Eine
neue ETH-Studie belegt: Neue Atomkraftwerke rechnen sich für die
Schweiz nicht. Für eine sichere Energieversorgung und für das Erreichen
der Netto-Null-Ziele sind sie nicht notwendig. Die Studie bestätigt aus
Sicht der Schweizerischen Energiestiftung, warum der Gesetzesentwurf,
der AKW wieder ermöglicht, abgelehnt werden muss.
Die
Forschenden der ETH Zürich und des PSI haben untersucht, unter welchen
Rahmenbedingungen neue Atomkraftwerke technisch und wirtschaftlich für
das zukünftige Energiesystem der Schweiz sinnvoll wären. Mit Hilfe von
vier unterschiedlichen Energiesystem-Modellen haben die Forschenden
dabei variiert, ob der Bund neue AKW subventioniert, wie hoch die
Baukosten sind und wie viel die Kredite zur Finanzierung der Bauten
kosten.
Hohe Subventionen für Bau und Betrieb: Neue
AKW rechnen sich in der Schweiz nicht. Laut den ETH-Modellen wären sie
nur mit tiefen Baukosten realisierbar – und selbst dann braucht es
Kreditsubventionen vom Bund für den Betrieb. Die Studie belegt: Für die
Schweiz vergleichbar sind Neubauprojekte in Europa und in den USA, die
massive Kostenüberschreitungen aufweisen.
«Die
ETH-Studie zeigt: Neue Atomkraftwerke rechnen sich in der Schweiz
nicht. Sie bräuchten massive Bundessubventionen – und so tiefe
Baukosten, wie sie für die Schweiz nicht realistisch sind. Im Gegenteil:
Die vergleichbaren Projekte in Europa und in den USA zeigen nämlich
explodierende Kosten und jahrelange Verzögerungen.»
— Nils Epprecht, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung
Versorgungssicherheit und Klimaziele sind gewährleistet – ohne neue AKW: Für
Netto Null bis 2050 und eine verlässliche Stromversorgung braucht die
Schweiz keine neuen Atomkraftwerke. Die ETH-Modelle zeigen verschiedene
Wege: Neben der Wasserkraft als Rückgrat der Versorgung sind 36 bis 43
TWh Solarenergie und 0,3 bis 8,6 TWh Windkraft die zentralen Bausteine.
«Die
ETH-Studie belegt klar: Die Schweiz kann ihre Stromversorgung sichern
und ihre Klimaziele erreichen – ohne neue Atomkraftwerke. Die Modelle
zeigen gleich mehrere Wege zu Netto Null ohne AKW. Wasser, Sonne und
zumeist Wind bilden das Fundament einer sicheren und bezahlbaren
Stromversorgung.»
— Nils Epprecht, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung
Aussenhandel: doppelter Gewinn für die Schweiz: Alle
Modelle zeigen: unabhängig davon, ob AKW gebaut werden oder nicht,
exportiert die Schweiz im Sommer unter dem Strich Strom und importiert
im Winter. Neue AKW reduzieren die Importe etwas, verbessern die
Rechnung aber nicht. Importe zu Niedrigtarifen und Exporte bei hohen
Preisen sind ökonomisch sinnvoll und tragen zu einer stabilen, günstigen
Stromversorgung bei.
Viele Fragen bleiben offen: Die
Studie betrachtet ausschliesslich die techno-ökonomischen
Rahmenbedingungen für den Bau neuer AKW. Ausgeklammert bleiben zentrale
Fragen für den politischen Entscheid darüber, etwa die gesellschaftliche
Akzeptanz, die militärische Sicherheit, gesundheitliche Risiken oder
die Abfallproblematik. Offen bleibt zudem, ob neue AKW für die
Allgemeinheit teurer wären als eine rein erneuerbare Stromversorgung und
ob Fördergelder andernorts wirksamer eingesetzt wären.
Zudem
untersucht die Studie nur den Ausbau der Stromproduktion, nicht aber
das Potenzial von Energieeffizienz. Dabei zeigen die Statistiken: Trotz
fortschreitender Elektrifizierung sowie Bevölkerungs- und
Wirtschaftswachstum ist der Schweizer Stromverbrauch dank
Effizienzgewinnen seit Jahren stabil.
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