Dienstag, 27. Juli 2021

Fakten zur Solarenergie aus aller Welt

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Seit zehn Jahren veröffentlicht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, unterstützt durch die PSE Projects GmbH, regelmäßig den Photovoltaics Report, kurz PV Report. Dieser stellt die wichtigsten Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, der Europäischen Union und weltweit zusammen und dokumentiert damit insbesondere die Entwicklung des Photovoltaikmarkts, der Solarzellen- und Moduleffizienz sowie der Preise in den letzten Jahrzehnten. Die neuste Ausgabe ist seit heute auf der Internetseite des Instituts frei zugänglich.

Das Ziel des PV Reports ist es, Daten verschiedenster Quellen in einem Bericht aufzubereiten und damit leicht zugänglich zu machen. Prof. Dr. Andreas Bett, Institutsleiter am Fraunhofer ISE dazu: »Ursprünglich hatten wir dies als einen Service für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begonnen, weil wir selbst gemerkt haben, wie zeitaufwändig es ist, an vertrauenswürdige Fakten zum Photovoltaik-Markt heranzukommen. Als Solarforschungsinstitut tragen wir gerne zu einer objektiven Diskussionsgrundlage bei, indem wir diese von uns geprüften und möglichst verständlich aufbereiteten Zahlen für alle bereit stellen.«

Die neuste Version des PV Reports enthält neben den aktualisierten Zahlen zu Photovoltaikproduktion, -installation und Performance auch Daten, die in dieser Ausgabe zum ersten Mal zusammengetragen wurden. Die energetische Amortisationszeit (»energy payback time« - siehe Grafik oben) gibt beispielsweise die Zeitspanne an, die ein Kraftwerk betrieben werden muss, um die investierte Energiemenge bereitzustellen. Der Photovoltaics Report zeigt zum ersten Mal die historische Entwicklung sowie vergleichbare Werte für verschiedene Regionen. So liegt die »energy payback time« für Dachanlagen mit in China produzierten Siliciumsolarmodulen und einer Effizienz von 19,9 Prozent in Europa bei 1 bis 1,3 Jahren und weltweit zwischen 0,44 (Indien) und 1,42 Jahren (Kanada).

Neu hinzugekommen ist auch eine europäische Übersichtskarte, auf der die Produktionskapazitäten entlang der PV-Wertschöpfungskette für Material, Solarzellen und PV-Module in den einzelnen Mitgliedsstaaten verzeichnet sind. Daraus wird ersichtlich, dass insbesondere im Modulbereich Produktionsstätten in vielen europäischen Ländern in Betrieb sind – mit einer Gesamtkapazität von ca. 7 Gigawatt (GW) pro Jahr. Ebenso gibt es aktuell Produktionskapazitäten für umgerechnet 50 GW solare Leistung pro Jahr für Siliciummaterial. Produktionsstätten für Solarzellen (aktuell circa 1 GW pro Jahr) werden derzeit erweitert.

Quelle: Fraunhofer ISE 

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Montag, 26. Juli 2021

Wieder Unruhe im Solar-Konzern Meyer Burger

Nach der grossen Umstrukturierung weg vom Solarmaschinenbau hin zur Solarzellen- und Modulproduktion glaubte man, im Thuner Unternehmen sei etwas Ruhe eingekehrt. Doch nun zeigen zwei Medienmitteilungen, dass das Gegenteil der Fall ist - sie sind im Folgenden wörtlich wiedergegeben. 


Vor allem diese Mitteilung kündet von Unheil: Meyer Burger Technology AG (SIX Swiss Exchange: MBTN) wurde am Freitag, dem 23.7.2021, über eine Medienmitteilung sowie durch ein Schreiben von Oxford Photovoltaics Limited (Oxford PV) darüber informiert, dass das Unternehmen den seit 2019 bestehenden Kooperationsvertrag aus eigenen strategischen Gründen als beendet betrachtet. Angesichts der unerwarteten Ankündigung von Oxford PV prüft Meyer Burger juristische Optionen zur Durchsetzung ihrer Rechte.

Meyer Burger und Oxford PV vereinbarten im März 2019 mit dem Kooperationsvertrag eine exklusive Partnerschaft, um gemeinsam die Technologie für Massenfertigung von Perowskit-Tandemzellen auf der Basis von Meyer Burgers Heterojunction-Siliziumzelltechnologie (HJT) sowie notwendiger neuartiger Perowskit-Produktionsmaschinen von Meyer Burger zu entwickeln. Meyer Burger ist mit einem Anteil von 19,76% grösster Einzelaktionär von Oxford PV.

Meyer Burgers Einschätzung war und ist, dass die Perowskit-Tandemtechnologie erst in einigen Jahren die für eine wettbewerbsfähige Massenfertigung notwendige Technologie- und Produktionsreife, Produktzuverlässigkeit sowie Kostenstruktur erreichen wird. Etwaige Folgen der Ankündigung von Oxford PV haben daher weder Einfluss auf den Erfolg der Transformation von Meyer Burger noch auf die kommunizierte Guidance von Meyer Burger. 

Die Perowskit-Tandemtechnologie ist fester Bestandteil von Meyer Burgers Technologie-Roadmap. Meyer Burger besitzt auf Basis eigener Entwicklungen und eigenen Know-hows ein umfassendes Portfolio an Prozessen, Technologien und Produktionstechniken für eine eigene potentielle Massenfertigung von Tandemsolarzellen und -modulen. Dies umfasst die wesentlichen Fertigungsprozesse und -maschinen für Perowskit-Tandemsolarzellen und entsprechende Solarmodule mit Meyer Burgers proprietärer SmartWire-Verbindungstechnologie. Damit hält Meyer Burger einen Schlüssel für erfolgskritische Faktoren wie z.B. Produktzuverlässigkeit und kosteneffiziente Massenfertigung in der Hand.

Des Weiteren teilt der Konzern mit: Im Rahmen der Transformation der Meyer Burger Gruppe zum Hersteller von Hochleistungs-Solarmodulen reduziert sich erwartungsgemäss die Nachfrage für das Servicegeschäft für Bestandskunden von Produktions-Equipment. Der Verwaltungsrat hat deshalb beschlossen, diese Aktivitäten zukünftig auf die Standorte Shanghai und Singapur zu konzentrieren. Das Produktportfolio von hochpräzisen Messtechnik-Produkten der Meyer Burger-Tochter Pasan wird weiterhin an Kunden weltweit verkauft. In Shanghai wird die Meyer Burger Trading Co. zum Kompetenzzentrum für Vertriebs- und Serviceleistungen von Pasan im asiatischen Markt. In Singapur werden weiterhin Serviceleistungen für bestehende asiatische Kunden von Meyer Burger erbracht. 

Die bisherigen Standorte in Taiwan, Korea und Malaysia werden aufgegeben, und der Standort in Shanghai wird verkleinert. Insgesamt von der Restrukturierung betroffen sind rund 70 Mitarbeitende, wobei gut 20 an den beiden Standorten in Shanghai und Singapur weiterbeschäftigt werden. Mit den betroffenen Mitarbeitenden wird entsprechend der vor Ort bestehenden Vereinbarungen und sozial verantwortungsvoll das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Meyer Burger rechnet mit Restrukturierungskosten von rund CHF 3.5 Mio. und Wertberichtigungen von rund CHF 1.1 Mio. Die Restrukturierung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Die Serviceleistungen für bestehende Kunden ausserhalb Asiens werden weiterhin aus den europäischen und US-amerikanischen Standorten von Meyer Burger erbracht.

Mit dieser Restrukturierung optimiert Meyer Burger entlang ihrer Transformation zum Hersteller von Hochleistungs-Solarmodulen die notwendige globale Organisationsstruktur weiter und stärkt die Ertragskraft des Unternehmens.

