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Mittwoch, 28. Oktober 2026

Neue AKW kommen für den Klimaschutz zu spät

 

Der am Dienstag publizierte TA-SWISS-Studie zu neuen Nukleartechnologien widerspricht Bundesrat Albert Rösti: Netto-Null ist laut ihren Modellrechnungen auch ohne neue AKW erreichbar. Neue Reaktoren könnten frühestens um 2050 ans Netz gehen – zu spät für das Klimaziel und teuer für Stromkundschaft und Wirtschaft. Dabei rechnet die Studie sogar noch zugunsten der Atomkraft und klammert zentrale Risiken aus. Die Schweizerische Energiestiftung hält die TA-SWISS-Studie deshalb als Grundlage für politische Entscheide für ungeeignet.

In der Hitzedebatte des Nationalrats vom 30. September behauptete Bundesrat Rösti, Dekarbonisierung sei «nur möglich», wenn die Stromversorgung gesichert sei – «deshalb brauchen wir alle Arten von Strom». Neue AKW und dafür «zu 100 Prozent» Klimaschutz, so sein Angebot ans Parlament. Die neue TA-SWISS-Studie belegt nun das Gegenteil: Netto-Null wird in ihren Modellrechnungen auch ohne neue Kernkraftwerke erreicht. Über die Klimawirkung entscheidet, wie schnell Gebäude und Verkehr von Öl, Gas und Benzin wegkommen, – und nicht, ob ein neuer Atomreaktor ans Netz geht. Umgekehrt können neue AKW einen verpassten Klimapfad laut Studie nicht kompensieren.

Zu spät, zu teuer, zu unsicher und schädlich für die Wirtschaft

Grosse Reaktoren könnten laut Studie frühestens 2050 in Betrieb gehen, kleine modulare Reaktoren (SMR) kurz davor. Ihren Nutzen – vor allem weniger Stromimporte im Winter – entfalten sie nur bei früher Inbetriebnahme. Und genau diese ist unwahrscheinlich: Für einen Neubau bräuchte es mehrere Volksabstimmungen, eine stabile Mehrheit ist laut Studie «nicht absehbar», und das Kernenergierecht ist für neue Reaktortypen nicht ausgelegt. Verzögert sich der Bau, steigen laut Studie die Strompreise um das Jahr 2050, und die Wirtschaft würde sich sich bis 2070 schwächer entwickeln als ohne neue AKW.

Auch die Finanzierung bleibt ungelöst. Ohne staatliche Risikoübernahme sind neue AKW gemäss Studie kaum finanzierbar – während rund 60 Prozent der Befragten keine staatlichen Investitionen in Kernenergie wollen. Zudem verdrängen neue AKW einen Teil des Solarausbaus.

Optimistisch gerechnet, Risiken ausgeblendet

Diese Resultate zeigt die TA-SWISS-Studie, obwohl sie dabei einseitig zugunsten der Atomkraft rechnet: mit kürzeren Bauzeiten und tieferen Baukosten, als die Erfahrung mit den jüngsten Projekten in Europa und in den USA zeigt, hingegen mit höheren Finanzierungskosten für Solaranlagen, als der Bund sie heute ansetzt. Kein einziges Szenario der Studie rechnet mit Kostenüberschreitungen oder längeren Bauzeiten. Die Folgen eines schweren Unfalls werden ebenso nicht bewertet, und die Ökobilanz rechnet mit einem Tiefenlager, das es noch nicht gibt. Selbst die BKW hält neue AKW in der Schweiz unter heutigen Bedingungen für nicht realistisch.

Die Technologiebewertung stammt vom Paul Scherrer Institut (PSI) und von der ETH, die selbst an Nukleartechnologien forschen; die ETH wird dabei von der Atombranche mitfinanziert. Die Energiestiftung war Mitglied der Begleitgruppe und hat ihre methodischen Bedenken wiederholt eingebracht. Sie wurden im Schlussbericht nicht oder nur teilweise berücksichtigt.

«Die Studie bestätigt: Wer das Klima schützen will, muss jetzt aus Öl und Gas aussteigen und die Erneuerbaren ausbauen. Neue AKW kommen dafür zu spät, kosten zu viel und binden Mittel, die wir heute und in den kommenden Jahren für wirksamen Klimaschutz brauchen», sagt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Energiestiftung.

Fact Sheet

Zusammenfassung der Resultate und Einordnung «Neue Nukleartechnologien: Was die TA-SWISS-Studie beantwortet – und was nicht»
 
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Montag, 26. Oktober 2026

Mit Zahlen & Statistiken die Welt verbessern (13): Erneuerbar im Aufwind

Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data» täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.

Our World in Data schreibt dazu im Original: 

If the world is to reduce its carbon emissions and tackle climate change, it needs to move away from fossil fuels to low-carbon power. There are two key sources of low-carbon electricity: renewables — which include solar, wind, hydropower, and others — and nuclear power.

While rapid growth in solar and win has increased the amount of electricity coming from renewables, a lack of enthusiasm for nuclear means it’s playing a shrinking role in the global mix. In the chart, you can see the share of global electricity coming from fossil fuels, renewables, and nuclear since 1985. Since 2000, nuclear and renewables have followed very different trajectories. Back then, both accounted for a similar share of global electricity. But in 2025, renewables made up more than three times as much: 34% compared to 9%.

The total amount of electricity produced by nuclear plants is about the same as it was two decades ago. But because the world produces much more electricity overall, its share of the electricity mix has declined.

