Dienstag, 23. Juni 2026

Weltgrösste Solarmesse

 

The smarter E Europe 2026 hat am Dienstag auf dem voll belegten Gelände der Messe München ihre Tore geöffnet: Bis zum 25. Juni präsentieren rund 2.800 internationale Aussteller ihre Lösungen, Anwendungen und Geschäftsmodelle für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7. Die Veranstalter erwarten in den kommenden drei Tagen über 100.000 Fachbesucher. 

Die Eröffnung fällt in eine Zeit historischer globaler Umbrüche: Geopolitische Krisen und volatile Rohstoffmärkte bedrohen die Stabilität ganzer Volkswirtschaften. Fossile Importabhängigkeiten gefährden die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und belasten staatliche Haushalte massiv. Das bewies bereits die fossile Energiekrise 2022/2023 schmerzhaft, als allein in Deutschland staatliche Entlastungspakete von 187 Milliarden Euro nötig waren. Vor diesem Hintergrund ist die Transformation des Energiesystems längst kein reines Klimaschutzprojekt mehr, sondern das fundamentale industrie-, sicherheits- und wirtschaftspolitische Modernisierungsprogramm. Die Erneuerbare Energiebranche tritt an, um diese Doppelkrise aus fossiler Abhängigkeit und Klimawandel zu lösen. Als verlässlicher Partner steht sie bereit, um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit durch technologische Souveränität langfristig zu sichern. Das belegen die Veranstalter und eine neue wissenschaftliche Begleitstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE unmissverständlich: Eine lückenlose Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen funktioniert verlässlich rund um die Uhr, schützt Wirtschaft und Verbraucher vor Kostenrisiken und treibt das Wirtschaftswachstum an. Die Botschaft dieser Eröffnung ist klar: Die neue Energiewelt steht bereit, die Wirtschaftlichkeit ist erwiesen, die Branche geht selbstbewusst voran.

Von Solar und Speicher über E-Mobilität bis zur digitalen Netzinfrastruktur – die Branchen treten geschlossen auf und sprechen mit einer starken Stimme. Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH, ordnet diese Entwicklung ein: „Wind- und Solarenergie bilden längst die sichere Basis unseres Energiesystems. Auf The smarter E Europe beweisen wir ganz konkret, dass erneuerbare Energien uns 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche sicher versorgen. Damit schaffen wir ein resilienteres System, das geopolitische Risiken minimiert und die nationale Sicherheit nachhaltig stärkt."

 

Sicher und krisenfest: Versorgung rund um die Uhr weltweit garantieren

Die von den Veranstaltern beauftragte Studie „Kostenoptimale Transformation des deutschen Energiesystems bis 2045“ belegt diesen Pfad wissenschaftlich und liefert ein Modell für moderne Industrienationen am Beispiel von Deutschland. Dr. Charlotte Senkpiel, Senior Scientist am Fraunhofer ISE, entkräftet Bedenken zur Stabilität: „Unsere Daten belegen, dass das Energiesystem auch bei einer reinen Versorgung aus erneuerbaren Quellen verlässlich läuft. Sonne und Wind ergänzen sich ideal. Ein intelligenter Verbund aus Netzen, dezentralen Batteriespeichern, regelbaren Kraftwerken betrieben mit klimaneutralen Gasen und flexibler Nachfrage gleicht wetterbedingte Schwankungen lückenlos aus.“

 

Zudem erhöht der Umstieg die geopolitische Resilienz. Durch heimische Quellen sinkt der Importbedarf fossiler Brennstoffe, allein in Deutschland sind es um die 80 Prozent. Das schützt Volkswirtschaften vor extremen finanziellen Risiken, wie sie die europäische Energiekrise 2022/23 mit milliardenschweren staatlichen Hilfspaketen verdeutlichte. Millionen dezentrale Solaranlagen, Windparks und Batterien verringern außerdem das Risiko von gezielten Angriffen auf zentrale Großkraftwerke und stabilisieren die kritische Infrastruktur.

 

Wirtschaftlicher Nutzen: Wohlstand und stabile Preise

Der Umbau ist volkswirtschaftlich die rationalste Entscheidung. Dr. Christoph Kost, Abteilungsleiter Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE, erläutert die ökonomischen Vorteile: „Die Vermeidungskosten von knapp 210 Euro pro Tonne CO2 liegen weit unter den drohenden Klimafolgenkosten, die das Umweltbundesamt mit bis zu 880 Euro pro Tonne beziffert.“ Die transformationsbedingten Mehrkosten – ohne Berücksichtigung von Ersatzinvestitionen – belaufen sich im Vergleich zum heutigen System im Mittel über die nächsten 25 Jahre auf rund 54 Milliarden Euro pro Jahr oder kumuliert 1,3 Billionen Euro. Langfristig arbeitet das System jedoch dauerhaft kostenneutral. Durch Millionen dezentrale Akteure und eine sinkende Importabhängigkeit lassen sich volatile Rohstoffpreise sowie zukünftige Klimafolgenkosten effektiv abfangen. Das Ergebnis ist ein stabiles, kostengünstiges System.

 

Gleichzeitig belebt die Transformation den internationalen Arbeitsmarkt. Schon jetzt entfällt jede dritte Stellenausschreibung weltweit auf die Green Economy, was den Beschäftigungsabbau in alten Industrien deutlich übersteigt. Um diesen ökonomischen Nutzen voll auszuschöpfen, darf der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ins Stocken geraten. Erforderlich ist ein zügiges Vorankommen bei der gesamten Energieinfrastruktur, ohne politische oder regulatorische Ausbaulücken. Nur so lässt sich die Strombereitstellung realisieren, die sich durch die konsequente Elektrifizierung von Wärme, Verkehr und Industrie bis 2045 fast vervierfachen muss.

