Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
Hitze und Dürre bringen Europas Atomkraftwerke an ihre Grenzen: Klimakrise verschärft die Probleme der
Atomkraft. EU und Mitgliedstaaten setzen trotzdem auf neue Reaktoren und
Laufzeitverlängerungen. In zahlreichen Ländern Europas müssen
Atomkraftwerke wegen der anhaltenden Hitze und Dürre gedrosselt oder
abgeschaltet werden.
Hierzu erklärt Bettina Ackermann von der
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Statt Milliarden in teure
Atomprojekte zu investieren, muss Europa ein Energiesystem aufbauen, das
auch unter den Bedingungen der Klimakrise zuverlässig funktioniert. Die
Hitzewellen dieses Sommers zeigen, wie wenig klimaresilient Atomkraft
ist: In Ungarn läuft im AKW Paks wegen des niedrigen Wasserstands in der Donau nur noch einer von vier Reaktorblöcken. In der Schweiz gingen beide Reaktoren des AKW Beznau vom Netz, um Schäden für das Ökosystem der Aare zu verhindern. In Rumänien wurde sogar ein Felsen in der Donau gesprengt, um die Kühlwasserversorgung des AKW Cernavodă zu sichern. In Frankreich stehen drei Reaktoren still, weil auch Maas und Mosel infolge der Hitze nicht genug Wasser führen. Und in Großbritannien brannte vergangene Woche nur wenige Kilometer vom britischen AKW Sizewell entfernt eine Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern.
Europa gehört zu den Hotspots der Klimakrise:
Seit den 1980er Jahren hat sich der Kontinent etwa doppelt so stark
erwärmt wie der globale Durchschnitt. Hitzewellen, Dürren und Waldbrände
nehmen zu, und damit auch die Probleme für den Betrieb von
Atomkraftwerken.
Trotzdem wollen zahlreiche Länder in
Europa der Klimakrise ausgerechnet mit neuen Reaktoren und
Laufzeitverlängerungen begegnen – und das mit Unterstützung aus Brüssel.
Doch Atomkraft ist zu teuer, zu langsam
und zudem immer stärker selbst von der Klimakrise betroffen. Europas
Zukunft liegt im Ausbau der Erneuerbaren – kombiniert mit
leistungsfähigen Netzen und Speichern. Die Bundesregierung muss jetzt
verhindern, dass die EU weiter Milliarden in rückwärtsgewandte
Atomprojekte versenkt.
Es ist höchste Zeit für ein Energiesystem,
das sicher und bezahlbar ist und auch in einer heißer werdenden Welt
zuverlässig funktioniert.“
Der
Nationalrat hat am Donnerstag doch noch beschlossen, den Weg für neue Atomkraftwerke in
der Schweiz zu ebnen (siehe auch Solarmedia vom 15.Juni 2026). Das Atom-Gesetz gefährdet den Ausbau der
Erneuerbaren, verschlingt Milliarden an Steuergeldern und hält die
Schweiz abhängig von russischen Uran-Importen. Die Schweizerische
Energie-Stiftung kritisiert diesen Fehlentscheid scharf und wird
zusammen mit einem breiten Bündnis das Referendum dagegen ergreifen.
Der
Nationalrat stellt sich gegen den mehrfach bekräftigten Willen der
Bevölkerung, die 2017 klar den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau
erneuerbarer Energien vorgegeben hat. Die Umsetzung der Energiestrategie
2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang, die Schweiz
wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.
Der
Beschluss des Nationalrats lässt aber grundlegende Fragen offen. So wurde es
insbesondere versäumt, die Finanzierung neuer Atomkraftwerke zu klären,
deren Bau sich auf mehrere Milliarden Franken belaufen würde.
Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energiestiftung, betont:
„Dass
der Bundesrat die Finanzierung neuer Atomkraftwerke nicht begründen
musste, ist ein politisches Versagen. Die Bevölkerung hat das Recht zu
erfahren, wie sich der Bau neuer AKW auf ihre Steuern und ihre
Stromrechnung auswirken wird.“
Schneller Ausbau der Erneuerbaren gefährdet: Neue
AKW-Projekte würden über Jahrzehnte hinweg Kapital binden und den
Ausbau der erneuerbaren Energien behindern, die für die Energiewende
unverzichtbar sind. Jeder in die Atomenergie investierte Franken fehlt
für saubere, erschwingliche und schnell verfügbare Lösungen. Der
Bundesrat hat es jedoch versäumt, die Auswirkungen neuer AKW auf den
Ausbau der erneuerbaren Energien klar aufzuzeigen. Neue AKW gefährden
die Klimaziele und die Versorgungssicherheit der nächsten 20 Jahre, wie eine Studie vom letzten November zeigt.
“Wir
erwarten, dass der Bundesrat mit wissenschaftlich belastbaren Szenarien
aufzeigt, wie sich die Förderung und der Ausbau der erneuerbaren
Energien in Zukunft entwickeln, wenn gleichzeitig neue AKW aus den
Staatsfinanzen subventioniert werden sollen”, unterstreicht Nils
Epprecht.
Stimmbevölkerung wird Entscheid korrigieren: Nach
dem Ständerat will nun auch der Nationalrat den Bau neuer
Kernkraftwerke genehmigen. Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» wird daher
das Referendum ergreifen. Die Schweizerische Energiestiftung ist Teil
dieses breiten Bündnisses. Die Unterschriftensammlung beginnt
voraussichtlich am 30. Juni. Die Bevölkerung hat schon mehrfach ihren
Willen für die Erneuerbaren und den Ausstieg aus der Atomenergie
bestätigt. Sie wird den heute vom Parlament getroffenen Fehlentscheid
korrigieren.
