Mittwoch, 27. März 2019

Highlights PV-Tagung

Zwei Tage geballte Informationen, die vor allem eines klar machten: Die Schweiz hat keine Stromlücke und sie braucht schon gar keine AKW - die Schweiz hat vielmehr genug Sonne, um Solarenergie zur zweiten Säule der Energieversorgung neben der bewährten Wasserkraft zu machen. Das allerdings braucht einen gegenüber jetzt verfünffachten Ausbau der Photovoltaik - wie auch das Wachküssen der Wärmekraft der Sonne.

Prof. Dr. Christophe Ballif
Directeur PV Lab EPFL et
PV Center CSEM, Neuchâtel
Es waren Dutzende von Referenten und ganz wenige Referentinnen, die an den nationalen Photovoltaik-Tagen in Bern von Dienstag und Mittwoch die Meilensteine auf dem Weg zu einer solaren Schweiz aufzeichneten - hier eine Auswahl, beginnend mit dem Abschlussredner, dem hochdekorierten Becquerel-Preisträger Christophe Ballif (siehe auch Solarmedia vom 25. Mai 2016), der am CSEM in Neuenburg Solarforschung auf Weltniveau betreibt. Er zeigte auf, dass eine radikale Solarstrategie - am Vortrag von Swissolar-Präsident und SP-Nationalrat Roger Nordmann skizziert - von den Kosten her gesehen, weit günstiger als alles andere zu haben ist. Der Zubau von 45 Gigawatt Solarleistung würde 22 Milliarden Franken erfordern, verteilt über die kommenden Jahrzehnte. Die Kostenersparnis rührt dabei vor allem von den vermiedenen Importausgaben für fossile Energien und gilt im volkswirtschaftlichen Sinne.

Prof. Dr. Michael Sterner,
Energiespeicher/Energie
systeme
Ostbayerische Technische
Hochschule Regensburg
Marko Topic, Vorsitzender European Technology & Innovation Plattform PV und Uni-Dozent aus Slowenien stimmte mit Ballif überein: Das Solarzeitalter habe eben erst begonnen. Und es geht unter anderem deshalb schwunghaft weiter, weil sich auch ergänzende Techniken etablieren, so etwa die Speicherung von Energie aus Sonne- und Windkraftanlagen in Gasform. Michael Sterner leitet eine Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher und hat die Power-to-Gas-Technologie enwickelt und konkrete Anlagen gebaut. Gibt es davon in Deutschland bereits über 50, sind es in der Schweiz erst ganz wenige (siehe Solarmedia 28. Januar 2019). Aber solche Anlagen stehen an der Schwelle der Kommerzialisierung - und gelten als vielversprechendste Speichermöglichkeit erneuerbaren Stroms auch für den Winter. 


Ein Technologiesprung ist, wie die PV-Tagung zeigte, auch im Handel und der Vermarktung von Strom zu erwarten. Dabei kommen die 3D-Systemveränderungen zum Tragen: Dekarbonisierung (als Abkehr von fossilen Energieträgern), Dezentralisierung (der Erzeugung von Energie) und Digitalisierung. Letztere bezieht ihren Schub unter anderem von der Blockchain-Technologie, der Robert Bühler das Potenzial zuspricht, gleich den ganzen Energiehandel zu übernehmen, also ähnlich wie im Finanzsektor die bisherigen Drehscheiben (die Banken) auszuschalten. Bühler half das Startup-Unternehmen Agile Wind Power aufzubauen und ist heute CEO der Peer-Energy AG, welche nichts weniger als den weltweiten Energiemarkt zu revolutionieren gedenkt.

Fast schon naturgemäss ist da Michael Frank, Direktor des
VSE-Direktor Michael Frank
Verbands  Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE)
zurückhaltender. Er plädierte - im Gegensatz zu nicht wenigen Tagungsteilnehmern - für eine vollständige Marktöffnung, die gerade auch den Erneuerbaren zugute kommen soll und parallel dazu für genügend Investitionsanreize für die Erstellung neuer Anlagen. Immerhin bemerkenswert, wie der VSE unterdessen die Energiestrategie mitträgt und damit den Erneuerbaren Energien eine bedeutsame Rolle in der künftigen Versorgung zuspricht. Von wegen Versorgungssicherheit: Vertreter des Bundes machten erneut klar, dass eine Strommangellage oder Blackouts (von gewissen Kreisen wieder heftigst beschworen) weit und breit nicht in Sicht seien. 


Designerin Maria Mazzo
Die Energiestrategie bezieht sich längst nicht nur auf die Stromversorgung! Nullenergiegebäude sollten vielmehr Pflicht sein, so Stefano de Angelis und Maria Mazzo (Bild rechts) von jenem Architektenteam, das im Tessin  entsprechend bemerkenswerte Gebäude errichtet hat. Solche Gebäude verfügen in der Regel nicht nur über Photovoltaik- oder Solarwärme-Anlagen auf den Dächern und eine ausgeklügelte Haustechnik - vielmehr erfolgt die Energiegewinnung auch über die Fassaden, was völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Built-In-Photo-Voltaik (BIPV) ist denn auch Technologie, die CH-Produzenten selbst im Bereich der Modulfertigung wieder auf die Sprünge helfen soll. 

