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Samstag, 6. Juni 2026

Fällt Klimawandel aus?

„Fällt der Klimawandel aus?“ Das fragte die „Welt“ allen Ernstes Ende Mai 2026. Auch die „BILD“-Zeitung titelte: „Prognosen völlig falsch! Klimaforscher streichen ihr schlimmstes Angst-Szenario.“ Die AFD sprach im Bundestag gar „vom Ende des größten Betrugs der Menschheit“. Was war geschehen? Ein Kommentar des Energie-Spezialisten Franz Alt.

Der Weltklimarat IPCC hat sein „Worst-Case-Szenario“, seine schlimmste Prognose für den Klimawandel, revidiert. Und zwar deshalb, weil die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas erste positive Ergebnisse zeigen und es unwahrscheinlich ist, dass die globale Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 4,8 Grad ansteigen wird. Die Hauptursachen: Die erneuerbaren Energien sind dramatisch preisgünstiger geworden und das Pariser Klimaabkommen hat die Welt zur Klimaschutzpolitik angeregt.

Dass Klima-Szenarien regelmäßig angepasst werden, ist ein normaler wissenschaftlicher Vorgang. Die Kollegen der „Welt“ und bei „BILD“ haben freilich schlicht übersehen, dass der Weltklimarat auch sein „Best-Case-Szenario“ gestrichen hat. Das heißt: Auch das 1.5-Grad-Zeil von Paris ist kaum noch zu erreichen, wenn die Staatenwelt den Klimaschutz nicht ernster nimmt als bisher. Das neue, mittlere Szenario, das eine globale Erwärmung von 2.8 Grad voraussieht, wenn die Welt bis 2.100 so weitermacht wie bisher, ist auch eine Katastrophe, was „BILD“ und „Welt“ übersehen haben.

Klimaforscher wie Niklas Höhne vom New Climate Institute: „Aus meiner Sicht ist es unverantwortlich und auch durchschaubar, dass hier Klimawandelleugner, die extrem rechten Medien oder eben die Trump-Administration diesen Vorgang für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Die Anpassung der Klimaszenarien ist ein normaler wissenschaftlichere Vorgang.“ Dass das Worst-Case-Szenario nach unten angepasst wurde, zeigt – laut Höhne – dass der bisherige Klimaschutz gewirkt habe, wenn auch noch nicht ausreichend.

Wir haben mit ehrgeizigeren Klimaschutzmaßnahmen jetzt noch die Chance, unsre gesamte Zivilisation auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. 2025 wurde global bereits doppelt so viel Geld in erneuerbare Energien investiert als in die alte fossil-atomare Energiewirtschaft. Um die Paris-Ziele noch zu erreichen, ist allerdings eine Verdreifachung der bisherigen Anstrengungen erforderlich. Die Energiefrage ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Das ist das Gegenteil dessen, was die Klimawandel-Leugner in diesen Tagen behaupten. Der Klimawandel fällt nicht aus, er bleibt die Überlebensfrage der Menschheit. Nichts anderes besagt auch der neue Bericht des Weltklimarats. Dass die Klimakrise ausfällt, ist schlicht eine Lüge.

Es gibt aber auch Lichtblicke: China allein hat 2026 schon so viel erneuerbare Energie zugebaut wie Deutschland in den letzten 25 Jahren zusammen. Und nicht nur in Deutschland boomt das Geschäft mit Solaranlagen, E-Autos und Wärme-Pumpen. Erneuerbare Energien senken weltweit den Strompreis, fossile verteuern ihn. Im Mai 2026 trugen die Erneuerbaren Energien 68,2 %, und die Fossilen Energien nur noch  31,8 % zur gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland bei.

Quelle: Franz Alt 2026 
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Sonntag, 29. März 2026

Anders als angenommen: Trump schon gescheitert

Der Text Trump sei Dank auf Solarmedia mag vereinzelt irritiert haben (siehe > hier). Zur Klärung der Position nun der folgende - in der regelmässigen Rubrik «Solar am Sonntag» publiziert. Mit anderen Worten:  Trump wird stürzen - etwa über die verpasste Energiewende - denn: Wie verzweifelt muss eine Regierung in ihrem Kampf gegen die erneuerbaren Energien sein, wenn sie eine Milliarde für deren unmittelbare Überwindung ausgibt (um Windparks zu verhindern)! Lese-Vergnügen wünscht Solarmedia-Autor Guntram Rehsche.