Der Bundesrat hat am Freitag die Botschaft zur Waldschutz-Initiative und Gemeindeschutz-Initiative verabschiedet und empfiehlt diese zur Ablehnung. Die aeesuisse, Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, unterstützt gemäss Medienmitteilung diese Position. Zusammen mit Vertretern der Energiewirtschaft, Branchenverbänden und Umweltorganisationen hat die aeesuisse diese Woche eine Allianz gegen die Verhinderungs-Initiativen gegründet. Denn die Initiativen würden den Ausbau der Windenergie in der Schweiz einschränken und die Versorgungssicherheit schwächen.
Mit seiner Botschaft hält der Bundesrat fest, dass die Anliegen der beiden Initiativen im geltenden Recht bereits berücksichtigt sind. Sowohl der Schutz des Waldes als auch das Mitspracherecht der betroffenen Gemeinden seien heute ausreichend geregelt. Aus Sicht der aeesuisse besteht deshalb kein zusätzlicher gesetzgeberischer Handlungsbedarf.
Windenergie ist zentral für die Winterversorgung: Die beiden Initiativen geben vor, Natur und Bevölkerung schützen zu wollen. Tatsächlich würden sie jedoch vor allem dazu führen, dass der Ausbau der Windenergie in der Schweiz weitgehend blockiert würde. Das wäre energiepolitisch problematisch: Windenergie leistet besonders in den Wintermonaten einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und ist damit ein bedeutender Bestandteil einer sicheren, erneuerbaren und möglichst unabhängigen Energieversorgung. Die Initiativen blockieren deshalb nicht nur den Ausbau der Windenergie, sondern torpedieren auch die vom Schweizer Stimmvolk gewünschte Energiewende. «Die beiden Initiativen täuschen einen Schutz vor, den das Gesetz bereits heute umfassend gewährleistet», sagt Fabienne Thomas, Co-Geschäftsführerin der aeesuisse und Co-Präsidentin der Allianz. «Faktisch führen sie jedoch zur Blockade unserer Winterstromproduktion und gefährden damit die Versorgungssicherheit und die Energieziele, zu denen sich die Schweiz und ihre Stimmbevölkerung mehrfach klar bekannt haben.»
Breite Allianz gegen Verhinderungsinitiativen: Am 10. Juni 2026 gründete eine breite Allianz aus Energiewirtschaft, Branchenverbänden, Windenergie-Befürwortenden und Umweltorganisationen in Bern einen Verein zur Bekämpfung der Verhinderungsinitiativen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aeesuisse, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), die Schweizerische Energiestiftung SES, Axpo sowie Suisse Eole und Pro Wind Schweiz. Co-präsidiert wird der Verein von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim VSE. Die Allianz ist sich einig: Die Windenergie ist ein unverzichtbarer Pfeiler der künftigen Winterstromversorgung der Schweiz. Die Annahme der beiden Initiativen würde den Ausbau der Windenergie faktisch unmöglich machen und damit die Versorgungssicherheit, die Energieunabhängigkeit und die Klimaziele der Schweiz gefährden.
Die Entwicklung beim Solarausbau ist weiterhin besorgniserregend. Dies zeigen die neuesten Zahlen von Pronovo.
Die monatlichen Anmeldungen von neuen Photovoltaikanlagen sinken
weiter. Bei den kleinen Anlagen liegt die Anzahl Gesuche inzwischen bei
rund 2’600. Anfang 2025 betrug sie noch mehr als 5’100.
Somit hat sich
die Anzahl Gesuche seither halbiert. Um die Ausbauziele zu erreichen,
hätte sie sich aber verdoppeln müssen. Das ist das Ergebnis der
Umsetzung des Stromgesetzes, welche die Energiewende sabotiert und mit
der Diskussion um neue AKW in Tat und Wahrheit den Ausstieg aus den
fossilen Energien verzögert. Das Parlament muss jetzt korrigieren. Bei Umsetzung des Stromabkommens soll es gemäss der SSES Planungssicherheit für
Investitionen in Solaranlagen schaffen.
Obwohl
Volk und Parlament dem Bundesrat mit dem Stromgesetz hohe Ziele für den
Solarausbau vorgegeben haben, ergreift er nicht die nötigen Massnahmen,
um diese Ziele zu erreichen. Die neuesten Zahlen von Pronovo zeigen:
Der Zubau nimmt weiter ab statt zu. Dies betrifft vor allem kleine
Anlagen. Diese haben bisher über die Hälfte zum Photovoltaik-Ausbau
beigetragen. Das Wegbrechen dieses Segments rückt die Ausbauziele in
weite Ferne. Auch Anlagen ohne oder mit wenig Eigenverbrauch werden
praktisch nicht mehr gebaut, obwohl diese vielfach zu den
preisgünstigsten zählen.
Die Schweizerische
Vereinigung für Sonnenergie SSES vermutet gemäss Medieninformation, dass die verfehlten Ausbauziele als Grund
genommen werden, um den Ausstieg aus den fossilen Energien zu verzögern,
neue Kernkraftwerke zu fordern und damit beim Umwelt- und Klimaschutz
weitere Abstriche vorzunehmen.
Unsichere Amortisation gefährdet Solarausbau Wer
nicht sicher ist, dass sich die Solaranlage amortisiert, wird kaum in
sie investieren. Damit es beim Solarausbau wieder voran geht, müssen die
Solarbremsen gelöst werden:
·Es braucht Planungssicherheit mit langfristig stabilen Förderbedingungen.
·Es
braucht Investitionssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für die
Amortisation der Anlagen sowie einfache Instrumente, die verständlich
und anwendbar sind.