Christoph Neuhaus: seit '18
Bau-, Verkehrs-
und Energiedirektor BE
Wenn am Anfang dieses Berichts der 17. Nationalen PV-Tagung der Schlussreferent erwähnt wurde, so sei es am Ende nun umgekehrt. Einleitend hatte der Berner SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus die Ablehnung des Berner Energiegesetzes ausdrücklich bedauert und daran erinnert, dass es in der SVP bezüglich Energie- und Klimafragen auch andere Stimmen gibt. «Jeder in Erneuerbare investierte Franken ist ein gut investierter Franken in die Zukunft», so Neuhaus - allerdings mochten insbesondere Berner Tagungsteilnehmer ihrem Regierungsrat diese Aussage nicht  ganz abnehmen, hatte er doch die Vorlage nicht mit der gleichen Vehemenz im Abstimmungskampf unterstützt.

Mehr Informationen:
> Die Photovoltaiktagung auf Twitter

© Text: GuntramRehsche / Solarmedia

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Dienstag, 26. März 2019

Massiv mehr PV für die Schweiz gefordert

Solarenergie spielt eine zentrale Rolle dabei, die Klimakatastrophe abzuwenden. Allein auf den hierzulande geeigneten Dächern könnten – wie auch das Bundesamt für Energie feststellte – 50 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert werden. Damit liesse sich all jener Strom produzieren, der einerseits durch den Atomausstieg und andererseits durch die Dekarbonisierung von Heizungen und Mobilität erforderlich sein wird. Dazu muss der Zubau von Photovoltaik (PV) verfünffacht werden. Die jetzigen Fördermittel müssen dafür vorerst nicht erhöht, aber neu auch für Grossanlagen ohne Eigenverbrauch eingesetzt werden. Damit die Kosten für Solarstrom weiter sinken, müssen die bürokratischen Hürden fallen. 

Diesen Dienstag und Mittwoch findet in Bern die von Swissolar, dem Bundesamt für Energie und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) organisierte 17. nationale Photovoltaiktagung statt. Sie verzeichnet mit 630 Teilnehmenden einen neuen Rekord. Wichtiges Thema der Tagung ist die Rolle der Solarenergie bei der Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaprotokoll, das die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf null vorsieht. Der damit verbundene Verzicht auf fossile Energien führt zu einem steigenden Strombedarf, der durch erneuerbare Energien zu decken ist. In der Schweiz kommt dabei der Solarenergie eine zentrale Bedeutung zu. Swissolar präsentiert anlässlich der Tagung Denkanstösse, damit die Schweiz mittels solarer Stromerzeugung ihre Klimaziele erreichen kann. 

Der Zubau von Photovoltaik muss verfünffacht werden: Grundsätzlich muss der jährliche Zubau an PV-Anlagen verfünffacht werden (von heute 0,3 auf jährlich rund 1,5 Gigawatt). Nur so ist das Ziel eines Ausbaus von heute . auf insgesamt 50 Gigawatt PV-Leistung bis zum Jahr 2050 zu erreichen. [1] Ein Ausbau, der nötig ist, um die für den Atomausstieg und die Dekarbonisierung erforderliche Solarstrommenge zu produzieren. Der Platz für diesen Ausbau ist auf unseren Dächern verfügbar, wie das Bundesamt für Energie (BFE) aufzeigt. [2] Dieses Ziel kann in einer ersten Phase lediglich mit einem optimierten Einsatz der heute bereits verfügbaren Mittel erreicht werden. Insbesondere braucht es Ausschreibungen zur Förderung von Grossanlagen ohne Eigenverbrauch. 

Im Zusammenspiel mit der Wasserkraft und der Speicherung von Überschüssen bleibt nach dem massiven Ausbau der Photovoltaik die Versorgungssicherheit im Jahresverlauf sichergestellt. Kurzfristig müssen bei der bevorstehenden Totalrevision des CO2-Gesetzes wichtige Weichen gestellt werden, um die Abkehr von fossilen Heizungen und Verbrennungsmotoren im Verkehr rasch voranzubringen. 

Die jetzigen Fördermittel reichen vorerst – aber die bürokratischen Hürden müssen fallen: Seit Beginn der Solarförderung in der Schweiz vor 10 Jahren sind die Preise für Solarstrom in der Schweiz um über 80 Prozent gefallen. Heute liefert Photovoltaik den billigsten Strom aller neuen Kraftwerke und weitere Preissenkungen sind absehbar. Allerdings macht die zunehmende Bürokratie beim Bau von Solaranlagen die Kostensenkungen bei den Komponenten grösstenteils wieder wett. Der Aufwand dafür liegt heute bei 8 bis 12 Stunden pro Projekt! Swissolar appelliert deshalb dringend an die Verteilnetzbetreiber, Gemeinden, Pronovo und weitere Instanzen, ihre Abläufe zu vereinfachen und aufeinander abzustimmen.

Mehr Informationen:
> Die Photovoltaiktagung auf Twitter

Quelle: Swissolar

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Montag, 25. März 2019

#PVTagung19 gestartet

Heute Dienstag ist es wieder soweit – rund 600 TeilnehmerInnen diskutieren in Bern an den nationalen Photovoltaik-Tagen Befindlichkeiten und Perspektiven rund um die Solarenergie in der Schweiz. Hier eine Vorschau. Und übrigens: Sowohl Solarmedia wie auch der dazugehörige Twitteraccount (twitter.com/rehsche) berichten aktuell!

Es ist ja nicht so, dass Solarenergie erst seit dem Wochenende wieder vermehrt im Gespräch wäre – einem Wochenende, an dem mit Martin Neukom ein ausgewiesener Solarenergieexperte völlig überraschend in den kantonalzürcherischen Regierungsrat gewählt wurde. Nein, andere Entwicklungen haben in jüngster Vergangenheit diese wichtigste Energieform der Zukunft ins Sonnenlicht gezerrt – im wortwörtlichen Sinn schon mal mit den ausserordentlich hohen Solarstromerträgen des ersten Quartals im Jahr 2019 – in dem der Februar Kilowattstunden hervorbrachte, die mehr als doppelt so viele als in Vorjahren waren und den besonders ertragreichen Frühjahrsmonaten nahe kamen.

