Samstag, 6. Juni 2026

Fällt Klimawandel aus?

„Fällt der Klimawandel aus?“ Das fragte die „Welt“ allen Ernstes Ende Mai 2026. Auch die „BILD“-Zeitung titelte: „Prognosen völlig falsch! Klimaforscher streichen ihr schlimmstes Angst-Szenario.“ Die AFD sprach im Bundestag gar „vom Ende des größten Betrugs der Menschheit“. Was war geschehen? Ein Kommentar des Energie-Spezialisten Franz Alt.

Der Weltklimarat IPCC hat sein „Worst-Case-Szenario“, seine schlimmste Prognose für den Klimawandel, revidiert. Und zwar deshalb, weil die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas erste positive Ergebnisse zeigen und es unwahrscheinlich ist, dass die globale Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 4,8 Grad ansteigen wird. Die Hauptursachen: Die erneuerbaren Energien sind dramatisch preisgünstiger geworden und das Pariser Klimaabkommen hat die Welt zur Klimaschutzpolitik angeregt.

Dass Klima-Szenarien regelmäßig angepasst werden, ist ein normaler wissenschaftlicher Vorgang. Die Kollegen der „Welt“ und bei „BILD“ haben freilich schlicht übersehen, dass der Weltklimarat auch sein „Best-Case-Szenario“ gestrichen hat. Das heißt: Auch das 1.5-Grad-Zeil von Paris ist kaum noch zu erreichen, wenn die Staatenwelt den Klimaschutz nicht ernster nimmt als bisher. Das neue, mittlere Szenario, das eine globale Erwärmung von 2.8 Grad voraussieht, wenn die Welt bis 2.100 so weitermacht wie bisher, ist auch eine Katastrophe, was „BILD“ und „Welt“ übersehen haben.

Klimaforscher wie Niklas Höhne vom New Climate Institute: „Aus meiner Sicht ist es unverantwortlich und auch durchschaubar, dass hier Klimawandelleugner, die extrem rechten Medien oder eben die Trump-Administration diesen Vorgang für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Die Anpassung der Klimaszenarien ist ein normaler wissenschaftlichere Vorgang.“ Dass das Worst-Case-Szenario nach unten angepasst wurde, zeigt – laut Höhne – dass der bisherige Klimaschutz gewirkt habe, wenn auch noch nicht ausreichend.

Wir haben mit ehrgeizigeren Klimaschutzmaßnahmen jetzt noch die Chance, unsre gesamte Zivilisation auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. 2025 wurde global bereits doppelt so viel Geld in erneuerbare Energien investiert als in die alte fossil-atomare Energiewirtschaft. Um die Paris-Ziele noch zu erreichen, ist allerdings eine Verdreifachung der bisherigen Anstrengungen erforderlich. Die Energiefrage ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Das ist das Gegenteil dessen, was die Klimawandel-Leugner in diesen Tagen behaupten. Der Klimawandel fällt nicht aus, er bleibt die Überlebensfrage der Menschheit. Nichts anderes besagt auch der neue Bericht des Weltklimarats. Dass die Klimakrise ausfällt, ist schlicht eine Lüge.

Es gibt aber auch Lichtblicke: China allein hat 2026 schon so viel erneuerbare Energie zugebaut wie Deutschland in den letzten 25 Jahren zusammen. Und nicht nur in Deutschland boomt das Geschäft mit Solaranlagen, E-Autos und Wärme-Pumpen. Erneuerbare Energien senken weltweit den Strompreis, fossile verteuern ihn. Im Mai 2026 trugen die Erneuerbaren Energien 68,2 %, und die Fossilen Energien nur noch  31,8 % zur gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland bei.

Quelle: Franz Alt 2026 
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Donnerstag, 28. Mai 2026

Neues Vergütungsmodell schafft Marktanreize für Solarstromproduktion

 

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Ab 2027 haben Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit, den Solarstrom nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung zu vergüten. Das neue Vergütungsmodell schafft Anreize, Solarstrom dann ins Netz einzuspeisen, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Bei tiefen Strompreisen kann der Strom stattdessen im Quartier verkauft oder in Batterien gespeichert werden.

Der Bundesrat hat am 28.Mai die Umsetzung der neuen Abnahme- und Vergütungspflicht für Strom aus erneuerbaren Energien vorgestellt. Gemäss dem Parlamentsbeschluss vom Herbst 2025 richtet sich die Vergütung künftig nicht mehr nach dem vierteljährlichen Referenzmarktpreis, sondern nach dem stündlichen Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung. Damit entsteht ein klarer Anreiz, Solarstrom bei tiefen Preisen nicht ins vorgelagerte Netz einzuspeisen, sondern lokal zu speichern oder direkt zu nutzen.
 