Quelle: Meyer Burger

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Sonntag, 25. Juli 2021

Mehr vom Gleichen, oder wieder eine saure Gurke?

Saure Gurke der politischen Sommerzeit: die Propagierung eines AKW-Neubaus in der Schweiz durch SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. Es kann aber nicht schaden, sich die ganz deutliche Unmöglichkeit eines solchen Vorhabens wieder einmal vor Augen zu führen. Und dabei nicht zu vergessen, dass es sich um eine wahrhaftige Systemfrage handelt im Sinne von: Wollen wir die Wirtschaft mitbestimmen oder die Kontrolle endgültig Blocher’s & Co. resp. den Konzernen überlassen. 

 

Will man solche Bilder auf alle
Ewigkeit in der Landschaft
sehen? Foto: Guntram Rehsche

Da wird also wieder mal munter über einen Neubau eines Atomkraftwerks in der Schweiz schwadroniert. In einschlägigen Kreisen der Klimaleugner und Skeptiker der Energiestrategie 2050 macht die Idee schon länger die Runde – ja man darf getrost annehmen, dass sie auch unmittelbar nach der Abstimmung von 2017 mit der deutlichen Ablehnung von Neubauten weiterhin in deren Köpfen geisterte. Da ist es ja fast nur ein Nebenschauplatz, dass SVP-Protagonisten, die sich sonst munter auf die Volksrechte berufen, der Energiestrategie-Abstimmung jegliche Gültigkeit versagten. Die Idee vom Atom ist offenbar derart hartnäckig, dass selbst eine Impfung dagegen, sprich eine Volksabstimmung, wirkungslos bleibt.

In der Person von Martullo-Blocher und lanciert in einem Blick-Interview, ist der Atom-Wiedereinstieg nun also plötzlich fast wieder in aller Munde. Nun, man könnte sich darauf verlassen, dass die Befürworter*innen schon nur durch die Trägheit des politischen Systems zurückgebunden werden. Denn ein Neubau ist per Gesetz schlicht und einfach.... verboten. Also liesse sich getrost auf jene Verfassungs-Initiative warten (eine Gesetzes-Initiative kennt der CH-Politbetrieb ja nicht), der das Ganze definitiv aufs Tapet brächte. Oder auf die Neuformulierung des Gesetzes seitens des Bundesrats oder des Parlaments – unwahrscheinlich zumindest in der aktuellen politischen Konstellation von eben diesen. 

 

Ich und viele warten gelassen darauf – dennoch sind auch wieder mal all die vielen Argumente zusammenzustellen, die das Anliegen AKW-Neubau als das demaskieren, was es ist: ein letzter Versuch (vielleicht), die Technologie doch noch ins 21. Jahrhundert zu retten und damit auch gewissen politischen Interessen willfährig zu sein – nämlich all jenen, die auf einen fast allmächtigen Zentralstaat setzen, der über die Kontrolle einer zentralisierten Wirtschaft die Gesellschaft zu kontrollieren sucht.

 

Womit wir schon beim wichtigsten Argument gegen die Atomtechnologie wären – sie ist nämlich eben Ausdruck einer zentralisierten Wirtschaft, die sich der Bürger*innen-Kontrolle je länger, je mehr entzieht. Denn DIE ALTERNATIVE zur Atomwirtschaft ist die SOLARWIRTSCHAFT mit ihrer eindeutigen Tendenz zur dezentralen Entwicklung. Es ist ja nicht umsonst, dass Genossenschaften im Energiebereich – vor allem in Deutschland, leider weniger in der Schweiz – quasi die Wiedergeburt der Genossenschaftsidee feiern. Und dann gibt es ja eine Vielzahl von Argumenten, die zwar nicht neu sind, die aber heute wie früher gegen weitere AKW-Bauten in der Schweiz (und auch anderswo) spreche – sie seien hier in aller Kürze in Erinnerung gerufen und mit Fragen eingeleitet:

- Wer baut und wer investiert? Die Stromkonzerne der Schweiz haben auf jeden Fall der Atomenergie eine deutliche Absage erteilt - so etwa die Axpo, deren neuer Chef Christian Brand bei allen Einwänden sich durchaus zur Energiestrategie 2050 (ohne AKW) bekennt.

- Was kostet der Strom aus einem allfälligen neuen AKW? Atomstrom aus neuen AKW, die irgendwie mit Schweizer Verhältnissen korrespondieren (also in Finnland, Frankreich und Grossbritannien) wird über 13 Eurocent kosten für die Kilowattstunde. Das ist jenseits jeglicher Konkurrenzfähigkeit mit dem Strompreis Erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne. 

- Wer versichert die Risiken neuer AKW? Bezeichnenderweise ist davon seitens der Befürworter wiederum nicht die Rede. Wie schon bisher, wird stillschweigend davon ausgegangen, dass dies sicher nicht die Betreiber sind. Mit anderen Worten, der Staat wird dann schon einspringen und keinerlei Versicherungskosten eingepreist.

 - Woher die Technologie (weiss Blocher selber nicht)? Es ist effektiv die Rede von bis zu sechs verschiedenen Arten neuer Atomreaktoren. Man beachte - sie sind allesamt nur als theoretische Modelle bekannt, vereinzelt als Projektbetrieb (Small Reactor auf russischem Schiff),  im Grosseinsatz aber noch überhaupt nirgends erprobt. Wollen wir in der Schweiz solch einen Probebetrieb - und wer zahlt den dann?

- Wohin mit dem Abfall (den gibt es ja, simsalabim plötzlich gar nicht mehr, da wiederverwertet)? Das ist die Uraltgeschichte dieser Technologie - und eine Lösung weiterhin nur in der Ferne, vielleicht in einem unterirdischen Lager in Finnland - vielleicht aber auch vor unserer Haustüre im Gebiet der Lägern im Zürcher Unterland.....

- Wie sieht eine umfassende Umweltbilanz von Atomkraftwerken aus? Noch ist eine Beurteilung mit der Methode der Umweltbelastungspunkte ausstehend - auf jeden Fall ist die Gleichung Kernenergie = Umweltschutz gemäss einer solchen eben sicherlich ein Fehlschluss.

- Wie viel kostet eigentlich der Rückbau in Mühleberg, auch in CO2-Einheiten gemessen? Auch ein Punkt, der bislang tunlichst umschifft wird. Gerne wird behauptet, die Kosten der Rückbauten seien durch die beiden Fonds gedeckt. Wenn man das auch gern glauben würde: Deren ständig zu beobachtende Steigerung sowie die fehlende CO2-Bilanz des Rückbaus machen stutzig. 


Fazit: Es gibt wahrlich viele Punkte, die AKW-Neubauten fragwürdig erscheinen lassen. Aber es gibt noch deren viel mehr, die für eine alternative Anwendung Erneuerbarer Energien sprechen. Deren zweifellos auch vorhandene Probleme scheinen im Vergleich zu jenen der Atomtechnologie dann doch als Pipifax! 


Man mag also Martullo’s Idee nicht so recht ernst nehmen. Einmal abgesehen davon, dass sie vielleicht nur immer ihrem Vater nacheifern und dessen Achtung suchen will  - er, der eine seiner wenigen politischen Niederlagen im Atomdisput erlitt mit der Beerdigung des Kaiseraugst-Projekts, sich diese Niederlage aber mit hunderten Millionen Schadenersatz quasi vergolden liess. Ein Schelm, wer gleiches von seiner Tochter denkt.  

