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Samstag, 11. April 2026

ADEV* produzierte 2025 deutlich mehr Energie

 

Die grosse Solaranlage der ADEV auf Walzenhalle der Stahl Gerlafingen AG produziert seit 2024 klimafreundlichen Strom zur Stahlproduktion. (Bild: ADEV/Lukas Pitsch)

Im vergangenen Jahr lieferte die ADEV rund 43 Gigawattstunden Strom und über 34 Gigawattstunden Wärme an ihre Kundinnen und Kunden. In beiden Bereichen konnte die Produktion gegenüber 2024 gesteigert werden. Die Erzeugung von Solarstrom wuchs sprunghaft um über 50 Prozent.

Mit 17,8 Gigawattstunden lag die Solarstromproduktion 2025 fast 55 Prozent über dem Vorjahr. Zum starken Wachstum trug bei, dass mehrere bereits 2024 in Betrieb genommenen Anlagen – unter anderem Stahl Gerlafingen, Gewerbezentrum Schlieren, Gewerbepark Effretikon sowie auf der Reithalle Aarau – erstmals über das gesamte Jahr hinweg am Netz waren. 

Auch die günstigere Witterung wirkte sich positiv auf den Solarstrom-Ertrag aus. Nach zwei vergleichsweise sonnenarmen Jahren war 2025 in Bezug auf die Sonneneinstrahlung deutlich ertragreicher. Das zeigte sich auch beim Ertrag pro installiertem Kilowatt Leistung: Nach 891 Kilowattstunden im Jahr 2023 und 787 im Jahr 2024 stieg dieser Wert 2025 auf 916 Kilowattstunden.

Insgesamt betreibt die ADEV inzwischen 103 Solaranlagen. Diese produzierten im vergangenen Jahr erstmals mehr Strom aus Sonnenenergie als aus Wasserkraft. Diese Verschiebung entspricht dem allgemeinen Trend, wonach Solarenergie im Schweizer Strommix zunehmend an Gewicht gewinnt.

* Die ADEV Gruppe mit Sitz in Liestal baut seit über 40 Jahren an einer dezentralen erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung. Das Genossenschaftsunternehmen bietet als Genossenschaft und über ihre publikumsgeöffneten Tochtergesellschaften Beteiligungs­möglichkeiten in den Bereichen Wasser, Sonne, Wind und Wärme an. Zudem verkauft das Unternehmen schweizweit Ökostrom mit vor Ort produziertem Strom. Die ADEV Gruppe besitzt rund 140 Produktionsanlagen in der Schweiz und in benachbarten Regionen.

Weitere Informationen finden sich unter: www.adev.ch

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Freitag, 27. März 2026

CH-Solarkonzern Edisun Power strauchelt wieder

Rückläufige Umsätze, Wertberichtigungen auf deutschen Solaranlagen und höhere Nettofinanzierungskosten führten 2025 zu einem Nettoverlust von CHF 7.1 Mio.. Der Verkauf des Projekts ‘Fuencarral to AI’ stösst gemäss Medienmitteilung auf grosses Interesse und befindet sich in einem fortgeschrittenen Verkaufsstadium. Angesichts der erheblichen Investitionen schlägt der Verwaltungsrat der ordentlichen Generalversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.

 

Ungünstige Wetterbedingungen, niedrige Strompreise sowie eine hohe Vergleichsbasis aufgrund des Verkaufs des italienischen Portfolios an Projektrechten im Vorjahr führten zu einem starken Umsatzrückgang um 72.7 % (in lokalen Währungen -72.2 %). Betrachtet man nur die Umsätze aus dem Verkauf von Solarstrom, musste Edisun Power einen Umsatzrück-gang von CHF 0.8 Mio. verzeichnen (-5.2 %, in lokaler Währung -3.9 %), was hauptsächlich auf den Rückgang der Solarstromproduktion in den spanischen und portugiesischen Märkten, niedrigere Strommarktpreise und die Stilllegung kleinerer Anlagen in Deutschland am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen ist. Insgesamt lag die Solarstromproduktion mit 152’352 MWh um 5.2 % unter dem Wert von 2024. 

 

Die Solarstromproduktion sank in Spanien um 12.6 %, in Deutschland um 5.7 % und in Portugal um 3.7 %, während sie in der Schweiz um 4.3 %, in Frankreich um 3.2 % und in Italien um 3.2 % stieg. Hauptgründe für die Rückgänge waren die schlechten Wetterbedingungen vor allem auf der Iberischen Halbinsel, der sechswöchige Ausfall des PV-Kraftwerks Requena in Spanien aufgrund von Vandalismus durch Kupferkabel-diebstahl, der Schäden an kritischer Infrastruktur verursachte, sowie in geringerem Masse die Stilllegung einiger kleiner Anlagen in Deutschland, nämlich in Erbach (440 kWp) und Kempten-Lebert (312 kWp). Ein noch geringerer Stromertrag konnte dank einer Reihe von Erneuerungs-investitionen, insbesondere in Wechselrichter, und einem proaktiven Anlagenmanagement verhindert werden: So verbesserte sich der Stromertrag im Vergleich zu 2024 in der Schweiz im Grand-Hangar-Kraftwerk (+45,8 MWh oder 17 %), in Spanien in den Valle-Hermoso-Kraftwerken (+26,8 MWh oder 12,5 %) und in Frankreich im Imerys-Kraftwerk (+53,7 MWh oder 12,2 %). Insgesamt wurden 74 % der Energieproduktion von Edisun in Portugal, 18 % in Spanien und die restlichen 8 % in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien zusammen erwirtschaftet.
 

EBITDA Marge mit 60.2 % und Eigenkapitalquote mit 28.3 % bleiben solide 

Edisun Power arbeitet gemäss eigenen Angaben weiterhin mit einer äusserst schlanken Struktur. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf CHF 8.5 Mio., verglichen mit CHF 16.6 Mio. im Vorjahreszeitraum 2024. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnach-weisen (GOs) in Portugal stiegen deutlich von knapp CHF 50'000 im Jahr 2024 auf CHF 0.6 Mio. im Berichtszeitraum 2025, was sich positiv auf das Ergebnis auswirkte.