·Es
braucht Rechtssicherheit: Wer eine Solaranlage betreibt, muss sicher
sein, dass die Bedingungen während der Dauer der Amortisation stabil
bleiben.
·Und
nicht zuletzt braucht es klare Signale, dass der Ausbau der
Sonnenenergie weiter nötig ist und wir noch weit weg sind von den
gesetzten Zielen.
Das
Parlament hat es nun in der Hand, Verbesserungen beim Stromgesetz zu
beschliessen sowie bei der Umsetzung des Stromabkommens die Finanzierung
so anzupassen, dass Solar endlich als Teil der Versorgungsinfrastruktur
behandelt wird. Mit einem Anteil von 22 Prozent am Stromverbrauch in
den ersten Tagen des Mais wird die Sonnenenergie immer mehr zum zweiten
Standbein der Energieversorgung nebst der Wasserkraft. Vorschläge für
eine Neugestaltung der Solarstromvergütung liegen auf dem Tisch. Die
SSES-Fachgruppe VESE hat verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet und
sie vergangenes Jahr in der Kurzstudie PV-Zubau 2.0 veröffentlicht.
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:
In
Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische
Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher
Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in
11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als
Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig.Die SSES
ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100%
erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und
Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen
Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der
Solarenergie. www.sses.ch
Nur dezentrale Erneuerbare Energien machen resilient und unabhängig: Zum 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erklärt der
Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien –
EUSOSOLAR e.V., Stephan Grüger: „Wer heute wieder für die Atomkraft
trommelt, hat aus der Nuklearkatastrohe von Tschernobyl nichts gelernt.
Der Super-GAU hat die europäische Geschichte verändert und wirkt bis
heute nach. Die Vertuschungsversuche und die falschen
Schuldzuschreibungen durch die Regierung und die Behörden der UdSSR
haben deren Niedergang und Zerfall beschleunigt.
Heute ist die Ukraine, auf deren Territorium Tschernobyl liegt, ein
souveräner Staat, der seit Jahren von Russland mit Krieg überzogen wird.
Die EU versucht daher, dass Erpressungspotenzial Russlands gegenüber
den Mitgliedsstaaten der EU zu reduzieren. Europas Atomkraftwerke sind
aber zum großen Teil von Uran-Importen aus Russland und vom russischen
Staatskonzern Rosatom abhängig. Rund 40 Prozent des von der EU
importierten Urans stammen aus Russland und aus dem mit Russland
verbündeten Kasachstan. In Osteuropa sind 18 Atomkraftwerke sogar zu 100
Prozent von russischen Brennelementlieferungen abhängig.
In der EU wird kein Uran gefördert. Vor diesen Hintergrund ist es
absurd, dass die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen von
Energieunabhängigkeit durch Atomkraft fabuliert, zumal die Kosten neuer
Atomkraftwerke sehr viel höher sind, als die Stromerzeugung auf der
Basis nahezu aller anderen Energieträger, besonders der Stromerzeugung
aus Erneuerbaren Energien. Atomkraft ist nicht nur für die Gesundheit
der Menschen gefährlich, sondern auch für die Wirtschaft,
Energiesicherheit und Unabhängigkeit der EU und ganz besonders
Deutschlands.
Der 40. Jahrestag des Super-GAU in Tschernobyl mahnt uns – genauso
wie die steigenden Preise von Öl und Erdgas – den Ausbau der
Erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um in Europa unabhängig von
Uranimporten und fossilen Energien zu werden.“
Weshalb du die Schweizer Photovoltaik-Tagung 2026 auf keinen Fall verpassen solltest?
Ein abwechslungsreiches Programm mit 8 Fachsessionen mit über 50 Referierenden zu aktuellen politischen, technischen und marktbezogenen Themen
Rund 80 Aussteller aus der PV- und Speicher-Industrie
Networking mit rund 1000 Teilnehmenden und der erstmalig fürs Publikum geöffneten Expo am Tag 2
Umfangreiche Posterausstellung zu den wissenschaftlichen Themen der Stunde
Livestream-Aufzeichnung für Teilnehmende 30 Tage verfügbar
Moderator Michael Elsener moderiert Tag 1 und lädt zur grossen PV-Debatte
Die Teilnehmenden erwarten zwei geballte Tage
mit inspirierenden Referaten, den letzten Trends der Solar- und
Speicherbranche sowie wertvollem Austausch rund um die Zukunft der
Solarenergie.
Am heutigen Freitag hat der
Bundesrat die Botschaft zu den Bilateralen III und zum Stromabkommen
verabschiedet. Damit kommt ein weiteres grosses Reformpaket im
Energiebereich ins Parlament. Für die aeesuisse hebt das Stromabkommen
die Energiewende auf das nächste Level. Die starke Stromproduktion aus
Wasserkraft und Solar kann mit der Windenergie aus der EU optimal
kombiniert werden. Der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die aeesuisse, fordert eine rasche Annahme des
Abkommens und eine Stärkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien.
Die aeesuisse begrüsst das vom Bundesrat
verhandelte Stromabkommen mit der EU ausdrücklich. Die Stärkung des
internationalen Stromhandels ist nicht nur wünschenswert, sondern
dringend nötig. Der Strommarkt der EU entwickelt sich ständig fort,
setzt massiv auf erneuerbare Energien, einen intensiven Stromhandel und
zentrale Koordinationsplattformen. Die Schweiz droht den Anschluss an
diese Entwicklungen zu verlieren mit grossen Nachteilen bei der
Versorgungssicherheit und der Innovation.
Energiewende erreicht nächstes Level Gerade für das erneuerbare Energiesystem ist das Stromabkommen ein Quantensprung. Das Abkommen schafft:
Effiziente und sichere Netzintegration erneuerbarer Energien durch abgestimmte Regelzonen und Markplattformen.