Nochmals nein, die Solarenergie macht jetzt auch wieder vermehrt von sich reden, weil der Fokus neben der Stromproduktion vermehrt auf der Wärmeerzeugung liegt. So hatte Stefan Batzli, Geschäftsführer der AEE Suisse im Herbst an der nationalen Solarwärme-Tagung in Rapperswil die neu ins Leben gerufene «Wärmeinitiative Schweiz» vorgestellt, die sich den Umbau der Schweizer Wärmeversorgung hin zu mehr erneuerbaren Energien als Ziel gesetzt hat. Im Vergleich zum Strom, der in der Schweiz bereits zu 60% erneuerbar ist, sind es bei der Wärme nämlich nur gerade etwa 20%. Bis 2050 sollen gemäss der Vision der Initiative «bis 2050 die Energie für die Bereitstellung von Wärme und Kälte in Haushalten, Betrieben, öffentlichen Gebäuden und der Industrie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen». 

Die Solarenergie steht auch deshalb wieder im Fokus, weil sie zunehmend wirtschaftlich ist – was ja eigentlich nicht wirklich neu wäre, nur hat das die Öffentlichkeit lange völlig ignoriert - nun nimmt sie es  langsam und gelegentlich auch nur widerwillig zur Kenntnis – wie man sich etwa in vielen Beiträgen der Solarskeptikger auf Twitter überzeugen kann. Und sie verspricht technologisch weiterhin Fortschritte, wie unlängst der Solarmedia-Beitrag über die Fortschritte der Dünnschicht-Technologie aufzeigte (Solarmedia vom 20. März 2019). Von Bedeutung für die Schweiz ist sodann, dass der hiesige Gebäudesektor unterdessen auch aus Sicht des Bundesrats resp. des Bundesamts für Energie mit einer Kapazität von 50 Terawattstunden pro Jahr über das grösste CO2-freie Energiepotenzial der Schweiz verfügt – und dass der durchschnittliche Ertrag je Kilowatt-Kapazität deutlich höher liegt als angenommen (Solarmedia 22. März 2019). Geschenkt, dass es ja auch bei den Batterien zur Speicherung sowohl in wirtschaftlicher wie technischer Hinsicht rasant vorangeht. Im Grossmassstab noch wichtiger ist der Fortschritt bei der Power-to-Gas-Technologie, die unterdessen in vielen bereits kommerziellen Speicherprojekten im Inland wie im Ausland Anwendung findet (allein in Deutschland derzeit 55 Anlagen in Betrieb).

Nun also die PV-Tagung in Bern: Dieses Jahr wird gemäss dem veranstaltenden Fachverband Swissolar zurückgeblickt auf das erste Jahr nach Inkrafttreten der Energiestrategie 2050. Im Fokus steht aber vor allem die Zukunft der Photovoltaik: Welches ist ihre Rolle beim notwendigen Verzicht auf fossile Energien in der Schweiz (Dekarbonisierung)? Wie lassen sich grosse Mengen Solarstrom technisch und regulatorisch ins Stromnetz integrieren? Ein Highlight bildet die Podiumsdiskussion zur Revision des Stromversorgungsgesetzes unter Teilnahme der Nationalräte Jürg Grossen und Roger Nordmann, Matthias Gysler (Chefökonom BFE), Michael Frank (Direktor VSE) und Daniel Schafer (CEO Energie Wasser Bern). Weitere Themen der Nationalen Photovoltaik-Tagung 2019  sind:
  • Stromspeicherung und Sektorkopplung
  • Highlights aus der Forschung
  • Porträt einer Photovoltaikanlage, die seit bald 40 Jahren Strom liefert
  • Photovoltaik als Teil der Gebäudehülle
  • Dezentralisierung, Digitalisierung
  • Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV)
  • Setzt sich Photovoltaik bei Eigentümern durch?
  • Die grossen Trends für die nächsten 10 Jahre