Die Abschreibungen auf die Solaranlagen beliefen sich auf 5.7 Mio. CHF (2024: 6.6 Mio. CHF). Darüber hinaus wurde eine Wertminderung in Höhe von 2.1 Mio. CHF erfasst, die sich in erster Linie auf Photovoltaikanlagen in Deutschland bezog, nämlich auf die PV Hörselgau UG & Co. KG, bei der eine künftige Werthaltigkeit unwahrscheinlich ist, sowie auf die PV Leipzig Alter Flughafen UG & Co. KG, aufgrund geringerer erwarteter künftiger Cashflows. Im Vergleich zum Vorjahr erreichte das Betriebsergebnis mit CHF 0.7 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.) eine geringere EBIT-Marge von 4.9 % (2024: 18.8 %).

Insgesamt belief sich der Nettoverlust auf -7.1 Mio. CHF (2024: Gewinn von 2.9 Mio. CHF), was einem Ergebnis je Aktie von -6.30 CHF (2024: 2.75 CHF) entspricht. Dies ist vor allem auf die widrigen Wetterbedingungen zurückzuführen, die sich auf die operative Leistung auswirkten, sowie auf externe Faktoren und die höhere Vergleichsbasis aufgrund des gewinnbringenden Verkaufs des italienischen PV-Portfolios im Jahr 2024.

 

Fortlaufende Investitionen und neue Finanzierungen

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf CHF -3.4 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 0.2 Mio.. Dies ist vor allem auf geringere Zahlungs-eingänge aus dem Stromverkauf sowie höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen. Die Entwicklung der PV-Anlagen schritt weiter voran. Die Anlage in Sadino (22 MWp) befindet sich im baureifen Zustand und wurde als «zur Veräusserung gehalten» klassifiziert. Die Solar-anlage Fuencarral (941 MWp) beanspruchte den grössten Teil der Entwicklungsinvestitionen in Höhe von CHF 4.2 Mio. (2024: CHF 9.7 Mio.). 

Edisun Power war bei ihren Finanzierungsaktivitäten erfolgreich: Das Unternehmen emittierte eine fünfjährige 3.5%-Anleihe, die sowohl von bestehenden als auch von neuen Investoren gezeichnet wurde und zu Zeichnungen in Höhe von insgesamt CHF 16.2 Mio. führte; zudem wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von CHF 5 Mio. durchgeführt. Diese Mittel wurden für die Entwicklung der Solarprojekte sowie für die Rückzahlung von Schulden verwendet, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb der Fuencarral-Projekte standen.

 

Ausblick für das laufende Jahr, neue Finanzierungsmassnahmen, anstehende Verkäufe und Aussetzung der Dividendenausschüttung

Operativ war die Solarstromproduktion in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 sehr herausfordernd. Ungünstige Wetterbedingungen in Portugal, Spanien und Italien, volatile Strompreise, Netzrestriktionen aufgrund von Überproduktion, die in Portugal und Spanien zu vorübergehenden „Produktionsstopps“ führen, sowie Kabeldiebstähle an zwei Standorten in Spanien belasteten das Ergebnis. Der Schwerpunkt für 2026 liegt weiterhin auf wichtigen Liquiditätsmassnahmen und dem erfolgreichen Verkauf des grossen Projektportfolios ‘Fuencarral to AI’ sowie den damit verbundenen Möglichkeiten im Bereich Rechenzentren. Der Verwaltungsrat schlägt daher vor, die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.

 

Der Edisun Power Jahresbericht 2025 ist auf der Website der Gruppe verfügbar unter https://www.edisunpower.com/de/investoren#reports

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Dienstag, 24. März 2026

Axpo unterschätzt Dynamik der Energiewende

Die am Dienstag veröffentlichten Energieszenarien des grössten CH-Energieproduzenten Axpo leisten aus Sicht von aeesuisse wichtige Impulse für die energiepolitische Debatte in der Schweiz. Dabei unterschätzt würden jedoch die Dynamik der Transformation sowie das Potenzial erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz.

Die aeesuisse (Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz) begrüsst die am 24. März 2024 von der Axpo präsentierten Szenarien, wie sich die Schweiz im Winterhalbjahr mit Strom versorgen kann, grundsätzlich. Gerade das erste AXPO-Szenario, das erneuerbare Energien mit Gaskraftwerken kombiniert, entspricht weitgehend der bestehenden Energiestrategie und dem demokratisch legitimierten Umbau des Energiesystems. Entscheidend ist dabei die Rolle des Gases: Gaskraftwerke sollen aus Sicht von aeesuisse primär als flexible Reserve dienen – nicht als dauerhafte Stromquelle. Ein zukunftsfähiges Energiesystem setzt auf Flexibilität statt auf unflexible Grundlastkraftwerke.

Vor diesem Hintergrund steht die aeesuisse auch den Planspielen für neue Atomkraftwerke kritisch gegenüber. Diese sind aufgrund hoher Investitionskosten und finanzieller Risiken ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich nicht tragfähig und stellen für die Schweiz ein erhebliches Kostenrisiko dar.

Diesen Ansatz bestätigt auch die Wissenschaft. Im Rahmen der SWEET-Projekte des Bundes hält sie fest, dass für die Schweiz weder neue Gas- noch Kernkraftwerke als Grundlast notwendig sind. Die Versorgungssicherheit im Winter wird vielmehr durch ein Zusammenspiel von Wasser-, Wind- und Solarenergie, Speichern, Wärme-Kraft-Kopplung sowie Stromimporten gewährleistet.

Windenergie und Stromabkommen sind entscheidend

Entsprechend teilen wir auch die Axpo-Beurteilung zur Windenergie. Sie ist rasch ausbaubar, kosteneffizient und liefert gerade im Winter zuverlässig Strom. Ergänzt durch winteroptimierte Photovoltaik sowie Speicherlösungen kann die Schweiz die prognostizierten Menge an Winterstrom bereitstellen. Die grösste Herausforderung bleibt bei der Windenergie einzig die gesellschaftliche Akzeptanz.

Ein entscheidender Faktor für die Versorgungssicherheit bleibt zudem die Integration in den europäischen Strommarkt. Ein Stromabkommen mit der EU ist zentral, um auch künftig verlässlich auf Importe und einen funktionierenden Stromhandel zurückgreifen zu können. 

Lösungen sind vorhanden

Zwei zentrale Aspekte bleiben in den AXPO-Szenarien hingegen unterbewertet: Die Dynamik bei der Transformation des Energiesystems. So wurden die Ausbauziele der Energiestrategie 2050 bei den erneuerbaren Energien bereits heute – rund neun Jahre früher als geplant – erreicht. Auch Kostenentwicklungen und Lernkurven bei den erneuerbaren Energien werden zu defensiv eingeschätzt. Hinzu kommt das starke Wachstum bei Batteriespeichern, die sowohl die Integration erneuerbarer Energien als auch den Netzausbau effizient unterstützen.