Sicherer Import von günstigem Windstrom im
Winter bei Überschuss und attraktive Bedingungen für den Export bei
hohen Strompreisen.
Förderung von Innovation dank mehr Wettbewerb im Strommarkt.
Der Schweizer Strommarkt hat sich zwar in
den letzten Jahren dank dem vom Volk angenommenen Stromgesetz
weiterentwickelt. Dennoch bleibt das heutige System stark fragmentiert
und bietet nur begrenzte Innovationsanreize.
Volles Potenzial der Erneuerbaren freilegen Das
Stromabkommen und die vollständige Marktöffnung für alle Stromkundinnen
und Stromkunden der Schweiz wird eine Dynamik zugunsten der
erneuerbaren Energien erzeugen. Im heutigen System der kleinteiligen
Versorgung haben Konsumenten und Kleinproduzenten nicht ausreichende
Marktsignale, die für die optimale Marktintegration der Erneuerbaren
notwendig wäre.
Das Stromabkommen stärkt die Wasserkraft Die
Schweizer Wasserkraft profitiert besonders stark vom Stromabkommen. Als
flexibelste aller Stromproduktionsformen kann sie an den europäischen
Märkten höhere Erträge erwirtschaften. Diese Einnahmen schaffen
Spielraum für neue Investitionen in erneuerbare Energien und sichern die
strategische Rolle der Wasserkraft langfristig. Dazu kommt, dass die Hoheit über
Wasserkraftkonzessionen weiterhin bei Kantonen und Gemeinden liegt. Der
Bundesrat hat deshalb in der Botschaft nochmals in aller Klarheit
dargelegt, weshalb die EU der Schweiz in diesem Bereich keine Vorgaben
machen darf und kann.
Für die aeesuisse ist deshalb klar: Das
Stromabkommen ist ein zentraler Baustein für ein sicheres,
klimafreundliches und innovationsstarkes Energiesystem. Parlament und
Politik sind nun gefordert, diesen nächsten Schritt der Energiewende
rasch zu ermöglichen.
Quelle:Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (aeesuisse)
Am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe hat der Ständerat
entschieden, den Bau neuer AKW in der Schweiz wieder zuzulassen. Die
AKW-Kehrtwende gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren. Nun ist der
Nationalrat aufgefordert, den bisherigen Kurs zu halten und den
unverantwortlichen Fehlentscheid, der den Willen der Bevölkerung
missachtet, zu korrigieren. Eine aktuelle Stellungnahme der Schweizerischen Energie Stiftung (SES).
Die
Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 markierte den Wendepunkt in
der Energiepolitik. Mit der Energiestrategie 2050 (2017) und dem
deutlichen Ja zum Stromgesetz (2024) hat sich die Bevölkerung seither
mehrmals zu den Erneuerbaren und zum Atomausstieg bekannt.
Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren
Trotzdem
ist der Ständerat heute dem bundesrätlichen Vorschlag gefolgt, der
wieder neue AKW in der Schweiz ermöglichen will. Dieser Plan macht die
Schweiz abhängig von Uran-Importen und schadet der Energiewende.
Neue AKW bremsen den Ausbau der günstigen, sauberen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt. «AKW und Erneuerbare sind unvereinbare Gegensätze. Der Ständerat
riskiert mit der Atom-Kehrtwende, dass die von ihm beschlossenen
Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt werden. Damit gefährdet er die
sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung», stellt Nils
Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung klar.
Kosten in Milliardenhöhe und hohe Risiken für die Allgemeinheit
Gemäss der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT
würde ein neues AKW frühestens 2050 Strom liefern. Der Bau ist mit
immensen Kosten verbunden. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die
Bevölkerung über höhere Steuern oder Strompreise.
Dazu
kommen die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und
die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten
Schweiz katastrophale Folgen hätte.
Nationalrat muss am bisherigen Kurs festhalten
Als
nächstes ist der Nationalrat am Zug. Die SES fordert ihn dringend dazu
auf, das gesetzliche Neubauverbot zu erhalten und damit die von der
Bevölkerung vorgegebenen Ausbauziele der Energiewende zu gewährleisten
sowie die Investitionen in die dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung
in den kommenden Jahren nicht zu gefährden.
Der jüngste IEA-Bericht
zum Strom-Sektor prognostiziert, dass der Anteil erneuerbarer Energien
und Kernenergie am weltweiten Strommix bis zum Ende dieses Jahrzehnts
auf 50 Prozent steigen wird, während auch Erdgas an Bedeutung gewinnt.
Der weltweite Strombedarf wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich um
durchschnittlich mehr als 3,5 % pro Jahr steigen, wobei die
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Erdgas und Kernenergie
entsprechend zunehmen wird, so ein neuer IEA-Bericht.
Electricity 2026, der soeben veröffentlicht wurde, ist der
Jahresbericht der IEA über die globalen Stromsysteme und -märkte. Er
enthält eine eingehende Analyse der jüngsten Trends und politischen
Entwicklungen sowie Prognosen für den Strombedarf, das Stromangebot und
die Kohlendioxidemissionen (CO₂) für den Fünfjahreszeitraum bis 2030.