Da kommt man ja zuerst mal auf die Idee, der Wunsch sei der Vater des Gedankens. Aber statt hier ein Wunschkonzert zu veranstalten, seien ein paar Gedanken angeführt, die die These stützen, dass Trump nicht mehr allzu lange Präsident Vereinigten Staaten ist.

 Natürlich gilt das Allgemeine: in den USA hat sich einer zum Autokraten gemacht, was immer schon (früher oder später) zu dessen Sturz geführt hat. Später wäre schlecht, aber ist auch unwahrscheinlich, weil das Verhalten des jetzigen US-Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit schon fast alle Vorstellungskraft autokratischer Entwicklungen sprengt. 

Zuvor steht meiner Meinung nach die Unmöglichkeit, all die angerissenen Projekte gemäss der vorgesehenen Trumpschen Agenda umzusetzen. Das zeigt sich vor allem im Ausland, wo er trotz Versprechen der Nicht-Einmischung unterdessen tief im Sumpf der Auseinandersetzungen in Venezuela, in Kuba, in Israel und vor allem natürlich in Iran verwickelt ist.

 «Amerika first» hat sich also bereits erledigt. 

Erledigt hat sich Trump verschiedentlich auch schon innenpolitisch, so etwa mit dem Einsatz dieser ominösen ICE-Truppe, von der aktuell fast nicht mehr die Rede ist - die sich aber kläglich aus verschiedenen Kriegsschauplätzen ist man geneigt zu sagen zurückziehen musste. Also steht es um die Migrationspolitik vielleicht noch zum Besten gemessen an anderen Vorhaben, aber eben auch nicht gut. 

Die andere innenpolitische Versagerlinie ist jene der Erhebung von Zöllen, deren Berechtigung ihm das an sich wohlgesinnte  oberste Gericht unterdessen abgesprochen hat. Wobei er dann mit den Ersatzmassnahmen von allgemeinen zehn und nachher 15 % auch schon halbwegs gescheitert scheint. Erstens wurden ihm die 15 % verwehrt und zweitens gilt dieser allgemeine Zoll-Zuschlag nur während fünf bis sechs Monaten. Das Thema kommt danach unmittelbar wieder auf die Tagesordnung. Und dann fragt man sich noch, inwieweit die vorgesehenen Milliarden-Einnahmen überhaupt zusammenkommen. Und wie also die diversen Projekte überhaupt finanziert werden können.

 

Zu erwähnen bezüglich gescheiterter Innenpolitischer US-Projekte ist schliesslich die Energiepolitik. Sie soll in den Überlegungen hier im Zentrum stehen, weil sich Solarmedia in erster Linie mit Energiepolitik beschäftigt. Weltweit ist derzeit eine solare Revolution zu beobachten, welche in vielen Ländern zum Durchbruch der Solarenergie geführt hat - etwa in Vietnam, Polen, Pakistan und was der Länder mehr sind. Trump versucht sich derweil mit geradezu lächerlich anmutenden Gegenmassnahmen im Inland. Etwa hat er den Kauf von elektrischen Schulbussen gestoppt, die US-Kinder zur Schule fahren sollten und für die eine Milliarde bereitgestellt wurde. Unterdessen glaubt die Administration solche Vorhaben mit einem Handstrich verändern oder ganz abwürgen zu können. Aber sie sind nicht veränderbar, denn die erneuerbaren Energien haben selbst  in den USA ihren Siegeszug belegbar eingeleitet oder fortgesetzt. Das zeigt sich an den Zubauten im Solarbereich, und das zeigt sich auch in der Windenergie, wo zwar die grössten Hindernisse aufgebaut werden, wo aber mit viel Mühe zwar diese Hindernisse auch schon wieder beseitigt sind - einige der vorgesehenen gestoppten Windprojekte werden unterdessen auf jeden Fall weitergeführt (wenn auch Total Energies eine Milliarde $ einsacken soll, um statt in Wind- in fossile Projekte zu investieren). 