© Text: GuntramRehsche / Solarmedia 

Twitter allgemein siehe: twitter.com/rehsche  

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Freitag, 22. März 2019

Über 1000 KWh pro kWp

Wie hoch ist die Qualität der Schweizer Photovoltaikanlagen, die eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) erhalten? Dieser Frage geht die im Auftrag des Bundesamts für Energie erstellte und kürzlich publizierte Studie «Performance-Analyse der Schweizer KEV PV-Anlagen» nach. Von besonderem Interesse war, wie viel der Sonneneinstrahlung von den PV-Anlagen in elektrischen Strom umgewandelt werden kann.
Die Analyse wurde im Zeitraum zwischen 2009 und 2016 durchgeführt und berücksichtigt den Ertrag von 1’658 KEV-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 206,8 Megawatt. Dies entspricht 12 Prozent aller Schweizer Anlagen (Stand Ende 2016), womit die Ergebnisse statistisch aussagekräftig sind. Die Firma TNC entwickelte eigens für diese Analyse eine spezielle Methodik. Diese führt einerseits die erfassten elektrischen Erträge der PV-Anlagen und andererseits ihre standortspezifisch berechneten Einstrahlungsverhältnisse, welche auf gemessenen Meteodaten basieren, systematisch zusammen. Anschliessend wertet sie die so genannte Performance-Ratio (PR) aus. Grundlage hierfür bilden die Ertragsdaten der geförderten Anlagen, die anonymisiert und aggregiert wurden.
Die Resultate der Analyse sind erfreulich. Sie zeigen, dass die Schweizer PV-Anlagen mit einem Mittelwert von leicht mehr als 75 Prozent generell eine gute Performance aufweisen. Die gemessenen elektrischen Jahreserträge liegen im untersuchten Zeitraum für typische Anlagen im Schnitt mit 1015 kWh/kWp über den bisherigen Annahmen des BFE von 950 kWh/kWp. Bei der Beobachtung der PR über die Zeit kam die Studie zu zwei interessanten Ergebnissen: Erstens führt der technologische Fortschritt dazu, dass die Anlagen, die in dem Zeitraum jeweils neu in Betreib genommen wurden, eine jährliche Steigerung der PR von zirka 0,36% aufwiesen. Zweitens zeigt sich, dass die Degradation der Module (d.h. die jährliche Leistungsabnahme durch Alterung) für die ausgewerteten Anlagen bei 0,2-0,3% pro Jahr liegt und somit deutlich tiefer als die bisher vom BFE angenommenen 0,5% pro Jahr.
Wieland Hintz, BFE-Fachspezialist Erneuerbare Energien

Donnerstag, 21. März 2019

Meyer Burger steht weiter im Gegenwind

Der einzige verbliebene grosse Schweizer Solarkonzern spricht im Jahresbericht 2018 von einem schwierigen Marktumfeld. Das findet auch Niederschlag im Geschäftsergebnis: Der Nettoumsatz sank deutlich, das Konzernergebnis ist weiterhin tiefrot. Als Lichtblick meldet Meyer Burger eine wichtige strategische Partnerschaft mit einem führendem Entwickler von hoch-effizienten Perowskit-Solarzellen der nächsten Generation und den Verkauf einer 200 MW Heterojunction Produktionslinie.



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Für die PV-Hersteller war 2018 gemäss Medienmitteilung ein herausforderndes Jahr. Es begann mit der Ankündigung des US-Präsidenten im Januar 2018, dass erhöhte Importzölle auf PV-Module und Zellen eingeführt werden; und war danach geprägt von einer sich verschärfenden Handelskrise zwischen den USA und China, worunter unzählige Firmen und Industrien weltweit litten. Zudem kündigte die chinesische Regierung am 31. Mai 2018 eine substanzielle Reduktion der Subventionen im Photovoltaik-Bereich an. Trotz des langfristig positiven Ausblicks für die Solarindustrie haben diese Faktoren zu Unsicherheiten geführt und zu einer deutlichen Zurückhaltung der Kunden, neue Investitionen für PV-Equipment zu tätigen. Der Markt zeigte gegen Ende des Jahres 2018 wieder erste Anzeichen einer Erholung.

Vor dem Hintergrund dieses politischen Umfelds und des Margendrucks bei Standard-PV-Lösungen verzeichnete Meyer Burger im Berichtsjahr 2018 einen Auftragseingang von CHF 326.8 Mio. (2017: CHF 560.7 Mio.). Grössere Aufträge im Jahr 2018 beliefen sich auf CHF 122 Mio. (inklusive einem Heterojunction / SWCT™ Grossauftrag von CHF 74 Mio. im Dezember 2018) verglichen mit CHF 243 Mio. im Vorjahr (bei denen ebenfalls ein Heterojunction-Auftrag im Betrag von CHF 45 Mio. im Oktober 2017 enthalten war). Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2018 lag bei CHF 240.5 Mio. (31.12.2017: CHF 343.8 Mio.).

Der Nettoumsatz belief sich auf CHF 407.0 Mio. (2017: CHF 473.3 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr muss dabei ein Umsatzrückgang von CHF 10.2 Mio. durch den Verkauf der Geschäftseinheit Solarsysteme an die 3S Solar Plus AG im Juni 2018 berücksichtigt werden. Gleichzeitig gab es positive Fremdwährungseffekte (vor allem in Euro) von CHF 15.2 Mio. Auf einer vergleichbaren Basis ging der Umsatz der weitergeführten Geschäftsaktivitäten im Berichtsjahr 2018 um CHF 71.3 Mio. bzw. 15% zurück.

Die Personalkosten reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um CHF 9.8 Mio. bzw. 7% auf CHF 125.9 Mio. (2017: CHF 135.7 Mio.). Dies zeigt, dass Meyer Burger die Organisation flexibler ausrichten und die Fixkostenbasis erneut deutlich reduzieren konnte. Der sonstige Betriebsaufwand belief sich auf CHF 48.8 Mio. und beinhaltet einmalige Kosten von CHF 4.3 Mio. im Zusammenhang mit der Devestition der Geschäftseinheit Solarsysteme (2017: CHF 46.7 Mio.). Ohne diese einmaligen Kosten wäre der sonstige Betriebsaufwand um rund 5% tiefer ausgefallen als im Vorjahr.

Das EBITDA lag im Berichtsjahr 2018 bei CHF 26.1 Mio. (2017: CHF 12.4 Mio.), mit einer EBITDA Marge von 6.4% (2017: Marge von 2.6%). Die Abschreibungen und Amortisationen beliefen sich auf CHF 24.3 Mio. (2017: CHF 31.7 Mio.) und gingen im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet zurück. Das Ergebnis auf Stufe EBIT lag bei CHF 1.8 Mio. (2017: CHF -19.3 Mio.). Das Finanzergebnis netto betrug CHF -9.8 Mio. (2017: CHF -10.3 Mio.). Das ausserordentliche Ergebnis belief sich auf CHF +0.7 Mio. Dies steht mehrheitlich im Zusammenhang mit Folgekosten und Effekten aus den Schätzungsänderungen im Zusammenhang mit der im Jahr 2017 kommunizierten Einstellung der Produktionsaktivitäten am Standort Thun (2017: CHF -48.8 Mio., vor allem im Zusammenhang mit der Devestition von DMT und dem damit verbundenen Goodwill Recycling sowie Kosten betreffend die Reorganisation und Einstellung der Produktionsaktivitäten in Thun).