Dem Bericht zufolge wird der Strombedarf bis 2030 mindestens 2,5-mal
so schnell wachsen wie der Gesamtenergiebedarf, da sich das Zeitalter
der Elektrizität durchsetzt. Dies ist auf den steigenden Stromverbrauch
in der Industrie, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, den
höheren Einsatz von Klimaanlagen und den Ausbau von Rechenzentren und KI
zurückzuführen. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer nach wie
vor die Haupttreiber des Stromnachfragewachstums sind, steigt auch der
Verbrauch in den Industrieländern nach 15 Jahren der Stagnation wieder
an und trägt bis 2030 zu einem Fünftel des gesamten Anstiegs der
Stromnachfrage bei.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die weltweite Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien – angetrieben durch den Rekordeinsatz von
Solar-PV – derzeit dabei ist, die Stromerzeugung aus Kohle zu überholen,
nachdem sie nach den neuesten verfügbaren Daten im Jahr 2025 praktisch
mit ihr gleichgezogen hat. Auch die Stromerzeugung aus Kernkraft
erreichte einen neuen Rekordwert. Der Aufschwung der emissionsarmen
Energiequellen hält bis 2030 an. Bis dahin sollen erneuerbare Energien
und Kernkraft zusammen 50 % des weltweiten Stroms erzeugen, gegenüber 42
% heute.
Auch die Stromerzeugung aus Erdgas wird bis 2030 weiter wachsen,
unterstützt durch die steigende Stromnachfrage in den Vereinigten
Staaten und die anhaltende Umstellung von Öl auf Gas für die
Stromerzeugung im Nahen Osten. Die Stromerzeugung aus Kohle verliert
weltweit an Boden, da erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, und
wird bis zum Ende des Jahrzehnts wieder das Niveau von 2021 erreichen.
Infolgedessen werden die weltweiten CO₂-Emissionen aus der
Stromerzeugung bis 2030 voraussichtlich in etwa gleich bleiben.
Der Bericht betont, dass diese Trends – steigende Nachfrage, eine
zunehmend wetterabhängige Stromerzeugungsmix und sich wandelnde
Stromverbrauchsmuster und -technologien – einen raschen und effizienten
Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der Systemflexibilität erfordern.
Derzeit sind weltweit Projekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 2
500 Gigawatt – darunter erneuerbare Energien, Speicher und Projekte mit
hohem Stromverbrauch wie Rechenzentren – in Warteschlangen für den
Netzanschluss blockiert.
Eine neue Analyse in dem Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem
Ausbau der Netze durch den Einsatz netzverbessernder Technologien und
die Umsetzung von Regulierungsreformen, die flexiblere Netzanschlüsse
und -nutzung ermöglichen, in naher Zukunft bis zu 1 600 Gigawatt an
Projekten aus den Warteschlangen integriert werden könnten. Zusammen
würden diese Maßnahmen eine effizientere Nutzung des Netzes ermöglichen
und damit erhebliche Kapazitäten freisetzen.
„In einer Zeit großer Unsicherheit auf den Energiemärkten ist eines
sicher: Die weltweite Stromnachfrage wächst viel stärker als in den
letzten zehn Jahren. In diesem Zeitalter der Elektrizität wird der
Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs bis 2030 dem Verbrauch von mehr
als zwei Europäischen Unionen entsprechen“, sagte Keisuke Sadamori,
Direktor für Energiemärkte und Sicherheit bei der IEA. „Um diesen Bedarf
zu decken, müssen die jährlichen Investitionen in die Netze bis 2030 um
50 % steigen. Die Erweiterung der Flexibilität wird ebenfalls von
entscheidender Bedeutung sein, da sich die Stromnetze weiterentwickeln –
ebenso wie ein starker Fokus auf Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.“
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Installation von
Batteriespeichern im Versorgungsmaßstab stark zugenommen hat und eine
wichtige Quelle für kurzfristige Flexibilität darstellt. Märkte wie
Kalifornien, Deutschland, Texas, Südaustralien und das Vereinigte
Königreich haben in den letzten Jahren ein starkes Wachstum bei der
Bereitstellung von Batteriekapazitäten im Versorgungsmaßstab
verzeichnet.
Electricity 2026
stellt außerdem fest, dass die Bezahlbarkeit von Strom nach wie vor ein
wichtiges und wachsendes Problem darstellt. In vielen Ländern sind die
Strompreise für Haushalte seit 2019 schneller gestiegen als die
Einkommen. Die hohen Preise setzen auch die Industrie und die
Unternehmen unter Druck. Daher konzentrieren sich die politischen
Entscheidungsträger auf Strategien, Marktgestaltungen und Vorschriften,
die nicht nur zusätzliche Investitionen, sondern auch mehr Flexibilität
und Effizienz in allen Bereichen des Stromsystems, einschließlich
Nachfrage, Angebot und Nutzung der Infrastruktur, bringen.
Dem Bericht zufolge sind größere Anstrengungen erforderlich, um die
Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Stromversorgungssysteme weltweit
zu verbessern, die mit steigenden Risiken aufgrund alternder
Infrastruktur, extremer Wetterereignisse, Cyberbedrohungen und anderer
neu auftretender Schwachstellen konfrontiert sind. Die Modernisierung
der Funktionsweise der Systeme sowie die Stärkung des physischen
Schutzes kritischer Infrastrukturen sind laut dem Bericht unerlässlich,
um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken
Atomkraft gehört in die Vergangenheit. Die Solarenergie hingegen
erhellt bereits unsere Zukunft. In der Schweiz ist das Solar-Potenzial
enorm, die Technologien sind ausgereift, ab Stange verfügbar und die
Kosten sinken kontinuierlich. Im Gegensatz dazu könnte laut dem jüngsten Bericht der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT)
frühestens 2050 ein neuer Atomreaktor in der Schweiz in Betrieb
genommen werden. Ein solches Projekt wäre zudem extrem kostspielig,
würde enorme Subventionen und erhebliche Risiken mit sich bringen und
erneut wertvolle Zeit und Ressourcen beanspruchen. Die Energiezukunft
der Schweiz liegt auf unseren Dächern. Hier bringt Greenpeace fünf gute Gründe, sich in der Schweiz für Solarenergie zu entscheiden.