Ein Hinweis sei dann doch noch erlaubt: Bezüglich der Energiepolitik zeigt der grosse Rivale China, wohin es gehen muss und wird. 

Zurück zur Eingangsthese: In meiner Einschätzung wird Trump stürzen, ob das vor Ende seiner Präsidentschaft oder danach sein wird, bleibe dahingestellt. Es sind grundsätzliche Fragen aufgeworfen und in keinerlei Art und Weise vernünftige Antworten zu erhalten. Der Westen, zudem immer noch die USA zählen in vielerlei Hinsicht, ist eine zu aufgeklärte Gesellschaft, als dass sich eine Restitution in solchen Ausmass durchsetzen würde. Die Widerstände zeigen sich auch bereits an verschiedenen Orten. Und sie zeigen sich eben auch in dem Bereich, der geleitet wird von einer solaren Weltrevolution und vom unaufhaltsamen Siegeszug der erneuerbaren Energien, der Energiewende. Das ganze gipfelt, wollte man dem ein Etikett verpassen,  in der schon bekannten Formel 100 % erneuerbar ist möglich. Auch das eine Frage der Zeit natürlich und der Stärke der Widerstände. Aber vor allem der ökonomische Druck scheint in dieser Richtung zu zielen. Gott sei Dank (wo immer der hockt) - in diesem Fall nicht wie in einem früheren Artikel Trump sei Dank.

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia   

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Sonntag, 15. März 2026

Solar am Sonntag: Die Chance in der Krise

Die schlechte Nachricht: Raketen auf Ölanlagen im Iran-Krieg und weltweit dramatisch steigende Öl- und Gaspreise. Die gute Nachricht: Der Preis- und Knappheitsschock der fossil-atomaren Energieriesen ist zugleich eine Chance für die erneuerbaren Energien. Für «Solar am Sonntag» eine  Einschätzung des deutschen Energie-Publizisten, Franz, Alt. PS: Artikel von Solarmedia über Donald Trump wird im Laufe der kommenden Woche aufgeschaltet.

Soeben hat eine Analyse des Daten- und Forschungsunternehmens Global Data ergeben, dass sich die Kapazität der erneuerbaren Energien bis 2031 mehr als verdoppeln könnte. Der jüngste Bericht „Renewable Energy: Strategic Intelligence“ zeigt, dass die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien  bereits 2025 einen neuen Höchststand erreicht hat. Besonders die Region Asien-Pazifik dominiert den Ausbau der Erneuerbaren. Vor allem China und Indien bereiten diese Entwicklung maßgeblich vor. Siehe dazu dienbGrafik © GlobalData | www.globaldata.com.

Bisher lieferte die Windkraft den größten Anteil an erneuerbarer Energie. Doch 2025 war die Solarkraft global erstmals die größte Quelle der Erneuerbaren. Eine zunehmend wichtige Rolle beim raschen Ausbau der Ökoenergien spielt die Künstliche Intelligenz. Sie hilft dabei, die schwankende Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen besser zu steuern.

Der Professor für Erneuerbare Energien Volker Quaschning sieht in der heutigen Energiekrise eine große Chance für den rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien, für E-Autos und für Wärmepumpen. Solaranbieter erleben derzeit einen Ansturm auf ihre Produkte. E.On-Geschäftsführer Flip Thon: „Die Nachfrage nach Solaranlagen hat sich in den letzten Monaten fast verdoppelt.“

Krisen bieten schon immer auch eine Lernchance. Die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verweist auf die Ölkrisen in den Siebzigern: „Es gibt einen Lerneffekt durch die Krisen, und der kann jetzt auch einen Turbo bekommen.“ In vielen Länder boome die Solar- und Windenergie und die Häuser würden besser gedämmt. Die solare Weltrevolution macht Fortschritte.