Betreibende kleiner Photovoltaikanlagen mit einer Leistung unter 150 kW erhalten zusätzlich einen Investitionsschutz in Form einer Minimalvergütungsprämie. Falls der vierteljährliche Referenzmarktpreis im Mittel unter der gesetzlich festgelegten Minimalvergütung liegt, entspricht die Prämie der Differenz zwischen Referenzmarktpreis und Minimalvergütung pro eingespeister Kilowattstunde und wird rückwirkend vergütet. Mit diesem Modell profitieren Produzenten insbesondere dann, wenn sie bei negativen Strompreisen nicht ins Netz einspeisen, sind aber gleichzeitig dank der Minimalvergütung im Mittel vor negativen Preisen geschützt.  
 
Gemäss Bundesratsbeschluss wird die Gesetzesänderung per 1. Januar 2027 mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft treten. Anzumerken ist, dass die Verteilnetzbetreiber weiterhin höhere Vergütungen bezahlen dürfen. Swissolar geht davon aus, dass viele Netzbetreiber von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.  

Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch
Für Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen kann das neue Vergütungsmodell erhebliche Auswirkungen haben, insbesondere bei geringem Eigenverbrauch. Sie sind künftig stärker den tiefen Strommarktpreisen an sonnigen Tagen ausgesetzt.  
 
Mit einem Batteriespeicher lässt sich Solarstrom gezielt über Mittag speichern und später am Abend nutzen oder ins Netz einspeisen, wenn die Strompreise höher sind. Sinkende Batteriepreise machen diese Lösung zunehmend attraktiv. Entsprechend entscheiden sich immer mehr Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen auch nachträglich für einen Speicher.

Gemeinsam den Eigenverbrauch steigern
Zusätzliche Möglichkeiten bieten Modelle wie der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Dabei wird Solarstrom innerhalb eines Quartiers lokal genutzt und verkauft, statt über den Netzbetreiber auf dem Strommarkt verkauft zu werden. Das erhöht den Eigenverbrauch und entlastet gleichzeitig die Stromnetze.
 
Swissolar fordert freien Zugang zu Börsenstrompreisen
Damit Anlagenbetreiber das neue Vergütungsmodell optimal nutzen können, braucht es einen einfachen Zugang zu den relevanten Marktdaten. Swissolar fordert deshalb vom Bundesamt für Energie (BFE):

  • Die Day-Ahead-Strompreise für den Schweizer Markt müssen im BFE-Dashboard öffentlich dargestellt werden.
  • Es braucht eine frei zugängliche Datenschnittstelle (API) für den automatischen Abruf der Preise.

Diese Daten ermöglichen es Energiemanagementsystemen, Batteriespeicher und Verbrauch intelligent zu steuern, damit Solarstrom bei tiefen Preisen lokal genutzt oder gespeichert werden kann. 

Quelle: Swissolar   
 
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Mittwoch, 27. Mai 2026

Intersolar Europe 2026: Großspeicher und PV-Hybridanlagen im Fokus


Zu sehen ist ein großer Batteriespeicher der von einer Spirale aus glühenden Kabeln umgeben ist. Die Kabel sind mit einem weitern Kabel aus einem Windpark und Solarpark vebunden.
Die Energiewende ist in eine neue Phase eingetreten. Wind- und Solarenergie wachsen dynamisch, doch Erzeugung allein reicht nicht mehr aus. Entscheidend ist, erneuerbaren Strom bereitzustellen, wenn Netz, Markt und Verbraucher ihn benötigen.

Genau diese Entwicklung greift die Intersolar Europe 2026 auf: Großspeicher und PV-Batteriespeicher-Hybridanlagen stehen im Fokus, weil sie Strom zeitlich verschieben, Netze entlasten und neue Perspektiven für die Solarbranche eröffnen.

Großspeicher für mehr Flexbilität

Besonders sichtbar wird dieser Bedarf im Strommarkt. In Stunden mit hoher PV-Erzeugung sinken die Preise stark, während erneuerbarer Strom abgeregelt werden muss. Abends steigt der Verbrauch, während die Solarstromproduktion zurückgeht. Das Problem ist nicht ein Zuviel an Solarstrom, sondern zu wenig Flexibilität. Großspeicher (eng. Battery Energy Storage Systems – BESS) nehmen Strom auf, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und speisen ihn später wieder ein. So reduzieren sie Abregelung und verbessern die Integration.

Auch für die Systemstabilität gewinnen Großspeicher und moderne Leistungselektronik an Bedeutung. Wenn konventionelle Kraftwerke zurückgehen, müssen erneuerbare Anlagen und Batteriespeicher künftig mehr Aufgaben im Netz übernehmen, etwa Frequenzhaltung und Spannungsstützung. Flexibilität ist damit nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch Voraussetzung für Versorgungssicherheit.

Speicher als Geschäftsmodell

Gleichzeitig verbessert sich der Business Case. Sinkende Batteriekosten, stärkere Preisschwankungen und neue Marktrollen schaffen Erlöspotenziale. Speicher können bei niedrigen oder negativen Preisen laden und bei höherem Preisniveau ausspeisen. Hinzu kommen Erlöse aus Märkten für Systemdienstleistungen wie Regelenergie. So wird aus einer technischen Ergänzung eine Schlüsselelement der erneuerbaren Energieinfrastruktur mit realen Geschäftsmodellen.