 

Das Highlight: Sonderschau „Renewables 24/7“ macht die Energiewende erlebbar

Was die Wissenschaft in Modellen berechnet, zeigt The smarter E Europe direkt vor Ort. Das absolute Highlight der diesjährigen Veranstaltung bildet deshalb die Sonderschau „Renewables 24/7“. Sie demonstriert das reale, intelligente Zusammenspiel von erneuerbarer Erzeugung, Speicherung, flexibler Energieinfrastruktur und digitalem Management. Fünf Kernattribute werden für das Fachpublikum greifbar: Zuverlässigkeit, Kostengünstigkeit, Wohlstandsförderung, Resilienz und Klimaneutralität. Ein breites Bündnis führender Branchenverbände trägt die Initiative der Sonderschau. Zu den Unterstützern zählen der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV), der Fachverband Biogas sowie VDMA Photovoltaics Equipment und VDMA Power Systems. International flankieren E-Mobility Europe, Energy Storage Europe, Smart Energy Europe (smartEn) und SolarPower Europe die Sonderschau. Als technologische Partner begleiten führende Unternehmen das Projekt, darunter CATL, Energy3000, Fenecon, FoxESS, GE Vernova, Maxsolar, Octopus Energy und die Siemens AG.

 

Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG, betont die Relevanz für das Fachpublikum: „Mit der Sonderschau überführen wir komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in ein direkt erfahrbares Praxiserlebnis. Rund 2.800 Aussteller nutzen unsere Plattform, um zu beweisen, dass die saubere Energiezukunft schon heute real funktioniert. Wir bündeln die globale Innovationskraft und bieten den Raum, um Entscheider weltweit zu vernetzen.“

Vier Fachmessen treiben den globalen Wandel voran

Vom 23. bis 25. Juni bilden die vier Fachmessen – Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe – sowie die begleitenden Konferenzen und Messeforen das gesamte Spektrum des neuen Energiesystems ab. Die Branche zeigt sich handlungsbereit und international vernetzt. Um die verbleibenden Emissionslücken weltweit zu schließen, kommt es nun vor allem darauf an, wie schnell Politik und Gesellschaft die regulatorischen Rahmenbedingungen anpassen und das Umsetzungstempo steigern.

The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 23.–25. Juni 2026 auf der Messe München statt.

 

Weitere Informationen im Internet unter: www.TheSmarterE.de

^^^ Nach oben

Sonntag, 21. Juni 2026

Energieverbrauch leicht im Plus - mehr Erneuerbare verbraucht

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0.2% auf 777’870 Terajoule (TJ) leicht gestiegen. Hauptgründe dafür sind die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung und der Anstieg beim Absatz von Flugtreibstoffen.

Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch, nahm gegenüber dem Vorjahr um 5,6% zu. Zugenommen haben auch andere Faktoren, welche den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,9%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+0,9%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können, die im Oktober 2026 publiziert werden.

Anstieg beim Treibstoffverbrauch

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Absatz von Flugtreibstoffen um 3,2 % und liegt nun nur noch knapp unter dem höchsten Verbrauchsniveau von 2018. Der Benzin- und Dieselabsatz ist hingegen insgesamt um 1,0% gesunken (Benzin: +0,6%, Diesel: -2,3%). Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel (34,9%) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr zu (+9,5%). Ihr Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel nahm ebenfalls zu und lag das erste Mal über 5% (5,3%).

Leichte Anstieg beim Verbrauch von Elektrizität, Rückgang beim Heizöl extra-leicht und Erdgas

Der Verbrauch von Elektrizität stieg um 0,8%. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht und Erdgas nahmen jedoch um 4,3% und 1,1% gegenüber dem Vorjahr ab. Diese drei Energieträger machen rund die Hälfte des Endenergieverbrauches aus. Die energetische Verwendung von Industrieabfällen stieg um 2,1%. Der Verbrauch von Kohle und Petrolkoks nahm hingegen insgesamt um 21,1% ab und der Verbrauch von Heizöl mittel und schwer lag wiederum bei null. Der Anteil dieser vier Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering (<2%).

Verbrauchsanstieg bei Erneuerbaren

Erneuerbare Energieträger ersetzen beim Heizen zunehmend die fossilen Energien. So nahm die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen um 8,4% zu, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,5%). Der erneuerbare Anteil von Fernwärme stieg weiterhin und lag 2025 bei 44,7%. Der Verbrauch von Solarwärme und Energieholz ist hingegen leicht gesunken (-1,5%, bzw. -0,5%). Die direkte Nutzung von Biogas nahm um 0,5% zu. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogases (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 12,9%. Der Anteil erneuerbaren Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch lag 2025 bei 30,6%.

Elektrizitätsbilanz 2025

2025 ist der Schweizer Stromverbrauch (Endverbrauch) gegenüber dem Vorjahr um rund 0,8% auf 58,0 TWh gestiegen. Die inländische Stromproduktion (Landeserzeugung) sank um rund 16,7% auf neu 67,5 TWh. 2025 stammten 55,5% der Stromproduktion von Wasserkraftwerken (Laufkraftwerke 24,2%, Speicherkraftwerke 31,3%), 27,2% aus Kernkraftwerken und 17,3% aus thermischen und erneuerbaren Stromproduktionsanlagen (thermische Erzeugung 5,3%, Windkraft 0,2% und Photovoltaik 11,8%).

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2025 und die Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2025 sind ab dem 10. Juli 2026, respektiv ab dem 24. Juli 2026 im Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort online verfügbar sind ein erster zusammenfassender Überblick über den Energieverbrauch 2025 und die definitive Elektrizitätsbilanz 2025 (siehe Anhang).

Dokumente

Gesamtenergiestatistik

Elektrizitätsstatistik

Elektrizitätsbilanz der Schweiz 2025: Stromverbrauch gestiegen | BFE-Magazin energeiaplus | Energiemagazin des Bundesamtes für Energie

Quelle: https://www.admin.ch/de/newnsb/YQtEZcK-D9fQ             

^^^ Nach oben

Donnerstag, 18. Juni 2026

Nach der Sensation: Jetzt krebst NR zurück

Der Nationalrat hat am Donnerstag doch noch beschlossen, den Weg für neue Atomkraftwerke in der Schweiz zu ebnen (siehe auch Solarmedia vom 15.Juni 2026). Das Atom-Gesetz gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren, verschlingt Milliarden an Steuergeldern und hält die Schweiz abhängig von russischen Uran-Importen. Die Schweizerische Energie-Stiftung kritisiert diesen Fehlentscheid scharf und wird zusammen mit einem breiten Bündnis das Referendum dagegen ergreifen.