Aufgrund der negativen Einflüsse aus den Wertberichtigungen auf latenten Ertragssteuerguthaben (CHF 49.0 Mio.) hat sich der Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verringert und lag bei CHF -59.4 Mio. (2017: CHF -79.3 Mio.). Das Eigenkapital betrug CHF 181.7 Mio. (31.12.2017: CHF 243.0 Mio.). Die Eigenkapitalquote zum Jahresende 2018 lag bei 52.0% (31.12.2017: 51.7%).

Anpassung Geschäftsleitung: Im Rahmen der Unternehmensstrategie mit Fokus auf Zell-/Modultechnologien wird die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. Daniel Lippuner, COO, verlässt die Geschäftsleitung per Ende Juni 2019. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Daniel Lippuner für seine Leistungen und das grosse Engagement für Meyer Burger und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Ausblick 2019: Aufgrund der politischen Unsicherheiten, wie beispielsweise Importzölle, Energiepolitik und neuer Subventionspolitik in China, die noch nicht veröffentlicht wurde, ist es schwierig, das Jahr 2019 zu prognostizieren. Der Vollzug des bereits unterzeichneten Verkaufs des Wafer Geschäfts wird in den nächsten Wochen erwartet und führt zu einem Mittelzufluss von rund CHF 50 Mio.

Quelle: Der Geschäftsbericht 2018 und die Präsentation zum Jahresergebnis 2018 stehen auf der Websitewww.meyerburger.comunter dem Link– Investor Relations – Berichte & Publikationen – zum Download zur Verfügung: https://www.meyerburger.com/de/meyer-burger/investor-relations/berichte-publikationen/

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Mittwoch, 20. März 2019

Schlüsseltechnologie für Energiewende: CIGS

Ein neues Whitepaper der Forschungsinstitute ZSW und HZB zeigt: CIGS-Dünnschicht-Solarzellen besitzen großes Potenzial für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum. 

Fassade mit integrierten CIGS-
Dünnschicht-Solarmodulen
am Institutsgebäude
des ZSW in Stuttgart
Die CIGS-Dünnschicht-Photovoltaik kann eine wichtige Säule für die globale Energiewende werden. CIGS-Dünnschichtmodule bieten hohe Leistung zu geringen Kosten, und ihre Herstellung benötigt wenig Energie. Außerdem erlauben CIGS-Module auch ästhetisch an-spruchsvolle Gestaltungen in Gebäuden und Fahrzeugen. Damit hat CIGS erhebliche Vorteile gegenüber anderen Technologien. Ein neues Whitepaper von ZSW und HZB beschreibt die Stärken und Einsatzmöglichkeiten von CIGS und die daraus resultierenden großen Chan-cen auch für die Wirtschaft. 

CIGS ist ein Halbleitermaterial aus den Elementen Kupfer, Indium, Gallium und Selen. Seine Eigenschaften sind bemerkenswert: Dünnschicht-Solarzellen auf CIGS-Basis übertreffen alle anderen Dünnschicht-PV-Technologien mit einem Zellwirkungsgrad von 23,35 % auf der Zelle und 17,5 % auf der Modulebene. Die Produktionskosten von CIGS sind im Vergleich zu anderen PV-Technologien in Bezug auf Investitionen und insbesondere auf die Betriebskosten sehr wettbewerbsfähig. Und unter gestalterischen Gesichtspunkten sind CIGS-Module sowohl in der rein schwarzen Standardform als auch in den farbigen oder gemusterten Varianten konventionellen Modulen weit überlegen. 

Diese Eigenschaften ermöglichen den Einsatz von CIGS in einer Vielzahl von Anwendungen, für die andere Technologien ungeeignet wären. Neben Dach- oder Großflächen, bei denen CIGS mit anderen PV-Technologien konkurrenzfähig ist, eignet es sich besonders für die Integration in Gebäude, zum Beispiel als Fassaden-, Fenster- oder Dachmaterial. Beim Einsatz auf flexiblen Substraten wie Stahl oder Polyimid können leichte CIGS-Module auch problemlos auf dem Dach von Fahrzeugen, z.B. Elektroautos, Bussen, Lastwagen, Schiffen oder Zügen, angebracht werden. In Bezug auf die Umweltauswirkungen schneidet CIGS auch im Vergleich mit anderen Solarzell-Technologien hervorragend ab. Der CO2-Fußabdruck beträgt nur 12 bis 20 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde, was deutlich unter dem von kristallinem Silizium (50 bis 60 g) und natürlich deutlich unter dem von fossilen Technologien (700 bis 1.000 g) liegt. Die energetische Amortisationszeit beträgt weniger als 12 Monate und ist damit ebenfalls deutlich geringer als bei kristallinem Silizium (12 bis 18 Monate). Darüber hinaus kann CIGS mit geringem Aufwand und in hoher Qualität recycelt werden, so dass die anstehenden End-of-Life-Normen in der Europäischen Union und anderen Ländern erfüllt werden können. 