Photovoltaik gemeinsam weiterdenken

PV-BESS-Hybridanlagen führen diesen Ansatz weiter. Sie verbinden Solarstromerzeugung und Batteriespeicher an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt und nutzen Infrastruktur wie Trafostationen, Verkabelung und Steuerung gemeinsam. Solarstrom kann direkt eingespeist, zwischengespeichert oder später vermarktet werden. Das nutzt knappe Netzkapazitäten besser und reduziert Abregelungsverluste.

Damit verschiebt sich der Fokus der Solarbranche: Nicht mehr allein die installierte Leistung entscheidet, sondern die Qualität der Integration. Wer Photovoltaik wirtschaftlich und netzdienlich betreiben will, muss Speicher, Steuerung, Marktmechanismen und Netzinfrastruktur gemeinsam denken. Diese Schnittstellen stehen im Zentrum der Intersolar Europe.

Intersolar Europe 2026

Die Intersolar Europe 2026 zeigt vom 23. bis 25. Juni auf der Messe München, wie Photovoltaik, Großspeicher und Hybridanlagen die nächste Phase des Solarmarktes prägen. Als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft bringt sie zentrale Akteure der Branche zusammen.

Ergänzend vertieft die Intersolar Europe Conference am 22. und 23. Juni 2026 im ICM München Themen wie PV-Großanlagen, Märkte, Speicher und Hybridisierung.

Konferenzen und Foren

Vor der Messe finden am 22. und 23. Juni 2026 die Konferenzen im ICM München statt. Die Intersolar Europe Conference, ees Europe Conference, Power2Drive Europe Conference und EM-Power Europe Conference richten sich an Unternehmen, Investoren, Energieversorger, Projektentwickler, Politik und Forschung. Erwartet werden rund 2.600 Teilnehmende. Ergänzend bieten die Messeforen an allen Messetagen praxisnahe Vorträge zu Kraftwerkstechnologien, Prosuming, Netzintegration und flexiblen Energiesystemen. So wird München zum Treffpunkt für alle, die Europas Energieversorgung sicherer, günstiger und widerstandsfähiger machen wollen.

Quelle: Solar Promotion GmbH

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Freitag, 22. Mai 2026

Ein Gespenst geht um in der Energiepolitik - oder sieht so Hoffnung aus?

In der energiepolitischen Diskussion, insbesondere auch in der Schweiz, ist dieses Gespenst fast schon allgegenwärtig und bald Gegenstand einer Volksabstimmung. Unzählige, ja allzu viele Institutionen und deren Exponenten haben sich bereits darauf eingeschossen, dass so genannte Small Modular Reactors (SMR), die Energieversorgung bald ergänzen sollen. Einen erhellenden Beitrag dazu geliefert hat kürzlich die Neue Zürcher Zeitung (NZZ),die die sogenannten Mini-AKW als Hoffnungsträger bezeichnete, dann aber eine fast unendliche Argumentationskette entspann, die all die Schwierigkeiten mit diesen SMR sehr eindrücklich aufzeigte. Sie seien hier als Argumentationshilfe zusammen getragen.

So hält der NZZ-Artikel vom 18. Mai (im Internet nur hinter Bezahlschranke  zugänglich) zusammenfassend fest, dass die grössten Probleme dieses Reaktor-Typs in der Lieferkette, der Personal-Verfügbarkeit, dem Zugang zu Kapital sowie in der Regulierung und bei behördlichen Genehmigungen lägen. Besonders interessant ist der Lieferketten-Hinweis: er hält fest, dass es derzeit nur eine Anlage gibt auf der ganzen Welt, die hochgradig schwach angereichertes Uran herstellt. Es könnte Jahre dauern, bis eine Produktion in grösseren Massstab entsteht. Engpässe gibt es auch bei der Herstellung von Druckbehältnissen sowie von Gussteilen, Pumpenventilen und Rohrleitungen, die für die Nukleartechnologie eine spezielle Güte aufweisen müssen.

Ins Gewicht fällt für das Wirtschaftsblatt auch, dass die effektiven Kosten für diese neuen Atommeiler schwierig zu prognostizieren sind. Bei den neuesten Werken gehen die Konzpte neue Wege mit den Kühlmitteln und mit teilweise anderen Brennstoffen. Ziele sind dabei höhere Sicherheit eine bessere Nutzung von Ressourcen und die Verringerung des Atommülls, die meisten dieser Neu-Konzepte sind ja noch in einer frühen Entwicklungsphase - da kann man sich vorstellen, dass die Kosten a) schwer zu prognostizieren sind und b) aller Voraussicht nach übers. Ziel hinaus schiessen werden.

