,1% gegenüber dem Vorjahr ab. Diese drei Energieträger machen rund die Hälfte des Endenergieverbrauches aus. Die energetische Verwendung von Industrieabfällen stieg um 2,1%. Der Verbrauch von Kohle und Petrolkoks nahm hingegen insgesamt um 21,1% ab und der Verbrauch von Heizöl mittel und schwer lag wiederum bei null. Der Anteil dieser vier Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering (<2%).

Verbrauchsanstieg bei Erneuerbaren

Erneuerbare Energieträger ersetzen beim Heizen zunehmend die fossilen Energien. So nahm die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen um 8,4% zu, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,5%). Der erneuerbare Anteil von Fernwärme stieg weiterhin und lag 2025 bei 44,7%. Der Verbrauch von Solarwärme und Energieholz ist hingegen leicht gesunken (-1,5%, bzw. -0,5%). Die direkte Nutzung von Biogas nahm um 0,5% zu. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogases (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 12,9%. Der Anteil erneuerbaren Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch lag 2025 bei 30,6%.

Elektrizitätsbilanz 2025

2025 ist der Schweizer Stromverbrauch (Endverbrauch) gegenüber dem Vorjahr um rund 0,8% auf 58,0 TWh gestiegen. Die inländische Stromproduktion (Landeserzeugung) sank um rund 16,7% auf neu 67,5 TWh. 2025 stammten 55,5% der Stromproduktion von Wasserkraftwerken (Laufkraftwerke 24,2%, Speicherkraftwerke 31,3%), 27,2% aus Kernkraftwerken und 17,3% aus thermischen und erneuerbaren Stromproduktionsanlagen (thermische Erzeugung 5,3%, Windkraft 0,2% und Photovoltaik 11,8%).

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2025 und die Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2025 sind ab dem 10. Juli 2026, respektiv ab dem 24. Juli 2026 im Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort online verfügbar sind ein erster zusammenfassender Überblick über den Energieverbrauch 2025 und die definitive Elektrizitätsbilanz 2025 (siehe Anhang).

Dokumente

Gesamtenergiestatistik

Elektrizitätsstatistik

Elektrizitätsbilanz der Schweiz 2025: Stromverbrauch gestiegen | BFE-Magazin energeiaplus | Energiemagazin des Bundesamtes für Energie

Quelle: https://www.admin.ch/de/newnsb/YQtEZcK-D9fQ             

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Dienstag, 5. Mai 2026

Wasserkraft Schweiz: Statistik 2025

Am 1. Januar 2026 waren in der Schweiz 706 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung von über 300 Kilowatt in Betrieb (1.1.2025: 703 Zentralen). Die zu erwartende mittlere Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik enthaltenen Kraftwerke lag 2025 bei 37'162 GWh/a (Gigawatt-Stunden pro Jahr) und somit unter dem Vorjahreswert von 37'350 GWh/a.

Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug rund 50 GWh/a, wovon die Neuinbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach in Lauterbrunnen mit 30.5 GWh/a den grössten Anteil hatte. Zudem konnte auch auch die Anlage in Bondo wieder in Betrieb genommen werden, nachdem diese nach dem Bergsturz von 2017 wieder neu aufgebaut werden musste. Im Jahr 2025 standen 12 Zentralen im Umbau und 6 Zentralen im Bau mit zu erwartenden Produktionsausbau von knapp 40 GWh/a.

Durch die regelmässige Aktualisierung der mittleren Produktionserwartung der bestehenden Anlagen resultierte eine Abnahme von 188 GWh im Jahr 2025. Verantwortlich dafür waren unter anderem diverse Datenaktualisierungen mit Restwassersanierungen wie auch die niedrigen Zuflüsse im vergangenen Jahr. Zudem sind zwei Zentralen nach dem schweren Unwetter im 2024 im Wallis weiterhin ausser Betrieb, wobei das grosse Rhône-Kraftwerk in Susten-Chippis (mittlere Produktionserwartung 215 GWh) am meisten ins Gewicht fällt. Die Produktionserwartung dieser beiden Zentralen musste daher temporär auf Null gesetzt werden.

Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 10'469 GWh/a (28.1%), Graubünden mit 7'919 GWh/a (21.4%), Tessin mit 3'485 GWh/a (9.4%) und Bern 3'424 GWh/a (9.2%).

Zunahme der jährlichen Wasserkraftproduktion bis 2035

Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37'900 GWh ansteigen. Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW addiert. Für das Monitoring ergibt sich damit für 2025 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'724 GWh/a (minus 176 GWh gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert).

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Mit Wasserkraft wurden 2025 rund 58.5% (10jähriger Mittelwert) des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des Bundesamt für Energie (BFE) wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.

Links:

Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Monitoring Energiestrategie 2050

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Donnerstag, 30. April 2026

Atomkraft stagniert und bleibt in einer Talsohle

 Der globale Markt für Atomkraftwerke kommt auch 2025 - wie bereits in den Vorjahren - nicht aus der Talsohle heraus. Eine Renaissance mit signifikantem Marktwachstum ist weiterhin nicht in Sicht. 
Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sind im Jahr 2025 weltweit drei neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen (2024: sechs). Gleichzeitig wurden sieben ältere Anlagen endgültig stillgelegt (2024: vier). Unter dem Strich ergibt sich damit ein Netto-Rückgang.

Insgesamt sind laut IAEA (Stand: 27.04.2026) im Jahr 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von 2.956 MW ans Netz angeschlossen worden (2024: 6.813 MW). Die Inbetriebnahmen erfolgten in Russland (Kursk 2-1, 1.200 MW), Indien (Rajasthan-7, 630 MW) und China (Zhangzhou-2, 1.126 MW). Im gleichen Zeitraum wurden weltweit Kernkraftwerke mit einer Nettoleistung von insgesamt 2.823 MW stillgelegt (2024: 2.891 MW). In Belgien betrifft dies die Anlagen Doel 1 und Doel 2 (je 445 MW) sowie Tihange-1 (962 MW). Hinzu kommen die Abschaltung des letzten in Betrieb befindlichen Atomkraftwerks in Taiwan, Maanshan-2 (938 MW), sowie die Stilllegung von drei kleineren Anlagen Bilibino-2, -3 und -4 (je 11 MW) in Russland.

In der Jahresbilanz 2025 ergibt sich aus Zubau (2.956 MW) und Stilllegungen (2.823 MW) ein geringer weltweiter Nettozuwachs von 133 MW Atomkraftwerksleistung. „Die häufig angekündigte Renaissance der Atomenergie fällt auch 2025 aus“, so Dr. Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Die Ursachen für das weiterhin schwache Wachstum des globalen Marktes bleiben unverändert, so Allnoch: sehr hohe Investitionskosten, lange Bauzeiten von 10 bis 15 Jahren in einem dynamischen Energiemarktumfeld mit schwer prognostizierbaren Rahmenbedingungen sowie erhebliche Finanzierungsrisiken, die in der Praxis meist nur von staatlichen Akteuren getragen werden können. Zudem ist die Zahl der Unternehmen, die Atomkraftwerke planen, bauen und exportieren können, sehr begrenzt - überwiegend handelt es sich um Staatsunternehmen.
 

Mittwoch, 11. Februar 2026

Weltweiter Strombedarf wird bis 2030 ansteigen

Der jüngste IEA-Bericht zum Strom-Sektor prognostiziert, dass der Anteil erneuerbarer Energien und Kernenergie am weltweiten Strommix bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf 50 Prozent steigen wird, während auch Erdgas an Bedeutung gewinnt.

Der weltweite Strombedarf wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich um durchschnittlich mehr als 3,5 % pro Jahr steigen, wobei die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Erdgas und Kernenergie entsprechend zunehmen wird, so ein neuer IEA-Bericht.

Electricity 2026, der soeben veröffentlicht wurde, ist der Jahresbericht der IEA über die globalen Stromsysteme und -märkte. Er enthält eine eingehende Analyse der jüngsten Trends und politischen Entwicklungen sowie Prognosen für den Strombedarf, das Stromangebot und die Kohlendioxidemissionen (CO₂) für den Fünfjahreszeitraum bis 2030.

