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Donnerstag, 17. April 2025

Starter-Workshops für Solargenossenschaften

Im Rahmen des Projektes “SolEctif.ch - Solargenossenschaften starten durch” werden auch 2025 wieder zwei Workshops stattfinden. Inhaltlich orientieren sich die beiden Veranstaltungen vom 24. Mai 2025 in Olten  am SolEctif-Handbuch “Wie gründen und führen wir eine Solargenossenschaft” und richtet sich an Personen, welche sich gerne vertieft über den Gründungsprozess, das Tagesgeschäft, sowie die Planung und der Bau von neuen Anlagen informieren möchten. Erfahrene Genossenschaftsmitglieder geben zudem Auskunft über ihre Herausforderungen und Best-Practices. 

  • 09:30-12:00 Wie gründen wir eine Genossenschaft?

  • 13:30-16:30 Wie bauen wir unsere erste Anlage?

Interessierte finden alle Informationen sowie den Anmeldetalon hier. Der Anlass ist für SSES- und VESE-Mitglieder kostenlos!

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Freitag, 4. Oktober 2024

PV-Vergütungen sinken

PV-Fassaden-/Balkonanlage in Zürich-Höngg
Bild: Guntram Rehsche 2024

Nach rekordhohen Vergütungen im laufenden Jahr zeigt eine Umfrage von VESE  (s.u.) bei den grössten Verteilnetzbetreibern eine signifikante Absenkung der Vergütungen für eingespeisten Solarstrom auf Anfang 2025. Dies ist eine Folge  der gesunkenen Beschaffungskosten für Strom. 

Bisher konnte VESE nur die Abnahmevergütungen von knapp der Hälfte der 30 grössten Schweizer Verteilnetzbetreiber in Erfahrung bringen. Dieses Bild zeigt durchschnittliche Senkungen der Vergütungen um rund 25%. Es gibt darunter aber auch vereinzelte Erhöhungen, beispielsweise die BKW mit einem höherem HKN Abnahmepreis, und bei ewb im Rahmen von immer noch steigenden Energiepreisen für ihre Kunden.

Auslöser dafür, dass viele Netzbetreiber betreffend den Vergütungen für 2025 noch nicht Farbe bekennen wollen, ist, dass sie noch abwarten, welche Verordnungen im November vom Bundesrat nach der Annahme des Mantelerlasses nun effektiv in Kraft gesetzt werden. Allerdings sollen gemäss einer Mitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) die neuen Bestimmungen zur Abnahmevergütung voraussichtlich erst auf Anfang 2026 in Kraft gesetzt werden. Das sorgt bei den Verteilnetzbetreibern entsprechend für Unsicherheit. Deshalb ist es für VESE zur Zeit nicht möglich, einen genauen Wert der Vergütungen 2025 zu ermitteln.

Eine merkliche Senkung ist aber insgesamt zu erwarten, nachdem sich die Lage am Europäischen Elektrizitätsmarkt entspannt hat. Die Preise für die Verbraucher für 2025, welche Ende August von der ElCom publiziert wurden, gingen deutlich zurück. Und weil die Mehrheit der Netzbetreiber die Vergütungen den Verbraucherpreisen für Energie in etwa nachführen, muss mit diesem Rückgang gerechnet werden.

Falls sich diese Tendenz fortsetzt, wovon VESE ausgeht, kann somit für 2025 von einer mittleren Vergütung im Bereich von 11 bis 13 Rp/kWh ausgegangen werden. Trotz Rückgang wäre dies immer noch ein relativ hoher Wert im Vergleich der letzten 10 Jahre und befindet sich im Rahmen der von VESE empfohlenen 10 bis 12 Rp/kWh. Diese Vergütung, so sie langfristig stabil ausgerichtet wird, erlaubt den Produzenten eine befriedigende Amortisation ihrer Anlagen.

Grosse Verunsicherung in der Branche

Obwohl sich abzeichnet, dass sich die Vergütungen 2025 in einem vernünftigen Rahmen bewegen, beobachtet VESE die generelle Situation mit grosser Besorgnis.  Mit der Annahme des Mantelerlasses, welcher das Ziel von 35 TWh zusätzlicher erneuerbarer Stromproduktion bis im 2035 vorgibt, sollte Aufbruchstimmung herrschen. In der Branche ist aber das Gegenteil der Fall. Die Verunsicherung erinnert an die Situation nach der Abschaffung der KEV, die nicht nur zu einer massiven Abkühlung des Zubaus, sondern auch einem jahrelang anhaltenden Imageverlust der Solarenergie führte. Die Rückmeldungen an VESE sind geprägt von grosser Enttäuschung über die im Gesetz versprochene, aber nach wie vor fehlende Investitionssicherheit.

VESE weiss von einigen Solargenossenschaften und Investoren, welche fertig geplante, grosse PV-Projekte aufgrund der Verunsicherung sistiert haben. Dies ist sehr bedauerlich und hilft den Zielen des Mantelerlasses nicht. Die rekordhohen Installationszahlen der vergangenen drei Jahren verdecken zur Zeit noch die Sicht auf die Tatsache, dass es für eine gelungene Energiewende nach wie vor hohes Engagement braucht. Die aktuelle Ausrichtung auf den europäischen Spotmarktpreis und die hohe Gewichtung des Eigenverbrauchs könnten rasch zum Eigentor werden. VESE fordert deswegen sowohl den Bundesrat wie auch die Verteilnetzbetreiber auf, stabile, «an der Amortisation von Referenzanlagen» ausgerichtete Abnahmevergütungen zu gewährleisten. Einen entsprechenden Vorschlag, wie dies geschehen könnte, hat VESE in der Stellungnahme zu den Verordnungen des Mantelerlasses (ab S. 5) gemacht.

VESE, eine Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES, ist der Verband der unabhängigen Energieerzeuger und vertritt die Interessenten von Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Elektrizität ohne eigenes Verteilnetz. VESE setzt sich ein für eine Energiewende mit möglichst vielen Anlagen in Bürgerhand.

Quelle VSE

Montag, 10. Juni 2024

Das meint Solarbranche zum Abstimmungs-Erfolg

Die Zustimmung zum Stromgesetz liegt mit rund 70 Prozent nochmals um 10 Prozent höher als 2017 bei der Abstimmung zur Energiestrategie. Damit wird erneut bestätigt: Der Umbau unseres Energiesystems – weg von fossilen Energien, hin zu einer Elektrifizierung gestützt auf rein erneuerbare lokale Energiequellen – geniesst sehr breite Unterstützung in der Bevölkerung. Wesentlich dazu beigetragen hat der rasante Zuwachs der Solarstromproduktion in den letzten Jahren. Solarstrom deckt aktuell bereits mehr als 10 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Schweiz ab. Dies schafft Vertrauen in die Machbarkeit einer Energiewende mit einer hohen Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Kosten. 

Das von der Schweizer Stimmbevölkerung deutlich angenommene Stromgesetz schafft gemäss Fachverband Swissolar die Grundlagen für den notwendigen weiteren Zuwachs der Solarstromproduktion – primär auf Gebäuden und Infrastrukturen, ergänzt mit Anlagen mit hohem Winterertrag. So wird Solarenergie neben der Wasserkraft zum zweiten Standbein der Schweizer Energieversorgung. 

Zusätzliche Anreize für den Ausbau schaffen
insbesondere die Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) und die erweiterten Möglichkeiten zur Bildung von Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV). So wird es möglich, Solarstrom im Quartier zu verkaufen und Produktion und Verbrauch noch besser aufeinander abzustimmen, wodurch die Stromnetze geschont werden. Zudem werden die Verteilnetzbetreiber verpflichtet, höhere Anteile Strom aus einheimischen erneuerbaren Energien an ihre Kundschaft zu verkaufen. Auch für Anlagen ausserhalb von Gebäuden gibt es Verbesserungen: Es wird eine zusätzliche Förderung für Anlagen über Parkplätzen eingeführt, und Grossanlagen von nationaler Bedeutung mit einer erhöhten Winterproduktion können in einem vereinfachten Verfahren bewilligt werden. Letzteres ermöglicht es, Projekte in den Alpen weiterzuentwickeln, für welche die aktuell kurze Frist des «Solarexpress» nicht ausreicht.  
 