Der Nationalrat stellt sich gegen den mehrfach bekräftigten Willen der Bevölkerung, die 2017 klar den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben hat. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang, die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.

Der Beschluss des Nationalrats lässt aber grundlegende Fragen offen. So wurde es insbesondere versäumt, die Finanzierung neuer Atomkraftwerke zu klären, deren Bau sich auf mehrere Milliarden Franken belaufen würde.

Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energiestiftung, betont:

„Dass der Bundesrat die Finanzierung neuer Atomkraftwerke nicht begründen musste, ist ein politisches Versagen. Die Bevölkerung hat das Recht zu erfahren, wie sich der Bau neuer AKW auf ihre Steuern und ihre Stromrechnung auswirken wird.“

Schneller Ausbau der Erneuerbaren gefährdet: Neue AKW-Projekte würden über Jahrzehnte hinweg Kapital binden und den Ausbau der erneuerbaren Energien behindern, die für die Energiewende unverzichtbar sind. Jeder in die Atomenergie investierte Franken fehlt für saubere, erschwingliche und schnell verfügbare Lösungen. Der Bundesrat hat es jedoch versäumt, die Auswirkungen neuer AKW auf den Ausbau der erneuerbaren Energien klar aufzuzeigen. Neue AKW gefährden die Klimaziele und die Versorgungssicherheit der nächsten 20 Jahre, wie eine Studie vom letzten November zeigt. 

“Wir erwarten, dass der Bundesrat mit wissenschaftlich belastbaren Szenarien aufzeigt, wie sich die Förderung und der Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft entwickeln, wenn gleichzeitig neue AKW aus den Staatsfinanzen subventioniert werden sollen”, unterstreicht Nils Epprecht.

Stimmbevölkerung wird Entscheid korrigieren: Nach dem Ständerat will nun auch der Nationalrat den Bau neuer Kernkraftwerke genehmigen. Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» wird daher das Referendum ergreifen. Die Schweizerische Energiestiftung ist Teil dieses breiten Bündnisses. Die Unterschriftensammlung beginnt voraussichtlich am 30. Juni. Die Bevölkerung hat schon mehrfach ihren Willen für die Erneuerbaren und den Ausstieg aus der Atomenergie bestätigt. Sie wird den heute vom Parlament getroffenen Fehlentscheid korrigieren.

Quelle: energiestiftung.ch

^^^ Nach oben

Montag, 15. Juni 2026

Sensation: NR hat Atom-Gesetz zurückgewiesen

Der Nationalrat hat am Montagabend das Atom-Gesetz zurückgewiesen. Zurecht befürchtet er erhebliche finanzielle Auswirkungen eines AKW-Neubaus. Die Schweizerische Energie-Stiftung begrüsst gemäss einer Mediewnmitteilung diesen vorläufigen Entscheid. Der Entwurf geht nun zurück an den Ständerat. Die Bevölkerung hat sich schon mehrfach für den Weg der Erneuerbaren und gegen Atomkraft ausgesprochen. Neue AKW würden Milliarden an Steuergeldern binden und damit den Ausbau der Erneuerbaren gefährden.

Die Bevölkerung hat 2017 den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang – die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.

Kosten in Milliardenhöhe: Steuerzahlende und Wasserkraft verlieren

Nachdem der Ständerat und die vorberatende Kommission des Nationalrates das Atom-Gesetz noch durchgewinkt haben, hat der Nationalrat den Entwurf nun zurückgewiesen. Er fordert, dass zuerst die finanziellen Folgen des Neubaus von Atomkraftwerken überprüft werden. Damit nimmt der Nationalrat die Einwände der Finanzkommission ernst, was die Energie-Stiftung ausdrücklich begrüsst. Denn sie hat immer auf diese finanziellen Risiken hingewiesen.

Weltweit wird kein Atomkraftwerk ohne staatliche Subventionen gebaut und betrieben. Der Bau eines neuen AKW in der Schweiz würde zu immensen Kosten in Milliardenhöhe führen. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung – über höhere Steuern oder Strompreise. Eine neue Studie zeigt zudem, dass das Rückgrat der Schweizer Energieversorgung, die Wasserkraft, mit erheblichen Ertragseinbussen durch neue AKW konfrontiert wäre.

«Die Atomkraft ist eine riskante Technologie und mit einem starken und schnellen Ausbau der Erneuerbaren inkompatibel. Mit der Rückweisung hat der Nationalrat eine zweite Chance, die Atom-Kehrtwende zu verhindern, sonst würden die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt. Damit wären die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung gefährdet.» So Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung

Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren

Neben grossen finanzpolitischen Risiken hätte der AKW-Neubau weitere gravierende Konsequenzen. So macht das Atom-Gesetz die Schweiz abhängig von Uran-Importen. Neue AKW gefährden den Ausbau der günstigen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt.

Hinzu kommen das ungelöste Abfallproblem, die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.


Autor:


Nils Epprecht
Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung
+41 77 455 99 79, nils.epprecht@energiestiftung.ch
^^^ Nach oben

Sonntag, 14. Juni 2026

Erstes Solarfaltdach in Liechtenstein erfolgreich in Betrieb genommen

 

Mit dem HELIOFLEX®-Solarfaltdach am Fabrikweg in Vaduz wurde das erste Solarfaltdach in Liechtenstein erfolgreich realisiert. Die Anlage zeigt eindrücklich, wie bestehende Parkflächen mehrfach genutzt und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur lokalen Energieversorgung geleistet werden kann - eine Original-Medienmitteilung des Unternehmens.

Besonders bemerkenswert ist die kurze Projektlaufzeit: Von der Vertragsunterzeichnung bis zur Inbetriebnahme und Werkabnahme vergingen lediglich zwölf Monate. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Vaduz, der Energiekommission Vaduz, allen beteiligten Partnern und dem Team von dhp Technology konnte das Projekt ohne Verzögerungen und im vorgesehenen Zeitrahmen umgesetzt werden.