Explore the electricity mix of different countries
 
Quelle: Our World In Data
 
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Sonntag, 18. Oktober 2026

Solarenergie je länger, je überlegener

Solarenergie ist der Atomstrom-Erzeugung je länger je überlegener. Dieser These stimmt interessanterweise auch die künstliche Intelligenz der Plattform X namens GROK zu (ja ja, die von Elon Musk). Auf entsprechende Anfrage begründet sie die Zustimmung wie folgt:

Solarenergie wird in vielen Aspekten zunehmend wettbewerbsfähiger und überlegen gegenüber neuer Atomkraft – besonders bei Kosten, Ausbaugeschwindigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit. Hier sind die stärksten Argumente, die diese These stützen, basierend auf aktuellen Daten (Stand 2024–2026).

1. Deutlich niedrigere Stromgestehungskosten (LCOE)

Neue Utility-Scale-Solaranlagen liegen global bei ca. 38–78 USD/MWh (unsubventioniert), oft um 40–60 USD/MWh. Neue Atomkraftwerke liegen bei 141–220 USD/MWh (Lazard 2024/2025), im Schnitt oft um 180 USD/MWh.

  • Solar ist damit oft 2–4-mal günstiger pro erzeugter Megawattstunde.
  • Selbst Solar + Speicher liegt in vielen Szenarien unter neuer Atomkraft (z. B. 50–131 USD/MWh).
  • In Deutschland (Fraunhofer ISE): PV-Freifläche ca. 4–7 ct/kWh, neue Kernkraft 13,6–49 ct/kWh.
  • Seit 2010 sind die Solar-Kosten um ca. 80–90 % gesunken, während neue Atomprojekte teurer geworden sind (Kostenexplosionen und Verzögerungen).

Bestehende Atomkraftwerke sind oft günstig im Betrieb, aber Neubauten sind teuer und riskant.

2. Viel schnellere und skalierbarere Ausbaugeschwindigkeit

Solaranlagen können in Monaten bis wenigen Jahren gebaut werden; große Atomkraftwerke brauchen typischerweise 10–20 Jahre (mit häufigen Verzögerungen, z. B. Flamanville, Hinkley Point C, Vogtle).

  • 2025: Weltweite Solar-Kapazität stieg um ca. 510–690 GW auf über 2.300–2.800 GW.
  • Atomkraft: Kaum Wachstum (Netto oft nur wenige GW, Kapazität stagniert seit Jahren um 370–400 GW).
  • Solar hat 2025 erstmals global mehr Strom erzeugt als Atomkraft (ca. 2.700 TWh vs. etwas darunter).

Das ermöglicht einen schnellen Beitrag zum Klimaschutz, während neue Atomkraftwerke oft erst in den 2040er Jahren online gehen würden.

3. Sicherheit und Risiken

Solar hat keine schweren Unfälle mit radioaktiver Freisetzung, keine Kernschmelze-Risiken und keine Proliferationsgefahren. Die Todesfälle pro erzeugter TWh sind bei Solar und Atom beide extrem niedrig (weit unter fossilen Energien), aber Solar vermeidet die langfristigen Risiken von radioaktivem Material.

  • Atommüll muss über Jahrtausende sicher gelagert werden; Endlager sind weltweit umstritten und teuer.
  • Solar-Module erzeugen Abfall, der jedoch nicht radioaktiv ist und zunehmend recycelt wird.

4. Modularität, Dezentralität und gesellschaftliche Akzeptanz

Solar ist modular (von Dachanlagen bis Freiflächen), dezentral einsetzbar und kann von Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen gebaut werden. Atomkraft ist zentral, kapitalintensiv und erfordert hohe staatliche Absicherung (Haftung, Subventionen, Abnahmegarantien).

Öffentliche Akzeptanz ist bei Solar in den meisten Ländern deutlich höher; Atomkraft stößt oft auf Widerstand (Standortsuche, Endlager).

5. Weitere Vorteile

  • Ressourcen: Sonnenlicht ist unbegrenzt und lokal verfügbar; Uran muss abgebaut und angereichert werden (Importabhängigkeit in vielen Ländern).
  • Kostenentwicklung: Batteriespeicher-Kosten sind seit 2010 um über 90 % gesunken und machen Solar zunehmend grundlastfähiger.
  • Wirtschaftliche Multiplikatoren: Schnelle Investitionen schaffen Arbeitsplätze und lokale Wertschöpfung schneller als jahrzehntelange Großprojekte.

Wichtige Einschränkungen (für eine ehrliche Argumentation)

  • Kapazitätsfaktor: Atomkraftwerke laufen oft mit 90 %+ Auslastung, Solar mit 15–25 % (je nach Standort). Für die gleiche Jahresstrommenge braucht man deutlich mehr installierte Solar-Leistung und Fläche.
  • Flächenbedarf: Solar braucht pro erzeugter Energie mehr Land (oft 20–100-mal mehr als Atom, je nach Rechnung). Das ist in dicht besiedelten Regionen relevant, aber durch Agri-PV, Dachflächen und Wüstenstandorte teilweise entlastbar.
  • Systemkosten: Bei hohen Solar-Anteilen braucht man Speicher, Netze und Backup. Diese Kosten sinken aber und sind oft noch günstiger als neue Atomkraft.
  • Atomkraft kann grundlastfähig und landeffizient sein – das ist ihr größter Vorteil in bestimmten Netzen.