Damit der derzeitige Hype nicht wieder verpufft, sollte auch die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren verbessern. Notfalls sollte Bundeskanzler Merz auch seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche entlassen. Denn sie schadet mit ihrer Gaspolitk sowohl der Wirtschaft und dem Klima. Aber auch hier besteht die Chance der Krise.

Vom Autor das Erfolgsbuch: Franz Alt „Die solare Weltrevolution“ – Aufbruch in eine neue Menschheitsepoche | HERDER 2025

Quelle: Franz Alt 2026 | www.sonnenseite.com

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Montag, 2. März 2026

Energiepolitik: Vorschau auf Parlamentsgeschäfte


Bundeshaus Aussenansicht
Sollen Kernkraftwerke (KKW) in der Schweiz wieder möglich sein? Sollen Hoch- und Höchstspannungsleitungen in Zukunft nur noch oberirdisch verlegt werden? Soll das «Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft. (FiREG)» bis 2031 verlängert werden? Um diese und weitere Fragen geht es im Parlament in der Frühlingssession 2026.

Die Themen im Ständerat

Als Erstrat diskutiert der Ständerat, ob in der Schweiz wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden dürfen. Hintergrund ist die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle», auch bekannt als Blackout-Initiative, die von über 129’000 Stimmberechtigten unterzeichnet und im Februar 2024 eingereicht wurde. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab und hat dazu einen indirekten Gegenvorschlag formuliert. Er ist der Meinung, dass es keine Verfassungsänderung braucht, welche bei der Annahme der Initiative nötig wäre. Er schlägt vor, dass das Kernenergiegesetz so angepasst wird, dass der Bau neuer Kernkraftwerke wieder möglich wird. Folgt der Ständerat seiner vorberatenden Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-S), soll der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats angenommen werden.

Der Ständerat berät zudem verschiedene energiepolitische Vorstösse:

Im Ständerat ist die Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) «Umfassende Energiespeicherstrategie und Aktionsplan» traktandiert. Sie verlangt vom Bundesrat, dass dieser eine umfassende Energiespeicher-Strategie mit einem Aktionsplan ausarbeitet. Der Nationalrat hat den Vorstoss bereits angenommen. Eine weitere Motion, die vom Ständerat in der Frühlingssession 2026 besprochen wird, stammt von der Fraktion Die Mitte. Die Mitte-Fraktion fordert den Bundesrat mit der Motion «Auf in die smarte Energie-Schweiz! Das Potenzial intelligenter Netze nutzen» auf, eine Gesetzesvorlage vorzulegen, welche die flächendeckende Entwicklung intelligenter Netze (sogenannte Smart Grids) fördert. Aus Sicht des Bundesrates bestehen mit dem Energiegesetz im Rahmen der Energiestrategie 2050 heute bereits genügend Anreize, um in intelligente Netze zu investieren. Deshalb beantragt er eine Ablehnung der Motion. Der Nationalrat hat als Erstrat den Vorstoss angenommen.

Ausserdem diskutiert der Ständerat auch die Motion «Bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Elektrizitätsunternehmen, damit sie in erneuerbare Energien im Inland und nicht im Ausland investieren» von Piero Marchesi (SVP/TI). Die Motion will den Bundesrat beauftragen, bessere Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen zu schaffen, damit sie mehr in der Schweiz und weniger im Ausland in den Bau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien investieren. Der Bundesrat hat die Motion abgelehnt, da er der Ansicht ist, dass mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bereits die geeigneten Rahmenbedingungen vorhanden sind. Der Nationalrat hatte als Erstrat die Motion angenommen.

Weiter befasst sich der Ständerat mit der Motion von Peter Hegglin (Die Mitte/ZG) «Nachhaltige Verwertung von biogenen Reststoffen aus der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette». Sie verlangt eine Anpassung der Energieförderungsverordnung, damit Reststoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion in Überschusssituationen vollständig in landwirtschaftlichen Biogasanlagen verwertet, sofern die Reststoffe nicht als Futter verwendet werden können. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung, da eine Lockerung der Fördergrenze zu höheren Kosten führen würde, die über den Netzzuschlagsfond und damit über die Stromverbraucher getragen würden. Dies widerspreche dem umweltrechtlichen Verursacherprinzip.

