|
|
|
^^^ Nach oben |
Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
|
|
|
^^^ Nach oben |
Der Bundesrat hat am Freitag die Botschaft zur Waldschutz-Initiative und Gemeindeschutz-Initiative verabschiedet und empfiehlt diese zur Ablehnung. Die aeesuisse, Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, unterstützt gemäss Medienmitteilung diese Position. Zusammen mit Vertretern der Energiewirtschaft, Branchenverbänden und Umweltorganisationen hat die aeesuisse diese Woche eine Allianz gegen die Verhinderungs-Initiativen gegründet. Denn die Initiativen würden den Ausbau der Windenergie in der Schweiz einschränken und die Versorgungssicherheit schwächen.
Mit seiner Botschaft hält der Bundesrat fest, dass die Anliegen der beiden Initiativen im geltenden Recht bereits berücksichtigt sind. Sowohl der Schutz des Waldes als auch das Mitspracherecht der betroffenen Gemeinden seien heute ausreichend geregelt. Aus Sicht der aeesuisse besteht deshalb kein zusätzlicher gesetzgeberischer Handlungsbedarf.
Windenergie ist zentral für die Winterversorgung: Die beiden Initiativen geben vor, Natur und Bevölkerung schützen zu wollen. Tatsächlich würden sie jedoch vor allem dazu führen, dass der Ausbau der Windenergie in der Schweiz weitgehend blockiert würde. Das wäre energiepolitisch problematisch: Windenergie leistet besonders in den Wintermonaten einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und ist damit ein bedeutender Bestandteil einer sicheren, erneuerbaren und möglichst unabhängigen Energieversorgung. Die Initiativen blockieren deshalb nicht nur den Ausbau der Windenergie, sondern torpedieren auch die vom Schweizer Stimmvolk gewünschte Energiewende. «Die beiden Initiativen täuschen einen Schutz vor, den das Gesetz bereits heute umfassend gewährleistet», sagt Fabienne Thomas, Co-Geschäftsführerin der aeesuisse und Co-Präsidentin der Allianz. «Faktisch führen sie jedoch zur Blockade unserer Winterstromproduktion und gefährden damit die Versorgungssicherheit und die Energieziele, zu denen sich die Schweiz und ihre Stimmbevölkerung mehrfach klar bekannt haben.»
Breite Allianz gegen Verhinderungsinitiativen: Am 10. Juni 2026 gründete eine breite Allianz aus Energiewirtschaft, Branchenverbänden, Windenergie-Befürwortenden und Umweltorganisationen in Bern einen Verein zur Bekämpfung der Verhinderungsinitiativen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aeesuisse, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), die Schweizerische Energiestiftung SES, Axpo sowie Suisse Eole und Pro Wind Schweiz. Co-präsidiert wird der Verein von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim VSE. Die Allianz ist sich einig: Die Windenergie ist ein unverzichtbarer Pfeiler der künftigen Winterstromversorgung der Schweiz. Die Annahme der beiden Initiativen würde den Ausbau der Windenergie faktisch unmöglich machen und damit die Versorgungssicherheit, die Energieunabhängigkeit und die Klimaziele der Schweiz gefährden.
![]() |
| Vergrössern mit Klick auf Darstellung von Swissolar |
Ab 2027 haben Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit, den Solarstrom nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung zu vergüten. Das neue Vergütungsmodell schafft Anreize, Solarstrom dann ins Netz einzuspeisen, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Bei tiefen Strompreisen kann der Strom stattdessen im Quartier verkauft oder in Batterien gespeichert werden.
Der
Bundesrat hat am 28.Mai die Umsetzung der neuen Abnahme- und
Vergütungspflicht für Strom aus erneuerbaren Energien vorgestellt.