Fazit zur These: Bei neuen Investitionen ist Solarenergie in den allermeisten Ländern und Szenarien kostengünstiger, schneller skalierbar und risikoärmer. Die „je länger, je überlegener“-Entwicklung zeigt sich klar an den fallenden Kosten, dem exponentiellen Ausbau und dem Überschreiten der Atomstrom-Erzeugung. Ein Mix kann sinnvoll sein, aber der Trend und die Marktkräfte sprechen stark für Solar (plus Speicher und andere Erneuerbare) als dominierende Technologie der kommenden Jahrzehnte.

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Dienstag, 13. Oktober 2026

Mehr Wasser für AKW als für die Bewässerung in der Landwirtschaft

 

Fotolia.com | ArnulfKoch

© Fotolia.com | ArnulfKoch

Atomkraftwerke benötigen riesige Mengen an Wasser zur Kühlung ihrer Reaktoren. Die AKW Gösgen und Leibstadt verbrauchen jährlich über 35 Millionen m3 Aare- und Rhein-Wasser. Das ist mehr Wasser als die Landwirtschaft in einem trockenen Sommer für die Bewässerung ihrer Felder benötigt.

Das zeigt der neue Greenpeace-Bericht «Hitzewelle und Atomkraft: Wasser unter Hochspannung». Auch neue Atomkraftwerke wären auf sehr viel Wasser angewiesen. Der Gewässerschutz müsste gelockert werden. 

Nächstes Jahr wird das Schweizer Stimmvolk über den Bau neuer AKW befinden. Bei der Atomfrage ist entscheidend, dass auch das Thema Wasserverbrauch von AKW berücksichtigt wird. Angesichts der klimawandelbedingten Zunahme von Hitze- und Dürreperioden stellen sich fundamentale Fragen zur künftigen Nutzung von Wasser. 

«Politik und Wissenschaft haben in den bisherigen Debatten den enormen Wasserbedarf von AKW zur Kühlung ihrer Reaktoren sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt ausgeblendet», sagt Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz. «Unser Bericht zeigt, dass keine der auf dem Markt verfügbaren Reaktortechnologien unsere Flüsse schonen kann.»

Die beiden mit einem Kühlturm ausgestatteten AKW von Gösgen und Leibstadt dienen als Referenz für einen allfälligen neuen Reaktor in der Schweiz. Gösgen und Leibstadt entnehmen jährlich fast 140 Millionen m3 Wasser aus der Aare und dem Rhein für die Kühlung der Reaktoren. Etwa ein Viertel des entnommenen Wassers verdunstet in den Kühltürmen. Das sind über 35 Millionen m3 pro Jahr. Zum Vergleich: Der Gesamtverbrauch der Landwirtschaft in der Schweiz für die Bewässerung wird geschätzt auf 10 Mio. Kubikmeter in einem nassen und auf 30 bis 40 Mio. Kubikmeter in einem trockenen Jahr. Die zwei Atomkraftwerke Leibstadt und Gösgen verbrauchen somit – je nach Jahr – gleich viel bis mehr als das Dreifache an Wasser wie die gesamte Landwirtschaft für die Bewässerung.

Auch neue Atomkraftwerke wären auf sehr viel Wasser angewiesen. Weil Wasser aufgrund des Klimawandels eine immer knapper werdende Ressource wird, muss davon ausgegangen werden, dass der Betrieb eines möglichen neuen Reaktors nur mit einer Aufweichung des Gewässerschutzes einhergehen kann. Die Behörden haben in der Vergangenheit die Gewässerschutzvorschriften für AKW bereits gelockert. Dabei ist der Lebensraum von Tieren und Pflanzen in über zwei Dritteln der Fliessgewässer geschädigt.

Kasser: «Es ist absurd, neue AKW bauen zu wollen, die frühestens 2050 betriebsbereit sind und die ihrerseits jahrzehntelang immense Wassermengen benötigen. Die Abflussmenge der Flüsse könnte sich in den kommenden Hitzesommern erheblich verändern. Gleichzeitig dürfte der Wasserbedarf – besonders in der Landwirtschaft – stark ansteigen. Der Bau neuer AKW wird die Folgen des Klimawandels nicht mildern, sondern sogar verschärfen. Ein rascher Übergang zu erneuerbaren Energien ist die einzige Antwort auf Hitzewellen. Und der einzige Weg, um unsere Energieversorgung zu sichern.»

Quelle: Greenpeace Schweiz 2026
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Freitag, 21. August 2026

Neue AKW würden zu einem Milliardenloch

Eine am Freitag veröffentlichte Studie der Akademien der Wissenschaften Schweiz (SCNAT) zeigt: Auch im günstigsten Fall liegen die zu erwartenden Baukosten für neue AKW so hoch, dass sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Die Kosten könnten aber auch deutlich teurer werden. Für die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist deshalb klar: Neue AKW kämen die Bevölkerung teuer zu stehen – viel zu teuer. Eine Aufhebung des AKW-Neubauverbots wäre gegenüber Stromkunden und Steuerzahlenden unverantwortlich und ein Fass ohne Boden, so die SES in einer Medienmitteilung.

Die Ende Juni veröffentlichte Studie «Kernkraft und das zukünftige Schweizer Energiesystem» von der ETH Zürich und dem PSI berechnete mit vier Modellen, unter welchen Bedingungen neue AKW Teil eines kostenoptimalen, klimaneutralen Schweizer Stromsystems im Jahr 2050 wären.