1. Solarenergie ist beliebt
Im Jahr 2025 werden zum ersten Mal in der Geschichte mehr als 10
Prozent des in der Schweiz erzeugten Stroms aus Sonnenenergie stammen.
Das ist dreimal so viel wie im Jahr 2021. Der Sektor wächst exponentiell
und die Begeisterung der Bevölkerung ist gross.
Die Schweiz profitiert von besseren Bedingungen für Solarenergie als
Deutschland. Mit einer durchschnittlichen horizontalen
Sonneneinstrahlung von etwa 1100 kWh/m² bleibt ein immenses Potenzial
ungenutzt. Das Bundesamt für Energie (BFE) schätzte bereits
2019, dass das Potenzial für die Solarstromerzeugung auf den Dächern und
Fassaden unseres Landes unseren gesamten Stromverbrauch übersteigt.
Auch andere Infrastrukturen bieten ein grosses ungenutztes Potenzial,
beispielsweise Lärmschutzwände entlang von Strassen und Schienen,
Staumauern, Strassentunnel, Lawinenverbauungen, Parkhäuser usw. Durch
die Nutzung dieses Potenzials kann vermieden werden, dass
Produktionsanlagen mitten in der Natur errichtet werden und die
Biodiversität beeinträchtigt wird.
3. Solarenergie ist sicher
Im Gegensatz zu Gas, Öl oder Uran ist die Stromerzeugung aus
Sonnenenergie nicht auf den kontinuierlichen Import von Brennstoffen
angewiesen. Und wenn es Nacht wird oder der Winter kommt? Durch die
Kombination mit anderen Formen erneuerbarer Energien wie Windkraft und
vor allem Wasserkraft, Speicherlösungen und einer flexibleren Steuerung
des Stromnetzes lässt sich die Versorgung ausgleichen und die Stabilität
des Netzes gewährleisten.
Bei guter Steuerung und in Kombination mit Wasser- und Windenergie
kann Solarenergie bis zum Winter ausreichend Strom produzieren und
gleichzeitig die Reserven der Staudämme schonen. Wenn der Anteil
erneuerbarer Energien, darunter ein hoher Anteil an Solarenergie, nicht
mehr ausreicht, kann das Wasser aus Stauseen zur Ergänzung der
Produktion genutzt werden. Im Frühjahr liefert die Solarenergie dann
wieder genug Strom, sodass die Wasserkraftwerke geschont und ihre
Reserven wieder aufgefüllt werden können.
Solar- und Wasserkraft sind ein Dreamteam, um unsere Energieunabhängigkeit zu gewährleisten.
Je mehr wir die Sonne nutzen, desto weniger abhängig sind wir von
Importen fossiler Brennstoffe und der Geopolitik. Solarzellen liefern 30
Jahre lang Strom, völlig unabhängig vom Ausland. Es ist unmöglich, die
Zufuhr von Primärenergie zu blockieren und so Druck auf unser Land
auszuüben.
Unsere Energiepreise hängen nicht mehr von Oligarchien ab, und unser
Geld finanziert keine Kriege oder autokratische Regime mehr. Unser Energieszenario,
das 2022 veröffentlicht und seither von zahlreichen unabhängigen
Analysen bestätigt wurde, zeigt, wie wir unseren gesamten Energiebedarf
ohne Öl, Gas und Atomkraft decken können – und damit sowohl das Klima
schützen als auch unsere Energiesouveränität stärken.
5. Solarenergie lohnt sich
Solarstrom wird von Jahr zu Jahr günstiger. Während die
Produktionskosten in den letzten Jahren dramatisch gesunken sind,
steigen die Kosten für Atomkraft weiter an. Für unser Land wird die
Investition in Solarenergie lokal einen viel grösseren Mehrwert schaffen
als die Beibehaltung des derzeitigen Importniveaus von Öl und Gas. Wenn
die Milliarden, die wir im Ausland für den Kauf von Kohlenwasserstoffen
ausgegeben, bei uns investieren, könnten wir Tausende von
Arbeitsplätzen schaffen und gleichzeitig unsere CO2-Emissionen drastisch
reduzieren.
Letzten Freitag hat der Bundesrat die Ergebnisse der Vernehmlassung zum
Stromabkommen veröffentlicht und seine Beschlüsse dazu bekannt gegeben.
Die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES stellt fest, dass
der Bundesrat weiterhin die Mindestvergütung abschaffen
will. Gleichzeitig schlägt der Bundesrat keine neuen Massnahmen vor, um
den Ausbau der Solarenergie zu stärken. Dadurch können die in
Volksabstimmungen beschlossenen Ziele im Klimagesetz und im Stromgesetz
nicht erreicht werden. Zudem verfolgt auch das Stromabkommen das Ziel,
die erneuerbaren Energien auszubauen. Dies ist aber nur mit einem massiven
Ausbau der Solarenergie zu erreichen.
Die
Debatte um die Minimalvergütung für eingespeisten Solarstrom hat
gezeigt, dass es bei der Interpretation des Stromabkommens noch viele
Unklarheiten gibt. So bleiben die von der SSES im Rahmen ihrer Vernehmlassungsantwortgestellten Fragen zur Kompatibilität zwischen Stromabkommen und inländischem Solarausbau unbeantwortet. Die
SSES bemängelt, dass in den Berichten des Bundesrats nicht klar
nachvollziehbar ist, welche Bestimmungen durch das Stromabkommen
zwingend sind, welche Änderungen z.B. nach Auslaufen von
Übergangsfristen noch zu erwarten sind und welcher politische Spielraum
für Anpassungen des Umsetzungserlasses besteht. Aus Sicht der SSES ist nun das Parlament gefordert auszuloten, welche Möglichkeiten zur Sicherung des Solarausbaus bestehen.