Gemäss dem Parlamentsbeschluss vom Herbst 2025 richtet sich die
Vergütung künftig nicht mehr nach dem vierteljährlichen
Referenzmarktpreis, sondern nach dem stündlichen Spotmarktpreis zum
Zeitpunkt der Einspeisung. Damit entsteht ein klarer Anreiz, Solarstrom
bei tiefen Preisen nicht ins vorgelagerte Netz einzuspeisen, sondern
lokal zu speichern oder direkt zu nutzen.
Betreibende kleiner Photovoltaikanlagen mit einer Leistung unter 150 kW
erhalten zusätzlich einen Investitionsschutz in Form einer
Minimalvergütungsprämie. Falls
der vierteljährliche Referenzmarktpreis im Mittel unter der gesetzlich
festgelegten Minimalvergütung liegt, entspricht die Prämie der Differenz
zwischen Referenzmarktpreis und Minimalvergütung pro eingespeister
Kilowattstunde und wird rückwirkend vergütet. Mit diesem Modell
profitieren Produzenten insbesondere dann, wenn sie bei negativen
Strompreisen nicht ins Netz einspeisen, sind aber gleichzeitig dank der
Minimalvergütung im Mittel vor negativen Preisen geschützt.
Gemäss Bundesratsbeschluss wird die Gesetzesänderung per 1. Januar
2027 mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft treten. Anzumerken
ist, dass die Verteilnetzbetreiber weiterhin höhere Vergütungen
bezahlen dürfen. Swissolar geht davon aus, dass viele Netzbetreiber von
dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.
Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch
Für Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen kann das neue
Vergütungsmodell erhebliche Auswirkungen haben, insbesondere bei
geringem Eigenverbrauch. Sie sind künftig stärker den tiefen
Strommarktpreisen an sonnigen Tagen ausgesetzt.
Mit einem Batteriespeicher lässt sich Solarstrom gezielt über Mittag
speichern und später am Abend nutzen oder ins Netz einspeisen, wenn die
Strompreise höher sind. Sinkende Batteriepreise machen diese Lösung
zunehmend attraktiv. Entsprechend entscheiden sich immer mehr
Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen auch nachträglich für einen
Speicher.
Gemeinsam den Eigenverbrauch steigern
Zusätzliche Möglichkeiten bieten Modelle wie der Zusammenschluss zum
Eigenverbrauch (ZEV) oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG).
Dabei wird Solarstrom innerhalb eines Quartiers lokal genutzt und
verkauft, statt über den Netzbetreiber auf dem Strommarkt verkauft zu
werden. Das erhöht den Eigenverbrauch und entlastet gleichzeitig die
Stromnetze.
Swissolar fordert freien Zugang zu Börsenstrompreisen
Damit Anlagenbetreiber das neue Vergütungsmodell optimal nutzen können,
braucht es einen einfachen Zugang zu den relevanten Marktdaten.
Swissolar fordert deshalb vom Bundesamt für Energie (BFE):
Diese Daten ermöglichen es Energiemanagementsystemen, Batteriespeicher und Verbrauch intelligent zu steuern, damit Solarstrom bei tiefen Preisen lokal genutzt oder gespeichert werden kann.
|
|
Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.
Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft.
Unabhängige Informationsplattform rund um lokal produzierten Strom
Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet
sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und
Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie
erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen
Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also
Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus
erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der
Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie
LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden
oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform
eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer
komplexeren Regelungen.
Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben.
Weitere Informationen
Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:
www.lokalerstrom.ch
Zum Register:
www.lokalerstrom.ch/#abrechnungsanbieter
Zum LEG-Tarifrechner:
www.lokalerstrom.ch/betriebsmodelle/leg#tarifrechner
Die Entwicklung beim Solarausbau ist weiterhin besorgniserregend. Dies zeigen die neuesten Zahlen von Pronovo. Die monatlichen Anmeldungen von neuen Photovoltaikanlagen sinken weiter. Bei den kleinen Anlagen liegt die Anzahl Gesuche inzwischen bei rund 2’600. Anfang 2025 betrug sie noch mehr als 5’100.