ETH/PSI-Studie: AKW rentieren sich nur bei Tiefstpreisen und mit Staatshilfe

Neue AKW würden im Modell nur dann überhaupt gebaut, wenn der Staat AKW massiv subventioniert und über Kreditgarantien oder Ko-Finanzierung die Finanzierungskosten (WACC) von 8 auf 5 Prozent senkt. Selbst dann braucht es tiefe Baukosten: Nur bei 5000 Franken pro Kilowattstunde (CHF/kW) sehen die Modelle einen relevanten Zubau von 2,6 – 4,9 Gigawatt vor. Bei 12'000 CHF/kW – von der ETH bereits als «hoch» eingestuft – bricht der Ausbau aus wirtschaftlichen Gründen fast vollständig ein.

SCNAT-Studie: Der «optimistische» Fall ist bereits das ETH-Extremszenario

Die neue SCNAT-Studie «Baukosten und Finanzierung von neuen Kernkraftwerken in der Schweiz» zeigt, dass solche tiefen Baukosten unrealistisch sind. Für die Schweiz kommen laut SCNAT nur EDF/Framatome mit dem EPR und Westinghouse mit dem AP1000 infrage.

Die aktuellen Offertpreise beider Anbieter liegen bereits bei rund 12'000 CHF/kW – also genau an der Schwelle, ab der neue AKW laut ETH selbst unter besten Förderbedingungen aus dem Energiesystem herausfallen. Und dies noch vor möglichen Kostenüberschreitungen, die bei bisherigen Projekten in Europa und den USA historisch das Zwei- bis Dreifache der Offerte betrugen.

Selbst das «Tief»-Szenario der SCNAT liegt ohne Finanzierungskosten bereits in der Grössenordnung der ETH-«Hoch»-Schwelle. Das von der SCNAT als plausibler eingeschätzte «Hoch»-Szenario liegt sogar 40 bis 90 Prozent darüber. Die bisherigen Erfahrungen mit AKW-Projekten im Ausland sprechen laut Studienautoren eher für dieses teurere Szenario.

Finger weg von diesem Fass ohne Boden

«Zwei unabhängige Studien aus der Wissenschaft kommen innert weniger Wochen zum selben Schluss: Neue AKW sind für die Schweiz nur mit enormer Staatshilfe finanzierbar – und nicht rentabel betreibbar. Wer heute neue AKW will, stimmt für ein offenes Milliardenloch für die Steuerzahlenden», urteilt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung.

Netto-Null ist mit Wasserkraft, Solarenergie, Speicher, Stromhandel und Windenergie, ohne neue AKW, zu erreichen. Zu diesem Schluss kam auch die ETH-Studie vom Juni. 

Die SES fordert den Bundesrat auf, im Hinblick auf die Volksabstimmung zum indirekten Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative» (voraussichtlich Februar 2027) die realistischen Zahlen offenzulegen und die finanziellen Risiken für den Bund, die Kantone und die Steuerzahlenden ehrlich und ungeschönt transparent zu machen.


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Freitag, 14. August 2026

Europas Atomstrategie fällt im Stresstest durch

pixabay.com | jplenio

© pixabay.com | jplenio

Hitze und Dürre bringen Europas Atomkraftwerke an ihre Grenzen: Klimakrise verschärft die Probleme der Atomkraft. EU und Mitgliedstaaten setzen trotzdem auf neue Reaktoren und Laufzeitverlängerungen. In zahlreichen Ländern Europas müssen Atomkraftwerke wegen der anhaltenden Hitze und Dürre gedrosselt oder abgeschaltet werden.

Hierzu erklärt Bettina Ackermann von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Statt Milliarden in teure Atomprojekte zu investieren, muss Europa ein Energiesystem aufbauen, das auch unter den Bedingungen der Klimakrise zuverlässig funktioniert. Die Hitzewellen dieses Sommers zeigen, wie wenig klimaresilient Atomkraft ist: In Ungarn läuft im AKW Paks wegen des niedrigen Wasserstands in der Donau nur noch einer von vier Reaktorblöcken. In der Schweiz gingen beide Reaktoren des AKW Beznau vom Netz, um Schäden für das Ökosystem der Aare zu verhindern. In Rumänien wurde sogar ein Felsen in der Donau gesprengt, um die Kühlwasserversorgung des AKW Cernavodă zu sichern. In Frankreich stehen drei Reaktoren still, weil auch Maas und Mosel infolge der Hitze nicht genug Wasser führen. Und in Großbritannien brannte vergangene Woche nur wenige Kilometer vom britischen AKW Sizewell entfernt eine Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern.

Europa gehört zu den Hotspots der Klimakrise: Seit den 1980er Jahren hat sich der Kontinent etwa doppelt so stark erwärmt wie der globale Durchschnitt. Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen zu, und damit auch die Probleme für den Betrieb von Atomkraftwerken.

Trotzdem wollen zahlreiche Länder in Europa der Klimakrise ausgerechnet mit neuen Reaktoren und Laufzeitverlängerungen begegnen – und das mit Unterstützung aus Brüssel.

Doch Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und zudem immer stärker selbst von der Klimakrise betroffen. Europas Zukunft liegt im Ausbau der Erneuerbaren – kombiniert mit leistungsfähigen Netzen und Speichern. Die Bundesregierung muss jetzt verhindern, dass die EU weiter Milliarden in rückwärtsgewandte Atomprojekte versenkt.