Von heute 10 Prozent auf 50 Prozent Solarstrom bis 2050: 2024 liefert Schweizer Solarstrom bereits 6 TWh Strom und somit 10 % des jährlichen Verbrauchs. Bis 2035 sollen neue erneuerbare Energien jährlich 35 TWh liefern. Der Grossteil davon wird Solarstrom sein. Laut Schätzungen von Swissolar dürfte Photovoltaik im Jahr 2050 45 TWh Jahresproduktion bereitstellen, was ca. 50 % des gesamten Verbrauchs decken dürfte.
 
Nun ist es wichtig, dass das neue Gesetz wie geplant zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft tritt. Ein längeres Zuwarten würde zu unnötigen Verunsicherungen im Markt führen. Swissolar sieht ausserdem in einigen Punkten der Verordnungsentwürfe noch Verbesserungsbedarf; dies betrifft insbesondere die Minimaltarife und die Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften. Die Details dazu finden sich in unserer Stellungnahme. Swissolar ist zuversichtlich, dass die aktuellen Mängel in den Verordnungen noch angepasst werden. Wenn nicht in der ersten Fassung, dann in einer folgenden Revision. Nur so wird es möglich sein, den für die Dekarbonisierung der Schweiz unter Beibehaltung einer hohen Versorgungssicherheit notwendigen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien zu gewährleisten.

Swissolar-Stellungnahme zu den Verordnungen zum Stromgesetz 

Quelle: Fachverband Swissolar

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Montag, 23. Mai 2022

Die andere Medienschau – oder: Grosser Aufbruch!

Die folgende Schlagzeile muss man sich als bekennender Solarstrom-Befürworter mal auf der Zunge zergehen lassen: «Wer nicht auf Solarstrom setzt, ist unterbelichtet». Noch spektakulärer wird das Ganze, wenn man die Herkunft ortet. Die Aussage stammt von SonntagsBlick-Chefredaktor Gieri Cavelty, erschienen in der Ausgabe von vergangenem Wochenende > siehe hier. Und untermalt – neben dem Editorial - von einem ausführlichen Artikel über den Stand der Solarwirtschaft in der Schweiz. Dort dann unter anderem zu lesen, dass die Schweiz ihren gesamten Energiebedarf kostengünstig mit Solarkraft decken könnte. Heizen, Warmwasser, Mobilität inbegriffen. Und für jene Tage im Spätwinter, da die Sonne spärlich scheint und die Pumpspeicherseen leer sind, gäbe es ja zusätzlich die Windräder.

Adressen: Vergrössern mit Klick !
Doch wie wäre ein solcher Weg zur einer Schweiz mit Wasser- und Solarstrom zu bewältigen? Da passte am vergangenen Wochenende ganz gut, dass der Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE eine Fachtagung in Olten abhielt – und auch einen Leitfaden präsentierte, dessen Titel für sich selber spricht: «Photovoltaik Selbstbau – Wir bauen unsere PV-Anlage selbst». Wer sich nicht ganz so weit vorwagen möchte, kann sich unterdessen an über 100 Solargenossenschaften in der Schweiz wenden. So gerät das Ziel, einen Beitrag an die Energiewende zu leisten, ganz sicher nicht vergessen. Dass man auf diesem Weg gesamtschweizerisch allerdings schon noch nicht so weit gegangen ist, untermalt die Tatsache, dass es in Deutschland ungefähr 8000 Enerigegenossenschaften gibt (neben Solar- vor allem auch Windgenossenschaften) und dass in eben diesem Land die Pro-Kopf-Kapazität verfügbarer Solaranlagen mehr als doppelt so hoch wie hierzulande ist.

An der VESE-Tagung trat mit Ruedi Steuri von SpiezSolargenossenschaft neben anderen auch ein engagierter Vertreter einer Institution auf, die den Weg von der ehrenamtlichen zur professionellen Organisation durchlebt und gelegentich auch durchleidet. Steuri’s Erfolgsrezept lautet unter anderem: Früh mit Bürgerbeteiligung beginnen, grosses Augenmerk richten auf die Verfügbarkeit von Dächern, die Digitalisierung wird immer wichtiger und den Nachwuchs als (grosses) Problem anerkennen. Illustriert wurde letzter Punkt durch die Tatsache, dass an der Tagung selbst die grau- und silbermelierten alten weissen Männer in deutlicher Überzahl vertreten waren. Dringend wäre schliesslich auch ein lokales und nationales Solaranlagen-Inventar. So oder so, die Eidgenossenschaft bietet doch eigentlich einen idealen Ausgangspunkt, um viele Solar-Genossenschaften zum Erblühen zu bringen.

Untermalt wird dieser Aufruf zum Selbstbau just an diesem Montag im Zürcher Tages-Anzeiger mit der Reportage über die Berner Nationalrätin Andrea Geissbühler, die in diesem Frühling selbst Hand anlegte und den Bau ihrer eigenen Solaranlage kräftig unterstützte. Die Frau gehört übrigens der Schweizerischen Volkspartei an – jener Partei, die bisher alles rund um die Energiestrategie und auch die CO2-Gesetzgebung vehement bekämpfte. Aber Geissbühler ist nicht allein, auch andernorts preschen nun plötzlich kantonale SVP-Vertreter hervor und setzen sich für Solaranlagen – etwa im Kanton Zürich.

Nüchterner beschreibt derweil der Tages-Anzeiger in der Ausgabe vom 21.Mai 2022 eine Bilanz nach fünf Jahren: Wo die Schweiz bei der Energiewende steht (für > Abonnenten siehe hier). Wie viel Energie produzieren hiesige Solaranlagen? Wie stark steigt der Stromverbrauch? Und wie steht es um die Versorgungssicherheit? Eine grosse Übersicht anhand von Daten, die leider nur in der gedruckten Zeitungsausgabe oder dann hinter der Online-Paywall einsehbar ist. So viel sei hier verraten: Derzeit ist die Energiewende entgegen anderslautender Behauptungen auf Kurs, vor allem auch der Ausbau der Solarenergie. Dazu heisst es unter anderem: « Seit 2000 nimmt die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien zu, insbesondere dank der Fotovoltaik. 2020 produzierte sie 4,7 Terawattstunden (TWh), das sind 0,3 TWh mehr, als es der Richtwert im Energiegesetz für 2020 vorsieht. Das entspricht etwa 7 Prozent der gesamten jährlichen Elektrizitätsproduktion. Bis 2035 sollen es 11,4 TWh sein. Bereits 2020 betrug die Zunahme etwas mehr als die nun jährlich nötigen 0,5 TWh – Tendenz weiter steigend. Ambitionierter wird es indes, wenn der Ausbau kompatibel zum Netto-null-Ziel erfolgen soll, wie es der Bundesrat im Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung vorschlägt. Dann müssten die neuen erneuerbaren Energien 2035 insgesamt 17 TWh Strom liefern, der Zuwachs müsste pro Jahr 0,8 TWh betragen.»

Alles bestens also? Natürlich nicht, das hat auch die Schweizerische Energie Stiftung SES in ihrer neue Vision belegt (siehe Solarmedia > hier). Aber gerade im Solarbereich ist doch schon einiges erreicht und viel mehr noch unterwegs. Das kann auch der Rechtsaussen-Chefredaktor des Nebelspalters nicht wegdiskutieren. Markus Somm plädierte in den Sonntagszeitungs-Standpunkten (siehe SRF > hier ) am Wochenende in erster Linie für den Zubau neuer AKW, gerne auch von mehr als nur einem. Diesem Vorhaben würde zwar sicher Widerstand erwachsen, sieht auch Somm, aber ein konzentrierter, der sich entsprechend konzentriert bekämpfen liesse. Wenn sich Somm angesichts der Genossenschaftsbewegung da mal nicht täuscht!