Kritisch wird bei dem SMA besonders auch der Umgang mit dem Atommüll, obwohl ihnen teils die Eigenschaft zugeschrieben wird, aufbereiteten Atommüll als Brennstoff zu verwenden. Die Wiederverwertung ist allerdings gemäss NZZ beschränkt auf das im abgebrannten Kernbrennstoff enthaltene Uran und Plutonium - und so oder so eine Abfallbewirtschaftung erfordert, die bislang nicht existiert. Zu guter letzt hält die NZZ noch fest, dass wenige SMR zwar schon in Betrieb stehen - als spezielle Prototypen, die noch keinerlei Gewähr bieten, dass sich deren Konzepte auch kommerzialisieren  lassen. Zwar wurde in der EU bereits mit Vorbereitungen für erste Projekte begonnen, aber deren Einführung werde mindestens noch 10-15 Jahre dauern, wenn auch die Meinungen darüber auseinander gehen. Hier sei darauf verzichtet die Einwände zur anderen Atom-Zukunftstechnologie (der Kernfusion) zu wiederholen. Denn auch sie ist eine Leidensgeschichte mit noch viel längerer Dauer, für sie galt schon vor 50 Jahren, in 50 Jahren sei es dann soweit und heute heisst es das sinngemäss wieder.

Man kann sich also mit Fug und Recht fragen, warum das Leitblatt der Wirtschaft die Mini-AKWs als Hoffnungsträger bezeichnet - ohne allgemeine Einschränkung. Aufgrund all der aufgeführten Bedenken lässt sich nur festhalten: auch die Minis werden sehr viel später, sehr viel teurer und wenn überhaupt jemals zum Einsatz gelangen.

Copyright: Guntram Rehsche Solarmedia

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Donnerstag, 21. Mai 2026

Erstmals mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen als aus Gaskraftwerken


Im April 2026 wurde weltweit erstmals in einem Monat mehr Strom aus Wind- und Solarenergie als aus Gas erzeugt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des britischen Thinktanks Ember. 

Demnach erzeugten Wind- und Solaranlagen im April dieses Jahres 22 Prozent des weltweiten Stroms, während Gas bei 20 Prozent lag. Trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit lassen die Daten laut Ember weltweit keine Anzeichen für eine weitreichende Umstellung von Gas auf Kohle erkennen.

Wind- und Solarenergie erzeugten im April mit 531 TWh einen neuen Rekordwert, das sind 54 TWh mehr als die Gaserzeugung mit 477 TWh. Die folgenden Daten zeigen das Tempo der Entwicklung: Vor fünf Jahren, im April 2021, lag die Gaserzeugung mit 476 TWh auf einem ähnlichen Niveau, war aber fast doppelt so hoch wie die kombinierte Erzeugung aus Wind- und Solarenergie mit 245 TWh.

»Die aktuelle Energiekrise hat die wirtschaftlichen Argumente für erneuerbare Energien im Vergleich zu importiertem Gas weiter gestärkt und gleichzeitig den politischen Druck erhöht, deren Ausbau zu beschleunigen. Für viele Importländer ist mit Flüssigerdgas (LNG) erzeugter Strom zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber Wind- und Solarenergie«, so Konstantina Rangelova, globale Stromanalystin bei Ember.

© PHOTON

Pressemitteilung

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Dienstag, 19. Mai 2026

Register erleichtert Umsetzung von lokalen Strommodellen

Mit dem wachsenden Interesse an dezentraler Stromproduktion und Eigenverbrauch steigt auch der Bedarf an professioneller Begleitung. Wer eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder einen (virtuellen) Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ((v)ZEV) gründen möchte, findet ab sofort zusätzliche Unterstützung: Auf der Informationsplattform www.lokalerstrom.ch steht neu ein Register für Abrechnungsdienstleister zur Verfügung. Damit schaffen Swissolar und VSE mehr Transparenz im Markt und vereinfachen so die Umsetzung lokaler Stromprojekte. 

Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.  

Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft. 

 

Unabhängige Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom 

Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer komplexeren Regelungen.


Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben. 

Weitere Informationen  

  • Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:  
    www.lokalerstrom.ch   

Donnerstag, 14. Mai 2026

Parlament muss wieder Planungssicherheit für Solarausbau schaffen

Die Entwicklung beim Solarausbau ist weiterhin besorgniserregend. Dies zeigen die neuesten Zahlen von Pronovo. Die monatlichen Anmeldungen von neuen Photovoltaikanlagen sinken weiter. Bei den kleinen Anlagen liegt die Anzahl Gesuche inzwischen bei rund 2’600. Anfang 2025 betrug sie noch mehr als 5’100. 

Somit hat sich die Anzahl Gesuche seither halbiert. Um die Ausbauziele zu erreichen, hätte sie sich aber verdoppeln müssen. Das ist das Ergebnis der Umsetzung des Stromgesetzes, welche die Energiewende sabotiert und mit der Diskussion um neue AKW in Tat und Wahrheit den Ausstieg aus den fossilen Energien verzögert. Das Parlament muss jetzt korrigieren. Bei Umsetzung des Stromabkommens soll es gemäss der SSES Planungssicherheit für Investitionen in Solaranlagen schaffen.