Mit diesen Eigenschaften ist CIGS bestens positioniert, um die Anforderungen zukünftiger Energiesysteme zu erfüllen. Für Investoren bietet die CIGS-Technologie daher ein hochattraktives Geschäftsfeld. Mit CIGS ist es möglich, voll integrierte Produktionsanlagen mit hohem Automatisierungsgrad zu bauen. Und es gibt weiteres Potenzial für Kostensenkungen, insbesondere bei den Betriebskosten. Europa verfügt über Lieferanten für modernste Produktionsanlagen sowie über exzellente CIGS-Forschungseinrichtungen, die untereinander bestens vernetzt sind, und bietet damit ein ideales „Ökosystem“ für die Weiter-entwicklung dieser Technologie. Um dieses einzigartige Ökosystem zu nutzen und das enorme Potenzial von CIGS neben anderen PV-Technologien sowohl für den Klima-schutz als auch für die Wirtschaft zu heben, brauchen wir günstige politische Rahmenbedingungen. Die Ausbauziele für die Photovoltaik auf deutscher und europäischer Ebene müssen erhöht und regulatorische Barrieren wie der 52-Gigawatt-Deckel beseitigt werden, damit die PV, insbesondere die Dünnschicht-PV, die globale Energiewende vorantreiben kann.  

Hier können Sie das Whitepaper herunterladen: https://cigs-pv.net/download/ 

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 260 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten. 

Das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) werden komplexe Materialsysteme untersucht, die dazu beitragen, die Energiewende zu bewältigen. Zum HZB-Portfolio gehören Solarzellen, solare Brennstoffe, Thermoelektrika sowie Materialien für neue energieeffiziente Informationstechnologien (Spintronik). Die Forschung an diesen Energie-Materialien ist eng an den Betrieb und die Weiterentwicklung der Photonenquelle BESSY II geknüpft. Ein wichtiger Forschungsansatz liegt dabei auf Dünnschichttechnologien. Am HZB sind 1150 Mitarbeitende beschäftigt.

Quelle: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

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Dienstag, 19. März 2019

Solarspeicher: Preise um 60 Prozent gesunken

Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft erwartet ein anhaltend starkes Marktwachstum bei Solarstromspeichern und rechnet mit dem Abbau verbliebener Marktbarrieren. Die Preise schlüsselfertiger Batteriespeicher sind in den letzten fünf Jahren um 60 Prozent gesunken.

Die Nachfrage nach Solarstromspeichern wird in Deutschland nach Einschätzung des Solar- und Speicherverbandes BSW auch in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen. Bei neuen Solarstromanlagen gehört die Kombination mit Batteriespeichern inzwischen zum Standard, um selbst erzeugte Solarenergie rund um die Uhr nutzen zu können. Die Technologie stehe auf der Schwelle zum Massenmarkt. „Das Bedürfnis, sich Vorräte anzulegen ist tief im Menschen verwurzelt. Für die Energiewende ist es ein Erfolgsprinzip und energiewirtschaftlich sinnvoll, um das schwankende Angebot von Solar- und Windenergie an die Stromnachfrage anzupassen und den Netzausbaubedarf zu reduzieren. Die wachsende Beliebtheit von Photovoltaik und Speichern gehen dabei Hand in Hand“, freut sich BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Weitere Marktimpulse für die Errichtung von Heim- und Gewerbespeichern erwartet der BSW in den nächsten Jahren durch die Einführung der Elektromobilität, die Digitalisierung und die Nachrüstung der rund 1,5 Millionen bereits installierten Solarstromanlagen, sobald diese nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Nach regelmäßigen BSW-Erhebungen sind die Preise für schlüsselfertig installierte Solarstromspeicher in den letzten fünf Jahren um rund 60 Prozent gesunken. Inzwischen seien rund 120.000 Solarstromspeicher in Deutschland in Betrieb, 2018 kamen nach einer ersten Einschätzung des Verbandes 35.000 bis 40.000 neue Speicher hinzu.

Solarspeicher bieten der Energiewende vielfältige Vorteile: Sie ermöglichen es, den erzeugten Solarstrom vor Ort effizienter zu nutzen, Lastspitzen zu verschieben, Stromnetze zu entlasten und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität zu erleichtern. Mit einer Studie der TU-Braunschweig hatte der BSW erst jüngst verdeutlicht, dass sich mit einer intelligenten Verzahnung von Speichern, Solarenergie und Ladeinfrastruktur der für die Verkehrswende notwendige Stromnetzausbau deutlich reduzieren lässt.

Über den Bundesverband Solarwirtschaft e.V.: Der Verband vertritt neben der Solarwirtschaft die Interessen von führenden Speicherunternehmen in Deutschland. Darunter befinden sich namhafte Speicherhersteller wie die jüngst von Shell übernommene Sonnen sowie VARTA, SOLARWATT, SENEC, FENECON, HOPPECKE, TESVOLT oder BAE.

Der BSW agiert als Informant, Berater und Vermittler im Aktionsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Verbrauchern. Er sorgt für Marktzugang und Investitionssicherheit in den Wachstumsbranchen Solar- und Speichertechnik. Wichtige Unternehmen der Solar- und Speicherbranche - von Rohstofflieferanten und Produktionsfirmen über das Handwerk bis hin zu Betreibergesellschaften, Planern und Financiers - sind im BSW organisiert.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

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Montag, 18. März 2019

Von den Protesten in Frankreich lernen

Von den Gelbwesten-Protesten lernen: Was Klimaschutz, CO2-Preise und soziale Gerechtigkeit miteinander zu tun haben: Agora Energiewende analysiert die Fehler der CO2-Steuerreformen in Frankreich und gibt Empfehlungen, wie sich die Akzeptanz von CO2-Abgaben steigern lässt. 