Dem Bericht zufolge wird der Strombedarf bis 2030 mindestens 2,5-mal so schnell wachsen wie der Gesamtenergiebedarf, da sich das Zeitalter der Elektrizität durchsetzt. Dies ist auf den steigenden Stromverbrauch in der Industrie, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, den höheren Einsatz von Klimaanlagen und den Ausbau von Rechenzentren und KI zurückzuführen. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer nach wie vor die Haupttreiber des Stromnachfragewachstums sind, steigt auch der Verbrauch in den Industrieländern nach 15 Jahren der Stagnation wieder an und trägt bis 2030 zu einem Fünftel des gesamten Anstiegs der Stromnachfrage bei.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – angetrieben durch den Rekordeinsatz von Solar-PV – derzeit dabei ist, die Stromerzeugung aus Kohle zu überholen, nachdem sie nach den neuesten verfügbaren Daten im Jahr 2025 praktisch mit ihr gleichgezogen hat. Auch die Stromerzeugung aus Kernkraft erreichte einen neuen Rekordwert. Der Aufschwung der emissionsarmen Energiequellen hält bis 2030 an. Bis dahin sollen erneuerbare Energien und Kernkraft zusammen 50 % des weltweiten Stroms erzeugen, gegenüber 42 % heute.

Auch die Stromerzeugung aus Erdgas wird bis 2030 weiter wachsen, unterstützt durch die steigende Stromnachfrage in den Vereinigten Staaten und die anhaltende Umstellung von Öl auf Gas für die Stromerzeugung im Nahen Osten. Die Stromerzeugung aus Kohle verliert weltweit an Boden, da erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, und wird bis zum Ende des Jahrzehnts wieder das Niveau von 2021 erreichen. Infolgedessen werden die weltweiten CO₂-Emissionen aus der Stromerzeugung bis 2030 voraussichtlich in etwa gleich bleiben.

Der Bericht betont, dass diese Trends – steigende Nachfrage, eine zunehmend wetterabhängige Stromerzeugungsmix und sich wandelnde Stromverbrauchsmuster und -technologien – einen raschen und effizienten Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der Systemflexibilität erfordern. Derzeit sind weltweit Projekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 2 500 Gigawatt – darunter erneuerbare Energien, Speicher und Projekte mit hohem Stromverbrauch wie Rechenzentren – in Warteschlangen für den Netzanschluss blockiert.

Eine neue Analyse in dem Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem Ausbau der Netze durch den Einsatz netzverbessernder Technologien und die Umsetzung von Regulierungsreformen, die flexiblere Netzanschlüsse und -nutzung ermöglichen, in naher Zukunft bis zu 1 600 Gigawatt an Projekten aus den Warteschlangen integriert werden könnten. Zusammen würden diese Maßnahmen eine effizientere Nutzung des Netzes ermöglichen und damit erhebliche Kapazitäten freisetzen.

„In einer Zeit großer Unsicherheit auf den Energiemärkten ist eines sicher: Die weltweite Stromnachfrage wächst viel stärker als in den letzten zehn Jahren. In diesem Zeitalter der Elektrizität wird der Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs bis 2030 dem Verbrauch von mehr als zwei Europäischen Unionen entsprechen“, sagte Keisuke Sadamori, Direktor für Energiemärkte und Sicherheit bei der IEA. „Um diesen Bedarf zu decken, müssen die jährlichen Investitionen in die Netze bis 2030 um 50 % steigen. Die Erweiterung der Flexibilität wird ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein, da sich die Stromnetze weiterentwickeln – ebenso wie ein starker Fokus auf Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.“

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Installation von Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab stark zugenommen hat und eine wichtige Quelle für kurzfristige Flexibilität darstellt. Märkte wie Kalifornien, Deutschland, Texas, Südaustralien und das Vereinigte Königreich haben in den letzten Jahren ein starkes Wachstum bei der Bereitstellung von Batteriekapazitäten im Versorgungsmaßstab verzeichnet.