Als Fazit hält Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer von aeesuisse, fest: «Die Lösung liegt auf dem Tisch – wir müssen sie jetzt konsequent umsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Effizienz und die enge Zusammenarbeit mit Europa sichern unsere Versorgung – gerade auch im Winter.»

Quelle: www.aeesuisse.ch

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Freitag, 20. März 2026

PV-Tagung 2026 rückt näher - 31. März und 1. April - Festhalle Bern





Jetzt anmelden und dabei sein
Weshalb du die Schweizer Photovoltaik-Tagung 2026 auf keinen Fall verpassen solltest?
  • Ein abwechslungsreiches Programm mit 8 Fachsessionen mit über 50 Referierenden zu aktuellen politischen, technischen und marktbezogenen Themen
  • Rund 80 Aussteller aus der PV- und Speicher-Industrie
  • Networking mit rund 1000 Teilnehmenden und der erstmalig fürs Publikum geöffneten Expo am Tag 2
  • Umfangreiche Posterausstellung zu den wissenschaftlichen Themen der Stunde
  • Livestream-Aufzeichnung für Teilnehmende 30 Tage verfügbar
  • Moderator Michael Elsener moderiert Tag 1 und lädt zur grossen PV-Debatte

Die Teilnehmenden erwarten zwei geballte Tage mit inspirierenden Referaten, den letzten Trends der Solar- und Speicherbranche sowie wertvollem Austausch rund um die Zukunft der Solarenergie. 

Quelle. Swissolar 

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Donnerstag, 5. Februar 2026

Axpo baut Europas grösste Solardachanlage

Die Axpo Tochter Urbasolar hat mit dem Bau Europas grösster zusammenhängender Dachsolaranlage begonnen. Die Anlage entsteht auf dem 136.000 m² grossen Dach des Logistikgebäudes OMEGA in Dourges, Nordfrankreich, und hat eine Leistung von 18 Megawatt. Darum geht’s:

  • Axpo Tochter Urbasolar baut Europas grösste Dachsolaranlage auf dem OMEGA-Logistikgebäude in Dourges (Nordfrankreich) mit 18 MWp Leistung – davon 1 MWp für den Eigenverbrauch. Die Anlage könnte über 4500 Haushalte mit Strom versorgen.
  • Das OMEGA-Gebäude umfasst 136 000 m2 und bietet Platz für 450 Mitarbeitende; darunter die von PepsiCo.
  • Statt nur das gesetzliche Minimum von 30 Prozent der Dachfläche zu nutzen, deckt das Projekt die gesamte nutzbare Dachfläche mit Solaranlagen ab und zeigt die Kompetenz in grossflächigen Dachinstallationen von Urbasolar.

Das Logistikgebäude OMEGA (siehe Bild oben) wurde als Vorbild für Energieeffizienz konzipiert. Es besteht aus zwölf Lagereinheiten mit je rund 11.000 m² Fläche, einer Höhe von 11,5 Metern und Laderampen an zwei der vier Fassaden. Mit Platz für bis zu 450 Mitarbeitende trägt das neue Lager zur Erfüllung der wachsenden Anforderungen der nationalen Logistik und zur Dekarbonisierung von Logistikaktivitäten bei – insbesondere für den PepsiCo-Konzern, der sich für OMEGA entschieden hat und Ende September 2025 eingezogen ist.

Das OMEGA-Projekt wird von SPL Delta 3 geleitet, dem Immobilienentwickler hinter der multimodalen Plattform. Diese wird von einem gemischten Konsortium und der Region Hauts-de-France getragen. Die Endinvestoren Tristan Capital Partners und Edmond de Rothschild REIM France finanzieren das Projekt gemeinsam.

Thibault Ancely (Geschäftsführer, Tristan Capital Partners) und Kristelle Wauters (Vorstandsvorsitzende, Edmond de Rothschild REIM France) betonen: «Wir sind stolz, Teil eines Projekts zu sein, das Innovation und Nachhaltigkeit verbindet. Unser Ziel ist die Entwicklung von Logistikinfrastrukturen, die heutigen ökologischen Anforderungen entsprechen. Die Partnerschaft mit Urbasolar ist dabei zentral für die Maximierung der Energieeffizienz.»

Antoine Millioud, Präsident von Urbasolar und Leiter der Division Solar bei Axpo, ergänzt: «Dieses Projekt ist ein Meilenstein unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Integration modernster Photovoltaik-Lösungen zeigen wir, dass Solarenergie Energiekosten und CO₂-Emissionen erheblich senken kann. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit Partnern, die unsere Vision einer nachhaltigen Energiezukunft teilen.» Das Projekt unterstreicht das Engagement von Axpo, die Energiewende voranzutreiben und erneuerbare Energiequellen auszubauen

«Um dieses Gebäude zum Vorbild in der Umweltbilanz zu machen, wollten wir uns nicht auf das gesetzliche Minimum von 30 % Dachfläche beschränken,» erklärt Emmanuel Favreuille, Direktor bei SPLA DELTA 3. «Die Entscheidung, die gesamte nutzbare Dachfläche mit einer Mischung aus Eigenverbrauch und Einspeisung auszustatten, erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor – besonders da Energiemanagement für unsere Kunden zunehmend wichtiger wird.»

Quelle: Axpo Medienmitteilung

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Donnerstag, 8. Januar 2026

Bundesamt für Energie verleiht den Energiepreis Watt d'Or 2026

 

Heute Abend, 8. Januar 2026, verleiht das Bundesamt für Energie zum neunzehnten und letzten Mal den renommierten Schweizer Energiepreis Watt d'Or. Die goldenen Gewinner/innen des Jahres 2026 sind: Das Gasversorgungsunternehmen Gaznat aus Vevey und Aigle (VD) in der Kategorie Energietechnologien, die endigo Holding AG aus Fiesch (siehe Bild) in der Kategorie Erneuerbare Energien, die Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi (SZ) in der Kategorie Energieeffiziente Mobilität, sowie die Baugenossenschaft «mehr als wohnen», Lemon Consult AG und das Low-Tech Lab aus Zürich in der Kategorie Gebäude und Raum. Die Watt d’Or Trophäe – eine Schneekugel – wird den Gewinner/innen von der prominenten Jury unter dem Vorsitz von Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher im Kongresszentrum Kursaal in Bern überreicht. Dabei sein werden hunderte Vertreterinnen und Vertreter der schweizerischen Energieszene aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzen die Energiezukunft erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie den Watt d’Or geschaffen, das Gütesiegel für Energieexzellenz. 2007 wurde der Watt d’Or zum ersten Mal verliehen. 2026 richtet das BFE den Watt d’Or zum letzten Mal aus. Sein Ziel war es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen. Sie sollen Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.