Es ist höchste Zeit für ein Energiesystem, das sicher und bezahlbar ist und auch in einer heißer werdenden Welt zuverlässig funktioniert.“

Quelle: .ausgestrahlt 2026

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Mittwoch, 15. Juli 2026

Was Atomkraft verspricht, liefern Erneuerbare schon heute

Angesichts geopolitischer Krisen braucht Europa sichere und kostengünstige Energielösungen und Atomkraft gilt manchen dabei als klimafreundliche Alternative. Doch Beispiele aus Frankreich und Großbritannien belegen das Gegenteil.

„Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und nicht so verlässlich wie oft angenommen“, kommentiert Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group. „Der konsequente Ausbau Erneuerbarer Energien bleibt der einzige Weg, der nicht nur nachhaltig ist, sondern auch wesentlich schneller Rendite bringt.“

© www.aream.de

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise wird in Europa wieder über die Atomkraft diskutiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete Europas Abkehr von der Atomkraft als „strategischen Fehler“. Auch in Deutschland wird trotz abgeschlossenem Atomausstieg wieder über Laufzeitverlängerungen und Neubauten debattiert. Kleine modulare Reaktoren (SMRs) befeuern die politischen Hoffnungen. „Aber das ist ein Irrweg“, erklärt Lemcke-Braselmann. 

Atomenergie ist sehr teuer und kann nur mit massiven staatlichen Subventionen überleben und selbst dann kommt sie zu spät. Beides lässt sich am britischen Beispiel Hinkley Point C ablesen: 2016 genehmigt, ursprünglich für 2025 geplant, ist der Start von Block 1 inzwischen auf 2030 verschoben – bei Kosten, die sich gegenüber dem ursprünglichen Plan verdoppelt haben. Und sobald der Reaktor dann ans Netz geht, greift ein staatlich garantierter, über 35 Jahre inflationsindexierter Abnahmepreis von derzeit rund 150 Euro/MWh. Für den britischen Stromkunden wird das zum Dauerproblem, denn Energie aus Solar- und Onshore-Windanlagen ist heute gerade auch in Kombination mit Batteriespeichern zu deutlich günstigeren Preisen zu haben und wird bis 2030 noch preiswerter sein. „Der vielfach bemühte Mythos vom günstigen Atomstrom hält einer realistischen Kostenbetrachtung nicht stand“, sagt Lemcke-Braselmann. Solar-, Wind- und Speicherprojekte folgen einer anderen Logik: Sie werden modular und parallel realisiert, von der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel drei bis sieben Jahre – und das gesuchte Erzeugungsäquivalent kann damit noch innerhalb des laufenden Investitionshorizonts ans Netz gehen.

Auch die Annahme, Atomreaktoren seien produktiver, lässt sich leicht widerlegen: Ein 1-GW-Reaktor produziert rund 8.000 GWh im Jahr. Dasselbe lässt sich in Deutschland etwa mit 3 GWp Solar und 2,5 GW Onshore-Wind erreichen – in Summe sogar mit Reserve für Netz- und Speicherverluste. Batteriespeicher glätten dabei das Einspeiseprofil und übernehmen so in weiten Teilen die Grundlastfunktion des Reaktors. 

Zudem zeigt sich immer deutlicher, dass Atomkraft keineswegs sicher und unabhängig von Umweltbedingungen ist. So zwingen derzeit in Frankreich anhaltende Hitzewellen mehrere Atomkraftwerke dazu, ihre Leistung zu drosseln oder zeitweise abzuschalten. Der Grund liegt in der Kühlung der Reaktoren: Steigende Flusstemperaturen und sinkende Wasserstände gefährden die Einhaltung von Umweltauflagen. „Das Problem tritt regelmäßig auf“, erklärt Lemcke-Braselmann. Auch 2025 musste die Leistung von Standorten wie Blayais, Bugey und Golfech reduziert werden – und das ausgerechnet zu Zeiten, in denen Klimaanlagen die Stromnachfrage auf Rekordniveau treiben. 

Solarenergie dagegen liefert genau in Hochsommerphasen Spitzenerträge oder lässt sich über Batteriespeicher (BESS) in diese Phasen verschieben. „Erneuerbare können die Versorgungssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Energieunabhängigkeit stärken“, erklärt Lemcke-Braselmann. Spanien zum Beispiel konnte seine Abhängigkeit von französischen Stromimporten durch den massiven Ausbau der Solarenergie deutlich reduzieren. Seit 2024 besteht keine strukturelle Abhängigkeit mehr – Importe und Exporte halten sich die Waage.

„Europa steht vor der Herausforderung, seine Energieversorgung bezahlbar und klimafreundlich zu gestalten“, sagt Lemcke-Braselmann. „Neue Atomkraftwerke helfen da nicht weiter, sie erfüllen diese Anforderungen nicht. Und auch in Sachen Resilienz und Verletzbarkeit sind die dezentralen Erneuerbaren der Atomkraft überlegen.“

Quelle: aream Group SE 2026

Montag, 29. Juni 2026

Versorgungs-Sicherheit auch ohne neue AKW

Eine neue ETH-Studie belegt: Neue Atomkraftwerke rechnen sich für die Schweiz nicht. Für eine sichere Energieversorgung und für das Erreichen der Netto-Null-Ziele sind sie nicht notwendig. Die Studie bestätigt aus Sicht der Schweizerischen Energiestiftung, warum der Gesetzesentwurf, der AKW wieder ermöglicht, abgelehnt werden muss. 