Die Gelbwesten-Proteste in Frankreich gehen auf eine Reihe von Fehlern der französischen Regierung zurück, die insgesamt die soziale Schere in unserem Nachbarland weiter geöffnet haben. Dazu gehört neben etlichen Sozialreformen auch die Erhöhung des CO2-Beitrags auf Benzin und Diesel sowie auf Heizöl und Erdgas, weil diese ohne Rückverteilung der dadurch erzielten Staatseinnahmen vorgenommen wurde. Das belastet insbesondere Haushalte mit geringen Einkommen. Für die CO2-Steuer-Debatte in Deutschland kann man daraus die Lehre ziehen, dass Bürgerinnen und Bürger mit kleinen Einkommen im gleichen Maße an anderer Stelle entlastet werden oder aber einen Klima-Bonus erhalten sollten. Die aus Klimaschutz gebotenen und an sich sehr wirksamen CO2-Steuern sind hingegen kein geeignetes Instrument, um den Staatshaushalt zu sanieren. So lauten die wichtigsten Ergebnisse einer Analyse von Agora Energiewende zu den Ursachen der Gelbwesten-Proteste in Frankreich.
„Die seit Herbst andauernden Proteste richten sich überwiegend nicht gegen Klimaschutz, sondern gegen die soziale Umverteilung, die der CO2-Beitrag verstärkt hat“, sagt Murielle Gagnebin, eine der Autorinnen der Agora-Analyse. „So hat die Regierung Macron nicht nur den CO2-Preis erhöht, sondern auch die Tabaksteuer und die pauschalen Sozialbeiträge. Gleichzeitig wurden die Wohngeldzuschüsse gesenkt. All das belastet Haushalte mit geringem Einkommen viel stärker als diejenigen mit mittleren Einkommen.“ Verstärkt wurde die soziale Spaltung dadurch, dass die Vermögenssteuer abgeschafft wurde, wodurch die allerreichsten Haushalte erheblich profitierten. „Wenn die Franzosen also dagegen protestieren, dass sich die soziale Schere weiter geöffnet hat, so ist das nachvollziehbar. Mit dem CO2-Beitrag hat das aber nur zum Teil zu tun und dieser Teil wäre relativ leicht lösbar“, fasst Gagnebin zusammen.
Denn die mit einer CO2-Besteuerung zwangläufig immer verbundene Umverteilung lässt sich durch Rückzahlungen der Einnahmen an untere Einkommensgruppen kompensieren. Die Analyse hält das für zwingend, da der CO2-Aufschlag auf Energieverbrauch wie jede Verbrauchssteuer jene Haushalte mit niedrigem Einkommen prozentual stärker betrifft als Haushalte mit hohem Einkommen. „Denkbar ist auch eine Pro-Kopf-Rückverteilung wie in der Schweiz, wo jede Bürgerin und jeder Bürger aktuell 68 Euro im Jahr bekommt“, sagt Agora-Direktor Dr. Patrick Graichen. „Die Schweiz macht damit vor, wie man CO2-Steuern einführt, ohne dass es zu Protesten kommt.“
Eine weitere Empfehlung der Analyse lautet, dass CO2-Steuern keinesfalls zur Stärkung des Staatshaushaltes genutzt werden sollten. „Damit sie auf Akzeptanz stoßen, muss eine solche Abgabe für den Staatshaushalt aufkommensneutral umgesetzt werden“, sagt Graichen. In Frankreich hingegen diente der größte Teil der Einnahmen aus dem CO2-Aufschlag auf die Energiesteuern der Haushaltssanierung. Er sei daher von weiten Teilen der Bevölkerung nicht als Klimaschutzmaßnahme anerkannt worden, heißt es in der Analyse. „Neben dem sozialen Ausgleich ist daher eine Verwendung der Einnahmen für unmittelbar erfahrbare Klimaschutzmaßnahmen nötig“, rät Graichen. „Das kann auch ein Sonderfonds sein, aus dem bestimmten Bevölkerungsteilen großzügige Zuschüsse für klimafreundliche Fahrzeuge oder Zuschüsse zur Gebäudesanierung gezahlt werden.“

Die Analyse „Die Gelbwesten-Proteste:  Eine (Fehler-)Analyse der französischen CO2-Preispolitik“ steht auf unter www.agora-energiewende.de zum kostenlosen Download zur Verfügung. Sie enthält detaillierte Daten zu den Umverteilungseffekten der Steuer- und Sozialreformen der Regierung Macron sowie zu Höhe und Entwicklung des CO2-Aufschlags.

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Sonntag, 17. März 2019

Aktien mit Auftrieb


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Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 2,8% auf 1.099 Punkte, der NYSE Arca Oil um 3,7%. Seit Jahresanfang 2019 liegt der PPVX mit +22,3% währungsbereinigt rund 9 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+13,7%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind JinkoSolar Holding (+94%), Enphase Energy (+91%) und Canadian Solar (+62%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 27,9 Mrd. Euro. Die grössten Gewinner der Woche waren JinkoSolar Holding (+15%) und United Renewable Energy (+10%), die grössten Verlierer Thai Solar Energy (-3%) und Panda Green Energy Group (-3%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+291%) rund 120 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +171%).