Der Watt d’Or ist nicht dotiert, es werden also keine Preisgelder ausgeschüttet. 55 Bewerbungen wurden bis Mitte Juli 2025 für den Watt d'Or 2026 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 17 Beiträge. Daraus hat die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher die Siegerprojekte in den vier Watt d’Or-Kategorien gekürt.

Gewinner des Watt d’Or 2026

Kategorie Energietechnologien

Innovation Lab von Gaznat: GreenGas für die Zukunft. Wenn Wissenschaft und Industrie zusammenarbeiten, kann Grosses entstehen. Das beweist das Innovation Lab von Gaznat in Aigle (VD). Hier, am Standort seines Betriebs- und Kontrollzentrums, testet Gaznat zusammen mit Forschungsgruppen der EPFL sowie Start-ups neue Technologien auf industriellem Massstab. Ziel ist es, Technologien für die Sektorkopplung, Dekarbonisierung und saisonale Speicherung zur Marktreife zu bringen. Das zugrunde liegende Konzept GreenGas vereinigt alle dafür nötigen Anlagen und Technologien am Standort Aigle: Wärme-Kraft-Kopplung (WKK), Photovoltaik (PV), Elektrolyse (Power-to-Gas), Wasserstoffspeicher, CO2-Abscheidung, Methanisierung und natürlich das echte Gasnetz von Gaznat. Eine Energieinnovation, die eine essenzielle Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlägt.

Kategorie Erneuerbare Energien

Alpiner Fassaden-Solarstrom für das Goms. Das Dorf Fiesch liegt auf über 1000 Metern über Meer im oberen Rhonetal. Geprägt ist die Energieproduktion in dieser Gegend massgeblich von der Wasserkraft. Doch jetzt gibt es in Fiesch ein Novum zu sehen: Eine alpine Fassaden-Solarstrom-Anlage. Realisiert wurde sie am neu erstellten Firmensitz der endigo Holding AG, die in der Region Goms innovative, nachhaltige und regionale Lösungen im Bereich Energie und Technik anbietet. Der leichte Holzbau mit seiner Lamellenfassade ist eine architektonische Augenweide (siehe Bild ganz oben). Und er steht für die Werte der endigo Unternehmensgruppe: fest in der Region verankert, naturverbunden, zukunfts- und systemorientiert und technisch kompetent.

Kategorie Energieeffiziente Mobilität

Der Rigitrac Elektrotraktor elektrisiert die Zukunft. Das Familienunternehmen Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi hat den ersten serienreifen Elektrotraktor mit einer europäischen Typengenehmigung entwickelt. Der Rigitrac SKE 40 e-direct ist emissionsfrei, leise, wendig und enorm energieeffizient. Damit ist er ideal für Arbeiten geeignet, wo Abgase und Lärm unerwünscht sind, zum Beispiel für Unterhaltsarbeiten von Kommunalbetrieben oder auch in Gemüsetunnels oder Hallensportevents. Der Elektrotraktor ist ein Leuchtturmprojekt dafür, dass auch kleinere Betriebe mit viel Leidenschaft und Ausdauer technologische Innovationen vorantreiben können.

Kategorie Gebäude und Raum

Im Hobelwerk energie- und klimafreundlich leben. Das Hobelwerk Areal in Oberwinterthur zeigt, wie nachhaltiges Bauen geht. Entwickelt und realisiert wurde es von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», der Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Sie haben dafür gesorgt, dass ein attraktives, ressourcenschonendes, kreislauforientiertes, energieeffizientes und sozial durchdachtes Wohn- und Gewerbequartier entstanden ist. Dies dank Holzbauweise, Re-Use-Materialien, intelligenten Energiesystemen in Kombination mit einem innovativen Lüftungskonzept, Klimaarchitektur und sozialer Vielfalt. Der lebendige neue Stadtteil ist ein Modell für den zukunftsweisenden, gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz.

Portraits der Siegerprojekte

Live-Stream: 8. Januar 2026 ab 16:20 Uhr auf www.wattdor.ch 

 Quelle: BfE

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Sonntag, 23. November 2025

Solarstrom 2.0 - Energiewende rückt immer näher

Batterien respektive Solarspeicher werden das A & O der Energiewende. Darauf hat einer der wichtigsten Schweizer Solar-Unternehmer unlängst in einem Meinungsbeitrag der NZZ am Sonntag hingewiesen (2.11.25). Ungerechtfertigterweise blieb das hier auf Solarmedia wie auch in anderen Medien unbeachtet - und sei hiermit nachgeholt. Es ist zweifellos nicht übertrieben, wenn Noah Heynen von Solarstrom 2.0 schreibt und damit Gegenstand der Solarmedia-Rubrik «Solar am Sonntag» wird. Heynen ist CEO der Helion Energy AG, des grössten Solarinstallateurunternehmens hierzulande - unterdessen einer Tochtergesellschaft des Autohändlers AMAG.

Heynen (siehe Bild rechts) kritisiert das Phänomen, dass heute noch Solaranlagen erstellt werden, die ungebremst Strom ins Netz einspeisen. Die daraus folgende Überproduktion belaste die Netze und senke die Erträge. Da seien andere Intelligentere Lösungen gefragt, welche Erzeugung, Speicherung und Verbrauch optimal kombinieren. Und das ist möglich, denn heute gibt es entsprechende Steuerungssysteme.

Diese ermöglichen es, Strom lokal zu nutzen, wenn er verfügbar und günstig ist oder gezielt zu vermarkten, wenn er denn im System gebraucht wird. Als Ergebnis ergibt sich ein dezentrales Energiesystem, das nicht mehr von wenigen grossen Kraftwerken abhängt, sondern von Millionen kleiner vernetzter Einheiten getragen wird. Eine solche Struktur erweist sich nicht nur als widerstandsfähiger, sondern sie ist gemäss Heynen auch wirtschaftlich effizienter.

Dank des neu einbezogenen Speicher-Systems ergibt sich eine hohe Versorgungssicherheit - ja, dieses hat sogar die Wirkung von Bandstrom, die bislang nur dem Atomstrom und beschränkt der Wasserkraft zugebilligt wurde. Heynen ist selbst in diesem Geschäft tätig, und da verwundert es nicht, erscheint aber auch plausibel, wenn er als Fazit davon spricht, dass der Wandel längst im Gange sei. Solarstrom, Speichertechnologien, Elektromobilität (dank der Autobatterien, die im System eingebunden werden) und intelligente Steuerungen bilden das zukünftige Rückgrat eines Energiesystems, das zuverlässig und bezahlbar wird, unabhängig von Wetter oder Tageszeit.