Somit hat sich die Anzahl Gesuche seither halbiert. Um die Ausbauziele zu erreichen, hätte sie sich aber verdoppeln müssen. Das ist das Ergebnis der Umsetzung des Stromgesetzes, welche die Energiewende sabotiert und mit der Diskussion um neue AKW in Tat und Wahrheit den Ausstieg aus den fossilen Energien verzögert. Das Parlament muss jetzt korrigieren. Bei Umsetzung des Stromabkommens soll es gemäss der SSES Planungssicherheit für Investitionen in Solaranlagen schaffen.
Obwohl Volk und Parlament dem Bundesrat mit dem Stromgesetz hohe Ziele für den Solarausbau vorgegeben haben, ergreift er nicht die nötigen Massnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Die neuesten Zahlen von Pronovo zeigen: Der Zubau nimmt weiter ab statt zu. Dies betrifft vor allem kleine Anlagen. Diese haben bisher über die Hälfte zum Photovoltaik-Ausbau beigetragen. Das Wegbrechen dieses Segments rückt die Ausbauziele in weite Ferne. Auch Anlagen ohne oder mit wenig Eigenverbrauch werden praktisch nicht mehr gebaut, obwohl diese vielfach zu den preisgünstigsten zählen.
Die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES vermutet gemäss Medieninformation, dass die verfehlten Ausbauziele als Grund genommen werden, um den Ausstieg aus den fossilen Energien zu verzögern, neue Kernkraftwerke zu fordern und damit beim Umwelt- und Klimaschutz weitere Abstriche vorzunehmen.
Unsichere Amortisation gefährdet Solarausbau
Wer
nicht sicher ist, dass sich die Solaranlage amortisiert, wird kaum in
sie investieren. Damit es beim Solarausbau wieder voran geht, müssen die
Solarbremsen gelöst werden:
· Es braucht Planungssicherheit mit langfristig stabilen Förderbedingungen.
· Es braucht Investitionssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für die Amortisation der Anlagen sowie einfache Instrumente, die verständlich und anwendbar sind.
· Es braucht Rechtssicherheit: Wer eine Solaranlage betreibt, muss sicher sein, dass die Bedingungen während der Dauer der Amortisation stabil bleiben.
· Und nicht zuletzt braucht es klare Signale, dass der Ausbau der Sonnenenergie weiter nötig ist und wir noch weit weg sind von den gesetzten Zielen.
Das Parlament hat es nun in der Hand, Verbesserungen beim Stromgesetz zu beschliessen sowie bei der Umsetzung des Stromabkommens die Finanzierung so anzupassen, dass Solar endlich als Teil der Versorgungsinfrastruktur behandelt wird. Mit einem Anteil von 22 Prozent am Stromverbrauch in den ersten Tagen des Mais wird die Sonnenenergie immer mehr zum zweiten Standbein der Energieversorgung nebst der Wasserkraft. Vorschläge für eine Neugestaltung der Solarstromvergütung liegen auf dem Tisch. Die SSES-Fachgruppe VESE hat verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet und sie vergangenes Jahr in der Kurzstudie PV-Zubau 2.0 veröffentlicht.
Download der Medienmitteilung als pdf:
https://www.sses.ch/wp-content/uploads/260513_MM_Rueckgang_PV-Anmeldungen_d.pdf
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:
In Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in 11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig. Die SSES ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100% erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der Solarenergie. www.sses.ch
|
Zwei Staaten haben übers Wochenende für Furore gesorgt. Erwähnt wurde hier auch schon Ungarn (siehe Solarmedia vom 6.April 2026). Dieses steht an der Spitze unter den Solar-Anwendern in Europa, und das ganz plötzlich, nachdem es lange Zeit als Nachzügler galt.
![]() |
| Pakistans Entwicklung gilt als eigentliche Solar-Revolution, getrieben von hunderttausenden von Anwendungen - Bild WION |