Die Themen im Nationalrat

Im Nationalrat steht das Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft (FiREG) auf der Traktandenliste. Der Bundesrat schlägt vor, dass das FiREG befristet um fünf Jahre bis 2031 verlängert wird. Aus Sicht der vorberatenden Kommission ist es nicht vertretbar, das FiREG ersatzlos auslaufen zu lassen. Denn: Die grössten Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft sind aus Sicht der UREK-N systemkritisch. Ein Ausfall hätte unabsehbare Konsequenzen für die Stromversorgung und damit gravierende Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Der Nationalrat berät das Geschäft als Erstrat in der Frühlingssession.

Der Nationalrat berät ausserdem noch die folgenden energiepolitischen Vorstösse:

Barbara Schaffner (GLP/ZH) verlangt in ihrer Motion «Netzebenübergreifende lokale Elektrizitätsgemeinschaften», dass lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) auf verschiedenen Netzebenen möglich sein sollen. Bis jetzt ist das nicht der Fall. Teilnehmer einer LEG müssen im gleichen Netzgebiet nahe beieinander auf der gleichen Netzebene angeschlossen sein. Der Bundesart beantragt die Annahme der Motion. Mit dem Postulat «Netzdienliche Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz», ebenfalls von Barbara Schaffner, beauftragt sie den Bundesrat, eine Resilienz- und Speicherstrategie für das Stromsystem Schweiz vorzulegen.

Letztlich debattiert der Nationalrat über das Postulat «Bessere Nutzung der bestehenden Stauseen» von Bruno Storni (SP/TI). Der Bundesrat soll einen Bericht über das Potenzial und mögliche Optimierungsmassnahmen zur Erhöhung der realen Wasserkraft-Winterspeicherreserven in den bestehen Stauseen erstellen, die derzeit lediglich zu 65% genutzt werden. Der Bundesrat sieht jedoch keinen Anlass zur Annahme des Postulats: Die Zahl bilde lediglich die Summe aller Speicherseen ab und sei nicht als Hinweis auf ungenutzte Optimierungsmöglichkeiten zu verstehen. Die Kraftwerksbetreiber optimieren ihre Anlagen, um die Rentabilität sicherzustellen, und nicht nur um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Deshalb sieht der Bundesrat keine Gründe, diesen Bericht zu erstellen und schlägt eine Ablehnung vor.

Mattia Pesolillo, Hochschulpraktikant Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: Rob Lewis, parlament.ch

Quelle:https://energeiaplus.com/2026/03/02/vorschau-fruehlingssession-2026-blackout-initiative-stromnetz-und-versorgungssicherheit-im-fokus/

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Sonntag, 15. Februar 2026

Klima: Trump sei Dank!


 Frauke Rostalski bestreitet weder Klimakrise noch die Dramatik des steigenden CO₂-Ausstosses. Sie kritisiert aber die Verschiebung der Verantwortung auf Konsumentinnen und Konsumenten. Einzelne Entscheidungen – weniger fliegen, weniger Fleisch essen – seien klimatisch praktisch wirkungslos - Screenshot SRF Sternstunde Philosophie 15.2.26

Obwohl sich diese Geschichte wieder mal um Donald Trump dreht, sei sie mit einer anderen Person bebildert: die Philosophin Frauke Rostalski macht derzeit durch ein neues Buch von sich reden, in dem sie individuelles Handeln im Sinne eines moralischen Verhaltens in die Schmuddelecke stellt.  Drei Fehler an ihrer Klimaskepsis, ohne diese hier weiter darzulegen, seien doch angetönt, wenn auch Trump Thema sein soll: Erstens verwehren wir den jungen Menschen Politisierung und Bewusstwerdung, wenn das Engagement mit Konsumverzicht abgewertet wird (ich etwa habe in kirchlichen Kreisen den Zugang zum Spannungsfeld Erste / Dritte Welt gelernt, ohne religiös zu sein), zweitens sind die Wirkungmechanismen nicht so eindeutig belegt, wie das Rostalski  behauptet und drittens spielt man den grundsätzlichen Klimaskeptiker*innen wie letztlich Donald Trump in die Hände.