Text: Guntram Rehsche Solarmedia - Bild: https://aeesuisse.ch    

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Sonntag, 16. November 2025

Schweizer Weltpremiere: grösstes Solarfaltdach der Welt auf ARA


Diese innovative Energielösung liefert 3 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr und setzt ein starkes Zeichen für die Energiewende: Auf der Abwasserreinigungsanlage ARA Thunersee wurde das grösste Solarfaltdach der Welt offiziell eingeweiht. Anlass für die Blogrubrik «Solar am Sonntag», aufgrund einer Medienmitteilung, genauer darauf einzugehen.

Die Anlage wird künftig rund 3 Millionen Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr produzieren und ist einbedeutender Schritt für die erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz. Entwickelt und realisiert wurde das Projekt vom Schweizer Cleantech-Unternehmen dhp Technology AG aus Zizers (GR). Das innovative Solarfaltdach (siehe Bild oben) überspannt mehrere Klärbecken und nutzt bestehende Infrastrukturflächen doppelt – für die Abwasserreinigung am Boden und die Solarstromproduktion darüber. 

Basierend auf bewährter Schweizer Seilbahntechnik kann sich das Dach bei extremen Wetterbedingungen wie Sturm, Schnee oder Hagel automatisch zusammenfalten. Dadurch werden Betriebssicherheit und Energieproduktion vereint – ohne Eingriff in die laufenden Prozesse der Anlage. „Dieses Projekt zeigt, wie wir die Energiewende pragmatisch und wirkungsvoll voranbringen können“, sagte Ingo Schoppe, Geschäftsführer der ARA Thunersee, anlässlich der Einweihung. „Wir nutzen bestehende Flächen intelligent und leisten damit einen aktiven Beitrag zu Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Das Solarfaltdach stärkt unsere energetische Unabhängigkeit und dient als Vorbild für andere Infrastrukturanlagen. “Mit einer installierten Leistung von 3.6 Megawatt Peak liefert die Anlage jährlich rund 3 Gigawattstunden erneuerbaren Strom. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 700 Haushalten. Ein grosser Teil des erzeugten Stroms wird direkt vor Ort genutzt – ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenversorgung und nachhaltiger Anlagenbetrieb. 

„Die ARA Thunersee beweist, dass Infrastruktur Teil der Energiezukunft ist“, sagte Gian Andri Diem, CEO von dhp Technology. „Das grösste Solarfaltdach der Welt steht in der Schweiz – entwickelt mit Schweizer Ingenieurskunst und Innovationsgeist. Dieses Projekt zeigt das grosse Potenzial von Energieproduktion auf bestehenden Flächen. So schaffen wir Fortschritt, ohne zusätzlichen Raum zu beanspruchen.

Quelle: Foto: Michael Brooks / Text: dhp Technology AG

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Netzbetreiber senken PV-Vergütungen erneut


Graphik: Vergütungen 2026 der 30 grössten Verteilnetzbetreiber für eingespeisten Strom aus einer 10 kVA PV-Anlage soweit per 1.10.2025 bekanntgegeben. Im Falle der Vergütung der Energie zum Marktpreis sind die Werte der letzten 12 Monate unter Berücksichtigung der Minimalvergütung eingesetzt (6.91 Rp/kWh) - Vergrössern mit Klick auf Grafik!

Eine Umfrage von VESE bei den 30 grössten Verteilnetzbetreibern zeigt eine weitere signifikante Absenkung der Vergütungen für eingespeiste PV-Energie per 1.1.2026 im Zuge der Inkraftsetzung des Stromgesetzes. Diese Werte zeigen einen durchschnittlichen Rückgang in der Grössenordnung von 25% gegenüber den Tarifen von 2025 und eine mittlere Vergütung von etwa 9.6 Rp/kWh inkl. HKN für Anlagen bis 30 Kilowatt.

Die Umfrage bei den 30 grössten Schweizer Netzbetreibern ergibt folgendes provisorisches Bild: ab dem 1.1.2026 nutzen etwa 2/3 der Verteilnetzbetreiber die neue Möglichkeit, eine Vergütung basierend auf dem Spotmarktpreis zu entrichten, während etwa 1/3 bei einer konstanten, im Voraus bekannten Jahresvergütung verbleiben.

Während zu erwarten war, dass nicht wenige Netzbetreiber die Möglichkeit der neuen Regelung der Mindestvergütungen ab dem 1.1.2026 nutzen würden, so beklagt VESE die fast durchwegs damit verbundene Falschinformation: von wenigen Ausnahmen abgesehen wird die Umstellung gänzlich falsch als neue gesetzliche Verpflichtung dargestellt. Schlagworte wie «schweizweite Harmonisierung der Vergütungen», «vom Volk angenommene Energiewende», und gar «gezielte Förderung des Eigenverbrauchs» werden verwendet, um keine Verantwortung für die firmeninternen Entscheidungen der Absenkung der Vergütungen zu übernehmen.

Dass keinerlei Zwang besteht, die neuen Minimalbestimmungen anzuwenden, beweisen diejenigen vorbildlichen Netzbetreiber, welche auch 2026 eine im Voraus bestimmte planbare Jahresvergütung entrichten. Auch VESE hat mit seinem Whitepaper aufgezeigt, dass die Netzbetreiber im neuen gesetzlichen Rahmen problemlos bis zu 10.96 Rp/kWh, oder auch noch höhere Vergütungen entrichten können.

Dieser Spielraum wird teilweise auch genutzt, und zwar durch die Abnahme des Herkunftsnachweises HKN: es ist interessant zu beobachten, dass die Abnahmevergütungen für den HKN über einen riesigen Bereich variieren, von 0.5 bis 4 Rp/kWh.

