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Dienstag, 19. Mai 2026

Register erleichtert Umsetzung von lokalen Strommodellen

Mit dem wachsenden Interesse an dezentraler Stromproduktion und Eigenverbrauch steigt auch der Bedarf an professioneller Begleitung. Wer eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder einen (virtuellen) Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ((v)ZEV) gründen möchte, findet ab sofort zusätzliche Unterstützung: Auf der Informationsplattform www.lokalerstrom.ch steht neu ein Register für Abrechnungsdienstleister zur Verfügung. Damit schaffen Swissolar und VSE mehr Transparenz im Markt und vereinfachen so die Umsetzung lokaler Stromprojekte. 

Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.  

Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft. 

 

Unabhängige Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom 

Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer komplexeren Regelungen.


Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben. 

Weitere Informationen  

  • Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:  
    www.lokalerstrom.ch   

Mittwoch, 24. April 2024

Wasser und Solarenergie: Rezept gegen Engpässe

Seit 2019 durchlebt der Libanon eine schwere Wirtschaftskrise, gleichzeitig beherbergt das Land rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Nicht alle Menschen haben Zugang zu genügend sauberem Trinkwasser, was zu Spannungen führt. Im Bekaa-Tal realisiert die DEZA ein Projekt für besseres Wassermanagement – dank Digitalisierung und Solarenergie. Dieses trägt zur Entschärfung von Spannungen rund um die Wassernutzung bei und ist Teil der umfassenderen Bemühungen der Schweiz in diesem Bereich.

Alternativtext: Solaranlagen betreiben das von der DEZA sanierte Wasserpumpwerk in Fekha.

Die DEZA hat das Wasserpumpwerk in Fekha
saniert, das nun mit Solarenergie betrieben wird.
© DEZA

Das Bekaa-Tal liegt eingebettet zwischen zwei Gebirgsketten auf durchschnittlich 1000 Metern über Meer. Mit 120 Kilometern Länge und 16 Kilometern Breite erstreckt es sich über 42% der Gesamtfläche des Libanon. Nach Schätzungen des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) lebten 2023 rund 1,5 Millionen Menschen hier, davon eine Million libanesische Staatsangehörige. Die übrige Bevölkerung besteht grösstenteils aus syrischen Flüchtlingen sowie rund 8000 Palästinenserinnen und Palästinensern. Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien wird je nach Quelle auf bis zu einer Million geschätzt.

Das Bevölkerungswachstum infolge der Syrienkrise hat in Kombination mit der schweren Wirtschaftskrise die Spannungen um den Zugang zu Wasser verschärft. Im Bekaa-Tal kam es häufiger zu Angriffen auf die Wasserinfrastruktur. Illegale Anschlüsse ans Wassernetz haben ebenso zugenommen wie Streitigkeiten zwischen den auf Wasser angewiesenen Menschen.

Digitalisierung und Echtzeitdaten: In diesem komplexen Umfeld realisiert die DEZA ein Projekt für einen fairen Zugang zu Trinkwasser. Gemeinsam mit der für die Wasserversorgung im Bekaa-Tal zuständigen Behörde (Bekaa Water Establishment) arbeitet die DEZA an der Verbesserung des Wassermanagements und der Infrastruktur. Damit sollen auch Spannungen zwischen den Gemeinschaften abgebaut werden. Das 2015 initiierte Projekt hat zu spürbaren Verbesserungen geführt.

Einerseits im Bereich der Digitalisierung, indem die 50 grössten Wasserwerke an ein zentrales Datenzentrum angeschlossen wurden. Mit Hilfe von Sensoren und 4G-Technologie kann dieses Zentrum Daten wie Wasserstand, Durchfluss und Druck für jedes Werk in Echtzeit analysieren. Das System mit dem Namen SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) ermöglicht es zudem, eine minimale und eine maximale Wasserabgabe festzulegen und die Pumpen der verschiedenen Standorte zu regulieren. Das System deckt heute den Grossteil des Bekaa-Tals ab und versorgt in diesem Gebiet rund 700 000 Menschen.

Laut Andres Devanthéry, Projektleiter vor Ort, lässt sich anhand der vom Zentrum gesammelten Daten der Wasserverbrauch objektiv beziffern. «Bisher gab es Personen, die den städtischen Behörden vorwarfen, dass gewisse Gemeinschaften mehr Wasser erhalten als andere. Mit diesen Daten kann man objektiv nachweisen, wie viel Wasser wo und wann verbraucht wird», erklärt der Experte für Wasser und sanitäre Versorgung des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe.

Die verbesserte Datengrundlage erleichtert auch strategische Entscheide über die Instandhaltung der Infrastruktur. «Dank der Daten können wir zum Beispiel Trends in der Leistung bestimmter Pumpen beobachten. Wenn Anzeichen einer Abnützung erkennbar sind, kann man rechtzeitig Reparaturen organisieren. Andere Installationen sind so veraltet, dass zur Sanierung teure Arbeiten notwendig wären. Weil eine neue 100-KW-Pumpe bis zu 20 000 US-Dollar kostet, ist es für die Stadtverwaltung wichtig, aufgrund von zuverlässigen Daten entscheiden zu können, ob sich die Investition lohnt oder nicht», veranschaulicht Andres Devanthéry. 

Solarenergie als Rezept gegen Stromengpässe: Die Solarisierung der Infrastruktur bedeutete einen weiteren wichtigen Fortschritt des Projekts. Die DEZA war 2019 die Vorreiterin in der Verwendung dieser Technik für Wasserwerke. Wenige Monate später rutschte der Libanon in eine Wirtschaftskrise, die bis heute anhält. Seither ist das ganze Land mit Stromausfällen konfrontiert, die sich negativ auf alle Aspekte des täglichen Lebens und auch auf den Zugang zu Wasser auswirken. «Ein Grossteil des Wassers wird aus dem Grundwasser gepumpt. Wenn man keinen Strom für den Generator hat, fällt auch die Wasserversorgung aus», erklärt Ramzi Ibrahim, der mit Andres Devanthéry im DEZA-Büro in Zahlé im Zentrum der Bekaa-Ebene zusammenarbeitet.

Der Projektingenieur erklärt, dass mehrere Ortschaften dank der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Pumpwerken nun nicht mehr nur eine Stunde pro Tag Strom haben, sondern sieben Stunden. «Wir wählten dabei Gebiete aus, in denen das Risiko von Konflikten um Wasser bestand. Manchmal ist dafür die Topografie verantwortlich. Ein Beispiel ist die Stadt Fekha. Durch die Stadt fliesst ein Wasserfall. Die Bevölkerung unterhalb des Wasserfalls hat immer Wasser, da es dank der Schwerkraft reichlich durch die Leitungen fliesst. Ganz im Gegensatz zu den Menschen in den höher gelegenen Stadtteilen, wo kein Strom zum Pumpen des Wassers vorhanden war, was für grossen Unmut sorgte. Fekha ist im Libanon kein Einzelfall, und dank der Photovoltaikanlagen haben wir dieses Problem gelöst. Es ist auch ein gutes Beispiel für die Nutzung von sauberer Energie mit langfristiger Wirkung», freut sich Ramzi Ibrahim.