Electricity 2026 stellt außerdem fest, dass die Bezahlbarkeit von Strom nach wie vor ein wichtiges und wachsendes Problem darstellt. In vielen Ländern sind die Strompreise für Haushalte seit 2019 schneller gestiegen als die Einkommen. Die hohen Preise setzen auch die Industrie und die Unternehmen unter Druck. Daher konzentrieren sich die politischen Entscheidungsträger auf Strategien, Marktgestaltungen und Vorschriften, die nicht nur zusätzliche Investitionen, sondern auch mehr Flexibilität und Effizienz in allen Bereichen des Stromsystems, einschließlich Nachfrage, Angebot und Nutzung der Infrastruktur, bringen.

Dem Bericht zufolge sind größere Anstrengungen erforderlich, um die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Stromversorgungssysteme weltweit zu verbessern, die mit steigenden Risiken aufgrund alternder Infrastruktur, extremer Wetterereignisse, Cyberbedrohungen und anderer neu auftretender Schwachstellen konfrontiert sind. Die Modernisierung der Funktionsweise der Systeme sowie die Stärkung des physischen Schutzes kritischer Infrastrukturen sind laut dem Bericht unerlässlich, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken

Electricity 2026 – Analysis and forecast to 2030 (pdf)

IEA (Internationale Energieagentur) 2026 | Translated with www.DeepL.com/Translator 

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Donnerstag, 15. Januar 2026

Hallo Grok: Bitte um Überblick zur Nutzung Solarenergie in Afrika

 
Die Frage von Solarmedia an Grok lautet dieses Mal: Welche Länder sind in Afrika die in der Anwendung von Solarenergie am weitesten fortgeschrittenen? Aller berechtigten und auch notwendigen Kritik an der KI-Plattform von X respektive Elon Musk gilt auch bei dieser Antwort wieder (wie schon bei anderen zum Bereich der erneuerbaren Energien oder der Photovoltaik), dass sie plausibel ist und viele wertvolle Fakten zusammenträgt, die mit einer journalistischen Recherche in nützlicher Frist kaum zu bewerkstelligen ist (wegen der schwierigen Quellenlage und den unterschiedlichsten Bereiche resp. Länder). Soviel also zu den afrikanischen Staaten:

Afrika besitzt etwa 60 % der weltweit besten Solarressourcen, erhält jedoch nur rund 3 % der globalen Investitionen in saubere Energie. Dies führt zu einer Absurdität: Trotz enormen Potenzials – mit durchschnittlich 4,5 bis 6,5 kWh/m² pro Tag – macht Photovoltaik (PV) derzeit nur etwa 3 % der Stromerzeugung auf dem Kontinent aus. Bis Ende 2025 wurde eine operative Solar-Kapazität von rund 23,4 GW erreicht, was einem Wachstum von 26 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Im Jahr 2024 wurden 2,4 GW neue Kapazität installiert, und für 2025 wird ein Anstieg um 42 % erwartet. Bis 2028 könnte Afrika weitere 23 GW hinzufügen und damit seine aktuelle Kapazität mehr als verdoppeln. Dennoch bleibt der Anteil an der globalen Solar-Kapazität gering (ca. 2,5–3 %), da der Kontinent historisch von fossilen Brennstoffen (79 %) und Wasserkraft (16 %) abhängig ist. Über 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika haben keinen Stromzugang, was die Dringlichkeit unterstreicht.  Die Importe von Solarpaneelen aus China stiegen im Jahr bis Juni 2025 um 60 % auf 15 GW an, was auf eine breite Verteilung hinweist – nicht nur in etablierten Märkten wie Südafrika, sondern in über 20 Ländern. Dies deutet auf einen Boom in dezentraler Erzeugung hin, der die Stromversorgung in vielen Ländern spürbar verbessern könnte. 
Gründe für die geringe Nutzung trotz reichlich Sonne: Diese Absurdität ergibt sich aus strukturellen Herausforderungen: Hohe Kapitalkosten für Solarprojekte sind in Afrika 3- bis 7-mal höher als in entwickelten Ländern, was Investitoren abschreckt. Der Kontinent benötigt jährlich 200 Milliarden US-Dollar für Energie- und Klimaziele, erhält aber nur einen Bruchteil. Energiearmut, mangelnde Infrastruktur und politische Instabilität in einigen Regionen verlangsamen den Ausbau. Historisch dominieren fossile Brennstoffe und Wasserkraft, während Solar bis 2018 nur 3 % der Erzeugung ausmachte – im Vergleich zu 7 % weltweit. Dennoch wächst der Sektor: Seit 2021 steigen Investitionen in saubere Energie auf fast 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr, getrieben durch sinkende Technologiekosten. 
Fortschritte in der unabhängigen Solarstromerzeugung: Unabhängige (off-grid) Solarerzeugung macht rasante Fortschritte, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo zentrale Netze fehlen. Dies umfasst Solar-Home-Systeme, Mini-Grids und dezentrale Installationen. Die Importe von 15 GW Paneelen bis Juni 2025 könnten in Ländern wie Sierra Leone Strom erzeugen, der 61 % der nationalen Erzeugung 2023 entspricht; in Tschad 49 %. In 16 Ländern könnten Importe mindestens 5 % zur Stromerzeugung beitragen. 
Beispiele:
  • Nigeria: Pionier bei Mini-Grids; 120 installiert, die 250.000 Menschen versorgen. Ziel: 1,55 Millionen off-grid-Verbindungen bis 2030. 
  • Malawi: Durch Fonds wie Ngwee Ngwee Ngwee wurden Ziele für 250.000 Haushalte übertroffen; Fokus auf kleine Systeme für Einkommensgenerierung. 
  • Andere: In Algerien, Sambia, Botswana und Sudan stiegen Importe massiv (bis 33-fach). Off-grid-Lösungen adressieren die Bedürfnisse von 568 Millionen Menschen ohne Netzzugang in Subsahara-Afrika. 
Der Boom wird durch sinkende Kosten, Speicherlösungen und Initiativen wie der African Development Bank’s Desert-to-Power (10 GW bis 2030) angetrieben. Etwa 10 % der neuen Systeme dienen der Einkommensgenerierung in kleinen Unternehmen.

Erfolgreichste Staaten in der Solarenergie-Nutzung: Die erfolgreichsten Länder messen sich an installierter Kapazität, Wachstum und Integration. Südafrika und Ägypten dominieren mit Gigawatt-Skala, gefolgt von Nordafrikanischen Ländern. Hier eine Übersicht basierend auf Daten bis 2025 (2025 installierten 18 Länder mindestens 100 MW neu – ein Sprung von nur zwei im Vorjahr. Erfolgreiche Staaten profitieren von Politiken wie Auktionen, Subventionen und privaten Investitionen.

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Integration von Photovoltaik in die Stromwirtschaft Afrika: Photovoltaik ist zunehmend Bestandteil der Stromwirtschaft, aber der Anteil bleibt niedrig: Nur 3 % der Erzeugung. Distributed PV (z.B. Rooftop und Off-Grid) macht 42 % des PV-Wachstums aus, Utility-Scale den Rest. In Ländern wie Südafrika (179 W/Kopf) oder Namibia (468 W/Kopf) ist Solar pro Kopf hoch. Initiativen wie Mission 300 (300 Mio. Menschen bis 2030 mit Strom verbinden) und APRA (Accelerated Partnership for Renewables in Africa) fördern Integration durch Netzausbau und privates Kapital. Bis 2050 könnte Afrika 100 % erneuerbar sein, ohne Entwicklung zu bremsen. Der Fokus liegt auf Hybrid-Systemen mit Speichern, um Zuverlässigkeit zu steigern und fossile Abhängigkeit zu reduzieren.

Quelle: Grok-Antwort auf Frage: «Überblick zur Nutzung Solarenergie in Afrika» - redaktionelle Bearbeitung durch Solarmedia

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