Die Forschenden der ETH Zürich und des PSI haben untersucht, unter welchen Rahmenbedingungen neue Atomkraftwerke technisch und wirtschaftlich für das zukünftige Energiesystem der Schweiz sinnvoll wären. Mit Hilfe von vier unterschiedlichen Energiesystem-Modellen haben die Forschenden dabei variiert, ob der Bund neue AKW subventioniert, wie hoch die Baukosten sind und wie viel die Kredite zur Finanzierung der Bauten kosten.   

Hohe Subventionen für Bau und Betrieb: Neue AKW rechnen sich in der Schweiz nicht. Laut den ETH-Modellen wären sie nur mit tiefen Baukosten realisierbar – und selbst dann braucht es Kreditsubventionen vom Bund für den Betrieb. Die Studie belegt: Für die Schweiz  vergleichbar sind Neubauprojekte in Europa und in den USA, die massive Kostenüberschreitungen aufweisen.

«Die ETH-Studie zeigt: Neue Atomkraftwerke rechnen sich in der Schweiz nicht. Sie bräuchten massive Bundessubventionen – und so tiefe Baukosten, wie sie für die Schweiz nicht realistisch sind. Im Gegenteil: Die vergleichbaren Projekte in Europa und in den USA zeigen nämlich explodierende Kosten und jahrelange Verzögerungen.»
— Nils Epprecht, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung

Versorgungssicherheit und Klimaziele sind gewährleistet – ohne neue AKW: Für Netto Null bis 2050 und eine verlässliche Stromversorgung braucht die Schweiz keine neuen Atomkraftwerke. Die ETH-Modelle zeigen verschiedene Wege: Neben der Wasserkraft als Rückgrat der Versorgung sind 36 bis 43 TWh Solarenergie und 0,3 bis 8,6 TWh Windkraft die zentralen Bausteine.

«Die ETH-Studie belegt klar: Die Schweiz kann ihre Stromversorgung sichern und ihre Klimaziele erreichen – ohne neue Atomkraftwerke. Die Modelle zeigen gleich mehrere Wege zu Netto Null ohne AKW. Wasser, Sonne und zumeist Wind bilden das Fundament einer sicheren und bezahlbaren Stromversorgung.»
— Nils Epprecht, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung

Aussenhandel: doppelter Gewinn für die Schweiz: Alle Modelle zeigen: unabhängig davon, ob AKW gebaut werden oder nicht, exportiert die Schweiz im Sommer unter dem Strich Strom und importiert im Winter. Neue AKW reduzieren die Importe etwas, verbessern die Rechnung aber nicht. Importe zu Niedrigtarifen und Exporte bei hohen Preisen sind ökonomisch sinnvoll und tragen zu einer stabilen, günstigen Stromversorgung bei. 

 

Viele Fragen bleiben offen: Die Studie betrachtet ausschliesslich die techno-ökonomischen Rahmenbedingungen für den Bau neuer AKW. Ausgeklammert bleiben zentrale Fragen für den politischen Entscheid darüber, etwa die gesellschaftliche Akzeptanz, die militärische Sicherheit, gesundheitliche Risiken oder die Abfallproblematik. Offen bleibt zudem, ob neue AKW für die Allgemeinheit teurer wären als eine rein erneuerbare Stromversorgung und ob Fördergelder andernorts wirksamer eingesetzt wären.

Zudem untersucht die Studie nur den Ausbau der Stromproduktion, nicht aber das Potenzial von Energieeffizienz. Dabei zeigen die Statistiken: Trotz fortschreitender Elektrifizierung sowie Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum ist der Schweizer Stromverbrauch dank Effizienzgewinnen seit Jahren stabil.


Beilage:

Fact Sheet: Einordnung des ETH White Papers,
Schweizerische Energiestiftung, 29. Juni 2026 (PDF)

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Donnerstag, 18. Juni 2026

Nach der Sensation: Jetzt krebst NR zurück

Der Nationalrat hat am Donnerstag doch noch beschlossen, den Weg für neue Atomkraftwerke in der Schweiz zu ebnen (siehe auch Solarmedia vom 15.Juni 2026). Das Atom-Gesetz gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren, verschlingt Milliarden an Steuergeldern und hält die Schweiz abhängig von russischen Uran-Importen. Die Schweizerische Energie-Stiftung kritisiert diesen Fehlentscheid scharf und wird zusammen mit einem breiten Bündnis das Referendum dagegen ergreifen.

Der Nationalrat stellt sich gegen den mehrfach bekräftigten Willen der Bevölkerung, die 2017 klar den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben hat. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang, die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.

Der Beschluss des Nationalrats lässt aber grundlegende Fragen offen. So wurde es insbesondere versäumt, die Finanzierung neuer Atomkraftwerke zu klären, deren Bau sich auf mehrere Milliarden Franken belaufen würde.

Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energiestiftung, betont:

„Dass der Bundesrat die Finanzierung neuer Atomkraftwerke nicht begründen musste, ist ein politisches Versagen. Die Bevölkerung hat das Recht zu erfahren, wie sich der Bau neuer AKW auf ihre Steuern und ihre Stromrechnung auswirken wird.“

Schneller Ausbau der Erneuerbaren gefährdet: Neue AKW-Projekte würden über Jahrzehnte hinweg Kapital binden und den Ausbau der erneuerbaren Energien behindern, die für die Energiewende unverzichtbar sind. Jeder in die Atomenergie investierte Franken fehlt für saubere, erschwingliche und schnell verfügbare Lösungen. Der Bundesrat hat es jedoch versäumt, die Auswirkungen neuer AKW auf den Ausbau der erneuerbaren Energien klar aufzuzeigen. Neue AKW gefährden die Klimaziele und die Versorgungssicherheit der nächsten 20 Jahre, wie eine Studie vom letzten November zeigt. 