Hier Kontakt zum Verband > VESE  www.selbstbau.ch

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Sonntag, 18. Dezember 2016

Genossenschaftlich für den eigenen Strom sorgen

Angesichts sinkender Vergütungen sind neue Modelle gefragt, um den Ausbau der Photovoltaik und damit die Energiewende weiter voranzubringen. Der gemeinschaftliche Selbstbau von PV-Anlagen ist eine neue Möglichkeit mit einem  Potenzial von jährlich 25‘000 neuen Anlagen. Der VESE lanciert deshalb zusammen mit der Energiewendegenossenschaft Spiez eine schweizweite Initiative zur Gründung von neuen Selbstbaugenossenschaften.

Auch herkömmliche Wohnbaugenossenschaften
(im Bild die PV-Anlage der FGZ im Züricher
Friesenberg) verwirklichen zunehmend Solaranlagen -
Foto: Guntram Rehsche
Überträgt man das Modell der Energiewende- Genossenschaft EWG Speiz auf die ganze Schweiz,  könnten pro Jahr bis zu 25‘000 PV-Anlagen im gemeinschaftlichen Selbstbau realisiert werden. Es handelt sich dabei in erster Linie um Anlagen, die sonst kaum oder gar nicht gebaut würden. Angesichts dieses riesigen Potenzials hat sich der Verband der unabhängigen Energieerzeuger VESE mit der EWG zusammengeschlossen. Dies mit dem Ziel, die Gründung neuer Selbstbaugenossenschaften schweizweit tatkräftig zu fördern. Die Unterstützung beinhaltet die Mithilfe bei der Gründung von Selbstbaugenossenschaften, die gemeinschaftliche Ausbildung und Qualifizierung von lokalen Planern und Bauleitern, die Abgabe eines Handbuchs und die Förderung des Erfahrungsaustauschs zwischen den regionalen Trägern. In jedem Fall soll die Initiative von regionalen Initianten getragen werden. Die lokale Verankerung ist ein wichtiger Pfeiler der Selbstbauidee. Der VESE fordert Interessenten auf, sich für weiterführende Informationen beim Verband zu melden.


Die Idee funktioniert

Die EWG in Spiez besteht seit 2014. Seither hat sie bereits über 110 PV-Anlagen im gemeinschaftlichen Selbstbau realisiert. Jede Woche kommen neue dazu. Das Prinzip hinter der Genossenschaft ist einfach: Interessierte Eigentümer von geeigneten Dachflächen treten der Genossenschaft bei. Zusammen mit Spezialisten der Genossenschaft planen sie ihre Anlage. Die Genossenschaft kauft das Material zum Selbstkostenpreis ein. Die Montage der Anlage erfolgt gemeinschaftlich durch die Mitglieder der Genossenschaft. Sie werden von erfahrenen Bauleitern der Genossenschaft angeleitet. Die elektrischen Arbeiten und die Baustellensicherung werden bei lokalen Handwerkern eingekauft. 

Jeder Genossenschafter arbeitet eine definierte Anzahl Stunden auf seiner und auf anderen Baustellen, damit in der Summe die anfallende Arbeit geleistet werden kann. Insgesamt investiert ein Teilnehmer etwa 6 bis 10 Arbeitstage und erhält dafür eine professionelle Anlage zum halben Preis einer schlüsselfertigen Anlage. Das gemeinsame Arbeiten macht zudem Spass. Daraus ergeben sich viele neue Kontakte und die Befriedigung, im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand an der Energiezukunft der Schweiz zu bauen. Man lernt nebenbei auch ganz konkret, wie die neue Photovoltaikanlage funktioniert.


Aufgefrischte Schweizer Tradition

Durch die Förderung des Selbstbaus von PV-Anlagen kann die Idee der klassischen Solargenossenschaften weiter getragen werden: Während die klassischen Genossenschaften grosse PV-Anlagen gemeinschaftlich finanzieren und betreiben, werden beim Selbstbau als Resultat einer gemeinschaftlichen und unentgeltlichen Arbeitsleistung meist kleinere private Anlagen gebaut. In idealer Weise verbindet sich so die althergebrachte und sehr erfolgreiche Schweizer Tradition der (Selbsthilfe-) Genossenschaften, wie man sie aus dem Detailhandel, der Banken- und Versicherungswelt oder auch der Landwirtschaft kennt, mit der neuen Welt der Shared Economy. Der VESE sieht im Selbstbau eine grosse Chance seinem Ziel – der erneuerbaren Energie in Bürgerhand – zusätzlichen Schwung zu verleihen. 

Bei Rückfragen oder für weitergehende Informationen:
Diego Fischer, Projektleiter Selbstbau VESE, 077 466 86 26, diego.fischer@vese.ch
Syril Eberhart, Geschäftsleiter EWG, 079 675 21 57, syril@e-wende.ch

Zum Verband unabhängier Energieerzeuger (VESE): (www.vese.ch):Der VESE ist der Verband der unabhängigen Energieerzeuger, und vertritt die Interessenten von Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Elektrizität ohne eigenes Verteilnetz. Der VESE setzt sich eine für eine Eneergiewende mit möglichst vielen Anlagen in Bürgerhand. Der VESE versteht sich als kooperativer Vermittler zwischen Bürgern, welche die Energiewende aus eigener Kraft vorantreiben, und Elektrizitätswerken, welche die Energiezukunft nachhaltig gestalten möchten. Der VESE ist eine Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES. 
Zur Energiewendegenossenschaft (EWG): (www.e-wende.ch)
Die Energiewendegenossenschaft in Spiez ist die erste Schweizer Selbstbaugenossenschaft für PV-Anlagen. Seit ihrer Gründung 2014 hat die EWG bereits mehr als 110 Anlagen, mit einer Gesamtleistung von 1650 kWp, realisiert. Die Genossenschaft zählt 120 Mitglieder. 8 Planer und Bauleiter begleiten die einzelnen Projekte von A bis Z. 

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Dienstag, 25. November 2014

Toshiba: Solarstrom für MieterInnen

Der Toshiba-Konzern startet den Vertrieb eines innovativen Mieterstromproduktes in acht deutschen Städten. Dabei wird Strom aus Solaranlagen auf den Dächern von Mietshäusern mit Ökostrom aus dem Netz kombiniert. Durch die Direktlieferung aus der Solaranlage auf dem Dach kann der Strom besonders günstig angeboten werden. Zugleich entlastet sie das öffentliche Netz.

Wer bisher von einer sauberen und kostengünstigen Versorgung mit Solarstrom profitieren wollte, brauchte ein eigenes Dach. Private und gewerbliche Mieter blieben so außen vor. Mit Mieterstrom kann endlich auch in Mehrfamilienhäusern und Gewerbehöfen lokal produzierter Solarstrom direkt verbraucht werden. Dabei nutzen Kunden tagsüber die Kraft der Sonne. Nachts und bei schlechtem Wetter wird ihr Strombedarf über das Netz gedeckt. Die Kombination ist besonders preisgünstig und ressourcenschonend. 

Die Direktlieferung aus der Solaranlage auf dem Dach entlastet dabei das öffentliche Netz. Denn bisher findet Stromproduktion größtenteils außerhalb der Städte statt und der Strom muss über die Netze aus dem Umland zugeleitet werden. Die lokale Stromproduktion entlastet die Infrastruktur. Daher können netzabhängige Kosten wie Netzentgelte, Umlagen und Konzessionsabgabe eingespart werden. Die Förderung der Energiewende und des Ausbaus der erneuerbaren Energien erfolgt gleich doppelt: über die Errichtung der Solaranlagen und über die Zahlung der EEG-Umlage, die von Mieterstrom-Kunden in voller Höhe entrichtet wird. 

Erster Partner von Toshiba für das Mieterstromkonzept ist die GAGFAH, eines der größten Immobilienunternehmen in Deutschland. In Städten wie Stuttgart, Nürnberg und Köln wurden bereits insgesamt über 3 MW Solarleistung auf Häusern der GAGFAH errichtet. Über 4.500 Mieter können hier zukünftig von dem neuen Angebot profitieren.  Am 15. November fiel der Startschuss für die ersten Toshiba Mieterstrom-Kunden in Villingen-Schwenningen. In der Kreisstadt im Schwarzwald hat Toshiba über 400 kW Solarleistung auf GAGFAH-Häusern installiert. Mieter in rund 400 Wohnungen können so lokal versorgt werden. 