Noch schwierigere Lage für Grossanlagen: Die obenstehenden Betrachtungen beziehen sich auf Anlagen bis 30 kW. Diese sind zwar sehr zahlreich, machen jedoch weniger als die Hälfte der installierten PV-Leistung der Schweiz aus. Für grosse Anlagen ab 150 kW ist die Situation ab 2026 noch einiges schwieriger: einerseits fällt für diese der Schutz der Mindestvergütungen von 6 Rp/kWh weg, und dazu werden vielfach die HKNs entweder gar nicht oder dann nur zu einem reduzierten Ansatz abgenommen. Entsprechend melden viele VESE-Mitglieder Schwierigkeiten, neue kostendeckende Projekte zu entwickeln oder bestehende zu amortisieren. Gerade diese Projekte wären jedoch entscheidend, um den Ausbau der Schweizer Photovoltaikkapazität wie beschlossen fortzusetzen. Entsprechend wird es interessant zu sehen, ob und wie der Bundesrat auf den Einbruch der Neuinstallationen in diesem Jahr reagieren wird, nachdem er noch in diesem April sein Ziel von 18.7 TWh/Jahr bis 2030 bekanntgegeben hat. Die SSES weist in einer Medienmitteilung vom August auf genau diese Problematik detailliert hin.

VESE erwartet von den Verteilnetzbetreibern, dass sie Verantwortung zur Umsetzung der Energiewende wahrnehmen und faire Vergütungen für PV-Strom bezahlen, sodass Bau von PV-Anlagen attraktiv bleibt.

Über den Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE: Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES, Verband der unabhängigen Energieerzeuger, vertritt die Interessenten von Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Elektrizität ohne eigenes Verteilnetz. VESE setzt sich ein für eine Energiewende mit möglichst vielen Anlagen in Bürgerhand  

Sonntag, 21. September 2025

Solar am Sonntag: Kipppunkte mal anders


 Solar plötzlich fast überall - ist‘s Ihnen auch schon aufgefallen? 
Hier ein Bauernhaus mitten in Weinbergen in Hallau, Kt. SH.

Ich wollte ja eigentlich keine Zeitschriften mehr kaufen, mir dieses Geld sparen. Aber gelegentlich sind selbst die zehn Franken für eine Nummer des Spiegel-Magazins ihr Geld wert. So jene mit einem Artikel in der letzten Ausgabe - über Kipppunkte beim Klima und in der Umwelt allgemein, die auch positiv sein können. Und zuvorderst steht dabei die Entwicklung der Photovoltaik respektive der Solarwirtschaft.

Ohne hier den Artikel umfassend wiederzugeben, hier die wichtigsten von vielen wichtigen Punkten: Ausgangspunkt der Überlegungen von Tim Lennon, der diese Kipp-Theorie in seinem neuesten Buch «Tipping Points - how to Fix the Climate Crisis» ist der Buchstabe S resp. die S-Kurve. Folgen wir der Kurve, so erkennen wir, dass sie zuerst nur ganz gemächlich ansteigt, plötzlich aber geht es steil bergan. Genau so haben sich immer wieder gesellschaftliche Veränderungen und vor allem solche wirtschaftlicher Art vollzogen. Lennon's Beispiele etwa: der Ausstieg Grossbritanniens aus der Kohle. Ja, sie haben richtig gelesen, das Land ist unglaublicherweise praktisch vollständig aus der Kohle-Energie ausgestiegen und hat sich damit eines der wesentlichen CO2 Probleme vom Hals geschafft. Das begann schon in den siebziger Jahren, vollzog sich dann während der Thatcher-Zeit gemächlich weiter und jetzt ist es plötzlich vollbracht.

Das Spezielle daran ist, dass Kipppunkte bislang in der Klima-Theorie für negative Entwicklungen stehen, also etwa für die Umkehrung des Golfstroms, die sich nur langsam vollzieht, aber dann plötzlich eines Tages mit aller Wucht über die Welt hereinbrechen könnte. Die Wissenschaft verdankt entsprechende Erkenntnisse unter anderem der Glaziologie, die es erlaubt, mit gefrorenem Eis Entwicklungen über Jahrtausende hinweg aufzuzeichnen.

Und kommen wir zu den erneuerbaren Energien: Der Autor dieses Blogs Solarmedia kann sich gut erinnern, wie er in den Nuller Jahren belächelt wurde, wenn er von der Ergiebigkeit der Photovoltaik erzählte. Selbst der Fachverband Swissolar glaubte damals nicht an eine grosse Verbreitung, vielmehr an einen Siegeszug der Solarthermie - also der Erwärmung von Flüssigkeit mit Solarwärme zur Energiegewinnung. Doch dann kam es ganz anders. Äusserer Anlass bildete das Jahr 2011. Die Reaktorkatastrophe in Japan ershcütterte die Welt - und plötzlich begann man sich Gedanken darüber zu machen, ob denn die solare Stromgewinnung nicht doch der Weg der Energiewende sein könnte - oder müsste. Als positiver Kipppunkt ist übrigens auch, trotz aktueller Probleme, die Elektromobilität anzuführen. Sie trat ihren Siegeszug im Verborgenen an im nördlichen Norwegen. Wer dort heute noch Verbrenner fährt, muss ich unterdessen fast schämen. Und dann der Siegeszug der Erneuerbaren in China, wörtlich der Spiegel dazu: Zwar baut es nach wie vor die Kohlekraft aus doch die Staatsführung hat die regenerativen Energien als Zukunftsmarkt erkannt. China investiert, aggressiv wie kaum ein anderes Land. Egal, ob Photovoltaik, Batterietechnik Windenergieturbinen oder grüner Wasserstoff: das Reich der Mitte erobert die Technologieführerschaft.» Der Kipppunkt, jenseits dessen es kein Zurück mehr gibt, sei bei der Anwendung der Solartechnologie bereits überschritten, sagt Lennon.

Voraussetzung dafür, dass sich eine neue Technologie durchsetzt, ist ihre Wirtschaftlichkeit! So, wie sich Photovoltaik in den letzten fünf bis zehn Jahren weltweit entwickelt hat, kann man nicht anders folgen, als dass Photovoltaik eben die wirtschaftlichste Quelle zur Energiegewinnung darstellt.

Klar, in allem Guten gibt es immer auch Wermutstropfen. Aktuell ist zu berichten vom endgültigen Aus für den einzigen verbliebenen Schweizer Solarkonzern Meyer Burger. Das ist tragisch für die  betroffenen Angestellten und auch für Regionen, die sich dank Meyer Burger einen Aufschwung erhofften. Aber die Gründe für das Scheitern sind eine andere Geschichte - und diese ändert nichts daran, dass der Kippunkt der Unumkehrbarkeit der solaren Energie-Erzeugung längst überwunden ist.
 