Parkfläche wird zur Energiefläche

Die Anlage am Fabrikweg verfügt über eine installierte Leistung von 312 kWp und produziert jährlich bis zu 297'000 kWh Solarstrom. Insgesamt wurden 600 Photovoltaik-Module auf 15 HELIOFLEX®-Faltdachbahnen installiert. Die rund 2'100 m² grosse Parkfläche bleibt dabei vollständig nutzbar und wird gleichzeitig zur nachhaltigen Stromproduktion eingesetzt.

Damit zeigt das Projekt, welches Potenzial in bereits versiegelten Flächen steckt. Anstatt zusätzliche Flächen zu beanspruchen, wird bestehende Infrastruktur intelligent weiterentwickelt und für die Energiewende nutzbar gemacht.

HELIOFLEX®: Doppelte Flächennutzung mit Mehrwert

HELIOFLEX® wurde speziell für die Überdachung von Parkplätzen, Kläranlagen und weiteren Infrastrukturanlagen entwickelt. Das bewegliche Solarfaltdach kombiniert Energieproduktion mit hoher Funktionalität und maximaler Nutzbarkeit der darunterliegenden Fläche.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Stromproduktion ohne zusätzliche Flächenversiegelung
  • Beschattung und Witterungsschutz für Fahrzeuge
  • Hohe lichte Höhe und uneingeschränkte Nutzbarkeit der Fläche
  • Automatisches Einfahren bei Schnee, Sturm oder Hagel
  • Optimale Nutzung bestehender Infrastruktur

Ein Vorzeigeprojekt für die Energiewende

Mit dem Projekt in Vaduz entsteht nicht nur erneuerbare Energie, sondern auch ein sichtbares Zeichen für Innovation und nachhaltige Infrastrukturentwicklung. Das erste Solarfaltdach in Liechtenstein zeigt, wie Parkflächen zu multifunktionalen Energieflächen werden können – effizient, wirtschaftlich und ohne Kompromisse bei der Nutzung.

Wir bedanken uns herzlich bei der Gemeinde Vaduz, der Energiekommission Vaduz, allen beteiligten Partnern sowie dem gesamten Team von dhp Technology für die hervorragende Zusammenarbeit, das Vertrauen und das gemeinsame Engagement.

Quelle: dhp Technology  
^^^ Nach oben

Freitag, 12. Juni 2026

Versorgungssicherheit dank Windenergie

Der Bundesrat hat am Freitag die Botschaft zur Waldschutz-Initiative und Gemeindeschutz-Initiative verabschiedet und empfiehlt diese zur Ablehnung. Die aeesuisse, Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, unterstützt gemäss Medienmitteilung diese Position. Zusammen mit Vertretern der Energiewirtschaft, Branchenverbänden und Umweltorganisationen hat die aeesuisse diese Woche eine Allianz gegen die Verhinderungs-Initiativen gegründet. Denn die Initiativen würden den Ausbau der Windenergie in der Schweiz einschränken und die Versorgungssicherheit schwächen. 

Mit seiner Botschaft hält der Bundesrat fest, dass die Anliegen der beiden Initiativen im geltenden Recht bereits berücksichtigt sind. Sowohl der Schutz des Waldes als auch das Mitspracherecht der betroffenen Gemeinden seien heute ausreichend geregelt. Aus Sicht der aeesuisse besteht deshalb kein zusätzlicher gesetzgeberischer Handlungsbedarf.

Windenergie ist zentral für die Winterversorgung: Die beiden Initiativen geben vor, Natur und Bevölkerung schützen zu wollen. Tatsächlich würden sie jedoch vor allem dazu führen, dass der Ausbau der Windenergie in der Schweiz weitgehend blockiert würde. Das wäre energiepolitisch problematisch: Windenergie leistet besonders in den Wintermonaten einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und ist damit ein bedeutender Bestandteil einer sicheren, erneuerbaren und möglichst unabhängigen Energieversorgung. Die Initiativen blockieren deshalb nicht nur den Ausbau der Windenergie, sondern torpedieren auch die vom Schweizer Stimmvolk gewünschte Energiewende. «Die beiden Initiativen täuschen einen Schutz vor, den das Gesetz bereits heute umfassend gewährleistet», sagt Fabienne Thomas, Co-Geschäftsführerin der aeesuisse und Co-Präsidentin der Allianz. «Faktisch führen sie jedoch zur Blockade unserer Winterstromproduktion und gefährden damit die Versorgungssicherheit und die Energieziele, zu denen sich die Schweiz und ihre Stimmbevölkerung mehrfach klar bekannt haben.»

Breite Allianz gegen Verhinderungsinitiativen: Am 10. Juni 2026 gründete eine breite Allianz aus Energiewirtschaft, Branchenverbänden, Windenergie-Befürwortenden und Umweltorganisationen in Bern einen Verein zur Bekämpfung der Verhinderungsinitiativen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aeesuisse, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), die Schweizerische Energiestiftung SES, Axpo sowie Suisse Eole und Pro Wind Schweiz. Co-präsidiert wird der Verein von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim VSE. Die Allianz ist sich einig: Die Windenergie ist ein unverzichtbarer Pfeiler der künftigen Winterstromversorgung der Schweiz. Die Annahme der beiden Initiativen würde den Ausbau der Windenergie faktisch unmöglich machen und damit die Versorgungssicherheit, die Energieunabhängigkeit und die Klimaziele der Schweiz gefährden.

Quelle: aeesuisse         
^^^ Nach oben

Montag, 8. Juni 2026

Solar-Börsen-Index PPVX: Munter runter



Vergrössern von Grafik, Tabelle und Text mit Klick auf Darstellungen! 

Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  

Samstag, 6. Juni 2026

Fällt Klimawandel aus?

„Fällt der Klimawandel aus?“ Das fragte die „Welt“ allen Ernstes Ende Mai 2026. Auch die „BILD“-Zeitung titelte: „Prognosen völlig falsch! Klimaforscher streichen ihr schlimmstes Angst-Szenario.“ Die AFD sprach im Bundestag gar „vom Ende des größten Betrugs der Menschheit“. Was war geschehen? Ein Kommentar des Energie-Spezialisten Franz Alt.