Zukünftig will Toshiba das Konzept um intelligente Stromzähler und Stromspeicher erweitern und mit weiteren Dienstleistungen wie etwa Elektromobilität vernetzen. Bereits heute ist der Konzern führend bei energieeffizienten Produkten und Smart-Grid-Lösungen. Yasuhiro Morita, Leiter des Mieterstromprojektes: "Mit dem Mieterstrom-Angebot nutzt Toshiba seine langjährigen Erfahrungen in der Stromversorgung, bei Infrastrukturdienstleistungen und mit Produkten für die effiziente Energienutzung. Die Herausforderungen der deutschen Energiewende sind nur mit innovativen und vernetzten Lösungen zu meistern. Toshiba Mieterstrom ist hierfür ein wichtiger Schritt." 

Weitere Informationen: www.toshiba-mieterstrom.de

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Dienstag, 26. August 2014

Schutz für Bürger-Energie

Greenpeace Energy fordert die deutsche Bundesregierung auf, einen Wettbewerbs-Schutz für kleinere Bürgerenergie-Projekte festzuschreiben. Konkret schlägt Deutschlands größte Energie-Genossenschaft vor, im Rahmen der geplanten Ausschreibungsregeln für neue Ökostrom-Anlagen ein genau definiertes Projekt-Kontingent exklusiv für Akteure aus regionalen Bürgerinitiativen, Genossenschaften oder Kommunen zu reservieren. Das Ziel: kleinere Anbieter sollen im Wettbewerb mit großen, finanzkräftigen Konzernen nicht abgehängt werden.  

„Wir sehen Ausschreibungen grundsätzlich kritisch und glauben nicht daran, dass diese zu den von der Politik erwarteten Kostensenkungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien führen“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. „Wenn Ausschreibungen aber – wie im neuen EEG vorgesehen – demnächst für Anlagenbetreiber verpflichtend werden, dann muss darin ein expliziter Schutz für die Bürgerenergie festgeschrieben werden.“

Diese kleineren Akteure nämlich sind bei freien Ausschreibungen im Nachteil gegenüber großen Anbietern, die Planungsrisiken auf mehrere Projekte verteilen können. Im direkten Wettbewerb wirken auf Bürgerenergie-Gesellschaften deshalb insbesondere das Risiko eines Nicht-Zuschlages sowie die Schwierigkeit, nötiges Risikokapital aufzubringen, abschreckend. „Folge: die Akteurs-Vielfalt beim Ausbau der erneuerbaren Energien wäre gefährdet“, so Keiffenheim.

Greenpeace Energy schlägt deshalb vor, im Rahmen der derzeit vom Bundeswirtschaftsministerium zu entwickelnden Ausschreibungsregeln für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ein spezielles Ausschreibungssegment einzurichten, das ausschließlich für kleinere und regionale Akteure vorgesehen ist. Dieses Segment könnte zum Beispiel ein Viertel aller geförderten Neubau-Projekte ausmachen. Bürgerenergie-Gesellschaften lassen sich dadurch definieren, dass mehr als die Hälfte der Stimmrechtsanteile von mindestens sieben natürlichen Personen, von Genossenschaften oder Gebietskörperschaften aus der betroffenen Region gehalten werden und dass die Leistung der geplanten Anlagen fünf Megawatt nicht überschreitet.

Daneben fordert Greenpeace Energy, einen „Refinanzierungsfonds“ einzuführen, der für Bürgerenergie-Projekte im Falle eines Nicht-Zuschlags die entstandenen Kosten abfedert. Dieser Fonds könnte sich etwa aus Versicherungs-Zahlungen der Ausschreibungs-Teilnehmer speisen. Die Höhe dieser Zahlungen und der Kompensationen würde sich dann an der Leistung der geplanten Anlagen orientieren. Laut dem am 1. August in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind Ausschreibungen für die Förderung neuer Ökostrom-Anlagen ab 2017 verpflichtend vorgesehen.


Hier die vollständige Stellungnahme von Greenpeace Energy an das Bundeswirtschaftsministerium.

Quelle: Greenpeace Energy

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Freitag, 22. August 2014

Ein Verband für Solarproduzenten

Der neue Verband unabhängiger Energieerzeuger (VESE) setzt sich zum Ziel, die unabhängigen Energieerzeuger ("IPPs") zu vernetzen und für sie gemeinsam ein Gefäss zu schaffen, damit deren Anliegen und Probleme professionell bearbeitet werden können.


Der VESE wird unter anderem vorangetrieben von der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES), der Solargenossenschaft St. Gallen, der Energiegenossenschaft Schweiz sowie der Energieallianz Glarus-Linth. Vor 40 Jahren hatte sich die SSES schon als Ziel gesetzt, die Möglichkeiten der  technischen Sonnenenergienutzung aufzuzeigen sowie technische Konzepte dafür zu entwickeln.  Dieses Ziel ist erreicht - Solarenergie wird heute in grossem Massstab eingesetzt - Produzenten, Installationsbetriebe und Ingenieurbüros sind aus der SSES heraus entstanden.
 

Die SSES wird auch die nächsten 40 Jahre dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.  Daneben gibt es aber auch neue Herausforderungen: mehr als 40’000 Solaranlagen sind installiert, meistens von Hausbesitzern, kleineren und grösseren Genossenschaften (“Solargenossenschaften”) und Vereinen. Diese haben bisher kein gemeinsames Sprachrohr gegenüber der Politik, den Medien und sind oft alleine bei Problemen und Fragen.
 

Die SSES hat dies erkannt und schafft mit dem Verband “VESE”, welcher als Fachgruppe innerhalb der SSES geführt wird, einen Verband für diese unabhängigen Energieerzeuger. Ziel des Verbandes ist die übergreifende Vernetzung und gemeinsame Arbeit in den Bereichen Politik, Medien, Einkaufsgemeinschaften, Stromverkauf und juristischen Fragen. Zielgruppe von VESE sind Solargenossenschaften, Energievereine und Firmen, sowie Privatpersonen mit eigener Energieerzeugungsanlage. VESE wird am 13. September gegründet. Das detaillierte Programm findet sich unter www.vese.ch/gruendungsversammlung

Quelle: Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES

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Sonntag, 2. März 2014

Regenerativ und regional verankert

Ein Bürgerwindpark, mehrere kleine private Laufwasserkraftanlagen, private Solaranlagen auf den Dächern und eine Biogasanlage versorgen die Gemeinde mit Strom. Die Abwärme, die bei der Verstromung des Biogases anfällt, wird in ein genossenschaftliches Nahwärmenetz eingespeist. Genossenschaften spielen bei der Energiewende eine wichtige Rolle.

Die 1700 EinwohnerInnen der deutsch-mittelfränkischen Marktgemeinde Mühlhausen (siehe Karte oben links - nordwestlich von Nürnberg) haben bereits einen großen Schritt in Richtung einer regenerativen und regional verankerten Energieversorgung getan. Für ihr Engagement ist Mühlhausen von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet worden. „Gerade in kleinen Kommunen agiert die Kommunalpolitik nah an den Menschen“, erklärt der 1. Bürgermeister des Marktes Mühlhausen, Klaus Faatz. „Die Verantwortung der Generationen füreinander und die Antwort auf die Frage nach einer umweltverträglichen Zukunft sind bei uns direkt erlebbar.“  In der Marktgemeinde drehen sich seit 2012 vier Windenergieanlagen, zwei davon können rein rechnerisch bereits die gesamte Marktgemeinde mit Strom versorgen. Mit den anderen Anlagen der Erneuerbaren Energien zusammen ist Mühlhausen sogar Stromexporteur.

Der Bau der Windmühlen war eine regelrechte Attraktion. Viele Menschen wanderten zur Baustelle. Ein Ortsverein verkaufte dort Würstchen und Getränke. „Es war wichtig, dass die Menschen sich so bei der Errichtung der Anlagen eingebracht haben“, meint der Bürgermeister. „So konnten sie einen direkteren Bezug entwickeln.“ Zur Eröffnung des Windparks wurden die Mühlen vom Mühlhausener Pfarrer gesegnet. Die Investitionssumme von 20,5 Millionen Euro wurde ausschließlich mit Kapital aus der Region getätigt. Neben den Bürgern, die über die Bürgergesellschaft an dem Windpark beteiligt sind, kam ein erheblicher Anteil auch von zwei regionalen Sparkassen. „Dies ist wahrscheinlich die größte Investition die hier in der Marktgemeinde je getätigt wurde“, sagt Bürgermeister Faatz.

Mühlhausen bringt sich aber nicht nur für die Windenergie ein. Die mittelfränkische Gemeinde setzt auf das Zusammenspiel aus Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie. „Drei der vier Laufwasserkraftanlagen sind bereits älter“, erklärt Bürgermeister Faatz. „Die vielen privaten Solaranlagen und auch drei gemeindliche Anlagen kamen dann in den letzten Jahren dazu.“ Daneben gibt es auch eine Biogasanlage, welche von einem Landwirt  betrieben wird. „Damit entstanden bei uns auch ohne Stadtwerke und hauptsächlich durch privates Engagement diese Vielzahl an Projekten“, zeigt sich Bürgermeister Faatz begeistert.

Mit den Biomasseanlagen stellt Mühlhausen auch die Wärmeversorgung auf Erneuerbare aus der Region um. Die Energiegenossenschaft Bioenergie Markt Mühlhausen eG hat 2,6 Millionen Euro in ein Nahwärmenetz und das Heizwerk investiert und nutzt so die anfallende Abwärme der Biogasanlage und in Lastzeiten einen zusätzlichen Holzhackschnitzelkessel. Die für die Biogasanlage anfallenden Substrate und die notwendigen Hackschnitzel können regional bereitgestellt werden. „Mühlhausen ist zwei große Schritte in Richtung Zukunft gegangen“, freut sich Bürgermeister Faatz.

„Der ländliche Raum hat neben der Landwirtschaft zunehmend auch die Energiewirtschaft als Tätigkeitsfeld entdeckt“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „Wenn die Kommune es dann noch schafft, die Menschen vor Ort bei der Umsetzung der Energiewende mitzunehmen und zu beteiligen, wird daraus ein riesiges Konjunkturprogramm.“
 
Bericht zu Markt Mühlhausen  hier 
Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e.V. 2014

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Freitag, 7. Februar 2014

D: Immer mehr Genossenschaften

Energiegenossenschaften erfreuen sich bei den Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands weiterhin großer Beliebtheit. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Klaus Novy Instituts hervor. Ende 2013 engagierten sich demnach 888 Energiegenossenschaften für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Damit stieg der Bestand gegenüber 2012 um 142.

„Im Durchschnitt wird jeden dritten Tag irgendwo in Deutschland eine Genossenschaft gegründet, die den Bau und den Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen oder von regenerativen Heizsystemen zum Ziel hat“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Ein entscheidender Grund für den Boom der Bürgerenergie ist die Investitionssicherheit, welche dank der festgelegten Vergütungssätze und des Einspeisevorrangs für regenerative Energieanlagen besteht“, so Vohrer. Der positive Wachstumstrend der Energiegenossenschaften ist seit etwa sechs Jahren zu beobachten und geht seitdem stetig voran.


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Die Erhebung untersucht auch die regionale Verteilung der Energiegenossenschaften nach Bundesländern. Dabei zeigt sich, dass die großen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim reinen Bestand ganz vorne sind. Mit 237 Energiegenossenschaften sind die Bayern im Ländervergleich die aktivsten „Energiebürger“ – Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen. Die dynamischste Entwicklung weist jedoch Thüringen auf. Im Vergleich zu 2012 wuchs die Anzahl der Energiegenossenschaften hier um 70 Prozent. 

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„Energiegenossenschaften bieten den Menschen eine meist regional verankerte und zudem sichere Möglichkeit, das eigene Geld sinnvoll und ökologisch anzulegen. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger schon mit einem geringen Beitrag beteiligen und sich beim Umbau der Energieversorgung vor Ort aktiv einbringen“, so Vohrer zur Entwicklung des Bürgerengagements im Energiesektor.

Weitere Daten zu Energiegenossenschaften und Erneuerbaren Energien in den Bundesländern finden Sie auf dem AEE-Infoportal:
www.foederal-erneuerbar.de

Ausführliche Berichte zu unterschiedlichen Energiegenossenschaften finden Sie auf dem AEE-Infoportal:
www.kommunal-erneuerbar.de
 
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Donnerstag, 7. November 2013

Zentrale Rolle von Genossenschaften

Eine Studie des deutschen Unternehmensberaters Baker Tilly Roelfs untersuchte die Potenziale und Risiken genossenschaftlicher Bürgerbeteiligungen im Energiebereich. Sie kommt zu einem Fazit, das in übertragenem Sinn durchaus für die Schweiz gelten kann. 
 
Genossenschaftliche Bürgerbeteiligungen können zu einem wesentlichen Hebel für den Umbau der deutschen Energielandschaft avancieren. Unter bestimmten Voraussetzungen tragen Genossenschaftsmodelle sowohl zur Finanzierung der Energiewende als auch zur Auflösung bestehender Konfliktfelder bei. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Beratungsunternehmen Baker Tilly Roelfs gemeinsam mit fünf regionalen Energieversorgern, der Beteiligungsgesellschaft Stadt Solingen mbH und dem Institut für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erstellt hat. 

Danach sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren die Berücksichtigung individueller Interessenlagen vor Ort, vorausschauende Strukturen sowie eine transparente und offene Kommunikation. So können Genossenschaftsmodelle gerade vor dem Hintergrund sich verändernder regulatorischer und politischer Rahmenbedingungen nachhaltig dazu beitragen, Bürger, Energieversorger und Kommunen wieder näher zusammenzubringen, um Projekte für erneuerbare Energie gemeinsam zu finanzieren und erfolgreich umzusetzen. 
 
Während über das Ziel der Energiewende deutschlandweit große Einigkeit herrscht, ist der Weg dorthin noch mit einer Vielzahl von Konflikten geebnet – vor allem auch im Hinblick auf die Finanzierung eines ökologisch nachhaltigen Energiesystems. Hinzu kommen beispielsweise steigende Strompreise, regulatorische Barrieren, Einschnitte in das Landschaftsbild und weitreichende Auswirkungen auf Fauna und Flora. „Genossenschaftliche Bürgerbeteiligungen an Stadtwerken stellen eine neue attraktive Möglichkeit dar, die Energiewende gemeinsam anzugehen und die Interessen aller Parteien zu vereinen“, fasst Alexandra Sausmekat, Studienautorin und Partner bei Baker Tilly Roelfs, das zentrale Ergebnis der Studie zusammen. So sind in diesem Jahr umfangreiche relevante steuerliche und rechtliche Neuerungen in Kraft getreten, wobei Genossenschaftsmodelle im Zeichen der Energiewende eine spürbare Renaissance erfahren haben. 

Waren es zunächst einzelne Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien, die Energieversorger und Bürger gemeinsam aufgesetzt haben, diskutieren zurzeit immer mehr Kommunen und Genossenschaften über gemeinsame Beteiligungsmodelle an kommunalen Energieversorgern. „Erste Praxisbeispiele in Jena und Wolfhagen zeigen, dass dies kein theoretisches Konstrukt, sondern ein Erfolg versprechendes Finanzierungs- und Geschäftsmodell für alle Beteiligten sein kann“, so Sausmekat: „Wie solche Genossenschaftsmodelle aufgesetzt werden müssen, damit sie erfolgreich sind und so die Energiewende nachhaltig beleben können, haben wir in unserer Studie untersucht.“


Im Fokus der Beteiligungsmodelle sollte stets die individuelle Interessenlage vor Ort stehen. Die Übertragung bestehender Modelle ist in der Regel nicht eins zu eins umsetzbar, da die Strukturen und Betätigungsfelder der Stadtwerke sehr verschieden sind. Theoretische Basismodelle müssen daher immer flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Neue Herausforderungen entstehen, wenn sich – wie in jüngster Vergangenheit geschehen – die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern. Dabei muss insbesondere den Änderungen im Bereich der Streubesitzdividende und das Kapitalanlagegesetzbuch entsprochen werden. Das Bewusstsein für die Herausforderung Genossenschaftsmodell sollte bei allen Beteiligten rechtzeitig geschärft werden und das Projekt von Anfang an sehr genau strukturiert werden. Implementierung und Umsetzung stellen hohe Anforderungen vor allem auch an die Kommunikation. Bei allen Beteiligten sollte volle Transparenz stets gewährleisten sein.

„Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der Konstruktion und der Kommunikation solcher Modelle sowohl lokal unterschiedliche Bürgerinteressen als auch betriebswirtschaftliche, politische, rechtliche und steuerliche Aspekte zu beachten sind, um den Mehrwert für Bürger, Energieversorger und Kommunen zu maximieren“, so Sausmekat.

 
„Genossenschaften bieten Bürgern die Chance, selbst Gesellschafter oder gar Initiator von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien zu werden. Bürger gewinnen an Einfluss, was sich unter anderem in einer stärkeren Kundenorientierung der Stadtwerke niederschlägt. Zudem erbringt die Genossenschaft Leistungen für ihre Mitglieder und stellt diese langfristig günstig – beispielsweise über Sondertarife – zur Verfügung“, erklärt Eric Christian Meyer, Geschäftsführer des Instituts für Genossenschaftswesen der Universität Münster: „Als positiver Nebeneffekt steigt zudem die Akzeptanz von Projekten, wenn die Bürger sich selbst engagieren und die Projekte mit initiieren.“ 

„Für den Erfolg von Bürgergenossenschaften sind politische Rahmenbedingungen erforderlich, die es der Idee einer echten unternehmerischen Bürgerbeteiligung gestatten, ihr Poten-zial zu entfalten. Das gilt für alle politischen Entscheidungsebenen vom Stadtrat über die Parlamente in Berlin bis zum Europaparlament und betrifft sowohl das politische Selbstverständnis der Entscheidungsträger als auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen“, sagt Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband e. V.: „Es ist an der Zeit, unternehmerische Bürgerbeteiligung in Form von Genossenschaften zu fördern. Wenn wir von Bürgerbeteiligung reden, sollten wir auch Bürgerbeteiligung ermöglichen, nicht nur politisch, sondern auch konkret wirtschaftlich. Das heißt loslassen und Verantwortung übergeben. Dafür sind Genossenschaften ein sehr geeignetes Instrument.“ 

Neben Baker Tilly Roelfs, dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband, dem Institut für Genossenschaftswesen der Westfälische Wilhelms-Universität Münster und der Beteiligungsgesellschaft Stadt Solingen mbH waren die regionalen Energieversorger Troisdorf, Solingen, Emsdetten, Gronau und Iserlohn an der Ausarbeitung der Studie beteiligt.
 
Zum Download der Studien-Zusammenfassung...

Quelle: Baker Tilly Roelfs

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Freitag, 30. August 2013

Endlich: Verband der Solargeno's

Allein in der Deutschschweiz gibt es über 50 Solargenossenschaften, welche preiswerten und sauberen Photovoltaikstrom produzieren. Die Genossenschaften arbeiten meist mit einem ehrenamtlichen Vorstand und sind regional verankert. Mehrere Genossenschaften sind in Gründung.  

Was fehlt, ist eine übergreifende Vernetzung und gemeinsame Arbeit in den Bereichen Politik, Medien, Einkaufsgemeinschaft und Stromverkauf. Auch juristische und technische Fragen lassen sich effektiver innerhalb vernetzter Genossenschaften lösen.  Genau hier setzt die SSES mit der geplanten Gründung eines Dachverbandes der Solargenossenschaften an, Arbeitsname “VESE” – “Verband Erneuerbare Schweizer Energie”.


Der Dachverband soll ein durch die Genossenschaften gelebter Verband mit verschiedenen Fachgruppen und Netzwerken werden.  Folgende Arbeitsfelder sollen gemeinschaftlich angegangen werden:
• Politik: Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Vernehmlassungen, Vernetzung
• Marketing: Genossenschaftersuche, Kapitalsuche, Argumentationshilfen
• Jura: Musterverträge, Gründungshilfen
• Technik: Marktübersicht Technologien, Anlagechecks
• Administrativ: Einkaufsgemeinschaft für Solarkomponenten
• Wissens- und Erfahrungsaustausch: Fachtagungen und Webforen


Zur Zeit führt die SSES zu VESE eine Vernehmlassung durch. Diese ist online unter der Adresse www.vese.ch zu finden. Die Ergebnisse werden aufbereitet und präsentiert, danach erfolgt der Entscheid bzgl. Gründung des Verbandes. Bei positivem Entscheid der SSES ist der operative Start des Verbandes für das zweite Quartal 2014 geplant. Ziel ist es, den Verband schon in der Vernehmlassungsphase möglichst breit abzustützen.


Für weitere Auskünfte, Medientexte u.a. steht zur Verfügung:

Walter Sachs
Mitglied des Bundesvorstandes der SSES
Limmattalstrasse 155
8049 Zürich
Tel. 043 300 40 91
E-Mail: walter.sachs@vese.ch

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Dienstag, 20. August 2013

D: Fossile weit stärker subventioniert

Konventionelle Energien werden in Deutschland doppelt so hoch subventioniert wie Erneuerbare. Das ist das Ergebnis einer Berechnung, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy durchgeführt hat. 

 

Die Wissenschaftlerinnen des FÖS addierten die versteckten Kosten der konventionellen Energien wie Atom und Kohle. Summen, die zwar nicht auf der Stromrechnung stehen, aber dennoch von der Bevölkerung getragen werden müssen. Während die erneuerbaren Energien in 2012 sichtbar über die EEG-Umlage mit rund 17 Milliarden Euro gefördert wurden, haben die konventionellen Energien versteckte Kosten in Höhe von 40 Mrd. Euro verursacht. „Diese Rechnung entlarvt die Versuche der Atom- und Kohlelobby, die Erneuerbaren als Preistreiber darzustellen. Unterm Strich sind Wind, Wasser und Sonne die günstigste Art der Stromversorgung“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. 


Die versteckten Kosten der konventionellen Energien setzen sich aus staatliche Förderungen wie Finanzhilfen und Steuervergünstigungen sowie den externen Kosten der einzelnen Energieträger wie Klimaschäden oder Folgekosten eines nuklearen Unfalls zusammen. Diese Kosten tragen nicht die Verursacher, sondern werden von Verbrauchern unter anderem über Steuern und Abgaben gezahlt. Während sich die versteckten Kosten der Braunkohle auf 13,9 Mrd. Euro belaufen, sind es bei Steinkohle 12,4 Mrd. Euro und bei Atomenergie 11,0 Mrd. Euro. Erdgas kommt auf 3,0 Mrd. Euro. Würde man diese Zusatzkosten aufsummieren und in Form einer Konventionelle-Energien-Umlage transparent machen, ergäbe sich ein Wert von 10,2 Cent pro Kilowattstunde. Das ist fast doppelt so hoch wie die aktuelle EEG-Umlage. 

Greenpeace Energy ist die größte bundesweite, unabhängige Energie-Genossenschaft in Deutschland. Das Unternehmen versorgt mehr als 110.000 Kunden mit sauberem Strom und dem neuartigen Gasprodukt proWindgas und baut über das Tochterunternehmen Planet energy saubere Kraftwerke.

Quelle: Greenpeace Energy

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Donnerstag, 25. Juli 2013

Zulauf für Energie-Genossenschaften

Energiegenossenschaften investieren in Deutschland 1,2 Milliarden Euro in entsprechende Projekte.  Somit decken Genossenschaftliche Bürgerkraftwerke jährlich den Strombedarf von 160.000 Haushalten. Und die Mehrheit setzt künftig auf Direktvermarktung von Solarstrom.
 
Energiegenossenschaften spielen für eine dezentrale Energiewende eine immer größere Rolle. Mehr als 130.000 Mitglieder – davon 90 Prozent Privatpersonen – haben bereits rund 1,2 Milliarden Euro in Bürgerkraftwerke investiert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands e.V. (DGRV), die der DGRV zusammen mit dem Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) und der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) in Berlin vorgestellt hat. 

Die Zahlen belegen die große Bedeutung, die den Genossenschaften bei der Energiewende zuteil wird. So konnte allein in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der Mitglieder um mehr als 50 Prozent zulegen – im Jahr 2012 waren es noch etwa 80.000. Auch die Anzahl der Energiegenossenschaften wächst auf hohem Niveau weiter. Auffällig ist, dass sie ihre Projekte mit einem hohen Eigenkapitalanteil von rund 50 Prozent realisieren. „Die Bürger wollen eben mit eigenem Geld an der Energiewende mitwirken und dabei auch die regionale Wertschöpfung unterstützen. 

Das ist kein Privileg der Wohlhabenden. Die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft ist bereits mit kleinen Beträgen von unter 100 Euro möglich“, sagt Dr. Eckhard Ott, Vorsitzender des Vorstands des DGRV. Die genossenschaftlich errichteten Bürgerkraftwerke erzeugen schon heute rund 580 Millionen Kilowattstunden Ökostrom und können damit rechnerisch jährlich den Strombedarf von 160.000 Haushalten decken. Die Mehrheit setzt bei ihren Investitionen auf Solarstrom. Photovoltaik-Anlagen stehen weiterhin hoch im Kurs: Jede zweite Energiegenossenschaft (53 Prozent) plant für die kommenden zwölf Monate zusätzliche Investitionen in Solaranlagen. Immerhin 41 Prozent wollen in Windenergie investieren. 

Bei den Energiegenossenschaften steht aber längst nicht mehr nur das Errichten sauberer Stromerzeugungsanlagen auf dem Programm. Aktuell denkt etwa jede zweite Genossenschaft (52 Prozent) über die regionale Direktvermarktung des selbsterzeugten Stroms nach. Ein Grund dafür ist sicherlich die geänderte Gesetzeslage. Die bei Genossenschaften typischen mittelgroßen Solarstromanlagen erhalten ab Januar 2014 für ein Zehntel des erzeugten Stroms keine Einspeisevergütung mehr. Dieser Anteil lässt sich aber wegen der Preissenkungen der vergangenen Jahre selbst nutzen oder verkaufen. Solarstrom kostet heute schon deutlich weniger als der Netzstrom vom Energieversorger. „Es lohnt sich, den Ökostrom selbst zu verbrauchen oder Abnehmer in der Nähe damit zu beliefern. Die Energiegenossenschaften demokratisieren damit nicht nur die Stromerzeugung, sondern jetzt auch schrittweise die Stromversorgung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. 

Eine andere Möglichkeit der Stromvermarktung sind Vertriebskooperationen. „Die Genossenschaften suchen nach neuen Geschäftsmodellen und denken dabei auch über mögliche Partnerschaften nach. So sind beispielsweise die örtlichen Stadtwerke in vielen Fällen ein geeigneter Partner für Energiegenossenschaften“, beschreibt Ott. Stadtwerke verfügen über eine einzigartige Kundennähe, sind erfahren in der Stromvermarktung und ergreifen immer öfter die Chance, umweltfreundlichen Strom aus Bürgerkraftwerken in ihr Portfolio zu integrieren. 

„Für die Akzeptanz der Energiewende sind Bürgerenergieprojekte unverzichtbar“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. Damit Bürgerenergieprojekte auch in Zukunft ihren Teil zu einer erfolgreichen Energiewende beitragen können, ist auch die Politik gefragt. „Als wichtigste Erfolgsfaktoren nennen die Mitglieder der Energiegenossenschaften langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen und den Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien“, so Vohrer weiter.

Informationen, Material und Kontakte rund um das Thema Energiegenossenschaften bietet der DGRV unter der Internetadresse www.genossenschaften.de. Die AEE bietet Informationen zur dezentralen Energiewende unter www.kommunal-erneuerbar.de und der BSW-Solar informiert rund um das Thema Solartechnik unter www.solartechnikberater.de. Praktische Hilfestellung bei der Versorgung von Dritten mit Sonnenstrom bietet der BSW-Leitfaden „Stromlieferung und neue Geschäftsmodelle“.

ZUR METHODIK:
Befragt wurden die im DGRV organisierten rund 650 Energiegenossenschaften im Zeitraum von Januar bis März 2013 (Rücklauf 213). Die Umfrage wurde nun das zweite Jahr in Folge durchgeführt.

Quelle: unendlich viel energie de

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Samstag, 6. Juli 2013

Gemeinden profitieren von Wende

21 Milliarden Schweizer Franken fliessen jährlich für den Import von fossilen Brenn- und Treib-stoffen ins Ausland und fehlen der eigenen Volkswirtschaft. Damit sich dies ändert, braucht es eine konsequente Wende hin zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Gemeinden können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Der Einsatz lohnt sich, denn eine aktive Energiepolitik generiert Arbeit und Einkommen. 

Dezentral produzierte erneuerbare Energien werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wesentlich zur gesamten Energieproduktion beizutragen haben. Gleichzeitig gilt es, den immensen Verbrauch auf ein nachhaltig verträgliches Mass zu reduzieren. Diese Ziele sind erreichbar, denn sowohl das Potenzial für mehr Energieffizienz wie auch das Potenzial der erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind, Wasser und Biomasse, Umwelt- und Abwärme ist enorm.

Gemeinden, die autonom oder im regionalen Verbund ihren energiepolitischen Handlungsspielraum nutzen, können bei der Umsetzung dieser Potenziale eine Schlüsselrolle übernehmen und die Energiewende aktiv vorantreiben – sei es in ihrer Rolle als Betrieb und Vorbild, als Planungs- und Bewilligungsinstanz oder als Motivatorin der Bevölkerung. Gleichzeitig reduzieren sie die Abhängigkeit vom Ausland und erhöhen die regionale Wertschöpfung. Das Thurgauer Dorf Hohentannen beispielsweise gewinnt die benötigte Wärme dank Wärmeverbund und Förderprogramm grösstenteils aus einheimischem Holz und die Energieregion Rorschach rechnet langfristig mit einer Verdreifachung der Wertschöpfung durch die Energieversorgung.


Gelingen kann die Energiewende nur, wenn Gemeinden ihre Handlungsoptionen kennen und anwenden. Verschiedene Programme und Hilfsmittel unterstützen sie dabei. Oft helfen auch die Erfahrungen und Beispiele anderer Gemeinden, um die Sache ins Rollen zu bringen.
 

Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» zeigt, wie Gemeinden von der Energiewende profitieren, welche Hilfsmittel und Instrumente für eine nachhaltige Energiestrategie zur Verfügung stehen und wie die kommunale oder regionale Energiewende gelingen kann. 

«Thema Umwelt» 2/2013 kann für CHF 15.– plus Porto bezogen werden bei Praktischer Um-weltschutz Schweiz Pusch, Hottingerstrasse 4, Postfach 211, 8024 Zürich, 044 267 44 11, mail@pusch.ch, www.pusch.ch/themaumwelt. Das Jahresabonnement (4 Ausgaben) kostet CHF 50.–.

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Montag, 13. Mai 2013

Energiewende in Bürgerhand

Die EnergiebürgerInnen bleiben der unangefochtene Marktführer der Energiewende. Einer aktuellen Studie des Instituts trend research zufolge besitzen Privatleute und Landwirte fast die Hälfte der in Deutschland installierten Erneuerbare-Energie-Anlagen. Das ist eine Vorgabe auch für die Schweiz.

Grafik  zur Eigentümerverteilung bei Erneuerbaren Energien

Zusammen haben diese deutschen EnergiebürgerInnen  knapp 33.000 Megawatt Leistung installiert – das sind 46 Prozent der insgesamt in Deutschland verfügbaren Erneuerbare-Energie-Anlagen. Die großen vier Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW zusammen kommen dagegen auf einen Marktanteil von gerade einmal fünf Prozent.