Copyright Text und Bild: Solarmedia / Guntram Rehsche 

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Mittwoch, 27. August 2025

Swissolar: Solarausbau statt AKW-Träume

Der Bundesrat will mit dem indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative das Neubau-Verbot für Atomkraftwerke aufheben. Aus Sicht des Solar-Fachverbands Swissolar sorgt dieser Vorschlag in der Energiewirtschaft für unnötige Unsicherheit, missachtet den klaren Willen der Stimmbevölkerung und gefährdet somit den laufenden erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz.

Solarprofis Shooting BE Netz 2021 Swissolar | © Daniel Baggenstos

Die Signale der Schweizer Stimmbevölkerung sind deutlich: Am 9. Juni 2024 stimmte sie mit nahezu 70 Prozent für eine Stromversorgung, die auf erneuerbaren Energien basiert. Nach der Annahme des Klimagesetzes 2023 und der Annahme der Energiestrategie im Jahr 2017 hat sich eine deutliche Mehrheit der Stimmbevölkerung somit vor einem Jahr zum dritten Mal in Folge klar für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien hierzulande ausgesprochen. Ein politischer Kurswechsel hin zu teuren und riskanten Atomkraftwerken ist deshalb nicht legitim.  

Schweizer Photovoltaik liefert schon heute 14 % des Schweizer Stromverbrauchs 

Stattdessen gilt es jetzt, den starken Ausbau der heimischen Erneuerbaren und insbesondere der Solarenergie konsequent weiterzuverfolgen. 2024 ist der Photovoltaik-Ausbau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um weitere 10 Prozent angestiegen. Es handelte sich um das siebte Jahr in Folge mit einem Marktwachstum. Insgesamt deckten die in der Schweiz installierten Photovoltaik-Anlagen über 10 Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfs ab. 2025 wird Solarenergie voraussichtlich bereits 14 % des Jahresbedarfs liefern. 

Solarstrom ist also schon heute ein zentraler Bestandteil unserer Energieversorgung und auf bestem Weg, die Atomkraftwerke als zweite tragende Säule neben der Wasserkraft abzulösen. Neue AKW in der Schweiz könnten frühestens ab 2050 Strom liefern. Für die Sicherung der Versorgung in den kommenden Jahren sind AKW damit irrelevant und zu teuer. Die nötigen Kapazitäten lassen sich schneller, günstiger und flexibler mit erneuerbaren Energien ausbauen, insbesondere mit Photovoltaik, Wasser- und Windkraft. Auch die Wissenschaft ist sich einig, dass eine rein erneuerbare sichere Stromversorgung bis 2050 realistisch ist. In einem System, das auf das Zusammenspiel von Erneuerbaren ausgelegt ist, sind unflexible Atomkraftwerke überflüssig. Das Stromabkommen mit der EU ist eine weitere Komponente zur sicheren Stromversorgung, indem es den Handel mit Strom aus erneuerbaren Quellen über die Grenzen vereinfacht.  

Der Gegenvorschlag des Bundesrats gefährdet Investitionen in Erneuerbare 

Die Schweizer Energiewirtschaft befindet sich bereits mitten im Umbau weg von Fossilen hin zu rein Erneuerbaren. Statt einem Kurswechsel des Bundesrats braucht es jetzt Klarheit darüber, dass der Weg zur Vollversorgung mit Erneuerbaren konsequent weiterverfolgt und optimiert wird. Private, Unternehmen, Gemeinden und Fachkräfte brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats schafft unnötige Unsicherheit und zieht Ressourcen vom dringend nötigen Ausbau der Erneuerbaren ab.

Stellungnahme zum Indirekten Gegenvorschlag (Änderung des Kernenergiegesetzes) zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» 
 

Donnerstag, 10. Juli 2025

Wachstum bestätigt: Solarstrom für zwei Millionen Haushalte

2024 ist der Photovoltaik-Ausbau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf fast 1800 Megawatt angestiegen. Es handelt sich um das siebte Jahr in Folge mit einem Marktwachstum. Insgesamt waren per Ende 2024 in der Schweiz Solarpanels mit einer Leistung von 8.2 Gigawatt installiert, die über 10 Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfs 2024 abdeckten.  2025 wird Solarenergie voraussichtlich rund 14 % des Jahresbedarfs liefern. Der Bundesrat sieht vor, dass diese Menge in den nächsten fünf Jahren nochmals mehr als verdoppelt wird. Damit dies gelingt, müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden.

Zwischen 2020 und 2023 verzeichnete der Schweizer Photovoltaik-Markt ein jährliches Durchschnittswachstum von 50 %. Mit dem aktuellen Wachstum und jährlichen Zubauzahlen von 1800 bis 2000 MW kann die Solarbranche die politisch ambitionierten Ziele in den nächsten 10 Jahren erreichen. Mit dem Wachstum von 10 % im vergangenen Jahr ist die Branche auf Kurs. 

Solarstrom: Wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit
Die neu installierte Photovoltaik-Leistung stieg gemäss der am 10. Juli vom BFE veröffentlichten «Statistik Sonnenenergie 2024» gegenüber dem Vorjahr auf den neuen Rekordwert von 1798 Megawatt (MW). Pro Kopf entspricht der Ausbau im letzten Jahr etwa einer Fläche von einem Quadratmeter. Die gesamte installierte Leistung lag zum Jahresende bei 8170 MW. Die Jahresproduktion betrug 5961 Gigawattstunden (GWh), was in etwa dem Jahresverbrauch von 2 Millionen Haushalten oder etwas mehr als der Jahresproduktion beider Reaktoren des AKW Beznau entspricht. Der Anteil der Solarstromproduktion am Stromverbrauch der Schweiz lag 2024 bei 10.4 % (2023: 8.25 %). Dabei lag die Sonneneinstrahlung 2024 13 % unter dem Durchschnitt der vorherigen fünf Jahre und der Gesamtstromverbrauch nahm zu. 

2025 wird Solarenergie voraussichtlich rund 14 % des Jahresstrombedarfs liefern. «Im vergangenen Juni waren es bereits ca. 22 %. Solarstrom ist schon heute ein zentraler Bestandteil unserer Energieversorgung und auf bestem Weg neben der Wasserkraft zur zweiten tragenden Säule unserer Stromversorgung zu werden.» sagt Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli.

Schon jetzt liefert Photovoltaik unverzichtbaren Winterstrom: Von Anfang Oktober 2024 bis Mitte April 2025 wurden 2.4 Terawattstunden Schweizer Solarstrom erzeugt, ca. ein Drittel der Jahresproduktion. Damit werden unsere Speicherseen entlastet. Als Vergleich: Beim Tiefststand Mitte April 2025 hatten die Stauseen noch einen Inhalt, der einer Stromproduktion von ca. 1.1 TWh entspricht. Das bedeutet, die Schweiz hätte ohne Solarenergie im vergangenen Winterhalbjahr bedeutend mehr Strom importieren müssen.