 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Söder's Bayern ist doch nicht so toll bei den EE

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Das deutsche Bundesland Bayern ist bei der Energiewende und der Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) weit zurückgefallen und längst nicht mehr so toll, wie das Ministerpräsident Söder gern darstellt. Mit einer EE-Stromquote beim Stromverbrauch von 46 Prozent (siehe Tabelle oben), belegt Bayern nur noch den Platz 7 der 16 Bundesländer. Klammert man die drei Stadtstaaten aus, liegt Bayern nur in der unteren Hälfte.

Bayern ist von der Natur mit Erneuerbaren Energien (EE) gesegnet. Vor den Alpen liegend, liefert die Wasserkraft weit mehr Strom als in jedem anderen Bundesland. So stammten nach dem Krieg rund 90 Prozent des in Bayern verbrauchten Stroms aus der Wasserkraft. Mit der größten Fläche aller Bundesländer kann in Bayern viel Biomasse erzeugt und zum Teil auch für die Energiegewinnung (Biogas) genutzt werden. Zum dritten hat Bayern eine überdurchschnittliche Solareinstrahlung, so dass hier gut auf den Dächern oder in Freiflächenanlagen Solarstrom produziert werden kann. Auch mit der sich noch entwickelnden Geothermie wird von allen Bundesländern in Bayern am meisten Strom erzeugt. Doch Bayern hat in den vergangenen Jahren fast keine Windkraftwerke mehr gebaut. Und diese sind neben der Photovoltaik jetzt die Arbeitspferde der Stromwende.

Die Regierung streut der Bevölkerung Sand in die Augen und setzt die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) in Relation zur Stromerzeugung. Da Bayern aber den wegfallenden Strom aus den Atomkraftwerken nicht durch neue EE-Kraftwerke ersetzt, sondern durch immer mehr Stromimporte, täuschen diese Zahlen. So springt die EE-Quote der Stromerzeugung beim Wegfall der Produktion eines AKW gleich um gut 5 Prozentpunkte nach oben.

Dieser Statistiktrick verhüllt, dass Bayern nicht seine Aufgaben beim Klimaschutz erfüllt, und sich immer abhängiger von Stromimporten macht. Ähnlich wird auch bei der CO2-Bilanz getäuscht: Während die anderen deutschen Länder hier die Verursacherbilanz veröffentlichen, zeigt Bayern nur die Quellenbilanz. Letztere berechnet sich nach den in Bayern verkauften Brennstoffen. Das CO2 aus importiertem Kohlestrom wird somit nicht Bayern zugerechnet. Auch nicht das CO2, das auf den Tanktourismus entfällt. Die anderen deutschen Länder veröffentlichen Verursacherbilanzen. Bei diesen wird nach dem Energieendverbrauch eines Landes berechnet, wie viel CO2 hierdurch entstanden ist.

In Deutschland und gerade auch in Bayern sind die Energiestatistiken in einem beklagenswerten schlechten Zustand. Die Zahlen sind über 2-3 Jahre alt. In Bayern wurden sie jahrelang falsch zusammengestellt, weil man die Rechnungsadresse bei den Stromrechnungen für die Länderzuordnung genommen hat. (Beispiel: Wenn das BMW Werk in Leipzig seine Stromrechnung auf die Münchner Zentrale ausstellen ließ, wurde der Verbrauch Bayern zugerechnet). Verlässliche Statistiken sind aber die Grundlage für die Meinungsbildung wie die politischen Entscheidungen!

Wenn man noch die Länder nach ihrer Flächengröße und Einwohnerzahl gewichtet, rutscht Bayern sogar auf einen der letzten Plätze. Denn Baden-Württemberg ist flächenmäßig nur halb so groß wie Bayern, hat aber nur 15 % weniger Einwohner. Nordrhein-Westfalen ist sogar auch nur halb so groß wie Bayern und hat zugleich eine um ein Drittel größere Einwohnerzahl. Je weniger Menschen in einem Land wohnen, desto mehr Platz hat es für PV- und Windkraftanlagen.

 Quelle: sonnenseite.com

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Mittwoch, 21. Juli 2021

Das sind aktuelle Zahlen der Solarwirtschaft

Der Global Market Outlook 2021-2025 von SolarPower Europe wurde am Mittwoch im Rahmen der The smarter E Industry Days vorgestellt. Im Jahr 2020 wurden trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf der ganzen Welt 138,2 Gigawatt (GW) PV-Leistung neu installiert. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zu 2019. Anbei und unten im Text finden Sie die vollständige Pressemitteilung zu den aktuellsten Zahlen der Solarwirtschaft. 

Im Jahr 2020 wurden trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf der ganzen Welt 138,2 Gigawatt (GW) PV-Leistung neu installiert, was einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht. Das markiert erneut einen globalen jährlichen Rekord für den Solarsektor: Die weltweit installierte PV-Leistung liegt damit bei 773,2 GW. Mit dieser 22-prozentigen Steigerung überschreitet der PV-Sektor den Meilenstein eines dreiviertel Terawatts (TW) an installierter Leistung. Dieses Wachstum trägt dazu bei, dass die PV ihren Stellenwert ausbaut: 39 Prozent der im letzten Jahr neu installierten Leistung aller Stromerzeugungstechnologien entfielen auf die PV. Mehr als jede dritte im Jahr 2020 installierte Kraftwerkseinheit lässt sich der PV zuschreiben. Gleichzeitig stieg der Anteil der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung auf etwa 3,1 Prozent. Allerdings stammen fast 70 Prozent immer noch aus fossilen und nuklearen Brennstoffen. Es ist an der Zeit, den Einsatz von Solarenergie weiter voranzutreiben und zu beschleunigen. Neben der Konzentration der letzten Jahre auf netzgekoppelte Solaranlagen, widmet sich der diesjährige Global Market Outlook erstmals auch dem Off-Grid-Sektor. 

Trotz verschiedener Preissteigerungen entlang der solaren Wertschöpfungskette prognostiziert SolarPower Europe für 2021 ein weiteres herausragendes Wachstumsjahr. Das mittlere Szenario geht von einem Anstieg der neu installierten Leistung um 18 Prozent auf 163,2 GW aus. Für 2025 geht SolarPower Europe von fast 1,9 TW global installierter Leistung aus.

Intersolar Europe Restart 2021: Vom 6. bis 8. Oktober bedient die Intersolar Europe Restart 2021 als Leistungsschau der Solarbranche den Wunsch der Unternehmen, ihre Produkte im Kundenkontakt wieder erlebbar zu präsentieren und sich vor Ort auf der Messe München persönlich auszutauschen. Aussteller, Besucher und Konferenzteilnehmer werden ermutigt und in die Lage versetzt, Ideen, Produkte und Lösungen beschleunigt in den Markt zu führen und die Energiewelt von morgen voranzutreiben. Doch Solarstrom ist nur ein Aspekt der Energiewende und darf nicht isoliert betrachtet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kopplung der Sektoren: Mit Themen wie der Kombination aus PV und Speicher sowie Ladestationen für Elektromobilität, ebenso wie Agri-PV, PV Floating und dem künftigen Absatzmarkt „Grüner Wasserstoff“ ist die Fachmesse wieder einmal Innovator und Impulsgeber der Branche.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
www.intersolar.de   www.TheSmarterE.de

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Sonntag, 18. Juli 2021

CH-Stromversorger hinken hinterher

Die Analyse der Klima- und Umweltbelastung aus der Stromproduktion der vier grössten Stromversorger der Schweiz zeigt: Der Strommix von Axpo, Alpiq, BKW und Repower ist deutlich klima- und umweltschädlicher als der Schweizer Produktionsmix. Dabei lägen die Vorteile der erneuerbaren Alternativen auf der Hand, auch dank immer besserer Ökobilanz.