Zu Letzterem lässt sich sagen: Danke, Mister Trump! Nun habe ich auch ins Lager ihrer glühenden Verehrer gewechselt. Was sie vollbracht haben mit der Kündigung aller Klimavereinbarungen, ist wirklich grossartig, eben die grösste Deregulierung aller Zeiten! Das Gute daran (bei aller Dramatik) ist: Noch wir werden erleben, was fehlender Klimaschutz bewirkt. Darunter leidet halt dann (sorry for that) ihre US-Bevölkerung, aber sei’s drum. Auch die Bevölkerungen anderer Kontinente und Staaten werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Und die Folgen des Klimawandels werden sich eindeutiger denn je offenbaren.

Aber - und das ist ein weiterer Grund für Dankbarkeit - die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit all dieser anderen Staaten, die sich weiterhin zum Klimaschutz bekennen,  wird rasant zunehmen, während der amerikanische Präsident dannzumal endgültig in die Fallgruppe des Untergangs der US-Wirtschaft gestürzt sein wird. Denn mal ehrlich: Wer in aller Welt wird die klimaschädlichen amerikanischen Produkte künftig kaufen? Oder planen etwa Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, schon jetzt den Erwerb eines SUV's mit Verbrennermotor, der wie früher muntere 15-20 Liter Benzin auf 100 km säuft?

Dankbarkeit können in diesem Zusammenhang auch China respektive die dortigen aufstrebenden Weltkonzerne empfinden. Das belegen vielerlei Einschätzungen aus diversen Medien, etwa von klimareporter.de oder  andererseits die von spiegel.de und Tages-Anzeiger 
(«Trump lenkt seine Industrie ins Museum», hinter Bezahlschranke). Seien es chinesische Automobile, die Stromer zu unschlagbaren Preisen auf den Weltmarkt bringen, seien es  Haushaltgeräte, die wegen ihres Stromverbrauchs bei chinesischer Provenienz günstiger sind oder seien es Textilien und was der Dinge mehr sind - sie werden auch dank geringerer CO2-Intensität die Nase vorne haben im weltweiten Konkurrenzk(r)ampf.

Copyright: Solarmedia / Guntram Rehsche

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Sonntag, 28. Dezember 2025

2025 & 2026: Was sind das doch für Jahre!

Das ablaufende Jahr war energiepolitisch absolut revolutionär. Das sei im folgenden dargelegt. Aber auch das anstehende 2026 verspricht bezüglich der erneuerbaren Energien ein Andauern dieser Revolution (Trump hin oder her). Da genügt schon ein Blick auf die neuen Gesetze hierzulande. Aber so richtig ab geht die Post nicht in der Schweiz, sondern in vielen Staaten der Welt, wo man das gar nicht erwarten würde. Das gibt Anlass zu einem optimistischen Ausblick des Solarmedia-Autors Guntram Rehsche: Die Zukunft ist zu 100 % erneuerbar - und die Entwicklung geht schneller, als wir uns das vorzustellen wagen!

Beginnen wir im Kleinen und kommen dann zum wirklich bedeutenden Grossen: Ab dem 1. Januar müssen Netzbetreiber in der Schweiz den Strom aus erneuerbaren Energiequellen, der ins Netz eingespeist wird, zwingend vergüten. Dabei gelten gesetzlich festgelegte Mindestsätze. Sie sorgen dafür, dass die Entschädigung auch bei sehr tiefen Strompreisen nicht so tief fällt, dass die Betreiber von Solaranlagen keine Planungssicherheit in Bezug auf die Amortisation mehr hätten. Für grosse Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt schafft der Bund zusätzliche Anreize, damit im Winter, wenn der Strom knapp ist, mehr vom knappen Gut produziert wird (siehe dazu: Bundesrat zur Teilrevision der Energieverordnung > hier). 