Obwohl Volk und Parlament dem Bundesrat mit dem Stromgesetz hohe Ziele für den Solarausbau vorgegeben haben, ergreift er nicht die nötigen Massnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Die neuesten Zahlen von Pronovo zeigen: Der Zubau nimmt weiter ab statt zu. Dies betrifft vor allem kleine Anlagen. Diese haben bisher über die Hälfte zum Photovoltaik-Ausbau beigetragen. Das Wegbrechen dieses Segments rückt die Ausbauziele in weite Ferne. Auch Anlagen ohne oder mit wenig Eigenverbrauch werden praktisch nicht mehr gebaut, obwohl diese vielfach zu den preisgünstigsten zählen.

Die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES vermutet gemäss Medieninformation, dass die verfehlten Ausbauziele als Grund genommen werden, um den Ausstieg aus den fossilen Energien zu verzögern, neue Kernkraftwerke zu fordern und damit beim Umwelt- und Klimaschutz weitere Abstriche vorzunehmen.

Unsichere Amortisation gefährdet Solarausbau
Wer nicht sicher ist, dass sich die Solaranlage amortisiert, wird kaum in sie investieren. Damit es beim Solarausbau wieder voran geht, müssen die Solarbremsen gelöst werden:

·      Es braucht Planungssicherheit mit langfristig stabilen Förderbedingungen.

·      Es braucht Investitionssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für die Amortisation der Anlagen sowie einfache Instrumente, die verständlich und anwendbar sind.

·      Es braucht Rechtssicherheit: Wer eine Solaranlage betreibt, muss sicher sein, dass die Bedingungen während der Dauer der Amortisation stabil bleiben.

·      Und nicht zuletzt braucht es klare Signale, dass der Ausbau der Sonnenenergie weiter nötig ist und wir noch weit weg sind von den gesetzten Zielen.

Das Parlament hat es nun in der Hand, Verbesserungen beim Stromgesetz zu beschliessen sowie bei der Umsetzung des Stromabkommens die Finanzierung so anzupassen, dass Solar endlich als Teil der Versorgungsinfrastruktur behandelt wird. Mit einem Anteil von 22 Prozent am Stromverbrauch in den ersten Tagen des Mais wird die Sonnenenergie immer mehr zum zweiten Standbein der Energieversorgung nebst der Wasserkraft. Vorschläge für eine Neugestaltung der Solarstromvergütung liegen auf dem Tisch. Die SSES-Fachgruppe VESE hat verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet und sie vergangenes Jahr in der Kurzstudie PV-Zubau 2.0 veröffentlicht.

Download der Medienmitteilung als pdf:

https://www.sses.ch/wp-content/uploads/260513_MM_Rueckgang_PV-Anmeldungen_d.pdf 

Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:

In Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in 11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig. Die SSES ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100% erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der Solarenergie. www.sses.ch

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Samstag, 9. Mai 2026

Meilensteine der Solarwirtschaft: Nicht nur die Menge macht's (I)

Von Zubaurekorden für Solaranlagen spricht unterdessen die ganze Welt. Auch Solarmedia und andere Medien haben das in den letzten Wochen und Monaten mit Rückblick auf das besonders erfolgreiche vergangene Jahr wiederholt getan (siehe unter anderem > taz.de). Nun sei von den technischen Transformationen die Rede, die in grosser Zahl, die Solarwirtschaft beflügeln. Sie seien in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit aus Sicht des Solarmedia-Autors abgehandelt, jeweils mit einem Link zu einer wichtigen Quelle - nachstehend Folge (I).

1.

Dieses Projekt überstrahlt alles, wenn es denn einmal losgelassen: Nur in der Schweiz ist die Agri PV leider erst im Versuchsstadium, während sie in anderen europäischen Ländern bereits in grossem Stil angewandt wird und auch ein grosses Versprechen für die Staaten des Südens darstellt. Der Clou der Geschichte: da werden keine weiteren Landwirtschaftsflächen benötigt - und doch ist eine Freiflächen-PV dank Agri-PV möglich, siehe etwa folgende Meldung:  

Agri-PV für Energiezugang und Klimaresilienz im südlichen Afrika - Kaffeeproduzenten sind auf eine zuverlässige Stromversorgung für die Verarbeitung und Bewässerung angewiesen, doch viele ländliche Betriebe sind nach wie vor netzunabhängig und den schwankenden Dieselpreisen ausgesetzt. Ein Masterprojekt am Power Systems Laboratory der ETH Zürich untersucht diese Herausforderung anhand des weltweit ersten gross angelegten Agri-Photovoltaik-Konzepts für den Kaffeeanbau. Die Forschung in Angola zeigt, dass die Installation von Solarzellen über Kaffeepflanzen erschwinglichen Strom und Klimaresistenz in einem System liefern kann. Die Ergebnisse zeigen, wie die Integration von Energie und Landwirtschaft neue Wege für eine nachhaltige Produktion in tropischen Regionen eröffnen kann - von Sebastian Waszkis > energyblog.ethz.ch 14.4.26. 