Wachstum in allen Kategorien – ausser bei Einfamilienhäusern. 
In fast allen Grössenkategorien und Anwendungsbereichen konnte wiederum ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Die Ausnahme bilden Anlagen auf Einfamilienhäusern (EFH) mit einem Rückgang von 3 %. Dies ist der wesentliche Grund für das gegenüber dem Vorjahr reduzierte Marktwachstum, da auf Einfamilienhäusern bisher rund ein Drittel der Leistung installiert wurde. Aus Sicht von Swissolar führte die bevorstehende Einführung des neuen Stromgesetzes und die damit verbundene Unsicherheit zu Zurückhaltung bei privaten Investoren. Generell zeigte sich ein Trend zu grösseren Anlagen: Die Durchschnittsgrösse einer PV-Anlage stieg innerhalb eines Jahres von 28.2 auf 32.1 Kilowatt, jene von Einfamilienhäusern von 12.7 auf 13.3 Kilowatt.  

Neue Kategorien in der Statistik
Angesichts der wachsenden Anwendungsbereiche von Photovoltaik wurden auch die Kategorien der Statistik erweitert. Neu werden u.a. Agri-PV- und Freiflächenanlagen sowie Anlagen auf Parkflächen und Lärmschutzwänden ausgewiesen. Noch nicht ersichtlich sind die alpinen Anlagen des «Solarexpress», von denen zurzeit vier in Bau sind. Die geplante Fristverlängerung wird weiteren, in der Planung weit fortgeschrittenen Projekten die Realisierung in den nächsten Jahren ermöglichen. 

Batteriespeicher: In allen Bereichen im Einsatz
Die Anzahl neu installierter Batteriespeicher stieg gegenüber dem Vorjahr um 4 %. Im Bereich Industrie und Gewerbe hat sich die Speicherinstallation durch die rasch gesunkenen Preise in diesem Bereich auf 6 % verdoppelt. Bei den Einfamilienhäusern wurden bereits 47 % aller Anlagen mit Batteriespeichern ausgestattet (im Vorjahr 42 %). Batteriespeicher werden nicht nur für den erhöhten Eigenverbrauch immer wichtiger, sondern tragen dank der Reduktion der Spitzenlast wesentlich zur Stabilisierung der Netze und der Versorgungssicherheit bei. Die gesamthaft installierte Speicherkapazität lag per Jahresende bei 896'000 Kilowattstunden (kWh) – damit könnten 100'000 4-Personen-Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgt werden. Mit dem neuen Stromgesetz dürfte der Einsatz von Batteriespeichern dank der Befreiung von der Netznutzungsgebühr ab 2025 weiter an Attraktivität gewinnen. 
Ein weltweiter Boom 
Weltweit wurden im vergangenen Jahr 597 Gigawatt (GW) Photovoltaik-Leistung installiert, 33 % mehr als im Vorjahr. Der dominierende Markt bleibt China, wo mehr als die Hälfte der zusätzlichen Leistung installiert wurde. 2024 wurden 2000 Terawattstunden (TWh) Solarstrom produziert, was etwa dem Jahresstromverbrauch Indiens entspricht. Der Anteil an der weltweiten Stromproduktion lag bei 7 %. Die Produktionssteigerung durch Photovoltaik im letzten Jahr lag bei 474 TWh, deutlich höher als bei jeder anderen Technologie (z.B. Atomstrom: 66 TWh). Gemessen an der pro Kopf installierten Photovoltaik-Leistung liegt die Schweiz mit 908 Watt weltweit an 10. Stelle. Für 2025 wird ein Marktwachstum von weiteren 10 % erwartet. 

Neue Rahmenbedingungen: von der Unsicherheit zu Stabilität
Das revidierte Stromversorgungsgesetz (StromVG) tritt nächstes Jahr in Kraft. Damit können lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) eingeführt werden. Dies fördert den lokalen Stromverbrauch und bietet Alternativen zum Stromverkauf an Verteilbetzbetreiber. Zudem kommt die Rückerstattung des Netzentgelts für Batteriespeicher sowie die einheitlich geregelte Abnahmevergütung für den ans Netz abgegebenen Strom. Trotz neuen Möglichkeiten führt das Gesetz derzeit zu Verunsicherungen und möglicherweise einem stagnierenden Markt.  Insbesondere harzt es in der Umsetzung: Starre Rahmenbedingungen verhindern die Entwicklung der wichtigen Möglichkeiten des lokalen Stroms durch ZEV und LEG.

Aus Sicht von Swissolar braucht es deshalb Verbesserungen bei diesen Instrumenten: Die LEG brauchen einen höheren Rabatt auf das Netzentgelt sowie die Möglichkeit des Stromverkaufs über verschiedene Netzebenen. Andernfalls lässt sich das grosse Potenzial der lokalen Stromnutzung nicht genügend ausschöpfen. Bei der Abnahmevergütung braucht es Stundenmarktpreise kombiniert mit einer Minimalvergütung – ein entsprechender Vorschlag wird zurzeit im Parlament beraten. Dies gäbe klare Marktanreize für markt- und netzdienliches Verhalten der Betreiber von Solaranlagen. Mehr zu lokalen Elektrizitätsgemeinschaften und virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch auf unserer Plattform www.lokalerstrom.ch.

Erfahrungsgemäss führen grössere Veränderungen bei den Rahmenbedingungen temporär zu einem rückläufigen Markt, bis sich die neuen Instrumente etabliert haben. Swissolar erwartet deshalb für 2025 einen Marktrückgang von rund 10 % mit weiterhin hohem Zubau von rund 1600 GW. Ab 2026 sollte sich der Markt wieder stabilisieren. 

In der laufenden Vernehmlassung zur Revision der Energieverordnung (EnV) schlägt der Bundesrat ein Zwischenziel von 18.7 TWh Solarstrom im Jahr 2030 vor. Bereits im Energiegesetz verankert ist das Ziel von 35 TWh Strom aus neuen erneuerbaren Energien für das Jahr 2035. Diese ambitionierten Ziele sind mit dem aktuellen Wachstum und jährlichen Photovoltaik-Zubauzahlen von 1800 bis 2000 MW erreichbar. 

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Über Swissolar 
Swissolar ist der Schweizerische Branchenverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 1300 Verbandsmitgliedern mit über 10’000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.
 
Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.
www.swissolar.ch

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