Solarausbau absichern: Die
SSES stellt zudem fest, dass das Abkommen die Wasserkraft speziell
absichert und in der Vernehmlassung weitere Absicherungen verlangt
wurden. Im Vergleich dazu fehlen Absicherungen für die Sonnenenergie.
Mit einem Anteil von voraussichtlich 14 % an der Energieerzeugung in
diesem Jahr ist die Photovoltaik aber ein Teil unserer kritischen
Infrastruktur geworden. Als solche muss sie behandelt werden, ist sie
doch neben der Wasserkraft der zweite Pfeiler der Energieversorgung
unseres Landes. Zudem verfügt sie im Vergleich zur Wasserkraft über ein
noch riesiges unausgeschöpftes Potential.
Die
SSES bedauert schliesslich, dass der Bundesrat auf die Vorschläge der
SSES für eine Neugestaltung der Solarstromvergütung nicht eingegangen
ist. Diese hat die SSES-Fachgruppe VESE ausgearbeitet und kürzlich im
White Paper PV-Zubau 2.0 veröffentlicht. Das Papier hat zum Ziel, Wege zum Lösen der von der SSES identifizierten Solarbremsen aufzuzeigen.
Quelle: Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:
In
Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische
Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher
Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in
11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als
Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig.Die SSES
ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100%
erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und
Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen
Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der
Solarenergie. www.sses.ch
Die
Schweizerische Energie-Stiftung SES warnt in einer heute
veröffentlichten Politikfolgenabschätzung, dass die geplante Streichung
des AKW-Neubauverbots die Energiewende in der Schweiz stark verzögern
und massive Kosten verursachen würde. Die Studie modelliert drei
Szenarien und kommt zum Schluss: Allein die vage Aussicht auf ein neues
Atomkraftwerk bremst Investitionen in die erneuerbaren Energien und
verunmöglicht das Erreichen der Ausbauziele.
Der Bundesrat beabsichtigt, das Neubauverbot für
Atomkraftwerke aus dem Kernenergiegesetz zu streichen, um neue AKW
dereinst zu ermöglichen. In seiner Botschaft ans Parlament unterschlägt
er aber eine fundierte Analyse, wie sich diese politische
Weichenstellung unmittelbar in den nächsten 20 Jahren auswirkt – also
genau jener Zeitspanne, in der die Energiewende dringend vorangetrieben
werden muss.
Einschätzung der politischen Folgen in mehreren Szenarien
Die
heute von der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) publizierte
«Politikfolgenabschätzung zur Aufhebung des AKW-Neubauverbots»
beleuchtet diesen blinden Fleck. Die Studie modelliert mithilfe von drei
Szenarien die Effekte auf relevante Akteure wie Investor:innen,
Projektentwickler:innen sowie die Politik und die staatlichen
Institutionen. Dabei werden die Auswirkungen untersucht, falls das
Neubauverbot aufgehoben würde – von einer Situation ohne AKW-Bauprojekt
bis zum Szenario, in dem staatliche Mittel für einen AKW-Neubau
umgeleitet und bereitgestellt werden.
Die Hauptbefunde der SES-Analyse sind bedenklich:
Investitionsbremse für Erneuerbare: Bereits
die Streichung des Verbots und die vage Aussicht auf neue AKW schaffen
eine massive Verunsicherung am Markt. Das führt zu einer spürbaren
Zurückhaltung der Investitionen und zu einer Verlangsamung des Ausbaus
von Solar-, Wind- und Wasserkraft und Batteriespeichern in den nächsten
20 Jahren. Die blosse Spekulation über neue Atomkraftwerke kühlt das
Investitionsklima für erneuerbare Energien also deutlich ab.
Verfehlte Ausbauziele: In
allen untersuchten Szenarien verfehlt die Schweiz die ambitionierten
Ausbauziele für erneuerbare Energien, wie sie im Stromgesetz von 2024
vorgegeben sind, deutlich. Im pessimistischsten Szenario, das die SES
als realistisch bei einem AKW-Neubauprojekt erachtet, liegt der Ausbau
der Photovoltaik bis 2045 um bis zu 30 Prozent unter dem heutigen
Referenzszenario.
Kostenexplosion und Subventionsverschiebung: Wenn
staatliche Mittel – etwa 0.5 Rappen pro Kilowattstunde aus dem
Netzzuschlagsfonds – für den AKW-Neubau umgeleitet werden, stehen sie
nicht mehr für die Förderung der kostengünstigen erneuerbaren Energien
zur Verfügung. Dies verteuert die Energiewende unnötig und führt zu
massiven Verzögerungen. Das stellt auch die Versorgungssicherheit in
Frage.
Nils
Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung SES,
fasst die Ergebnisse zusammen: «Unsere Politikfolgenabschätzung zeigt
klar: Die Aufhebung des AKW-Neubauverbots bedeutet keine langfristige
Option, sondern die sofortige Blockade der Energiewende. Wir können es
uns nicht leisten, die günstigste und schnellste Lösung – den Ausbau der
erneuerbaren Energie – aufs Spiel zu setzen, nur um einem unsicheren
Atom-Abenteuer in ferner Zukunft einen Türspalt zu öffnen.»
AKW und Erneuerbare sind unvereinbar
Die
Studie hält fest, dass der Bau neuer AKW nicht nur technologisch,
sondern vor allem regulatorisch, finanziell und zeitlich mit extrem
hohen Unsicherheiten behaftet ist. Diese Unsicherheiten strahlen direkt
auf den Ausbau der sicheren und planbaren erneuerbaren Energien ab. Die
Schweiz braucht jetzt eine klare, verlässliche Energiepolitik, die auf
den schnellen Ausbau der sauberen und einheimischen Solar-, Wind- und
Wasserkraft setzt.