2. Im Moment dreht sich in der Solarwirtschaft alles um das Aufkommen günstiger Batterien. Lange galten deren Kosten als absolutes Hemmnis für eine umfassende Energiewende. Nun aber sieht es ganz anders aus und das hat sogar die offizielle Energiewelt, also die internationalen Organisationen, kapiert. 

Bidirektionales Laden für neue Elektrofahrzeuge
Der deutsche Stromversorger Eon und BMW bieten für neue Elektrofahrzeuge die Option des bidirektionalen Ladens an. Sie starten damit gemeinsam das erste kommerzielle Angebot zum bidirektionalen Laden. Es gilt für neue Elektrofahrzeuge der Münchener Autobauer. Eon-Kunden erhalten dafür einen Bonus > solarserver.de 10.2.26. 
 
3.  Doch nicht nur in der Verkehrssektor tut sich damit Entscheidendes, sondern auch bezüglich der sektorenübergreifenden Energiewende. Nun wird es möglich, Strom rund um die Uhr zur Verfügung zu haben, der aus erneuerbaren Quellen stammt, sei es Solar- oder Windstrom. Das macht aktuell der US-Bundesstaat Kalifornien vor, der in den Abendstunden immer mehr Batterie Strom zu Energieversorgung nutzen kann, der tagsüber gespeichert wurde. Womit eine unglaubliche Entwicklung eingeleitet ist, Solarstrom erweist sich als der günstigste überhaupt, selbst unter Einbezug wirklich aller Kosten.
 
IRENA: Grüner Strom 24/7 günstiger als fossile Energie
Solarstrom ist in einstrahlungsreichen Regionen dank Batteriespeicher heute schon günstiger als fossiler Strom - und zwar rund um die Uhr. Die UN-Organisation IRENA prognostiziert einen weiteren Kostenrückgang auf unter 5 Cent je Kilowattstunde bis 2035. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich durch die Entwicklung der Batterietechnologie rasant verändert. So zeigt die Analyse, dass die Gesamtanschaffungskosten für PV seit 2010 um 87 % und für Onshore-Windenergie um 55 % gesunken sind. Bei Batteriespeichern betrage die Ersparnis sogar 93 %. Das verbessert auch die Energiebilanz der grünen Energien weiter. Und: die Kosten sinken weiter: 40 % bis 2035 > solarserver.de 6.5.26.
 
4. Unterfüttert wird der Speicherboom durch die Kostenentwicklung bei den Batterien. Sie haben sich sensationellerweise noch schneller verbilligt, als vor ein paar Jahren die Solarmodule:
 
Batteriespeicher gewinnen stark an Bedeutung für das Energiesystem
Batteriespeicher werden zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in der Schweiz. Sie optimieren den Eigenverbrauch, tragen zur Stabilität im Stromsystem bei, erhöhen die Flexibilität und senken die Systemkosten. Gleichzeitig helfen sie, den wachsenden Anteil von Photovoltaik effizient ins Stromsystem zu integrieren und wirtschaftlicher zu betreiben. Der neue Batteriemonitor Schweiz 2026 von Swissolar zeigt: Der Markt für Batteriespeicher entwickelt sich rasant und die Neuinstallationen, verdoppeln sich innert Jahresfrist nahezu. Dennoch braucht es bessere Rahmenbedingungen, damit ihr Potenzial für das Energiesystem künftig vollständig genutzt werden kann > swissolar.ch 20.3.26.

5. Technischer Fortschritt: Immer wieder zeigt sich, dass die Solarwirtschaft weiterhin höchst innovativ ist und fortschrittliche Lösungen hervorbringt - ein Beispiel, das in letzter Zeit für Furore sorgte: 
 
Farbige Folien für Muster auf PV-Modulen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE ist es gelungen, farbige Folien mit transparenten Aussparungen zu versehen und so realistisch aussehende Motive auf Photovoltaikmodulen zu erzeugen. Auf diese Art können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden. Die Folienschnittmuster nutzen die MorphoColor®-Technologie, eine Erfindung des Forschungsinstituts, bei der ein Farbeindruck erzeugt wird, ohne dass die Effizienz eines PV-Moduls nennenswert beeinträchtigt wird. Besucherinnen und Besucher der Messe The Smarter E / Intersolar 2026 können mit »ShadeCut« ausgestattete PV-Module am Stand A1.440 des Fraunhofer ISE besichtigen.
 
Folge zwei dieser Meilensteine folgt nächste Woche! 

PS Der Text ist meinem und unserem Sohn und Bruder Luca gewidmet, der an diesem Samstag, 9. Mai, 45 Jahre alt geworden wäre. Er fiel zu unser aller Leidwesen und tragischerweise vor 15 Jahren in Afrika einem Sportunfall zum Opfer. Luca verfolgte schon damals, als Solarmedia gerade erst als Blog entstanden war, solare Projekte mit Interesse.

