Würden Atomkraftwerke wieder erlaubt, hätte das negative Folgen für die Beschäftigung in den Bau- und Erneuerbaren-Branchen
der Schweiz. Eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften (ZHAW) zeigt, dass bis zu 16’000 Arbeitsplätze gefährdet
wären, sollte ein Projekt für ein neues Atomkraftwerk entstehen. Der Bau
und der Betrieb eines neuen AKW könnten diese Verluste nicht
kompensieren. Wertschöpfung würde ins Ausland abfliessen.
Die
Rückkehr zur Atomenergie würde die Aufträge für Solarenergie und
Gebäudesanierungen bremsen – mit negativen wirtschaftlichen Auswirkungen
für das betroffene Gewerbe. Das zeigt eine Studie der ZHAW, über die
der Sonntagsblick heute (19. Juli 2026) berichtet.
Bis zu 16’000 Arbeitsplätze und Wertschöpfung gefährdet
Laut
der Studie würde allein die Aufhebung des Bauverbots für neue
Atomkraftwerke – noch ohne konkretes Projekt – in den kommenden fünf
Jahren zwischen 5800 und 9500 Arbeitsplätze in den Bau- und
Erneuerbaren-Baubranchen gefährden, im Zeitraum von zehn Jahren sogar
bis zu 10’600 Arbeitsplätze. Kommt es zur Planung und zum Bau eines AKW,
wären im gleichen Zeitraum zwischen 10’000 und 16’000 Arbeitsplätze
gefährdet.
Die
mit dem Bau und Betrieb eines neuen Atomkraftwerks geschaffenen
Arbeitsplätze könnten diese Verluste nicht annähernd kompensieren. Die
Technologie und das Know-how im Nuklearbereich müssten importiert
werden. Der Anteil der in der Schweiz erzielten Wertschöpfung bliebe
gering und ein Grossteil der Aufträge würde ins Ausland abfliessen.
Werden die Erneuerbaren ausgebremst, leiden KMU und das Gewerbe
Am
stärksten von einer Rückkehr der Atomenergie betroffen wären die
Solarenergie-Branche, die Unternehmen für Haustechnik und Installationen
sowie das Gewerbe für energetische Gebäudesanierungen, das aktuell rund
6200 Arbeitsplätze ausmacht.
Gemäss der Studie generieren die Unternehmen mit der Solarenergie
aktuell rund 1,4 Milliarden Franken inländische Wertschöpfung pro Jahr
und beschäftigen heute bereits Tausende von Fachkräften. Im
Referenzszenario (Beibehaltung des AKW-Neubauverbots) würden bis 2035
rund 20'700 Vollzeitäquivalente (VZÄ) in der Solarenergie-Branche
entstehen. Bei einem AKW-Bau wären es 2035 nur noch rund 7400 VZÄ – ein
Rückgang um 64 Prozent.
Diese
Branchen sind heute ein wesentlicher Motor für die Schaffung von
Arbeitsplätzen. Im Gegensatz zum Atomenergiesektor stützen sie sich
weitgehend auf eine lokal verankerte Wertschöpfungskette und schaffen
nachhaltige Arbeitsplätze in KMU, die über alle Regionen des Landes
verteilt sind.
«Die
Studie der ZHAW zeigt, dass weitere Investitionen in Solarenergie,
Energieeffizienz und Gebäudesanierungen nicht nur der wichtigste Hebel
zur Erreichung der Klimaziele sind, sondern auch ein starker Motor für
mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz. Diese Dynamik würde
mit teuren AKW-Plänen ausgebremst und Stellen wären gefährdet.»
– Nils Epprecht, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung.
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