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

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Donnerstag, 14. März 2019

Tesvolt: Award für die ländl. Elektrifizierung

Tesvolt wurde mit dem internationalen Award für ländliche Elektrifizierung ausgezeichnet. Der deutsche Hersteller von Stromspeichersystemen für Landwirtschaft und Gewerbe erhielt den Preis in der Kategorie „Privatwirtschaft in Australien, Europa und Nordamerika“ für die nachhaltige Energieversorgung einer Avocadofarm in Australien. 

Der Award wurde gemäss einer Medienmitteilung des Unternehmens diese Woche durch die Alliance for Rural Electrification (ARE) im Hauptsitz der Afrikanischen Entwicklungsbank in Abidjan verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt das australische Projekt bereits den smarter E-Award der Intersolar-Fachmesse. „Mit dem Award zeichnen wir die leidenschaftlichsten und innovativsten Akteure aus, die Menschen Zugang zu Energie verschaffen. Tesvolt hat ein ausgewogenes Konzept vorgelegt, das insbesondere im Hinblick auf Effektivität und das Potential zur Übertragbarkeit überzeugt“, erklärte Guilherme Collares, Jury-Vorsitzender und ARE-Vizepräsident. Der internationale Industrieverband mit seinen rund 150 Mitgliedern, hierunter v.a. Projektentwickler und Technologieanbieter, setzt sich seit über zehn Jahren dafür ein, dass insbesondere Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen in ländlichen Regionen Zugang zu erschwinglicher, sicherer und sauberer Energie erhalten. Weltweit gibt es rund 1 Milliarde Menschen ohne Energieversorgung, die meisten davon leben in Afrika, Asien und Latein-Amerika.


Wir sind besonders stolz auf diese internationale Auszeichnung für ländliche Elektrifizierung, denn Tesvolt hat die Vision, bezahlbaren, sauberen Strom in jeden Winkel der Welt zu bringen“, erklärt Marcus Kruckow, Vice President Internationalization bei Tesvolt. „Wir liefern aber nicht nur den Stromspeicher, sondern die komplette Energielösung. Die Avocadofarm hat uns vor die Herausforderung gestellt, unseren Lithiumspeicher mit Salzwasserbatterien zu kombinieren – das hat vor uns noch niemand gemacht.“ 

90 Tonnen Avocados produziert die Farm in Pemberton, Südwestaustralien, jährlich auf 5 Hektar Fläche. Die Früchte, die sehr viel Wasser und Sonne brauchen, um ihren optimalen Geschmack zu entfalten, werden im heißen und trockenen australischen Sommer über Hydraulik-Wasserpumpen aus unterirdischen Wassertanks versorgt. Die Tanks füllen sich im sehr regnerischen Winter auf.

Die Farm kann dank der intelligenten Stromspeicherlösung zu 100 Prozent mit Solarenergie betrieben werden. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 53 Kilowatt Peak (kWp) deckt zusammen mit einem 160 kWh-Salzwasserspeicher die Grundlast. Der 48 kWh-Tesvolt Speicher liefert Strom für die Hydraulik-Wasserpumpen, die beim Anspringen besonders viel Strom benötigen. Diese Lastspitzen können die Salzwasserbatterien nicht abfangen, da sie sich nicht schnell genug entladen. Der Tesvolt Speicher dagegen lädt und entlädt sehr schnell, weil er mit prismatischen Lithium-Hochleistungszellen von Samsung SDI ausgestattet ist. Wegen seiner Leistungsstärke kommt dieser Batteriezellentyp zum Beispiel auch in modernen Elektroautos zum Einsatz.

Über Tesvolt: Tesvolt hat sich auf Batteriespeicher für Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie spezialisiert. Das innovative Unternehmen aus Lutherstadt Wittenberg produziert Stromspeicher mit den modernsten Batteriezellen: prismatische Lithiumzellen von Samsung SDI auf Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide-Basis. Tesvolt Speicher funktionieren mit Niederspannung ebenso wie mit Hochspannung und können an alle Energieerzeuger angeschlossen werden: Sonne, Wind, Wasser und Blockheizkraft – On-Grid ebenso wie Off-Grid. Alle Tesvolt Speicher werden in einer eigenen Fertigungsanlage in Deutschland produziert. 

Quelle: www.tesvolt.com

Montag, 11. März 2019

Die Antwort ist SOLAR

An diesem Montag jährt sich Fukushima - Zeit für ein paar Gedanken von Solarmedia (durch Anklicken der jeweiligen #Hashtag-Begriffe gelangt man direkt zu Twitter)! 

Sonnenenergie, genutzt in Form von Strom oder Wärme, ist nach heutigem Ermessen die viel versprechendste Energiequelle der Zukunft. Jedes Land, jede Region weisst dabei Besonderheiten auf - dazu gehört für die Schweiz etwa, dass natürlich die Wasserkraft die natürliche und richtige Begleitung der Solarenergie darstellt - in anderen Staaten ist es etwa die Windkraft, in einigen wenigen schon heute auch die Geothermie (wie etwa auf Indonesien). Hier zu Erinnerung, was Atomtechnologie bewirkte (von oben: Fukushima, Tschernobyl, Lucens, Three Mile Island):


Ganz sicher heisst nach allen Erkenntnissen die Lösung nicht Atomkraft, an deren zerstörerische Wirkung insbesondere an diesem Montag zu erinnern ist, da sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum achten Mal jährt. Dennoch treibt eine kleine verbliebene Atomlobby auch hierzulande ihre Anliegen vehement vorand - dabei ist an folgende Punkte zu erinnern, die allesamt belegen, dass der Energieweg eben nicht über die Atomenergie verläuft (die folgenden Punkte wurden einzeln schon auf Twitter als Antwort auf diverse Veröffentlichungen publiziert):