“Wir erwarten, dass der Bundesrat mit wissenschaftlich belastbaren Szenarien aufzeigt, wie sich die Förderung und der Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft entwickeln, wenn gleichzeitig neue AKW aus den Staatsfinanzen subventioniert werden sollen”, unterstreicht Nils Epprecht.

Stimmbevölkerung wird Entscheid korrigieren: Nach dem Ständerat will nun auch der Nationalrat den Bau neuer Kernkraftwerke genehmigen. Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» wird daher das Referendum ergreifen. Die Schweizerische Energiestiftung ist Teil dieses breiten Bündnisses. Die Unterschriftensammlung beginnt voraussichtlich am 30. Juni. Die Bevölkerung hat schon mehrfach ihren Willen für die Erneuerbaren und den Ausstieg aus der Atomenergie bestätigt. Sie wird den heute vom Parlament getroffenen Fehlentscheid korrigieren.

Quelle: energiestiftung.ch

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Montag, 15. Juni 2026

Sensation: NR hat Atom-Gesetz zurückgewiesen

Der Nationalrat hat am Montagabend das Atom-Gesetz zurückgewiesen. Zurecht befürchtet er erhebliche finanzielle Auswirkungen eines AKW-Neubaus. Die Schweizerische Energie-Stiftung begrüsst gemäss einer Mediewnmitteilung diesen vorläufigen Entscheid. Der Entwurf geht nun zurück an den Ständerat. Die Bevölkerung hat sich schon mehrfach für den Weg der Erneuerbaren und gegen Atomkraft ausgesprochen. Neue AKW würden Milliarden an Steuergeldern binden und damit den Ausbau der Erneuerbaren gefährden.

Die Bevölkerung hat 2017 den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang – die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.

Kosten in Milliardenhöhe: Steuerzahlende und Wasserkraft verlieren

Nachdem der Ständerat und die vorberatende Kommission des Nationalrates das Atom-Gesetz noch durchgewinkt haben, hat der Nationalrat den Entwurf nun zurückgewiesen. Er fordert, dass zuerst die finanziellen Folgen des Neubaus von Atomkraftwerken überprüft werden. Damit nimmt der Nationalrat die Einwände der Finanzkommission ernst, was die Energie-Stiftung ausdrücklich begrüsst. Denn sie hat immer auf diese finanziellen Risiken hingewiesen.

Weltweit wird kein Atomkraftwerk ohne staatliche Subventionen gebaut und betrieben. Der Bau eines neuen AKW in der Schweiz würde zu immensen Kosten in Milliardenhöhe führen. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung – über höhere Steuern oder Strompreise. Eine neue Studie zeigt zudem, dass das Rückgrat der Schweizer Energieversorgung, die Wasserkraft, mit erheblichen Ertragseinbussen durch neue AKW konfrontiert wäre.

«Die Atomkraft ist eine riskante Technologie und mit einem starken und schnellen Ausbau der Erneuerbaren inkompatibel. Mit der Rückweisung hat der Nationalrat eine zweite Chance, die Atom-Kehrtwende zu verhindern, sonst würden die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt. Damit wären die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung gefährdet.» So Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung

Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren

Neben grossen finanzpolitischen Risiken hätte der AKW-Neubau weitere gravierende Konsequenzen. So macht das Atom-Gesetz die Schweiz abhängig von Uran-Importen. Neue AKW gefährden den Ausbau der günstigen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt.

Hinzu kommen das ungelöste Abfallproblem, die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.


Autor:


Nils Epprecht
Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung
+41 77 455 99 79, nils.epprecht@energiestiftung.ch
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Freitag, 22. Mai 2026

Ein Gespenst geht um in der Energiepolitik - oder sieht so Hoffnung aus?

In der energiepolitischen Diskussion, insbesondere auch in der Schweiz, ist dieses Gespenst fast schon allgegenwärtig und bald Gegenstand einer Volksabstimmung. Unzählige, ja allzu viele Institutionen und deren Exponenten haben sich bereits darauf eingeschossen, dass so genannte Small Modular Reactors (SMR), die Energieversorgung bald ergänzen sollen. Einen erhellenden Beitrag dazu geliefert hat kürzlich die Neue Zürcher Zeitung (NZZ),die die sogenannten Mini-AKW als Hoffnungsträger bezeichnete, dann aber eine fast unendliche Argumentationskette entspann, die all die Schwierigkeiten mit diesen SMR sehr eindrücklich aufzeigte. Sie seien hier als Argumentationshilfe zusammen getragen.

So hält der NZZ-Artikel vom 18. Mai (im Internet nur hinter Bezahlschranke  zugänglich) zusammenfassend fest, dass die grössten Probleme dieses Reaktor-Typs in der Lieferkette, der Personal-Verfügbarkeit, dem Zugang zu Kapital sowie in der Regulierung und bei behördlichen Genehmigungen lägen. Besonders interessant ist der Lieferketten-Hinweis: er hält fest, dass es derzeit nur eine Anlage gibt auf der ganzen Welt, die hochgradig schwach angereichertes Uran herstellt. Es könnte Jahre dauern, bis eine Produktion in grösseren Massstab entsteht. Engpässe gibt es auch bei der Herstellung von Druckbehältnissen sowie von Gussteilen, Pumpenventilen und Rohrleitungen, die für die Nukleartechnologie eine spezielle Güte aufweisen müssen.