Epprecht
ergänzt: «Die Politik muss erkennen, dass neue Atomkraftwerke und der
notwendige, forcierte Ausbau der Erneuerbaren unvereinbare Gegensätze
sind. Jeder Franken, der in ein AKW-Projekt fliesst – oder allein schon
die Diskussion darüber befeuert – fehlt, um unsere Energie rasch
erneuerbar und unabhängig zu machen. Das bringt die Ausbauziele in
Gefahr.»
AKW-Neubauverbot schafft Planungssicherheit und schützt die Ausbauziele
Die
SES fordert das Bundesparlament darum dringend auf, das gesetzliche
Neubauverbot zu erhalten, um Planungssicherheit für die von der
Bevölkerung vorgegebenen Ausbauziele der Energiewende zu gewährleisten
und die Investitionen in die dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung in
den kommenden Jahren nicht zu gefährden.
Der
Ausbau der Solarenergie in der Schweiz schreitet rasant voran: Im
laufenden Jahr wird bereits mehr als 14 Prozent unseres Stromverbrauchs
aus Photovoltaikanlagen stammen – eine Strommenge, die etwa der
regulären Jahresproduktion des AKW Gösgen entspricht. 2025 wird der
Ausbau wiederum auf hohem Niveau, aber leicht tiefer als im Vorjahr
liegen. Zur Stabilisierung des Ausbaus und zur
Erreichung der gesetzlichen Ziele für die Stromproduktion aus
erneuerbaren Energien braucht es weitere Massnahmen. Mit einem in 7
Punkten aufgegliederten Aktionsplan zeigt Swissolar auf, welche Weichen
jetzt gestellt werden müssen, damit die enormen Potenziale der
Solarenergie genutzt werden können und sich Solarstrom zusammen mit
dezentralen Steuerungen und Speicherlösungen optimal ins
Gesamtenergiesystem integriert.
Der Branchenverband Swissolar appelliert mit dem Aktionsplan 2030 an
die Politik, den eingeschlagenen und vom Volk mehrfach bestätigten Pfad
in Richtung Vollversorgung mit erneuerbaren Energien konsequent weiter
zu verfolgen. Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen ist die
wichtigste Voraussetzung, dass weiterhin in Solaranlagen investiert
wird. Swissolar setzt für einen nächsten Marktaufschwung grosse
Hoffnungen auf die neuen lokalen Strommodelle. Swissolar-Präsident und
Nationalrat Jürg Grossen sagt dazu: «Solarstrom sollte möglichst dort
verbraucht und gespeichert werden, wo er produziert wird. Das entlastet
die Stromnetze und ist für die Anlagenbetreiber wirtschaftlich
interessant. Die neu eingeführten Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften
und virtuellen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch vereinfachen dies
massiv.» Allerdings fordert der Verband die Beseitigung von bestehenden
Hindernissen bei der Anwendung dieser Modelle.
Im
Aktionsplan 2030 verweist Swissolar auch auf die möglichen negativen
Auswirkungen des geplanten Entlastungsprogramms des Bundes. Mit
Abstrichen beim Gebäudeprogramm der Kantone würde es weniger
interessant, Dächer und Fassaden zu sanieren und mit Solarmodulen
auszustatten. Weitere geplante Kürzungen würden die derzeit
international starke Position der Schweiz in der Solarenergieforschung
und -entwicklung gefährden.
Kosteneffizienter Solarausbau dank Batterien, Elektromobilität und intelligenter:
Steuerung: Ebenfalls
von zentraler Bedeutung für die nächsten solaren Ausbauschritte sind
Batteriespeicher: Sie werden laufend günstiger und ermöglichen eine
deutliche Erhöhung des Eigenverbrauchs. Zudem werden Batterien von
Elektrofahrzeugen kombiniert mit bidirektionalem Laden massgeblich zur
Entlastung der Stromnetze beitragen. Swissolar-Geschäftsführer Matthias
Egli sagt dazu: «Die Solarbranche ist bereit, die Verantwortung zu
übernehmen, die der rasch gestiegene Anteil Solarstrom mit sich bringt.
Wir werden gemeinsam mit der Elektrizitätswirtschaft die Regularien so
gestalten, dass der weitere Solarausbau kosteneffizient gelingt. Dabei
spielen dezentrale Speicher, Elektromobilität und Flexibilität eine
entscheidende Rolle».
Weltweiter Trend: Jede Woche kommt global eine
Jahres-Solarstromproduktion in der Grössenordnung des AKW Gösgen hinzu.
Es zeigt sich, dass Solarstrom unschlagbar günstig ist und rascher als
jede andere Technologie ausgebaut werden kann. Eine ähnliche Entwicklung
wie bei Photovoltaik in den letzten Jahren zeigt sich nun bei den
Batteriespeichern. In Kombination mit Photovoltaik ermöglichen sie eine
sichere, stabile und dezentrale Stromversorgung.
Solarmonitor Schweiz 2025: Drei Szenarien für den Schweizer Ausbau der Photovoltaik: Im zeitgleich mit dem Aktionsplan veröffentlichten Solarmonitor Schweiz 2025 präsentiert
Swissolar zum zweiten Mal eine detaillierte Analyse des Schweizer
Photovoltaikmarkts und liefert drei mögliche Szenarien für den weiteren
Ausbau. Der Solarmonitor 2025 gibt zudem Aufschluss über die
wirtschaftliche Bedeutung der Branche, erläutert die im nächsten Jahr
geltenden neuen Bestimmungen für lokale Strommodelle und zieht
Vergleiche mit der internationalen Entwicklung.