Weiter im Text unter DEZA

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Donnerstag, 23. Februar 2023

Erfolgsgeschichte à gogo: Faltbare Werke

Vaz/Obervaz in Graubünden ist bereit für eine saubere Energiezukunft. Die mit dem Energiestadt-Label ausgezeichnete Gemeinde beweist dies schon länger mit der Umsetzung verschiedenster Massnahmen. Eine davon ist nun die kürzliche Anschaffung eines Solarfaltdachs für die Kläranlage.

Das Solarfaltdach Canius, Vaz/Obervaz.
Es produziert 48
% des Strombedarfs der ARA

Damit hat – nach Davos – auf der Lenzerheide das zweite hochalpine Solarfaltdach den Betrieb aufgenommen. Die Ferienregion Lenzerheide – sie gehört zur Gemeinde Vaz/Obervaz – setzt auf die Kraft der Sonne. Auf der Kläranlage (ARA) wurde eine faltbare Solaranlage von dhp technology in Zizers installiert. Dies ermöglicht der ARA Canius rund 48% ihres Strombedarfs selbst, vor Ort und erneuerbar zu produzieren.  

Rechtzeitig zur Wintersaison den Betrieb aufgenommen: «Als Gemeinde, die vom Tourismus lebt, sind wir bestrebt, Umwelt und Landschaft zu schonen», so Andreas Hartmann, Bereichsleiter Energie und Projekte. Deshalb liege der nachhaltige und schonende Umgang mit den Ressourcen in der Natur der Sache. Hinzu kommt, dass sich Vaz/Obervaz als Energiestadt zu einer nachhaltigen Energiepolitik verpflichtet. 

Lösung für Winterstrom: Bedingt durch die Höhenlage auf rund 1.500 Metern und die generell tiefen Temperaturen im Winter produzieren Solaranlagen hier besonders effizient. Weil der Schnee das Sonnenlicht reflektiert, sind die Voraussetzungen für Photovoltaikanlagen in Vaz/Obervaz ideal. «Wir haben deshalb nach einer Lösung gesucht, um Winterstrom zu produzieren, ohne die Landschaft zu belasten. Dafür ist das Solarfaltdach ideal, weil es bereits genutzte Areale überspannen kann», so Andreas Hartmann. 

Schneefrei durch den Faltmechanismus: Während konventionelle Solaranlagen nach winterlichen Niederschlägen vom Schnee bedeckt sind und keinen Strom produzieren, nutzt das Solarfaltdach den patentierten Faltmechanismus. «Durch einen Meteo-Algorithmus wird das Solarfaltdach bei Schneefall, Sturm und Hagel vollautomatisch eingefahren», erläutert Andreas Hartmann. «So werden die Solarmodule geschützt und bleiben schneefrei.» Für Kläranlagen ein weiterer Vorteil: Über offenen Klärbecken ist der zwingend notwendige Zugang von oben stets gewährleistet. Bei Bau- und Wartungsarbeiten können die Module über eine manuelle Steuerung jederzeit eingefahren werden.  

Steigende Nachfrage: «Wir verzeichnen eine grosse Nachfrage aus der Schweiz und Deutschland.», verrät Gian Andri Diem, Mitgründer und Geschäftsführer von dhp. Die Erkenntnis, versiegelte Flächen für Photovoltaik und damit doppelt zu nutzen, ist im Markt angekommen. Wir freuen uns, dass wir immer mehr Solarfaltdächer ausliefern und so einen Beitrag an die Energiewende leisten dürfen.»

Quelle: Medienmitteilung dhp

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Donnerstag, 2. Februar 2023

Es geht vorwärts bei CH-Energieversorgung

Das Bundesamt für Energie (BFE) hat für die Jahre 2021 und 2022 eine neue Vergleichsstudie (Benchmarking) unter den Energieversorgungsunternehmen (EVU) durchgeführt. Das Benchmarking zeigt, wie sich die Aktivitäten der EVU in den Bereichen Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz entwickeln. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig: An der sechsten Benchmarkingrunde beteiligten sich insgesamt 126 Unternehmen. Die EVU machen vorwärts bei den erneuerbaren Energien, insbesondere in den Bereichen Strom und Wärme. Der Text beruht auf Medienmitteilungen des BFE sowie des ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich).  

Von den 126 teilnehmenden Unternehmen stammen 98 aus der Deutschschweiz, 19 aus der Romandie und 9 aus dem Tessin. Zusammen decken sie 55 Prozent des Schweizer Stromabsatzes und 65 Prozent des Gasabsatzes ab. Über die Hälfte der EVU sind kleinere EVU, die jährlich weniger als 100 GWh Strom, Wärme und/oder Gas verkaufen. Rund ein Drittel zählt zu den mittleren EVU (100 bis 1000 GWh/Jahr), die übrigen rund 9 Prozent sind grosse EVU mit mehr als 1000 GWh Absatz pro Jahr.

EVU machen vorwärts bei erneuerbaren Energien

75 der 110 teilnehmenden EVU liefern ihren Kundinnen und Kunden heute schon einen Anteil zwischen 80 und 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Im Wärmebereich boomt der Ausbau der Fernwärme mit erneuerbaren Quellen. Nur beim Gas schreitet der Wandel langsamer voran. Derzeit enthält das Standardprodukt für Haushalte bei 39 der 51 teilnehmenden Gasversorgungen maximal 20 Prozent erneuerbare Gase, bei 13 davon liegt dieser Anteil bei 0 Prozent.

Die Verbesserung der Energieeffizienz bei den Kundinnen und Kunden spielt auch heute noch eine untergeordnete Rolle in der Strategie der EVU. So verfügen beispielsweise gerade mal 25 der 110 Stromlieferanten über eine echte Effizienzstrategie.

In der heute veröffentlichten BFE-Benchmarking-Studie 2021/2022 belegt ewz in der Kategorie «Querverbund Strom & Wärme» sowie in der Kategorie «Wärme» jeweils den 1. Platz. Damit ist ewz, das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, der bestplatzierte Energiedienstleister des Schweiz. Mit der Studie evaluiert das Bundesamt für Energie (BFE) die Aktivitäten zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz von Schweizer Energieversorgungsunternehmen (EVU).

Diese BFE-Spitzenplatzierungen bestätigen einmal mehr: ewz ist das führende EVU der Schweiz mit wegweisenden Lösungen. Seit der Lancierung des BFE-Benchmarkings 2014 hat ewz daran teilgenommen und jeweils Spitzenplatzierungen erreicht. «Die Produktion und die Versorgung der Geschäfts- und Privatkund*innen mit erneuerbarer Energie ist unsere Kernaufgabe – und das seit über 130 Jahren», sagt ewz-Direktor Benedikt Loepfe. «Wir sind deshalb sehr stolz, dass uns das BFE erneut als bestplatzierter Energiedienstleister der Schweiz auszeichnet. Wir beweisen seit Jahrzehnten, dass die Konzentration auf erneuerbare Energien, ob für die Strom- oder die Wärme- und Kälteproduktion, nicht nur sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich betrieben werden kann.» ewz leistet damit einen substanziellen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes sowie für das Erreichen des Ziels Netto-Null bis 2040 der Stadt Zürich.

 

Strom: Zielerreichungsgrad von über 90%

Wie schon in der letzten Studie gehört ewz zu den wenigen EVU, die im Bereich Strom über alle acht Handlungsfelder einen Zielerreichungsgrad von über 90% erreicht haben. Der Durchschnitt aller teilnehmenden EVU beträgt 51%. Damit belegt ewz auch in diesem Bereich einen Spitzenplatz. ewz produziert 100% Strom aus erneuerbaren Quellen im In- und Ausland. Die Studie gewichtet die im Inland produzierte erneuerbare Energie höher als jene aus dem Ausland. ewz investiert bevorzugt dort in erneuerbare Energien, wo die natürlichen Ressourcen für die jeweilige Technologie am besten verfügbar sind und wo die Bewilligungsverfahren einen Zubau erlauben. So produziert ewz annähernd ein Drittel (knapp 1'000 Gigawattstunden) der für die Stadt Zürich benötigten Elektrizität in Windparks im Ausland. Mit dem konsequenten Vorantreiben des Photovoltaikausbaus sowie den geplanten Wasser- und Windkraftprojekten im Inland will ewz die Produktion von erneuerbarer Energie in der Schweiz jedoch weiter ausbauen. Umso wichtiger ist es, dass die Bewilligungsverfahren für Wasser- und Windkraftprojekte in der Schweiz beschleunigt werden.

Platz 1 bei «Querverbund Strom & Wärme»

Dank jahrelanger Expertise in der Projektierung, dem Bau sowie dem Betrieb von grossen Energieverbunden in der Stadt Zürich aber auch darüber hinaus, erreicht ewz in der Kategorie «Wärme» einen Zielerreichungsgrad von 96,7% (Studiendurchschnitt 65%) und liegt damit auf dem ersten Platz. In der aktuellen Ausgabe des BFE-Benchmarkings belegt ewz in der neuen Kategorie «Querverbund Strom & Wärme» mit 92,2% damit den besten Platz. (ewz)

Quellen: je erwähnt

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Sonntag, 1. Mai 2022

Erste industrielle Power-to-Gas-Anlage

Das Limmattaler Regiowerk Limeco hat in Dietikon die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz realisiert, in Zusammenarbeit mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower. Mit der Einweihung haben die Projektpartner (im Bild oben) ein wichtiges Ziel erreicht: Der Beweis, dass Power-to-Gas-Anlagen in grossem Massstab funktionieren und damit einen Beitrag an die Versorgung des Landes mit erneuerbarem Gas leisten können. Die Innovation wurde bereits in den Medien abgefeiert, häufig aber unpräzise erläutert - deshalb in der Folge die Medienmitteilung im Original.

Ein grosser Tag für alle Beteiligten: Sie haben am Freitag in Anwesenheit des Zürcher Regierungsrats Martin Neukom und von Benoît Revaz, Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE), in Dietikon die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz eingeweiht. Mit einer Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt (MW) produziert sie rund 18'000 Megawattstunden (MWh) synthetisches erneuerbares Gas pro Jahr. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Landes. Dank ihr lassen sich jährlich bis zu 5'000 Tonnen CO2 einsparen.

«Es ist entscheidend, dass die Schweiz unabhängiger wird von ausländischem Erdgas», sagte BFE-Direktor Benoît Revaz an der Einweihungsfeier. «Die Power-to-Gas-Anlage zeigt, dass inländische Produktion von erneuerbarem Gas möglich ist.» Nationalrat Eric Nussbaumer (SP) unterstrich: «Power-to-Gas leistet nicht nur einen Beitrag zur Klimaneutralität, sondern auch zu einer verantwortungsvollen Wirtschaftspolitik.» Für den Zürcher Regierungsrat Martin Neukom zeigt die Anlage, wie fortschrittlich der Kanton Zürich ist: «Wir wollen bis 2040 klimaneutral sein. Limeco und ihre Partner beweisen, dass dies machbar ist – auch dank innovativer Technologien wie Power-to-Gas.»

Idealer Standort: «Kehrichtverwertungsanlage und Abwasserreinigungsanlage liegen direkt nebeneinander. Darum hat Limeco perfekte Voraussetzungen, um grünes Gas zu produzieren», erklärte Stefano Kunz, Verwaltungsratspräsident von Limeco und Stadtrat von Schlieren. Das funktioniert so: Die Power-to-Gas-Anlage nutzt erneuerbaren Strom aus der Kehrichtverwertungsanlage, um Wasserstoff zu produzieren. Dieser wird mit dem CO2 im Klärgas gemischt, wodurch erneuerbares Methangas entsteht. Aus Abfall und Abwasser gewinnt Limeco so einen erneuerbaren Energieträger. Ins bestehende Gasnetz eingespeist, ersetzt das CO2-neutrale Gas fossile Energieträger.

Starke Partnerschaft und Unterstützung durch den Bund: Das Vorzeigeprojekt wird ermöglicht dank den acht Schweizer Energieversorgern, die als Gasabnehmer die Investitionen von rund 14 Mio. Franken mitfinanzieren: Eniwa AG, Energie Zürichsee Linth AG, St. Galler Stadtwerke, Energie Wasser Bern, die Gas- und Wasserversorgungen von Dietikon und Schlieren, SWL Energie AG und Industrielle Betriebe Interlaken. Über Zertifikate erwerben sie den ökologischen Nutzen des Gases und verkaufen ihn am Ausspeisepunkt an ihre Endkunden. Mit der Hitachi Zosen Inova Schmack GmbH und Siemens Energy AG sind zudem ausgewiesene Spezialisten für die Verfahrenstechnik und die verschiedenen Komponenten des Power-to-Gas-Prozesses an Bord. «Die neue Anlage zeigt, dass die Stadtwerke nicht nur von der Energiewende sprechen, sondern mit viel Kraft vorausgehen», sagte Ronny Kaufmann, CEO der Stadtwerke-Allianz Swisspower, die das Projekt mitinitiiert hat. Das BFE unterstützt das Projekt im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms, auch wird das Projekt durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) gefördert.

Power-to-Gas ermöglicht Speicherung von erneuerbarer Energie: Die Anlage leistet einen Beitrag zum Umbau des Schweizer Energiesystems. Die Energiestrategie 2050 sieht vor, den Strom aus der Kernkraft durch Solar-, Wasser- und Windkraft zu ersetzen. Damit wird künftig im Sommer viel mehr Strom produziert als verbraucht. Im Winter hingegen, wenn der Energiebedarf grösser ist, muss die Schweiz Strom importieren. Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie, um überschüssigen erneuerbaren Strom saisonal zu speichern.  

Erklärvideo zur Power-to-Gas-Anlage der Limeco.

Mittwoch, 9. März 2022

Vermarktungsmodelle für Solarstrom

Sonnenenergie soll zusammen mit der Wasserkraft zur tragenden Säule der Schweizer Stromversorgung werden. Bis ins Jahr 2050 soll die Produktion auf knapp 34 TWh pro Jahr gesteigert werden. Dafür braucht es allerdings noch einen grossen Zubau an PV-Anlagen. Der Bund will das einerseits mit Förderung erreichen, andererseits sollen Vermarktungsmodelle zusätzliche Anreize schaffen. Die vom Bundesamt für Energie (BFE) kürzlich veröffentlichte Studie «Vermarktungsmodelle für Solarstrom» zeigt auf, was heute möglich ist und welche neuen Modelle es in Zukunft geben könnte.

Heute wird der Strom aus Photovoltaik-Anlagen grösstenteils an den lokalen Verteilnetzbetreiber verkauft, der dafür eine Abnahmevergütung bezahlen muss. Manchmal kauft der Verteilnetzbetreiber zusätzlich zum eigentlichen Strom auch den Herkunftsnachweis, der bescheinigt, dass es sich um lokalen Solarstrom handelt. Ist dies der Fall, kann der Netzbetreiber den Solarstrom als solchen an seine Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung weiterverkaufen, in der Form eines Solaranteils im gelieferten Stromprodukt. Alternativ können Produzenten den Herkunftsnachweis auch an einen Dritten verkaufen, beispielsweise über eine Ökostrombörse.

Im Ausland haben sich weitere Modelle etabliert. Vor allem bei grösseren Anlagen wird der Strom oft über sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPAs) zu langfristig fixierten Preisen direkt an grosse Endverbraucher verkauft. Damit unterstützen Unternehmen den Ausbau der erneuerbaren Energien und schützen sich gleichzeitig vor steigenden Strompreisen. Auch in der Schweiz kommt dieses Modell bereits vereinzelt vor. So hat sich Denner beispielsweise verpflichtet, den Strom aus der Solaranlage an der Muttsee-Staumauer während den nächsten 20 Jahren zu beziehen.

Die verschiedenen Vermarktungsmodelle auf einen Blick:

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(Quelle: «Vermarktungsmodelle für Solarstrom», EBP 2021)

Neben grösseren Unternehmen können im Ausland auch Haushalte und KMU den Solarstrom direkt aus Anlagen ihrer Wahl beziehen. In der Regel erfolgt dies über Plattformen, auf denen mit wenigen Klicks zum entsprechenden Angebot gewechselt wird. In der Schweiz ist dies noch nicht möglich, da kleine Endverbraucher/innen ihren Anbieter nicht wechseln dürfen. Dafür wäre die Öffnung des Strommarktes nötig. Die notwendige Gesetzesanpassung wird derzeit im Parlament beraten.

In einem Pilotprojekt in Walenstadt SG wurde das Modell eines lokalen Strommarktes getestet. Fast 40 Parteien machten mit, die meisten davon als «Prosumer» (Produzent + Konsument) mit eigener Solaranlage, rund 10 davon als reine Konsument/innen. Weiter gab es eine reine Produktionsanlage sowie acht Stromspeicher. Die Vermarktung erfolgte über eine digitale Handelsplattform, die der Energieversorger bereitstellte. Das Pilotprojekt hat aufgezeigt, dass ein solcher lokaler Strommarkt technisch machbar ist und sich die Nutzerinnen und Nutzer stark engagieren. Es wurde aber auch deutlich, dass eine definitive Umsetzung mit den heutigen regulatorischen Rahmenbedingungen ohne vollständige Strommarktöffnung nicht möglich ist.

Heutige Marktsituation: Heute werden in der Schweiz vor allem kleine bis mittelgrosse PV-Anlagen erstellt. Der Strom wird grösstenteils vor Ort genutzt, der Überschuss ins Netz eingespeist. Die Investoren (häufig private Hauseigentümer/innen) erhalten Förderbeiträge, zudem bezahlen sie für den Eigenverbrauch keine Abgaben und Netzgebühren. So können die Anlagen meist wirtschaftlich betrieben werden. PV-Anlagen, die keinen oder nur einen kleinen Eigenverbrauch aufweisen, können oftmals nur dann wirtschaftlich betrieben werden, wenn ein Abnehmer bereit ist, mehr für den Solarstrom zu bezahlen.

Beat Goldstein, Fachspezialist Marktregulierung, Bundesamt für Energie

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Donnerstag, 15. Juli 2021

Pensionskasse der Stadt neu Partnerin des kt. EW

Die Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH) investiert gemäss einer Medienmitteilung in erneuerbare Energien und wird Partner von EKZ für das neu erbaute Solarkraftwerk «Algibicos» in Südspanien. 49,5 Prozent beträgt die Beteiligung der PKZH. Für die PKZH stellen Anlagen im Bereich erneuerbare Energie ein wichtiges Element der Nachhaltigkeitsstrategie dar mit langfristigen, stabilen Rückflüssen.
 
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«Mit der PKZH haben wir einen langfristigen und uns gut ergänzenden Partner für unser Solarkraftwerk gefunden. Wir freuen uns auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit», so Stefan Aebi, Projektleiter bei EKZ. Und Oliver Grimm (Vermögensanlagen – Abteilungsleiter Mandate) von der PKZH betont: «Wir sind stolz darauf, mit unserer Investition in erneuerbare Energien unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten und stabile Einkünfte zur Finanzierung der Renten zu generieren.»

Diese grosse Freiflächen-Solaranlage von EKZ befindet sich in der Nähe der Stadt Murcia (siehe Bild oben). Das Gebiet von Murcia zählt mit über 300 Schönwettertagen zu den sonnenreichsten Gegenden in ganz Europa. Die Solarpanels sind beweglich und fahren tagsüber dem Sonnenstand nach, womit die Produktion gesteigert wird. Die belegte Solarfläche beträgt 85 Hektar, was circa 85 Fussballfeldern entspricht. Pro Jahr werden über 90 GWh Strom produziert, was jährlichen Verbrauch von mehr als 20'000 Haushalten deckt.

Investition in eine erneuerbare Energiezukunft: EKZ leistet mit dem Ausbau an erneuerbarer Energie in der Schweiz und im Ausland einen Beitrag für eine CO2-freie Energiezukunft. Solarenergie ist in wenigen Jahren ohne Subventionen rentabel geworden. Grosse Freiflächen-Solaranlagen sind in der Schweiz kaum realisierbar. Die niedrigen Produktionskosten neuer Photovoltaik-Anlagen und der sonnenreiche Standort in Spanien ermöglichen einen gewinnbringenden Betrieb – ohne staatliche Einspeisevergütungen. Der Bau von grossen Freiflächen-Solaranlagen ist eine wirtschaftlich interessante Investition, welche es EKZ ermöglicht, die Kunden von EKZ günstig mit Energie zu versorgen.

Für die PKZH führen die Infrastrukturanlagen nach eigenen Angaben zu stabilen Einkünften über die Zeit und tragen damit zur Finanzierung der Ansprüche ihrer Versicherten bei. Zudem sind für die PKZH Infrastrukturanlagen im Segment der erneuerbaren Energien Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie – die Interessen und Zielsetzungen der PKZH und EKZ sind hier deckungsgleich, weshalb der Partnerschaft eine hohe strategische Bedeutung beigemessen wird.


Weitere Auskünfte
Pensionskasse Stadt Zürich, Nadine Bozzolo, Kommunikation

Tel. 044 412 52 32, E-Mail nadine.bozzolo@pkzh.ch

Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, Medienstelle
Tel. 058 359 52 55, E-Mail medienstelle@ekz.ch


Über Pensionskasse Stadt Zürich
Die PKZH wurde 1913 gegründet und ist seit 2003 eine selbstständige Stiftung. Sie versichert das Personal der Stadtverwaltung Zürich und die Mitarbeitenden von rund 160 Angeschlossenen Unternehmen. Mit über 36'000 Versicherten und 19'300 Pensionsberechtigten zählt die PKZH zu den führenden Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule in der Schweiz. Sie verwaltet mehr als CHF 20 Milliarden und zählt zu den am besten kapitalisierten Pensionskassen der Schweiz. Die PKZH ist in der Lage, ihren Versicherten Leistungen zu bieten, die das gesetzlich vorgesehene Minimum teils deutlich übertreffen.


Über EKZ
EKZ ist einer der grössten Energiedienstleister der Schweiz und versorgt rund eine Million Menschen mit Strom – zuverlässig, ökologisch und günstig. Die rund 1300 Mitarbeitenden der EKZ-Gruppe setzen sich für eine nachhaltige Energiezukunft ein: mit Produkten aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen, dem konsequenten Ausbau von Wind-, Wasser- und Solarenergie sowie smarten Technologien. EKZ plant, baut und unterhält ein rund 15 000 Kilometer langes und mit 99.998 Prozent überdurchschnittlich verfügbares Stromnetz. Zu den Kunden von EKZ zählen Private, Unternehmen und andere Schweizer Energieversorger. Als einer der grössten Ausbildner im Kanton Zürich bildet EKZ rund 140 Fachkräfte in neun Lehrberufen aus.

Samstag, 7. Juli 2018

Tübingen überall !

Die süddeutsche Universitätsstadt Tübingen führt eine Solarpflicht ein - Tübingen will mit seinen neuen Vorschriften, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am Erreichen der Klimaschutzziele beteiligen. Ein Kommentar des Energiepublizisten Franz Alt zu einem Vorgang, der so auch in der Schweiz stattfinden könnte / sollte...

Nicht dutzendemal, sondern hundertemal wurde ich in den letzten Jahrzehnten gefragt: „Warum werden bei Neubauten Solaranlagen nicht vorgeschrieben?“ Ja warum wohl? Ein grüner Bürgermeister in Kassel hat es mal mit einer solchen Vorschrift versucht. Er wurde von seiner hessischen Landesregierung ausgebremst mit der Begründung, eine solche Vorschrift sei „Ökodiktatur“.
 
In Bayern gibt es meines Wissens zwei kleine Kommunen, die solche sinnvollen Vorschriften für Neubaugebiete mit Erfolg erlassen haben. Jetzt aber ist Tübingen die erste größere deutsche Stadt, die mit ihrem grünen Oberbürgermeist Boris Palmer und der Mehrheit des Stadtrats beschlossen hat: Neubauten werden nur noch zusammen mit Solarstromanlagen genehmigt. Architekten müssen also endlich lernen, wo Süden ist. Die bisherigen Ausreden der Kommunalpolitiker: Die Bauordnung lässt eine solche Vorschrift nicht zu, Denkmalschutz verbiete PV-Anlagen, Solarstrom sei zu teuer, eine PV-Vorschrift wäre „Ökodiktatur“ oder ähnlicher Unsinn. In Deutschland ist noch immer kein Argument zu doof, um nicht gegen die Energiewende ins Feld geführt zu werden.

Photovoltaik-Anlagen rechnen sich, seit es in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 gibt. Viele Hausbesitzer und Energiegenossenschaften haben sogar ordentliches Geld damit verdient oder gespart. Tübingen will mit seinen neuen Vorschriften, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am Erreichen der Klimaschutzziele beteiligen. Was das Problem von allen ist, muss auch von allen gelöst werden. Die Stadt am Neckar hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2022 um ein Viertel zu senken – gemessen an 2014.

Windräder können in Städten nur in begrenzter Zahl aufgestellt werden, Wasserkraft ist in Tübingen ausgeschöpft und auch Bioenergie natürlich begrenzt. Also bleiben die Dächer und Fassaden für Solaranlagen. Hier liegt das größte bisher ungenutzte Potential. Die Sonne scheint auf jedes Dach, kostenlos, umweltfreundlich und nahezu für alle Zeit. Aber der Preis für die Anlagen? Es ist ein nahezu unausrottbares Vorurteil der Ignoranten, dass Solarstrom zu teuer sei.

Preiswerte Sonnenenergie: Dabei ist in den meisten Ländern der Welt die Sonnenenergie bereits die preiswerteste Energiequelle und wird immer billiger. Eben weil die Sonne keine Rechnung schickt. Und sie hat so gut wie keine Folgekosten im Gegensatz zur alten, fossil-atomaren Energieversorgung. Die Stadtwerke Tübingen machen Hausbesitzern, die selbst nicht investieren wollen, ein Angebot: Die Dachflächen Anderen zur Verfügung zu stellen. Pachtmodelle sollen ermöglicht werden.  

Die Stadtwerke Tübingen bieten auch an, die Anlagen selbst zu finanzieren und zu warten. Ein gutes Geschäft. Oberbürgermeister Palmer rechnet damit, dass seine Bürger mitmachen – schon des Preisvorteils wegen. Das  Benutzen eines Elektroautos mit selbst erzeugtem Solarstrom macht den Ökostrom noch preiswerter. Er kostet höchstens ein Drittel dessen, was die Autofahrer bisher an der Tankstelle bezahlt haben.

Tübingen sollte jetzt überall werden. Es gibt keine Ausreden mehr - Anmerkung Solarmedia: So auch in der Schweiz!
  • taz "Photovoltaikpflicht in Tübingen - Sonne darf nicht mehr nur so scheinen"
  • Boris Palmer zur neuen Photovoltaik-Pflicht in Tübingen | Interview: Die Stadt will nur dann zum Bau einer Solaranlage verpflichten, wenn es sich für Bauherren oder Mieter wirtschaftlich rechnet. Nach Ansicht des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) ist das in den meisten Fällen so, gerade wenn der Solarstrom vom Dach selbst verbraucht wird. Dadurch, dass die Pflicht für Neubauten zur Photovoltaik-Nutzung in Grundstückskaufverträgen und städtebaulichen Verträgen festgeschrieben wird, erwartet Palmer, dass sie nicht wie in Marburg vor acht Jahren geschehen, vor Gericht scheitern wird.

Freitag, 9. August 2013

Solare Revolution frisst ihre Kinder

Solarworld ist gerettet – zumindest vorläufig. Die Art und Weise der Rettung und ihr Preis sind aber eher ein Symbol der Krise als ein Zeichen der Hoffnung auf Zukunft in der deutschen Solarbranche. Und was ist die Ursache der Krise? Ein Kommentar von Franz Alt. 
 
In der öffentlichen und veröffentlichten Wahrnehmung dieser Tage sind meist die „chinesischen Billighersteller“ schuld  am Sonnenuntergang der deutschen Branche. Conergy, Solon oder Q-Cells liegen in Trümmern, Solarworld steht noch immer am Abgrund. Weltkonzerne wie Siemens und Bosch sind aus dem Solargeschäft ausgestiegen. 

Wer aber ist wirklich schuld daran, dass Deutschland grüne Revolution ins Straucheln geriet? Der dramatische Absturz der meist einst von der ganzen Welt bewunderten Branche in Deutschland ist primär hausgemacht. Er ist einer falschen Politik der Bundesregierung geschuldet. Es ist vor allem politisches Versagen, dass die Zahl der Arbeitsplätze von etwa 120.000 innerhalb von 18 Monaten auf 88.000 gesunken ist.

Die Insolvenz-Welle begann Anfang 2012 als die schwarz-gelbe Bundesregierung beim Kürzen der PV-Einspeise-Vergütung Augenmaß mit Kahlschlag verwechselte – vor allem der FDP-Teil dieser Koalition und der CDU-Wirtschaftsflügel. Die Solarbranche hat über zwölf Jahre damit rechnen können, dass die Einspeise-Vergütung  pro Jahr um fünf Prozent zurückgefahren wird. Daraus wurden aber im letzten Jahr überhastet bis zu 50%. Auch keine andere Branche hätte diese Brutalität überstehen können. Und Peter Altmaier hat 2013 mit seinem Gerede über die Strompreis-Bremse das Desaster noch verstärkt.

Auch diese Bundesregierung sonnte sich lange im Erfolg der deutschen Solarbranche und warb mit dem Versprechen auf viele neue Arbeitsplätze für die Energiewende. Mit der jetzigen Politik aber frisst die solare Revolution ihre Kinder. Es ist geradezu tragikomisch, dass ausgerechnet Wirtschaftminister Rösler sich an die Spitze derer geschwungen hat, welche die wichtigste Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts abgemurkst und über 30.000 Arbeitsplätze vernichtet haben. Zudem haben wir noch einen Umweltminister, der sich rühmt, den Zubau von Solarmodulen 2013 gegenüber 2012 halbiert zu haben.

Es ist ganz offensichtlich: Die Bürgerinnen und Bürger wollen die Energiewende, aber die derzeitige Bundesregierung verstolpert sie, obwohl sie diese Wende gleichzeitig propagiert. Deutschland wurde dank des EEG Solarweltmeister. Nicht „chinesische Billigware“, sondern eine katastrophale Politik in Berlin hat den Erfolg der deutschen Technik jetzt kaputt gemacht.

Die Solarbranche ist weltweit nicht am Ende, sondern erst am Anfang. Der Strom vom Hausdach ist bereits in vielen Ländern billiger als der alte fossil-atomare Stoff. Das ist ein Geschenk Deutschlands an die Welt, vor allem an die Menschen in den sonnreichen Ländern der Dritten Welt. Dieses EEG hat die effizienteste Entwicklungspolitik zustande gebracht. Anstatt mit diesem Pfund zu wuchern und die Chancen der solaren Weltrevolution zu propagieren und zu nutzen, machen Regierungspolitiker diesen Erfolg madig. An der solaren Weltrevolution führt kein Weg vorbei.

Wenn „Made in Germany“ dabei zu den Gewinnern zählen will, dann brauchen wir eine intelligentere Politik und intelligentere Politiker. Die sitzen aber zurzeit eher in Peking als in Berlin.

Quelle:  sonnenseite.com

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Mittwoch, 16. Januar 2013

Stadt Luzern voll erneuerbar

Seit Anfang 2013 bezieht die Stadt für alle ihre Verbrauchsstellen ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien (Wasser, Sonne, Wind und Biomasse). Die Stadt leistet damit - wie die Verwaltung selber schreibt - einen Beitrag zur Umsetzung der städtischen Energie- und Klimastrategie.


Die Stromversorgungsunternehmen auf dem Stadtgebiet haben den Konsumenten im letzten Jahr die Wahl zwischen neuen Stromprodukten aus erneuerbaren Energiequellen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Qualität ermöglicht. Der Stadtrat hat beschlossen, für die städtischen Gebäude, technischen Anlagen und die öffentliche Beleuchtung ab dem 1. Januar 2013 nur noch Strom zu beziehen, der nach den Labels naturmade basic oder naturmade star zertifiziert ist.

„Damit gehen wir einen weiteren Schritt in der Zielrichtung der städtischen Energie- und Klimastrategie, der die Stimmberechtigten am 27. November 2011 mit deutlichem Mehr zugestimmt haben“, bestätigt Stadtrat Adrian Borgula, Direktor Umwelt, Verkehr, Sicherheit. Gleichzeitig werden die Forderungen zweier parlamentarischer Vorstösse erfüllt, welche die Deckung des städtischen Strombedarfs konsequent mit Strom aus erneuerbaren Energien verlangen. 


Der Stadtrat legt nun dem Parlament einen entsprechenden Bericht und Antrag vor. Die Mehrkosten der Stadt für den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien gegenüber den Kosten von Graustrom, der vorwiegend aus Kernkraftwerken gewonnen wird, werden sich jährlich auf zirka 160‘000 Franken belaufen. Der Stadtrat geht davon aus, die Mehrkosten längerfristig kompensieren zu können, dies mit Energiesparmassnahmen im städtischen Gebäudepark und bei der öffentlichen Beleuchtung. 

Quelle Text und Bild: Stadt Luzern

Freitag, 28. Dezember 2012

A: Klimaregionen wirken positiv

Eine neue Studie attestiert Österreichs Klimaregionen positive Wirtschaftseffekte. Die mittlerweile 83 in Österreich existierenden Klima- und Energiemodellregionen haben demnach langfristig positive Effekte auf die Wirtschaft. Investitionen und Maßnahmen in Energieeffizienz führen teilweise zu beträchtlichen Betriebskosteneinsparungen und wirken sich günstig auf Bruttoinlandsprodukt sowie Beschäftigung aus.


Diese positiven Auswirkungen gehen hervor aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO). Diskutiert wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Pressegesprächs des Klima- und Energiefonds mit internationalen Experten. Dass der Anteil erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren gesteigert werden muss, um die groß proklamierte Energiewende zu schaffen, ist gesellschaftlicher Konsens. Trotzdem wird es in wenigen Jahrzehnten zu einer "Klima-Krise" kommen, so die pessimistische Prognose von Jorgen Randers in seinem neuesten Buch "2052", Zukunftsforscher an der Norwegian Business School

"Die Gesellschaft wird künftig dazu gezwungen sein, die Investitionen in erneuerbare Energien massiv zu erhöhen. Im Moment scheinen die Kosten hoch, doch langfristig zahlt es sich aus. Nur an das Hier und Jetzt zu denken und deshalb die billigsten Lösungen zu präferieren, ist zu kurzsichtig", erklärt Randers gegenüber pressetext. Mit gutem Beispiel gehen die österreichischen Klima- und Energiemodellregionen voran. Mit Hilfe des staatlichen Klima- und Energiefonds stellen die daran beteiligten 873 Gemeinden mit rund zwei Mio. Menschen die Weichen in Richtung Energieautarkie. Seit 2009 hat der Fonds die Regionen mit insgesamt 17 Mio. Euro unterstützt.

Die Folgen sind eine höhere regionale Wertschöpfung, die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und ein verstärkter Eigenversorgungsgrad. "Es ist gut zu sehen, dass die Maßnahmen in unseren Modellregionen greifen werden. Für uns bedeutet das, nun vor allem die nationale und internationale Vernetzung zu fördern. Nur durch raschen Know-how-Transfer können Maßnahmen schnell greifen und Erfolgsmodelle großflächig umgesetzt werden", sagt Klimafonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

Ein weiterer Vorreiter in Sachen Energieautarkie ist die dänische Insel Thy. Die Stadtverwaltung und die Gemeinden nutzen zu 100 Prozent erneuerbare Energien zur Deckung ihres Strombedarfs. Der Heizbearf der Kommune Thisted wird mit mindestens 80 Prozent erneuerbaren Energien gedeckt. Preben Maegaar, Direktor des Nordic Folkecenter für Erneuerbare Energie, hat das Erfolgsgeheimnis der rund 46.000 Einwohner zählenden Region näher erläutert. Für ihn sind drei Hauptfaktoren ausschlaggebend: "Die Bevölkerung ist in den Prozess involviert, die Energieversorgung findet dezentral statt und lokale Unternehmen sind maßgeblich an der Umsetzung und der Wertschöpfung beteiligt", so Maegaar gegenüber pressetext.

Der Däne betont, dass die Akzeptanz der Menschen vermutlich nicht ausreichend wäre, wenn von der Forcierung erneuerbarer Energien auf Thy ausschließlich große Multis profitieren würden. "Green Economys gehört die Zukunft. Sie werden in der Lage sein, Krisen viel besser zu bewältigen als Volkswirtschaften, die weiterhin auf fossile Brennstoffe und Atomenergie setzen", schließt Maegaar.

Quelle: pressetext 2012

Freitag, 5. Oktober 2012

Vorbild für regionale Unabhängigkeit

Einstein vom 04.10.2012

Ein ganzes Tal versorgt sich mit eigener Energie: Vor fünf Jahren galt diese Vision noch als Utopie, heute wird sie im Goms Schritt für Schritt Realität. Die Skepsis ist verschwunden, die Gommer stehen hinter der Idee.

Quelle: Einstein SF 4. Oktober 2012

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Sonntag, 9. September 2012

Menschen einbeziehen

 
netzwerk tv hat Klaus Töpfer, den früheren Leiter des UN-Umweltprogramms, zum Stand der Energiewende und der Rolle der kommunalen Energieversorger und der Thüga (einem deutschen Kommunalstromversorger) befragt. Zunächst: Wie reagieren die ehemaligen Kommissionsmitglieder auf die kritischen Stimmen in der Debatte zur Energiewende?

Quelle: netzwerk.tv / youtube

Sonntag, 2. September 2012

BürgerInnen für Energiewende

Erneuerbare Energien schaffen mehr Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an Energieerzeugung. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist in Zukunft nicht mehr nur den großen Energiekonzernen vorbehalten – auch Bürger und Kommunen können von der Energiewende profitieren. Das deutsche Bundesland Thüringen zeigt exemplarisch, wie Regionen die Energiewende bewältigen können.

„Die Energiewende bietet erstmals überhaupt die Möglichkeit, dass sich die Verbraucher selbst im Bereich der Energieerzeugung engagieren“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig anlässlich der Vorstellung einer Broschüre der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA), die über geeignete Beteiligungsformen informiert. Ein solches Engagement sei häufig auch schon mit geringen Geldbeträgen möglich. „Bürgerenergieanlagen sorgen für eine Senkung von Energiekosten und erhöhen die Akzeptanz für die erneuerbaren Energien vor Ort “, sagte Machnig.

Bei Ausbau und Förderung der erneuerbaren Energien engagieren sich die Bundesländer im Osten und Süden von Deutschland am stärksten. Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg tun am meisten für die Umstellung von Strom- und Wärme-Versorgung auf Öko-Energien, geht aus einer Rangliste des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor - Grafik vergrössern mit Klick aufs Bild!







Schon heute wird mehr als die Hälfte der bundesweit installierten Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – insgesamt rund 27.000 Megawatt (Stand: Oktober 2011) – von Privatpersonen oder von Landwirten erzeugt. „Der Zubau der erneuerbaren Energien geht also schon heute maßgeblich auf privates Engagement zurück“, sagte Machnig. „Das zeigt: Viele Bürger haben die Chance, die sich aus der Dezentralität der erneuerbaren Energien ergeben, erkannt und nutzen sie.“ Aus seiner Sicht werde diese Form des Bürgerengagements auch in Thüringen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Ziels leisten, den Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch bis 2020 auf 30 Prozent erhöhen.

Die wichtigste Beteiligungsform ist in diesem Zusammenhang das Genossenschaftsmodell, bei dem schon mit einem geringen Beitrag in Höhe von z.B. 50 Euro Anteile erworben werden können und jedes Mitglied, unabhängig von der Höhe der Einlage, eine Stimme besitzt. Die Zahl der Energiegenossenschaft hat sich bundesweit innerhalb der letzten Dekade verzehnfacht und liegt aktuell bei 586 – dabei hat es vor allem in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg gegeben (2008: 144 Anlagen, 2009: 247, 2010: 392, 2011: 586).
  • Rund 60 Prozent der dieser Form der Bürgerenergieanlagen haben das vorrangige Ziel, Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren; der Rest entfällt auf die Kraft-Wärme-Kopplung und Mischformen, die auch den Vertrieb umfassen.
  • Bei den Erzeugungsarten dominiert die Solarstromerzeugung mit 43 Prozent, gefolgt von Bioenergie, Wind- und Wasserkraft mit jeweils knapp 19 Prozent.
  • Die meisten Energiegenossenschaften finden sich in Bayern (151), Baden-Württemberg (107) und Niedersachsen (102). In Thüringen gibt es derzeit 33 Energiegenossenschaften.
Die ThEGA-Broschüre („Energie von Bürgern für Bürger. Wie Bürger und Kommunen von der Energiewende profitieren“) informiert über diese und weitere Formen der direkten und indirekten Beteiligung von Bürgern an regenerativen Energieprojekten, über Finanzierungsarten und den Beitrag von Kommunen zur Gründung von Bürgerenergieanlagen. „Die erneuerbaren Energien haben einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglichen überschaubare, finanzierbare Energieprojekte, die von Bürgern vor Ort genutzt und gestaltet werden können“, so der Minister. Deshalb sei es besonders wichtig, interessierte Bürger zu informieren und so die Energiewende voranzubringen.

Quelle: Sonnenseite / Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie 2012

Donnerstag, 2. August 2012

Ortsspeicher entlasten Netz

Der schweizerisch-deutsche Batterienproduzent Leclanché liefert ein Lithium-Ionen Speichersystem an die Industriellen Werke Basel (IWB) - und zwar eine industrielle Speicheranlage mit einer Kapazität von 25 Kilowattstunden (kWh). Die IBC SOLAR AG und die SWN Stadtwerke Neustadt GmbH realisieren im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals die Einbindung eines Solarstromspeichers in ein deutsches Ortsnetz (siehe Bild). Lokale Speichersysteme könnten der breiten Anwendung der Solarenergie zum Durchbruch verhelfen.

Leclanché, Spezialist für grossformatige Lithium-Ionen-Zellen und Speicherlösungen, liefert an die Industriellen Werke Basel (IWB) einen industriellen Stromspeicher mit einer Gesamtkapazität von 25 kWh. Die von den IWB projektierte Installation ist Teil einer Machbarkeitsstudie, die die Vorteile von dezentralen Energiespeichern für den Netzbetrieb untersuchen soll. Der Betrieb von Energiespeichern optimiert die Stromabgabe und -aufnahme vor Ort und erhöht dank der grösseren Flexibilität die Effizienz des Stromnetzes. Das System eignet sich vor allem für den Ausgleich der von den Photovoltaik-Anlagen gelieferten Energie und des zeitlich verschobenen Verbrauchs.

Das Steuerungssystem und die Projektentwicklung liefert das auf dezentrale Speicherlösungen spezialisierte Züricher Start-Up- Unternehmen Ampard. Die Inbetriebnahme ist für das 4. Quartal 2012 geplant. „Einspeiseschwankungen führen die bestehenden Netze oft an ihre Belastungsgrenzen. Unsere Speicherlösung, die sich durch ihren patentierten keramischen Separator und bis zu 15.000 volle Be- und Entladezyklen auszeichnet, greift genau an dieser Stelle ein und sorgt für eine sichere Zwischenspeicherung der überschüssigen Energie und entlastet damit das Netz“, sagt Dr. Ulrich Ehmes, CEO von Leclanché. „Dieser Auftrag ist ein typisches Beispiel für Projekte, die wir gerade bearbeiten. Er reflektiert die steigende Nachfrage nach industriellen Speicherlösungen.“

Die IBC SOLAR AG und die SWN Stadtwerke Neustadt GmbH realisieren im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals die Einbindung eines Solarstromspeichers in ein deutsches Ortsnetz. Produzieren Photovoltaik-Anlagen im Ortsteil Fechheim mehr Strom als benötigt, wird dieser künftig in den Batterien zwischengespeichert und zeitversetzt in das Stromnetz eingespeist. Der Solarpionier und die Stadtwerke Neustadt wollen damit das Niederspannungsnetz stabilisieren und einen weiteren Netzausbau vor Ort verhindern. Solche Investitionsentlastungen sind ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, denn sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien.

Durch den stetigen Ausbau der erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Biomasse sind die Städte und Gemeinden gemäss IBC Solar mit einer zunehmenden Überlastung ihrer lokalen Stromnetze konfrontiert. Auch im Ortsnetz der SWN wird zeitweise mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als die Einwohner verbrauchen können. Um die Rückführung des überschüssigen Stroms in die Übertragungsnetze zu minimieren und den weiteren Netzausbau zu verhindern, wird im Rahmen des Pilotprojekts eine Batterielösung von IBC SOLAR im Ortsnetz von Fechheim installiert. Mit einer Kapazität von über 200 Kilowattstunden (kWh) kann sie als Ortsspeicher den in Spitzenzeiten produzierten Solarstrom speichern und somit die Niederspannungsleitung und den Mittelspannungstrafo entlasten.

„Nach fast zwei Jahren Planung und Entwicklung freuen wir uns, die Theorie endlich in die Praxis umsetzen zu können. Der Ortsspeicher hilft den Stadtwerken, zukünftig ihren überschüssigen Sonnenstrom zu speichern und damit Stromspitzen zu verhindern“, sagt Marco Siller, Leiter Produktmanagement bei der IBC SOLAR AG. Sobald die Stromproduktion im öffentlichen Stromnetz von Fechheim einen definierten Schwellenwert erreicht, fließt die von den örtlichen Photovoltaik-Anlagen produzierte Energie in den Zwischenspeicher. Vor allem mittags und in den Sommermonaten trägt der Speicher damit zu einer Stabilisierung des Niederspannungsnetzes bei. Fällt die verfügbare Energie unter den Schwellenwert, wird der Speicherstrom wieder dem Netz zugeführt. Dies geschieht vor allem abends und in den Morgenstunden, wenn viele elektrische Verbraucher in den Haushalten Strom benötigen. Der rein rechnerische ermittelte Schwellenwert wird im Pilotprojekt bewertet und bei Bedarf für zukünftige Anwendungen angepasst.

Der Ortsspeicher von IBC SOLAR soll plangemäß in nur einer Woche installiert und in Betrieb genommen werden. Aufwendige Umbauten in der Netzinfrastruktur sind dabei nicht erforderlich. „Als Solarpionier versuchen wir, Trends frühzeitig zu erkennen. So sind wir schon vor mehr als zwei Jahren zu dem Entschluss gekommen, dass ein Netzausbau auf Hochspannungsebene allein nicht der richtige Weg ist, um die erneuerbaren Energien einzubinden und die Energiewende beziehungsweise die angestrebte Reduzierung des umweltschädlichen CO2 zu erreichen“, erklärt Marco Siller weiter.

Zusammen mit seinem Projektpartner SWN denkt IBC SOLAR auch hier wieder einen Schritt weiter: In Zukunft könnten viele dieser Stromspeicher virtuell und intelligent miteinander vernetzt werden. Im Verbund mit anderen dezentralen Stromerzeugungseinheiten bilden sie ein sogenanntes virtuelles Kraftwerk. Dadurch wird nicht nur das Stromnetz in sonnenarmen Perioden unterstützt, sondern auch der Bau eines Spitzenlastkraftwerks verhindert.

Quellen: Leclanché / IBC Solar