Ins Gewicht fällt für das Wirtschaftsblatt auch, dass die effektiven Kosten für diese neuen Atommeiler schwierig zu prognostizieren sind. Bei den neuesten Werken gehen die Konzpte neue Wege mit den Kühlmitteln und mit teilweise anderen Brennstoffen. Ziele sind dabei höhere Sicherheit eine bessere Nutzung von Ressourcen und die Verringerung des Atommülls, die meisten dieser Neu-Konzepte sind ja noch in einer frühen Entwicklungsphase - da kann man sich vorstellen, dass die Kosten a) schwer zu prognostizieren sind und b) aller Voraussicht nach übers. Ziel hinaus schiessen werden.

Kritisch wird bei dem SMA besonders auch der Umgang mit dem Atommüll, obwohl ihnen teils die Eigenschaft zugeschrieben wird, aufbereiteten Atommüll als Brennstoff zu verwenden. Die Wiederverwertung ist allerdings gemäss NZZ beschränkt auf das im abgebrannten Kernbrennstoff enthaltene Uran und Plutonium - und so oder so eine Abfallbewirtschaftung erfordert, die bislang nicht existiert. Zu guter letzt hält die NZZ noch fest, dass wenige SMR zwar schon in Betrieb stehen - als spezielle Prototypen, die noch keinerlei Gewähr bieten, dass sich deren Konzepte auch kommerzialisieren  lassen. Zwar wurde in der EU bereits mit Vorbereitungen für erste Projekte begonnen, aber deren Einführung werde mindestens noch 10-15 Jahre dauern, wenn auch die Meinungen darüber auseinander gehen. Hier sei darauf verzichtet die Einwände zur anderen Atom-Zukunftstechnologie (der Kernfusion) zu wiederholen. Denn auch sie ist eine Leidensgeschichte mit noch viel längerer Dauer, für sie galt schon vor 50 Jahren, in 50 Jahren sei es dann soweit und heute heisst es das sinngemäss wieder.

Man kann sich also mit Fug und Recht fragen, warum das Leitblatt der Wirtschaft die Mini-AKWs als Hoffnungsträger bezeichnet - ohne allgemeine Einschränkung. Aufgrund all der aufgeführten Bedenken lässt sich nur festhalten: auch die Minis werden sehr viel später, sehr viel teurer und wenn überhaupt jemals zum Einsatz gelangen.

Copyright: Guntram Rehsche Solarmedia

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Donnerstag, 7. Mai 2026

Appell der Zivilgesellschaft: Nein zu neuen Atomkraftwerken

Mit einem breiten Appell, getragen von über 40 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport, ruft die Ziviligesellschaft die Politik dringend dazu auf, keine neuen AKW zuzulassen und die Schweiz vor einer teuren und gefährlichen Kehrtwende zu bewahren. Nach dem Ständerat entscheidet als nächstes der Nationalrat über das Geschäft. 

2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Atomausstieg beschlossen – ein klares demokratisches Signal, das seither mehrmals bestätigt worden ist. Der Ständerat hat es in der Frühlingssession 2025 leichtfertig übergangen und den Vorschlag des Bundesrats, das AKW-Neubauverbot aufzuheben, angenommen. Jetzt ist der Nationalrat gefragt.

Bekannte Persönlichkeiten engagieren sind gegen die Atom-Kehrtwende

Jetzt regt sich der Widerstand der Zivilbevölkerung. Sie richtet einen dringenden Appell an die Politik, das Neubauverbot zu bewahren. Der Appell wird von über 40 Erstunterzeichnenden getragen. Dazu gehören Persönlichkeiten wie Regisseurin Katja Früh, Sänger und Produzent Dodo, OL-Weltmeisterin Simone Niggli Luder und Kabarettist Franz Hohler. Für die Unterzeichnenden hätte ein Kurswechsel verheerende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen und wäre in jeder Hinsicht falsch: 

  • Der Bau eines neuen AKW kostet Steuerzahlende und Stromkonsumentinnen mindestens 25 Milliarden Franken, während günstigere Alternativen längst verfügbar sind.
  • Neue AKW zementieren die Abhängigkeit von Uran-Importen aus Russland und Kasachstan, obwohl Sonne, Wind und Wasser einheimisch und unerschöpflich verfügbar sind. 
  • AKW sind Ziele in bewaffneten Konflikten, das Atommüllproblem bleibt ungelöst, und jedes neue Kraftwerk erhöht das Risiko nuklearer Katastrophen für Mensch und Umwelt.

Öffentlicher Appell zur Unterschrift

Die Unterzeichnenden fordern den Nationalrat auf, die Streichung des AKW-Neubauverbots abzuwenden und die Schweiz damit vor einer teuren und gefährlichen Atom-Kehrtwende zu bewahren. Stattdessen sollen er auf eine sichere, unabhängige und bezahlbare Schweizer Stromversorgung setzen – mit der bewährten und von der Stimmbevölkerung geforderten Energiewende. 

Sie rufen die Bevölkerung dazu auf, den Appell mitzuunterschreiben: https://www.neue-akw-nein.ch/appell-nationalrat

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