Der Weltklimarat IPCC hat sein „Worst-Case-Szenario“, seine schlimmste Prognose für den Klimawandel, revidiert. Und zwar deshalb, weil die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas erste positive Ergebnisse zeigen und es unwahrscheinlich ist, dass die globale Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 4,8 Grad ansteigen wird. Die Hauptursachen: Die erneuerbaren Energien sind dramatisch preisgünstiger geworden und das Pariser Klimaabkommen hat die Welt zur Klimaschutzpolitik angeregt.

Dass Klima-Szenarien regelmäßig angepasst werden, ist ein normaler wissenschaftlicher Vorgang. Die Kollegen der „Welt“ und bei „BILD“ haben freilich schlicht übersehen, dass der Weltklimarat auch sein „Best-Case-Szenario“ gestrichen hat. Das heißt: Auch das 1.5-Grad-Zeil von Paris ist kaum noch zu erreichen, wenn die Staatenwelt den Klimaschutz nicht ernster nimmt als bisher. Das neue, mittlere Szenario, das eine globale Erwärmung von 2.8 Grad voraussieht, wenn die Welt bis 2.100 so weitermacht wie bisher, ist auch eine Katastrophe, was „BILD“ und „Welt“ übersehen haben.

Klimaforscher wie Niklas Höhne vom New Climate Institute: „Aus meiner Sicht ist es unverantwortlich und auch durchschaubar, dass hier Klimawandelleugner, die extrem rechten Medien oder eben die Trump-Administration diesen Vorgang für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Die Anpassung der Klimaszenarien ist ein normaler wissenschaftlichere Vorgang.“ Dass das Worst-Case-Szenario nach unten angepasst wurde, zeigt – laut Höhne – dass der bisherige Klimaschutz gewirkt habe, wenn auch noch nicht ausreichend.

Wir haben mit ehrgeizigeren Klimaschutzmaßnahmen jetzt noch die Chance, unsre gesamte Zivilisation auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. 2025 wurde global bereits doppelt so viel Geld in erneuerbare Energien investiert als in die alte fossil-atomare Energiewirtschaft. Um die Paris-Ziele noch zu erreichen, ist allerdings eine Verdreifachung der bisherigen Anstrengungen erforderlich. Die Energiefrage ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Das ist das Gegenteil dessen, was die Klimawandel-Leugner in diesen Tagen behaupten. Der Klimawandel fällt nicht aus, er bleibt die Überlebensfrage der Menschheit. Nichts anderes besagt auch der neue Bericht des Weltklimarats. Dass die Klimakrise ausfällt, ist schlicht eine Lüge.

Es gibt aber auch Lichtblicke: China allein hat 2026 schon so viel erneuerbare Energie zugebaut wie Deutschland in den letzten 25 Jahren zusammen. Und nicht nur in Deutschland boomt das Geschäft mit Solaranlagen, E-Autos und Wärme-Pumpen. Erneuerbare Energien senken weltweit den Strompreis, fossile verteuern ihn. Im Mai 2026 trugen die Erneuerbaren Energien 68,2 %, und die Fossilen Energien nur noch  31,8 % zur gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland bei.

Quelle: Franz Alt 2026 
^^^ Nach oben

Donnerstag, 28. Mai 2026

Neues Vergütungsmodell schafft Marktanreize für Solarstromproduktion

 

Vergrössern mit Klick auf Darstellung von Swissolar

Ab 2027 haben Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit, den Solarstrom nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung zu vergüten. Das neue Vergütungsmodell schafft Anreize, Solarstrom dann ins Netz einzuspeisen, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Bei tiefen Strompreisen kann der Strom stattdessen im Quartier verkauft oder in Batterien gespeichert werden.

Der Bundesrat hat am 28.Mai die Umsetzung der neuen Abnahme- und Vergütungspflicht für Strom aus erneuerbaren Energien vorgestellt. Gemäss dem Parlamentsbeschluss vom Herbst 2025 richtet sich die Vergütung künftig nicht mehr nach dem vierteljährlichen Referenzmarktpreis, sondern nach dem stündlichen Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung. Damit entsteht ein klarer Anreiz, Solarstrom bei tiefen Preisen nicht ins vorgelagerte Netz einzuspeisen, sondern lokal zu speichern oder direkt zu nutzen.
 
Betreibende kleiner Photovoltaikanlagen mit einer Leistung unter 150 kW erhalten zusätzlich einen Investitionsschutz in Form einer Minimalvergütungsprämie. Falls der vierteljährliche Referenzmarktpreis im Mittel unter der gesetzlich festgelegten Minimalvergütung liegt, entspricht die Prämie der Differenz zwischen Referenzmarktpreis und Minimalvergütung pro eingespeister Kilowattstunde und wird rückwirkend vergütet. Mit diesem Modell profitieren Produzenten insbesondere dann, wenn sie bei negativen Strompreisen nicht ins Netz einspeisen, sind aber gleichzeitig dank der Minimalvergütung im Mittel vor negativen Preisen geschützt.  
 
Gemäss Bundesratsbeschluss wird die Gesetzesänderung per 1. Januar 2027 mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft treten. Anzumerken ist, dass die Verteilnetzbetreiber weiterhin höhere Vergütungen bezahlen dürfen. Swissolar geht davon aus, dass viele Netzbetreiber von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.  

Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch
Für Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen kann das neue Vergütungsmodell erhebliche Auswirkungen haben, insbesondere bei geringem Eigenverbrauch. Sie sind künftig stärker den tiefen Strommarktpreisen an sonnigen Tagen ausgesetzt.  
 
Mit einem Batteriespeicher lässt sich Solarstrom gezielt über Mittag speichern und später am Abend nutzen oder ins Netz einspeisen, wenn die Strompreise höher sind. Sinkende Batteriepreise machen diese Lösung zunehmend attraktiv. Entsprechend entscheiden sich immer mehr Besitzerinnen und Besitzer von Solaranlagen auch nachträglich für einen Speicher.

Gemeinsam den Eigenverbrauch steigern
Zusätzliche Möglichkeiten bieten Modelle wie der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Dabei wird Solarstrom innerhalb eines Quartiers lokal genutzt und verkauft, statt über den Netzbetreiber auf dem Strommarkt verkauft zu werden. Das erhöht den Eigenverbrauch und entlastet gleichzeitig die Stromnetze.
 