Copyright: Solarmedia

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Donnerstag, 7. Mai 2026

Appell der Zivilgesellschaft: Nein zu neuen Atomkraftwerken

Mit einem breiten Appell, getragen von über 40 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport, ruft die Ziviligesellschaft die Politik dringend dazu auf, keine neuen AKW zuzulassen und die Schweiz vor einer teuren und gefährlichen Kehrtwende zu bewahren. Nach dem Ständerat entscheidet als nächstes der Nationalrat über das Geschäft. 

2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Atomausstieg beschlossen – ein klares demokratisches Signal, das seither mehrmals bestätigt worden ist. Der Ständerat hat es in der Frühlingssession 2025 leichtfertig übergangen und den Vorschlag des Bundesrats, das AKW-Neubauverbot aufzuheben, angenommen. Jetzt ist der Nationalrat gefragt.

Bekannte Persönlichkeiten engagieren sind gegen die Atom-Kehrtwende

Jetzt regt sich der Widerstand der Zivilbevölkerung. Sie richtet einen dringenden Appell an die Politik, das Neubauverbot zu bewahren. Der Appell wird von über 40 Erstunterzeichnenden getragen. Dazu gehören Persönlichkeiten wie Regisseurin Katja Früh, Sänger und Produzent Dodo, OL-Weltmeisterin Simone Niggli Luder und Kabarettist Franz Hohler. Für die Unterzeichnenden hätte ein Kurswechsel verheerende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen und wäre in jeder Hinsicht falsch: 

  • Der Bau eines neuen AKW kostet Steuerzahlende und Stromkonsumentinnen mindestens 25 Milliarden Franken, während günstigere Alternativen längst verfügbar sind.
  • Neue AKW zementieren die Abhängigkeit von Uran-Importen aus Russland und Kasachstan, obwohl Sonne, Wind und Wasser einheimisch und unerschöpflich verfügbar sind. 
  • AKW sind Ziele in bewaffneten Konflikten, das Atommüllproblem bleibt ungelöst, und jedes neue Kraftwerk erhöht das Risiko nuklearer Katastrophen für Mensch und Umwelt.

Öffentlicher Appell zur Unterschrift

Die Unterzeichnenden fordern den Nationalrat auf, die Streichung des AKW-Neubauverbots abzuwenden und die Schweiz damit vor einer teuren und gefährlichen Atom-Kehrtwende zu bewahren. Stattdessen sollen er auf eine sichere, unabhängige und bezahlbare Schweizer Stromversorgung setzen – mit der bewährten und von der Stimmbevölkerung geforderten Energiewende. 

Sie rufen die Bevölkerung dazu auf, den Appell mitzuunterschreiben: https://www.neue-akw-nein.ch/appell-nationalrat

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Dienstag, 5. Mai 2026

Wasserkraft Schweiz: Statistik 2025

Am 1. Januar 2026 waren in der Schweiz 706 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung von über 300 Kilowatt in Betrieb (1.1.2025: 703 Zentralen). Die zu erwartende mittlere Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik enthaltenen Kraftwerke lag 2025 bei 37'162 GWh/a (Gigawatt-Stunden pro Jahr) und somit unter dem Vorjahreswert von 37'350 GWh/a.

Der Zubau durch Erneuerungen und Neubauten betrug rund 50 GWh/a, wovon die Neuinbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach in Lauterbrunnen mit 30.5 GWh/a den grössten Anteil hatte. Zudem konnte auch auch die Anlage in Bondo wieder in Betrieb genommen werden, nachdem diese nach dem Bergsturz von 2017 wieder neu aufgebaut werden musste. Im Jahr 2025 standen 12 Zentralen im Umbau und 6 Zentralen im Bau mit zu erwartenden Produktionsausbau von knapp 40 GWh/a.

Durch die regelmässige Aktualisierung der mittleren Produktionserwartung der bestehenden Anlagen resultierte eine Abnahme von 188 GWh im Jahr 2025. Verantwortlich dafür waren unter anderem diverse Datenaktualisierungen mit Restwassersanierungen wie auch die niedrigen Zuflüsse im vergangenen Jahr. Zudem sind zwei Zentralen nach dem schweren Unwetter im 2024 im Wallis weiterhin ausser Betrieb, wobei das grosse Rhône-Kraftwerk in Susten-Chippis (mittlere Produktionserwartung 215 GWh) am meisten ins Gewicht fällt. Die Produktionserwartung dieser beiden Zentralen musste daher temporär auf Null gesetzt werden.

Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 10'469 GWh/a (28.1%), Graubünden mit 7'919 GWh/a (21.4%), Tessin mit 3'485 GWh/a (9.4%) und Bern 3'424 GWh/a (9.2%).

Zunahme der jährlichen Wasserkraftproduktion bis 2035

Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37'900 GWh ansteigen. Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW addiert. Für das Monitoring ergibt sich damit für 2025 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'724 GWh/a (minus 176 GWh gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert).

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Mit Wasserkraft wurden 2025 rund 58.5% (10jähriger Mittelwert) des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des Bundesamt für Energie (BFE) wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.