Wenn wir den Blick über die Grenzen schweifen lassen, so sprechen die Titel jener Bücher eine deutliche Sprache, die im Jahr 2025 zu Solar-Themen erschienen und allesamt eine Lektüre wert sind. Erwähnt seien: «Die Solare Weltrevolution» von Franz Alt, Michael Bukowski: „Deutsches Sonnenmärchen“, und unlängst erschienen „Here Comes the Sun“ von Bill McKibben (bisher nur auf Englisch). Sie alle drücken aus, was sich auch aus den Statistiken bereits ablesen lässt. Das Jahr 2025 war ein absolut sensationelles Jahr bezüglich des Zubaus von erneuerbaren Energien, insbesondere von Solaranlagen zur Erzeugung von Solarstrom (aber auch betreffs Windenergie).

THE NEXT TWO BIG THINGS oder zwei Ideen stechen hervor, die die Solar-Wirtschaft fundamental verändern. Agri-PV (statt Gewächshäusern, siehe Bild oben) sowie Bidirektionales Laden - alles unter dem Motto: Es ist unterdessen ja so einfach respektive technisch absolut lösbar! Selbst wenn nur ein geringer Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche gleichzeitig der Solarstrom-Produktion diente, ergibt sich ein unglaubliches, zusätzliches Potenzial, um solchen Strom zu erzeugen. Von den Möglichkeiten der Stromspeicherung in E-Fahrzeugen gar nicht zu sprechen. Sie öffnen vielerorts Wege, die effektive Lösung des Speicherproblems voran zu treiben - wenn auch nicht unbedingt in der Schweiz. Hingegen lässt aufhorchen,  was das deutsche Magazin DER SPIEGEL über die Wasserstoffwirtschaft zu berichten hat, dass nämlich die Träumerei von ebendieser geplatzt sei und die Energiekonzerne jetzt auf Batterie-Speicher- statt auf Gaslösungen setzen.

Nichtsdestotrotz: Das Wissenschaftsmagazin Science (herausgegeben von der American Association for the Advancement of Science) hat den weltweiten Boom erneuerbarer Energien zum „Breakthrough of the Year 2025“ (Durchbruch des Jahres 2025) gekürt. Dies wurde im Dezember 2025 verkündet und in zahlreichen Medienberichten aufgegriffen. Warum 2025 als Jahr des Durchbruchs gilt? Der Hauptgrund ist ein historischer Meilenstein: 2025 war das erste Jahr, in dem weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Quellen (vor allem Solar- und Windenergie) erzeugt wurde als aus Kohle. Dies markiert einen Wendepunkt in der globalen Energiewende. Zu diesem Schluss kommt übrigens auch die künstliche Intelligenz von Elon Musk (Grok). Musk ist, bei aller sonstigen Spinnerei, ein absoluter Verfechter der Solarenergie und sagt dieser eine glänzende Zukunft vorher. Begründet ist das wie folgt:

  • Drastisch gesunkene Kosten für Solar- und Windtechnologien → in vielen Regionen günstiger als fossile Brennstoffe.
  • Treiber ist nicht mehr primär der Umweltschutz, sondern wirtschaftliches Eigeninteresse (niedrigere Kosten und höhere Energiesicherheit).
  • China spielt eine zentrale Rolle: Es dominiert die Produktion (z. B. 80 % der Solarzellen weltweit) und hat die Preise massiv gesenkt.
  • Der Wachstum der Erneuerbaren scheint „unstoppable“ (unaufhaltsam), mit Rekordzubauten und einer Nähe zum Peak der fossilen Emissionen.
Wer hat das deklariert? Science wählt jährlich den bedeutendsten wissenschaftlichen oder technologischen Durchbruch. Chefredakteur Holden Thorp betonte in dem Editorial, dass dieser Shift von fossilen zu erneuerbaren Energien ein entscheidender Fortschritt ist. Berichte von IEA, IRENA und BloombergNEF unterstreichen den Boom (z. B. Rekordzubau von über 585 GW im Vorjahr und Prognosen für weiteres Wachstum), aber die spezifische Deklaration als „Durchbruch des Jahres 2025“ stammt eindeutig von Science. Dieser Meilenstein zeigt, dass die Energiewende wirtschaftlich getrieben voranschreitet, trotz politischer Herausforderungen in manchen Ländern.

Lassen wir zum Schluss eine neue Zauberformel aufblitzen: Energiewende WW3S = Wasser Wind Solar Speichern Steuern. Es wird einem ganz schwindelig, ob der Entwicklungen rund um die Energiewende. Und erweitert gilt: 3W-E-3S, ergänzt also mit Wärmepumpe & E-Auto.

Und natürlich: Ein gutes neues Jahr! 

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Mittwoch, 24. Dezember 2025

Energiepolitischer Wahn: Wär's nicht zum Heulen, so wär's zum Lachen

Präsident Jimmy Carter ließ 1979 32 Solarpaneele auf dem Dach des Westflügels des Weißen Hauses installieren, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und erneuerbare Energien zu fördern. Präsident Ronald Reagan ließ diese Panele 1986 entfernen – offiziell im Rahmen von Dachreparaturen, aber es war ein klares Signal seiner Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien. Reagan kürzte zudem Steuergutschriften für Solaranlagen und priorisierte fossile Brennstoffe und Kernenergie. Die Panele wurden eingelagert und später an ein College weitergegeben. Nun zieht Präsident Trump nach.

 
Die Trump-Administration hat im Februar 2025 angeordnet, dass die U.S. General Services Administration (GSA) – die für Bundesgebäude und -flotten zuständig ist – alle EV-Ladestationen (ca. 8.000 Ladeports an Hunderten von Standorten) in Bundesgebäuden abschalten und aus dem Netz nehmen soll. Diese Ladestationen wurden größtenteils unter Präsident Joe Biden installiert, um die Elektrifizierung der Bundesflotte voranzutreiben (Ziel: 100 % emissionsfreie Leichtfahrzeuge bis 2027 und die gesamte Flotte bis 2035). Hier Details zur Umsetzung:
 
  • Internes Memo der GSA (Februar/März 2025): Die Ladestationen wurden als "nicht missionskritisch" eingestuft. Sie sollen vom Netz getrennt, die Verträge mit Ladeanbietern gekündigt und die Geräte an den Stromkreisen abgeschaltet werden. Dies betrifft sowohl Ladestationen für Bundesfahrzeuge als auch für private Autos von Mitarbeitern.
  • Beispiele: Am Denver Federal Center (mit 22 Ladestationen an 11 Orten) wurden die Anweisungen bereits per E-Mail umgesetzt. Die GSA-Seite zur Flotten-Elektrifizierung wurde offline genommen.
  • Weiterer Kontext: Dies ist Teil eines breiteren Rollbacks von Bidens Klimapolitik. Trump stoppte per Executive Order die Förderung von EV-Käufen im Bundesdienst, fror 5 Milliarden Dollar für öffentliche Ladeinfrastruktur ein und plant, EV-Steuergutschriften abzuschaffen. Die GSA hat zudem Bestellungen für emissionsfreie Fahrzeuge pausiert und überlegt, neu gekaufte EVs zu verkaufen.
Parallelen zu Reagan:Die Analogie passt gut – beide Fälle symbolisieren einen politischen Shift weg von grüner Energie: Reagan entfernte Carters Solarpaneele als Symbol für weniger Staatseingriffe in Umweltthemen; Trump schaltet Bidens EV-Infrastruktur ab, um "Mandate" zu bekämpfen und fossile Energien zu priorisieren. Kritiker sehen darin eine ideologische Entscheidung, die den Klimawandel ignoriert, während Befürworter argumentieren, es spare Kosten (obwohl die Ladestationen Einnahmen generierten). Bis März 2025 war der Prozess im Gange, aber nicht vollständig abgeschlossen (z. B. laufende Vertragsprüfungen). Aktuelle Entwicklungen könnten sich ändern, aber die Berichte aus zuverlässigen Quellen (z. B. NPR, Bloomberg, Inside Climate News) bestätigen die Richtlinie. Quelle: Grok (Künstliche Intelligenz von X) sowie weitere Agenturen

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