Swissolar fordert freien Zugang zu Börsenstrompreisen
Damit Anlagenbetreiber das neue Vergütungsmodell optimal nutzen können, braucht es einen einfachen Zugang zu den relevanten Marktdaten. Swissolar fordert deshalb vom Bundesamt für Energie (BFE):

  • Die Day-Ahead-Strompreise für den Schweizer Markt müssen im BFE-Dashboard öffentlich dargestellt werden.
  • Es braucht eine frei zugängliche Datenschnittstelle (API) für den automatischen Abruf der Preise.

Diese Daten ermöglichen es Energiemanagementsystemen, Batteriespeicher und Verbrauch intelligent zu steuern, damit Solarstrom bei tiefen Preisen lokal genutzt oder gespeichert werden kann. 

Quelle: Swissolar   
 
^^^ Nach oben


Mittwoch, 27. Mai 2026

Intersolar Europe 2026: Großspeicher und PV-Hybridanlagen im Fokus


Zu sehen ist ein großer Batteriespeicher der von einer Spirale aus glühenden Kabeln umgeben ist. Die Kabel sind mit einem weitern Kabel aus einem Windpark und Solarpark vebunden.
Die Energiewende ist in eine neue Phase eingetreten. Wind- und Solarenergie wachsen dynamisch, doch Erzeugung allein reicht nicht mehr aus. Entscheidend ist, erneuerbaren Strom bereitzustellen, wenn Netz, Markt und Verbraucher ihn benötigen.

Genau diese Entwicklung greift die Intersolar Europe 2026 auf: Großspeicher und PV-Batteriespeicher-Hybridanlagen stehen im Fokus, weil sie Strom zeitlich verschieben, Netze entlasten und neue Perspektiven für die Solarbranche eröffnen.

Großspeicher für mehr Flexbilität

Besonders sichtbar wird dieser Bedarf im Strommarkt. In Stunden mit hoher PV-Erzeugung sinken die Preise stark, während erneuerbarer Strom abgeregelt werden muss. Abends steigt der Verbrauch, während die Solarstromproduktion zurückgeht. Das Problem ist nicht ein Zuviel an Solarstrom, sondern zu wenig Flexibilität. Großspeicher (eng. Battery Energy Storage Systems – BESS) nehmen Strom auf, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und speisen ihn später wieder ein. So reduzieren sie Abregelung und verbessern die Integration.

Auch für die Systemstabilität gewinnen Großspeicher und moderne Leistungselektronik an Bedeutung. Wenn konventionelle Kraftwerke zurückgehen, müssen erneuerbare Anlagen und Batteriespeicher künftig mehr Aufgaben im Netz übernehmen, etwa Frequenzhaltung und Spannungsstützung. Flexibilität ist damit nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch Voraussetzung für Versorgungssicherheit.

Speicher als Geschäftsmodell

Gleichzeitig verbessert sich der Business Case. Sinkende Batteriekosten, stärkere Preisschwankungen und neue Marktrollen schaffen Erlöspotenziale. Speicher können bei niedrigen oder negativen Preisen laden und bei höherem Preisniveau ausspeisen. Hinzu kommen Erlöse aus Märkten für Systemdienstleistungen wie Regelenergie. So wird aus einer technischen Ergänzung eine Schlüsselelement der erneuerbaren Energieinfrastruktur mit realen Geschäftsmodellen.

Photovoltaik gemeinsam weiterdenken

PV-BESS-Hybridanlagen führen diesen Ansatz weiter. Sie verbinden Solarstromerzeugung und Batteriespeicher an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt und nutzen Infrastruktur wie Trafostationen, Verkabelung und Steuerung gemeinsam. Solarstrom kann direkt eingespeist, zwischengespeichert oder später vermarktet werden. Das nutzt knappe Netzkapazitäten besser und reduziert Abregelungsverluste.

Damit verschiebt sich der Fokus der Solarbranche: Nicht mehr allein die installierte Leistung entscheidet, sondern die Qualität der Integration. Wer Photovoltaik wirtschaftlich und netzdienlich betreiben will, muss Speicher, Steuerung, Marktmechanismen und Netzinfrastruktur gemeinsam denken. Diese Schnittstellen stehen im Zentrum der Intersolar Europe.

Intersolar Europe 2026

Die Intersolar Europe 2026 zeigt vom 23. bis 25. Juni auf der Messe München, wie Photovoltaik, Großspeicher und Hybridanlagen die nächste Phase des Solarmarktes prägen. Als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft bringt sie zentrale Akteure der Branche zusammen.

Ergänzend vertieft die Intersolar Europe Conference am 22. und 23. Juni 2026 im ICM München Themen wie PV-Großanlagen, Märkte, Speicher und Hybridisierung.

Konferenzen und Foren

Vor der Messe finden am 22. und 23. Juni 2026 die Konferenzen im ICM München statt. Die Intersolar Europe Conference, ees Europe Conference, Power2Drive Europe Conference und EM-Power Europe Conference richten sich an Unternehmen, Investoren, Energieversorger, Projektentwickler, Politik und Forschung. Erwartet werden rund 2.600 Teilnehmende. Ergänzend bieten die Messeforen an allen Messetagen praxisnahe Vorträge zu Kraftwerkstechnologien, Prosuming, Netzintegration und flexiblen Energiesystemen. So wird München zum Treffpunkt für alle, die Europas Energieversorgung sicherer, günstiger und widerstandsfähiger machen wollen.

Quelle: Solar Promotion GmbH

^^^ Nach oben

Freitag, 22. Mai 2026

Ein Gespenst geht um in der Energiepolitik - oder sieht so Hoffnung aus?

In der energiepolitischen Diskussion, insbesondere auch in der Schweiz, ist dieses Gespenst fast schon allgegenwärtig und bald Gegenstand einer Volksabstimmung. Unzählige, ja allzu viele Institutionen und deren Exponenten haben sich bereits darauf eingeschossen, dass so genannte Small Modular Reactors (SMR), die Energieversorgung bald ergänzen sollen. Einen erhellenden Beitrag dazu geliefert hat kürzlich die Neue Zürcher Zeitung (NZZ),die die sogenannten Mini-AKW als Hoffnungsträger bezeichnete, dann aber eine fast unendliche Argumentationskette entspann, die all die Schwierigkeiten mit diesen SMR sehr eindrücklich aufzeigte. Sie seien hier als Argumentationshilfe zusammen getragen.

So hält der NZZ-Artikel vom 18. Mai (im Internet nur hinter Bezahlschranke  zugänglich) zusammenfassend fest, dass die grössten Probleme dieses Reaktor-Typs in der Lieferkette, der Personal-Verfügbarkeit, dem Zugang zu Kapital sowie in der Regulierung und bei behördlichen Genehmigungen lägen. Besonders interessant ist der Lieferketten-Hinweis: er hält fest, dass es derzeit nur eine Anlage gibt auf der ganzen Welt, die hochgradig schwach angereichertes Uran herstellt. Es könnte Jahre dauern, bis eine Produktion in grösseren Massstab entsteht. Engpässe gibt es auch bei der Herstellung von Druckbehältnissen sowie von Gussteilen, Pumpenventilen und Rohrleitungen, die für die Nukleartechnologie eine spezielle Güte aufweisen müssen.

Ins Gewicht fällt für das Wirtschaftsblatt auch, dass die effektiven Kosten für diese neuen Atommeiler schwierig zu prognostizieren sind. Bei den neuesten Werken gehen die Konzpte neue Wege mit den Kühlmitteln und mit teilweise anderen Brennstoffen. Ziele sind dabei höhere Sicherheit eine bessere Nutzung von Ressourcen und die Verringerung des Atommülls, die meisten dieser Neu-Konzepte sind ja noch in einer frühen Entwicklungsphase - da kann man sich vorstellen, dass die Kosten a) schwer zu prognostizieren sind und b) aller Voraussicht nach übers. Ziel hinaus schiessen werden.

Kritisch wird bei dem SMA besonders auch der Umgang mit dem Atommüll, obwohl ihnen teils die Eigenschaft zugeschrieben wird, aufbereiteten Atommüll als Brennstoff zu verwenden. Die Wiederverwertung ist allerdings gemäss NZZ beschränkt auf das im abgebrannten Kernbrennstoff enthaltene Uran und Plutonium - und so oder so eine Abfallbewirtschaftung erfordert, die bislang nicht existiert. Zu guter letzt hält die NZZ noch fest, dass wenige SMR zwar schon in Betrieb stehen - als spezielle Prototypen, die noch keinerlei Gewähr bieten, dass sich deren Konzepte auch kommerzialisieren  lassen. Zwar wurde in der EU bereits mit Vorbereitungen für erste Projekte begonnen, aber deren Einführung werde mindestens noch 10-15 Jahre dauern, wenn auch die Meinungen darüber auseinander gehen. Hier sei darauf verzichtet die Einwände zur anderen Atom-Zukunftstechnologie (der Kernfusion) zu wiederholen. Denn auch sie ist eine Leidensgeschichte mit noch viel längerer Dauer, für sie galt schon vor 50 Jahren, in 50 Jahren sei es dann soweit und heute heisst es das sinngemäss wieder.

Man kann sich also mit Fug und Recht fragen, warum das Leitblatt der Wirtschaft die Mini-AKWs als Hoffnungsträger bezeichnet - ohne allgemeine Einschränkung. Aufgrund all der aufgeführten Bedenken lässt sich nur festhalten: auch die Minis werden sehr viel später, sehr viel teurer und wenn überhaupt jemals zum Einsatz gelangen.

Copyright: Guntram Rehsche Solarmedia

^^^ Nach oben

Donnerstag, 21. Mai 2026

Erstmals mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen als aus Gaskraftwerken


Im April 2026 wurde weltweit erstmals in einem Monat mehr Strom aus Wind- und Solarenergie als aus Gas erzeugt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des britischen Thinktanks Ember. 

Demnach erzeugten Wind- und Solaranlagen im April dieses Jahres 22 Prozent des weltweiten Stroms, während Gas bei 20 Prozent lag. Trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit lassen die Daten laut Ember weltweit keine Anzeichen für eine weitreichende Umstellung von Gas auf Kohle erkennen.

Wind- und Solarenergie erzeugten im April mit 531 TWh einen neuen Rekordwert, das sind 54 TWh mehr als die Gaserzeugung mit 477 TWh. Die folgenden Daten zeigen das Tempo der Entwicklung: Vor fünf Jahren, im April 2021, lag die Gaserzeugung mit 476 TWh auf einem ähnlichen Niveau, war aber fast doppelt so hoch wie die kombinierte Erzeugung aus Wind- und Solarenergie mit 245 TWh.

»Die aktuelle Energiekrise hat die wirtschaftlichen Argumente für erneuerbare Energien im Vergleich zu importiertem Gas weiter gestärkt und gleichzeitig den politischen Druck erhöht, deren Ausbau zu beschleunigen. Für viele Importländer ist mit Flüssigerdgas (LNG) erzeugter Strom zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber Wind- und Solarenergie«, so Konstantina Rangelova, globale Stromanalystin bei Ember.

© PHOTON

Pressemitteilung

^^^ Nach oben

 

Dienstag, 19. Mai 2026

Register erleichtert Umsetzung von lokalen Strommodellen

Mit dem wachsenden Interesse an dezentraler Stromproduktion und Eigenverbrauch steigt auch der Bedarf an professioneller Begleitung. Wer eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder einen (virtuellen) Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ((v)ZEV) gründen möchte, findet ab sofort zusätzliche Unterstützung: Auf der Informationsplattform www.lokalerstrom.ch steht neu ein Register für Abrechnungsdienstleister zur Verfügung. Damit schaffen Swissolar und VSE mehr Transparenz im Markt und vereinfachen so die Umsetzung lokaler Stromprojekte. 

Viele Initiantinnen und Initianten von lokalen Strommodellen benötigen Unterstützung in der Beratung, Umsetzung und schliesslich im Betrieb und der Abrechnung. Bislang fehlte ein zentraler Überblick über entsprechende Anbieter. Das neue Register von lokalerstrom.ch schliesst diese Lücke: Es bietet eine strukturierte Übersicht über Dienstleister – von privaten Anbietern über Energieversorger (EVU) bis hin zu Verteilnetzbetreibern (VNB) – inklusive Kontaktangaben und Informationen zu ihren Leistungen.  

Im Register können schnell passende Abrechnungsdienstleister gefunden werden. Die Anbieter können u.a. nach Sprache, Region und Dienstleistungsangebot gefiltert werden. Weitere Anbieter können sich ab sofort selbst im Register eintragen. Die Einträge werden vor der Veröffentlichung auf Plausibilität geprüft. 

 

Unabhängige Informations­plattform rund um lokal produzierten Strom 

Die Plattform www.lokalerstrom.ch richtet sich an Gemeinden, Unternehmen, Immobilienbesitzende und Privatpersonen, die lokale Strommodelle umsetzen möchten. Sie erleichtert die Planung und Umsetzung mit neutralen und aktuellen Informationen, Vorlagen und praxisnahen Tools. Lokaler Strom – also Strom, der direkt vor Ort produziert und verbraucht wird (oftmals aus erneuerbaren Energien wie Solar) –trägt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Senkung der Energiekosten bei. Modelle wie LEG und (v)ZEV ermöglichen es, Strom innerhalb von Quartieren, Gebäuden oder Gemeinden gemeinsam zu nutzen. Auch für VNB bietet die Plattform eine Unterstützung bei der Umsetzung der häufig ändernden und immer komplexeren Regelungen.


Hinweis: Lokalerstrom.ch übernimmt keine Haftung für die im Register aufgeführten Anbieter und deren Angaben. 

Weitere Informationen  

  • Für weitere Informationen zur Umsetzung von ZEV, vZEV, LEG und Praxismodell:  
    www.lokalerstrom.ch   

Donnerstag, 14. Mai 2026

Parlament muss wieder Planungssicherheit für Solarausbau schaffen

Die Entwicklung beim Solarausbau ist weiterhin besorgniserregend. Dies zeigen die neuesten Zahlen von Pronovo. Die monatlichen Anmeldungen von neuen Photovoltaikanlagen sinken weiter. Bei den kleinen Anlagen liegt die Anzahl Gesuche inzwischen bei rund 2’600. Anfang 2025 betrug sie noch mehr als 5’100. 

Somit hat sich die Anzahl Gesuche seither halbiert. Um die Ausbauziele zu erreichen, hätte sie sich aber verdoppeln müssen. Das ist das Ergebnis der Umsetzung des Stromgesetzes, welche die Energiewende sabotiert und mit der Diskussion um neue AKW in Tat und Wahrheit den Ausstieg aus den fossilen Energien verzögert. Das Parlament muss jetzt korrigieren. Bei Umsetzung des Stromabkommens soll es gemäss der SSES Planungssicherheit für Investitionen in Solaranlagen schaffen.

Obwohl Volk und Parlament dem Bundesrat mit dem Stromgesetz hohe Ziele für den Solarausbau vorgegeben haben, ergreift er nicht die nötigen Massnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Die neuesten Zahlen von Pronovo zeigen: Der Zubau nimmt weiter ab statt zu. Dies betrifft vor allem kleine Anlagen. Diese haben bisher über die Hälfte zum Photovoltaik-Ausbau beigetragen. Das Wegbrechen dieses Segments rückt die Ausbauziele in weite Ferne. Auch Anlagen ohne oder mit wenig Eigenverbrauch werden praktisch nicht mehr gebaut, obwohl diese vielfach zu den preisgünstigsten zählen.

Die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES vermutet gemäss Medieninformation, dass die verfehlten Ausbauziele als Grund genommen werden, um den Ausstieg aus den fossilen Energien zu verzögern, neue Kernkraftwerke zu fordern und damit beim Umwelt- und Klimaschutz weitere Abstriche vorzunehmen.

Unsichere Amortisation gefährdet Solarausbau
Wer nicht sicher ist, dass sich die Solaranlage amortisiert, wird kaum in sie investieren. Damit es beim Solarausbau wieder voran geht, müssen die Solarbremsen gelöst werden:

·      Es braucht Planungssicherheit mit langfristig stabilen Förderbedingungen.

·      Es braucht Investitionssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für die Amortisation der Anlagen sowie einfache Instrumente, die verständlich und anwendbar sind.

·      Es braucht Rechtssicherheit: Wer eine Solaranlage betreibt, muss sicher sein, dass die Bedingungen während der Dauer der Amortisation stabil bleiben.

·      Und nicht zuletzt braucht es klare Signale, dass der Ausbau der Sonnenenergie weiter nötig ist und wir noch weit weg sind von den gesetzten Zielen.

Das Parlament hat es nun in der Hand, Verbesserungen beim Stromgesetz zu beschliessen sowie bei der Umsetzung des Stromabkommens die Finanzierung so anzupassen, dass Solar endlich als Teil der Versorgungsinfrastruktur behandelt wird. Mit einem Anteil von 22 Prozent am Stromverbrauch in den ersten Tagen des Mais wird die Sonnenenergie immer mehr zum zweiten Standbein der Energieversorgung nebst der Wasserkraft. Vorschläge für eine Neugestaltung der Solarstromvergütung liegen auf dem Tisch. Die SSES-Fachgruppe VESE hat verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet und sie vergangenes Jahr in der Kurzstudie PV-Zubau 2.0 veröffentlicht.

Download der Medienmitteilung als pdf:

https://www.sses.ch/wp-content/uploads/260513_MM_Rueckgang_PV-Anmeldungen_d.pdf 

Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES:

In Reaktion auf die Energiekrise von 1973 wurde die Schweizerische Vereinigung für Sonnenergie SSES am 11. Juni 1974 als privatrechtlicher Verein in Bern gegründet. Die SSES zählt rund 4500 Mitglieder und ist in 11 Regional- und Fachgruppen gesamtschweizerisch als Konsumentenorganisation im Bereich Solarenergie tätig. Die SSES ist Mitglied der Klima-Allianz und setzt sich für eine Schweiz 100% erneuerbar ein. Ihre Projekte umfassen Öffentlichkeits- und Informationsarbeiten, aber auch die Teilnahme am politischen Gestaltungsprozess und Projekte zur Förderung des Ausbaus der Solarenergie. www.sses.ch

^^^ Nach oben