„Erneuerbare Energien in Bürgerhand tragen zu einem wesentlichen Teil zur Versorgungssicherheit bei – an sonnigen und windreichen Tagen werden über diese Anlagen bereits bis zu 25 Prozent des Verbrauchs abgedeckt. Die Energiebürger sind somit systemrelevante Akteure geworden“, berichtet Thorben Becker, Leiter Energiepolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Diese Entwicklung freut uns, weil sie für gelebtes bürgerschaftliches Engagement, für lokalen Klimaschutz und Generationsgerechtigkeit steht. Gleichzeitig erleben wir momentan einen handfesten energiepolitischen Skandal. Denn in den Hinterzimmern der Berliner Politik wird über die Zukunft des deutschen Energiemarktes verhandelt. Die Lobbyisten der großen Konzerne gehen dort ein und aus. Nur eine Gruppe bleibt außen vor: die Energiebürger“, so Becker weiter.

Wenn ausgerechnet der Marktführer der Energiewende ohne Mitsprache bei der Neugestaltung des Energiemarktes bleibt, könnte dies für Hunderttausende engagierte Energiebürger unangenehme Folgen haben. So haben sich beispielsweise bis Anfang 2013 über 650 Energiegenossenschaften gegründet, in denen über 100.000 Menschen organisiert sind. „Wir befürchten, dass ihre Interessen im Wettbewerb um politischen Einfluss untergehen“, sagt Dietmar von Blittersdorff vom Netzwerk „Energiewende Jetzt“ – eine Organisation, die sich als Förderer von Energiegenossenschaften versteht.

Die EnergiebürgerInnen starten deshalb folgenden Aufruf: «Darum erinnert die Kampagne die Politik und Öffentlichkeit nachdrücklich daran, dass die Energiebürger als Marktführer der Energiewende erste Priorität verdienen. Unterstützen deshalb auch Sie unsere Kampagne! Unterzeichnen Sie die Energiewende-Charta, zeigen Sie sich mit Ihrer Forderung oder Ihrem Projekt als EnergiebürgerIn auf unserer Webseite, in der Öffentlichkeit und mischen Sie sich in die Energiepolitik ein.»

Quelle: Bürgerenergiewende

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Donnerstag, 29. November 2012

Energiegenossenschaft CH am Start

Die Energie Genossenschaft Schweiz (mit Sitz in Köniz BE) hat im Rahmen ihrer 2. ordentlichen Generalversammlung über wichtige Punkte wie Budgetfreigabe und  Lohnreglemente abgestimmt und von den GenossenschafterInnen das  Go! für die Realisierung der anstehenden Photovoltaik-Projekte erhalten.  

Die Energie Genossenschaft Schweiz nimmt nun den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf einem Biobauernhof in Kerzers in Angriff. Die Anlage wird spätestens ab Frühjahr 2013 Strom für GenossenschafterInnen, für das benachbarte Papiliorama (siehe Bild) und für eine ökologisch ausgerichtete Siebdruckerei im Nachbardorf Müntschemier liefern. Ausserdem stehen an: die Umsetzung des neuen Erscheinungsbildes, des Webshops (über diesen können Leistungen wie Energieberatungen bezogen werden) und die Übergabe des operativen Betriebs an die Geschäftsleitung. Das Startup- Projekt der Energie Genossenschaft Schweiz hat in den letzten Monaten auf freiwilliger Basis alle notwendigen strukturellen Bedingungen dafür geschaffen.

Die genossenschaftlich strukturierte Firma unterscheidet sich von anderen Solar-Energie Genossenschaften insbesondere durch die solidarökonomische Orientierung, durch die Förderung eines suffizienten Umgangs mit Energie (vgl. unsere zweite Perle „massvoller
Konsum“ sowie die „Charta der Helionauten“,  beides  unter www.energiegenossenschaft.ch einsehbar und über Suchmaschinen zu finden) und eng daran gekoppelt durch die starke Online-Community. Dies zeigt sich auch im Geschäftsmodell: die Energie Genossenschaft Schweiz fördert Heimarbeitsplätze (was zu mehr Lebensqualität und einem geringeren Energieverbrauchs, da Wegeinsparungen, führt), bestreitet Sitzungen im virtuellen Raum und ermöglicht Online- Abstimmungen. 


So hatte im Vorfeld zur GV eine Online-GV stattgefunden, wozu den GenossenschafterInnen nicht nur die abstimmungsrelevanten Dokumente, sondern auch rund 30 Minuten Filmaufnahmen mit ergänzenden Informationen aus der Verwaltung zur Verfügung gestellt wurden, selbstverständlich alles verlinkt mit der elektronischen Nachricht zur GV-Einladung. Dieses Angebot wurde denn von den GenossenschafterInnen auch sehr geschätzt: Eine grosse Mehrheit hat diesen Weg für die Abstimmung benutzt.  Ab 2013 haben GenossenschafterInnen die Möglichkeit, Strom zum fairen Preis von maximal 35 Rappen pro kWh zu beziehen.

Quelle: Energiegenossenschaft Schweiz

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Dienstag, 20. November 2012

D: Energiegenossenschaften erblühen

In Folge der zunehmenden Dezentralisierung der Energieversorgung erlebt das Modell der Energiegenossenschaft eine Renaissance.
Diese Woche trafen sich auf Einladung des DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. rund 400 Vertreter von Energiegenossenschaften und anderen Bürgerenergieprojekten zum Bundeskongress „Energiewende – dezentral und genossenschaftlich“ in Berlin, um über ihre Erfahrungen mit Genossenschaften im Bereich der Erneuerbaren Energien zu diskutieren.

Als Hauptredner betonte Bundesumweltminister Peter Altmaier die Aktualität des Genossenschaftsgedankens und seine Bedeutung für die Energiewende. Teilhabe und aktive Mitgestaltung seien wesentliche Elemente für den Erfolg der Energiewende, denn diese könne nur als Projekt der gesamten Gesellschaft gelingen, sagte Altmaier.

Deshalb wolle er auch den Genossenschaftsgedanken von der Energieerzeugung auf andere Bereiche der Energiewende übertragen, etwa auf die Sektoren Energieeffizienz, Wärme und Verkehr, vor allem jedoch auf den weiteren Ausbau der Netze. Genossenschaften seien eine Möglichkeit, seinen Vorschlag einer Bürgerdividende beim Netzausbau umzusetzen, so der Bundesumweltminister.

In Deutschland werden auch im Jahr 2012 wieder mehr als 150 Genossenschaften gegründet, deren Unternehmenszweck der Betrieb von Anlagen der Erneuerbaren Energien ist. Damit entsteht fast jeden zweiten Tag eine neue Energiegenossenschaft. Insgesamt gibt es bundesweit bereits mehr als 600 Energiegenossenschaften, über 80.000 Bürger sind in Energiegenossenschaften engagiert. „Mehr als 400 Teilnehmer diskutieren zum Ausklang des Internationalen UN-Jahres der Genossenschaften über konkrete Möglichkeiten, Bürger aktiv an der Energiewende zu beteiligen“, freut sich der Vorstandsvorsitzende des DGRV, Dr. Eckhard Ott.

Die auf der Tagung vorgestellten Projekte zeigen, wie die dezentrale Energiewende gelebt und Wertschöpfung in der Region gehalten werden kann. „Die demokratische Grundstruktur der Genossenschaft ermöglicht die einvernehmliche Beteiligung von Bürgern, Unternehmen, Landwirten oder kommunalen Einrichtungen unter einem Dach. Trotz der unterschiedlichen Akteure ist hier eine konstruktive Zusammenarbeit für das gemeinsame Ziel möglich“, so Ott weiter.

„Herausforderungen gibt es beim Generationenprojekt Energiewende viele“, meint der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer. „Doch sollten wir beim Netzausbau, bei Investitionen in Erneuerbare Energien und bei der Entwicklung von Speichern nicht einseitig über die Kosten der Energiewende diskutieren“, bekräftigt Vohrer. „Bürgerbeteiligungsmodelle zeigen, dass die Erneuerbaren Energien Möglichkeiten der direkten Partizipation bieten und so für Akzeptanz sorgen.“ Die AEE ist Veranstaltungspartner des DGRV.