Links:

Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz

Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»

Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»

Monitoring Energiestrategie 2050

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Sonntag, 3. Mai 2026

«Tage der Sonne» machen Lösungen erlebbar

Die Energiewende ist machbar – und sie beginnt jetzt. Rund um den internationalen Tag der Sonne am 3. Mai finden vom 2. bis 10. Mai in der ganzen Schweiz die «Tage der Sonne» statt. Die Veranstaltungsreihe setzt ein klares Zeichen: Die Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft sind vorhanden. Was es jetzt braucht, ist gemeinsames Handeln.

Während der Bau neuer Atomkraftwerke wieder diskutiert wird, droht diese Diskussion den Ausbau erneuerbarer Energien zu verzögern statt zu beschleunigen. Dabei zeigt sich: Solarenergie und andere erneuerbare Technologien sind heute schneller, günstiger und breit verfügbar.

In Basel wird die Energiewende zur Gemeinschaftsaufgabe: Hier haben sich für die «Tage der Sonne» ungewöhnlich viele Akteurinnen und Akteure zusammengeschlossen, um Lösungen gemeinsam erlebbar zu machen. «Die Energiewende ist eine Herausforderung, die wir gesamtgesellschaftlich angehen müssen, alle können mithelfen: vom Versorgungsunternehmen über die Politik bis hin zu Unternehmen und Privatpersonen», sagt Francesco Vazzano von den Industriellen Werken Basel IWB. «Basel gehört mit rund 1’500 bis 1’700 Sonnenstunden pro Jahr zu den sonnenreichen Städten im Schweizer Mittelland und profitiert besonders im Herbst und Winter von häufigeren Nebelauflösungen – gute Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie.»

Organisiert vom ersten Verein für erneuerbare Energien der Schweiz, der über 50-jährigen SSES, gemeinsam der IWB, Planeco, Sonnwende, Energiewendegenossenschaft Basel, Solarbalkon und dem Verein Nomatark, sowie mit IWB und dem Swisslosfonds Basel-Stadt als Hauptsponsoren, entsteht ein offener und kollaborativer Anlass für alle. Ob Familien, Mieterinnen und Eigentümer, Unternehmen, Stiftungen oder DIY-Begeisterte – die Veranstaltung bietet vielfältige Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Die Energiewende braucht Hände

Im Zentrum steht die Idee: Die Energiewende braucht keine Atomkraft – sie braucht Menschen, die anpacken.
«Es ist wichtig, Solarenergie greifbar zu machen. Deswegen veranstalten wir sonnenbetriebene Events – man lernt dazu und hat Spass dabei», erklärt Fabian Müller vom Verein Nomatark, die mit ihrer solarbetriebenen Stage und Umweltkino vor Ort sind.

Das Programm ist entsprechend praxisnah und interaktiv gestaltet: In Workshops können Besucherinnen und Besucher eigene Solarbalkon-Anlagen bauen oder aus alten E-Bike-Batterien eine Second-Life-Powerbank herstellen. Die Energiewendegenossenschaft zeigt live, wie Solaranlagen im Selbstbau realisiert werden können. «Wir können viel bewegen, wenn wir unsere eigene Selbstwirksamkeit spüren. Beim Bauen der eigenen Anlage, ist der eigene Impact unmittelbar erlebbar», sagt Eliane Zumstein von der Energiewendegenossenschaft Basel.

Ein Highlight ist der «SolarButterfly», der die Welt umrundet hat und den Klimawandel anschaulich vermittelt – ergänzt durch Quiz und Informationsangebote. Im Forum im kHaus finden zudem Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt: Mieterinnen, Eigentümer, Unternehmen und Stiftungen erhalten konkrete Einblicke in die Nutzung von Solarenergie. Beim Podium «Warum Solar?» teilen Anlagenbesitzende ihre Erfahrungen und geben praktische Tipps.

Weitere Programmpunkte reichen vom Mini-Solarmobil-Wettrennen über eine solarbetriebene Musikbühne bis hin zu Sonnenyoga. Am Sonntag folgt ein Podium zur solaren Architektur mit anschliessender Schweizer Premiere des Films «The Sun Queen» im solarbetriebenen Umweltkino.

Die «Tage der Sonne» sind damit weit mehr als nur eine Veranstaltung – sie sind ein Startpunkt. Ein Moment, um sich zu vernetzen, zu lernen und selbst Teil der Energiewende zu werden. Denn eine lebenswerte Zukunft entsteht nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten.

Informationen und Kontaktangaben: 

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie unter www.tagedersonne.ch/festival

Linda Wachtarczyk | T +4178 810 21 66 | linda.wachtarczyk@sses.ch
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie | Aarbergergasse 21 | CH-3011 Bern |
www.sses.ch

Francesco Vazzano | T +41 61 275 34 21 | francesco.vazzano@iwb.ch
IWB | Margarethenstrasse 40 | Postfach | CH-4002 Basel | www.iwb.ch

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Samstag, 2. Mai 2026

Solaraktienindex PPVX zwar hinter Erdölaktien - aber doch auch im Plus





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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu