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Mittwoch, 27. Mai 2026

Intersolar Europe 2026: Großspeicher und PV-Hybridanlagen im Fokus


Zu sehen ist ein großer Batteriespeicher der von einer Spirale aus glühenden Kabeln umgeben ist. Die Kabel sind mit einem weitern Kabel aus einem Windpark und Solarpark vebunden.
Die Energiewende ist in eine neue Phase eingetreten. Wind- und Solarenergie wachsen dynamisch, doch Erzeugung allein reicht nicht mehr aus. Entscheidend ist, erneuerbaren Strom bereitzustellen, wenn Netz, Markt und Verbraucher ihn benötigen.

Genau diese Entwicklung greift die Intersolar Europe 2026 auf: Großspeicher und PV-Batteriespeicher-Hybridanlagen stehen im Fokus, weil sie Strom zeitlich verschieben, Netze entlasten und neue Perspektiven für die Solarbranche eröffnen.

Großspeicher für mehr Flexbilität

Besonders sichtbar wird dieser Bedarf im Strommarkt. In Stunden mit hoher PV-Erzeugung sinken die Preise stark, während erneuerbarer Strom abgeregelt werden muss. Abends steigt der Verbrauch, während die Solarstromproduktion zurückgeht. Das Problem ist nicht ein Zuviel an Solarstrom, sondern zu wenig Flexibilität. Großspeicher (eng. Battery Energy Storage Systems – BESS) nehmen Strom auf, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und speisen ihn später wieder ein. So reduzieren sie Abregelung und verbessern die Integration.

Auch für die Systemstabilität gewinnen Großspeicher und moderne Leistungselektronik an Bedeutung. Wenn konventionelle Kraftwerke zurückgehen, müssen erneuerbare Anlagen und Batteriespeicher künftig mehr Aufgaben im Netz übernehmen, etwa Frequenzhaltung und Spannungsstützung. Flexibilität ist damit nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch Voraussetzung für Versorgungssicherheit.

Speicher als Geschäftsmodell

Gleichzeitig verbessert sich der Business Case. Sinkende Batteriekosten, stärkere Preisschwankungen und neue Marktrollen schaffen Erlöspotenziale. Speicher können bei niedrigen oder negativen Preisen laden und bei höherem Preisniveau ausspeisen. Hinzu kommen Erlöse aus Märkten für Systemdienstleistungen wie Regelenergie. So wird aus einer technischen Ergänzung eine Schlüsselelement der erneuerbaren Energieinfrastruktur mit realen Geschäftsmodellen.

Photovoltaik gemeinsam weiterdenken

PV-BESS-Hybridanlagen führen diesen Ansatz weiter. Sie verbinden Solarstromerzeugung und Batteriespeicher an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt und nutzen Infrastruktur wie Trafostationen, Verkabelung und Steuerung gemeinsam. Solarstrom kann direkt eingespeist, zwischengespeichert oder später vermarktet werden. Das nutzt knappe Netzkapazitäten besser und reduziert Abregelungsverluste.

Damit verschiebt sich der Fokus der Solarbranche: Nicht mehr allein die installierte Leistung entscheidet, sondern die Qualität der Integration. Wer Photovoltaik wirtschaftlich und netzdienlich betreiben will, muss Speicher, Steuerung, Marktmechanismen und Netzinfrastruktur gemeinsam denken. Diese Schnittstellen stehen im Zentrum der Intersolar Europe.

Intersolar Europe 2026

Die Intersolar Europe 2026 zeigt vom 23. bis 25. Juni auf der Messe München, wie Photovoltaik, Großspeicher und Hybridanlagen die nächste Phase des Solarmarktes prägen. Als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft bringt sie zentrale Akteure der Branche zusammen.

Ergänzend vertieft die Intersolar Europe Conference am 22. und 23. Juni 2026 im ICM München Themen wie PV-Großanlagen, Märkte, Speicher und Hybridisierung.

Konferenzen und Foren

Vor der Messe finden am 22. und 23. Juni 2026 die Konferenzen im ICM München statt. Die Intersolar Europe Conference, ees Europe Conference, Power2Drive Europe Conference und EM-Power Europe Conference richten sich an Unternehmen, Investoren, Energieversorger, Projektentwickler, Politik und Forschung. Erwartet werden rund 2.600 Teilnehmende. Ergänzend bieten die Messeforen an allen Messetagen praxisnahe Vorträge zu Kraftwerkstechnologien, Prosuming, Netzintegration und flexiblen Energiesystemen. So wird München zum Treffpunkt für alle, die Europas Energieversorgung sicherer, günstiger und widerstandsfähiger machen wollen.

Quelle: Solar Promotion GmbH

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Dienstag, 31. März 2026

Solarenergie nicht aufzuhalten, Branche muss sich bewegen

Solarenergie wirtschaftlich zu erzeugen, ist komplexer geworden. Die weltweite Entwicklung zeigt aber, dass die erneuerbaren Energien nicht mehr zu bremsen sind. An der Photovoltaik-Tagung vom 31. März bis 1. April 2026 in Bern diskutiert die Branche, was es braucht, um die ambitionierten Solarziele des Bundesrats zu erreichen, und wie Photovoltaik zur Stabilität und Flexibilität des Energiesystems beitragen kann.

Nach sieben Jahren mit teils hohem Marktwachstum sinkt der jährliche Ausbau erstmals wieder. Swissolar rechnet mit einem Rückgang der neu installierten Leistung um rund 15 %, ein Marktwachstum wird jedoch bereits für 2027 wieder erwartet. Der weltweite Trend ist klar, der Durchbruch der Erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten. Diese These wird Unternehmensberater und Buchautor Tim Meyer in seinem Keynote an der diesjährigen Photovoltaik-Tagung mit Zahlen und Fakten untermauern.

Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist die Nutzung einer Energiequelle so rasant gewachsen wie die Solar- und Windenergie. Und bei den Batteriespeichern geht es sogar noch schneller. Ist die aktuelle Abkühlung des Marktes also nur ein kurzes Zwischentief? «Automatisch kommt die Erholung nicht, die Solarbranche muss sich bewegen», mahnt David Stickelberger von Swissolar. Wie und wohin die Reise geht, ist Thema der Photovoltaiktagung (PV-Tagung) vom 31. März bis 1. April in Bern.

Gesamtsysteme, statt einzelne Gewerke
Laut Stickelberger ist klar: «Die Photovoltaik muss kombiniert werden mit Speichern und Intelligenz. Und es braucht noch mehr Kooperation der Solarbranche mit der Elektrizitätswirtschaft auf Augenhöhe.» Mit zunehmendem Anteil der Solarenergie im Netz steigt der Bedarf an Regelenergie und Flexibilitäten. Batterien spielen hier eine zentrale Rolle, wie Gian Carle von Carle Energy Consulting an der PV-Tagung erläutern wird. Zusammen mit einem intelligenten Energiemanagementsystem (EMS) sorgen Batterien für geringere Lastspitzen und erhöhen den Eigenverbrauch in einem Gebäude oder ZEV.

Die Speicherkapazität lässt sich aber auch als Flexibilität vermarkten, um die Netzfrequenz zu stabilisieren oder einen kurzfristigen Stromüberschuss bzw. -mangel im Verteilnetz auszugleichen. Alternativ kann der Strom aus Batterien auch am Strommarkt angeboten werden. Nicht nur Heimspeicher, sondern insbesondere auch Batterien von Elektroautos haben dabei grosses Potenzial – vorausgesetzt, sie und die Ladestation sind auf bidirektionales Laden ausgelegt. «100’000 E-Autos liefern kurzzeitig die gleiche Leistung wie das Kernkraftwerk Leibstadt», so Carle. «Über spezialisierte Unternehmen können diese ihre Regelleistung zur Verfügung stellen.»

Standards für Kommunikation zentral
Damit Batterien und alle Komponenten im System – Wechselrichter, EMS, Wärmepumpe – optimal zusammenarbeiten, müssen sie miteinander kommunizieren, sinnvoll gesteuert und zuverlässig integriert werden. Der Verein SmartGridready unterstützt Entwicklungen in diesen drei Bereichen herstellerübergreifend und neutral. Dessen Vertreterin Maike Schubert wird an der PV-Tagung aufzeigen, welche Lösungen bereits entwickelt wurden. «Mit unserem Label bieten wir Transparenz auf einem unübersichtlichen Markt und fördern die Etablierung von einheitlichen Schnittstellen», so Schubert.

Das SmartGridready Gebäude- und Areallabel garantiert eine optimale Integration von PV-Anlage, Wärmepumpen, Ladestationen oder Speichern in ein Energie- und Lastmanagement. Einer der zentralen Aspekte dabei ist eine verlässliche Begrenzung der bezogenen Leistung. Denn Spitzenbezüge sind teuer und lassen sich deutlich reduzieren, wie Schubert anhand eines Landwirtschaftsbetriebs zeigen wird. «Die Investitionen in die Optimierungsmassnahmen sind in wenigen Jahren amortisiert», so Schubert.

Energie über unterste Netzebene tauschen
Auch die Netze profitieren, wenn die Leistungsbezüge ausgeglichen sind und die Solarenergie möglichst selbst genutzt wird – ob direkt oder via Speicher. Auch mit lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), die seit Anfang 2026 möglich sind, soll der Solarstrom möglichst vor Ort genutzt werden. In einer LEG können Solarstromproduzenten Bezüger auf der gleichen Netzebene über das lokale Verteilnetz mit Solarstrom beliefern. Dabei wird die Netznutzungsgebühr um 20 bis 40 Prozent reduziert. Neu können also auch weit entfernte Gebäude Strom vom jeweils anderen beziehen und innerhalb einer Gemeinde können Solarenergiemärkte entstehen.

Yannick Sauter von Planair hat verschiedene Konzepte für solche LEG analysiert: «Interessant ist die Lösung für Gemeinden, um ihre eigenen Gebäude untereinander zu vernetzen», so Sauter. Sie können ihren Eigenverbrauch mit einer LEG um 10 bis 30 Prozent erhöhen. Weitere Parteien zu beteiligen, lohne sich aktuell leider oft nicht. «Das Abrechnungssystem, das dafür nötig wäre, würde mehr kosten als die Einsparung durch die reduzierten Netznutzungsgebühren.» Rechnen würde sich dies erst bei einer Reduktion des Netzentgelts um 60 Prozent, wie es das Energiegesetz eigentlich erlaubt. Die Verordnung sieht jedoch aktuell einen tieferen Rabatt vor.

Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind also noch verbesserungswürdig. Aber auch die Branche ist gefordert. Und sie bewegt sich: Viele innovative Ansätze und Geschäftsmodelle für die Vermarktung von Gesamtsystemen oder Flexibilitäten sind am Anrollen. Die PV-Tagung bietet auch dazu spannende Einblicke. 

Autorin: Irene Bättig, im Auftrag von Swissolar

Links: Mehr Informationen und Programm

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Donnerstag, 22. Januar 2026

D: Ökostrom-Allianz startet fossilfreie Direktvermarktung

Die vier führenden unabhängigen Ökostromanbieter aus Deutschland und Österreich – Elektrizitätswerke Schönau, Green Planet Energy, naturstrom und oekostrom AG – haben gemeinsam die HandelGrün GmbH & Co. KG gegründet. Mit dem neuen Ökostrom-Direkt- und Flexibilitätsvermarkter bündeln die Gesellschafterinnen ihre Kompetenzen und erschließen neue Geschäftsfelder. Jede Gesellschafterin ist zu 25 Prozent am Unternehmen beteiligt.

HandelGrün vermarktet gemäss eigenen Angaben ausschließlich Ökostrom – strikt ohne Verbindungen zur Fossilindustrie. Mittelfristig soll das Joint Venture mit Sitz in Hamburg neben der etablierten Direktvermarktung von Windparks, größeren Solar- oder Biomasseanlagen auch die Vermarktung von Photovoltaik-Kleinanlagen und haushaltsnahen Flexibilitäten wie etwa Batteriespeichern übernehmen. 

„Bei HandelGrün bleibt alles rein erneuerbar: Wir halten fossile Einflüsse fern, lassen Erlöse im Öko-Sektor und garantieren echte Unabhängigkeit – anders als bei Anbietern mit gemischten Portfolios, wo grüne Einnahmen oft in fossile Projekte fließen. So stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren und treiben die Dekarbonisierung ohne Abstriche voran“, sagt HandelGrün-Geschäftsführer Dr. Björn Sossong. Direktvermarktung integriert Erneuerbare unmittelbar in den Strommarkt und optimiert Erlöse durch Kurz- und Langfristhandel. 

Das Joint Venture hat am 1. Januar 2026 den Betrieb aufgenommen. Erster angestrebter Meilenstein ist der Start der Ökostrom-Direktvermarktung ab dem dritten Quartal 2026. Im ersten Schritt übernimmt HandelGrün hierfür die Vermarktung von Anlagen der vier Gesellschafterinnen mit einem Volumen von zunächst 400 MW. Die Vermarktung von Anlagen externer Betreiber sowie die systemdienliche Vermarktung von Flexibilitäten folgen im nächsten Schritt. 

HandelGrün richtet sich an Anlagenbetreiber jeder Größe und übernimmt das gesamte Spektrum der Direktvermarktung: präzise Prognosen und Handelsoptimierung, die Vermarktung nach Marktprämienmodell ebenso wie individuelle Power Purchase Agreements (PPAs) inklusive Herkunftsnachweisen sowie die zuverlässige Absicherung gegen Ausgleichsenergierisiken.  

“Der Handel von Flexibilitäten und deren Optimierung sollen zukünftig fester Teil von HandelGrün werden. Dieser für die Energiewende essenzielle Baustein ermöglicht eine bessere Integration der Erneuerbaren und hebt damit auch wirtschaftliche Potenziale für Anlagenbetreiber”, betont Dr. Maximilian Kloess, ebenfalls Geschäftsführer von HandelGrün.  

Über die Gründungspartner 

  • EWS Elektrizitätswerke Schönau eG – Der genossenschaftliche Ökoenergieversorger ist aus einer Bürgerinitiative gegen Atomkraft hervorgegangen. Die EWS versorgt ihre Kund:innen mit 100 % Erneuerbarer Energie und engagiert sich darüber hinaus mit Wind-, Solar- und Nahwärmeprojekten für Klimaschutz und Energiewende. 
  • Green Planet Energy eG – 1999 von Greenpeace gegründet – ist Deutschlands größte Energiegenossenschaft. Sie liefert 100 % saubere Energie, konsequent ohne Kohle und Atom. Als unabhängige Genossenschaft mit über 50.000 Mitgliedern treibt sie die Energiewende auch politisch voran. 
  • Die naturstrom AG wurde 1998 gegründet und versorgt mehr als 300.000 Haushalte und Gewerbekunden mit Ökostrom, Ökogas und Wärme aus Erneuerbaren Energien. naturstrom realisiert Wind- und Solarparks und bietet vielfältige Energie-Dienstleistungen für die Immobilienwirtschaft. 
  • oekostrom AG – 1999 aus der Anti-Atom- und Klimaschutzbewegung gegründet, ist die oekostrom AG heute Österreichs größte unabhängige Energiedienstleisterin mit über 3.100 Aktionär:innen. Sie liefert 100 % sauberen Strom aus Wind, Sonne und Wasser – aus heimischen Kraftwerken. 
     
Hinweis für Anlagenbetreiber: Kontakt unter bjoern.sossong@handelgruen.energy oder über die Website www.handelgruen.energy.
Quelle: Green Planet Energy 2026

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Freitag, 20. Juni 2025

Weltweit grösste PV-Anlage auf Industriedach von Schweizer realisiert

Die gigantische PV-Dachanlage mit dem Montagesystem MSP von
Schweizer ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein
Modell für die klimagerechte Nutzung grosser Dachflächen weltweit –
ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildfunktion (Bild: SolarFuture ApS)

In Dänemark wurde auf dem gigantischen neuen Zentrum des Logistikunternehmens DSV die weltweit grösste PV-Dachanlage in Betrieb genommen – und das mit einer Lösung der Hedinger Ernst Schweizer AG. 

Mit gegen 78'000 installierten Solarmodulen auf einer Fläche von über 300’000 Quadratmetern – das entspricht rund 42 Fussballfeldern – setzt das Projekt im dänischen Horsens weltweit neue Massstäbe. Die installierte Leistung beträgt 35 Megawatt Peak (MWp), die erwartete jährliche Stromproduktion liegt bei 33,15 Gigawattstunden (GWh). Damit kann das Logistikzentrum nicht nur seinen Eigenbedarf vollständig decken, sondern zusätzlich 140 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort betreiben. Die CO₂-Einsparung beträgt jährlich rund 5’300 Tonnen – ein bedeutender Beitrag zur Klimastrategie von DSV.

Innovatives Montagesystem für maximale Effizienz: Als Unterkonstruktion entschied sich der ausführende dänische Anbieter SolarFuture ApS für eine Lösung von Schweizer. Zum Einsatz kommt das ballastierte Montagesystem MSP-FR east-west – eine aerodynamisch optimierte Lösung, die komplett ohne Dachdurchdringung installiert werden kann. Die Ost/West-Ausrichtung der Module sorgt für eine gleichmässige Energieerzeugung über den Tagesverlauf, steigert die Eigenverbrauchsquote und entlastet das Stromnetz in Spitzenzeiten.

Die Vorteile des Montagesystems MSP-FR im Überblick:

– Wenige und leichte Komponenten

– Schnelle und einfache Montage durch teilweise Vormontage, weniger Schrauben dank raffiniertem Klicksystem

– Hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Dachtopografien

– Geringe Lasteinwirkung und optimale Gewichtsverteilung– Ressourcenschonender Einsatz von Aluminium, produziert mit rund 75 % weniger CO₂-Emissionen als branchenüblich

– Blitzstromtragfähigkeit für höchste Sicherheitsanforderungen

Ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende: «Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Dachflächen zum Motor der Energiewende werden können», sagt Gunnar Johansson, Geschäftsbereichsleiter Solar der Ernst Schweizer AG. «Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses wegweisende Projekt ausgewählt wurden und mit unserem Montagesystem MSP-FR einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser aussergewöhnlichen Anlage leisten konnten. Es ist ein starkes Signal, wie Dachflächen intelligent für die Energiewende genutzt werden können.» Das effiziente Montagesystem MSP-FR bildet die tragende Basis dieser wegweisenden Anlage und unterstreicht gemäss Medienmitteilung des Unternehmens die Rolle des Schweizer Familienunternehmens als Anbieter führender Lösungen für mehr Effizienz bei der Photovoltaik.

Quelle: www.ernstschweizer.com

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Mittwoch, 11. Juni 2025

D: Bereits eine Million Steckersolargeräte

In Deutschland sind immer mehr Steckersolargeräte (sog. „Balkonkraftwerke“) in Betrieb. Noch im Juni dürfte bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) die Marke von einer Million registrierten Steckersolargeräten erreicht werden. Das ergab eine aktuelle Schätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft auf Basis von BNetzA-Daten. Der Verband geht davon aus, dass die Millionen-Marke inzwischen überschritten wurde, da zahlreiche Nachmeldungen erfahrungsgemäß erst mit einigen Wochen Zeitverzug bei der BNetzA eingehen.

Seltener in der Schweiz, aber teils prägnant
wie hier in Zürich bei Bucheggplatz (hier aber
eine Gesamtanlage ohne individuelle Steckerlösung)
Bild: Guntram Rehsche
Ein Ende des Solarbooms auf Balkonien ist nicht in Sicht: Laut einer repräsentativen YouGov-Bevölkerungs-Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft von Ende 2024 planen in diesem Jahr acht Prozent der Befragten die Anschaffung eines Steckersolargerätes. Weitere neun Prozent können sich dies zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Allein zwischen Jahresbeginn und Ende April 2025 wurden rund 135.000 neue Geräte in Betrieb genommen – ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Leistung der in diesem Zeitraum neu installierten „Balkonkraftwerke“ stieg sogar um rund 75%.

Steckersolargeräte sind vor allem für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen in Mehrfamilienhäusern eine sinnvolle und niederschwellige Möglichkeit, einen Teil ihres Strombedarfs kostengünstig selbst zu decken und damit ihre Stromrechnung spürbar zu entlasten. Die Investition in ein Steckersolargerät amortisiert sich in der Regel schon innerhalb weniger Jahre. Die Bundesregierung hatte in den letzten Jahren die Nutzung von Steckersolargeräten deutlich vereinfacht, unter anderem mittels einer Erlaubnispflicht durch Vermieter und Wohnungseigentümer.

Verbraucher-Hinweise: Steckersolargeräte unterscheiden sich von klassischen Photovoltaikanlagen insbesondere dadurch, dass die Leistung der Solarmodule und die Anschlussleistung des Wechselrichters (AC-Leistung) so begrenzt ist, dass eine Gefährdung der vorhandenen Elektroinstallation und damit ihrer Betreiber praktisch auszuschließen ist. Die Modulleistung eines Steckersolargeräts darf in Deutschland maximal 2.000 Watt und die Anschlussleistung nach VDE-Normenentwurf maximal 800 Watt Wechselstromleistung betragen. Eine Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist innerhalb eines Monats Pflicht. Nur Geräte ohne Batteriespeicher gelten als Steckersolargeräte. Systeme mit Speicher müssen hingegen zurzeit noch von einer Elektrofachkraft installiert und zusätzlich auch beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Mittwoch, 7. Mai 2025

NEUE ENERGIEREALITÄT & FLEXIBLE LÖSUNGEN

In einer Welt im Wandel übernehmen erneuerbare Energien Verantwortung – ökonomisch, ökologisch und geopolitisch. Erstmals erzeugt Europa mehr Strom aus Sonne und Wind als aus Kohle und Gas. Deutschland erreicht mit rund 60 Prozent Erneuerbaren im Strommix einen neuen Höchststand. Die Energierealität hat sich grundlegend verändert. Was jetzt zählt, ist ein Energiesystem, das dieser neuen Normalität gerecht wird – flexibel, digital, vernetzt. Dieser Wandel verlangt nach zeitgemäßen Antworten, die die Messe The smarter E Europe 2025 in München liefert. 

Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft hat am Mittwoch auf dem voll belegten Gelände der Messe München ihre Tore geöffnet. Vom 7. bis 9. Mai bringen sich dort 2.737 Aussteller aus 57 Ländern mit ihren Lösungen, Anwendungen und Geschäftsmodellen für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7 in Stellung, darunter Großspeicher, PV-Hybridanlagen, bidirektionales Laden, intelligentes Lastmanagement und vieles mehr. In den kommenden drei Tagen werden über 100.000 Fachbesucher aus rund 170 Ländern erwartet. In diesem Jahr macht The smarter E Europe deutlich: Die Technologien sind da, die Geschäftsmodelle erprobt, die Branche ist bereit. Jetzt braucht es den politischen Willen, ein konsequentes Handeln und den Mut, das Energiesystem neu zu denken.

Erneuerbare Energien, insbesondere die Photovoltaik, sind laut Walburga Hemetsberger, CEO des europäischen Branchenverbands SolarPower Europe, der Schlüssel zu Energiesicherheit und wirtschaftlicher Resilienz. Nach dem starken Zubau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten müsse nun der Fokus auf die nächste Ausbaustufe des Energiesystems gelegt werden: „Um unser Energiesystem wirklich zukunftssicher zu machen, brauchen wir stärkere Netze, intelligentere Flexibilität und eine vollständige Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme. Batteriespeicher sind nicht mehr nur eine Option – sie sind unerlässlich, um Abschaltungen und negative Preise zu bewältigen. Das Ergebnis? Niedrigere Kosten, günstigerer Strom für die Verbraucher und mehr Energiesicherheit für Europa. Es ist jetzt an der Zeit, das Tempo zu erhöhen.“

 

Konkurrenzlos günstiger Strom aus Photovoltaik

Aktuelle Marktzahlen belegen diese Aussage eindrucksvoll: Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE lagen im Jahr 2024 die Gestehungskosten pro Kilowattstunde für PV-Großanlagen in Deutschland bei etwa 4 bis 7 €ct/kWh, während für Großanlagen mit Batteriespeichern Kosten zwischen 6 und 11 €ct/kWh ermittelt wurden. Die Erzeugung in konventionellen Kraftwerken ist erheblich teurer. Die Gestehungskosten einer Kilowattstunde betrugen bei Kohle- und Gaskraftwerken rund 15 bis knapp 33 €ct/kWh. Noch teurer, und damit abgesehen von allen anderen Nachteilen auch wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig, ist die Kernenergie. Hier kostet die Erzeugung einer Kilowattstunde bis zu 49 €ct. Schon aus rein ökonomischen Gründen wird sich daher klimaneutral erzeugter Strom auch weiterhin durchsetzen – mit Sicherheit.

 

Flexibilität im Zentrum der Energiewende

Mit dem weltweit wachsenden Anteil erneuerbarer Energien steigt der Druck, das Energiesystem neu zu denken – flexibler, intelligenter und vernetzter muss es sein. Batteriespeicher gelten in diesem Zuge als Rückgrat dieser Transformation. Sie stabilisieren Netze, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und steigern die Versorgungssicherheit. Auch die Elektromobilität leistet ihren Beitrag: Fahrbatterien können durch bidirektionales Laden als dezentrale Speicher genutzt werden – ein Ansatz, der in ersten Pilotprojekten, beispielsweise in Frankreich, bereits erfolgreich umgesetzt wird. The smarter E Europe 2025 greift diesen vielversprechenden Innovationsimpuls auf und zeigt erstmals in einer eigenen Sonderschau (Halle C6, Stand C6.450) die Potenziale des bidirektionalen Ladens für eine erneuerbare Energieversorung 24/7 auf.

 

Globale Bühne für Innovation, Umsetzung und Vernetzung

Mit 2.737 Ausstellern aus 57 Ländern und über 100.000 erwarteten Fachbesuchern aus rund 170 Nationen ist The smarter E Europe 2025 nicht nur Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft, sondern ein globaler Treffpunkt für Innovation und Umsetzung. Vom 7. bis 9. Mai verwandeln vier Fachmessen – Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe – sowie sieben Messeforen, vier internationale Konferenzen und vielfältige Networking-Formate das voll belegte Messegelände der Messe München in einen Marktplatz für den nächsten Entwicklungsschritt: die Digitalisierung und Flexibilisierung der Energieinfrastruktur ganz im Sinne einer nachhaltigen, zuverlässigen und sicheren Energiezukunft. Die Branche zeigt sich bereit – offen, international vernetzt und mit klarer Vision. Jetzt sind Politik und Gesellschaft am Zug.

 

The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 7. bis 9. Mai 2025 auf der Messe München statt.

 Quelle: www.TheSmarterE.de

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Mittwoch, 23. April 2025

Solare Forschung in neuen Sphären

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE forscht seit über 20 Jahren an höchsteffizienten III-V-Mehrfachsolarzellen. Um die zukunftsträchtige Technologie weiterzuentwickeln und zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen, erhält das Institut nun prominente Unterstützung: Die Werner Siemens-Stiftung wird das Projekt »Nachhaltige Energiewende durch höchsteffiziente Tandemphotovoltaik« bis 2032 mit 14 Millionen Euro fördern.

© Fraunhofer ISE / Foto: Dirk Mahler
Dr. Frank Dimroth (links) und Prof. Dr. Andreas Bett werden das neue Werner Siemens-Stiftungs-Projekt zur höchsteffizienten Photovoltaik am Fraunhofer ISE in Freiburg leiten.

III-V-Mehrfachsolarzellen erreichen die höchsten Wirkungsgrade aller Photovoltaiktechnologien. Sie sind höchsteffizient, robust und langzeitstabil, haben sich aber bisher am Markt noch nicht durchsetzen können, da Material- und Herstellungskosten etwa hundertmal so hoch sind wie bei Standard-Solarzellen. Das Fraunhofer ISE will in den kommenden Jahren die Herstellungskosten der Zellen deutlich senken, damit es rentabler wird, sie in Konzentrator- und Flachmodulen einzusetzen.

»Dank der Förderung durch die Werner Siemens-Stiftung können wir neue innovative Konzepte und grundlegende wissenschaftliche Arbeiten zur Weiterentwicklung der III-V-Technologie vorantreiben«, sagt Dr. Frank Dimroth, einer der Projektleiter. Technologische Schwerpunkte werden in den kommenden Jahren wiederverwendbare Substrate für die III-V Epitaxie sowie sehr kostengünstige und skalierbare Epitaxie- sowie Herstellungsprozesse für die Solarzellen sein. Zudem sollen konzentrierende Photovoltaikmodule der nächsten Generation demonstriert werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft fördert die anstehenden Forschungsarbeiten mit weiteren 1,4 Millionen Euro.

Die Werner Siemens-Stiftung unterstützt herausragende Innovationen in den Lebens-, Natur- und Technikwissenschaften. Mit namhaften Beträgen fördert sie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren außergewöhnlichen Forschungsideen. »Die Photovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie, um die Energiewende zu erreichen – der Effekt von neuen Techniken, die das Sonnenlicht noch effizienter nutzen, wäre enorm«, sagt Dr. Hubert Keiber, der Obmann des Stiftungsrats der Werner Siemens-Stiftung. »Wir sind überzeugt, dass die hocheffiziente Tandemphotovoltaik genau dazu beitragen kann.«

Das Fraunhofer ISE entwickelt seit mehr als 20 Jahren höchsteffiziente III-V Mehrfachsolarzellen. Bei diesem Zelltyp werden zwei bis sechs Teilzellen aus III‑V-Verbindungshalbleitern bzw. Germanium übereinandergestapelt, um das Sonnenlicht optimal zu nutzen. Das Institut hält in diesem Bereich zahlreiche Rekorde, insbesondere für die effizienteste Solarzelle der Welt mit 47% Wirkungsgrad sowie das effizienteste hybride Konzentrator PV-Modul mit 350 Watt/m2 Leistung. Durch die hohe Effizienz lassen sich erheblich Mengen an Ressourcen und Energie in der Herstellung einsparen. Im Weltraum versorgen III-V-Mehrfachsolarzellen bereits seit mehr als 20 Jahren Satelliten zuverlässig mit Strom.

Samstag, 16. November 2024

Farbliche Anpassung führt zu besserer Akzeptanz von PV

Das Institut für Psychologie der Universität Freiburg und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE haben gemeinsam eine Studie zur sozialen Akzeptanz bauwerkintegrierter Photovoltaik (PV) durchgeführt. 

Dabei kamen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Schluss, dass die Akzeptanz von Photovoltaik im urbanen Raum generell sehr hoch ist. PV an modernen Gebäuden wird positiver bewertet als an historischen Gebäuden. Eine farbliche Anpassung von PV-Anlagen an das Gebäude erhöht diese Akzeptanz weiter, bis zu dem Punkt, dass bei einer unsichtbaren Integration von Photovoltaik keine Akzeptanzunterschiede mehr für unterschiedliche Gebäudetypen feststellbar sind.

Die Studie, die im Rahmen des Exzellenzcluster livMatS der Universität Freiburg durchgeführt wurde, wertet zwei Befragungen aus: Eine Online-Umfrage anhand von Fotos und eine Erhebung in Präsenz mit Ansichtsexemplaren von verschiedenfarbigen PV-Modulen mit MorphoColor®-Technologie. »Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass die soziale Akzeptanz für PV-Anlagen abhängig von Gebäudetyp und optischem Eindruck ist. Diese zwei Faktoren wiegen viel schwerer, als personenbezogene Variablen wie persönliche Werte, politische Einstellungen oder Umweltbedenken«, sagt Angela Zhou, Masterandin an der Universität Freiburg und Hauptautorin der Studie.

»Die Studie gibt erste Einblicke zur sozialen Akzeptanz von PV-Anlagen auf und an Gebäuden«, ergänzt Andreas Wessels, Doktorand am Fraunhofer ISE und Co-Autor der Untersuchung. »Sie bestätigt, dass die Akzeptanz für PV-Anlagen durch eine gute visuelle Integration mit farbigen Modulen tatsächlich gesteigert werden kann und das insbesondere für historische Gebäude.«Aus der Studie kann geschlossen werden, dass es für Bestandsbauten sinnvoller ist, PV-Module so auszuwählen, dass sie sich homogen in das Erscheinungsbild des Gebäudes einfügen, anstatt PV als architektonischen Akzent zu nutzen. Eine große Bandbreite an verschieden aussehenden PV-Modulen ist damit für verschiedene Gebäudekontexte wichtig. Photovoltaik in Kombination mit Neubauten wurden in der Studie nicht untersucht, so dass diese Einschränkung hier nicht gelten muss.

Bereits heute befinden sich 75 Prozent der installierten PV an Gebäuden. Der Markt für Photovoltaik an Gebäuden wächst kontinuierlich und birgt großes Potenzial. So werden für ein Gelingen der Energiewende in Deutschland bis 2045 rund 400 Gigawatt Peak an installierter PV-Leistung benötigt. Mit einem technischen Potenzial von etwa 1000 Gigawatt Peak kann Photovoltaik an Gebäuden einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors und bebauter Infrastruktur leisten – und das ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen.

Montag, 12. August 2024

Hitzepuffer Wald für wohltuende Temperaturen

 
Bild: Holzschlag in Zürcher Wäldern - by Guntram Rehsche
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An heißen Tagen mindern unsere Wälder die Hitze spürbar – Gelingender Waldumbau sichert langfristig Klimaschutz-Effekt durch Wald und Holz.

Wenn die Sonne in diesen Tagen sengend am Himmel steht, bietet der Wald willkommene Abkühlung und Frische. Denn als Schattenspender und Sauerstoffproduzent schafft der Wald ein wertvolles Mikroklima für die Menschen vor Ort. „Zugleich ist der Wald Klimaschützer im globalen Maßstab“, betont der Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, Prof. Andreas Bitter. Frühling und Sommer sind die Zeit des Wachstums im Wald, wenn die Bäume besonders viel Holz bilden und dadurch Treibhausgase binden. Denn für ihr Wachstum speichern die Bäume den Kohlenstoff im Holz und geben Sauerstoff ab. „Das so entstehende Mikroklima ist nicht nur durch im Vergleich zur Freifläche geringere Temperaturen geprägt, sondern auch durch eine höhere Luftfeuchtigkeit, die uns guttut. Auch deshalb wird die Temperaturabsenkung im Schatten der Bäume als besonders wohltuend erlebt“, erklärt Bitter.


Vielfalt an Baumarten für den Klimawald: Ihren Reiz für Besucher entfalten Deutschlands kühlende Wälder als Teil der Kulturlandschaft. Während Ausflügler und Urlauber den Wald im Sommer häufig besonders intensiv erleben, macht die Erschließung des Waldes durch Wegenetze das Naturerlebnis für Wandernde überhaupt erst möglich. Die angelegten Wegenetze werden im Zuge der nachhaltigen Bewirtschaftung regelmäßig gepflegt. Diese steht im Zeichen des Klimawandels vor besonderen Herausforderungen. „Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland arbeiten proaktiv an einem nachhaltigen Waldumbau. Dazu gehören die Wiederaufforstung von Flächen, die dem Borkenkäfer zum Opfer fielen ebenso wie die gezielte Auflichtung von Beständen zur Stärkung der natürlichen Verjüngung. Durch diese Verjüngung bringen wir auch neue Baumarten in den Wald ein“, erläutert Prof. Bitter. Denn Einigkeit herrscht in der Fachwelt darüber, dass für den Wald der Zukunft eine größere Vielfalt an Baumarten benötigt wird, die sich auf Trockenheit und andere Stressfaktoren einstellen können. „Bei der Wahl der Baumarten für den klimastabilen Wald der Zukunft, wie auch bei anderen Rahmenbedingungen, benötigen die Waldbesitzer im Interesse von Umweltschutz und Walderhalt die notwendige Freiheit und Flexibilität“, mahnt Prof. Bitter vor dem Hintergrund der Pläne der Bundesregierung zur Novellierung des Bundeswaldgesetzes.

Holz nutzen – Klima schützen: Mehr als eine Funktion hat der Wald auch im Klimaschutz. Denn neben seiner Eigenschaft als Kohlenstoffspeicher ist der Wald dadurch Klimaschützer, dass er Holz für eine nachhaltige Nutzung liefert. Das geschieht über die Verwendung von Holz z.B. im Hausbau und in Möbeln ebenso wie bei der Nutzung von Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzeln als klimafreundliche Bioenergie. „Indem unsere Waldbesitzenden das Holz dafür bereitstellen, dass konventionelle Roh- und Werkstoffe sowie fossile Energieträger durch nachhaltige Alternativen aus Holz ersetzt werden können, leisten unsere Wälder einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Damit wir den Sommer im Wald und anderswo auch künftig genießen können“, unterstreicht der AGDW-Präsident.

Quelle: AGDW – Die Waldeigentümer 2024

Samstag, 6. Juli 2024

Jetzt kommt der solare Komplett-Service

Wenn die Energiewende gelingen soll, werden Speicher gebraucht. Darüber besteht weitgehende Einigkeit, doch die Frage ist, wieviel Speicherkapazitäten brauchen wir und welche zusätzlichen Reservekraftwerke sind notwendig. Die Diskussionen laufen derzeit heiss und die Entwicklung vollzieht sich in Eilesschritten. Eine exklusive Übersicht von Solarmedia, wohin die Reise geht.

Kaum zu glauben, aber was die Schweizer AMAG-Gruppe schon vor einiger Zeit mit dem grössten Solar-Installateur hierzulande (Helion) vollführte, ist jetzt erst in Deutschland passiert: Die Autohäuser der Dello Firmengruppe bieten dort zu den Fahrzeugen ab sofort auch Solaranlagen an. Dies gemeinsam mit dem Solarunternehmen powernovo GmbH, das zur DELLO GRUPPE gehört und einen Komplettservice liefert: Solaranlage, Stromspeicher und Wallbox für E-Autos (siehe auch hier >>>) - abgesehen davon ist die Marktpräsenz dieser einelenen Elemente in Deutschland schon wesentlich höher. 

Was will uns das sagen? Es wächst zusammen, was in der Logik der Solarwirtschaft eben zusammen gehört! In der nicht allzu fernen Zukunft wird die individuelle Mobilität vorwiegend elektrisch sein (sowohl in Deutschland wie in der Schweiz und auch in ganz Europa) und der benötigte Strom dezentral produziert (auch Mieter*innen profitieren zunehmend). Das führt zu tief(er)en Mobilitätskosten und zur Überlegenheit des E-Mobils gegenüber den Verbrenner-Fahrzeugen. 

Hinzu kommt eine Sektorenkoppelung, was wiederum bedeutet, dass die verschiedenen Stromanwendungen zusammenwachsen. Der in einer PV-Anlage produzierte Strom kann sowohl für die erwähnte Mobilität genutzt werden, wie auch für den Betrieb einer Wärmepumpe, die auf effiziente Art und Weise für Gebäudewärme sorgt. Und der Clou am Ganzen: Mit Hilfe von Batterie(n) wird die Versorgungssicherheit gewährleistet - und diese Batterie kann auch die Autobatterie sein, sobald die Personenwagen resp. deren Technik den Stromfluss in beide Richtungen gewährleisten (was sich erst jetzt durchzusetzen beginnt und was bislang nur Nissan bot). Vereinfacht erklärt: Strom fliesst in die Autobatterie, damit diese über die nötige Power verfügt - fliesst aber auch ins Gebäude zurück, wenn dort Energie benötigt wird und die Solaranlage ausser Dienst steht (wie naheliegenderweise in der Nacht). Der Fachbegriff für diesen Vorgang heisst bidirektionales Laden.

Eine solche Lösung bedarf ausgeklügelter Steuerungsmechanismen - genau die sind derzeit auf allen Ebenen in Entwicklung:  Denn die so genannte „Dunkelflaute“ ist eine Art Schreckgespenst. Mit einem neuen Tool des deutsch-norwegischen Speicheranbieters Eco Stor lässt sich beispielsweise genau ermitteln, welche Speicherkapazitäten und wieviele Reservekraftwerke benötigt werden, um auch in Phasen mit wenig Photovoltaik und Windkraft auf der sicheren Seite zu sein (siehe dazu etwa hier >>>).

Die deutsche Wochenzeitschrift «Der Spiegel» bringt die sich damit bietende Chance auf den Punkt: Warum es künftig auch nachts Solarstrom gibt, nichts weniger als das! Und für wahr, wer sich das Angebot der aktuellen Münchner Solarmesse Ende Juni genauer ansah, erkannte, dass es dieses Jahr in der Solarwirtschaft vor allem ums Speichern geht. Die Aussagen überschlagen sich mitunter, denn in Kombination mit dynamischen Stromtarifen wird es künftig offenbar möglich, dass jeder erstens Stromproduzent wird, und zweitens die Marktmechanismen so nutzen kann, dass er profitiert von diesem Solarmarkt. Zusammen gefasst: bei viel Solarstrom wird gespeichert und bei wenig Solarstrom und hohen Preisen wird der gespeicherte Strom aus der eigenen Batterie wieder ins Netz eingespeist.

Es zeigt sich übrigens auch in den Medien, insbesondere in den sozialen Medien, welches Thema bei den Erneuerbaren derzeit der absolute Renner ist: eindeutig die Batterie, der Speicher, die Möglichkeit, den Solarstrom von Zeiten des Sonnenscheins rüber zu retten in die viel gescholtene Solarflaute. Das werden einige nicht gerne hören, die die Solarwirtschaft und die PV-Erzeugung stets gescholten haben, aber es wird ganz offensichtlich immer einfacher und immer kostengünstiger, diesen Solarstrom effektiv zu speichern und gewinnbringend später weiter zu verkaufen. Das bedingt die erwähnten dynamischen Stromtarife und dann wohl oder übel eine Liberalisierung der Märkte. 
 
Auf den Punkt gebracht und nochmals den Spiegel zitiert zu dem, was uns in der Solarwirtschaft nun erwartet: Es ist Solarstrom, den es jetzt auch in der Nacht gibt, denn nach dem Siegeszug der erneuerbaren Energien bahnt sich gerade, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, die nächste Energierevolution an: Solarstrom gibt es bald auch nachts, Windstrom bei Windstille (siehe hier >>>).

Copyright: Text und Bild: Guntram Rehsche, Solarmedia

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Mittwoch, 19. Juni 2024

The smarter E Europe - über 3.000 LÖSUNGEN FÜR ERNEUERBARE

Der weltweite Boom der erneuerbaren Energien setzt sich ungebrochen fort. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit 536 Gigawatt (GW) erneuerbare Erzeugungskapazität hinzugefügt, wie der neueste Global Status Report 2024 von REN21 zeigt. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten, gilt es nun, die Energieinfrastruktur schnell auszubauen, zu digitalisieren und zu flexibilisieren. The smarter E Europe öffnet heute gemeinsam mit ihren vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) die Tore und demonstriert, wie eine erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr gelingen kann. 3.048 angemeldete Aussteller präsentieren auf Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft ihre neuesten Produkte und Lösungen für eine zukunftsfähige Energiewelt mit erneuerbaren Energien. Bis Freitag werden über 115.000 Besucher aus aller Welt erwartet. An den drei Messetagen bietet The smarter E Europe die ideale Gelegenheit, aktuelle Trends, Technologien und Geschäftsmodelle zu entdecken und sich mit Entscheidern und Visionären der Branche auf der Messe München zu vernetzen.

 



smarter E Europe 2024 ist eröffnet. ©Solar Promotion

 

The smarter E Europe öffnet heute die Pforten und steht 2024 ganz im Zeichen einer erneuerbaren Energieversorgung 24/7: 3.048 angemeldete Austeller zeigen passend dazu auf 206.000 Quadratmetern in 19 Messehallen und einem Freigelände ihre innovativen Produkte und Lösungen. Damit bietet The smarter E Europe genügend Raum, um sich zu aktuellen Trends, Technologien und Geschäftsmodellen auszutauschen und die sektoren- und branchenübergreifende Umsetzung einer zukunftsfähigen Energiewelt zu beschleunigen. „Dies erfordert eine kollaborative langfristige Planung, die alle Sektoren und Stakeholder einbezieht, sowie Investitionen in die Netzinfrastruktur und die benötigten Speicher, um höhere Anteile an erneuerbaren Energien in der gesamten Wirtschaft freizusetzen“, so Rana Adib, Executive Director bei REN21.

 

Intersolar Europe 2024: Quantitatives und qualitatives Wachstum 

Auf dem Weg dort hin kommt der Photovoltaik (PV) eine zentrale Rolle zu: Laut dem Global Status Report 2024 von REN21, wurden allein im vergangenen Jahr 407 GW Leistung weltweit hinzugefügt. Das entspricht einem Zuwachs von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit nähert sich die PV weiter dem Meilenstein von zwei Terawatt installierter PV-Leistung. Die PV wächst nicht nur in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht. Permanent entwickeln sich neue Märkte und Geschäftsmodelle, etablierte und neue Akteure entwickeln immer smartere Anwendungen. Als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft spiegelt die Intersolar Europe die enorme Marktdynamik der Solarbranche wider. Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm zieht die Intersolar Europe ein internationales Fachpublikum an. Über Highlights der PV-Produktion informieren beispielsweise Experten auf der „PV Manufacturing Stage“ (Halle A2, Stand A2.409) sowie im Intersolar Forum (Halle A3, Stand A3.150).

 

Im Fokus des Intersolar Forums stehen 2024 unter anderem Groß- und Hybridkraftwerke sowie Floating-PV, also schwimmende Solarkraftwerke. Ein heiß diskutiertes Thema ist die Vereinbarkeit von PV und Landwirtschaft. Daher gibt es auf dem Freigelände der Fachmesse eine Sonderschau zum Thema Agri-PV. Außerdem präsentiert der Branchenverband SolarPower Europe exklusiv den „Global Market Outlook for Solar Power 2024-2028“ auf der Intersolar Europe Conference (18.-19. Juni im International Congress Center München). Walburga Hemetsberger, CEO von SolarPower Europe, spricht angesichts des anhaltenden Wachstums dringende Handlungsbedarfe für die kommenden Jahren an: „Um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, müssen wir mehrere kritische Bottlenecks angehen. Wir benötigen die richtige Infrastruktur, um die weitere Elektrifizierung durch erneuerbare Energien zu unterstützen.“

 

ees Europe 2024: Das Jahrzehnt der Batteriespeicher

Energiespeicher boomen: Florian Mayr, Committee Chair der ees Europe Conference, spricht von einem „Energiespeicher-Jahrzehnt“. Laut Frontier Economics wird das Volumen netzgekoppelter Speicher in Deutschland bis 2050 auf 60 GW/271 GWh steigen, was einer Vervierzigfachung der aktuellen Kapazität entspricht. Ähnliche Kostensenkungen und Zuwachsraten wie bei der PV werden erwartet. Schon bald könnten Energiespeicher die Energieversorgung grundlegend verändern. Patrick Clerens, Generalsekretär der European Association for Storage of Energy (EASE) betont: “Für die Energiespeicherbranche hat die Schaffung eines fairen, zukunftsorientierten und nachhaltigen Energiemarktdesigns, das die Energiespeicherung als wesentliches Element des Energiesystems anerkennt, Priorität.”

 

Die Bedeutung der Energiespeicherung zeigt sich auch in der Entwicklung der ees Europe: Die Fachmesse hat sich sowohl in der Fläche als auch in der Ausstellerzahl im Vergleich zum Vorjahr vergrößert. Auf rund 47.000 Quadratmetern in fünf Messehallen und auf dem Freigelände präsentieren über 760 Aussteller ihre vielfältige Produkt- und Lösungsvielfalt – von Gewerbe- und Heimspeichern über innovative Batterietechnologien bis hin zu mobilen Speichern und künstliche Intelligenz für Batteriesysteme. Auf der gesamten The smarter E Europe sind insgesamt 1.090 Anbieter von Energiespeicher-Lösungen vertreten. Zudem werden Innovationen im Bereich grüner Wasserstoff und Power-to-Gas-Anwendungen vorgestellt. Ein zusätzliches Besucher-Highlight für 2024: Die ees Europe feiert ihr zehnjähriges Jubiläum mit einer großen Geburtstagsparty.

 

Power2Drive Europe 2024: Infrastruktur muss mitwachsen

Weltweit setzt sich der Boom der E-Mobilität weiter fort, und für die kommenden Jahre ist mit einer zunehmenden Dynamik zu rechnen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss mit dem Markthochlauf von batterieelektrischen Fahrzeugen Schritt halten. Maciej Mazur, Präsident des Branchenverbandes AVERE, adressiert die zentralen Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität: „Einerseits gibt es einen dynamischen Markt, andererseits ein neues Bewusstsein für die Dringlichkeit von mehr Nachhaltigkeit, und schließlich einen herausfordernden rechtlichen Rahmen.“

 

EM Power Europe 2024: Netze als Schauplatz der Energiewende 

Die zunehmende dezentrale Erzeugung von Energie aus Sonne und Wind und die gleichzeitige Elektrifizierung der Mobilität und des Wärmesektors machen die Stromnetze zu einem zentralen Schauplatz der Energiewende. Um den Anforderungen einer zukunftsfähigen Energiewelt gerecht zu werden, braucht es digitalisierte, flexible und reaktionsschnelle Netze und Märkte, die auch die Verbraucher mit einbinden. Die EM-Power Europe stellt die aktuellen Trends und Entwicklungen für ein ganzheitliches, erneuerbares Energiesystem in den Fokus – von der Modernisierung, Digitalisierung und Flexibilisierung des Stromnetzes hin zum Smart Grid bis hin zur Integration von Prosumern, E-Mobilität und Power-to-Heat.

 

The smarter E Europe 2024: Integrierte Lösungen für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7

Als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft präsentiert The smarter E Europe Lösungen, Produkte und Geschäftsmodelle für die erneuerbare Energieversorgung 24/7. Die Veranstaltung wird von der Solar Promotion GmbH und der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) organisiert. „Uns freut das ungebremste Wachstum der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig müssen wir nun verstärkt darauf achten, dass unsere Energieinfrastruktur durch mehr Digitalisierung und Flexibilisierung dafür gerüstet ist. Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Erfolg letztlich zum Nachteil wird“, sagt Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH. „Wir bieten in München die ideale Plattform, sich branchen- sowie sektorenübergreifend auszutauschen, um die bisherigen Erfolge zu feiern und die aktuellen Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Eine zukunftsfähige Energiewelt gelingt am Ende nur zusammen.“ Hanna Böhme, Geschäftsführerin der FWTM, ergänzt: "Unsere vier Energiefachmessen und Konferenzen bieten den Akteuren aus verschiedenen Sektoren eine Plattform, um neue Netzwerke aufzubauen, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte zu starten."

 

The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 19. bis 21. Juni 2024 auf der Messe München statt.

 

Weitere Informationen unter:

www.TheSmarterE.de

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Donnerstag, 14. März 2024

Rekord-Solardach: Ernst Schweizer liefert Montagesystem MSP


Die Metallbau- und Solarfirma Ernst Schweizer AG in Hedingen (ZH) ist Partner für die Realisierung der weltweit grössten Aufdach-PV-Anlage. Mit dem Montagesystem MSP werden über 80’000 Module mit einer Leistung von über 35 MWp installiert.

In Skandinavien entsteht in den kommenden Monaten die grösste Aufdach-Photovoltaikanlage der Welt. DSV, ein global tätiges Logistikunternehmen mit 75’000 Mitarbeitenden und eigenen Büros in über 80 Ländern, baut in der dänischen Stadt Horsens ein hochmodernes Logistikzentrum. Der gewaltige Gebäudekomplex ist weltweit der fünftgrösste – das Hauptdach ist rund 1 Kilometer lang, die Lagerfläche beträgt 220’000 Quadratmeter. Er ist ressourceneffizient und energieautark und nutzt neuste Technologien.

Auf der gewaltigen Dachfläche entsteht eine ebenso eindrückliche Photovoltaikanlage. Sie wird dereinst eindrückliche 35,85 MWp erzeugen – genug, um praktisch den gesamten Energiebedarf des Zentrums zu decken. Erwartet wird eine jährliche Produktion von ca. 33,15 GWh. Dies entspricht dem Stromverbrauch von ca. 7’300 Haushalten. Dadurch kann DSV jährlich über 5’300 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

Hauptauftragnehmer für das Grossprojekt ist SolarFuture ApS, ein führender dänischer Anbieter für Photovoltaikanlagen für Gewerbe und Industrie. Gemeinsam mit DSV hat sich SolarFuture für Schweizer als Partner und Lieferanten für die Unterkonstruktion der Aufdach-PV-Anlage entschieden.

In diesen Tagen beginnt die Installation der über 80’000 Module mit dem Montagesystem MSP-FR-EW von Schweizer. Das blitzstromtragfähige System für gerahmte PV-Module zeichnet sich vor allem durch schnelle und einfache Montage bei minimalem Aufwand aus. Es lässt sich ohne Dachdurchdringung installieren und flexibel der Dachtopografie anpassen. MSP-FR-EW vereint geringste Lasteinwirkung mit hoher Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit und überzeugt darüber hinaus mit der Verwendung von klimafreundlich produziertem, hochwertigem Aluminium als Werkstoff. Dadurch sinken die CO2 Emissionen um etwa 75 Prozent im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt.

Die PV-Anlage wird voraussichtlich Ende 2024 vollständig installiert und an das Stromnetz angeschlossen sein. Sie stellt einen Meilenstein für alle Projektbeteiligten, für die Solarbranche insgesamt und für die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Europa dar. Gunnar Johansson, Leiter Solar bei Schweizer, unterstreicht: «Mit grossem Stolz sind wir Partner bei dieser aussergewöhnlichen PV-Anlage. Dieses Leuchtturmprojekt bestätigt das Potenzial und die Vorzüge unseres Montagesystems MSP für eine maximale Nutzung der Dachfläche und eine bedarfsgerechte Solarstromproduktion.»

Quelle: Ernst Schweizer AG

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Mittwoch, 8. November 2023

PV-Abnahmevergütungen steigen 2024 weitere 8%

Das kommende Jahr wird für eingespeisten Solarstrom voraussichtlich das Jahr mit den höchsten durchschnittlichen Rückliefertarifen seit dem Ende der KEV-Zeit im Jahr 2014 werden. Gleichzeitig ist dieses Jahr auch das vermutlich letzte unter dem heutigen gültigen Gesetz. Das Parlament hat mit der Annahme des Mantelerlasses Ende September die Grundlage für langfristig stabile und hoffentlich auch kostendeckende Vergütungen geschaffen.

Die Auswertung der bisher bekanntgegebenen Vergütungen der 30 grössten Netzbetreiber der Schweiz ab 1.1.2024 zeigt einen Anstieg von 8% im Vergleich zu den Vergütungen in diesem Jahr. Dies nachdem die Vergütungen schon im laufenden Jahr deutlich angehoben wurden Der durchschnittliche Tarif liegt neu bei 15.7 Rp./kWh, davon werden 2.2 Rp./kWh für den Herkunftsnachweis bezahlt. 

Höchste Vergütung seit 10 Jahren

Damit wird für 2024 die höchste durchschnittliche Vergütung erreicht, welche jemals seit 2014, das heisst nach Ende der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV, entrichtet wurde. Dies ist sehr erfreulich für die Mehrheit der Anlagenbetreiber, welche somit in 2024 ihre Anlage rascher amortisieren können.   
Der erneute Anstieg der Vergütungen hat mit den Strompreisen für die Endkunden zu tun, die bei vielen Netzbetreibern aufs neue Jahr nochmals - teilweise sogar markant - ansteigen. Mehrere wichtige Netzbetreiber geben diese Erhöhungen ganz oder zumindest teilweise an die Stromproduzenten weiter, so wie es im heutigen Energiegesetz vorgesehen ist. Andere Netzbetreiber machen die Vergütung am Spotmarktpreis fest. Da dieser  nach einem Rekordwert im Jahr 2022 inzwischen wieder bei deutlich unter 10 Rp/kWh liegt, fahren PV-Betreiber in diesen Netzgebieten deutlich schlechter.

Wechsel zum Direktvermarkter lohnt sich langfristig nicht

Gemäss Energiegesetz ist es möglich, den PV-Strom nicht nur dem lokalen Netzbetreiber, sondern auch an andere zu verkaufen. Aufgrund der hohen Marktpreise in 2022 haben viele Produzenten davon Gebrauch gemacht und sind vom lokalen Netzbetreiber zu einem Direktvermarkter gewechselt. Dieser bezahlt den Referenzmarktpreis, der vom BFE quartalsweise eruiert wird und dem durchschnittlichen Spotmarktpreis entspricht. Dieser lag in 2022 auf einem hohen Niveau bei bis zu 40 Rp./kWh. Nachdem dieser Preis aber nach wenigen Monaten wieder zusammenbrach, wechseln nun viele dieser Produzenten - falls sie es nicht bereits getan haben - auf 2024 wieder zu ihren lokalen Netzbetreibern zurück, da deren Tarife nun wieder höher sind. Das sorgt auf Seite der Direktvermarkter und der Netzbetreiber, die kurzfristig eine enorme Zu- respektive Abwanderung erlebten, für viel Aufwand. Dies zeigt klar, dass das heutige Schweizer Modell mit den über 600 verschiedenen Rückliefervergütungen, die häufig unter den Produktionskosten des Solarstroms lagen, nicht nachhaltig ist.

Langfristig stabiler und planbarer Rückliefertarif zielführender

Das ist der Grund, warum sich VESE seit Jahren für einen langfristig stabilen Rückliefertarif einsetzt, der sich an den Gestehungskosten orientiert. Dieser läge je nach Grösse der Photovoltaikanlage bei 8 bis 12 Rp./kWh. Weil diese Vergütungen langfristig konstant angesetzt wären und nicht wie heute der Strombörse nacheilen, würden diese einen wertvollen Beitrag zu stabileren Konsumenten-Strompreisen im Inland leisten. 
Die VESE-Forderung nach stabilen Rückliefertarifen wurde nun mit dem Energie-Mantelerlass, der Ende September vom Parlament beschlossen wurde, zumindest teilweise für PV-Anlagen bis zu 150 kW erfüllt. In Zukunft bestimmt der Bundesrat für diese Anlagen einen minimalen Rückliefertarif, welcher sich "an der Amortisation von Referenzanlagen über ihre Lebensdauer" orientieren muss. Wie die genauen Berechnungen des Bundesrats zur Bestimmung dieses Tarifs ausfallen werden und ob am Schluss dieser Minimaltarif wirklich kostendeckend sein wird, bleibt die grosse Frage. Leider ist die Formulierung im Gesetz sehr unpräzise und die Ausgestaltung in der Verordnung wird massgebend sein. Diverse Vorschläge für präzisere Formulierungen wurden von den Kommissionen und dem Parlament leider verworfen. VESE wird diesen Punkt im Rahmen der anstehenden Vernehmlassung der Verordnungen auf jeden Fall genau im Auge behalten.  
Anlagen, die grösser als 150 kWp sind, ab Inkrafttreten des neuen Gesetzes neu gebaut werden und keinen Eigenverbrauch aufweisen, sollen im revidierten Gesetz innerhalb wettbewerblicher Ausschreibungen mit einer gleitenden Marktprämie, ausgestaltet als "contract for difference" (CFD), ebenfalls finanziell stabile Rahmenbedingungen erhalten. 
Diese beiden Modelle erlauben, bei richtiger Gestaltung der Verordnungen, endlich eine Planbarkeit und somit Investitionssicherheit für neue PV-Anlagen, die VESE seit Jahren fordert. Denn ein Ausbau der erneuerbaren Energien im grossen Stil kann nur gelingen, wenn diese Sicherheit vorhanden ist.

Für Rückfragen und weitere Auskünfte: Diego Fischer, Vorstandsmitglied VESE, diego.fischer@vese.ch, Tel. 077 466 86 26

Über den Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE

VESE, eine Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES, ist der Verband der unabhängigen Energieerzeuger und vertritt die Interessenten von Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Elektrizität ohne eigenes Verteilnetz. VESE setzt sich ein für eine Energiewende mit möglichst vielen Anlagen in Bürgerhand.

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