In der Kurzstudie «Strommix 2020» hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES die Stromproduktion aus dem Kraftwerkspark der vier grössten Schweizer Energieversorger untersucht. Dabei zeigt sich, dass die fossile und nukleare Stromerzeugung mit gut 60 Prozent nach wie vor den grössten Teil der Stromproduktion ausmacht. Damit gehen eine hohe Klima- und Umweltbelastung einher. Der Rest wird durch erneuerbare Energien gedeckt, vornehmlich Wasserkraft. Der Anteil neuer erneuerbarer Energien ist zwar auch letztes Jahr gestiegen, bleibt mit 6 Prozent aber auf sehr tiefem Niveau. Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 58.1 Prozent Wasserkraft und 32.9 Prozent Atomkraft fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klima- und umweltschädlicher aus.



Die Klima- und Umweltbelastung bleibt hoch
Die Analyse zeigt, dass die Treibhausgasemissionen pro Kilowattstunde gegenüber den Vorjahren gesunken sind. Die Stromproduzenten verfügen in ihrem Portfolio über fast keine ausländischen Kohlekraftwerke mehr. Dennoch bleibt der Anteil an fossiler Stromerzeugung mit knapp 20 Prozent hoch. Ausschlaggebend hierfür sind die Beteiligungen aller vier Stromversorger an Gaskraftwerken. An der unrühmlichen Spitze des Rankings steht neu Repower mit durchschnittlich 197 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde. Gemäss der umfassenderen Bewertung durch die Methodik der Umweltbelastungspunkte (UBP) belastet die Axpo mit ihrem Strommix die Umwelt am stärksten, sie ist für 312 UBP pro Kilowattstunde verantwortlich. Florian Brunner, Leiter Fachbereich Klima, bilanziert: «Die Klima- und Umweltbelastung aus dem Strommix der grössten Schweizer Stromversorger bleibt hoch. Der Ausbau erneuerbarer Energien stockt und ist vornehmlich auf Investitionen im Ausland zurückzuführen.»



Klimaschutz dank Strom von der Sonne
Die Vorteile eines verstärkten Ausbaus neuer erneuerbarer Energien liegen auf der Hand. Dafür sprechen auch die aktualisierten Ökobilanz-Kennwerte bei der Photovoltaik. Diese zeigen, dass sich die Klima- und Umweltbilanz dieser Stromproduktionstechnologie weiter verbessert hat. Die Treibhausgas-Emissionen konnten über den ganzen Lebenszyklus halbiert werden. «Die bessere Ökobilanz für Photovoltaik ist erfreulich und zeigt, dass es sich aus Umwelt- und Klimasicht sowohl kurz- als auch langfristig lohnt, verstärkt und rasch in den Ausbau von Solarenergie zu investieren», so Florian Brunner. Es führt für die Schweiz kein Weg mehr daran vorbei, mehr eigenen erneuerbaren Strom zu produzieren. Entsprechend ist die Verbesserung der Investitionssicherheit im Inland in der aktuellen Revision des Energiegesetzes dringend zu berücksichtigen.


Downloads
» Download Kurzstudie «Strommix 2020» (pdf)
» Download Grafiken «Strommix 2020» (pdf)

Quelle: S E S

Donnerstag, 15. Juli 2021

Pensionskasse der Stadt neu Partnerin des kt. EW

Die Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH) investiert gemäss einer Medienmitteilung in erneuerbare Energien und wird Partner von EKZ für das neu erbaute Solarkraftwerk «Algibicos» in Südspanien. 49,5 Prozent beträgt die Beteiligung der PKZH. Für die PKZH stellen Anlagen im Bereich erneuerbare Energie ein wichtiges Element der Nachhaltigkeitsstrategie dar mit langfristigen, stabilen Rückflüssen.
 
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«Mit der PKZH haben wir einen langfristigen und uns gut ergänzenden Partner für unser Solarkraftwerk gefunden. Wir freuen uns auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit», so Stefan Aebi, Projektleiter bei EKZ. Und Oliver Grimm (Vermögensanlagen – Abteilungsleiter Mandate) von der PKZH betont: «Wir sind stolz darauf, mit unserer Investition in erneuerbare Energien unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten und stabile Einkünfte zur Finanzierung der Renten zu generieren.»

Diese grosse Freiflächen-Solaranlage von EKZ befindet sich in der Nähe der Stadt Murcia (siehe Bild oben). Das Gebiet von Murcia zählt mit über 300 Schönwettertagen zu den sonnenreichsten Gegenden in ganz Europa. Die Solarpanels sind beweglich und fahren tagsüber dem Sonnenstand nach, womit die Produktion gesteigert wird. Die belegte Solarfläche beträgt 85 Hektar, was circa 85 Fussballfeldern entspricht. Pro Jahr werden über 90 GWh Strom produziert, was jährlichen Verbrauch von mehr als 20'000 Haushalten deckt.

Investition in eine erneuerbare Energiezukunft: EKZ leistet mit dem Ausbau an erneuerbarer Energie in der Schweiz und im Ausland einen Beitrag für eine CO2-freie Energiezukunft. Solarenergie ist in wenigen Jahren ohne Subventionen rentabel geworden. Grosse Freiflächen-Solaranlagen sind in der Schweiz kaum realisierbar. Die niedrigen Produktionskosten neuer Photovoltaik-Anlagen und der sonnenreiche Standort in Spanien ermöglichen einen gewinnbringenden Betrieb – ohne staatliche Einspeisevergütungen. Der Bau von grossen Freiflächen-Solaranlagen ist eine wirtschaftlich interessante Investition, welche es EKZ ermöglicht, die Kunden von EKZ günstig mit Energie zu versorgen.

Für die PKZH führen die Infrastrukturanlagen nach eigenen Angaben zu stabilen Einkünften über die Zeit und tragen damit zur Finanzierung der Ansprüche ihrer Versicherten bei. Zudem sind für die PKZH Infrastrukturanlagen im Segment der erneuerbaren Energien Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie – die Interessen und Zielsetzungen der PKZH und EKZ sind hier deckungsgleich, weshalb der Partnerschaft eine hohe strategische Bedeutung beigemessen wird.


Weitere Auskünfte
Pensionskasse Stadt Zürich, Nadine Bozzolo, Kommunikation

Tel. 044 412 52 32, E-Mail nadine.bozzolo@pkzh.ch

Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, Medienstelle
Tel. 058 359 52 55, E-Mail medienstelle@ekz.ch


Über Pensionskasse Stadt Zürich
Die PKZH wurde 1913 gegründet und ist seit 2003 eine selbstständige Stiftung. Sie versichert das Personal der Stadtverwaltung Zürich und die Mitarbeitenden von rund 160 Angeschlossenen Unternehmen. Mit über 36'000 Versicherten und 19'300 Pensionsberechtigten zählt die PKZH zu den führenden Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule in der Schweiz. Sie verwaltet mehr als CHF 20 Milliarden und zählt zu den am besten kapitalisierten Pensionskassen der Schweiz. Die PKZH ist in der Lage, ihren Versicherten Leistungen zu bieten, die das gesetzlich vorgesehene Minimum teils deutlich übertreffen.


Über EKZ
EKZ ist einer der grössten Energiedienstleister der Schweiz und versorgt rund eine Million Menschen mit Strom – zuverlässig, ökologisch und günstig. Die rund 1300 Mitarbeitenden der EKZ-Gruppe setzen sich für eine nachhaltige Energiezukunft ein: mit Produkten aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen, dem konsequenten Ausbau von Wind-, Wasser- und Solarenergie sowie smarten Technologien. EKZ plant, baut und unterhält ein rund 15 000 Kilometer langes und mit 99.998 Prozent überdurchschnittlich verfügbares Stromnetz. Zu den Kunden von EKZ zählen Private, Unternehmen und andere Schweizer Energieversorger. Als einer der grössten Ausbildner im Kanton Zürich bildet EKZ rund 140 Fachkräfte in neun Lehrberufen aus.

Mittwoch, 14. Juli 2021

50 % Marktwachstum - aber es braucht mehr !




Gemäss der soeben erschienenen Statistik Sonnenenergie für das Jahr 2020 ist der Photovoltaik-Zubau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 493 Megawatt angestiegen. Insgesamt waren per Ende 2020 Solarpanels mit einer Leistung von nahezu 3 Gigawatt installiert, die 4,7 Prozent des Strombedarfs der Schweiz abdeckten. Der Markt wuchs in allen Segmenten. Für den Ersatz der Atomkraft und der fossilen Energien benötigt die Schweiz jedoch rund 15-mal mehr Solarleistung, die grösstenteils auf unseren Gebäuden installiert werden können. Swissolar fordert Bundesrat und Parlament auf, rasch die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Steigerung des jährlichen Zubaus um den Faktor 3 zu schaffen, statt mit einer unverantwortlichen Verlängerung der AKW-Laufzeit zu liebäugeln - hier eine Analyse der Zahlen seitens des Fachverbandes Swissolar.
 
Photovoltaik: Mehr und grössere Anlagen: Die Verkaufszahlen der Photovoltaik (PV) stiegen gegenüber dem Vorjahr um 48 % auf den neuen Rekordwert von 493 Megawatt, was pro Kopf etwa einer Fläche von 0,3 Quadratmetern entspricht. Der Anteil der Solarstromproduktion am Stromverbrauch der Schweiz lag 2020 bei 4.7 % (2019: 3.8 %) und dürfte Stand heute die 5-Prozent-Schwelle überschritten haben.
 
Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr liess sich in allen Grössenkategorien und Anwendungsbereichen feststellen. Besonders hoch sind die Zuwächse bei Anlagen auf Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbauten sowie bei Anlagen über 100 Kilowatt. Die durchschnittliche Anlage war 24.5 Kilowatt (kW) gross, gegenüber 22.5 kW im Jahr 2018. Es zeigt sich ein Trend zu grösseren Anlagen in allen Kategorien.
 
Stromspeicher sind immer beliebter: Die Anzahl verkaufter Batteriespeicher wuchs gegenüber dem Vorjahr um 65 %. Rund 15 % der Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern werden mit einem Batteriespeicher kombiniert, oft in der Absicht, dem zu tiefen Rückliefertarif des lokalen Energieversorgers auszuweichen. Die gesamthaft installierte Speicherkapazität lag per Jahresende bei 28'400 Kilowattstunden (kWh).
 
Ein Blick über die Grenzen (1): Weltweit wurden im vergangenen Jahr 140 Gigawatt (GW) PV-Leistung installiert, 18 % mehr als im Vorjahr – trotz Corona. Die weltweit installierte Leistung lag per Jahresende bei rund 760 GW, die jährliche Stromproduktion entspricht etwa jener von 115 AKW von der Grösse Gösgens und entsprach 3.7 % des weltweiten Strombedarfs. Im vergangenen Jahr kam alle 20 Tage die Produktionskapazität eines AKW hinzu.
 
Solarthermie - weiterer Rückgang: Beim Verkauf von Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme musste ein weiterer Rückgang der Verkaufszahlen um rund 18 % (2) hingenommen werden. Die Gründe sind unter anderem bei der Dominanz von Wärmepumpen im Neubau und bei Heizungssanierungen zu suchen. Swissolar ist jedoch überzeugt, dass Solarthermie eine wesentliche Rolle bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Schweiz spielen muss, unter anderem in Kombination mit Wärmeverbünden zur Einsparung von Holz oder bei der Regeneration von Erdwärmesonden.
 
PV-Ausbau beschleunigen statt AKW-Laufzeit verlängern: «Für die Dekarbonisierung des Energiesystems und für den Ersatz der Atomkraft braucht es einen massiven Ausbau der Solarenergie auf rund 50 Gigawatt mit einer jährlichen Stromproduktion von 45 Terawattstunden.» sagt Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger. «Innerhalb von nur 30 Jahren müssen wir das 15-fache der heute installierten Leistung zubauen. Dazu müsste der jährliche Zubau innert den nächsten Jahren auf mindestens 1500 Megawatt (3) pro Jahr steigen, was dem Dreifachen des heutigen Zubaus entspricht.»
 
Gemäss der bundesrätlichen Botschaft vom 18.6.2021 zum «Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien» soll dieser Zubau jedoch von 2023 bis 2035 bei lediglich 700 MW/Jahr liegen. Die Gesetzesvorlage beinhaltet zudem Elemente, die den weiteren Ausbau der Solarenergie gefährdet. Dazu gehört insbesondere der Vorschlag, wonach ins Netz rückgelieferter Solarstrom basierend auf dem Marktpreis vergütet werden soll, sowie der Verzicht auf die bisherige Regelung zur Aufteilung von Arbeits- und Leistungstarifen.
 
Das Parlament muss hier rasch korrigieren, damit der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien endlich geschieht – der kürzliche Beschluss des österreichischen Parlaments, bis 2030 eine hundertprozentig erneuerbare Stromversorgung zu erreichen, könnte dabei ein Wegweiser sein. Gleichzeitig ist auf unverantwortliche und den Volkswillen missachtende Bestrebungen zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verzichten.
 
Nach dem knappen Nein zum CO2-Gesetz liegt die Hauptverantwortung zum Ausstieg aus Öl und Gas in Gebäuden bei den Kantonen. In den letzten zwei Jahren haben viele Kantone ihre Energiegesetze in diesem Sinne revidiert. In weiteren Kantonen stehen solche Weichenstellungen bevor, wobei die Abstimmung vom nächsten November in Zürich besondere Signalwirkung haben wird.

> zur Statistik Sonnenenergie 2020 (PDF)
> Download: Grafik Statistik Sonnenenergie

Weitere Auskünfte
David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar, stickelberger@swissolar.ch, 079 323 18 68

Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 800 Verbandsmitgliedern mit rund 7‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.

www.swissolar.ch
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Grafiklegende
Jährliche Verkäufe von Photovoltaikanlagen in der Schweiz in Kilowatt Leistung. Gut erkennbar ist das rasche Wachstum nach 2010, ausgelöst durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). 2016 und 2017 wurden nur noch Kleinanlagen gefördert, während 2018 die ersten Auswirkungen der Energiestrategie 2050 sichtbar werden. Datenquelle: Statistik Sonnenenergie 2020.
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1) Datenquellen: IEA-PVPS, Snapshot of Global PV Markets 2021
2) Nicht direkt aus den Marktzahlen ersichtlich aufgrund eines Wechsels bei der Erhebungsmethode
3) Dieser Wert wird auch in den Energieperspektiven 2050+ des Bundes genannt
 

Freitag, 9. Juli 2021

Das offensive Papier einer deutschen Klima-Union

Die von Fridays for Future angestoßene gesellschaftliche Klimaschutz-Debatte lässt nun immer mehr offensive und damit hoffnungsvolle Politikvorschläge auftauchen. Im politischen Raum hat der Verein Klimaunion, gegründet von CDU- und CSU-Mitgliedern, angetreten, um in der Union eine wirksame Klimaschutzpolitik durchzusetzen, nun ein sehr bemerkenswertes Klimaschutzpapier vorgelegt - von Hans-Josef Fell.

Schon der Titel des Politikvorschlages spricht für sich: „Die Jahre, auf die es ankommt. 100% saubere Energie bis 2030“.

© klimaunion.de
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100% Erneuerbare Energien bis 2030 – Noch nie wurde von einer politischen Gruppierung einer im deutschen Bundestag vertretenen Partei die Forderung und Machbarkeit eines in der Tat notwendigen Umbaus der gesamten Energieversorgung bis 2030 vorgelegt. Die Aus- und Umbauziele orientieren sich an dem vor kurzem von der Energy Watch Group vorgelegten Szenario für 100% Erneuerbare Energien für Deutschland bis 2030. Gleichzeitig macht die KlimaUnion offensive und notwendige Politikvorschläge, die sich weit aus den bisherigen Forderungskatalogen der Politik herausheben. Unter anderen finden sich folgende Vorschläge:

  • Energiegemeinschaften schaffen und alle mitverdienen lassen
  • EEG-Abgaben für Eigeninitiativen streichen: Um den enormen Preisvorteil erneuerbarer Energien zu nutzen, sind das planwirtschaftliche Abgaben-Gewirr und alle Subventionen schrittweise abzuschaffen.
  • Netze digitalisieren und Ausbau beschleunigen: Allein durch die Digitalisierung der gesamten Verteilnetzebene können Engpässe vermieden werden. Damit dieser Engpass schnell verschwindet, wird die Bundesnetzagentur eine Frist setzen, bis zu der die Netze digitalisiert sein müssen.
  • Windpark-Aufbau Kommunen überlassen: Jede Gemeinde soll selbst entscheiden können, in welcher Entfernung und mit welcher Dichte sie Windstrom erzeugen will.
  • Repowering genehmigungsfrei machen
  • Energiepflanzen-Felder in Agri-PV umsteuern: Die Bundesregierung muss alles unternehmen, um den nicht nachhaltigen Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen in den Aufbau von Agri-PV-Farmen umzusteuern, die nicht nur große Mengen an sauberem Strom liefern, sondern zusätzlich für mehr Biodiversität, Bodenfeuchtigkeit und mehr Einnahmen für die Landwirte sorgen.
  • Solarpflichten einführen: Wer neue Häuser, Gebäude oder Dächer baut, muss diese mit Solaranlagen ausstatten, wer umbaut, nach Möglichkeit genauso.
  • Speichern und Einspeisen honorieren: Nicht nur Kommunen sollen mitverdienen können. Wer speichert und rückspeist, soll gewinnen: Bürger*innen und Unternehmen, Mieter*innen und Vermieter*innen, Autobauer*innen und Autofahrer*innen, Schulen und Vereine, ob aus neuen Anlagen oder aus Speichern wie dem eigenen Auto. Die Anlagen werden von allen Umlagen befreit – wie beim Doppelbesteuerungsverbot bei der Rente. Die feste Einspeisevergütung liegt in den ersten 10 Jahren bei 8 Cent pro kWh und damit unter den Kosten von Gaskraftwerken.
  • Ein Deutschland-Speicher als Schwarmspeicher aus Millionen von E-Autos: Die bidirektionale Ladepflicht bei E-Autos muss in den nächsten 24 Monaten kommen, damit Millionen von Autos zu einem riesigen Schwarmspeicher für die Versorgungssicherheit werden.
  • Klimaschädliche Subventionen für Gasheizungen streichen

Insbesondere ein neuer Vergütungssatz für systemdienliche Einspeisung wird einen entscheidenden Anschub bringen. Auch dieser war ursprünglich von der Energy Watch Group vorgeschlagen worden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Klimaunion sich mit diesen klimapolitischen Vorschlägen in der CDU und CSU durchsetzen kann. Dass dies noch ein sehr weiter Weg ist, zeigt das erst kürzlich verabschiedete Wahlprogramm von CDU/CSU auf. Es ist noch vom Geist der alten versagenden Klimapolitik unter Frau Merkel durchdrungen: Vollkommen unzulängliche Ziele, die niemals das Einhalten von 1,5°C ermöglichen können, keine innovativen Politikvorschläge und vor allem ein Beharren auf der alten klimaschädlichen Energieversorgung bis 2045.

Die Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann (Unterstützer der Klimaunion) und Andreas Jung (Fraktionsvize) trafen sich mit u.a. Friedrich Merz und Vertreter*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft, um sich zu den oben beschriebenen Reformen in der Energiepolitik zu beraten.

Sollte es tatsächlich zu einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Koalition nach der Bundestagswahl kommen, so wären mit diesem Klimaunion-Papier klimapolitisch wirksame Grundlagen gelegt, dass es tatsächlich zu einer wirksamen Klimapolitik in Deutschland kommen kann. Die Vorschläge, insbesondere 100% Erneuerbare Energien 2030 und ein neuer Vergütungssatz für systemdienliche Einspeisung, sollten auch Eingang finden in die politischen Diskussionen und Beschlusslagen aller anderen Parteien.

Die Ära Merkel ist dann ja vorbei, die Ära, die bisher nur den Weg in den Klimakollaps beschritten hatte.

 Quelle: Hans-Josef Fell 2021Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG

Montag, 5. Juli 2021

Agriphotovoltaik: Pilotanlage im Wallis

Um eine neue Agriphotovoltaik-Lösung (insolagrin) zu testen, wird die Firma Insolight zusammen mit ihren Partnern Romande Energie und Agroscope eine innovative Solaranlage am Agroscope-Versuchsstandort Conthey im Wallis einrichten. Dieses Pilotprojekt wird durch das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt. Die insolagrinAnlage schützt einerseits als Ersatz für Folientunnels die Kulturen und erzeugt andererseits erneuerbaren Strom. Mit der Pilotanlage soll die potenziell vorteilhafte Wirkung auf den landwirtschaftlichen Ertrag gemessen werden, wobei gleichzeitig eine erhebliche Energieproduktion möglich ist. Positive Ergebnisse könnten den Weg zu neuartigen Solaranlagen eröffnen, durch die keine landwirtschaftlich nutzbare Fläche verloren geht. Das ist eine Medienmitteilung von Romande Energie – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.

Bild kleinerer Agri-PV-Anlage
(entspricht nicht der im
Text erwähnten)
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Das vom Start-up Insolight in Renens entwickelte Agriphotovoltaik-System insolagrin enthält THEIA-Solarmodule (Translucency & High Efficiency In Agrivoltaics), deren Innovation darin besteht, dass sie bei einer steuerbaren Lichtdurchlässigkeit effizient elektrischen Strom produzieren. Diese Module beruhen auf der optischen Micro-Tracking-Technologie von Insolight, bei der das Licht mit Linsen auf Hochleistungssolarzellen konzentriert wird. Das System lässt sich auf zwei Arten betreiben: Bei der optischen Fokussierung der Lichtstrahlen auf die Solarzellen wird elektrischer Strom erzeugt (E-MODE), das Licht kann aber auch an den Zellen vorbei geleitet werden (MLT-MODE). Auf diese Weise lassen sich die Solarmodule als intelligente Schattenspender einsetzen, bei denen sich die Menge des durchfallenden Lichts regulieren lässt. Damit lässt sich die Photosynthese der Pflanzen über die Saison optimieren und die negative Auswirkung der Hitze im Sommer auf Ertrag und Qualität der landwirtschaftlichen Produkte begrenzen, wobei gleichzeitig mit dem zurückgehaltenen Licht Strom erzeugt wird.

Ab Juli 2021 werden diese Solarmodule anstelle der Folientunnels der Erdbeer- und Himbeerkulturen auf dem Versuchsgelände von Agroscope in Conthey eingerichtet. Das Projektteam, zu dem Vertreterinnen und Vertreter von Insolight, Romande Energie und Agroscope gehören, möchte zeigen, dass es mit Agriphotovoltaik-Strukturen möglich ist, auf einer Parzelle gleichzeitig effizient Landwirtschaft zu betreiben und Strom zu produzieren. Die dabei gesammelten Daten sollen auch Aufschluss geben zur Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen und zu den finanziellen Aussichten. Diese Lösung, die vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt wird, soll während 4 Jahren auf einer Fläche von 165 m2 getestet werden. Sie ist so konzipiert, dass aus den gewonnenen Daten wertvolle Erkenntnisse für zukünftige grosse Anlagen gewonnen werden können.

Gemäss Bastien Christ, Leiter der Forschungsgruppe Beeren und Medizinalpflanzen, «ermöglicht der gedeckte Anbau von Beeren höhere Erträge und eine bessere Qualität der Früchte, wobei der Druck durch die meisten Pilzkrankheiten vermindert wird. Dieses Agriphotovoltaik-System wurde mit dem Ziel entwickelt, die Schutz- und Beschattungsfunktion von Folientunnels im Anbau von Erdbeeren und Himbeeren zu ersetzen, ohne die landwirtschaftlichen Tätigkeiten zu behindern.»

Neue Perspektiven für die Beerenbranche und die Solarenergie: Die Energiestrategie der Schweiz sieht vor, dass bis 2050 die CO2-Neutralität erreicht wird. Swissolar geht davon aus, dass sich dieses Ziel nur mit einem bedeutenden Ausbau der Nutzung von Sonnenenergie erreichen lässt1 . Es wird geschätzt, dass dazu eine jährliche Steigerung um mindestens 1.5 GWp pro Jahr (30 GWp bis 2050) erforderlich ist, was 4 bis 5 Mal dem heutigen Stand entspricht. Agriphotovoltaik - die kombinierte Nutzung von Land für Solarenergie und Landwirtschaft - ist in Europa auf dem Vormarsch und in der Schweiz könnten neue Weichen gestellt werden, falls das Pilotprojekt die Erwartungen der Initianten erfüllt.

Die Photovoltaik-Technologie «der nächsten Generation» von Insolight unterscheidet sich von den herkömmlichen undurchsichtigen Solarmodulen, die auf Dächern zum Einsatz kommen. Die neue Lösung lässt sich als Werkzeug für die Landwirtschaft zum Nutzen der Pflanzen einsetzen: «Die dynamische Anpassung der Lichtmenge, die zu den Pflanzen durchgelassen wird, ermöglicht einen besseren Schutz vor ungünstigen Umweltbedingungen. Weil die Lichtmenge auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt und die Temperatur bei einer Hitzewelle durch den Beschattungseffekt reduziert werden kann, ist eine Erhöhung des landwirtschaftlichen Ertrags möglich», erklärt Christ. Die Solaranlage insolagrin ist für Kulturen vorgesehen, die geschützt im Folientunnel oder Gewächshaus angebaut werden. Hier bietet diese Technologie einen doppelten Vorteil: Einerseits wird die Verwendung von Kunststoff vermieden, andererseits wird die Bodennutzung optimiert.

«Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, bietet diese Innovation ein hohes Potenzial. Der Ersatz bestehender Strukturen in der Landwirtschaftszone durch Solaranlagen ergänzt den Einsatz von Solarmodulen auf Dächern und könnte einen wichtigen Beitrag zum Ziel einer klimaneutralen Schweiz leisten», erklärt Martial Genolet, Leiter des Bereichs Photovoltaik bei Romande Energie. Schliesslich könnte die insolagrin-Lösung durch die gleichzeitige Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und der Energieerzeugung auch wirtschaftliche Vorteile bringen. 

Das Projekt wird durch das Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie gefördert. (romande-energie)

Donnerstag, 1. Juli 2021

PV-Tage unter Eindruck des Rekords beim Zubau

Am Donnerstag und Freitag trifft sich die Schweizer Solarbranche an der 19. Nationalen Photovoltaik-Tagung in Bern (und online). Thema ist nichts weniger als die grosse anlaufende Transformation der Schweizer Energieversorgung. Nach dem knappen Nein zum CO2-Gesetz braucht die Schweiz erst recht rasche und wirksame Massnahmen zur Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien.

Das weitaus grösste Potenzial zur Stromerzeugung in der Schweiz hat die Photovoltaik (PV). Erfreulicherweise gewinnt der Schweizer Solarausbau denn auch endlich an Schwung: Der Zubau im Jahr 2020 war erfreulicherweise 30-39% höher als im Vorjahr und somit auf Rekordniveau*. Dieser jährliche Zubau muss in den nächsten Jahren um den Faktor 3-4 gesteigert werden.

Die Schweiz sucht weiterhin nach neuen Wegen zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Unbestrittene wichtige Hebel dabei sind die Elektrifizierung der Mobilität und der Heizungen, die zusammen mehr als die Hälfte unserer Treibhausgasemissionen verursachen. Die steigenden Verkaufszahlen bei Elektromobilität und Wärmepumpen zeigen, dass dieser Wandel bereits im Gang ist. Momentan stagnieren zwar trotz angelaufener Elektrifizierung die Stromverbrauchszahlen, aber längerfristig dürften sie wieder ansteigen, während gleichzeitig der Wegfall der Atomkraftwerke zu kompensieren ist.
 
Es besteht weitgehender Konsens, dass der daraus erwachsende zusätzliche Schweizer Strombedarf zu einem Grossteil mit PV zu decken ist. Dazu passt auch die heute präsentierte neue Ökobilanz der Photovoltaik: Innerhalb von 10 Jahren hat sich die CO2-Bilanz von Photovoltaik weiter massiv verbessert. Der CO2-Ausstoss über den ganzen Lebenszyklus konnte halbiert werden, eine PV-Anlage liefert während ihrer Lebensdauer 15-20 Mal mehr Energie als ihre Herstellung benötigt.
 
Grosse Einigkeit: Das Zubautempo muss vervielfacht werden. Das schafft auch viele neue Jobs, die Ziele sind hochgesteckt: Die Energieperspektiven 2050+ des Bundesrats rechnen mit jährlich 34 Terawattstunden (TWh) Solarstromproduktion bis 2050. Aus Sicht des Fachverbands Swissolar, der die PV-Tagung jedes Jahr wieder organisiert, sollten es gar 45 TWh sein. Einigkeit besteht darüber, dass der jährliche PV-Zubau gegenüber heute rasch um den Faktor 3 bis 4 gesteigert werden muss. Dabei ist die Photovoltaik nicht nur ökologisch sondern auch wirtschaftlich und sozial eine Chance: Laut einer ZHAW-Studie könnte eine Solar-Offensive in den nächsten 5 Jahren rund 10'000 zusätzliche Stellen schaffen und damit den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie massgeblich unterstützen.
 
Es braucht deshalb rasch weitere optimierte Rahmenbedingungen und mehr Investitionssicherheit, damit das immense brachliegende Potenzial auf Schweizer Dächern und Fassaden genutzt wird und Tausende von Stellen in den Regionen geschaffen werden. Wichtigste nächste Schritte: Kleine bis mittlere Dächer schnell solarifizieren und die Winterproduktion ankurbeln: Nationalrat Jürg Grossen (GLP) gibt als neuer Swissolar-Präsident seinen Einstand an der PV-Tagung und zeigt auf, wie die Solarbranche den grossen Ausbau bewältigen kann: Der PV-Ausbau in der Schweiz wird vorwiegend auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden stattfinden. Nach einer neuen Auswertung von Swissolar bergen kleinere und mittlere Anlagen von unter 150 m2 auf den Dächern von Ein- und Mehrfamilienhäusern fast die Hälfte des einfach erschliessbaren Solarpotenzials. Es ist deshalb prioritär, dass insbesondere für diese Anlagen Investitionssicherheit geschaffen wird. Ein probates Mittel dazu wäre ein minimaler Rückliefertarif von 10 Rp/kWh, wie ihn kürzlich der Verband unabhängiger Energieerzeuger (VESE) gefordert hat.
 
Mittelfristig wird auch die Winterproduktion von Strom zunehmend wichtiger. Alpine Solaranlagen haben eine deutlich höhere Winterproduktion als solche im Mittelland – zwei Referate an der Tagung zeigen auf, was da möglich ist. Passend dazu kommt ein Zwischenbericht von der Muttsee-Baustelle, wo derzeit die grösste alpinen Solaranlage der Schweiz gebaut wird
 
In der Politik bewegt sich schon einiges mindestens in die richtige Richtung: Mit dem vom Bundesrat vorgestellten «Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien» soll mittels Anpassung der Förderung und mit Änderungen im Strommarkt ein jährlicher PV-Ausbau von 700 MW erreicht werden. Immerhin fast eine Verdoppelung des heutigen Zubaus, aber nicht genug. Es braucht hier aus Sicht von Swissolar eine Anpassung vonseiten des Parlaments.
 
Fachleute aus Verwaltung, Elektrizitätswirtschaft und Solarbranche diskutieren die Gesetzesvorlage und andere drängende Themen anlässlich der dieses Jahr hybrid stattfindenden 19. Nationalen Photovoltaik-Tagung im Kursaal Bern. Die diesjährige Tagung wird unter Schutzauflagen im Kursaal Bern durchgeführt, zudem wird ein Streaming angeboten. Die Tagung wird veranstaltet von Swissolar, EnergieSchweiz und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE.


Weitere Auskünfte
David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar, stickelberger@swissolar.ch, +41 (0)79 323 18 68
Jürg Grossen, Präsident Swissolar, juerg.grossen@parl.ch, +41 (0)79 444 94 65
Claudio De Boni, Kommunikation Swissolar, deboni@swissolar.ch, +41 (0)76 385 26 87
 
Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 800 Verbandsmitgliedern mit rund 7‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.

www.swissolar.ch

*) Schätzung aufgrund von bisher verfügbaren Zahlen. Die Statistik Sonnenenergie 2020 wird voraussichtlich am 13. Juli 2021 veröffentlicht. 
 
Stets aktuelle Tweets zur Tagung unter: twitter.com/rehsche
 

Montag, 28. Juni 2021

Häufig gestellte Solar- Fragen und Antworten

Ist mein Haus für eine Solaranlage geeignet? Wie umweltfreundlich ist eigentlich Solarenergie? Zu diesen und vielen weiteren Fragen finden Sie hier die passenden Antworten - geliefert von Swissolar, dem  Schweizzerischen Fachverband für Solarenergie. Dieser hält übrigens diese Woche wieder seine jährliche PV-Tagung ab - Solarmedia wird laufend berichten, hier und auf Twitter unter #PVTagung21.

Hier ein paar Beispiele:  Welchen Anteil an der Schweizer Energieversorgung kann die Photovoltaik leisten?

Auf Dächern und Fassaden der Schweiz könnten 67 Terawattstunden, respektive 110% des heutigen jährlichen Strombedarfs mit Photovoltaik erzeugt werden (Quelle: www.sonnendach.ch). Wenn ein Teil dieser Flächen für Wärmeerzeugung genutzt würde, so könnte rund ein Zehntel des heutigen Wärmebedarfs auf Gebäuden erzeugt werden. Mehr dazu in der Studie „Solarpotenzial Schweiz“ von Meteotest (2017). Noch nicht eingerechnet sind die Potenziale auf Infrastrukturanlagen (z.B. Parkplätze, Stauseen, Lärmschutz) und vorbelasteten Freiflächen (Skigebiete, Baulandreserven, etc.) auf denen mindestens weitere 25% des heutigen Strombedarfs erzeugt werden könnten. Damit gehören Strom und Wärme von der Sonne neben der Wasserkraft zu den tragenden Pfeilern der zukünftigen Energieversorgung der Schweiz.

Wie stark reduziert Solarstrom die CO2-Emissionen? 

Die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom in der Schweiz verursacht Treibhausgas-Emissionen von 42.5 g CO2-Äquivalenten (Quelle: Ökobilanz Strom aus Photovoltaikanlagen, Update 2020, treeze Ltd.). Die Herstellung und Entsorgung der gesamten PV-Anlage ist dabei eingerechnet. Bei einem Gaskraftwerk liegen diese Emissionswerte bei 598 g, bei einem Braunkohlekraftwerk gar bei 1220 g. Insgesamt verursacht der europäische Strommix pro Kilowattstunde Emissionen von 275 g CO2-Äquivalenten (Quelle: Greenhouse gas emission intensity of electricity generation, European Environment Agency), der schweizerische Verbrauchermix 181.5 g CO2-eq/kWh (Quelle: Umweltbilanz Strommix Schweiz, Version 3, 2016, treeze Ltd.). Bei Solarstrom fallen somit 4 bis 6-mal weniger Treibhausgasemissionen an. Solarstrom ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Die 2020 in der Schweiz vorhandenen Photovoltaik-Anlagen sparen im Vergleich zum EU-Mix jährlich fast 600’000 Tonnen CO2-Äquivalente ein.

Haben wir mit Solarstrom künftig auch im Winter genügend Energie? 

Für die künftige Energieversorgung im Winter ist primär durch verbesserte Wärme­dämmung der Verbrauch an Heizenergie zu senken. Der Wärmebedarf kann damit durch Wärmepumpen, Solarwärme und Holzenergie gedeckt werden. Zur Stromversorgung ist der Solarstrom vor allem im Winter durch Wasserkraft, Windenergie und Biomasse-Kraftwerke zu ergänzen. Swissolar empfiehlt den Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz auf eine Leistung von 50 Gigawatt bis 2050 (25x mehr als heute) mit einer Jahresproduktion von 45 Terawattstunden. Damit kann auch die Solarenergie einen namhaften Beitrag an die Winter-Energieversorgung leisten. Die damit verbundenen, momentan nicht verwendbaren Solar-Produktionsspitzen im Sommer können mit so genanntem Peak-Shaving abgeregelt werden. Längerfristig können neue Technologien wie Power to Gas (Umwandlung von überschüssigem Strom in Gas) dazu kommen. Bandenergie, also die gleichmässige Stromproduktion aus Atomkraftwerken, wird entfallen. Die zukünftige Stromversorgung stützt sich auf eine intelligente Kombination der verschiedenen erneuerbaren Energiequellen.

Weitere Fragen und die Antworten unter: Swissolar

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Sonntag, 27. Juni 2021

Solaraktienindex + 3,5 %

Der PPVX stieg letzte Woche um 3,5% auf 3.722 Punkte, der NYSE Arca Oil um 7,8%. Der PPVX liegt mit -8,5% seit Jahresanfang 2021 währungsbereinigt rund 61 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (+52,6%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind GCL Poly Energy Holding(+61%),Meyer Burger Technology AG (+58%) und Sino-American Silicon Products(+8%).Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 123,0 Mrd. Euro. Der Gewinner der Woche waren First Solar(+14%), und Xinyi Solar Holdings (+10%), die grössten Verlierer waren BCPG(-6%) und Azure Power Global(-4%).Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+1.223%) rund 1.092 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +131%). Mit 25.6.21 wurden Renesola und Solarpack durch Enlight Renewable Energy und Flat Glass Group ersetzt.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

 Quelle: oeko-invest.net

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