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Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
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Solarmedia präsentiert in loser Folge einige der Statistiken, die die britische Plattform «Our World in Data» täglich veröffentlicht, und die mit verbesserten Lebensbedingungen auf der Welt in Zusammenhang stehen (dem ist aber nicht immer so). Das geschieht in diesem Blog naheliegenderweise nicht zum ganzen reichen Schatz an Daten, der sich bei «Our World in Data» in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sondern vor allem rund um die Themen Energie, Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
Our World in Data schreibt dazu im Original:
If the world is to reduce its carbon emissions and tackle climate change, it needs to move away from fossil fuels to low-carbon power. There are two key sources of low-carbon electricity: renewables — which include solar, wind, hydropower, and others — and nuclear power.
While rapid growth in solar and win has increased the amount of electricity coming from renewables, a lack of enthusiasm for nuclear means it’s playing a shrinking role in the global mix. In the chart, you can see the share of global electricity coming from fossil fuels, renewables, and nuclear since 1985. Since 2000, nuclear and renewables have followed very different trajectories. Back then, both accounted for a similar share of global electricity. But in 2025, renewables made up more than three times as much: 34% compared to 9%.
The total amount of electricity produced by nuclear plants is about the same as it was two decades ago. But because the world produces much more electricity overall, its share of the electricity mix has declined.
Solarenergie ist der Atomstrom-Erzeugung je länger je überlegener. Dieser These stimmt interessanterweise auch die künstliche Intelligenz der Plattform X namens GROK zu (ja ja, die von Elon Musk). Auf entsprechende Anfrage begründet sie die Zustimmung wie folgt:
Solarenergie wird in vielen Aspekten zunehmend wettbewerbsfähiger und überlegen gegenüber neuer Atomkraft – besonders bei Kosten, Ausbaugeschwindigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit. Hier sind die stärksten Argumente, die diese These stützen, basierend auf aktuellen Daten (Stand 2024–2026).
Neue Utility-Scale-Solaranlagen liegen global bei ca. 38–78 USD/MWh (unsubventioniert), oft um 40–60 USD/MWh. Neue Atomkraftwerke liegen bei 141–220 USD/MWh (Lazard 2024/2025), im Schnitt oft um 180 USD/MWh.Theenergycollective
Bestehende Atomkraftwerke sind oft günstig im Betrieb, aber Neubauten sind teuer und riskant.
Solaranlagen können in Monaten bis wenigen Jahren gebaut werden; große Atomkraftwerke brauchen typischerweise 10–20 Jahre (mit häufigen Verzögerungen, z. B. Flamanville, Hinkley Point C, Vogtle).
Das ermöglicht einen schnellen Beitrag zum Klimaschutz, während neue Atomkraftwerke oft erst in den 2040er Jahren online gehen würden.
Solar hat keine schweren Unfälle mit radioaktiver Freisetzung, keine Kernschmelze-Risiken und keine Proliferationsgefahren. Die Todesfälle pro erzeugter TWh sind bei Solar und Atom beide extrem niedrig (weit unter fossilen Energien), aber Solar vermeidet die langfristigen Risiken von radioaktivem Material.Ourworldindata
Solar ist modular (von Dachanlagen bis Freiflächen), dezentral einsetzbar und kann von Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen gebaut werden. Atomkraft ist zentral, kapitalintensiv und erfordert hohe staatliche Absicherung (Haftung, Subventionen, Abnahmegarantien).
Öffentliche Akzeptanz ist bei Solar in den meisten Ländern deutlich höher; Atomkraft stößt oft auf Widerstand (Standortsuche, Endlager).
Fazit zur These: Bei neuen Investitionen ist Solarenergie in den allermeisten Ländern und Szenarien kostengünstiger, schneller skalierbar und risikoärmer. Die „je länger, je überlegener“-Entwicklung zeigt sich klar an den fallenden Kosten, dem exponentiellen Ausbau und dem Überschreiten der Atomstrom-Erzeugung. Ein Mix kann sinnvoll sein, aber der Trend und die Marktkräfte sprechen stark für Solar (plus Speicher und andere Erneuerbare) als dominierende Technologie der kommenden Jahrzehnte.
© Fotolia.com | ArnulfKoch
Atomkraftwerke benötigen riesige Mengen an Wasser zur Kühlung ihrer Reaktoren. Die AKW Gösgen und Leibstadt verbrauchen jährlich über 35 Millionen m3 Aare- und Rhein-Wasser. Das ist mehr Wasser als die Landwirtschaft in einem trockenen Sommer für die Bewässerung ihrer Felder benötigt.
Das zeigt der neue Greenpeace-Bericht «Hitzewelle und Atomkraft: Wasser unter Hochspannung». Auch neue Atomkraftwerke wären auf sehr viel Wasser angewiesen. Der Gewässerschutz müsste gelockert werden.
Nächstes Jahr wird das Schweizer Stimmvolk über den Bau neuer AKW befinden. Bei der Atomfrage ist entscheidend, dass auch das Thema Wasserverbrauch von AKW berücksichtigt wird. Angesichts der klimawandelbedingten Zunahme von Hitze- und Dürreperioden stellen sich fundamentale Fragen zur künftigen Nutzung von Wasser.
«Politik und Wissenschaft haben in den bisherigen Debatten den enormen Wasserbedarf von AKW zur Kühlung ihrer Reaktoren sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt ausgeblendet», sagt Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz. «Unser Bericht zeigt, dass keine der auf dem Markt verfügbaren Reaktortechnologien unsere Flüsse schonen kann.»
Die beiden mit einem Kühlturm ausgestatteten AKW von Gösgen und Leibstadt dienen als Referenz für einen allfälligen neuen Reaktor in der Schweiz. Gösgen und Leibstadt entnehmen jährlich fast 140 Millionen m3 Wasser aus der Aare und dem Rhein für die Kühlung der Reaktoren. Etwa ein Viertel des entnommenen Wassers verdunstet in den Kühltürmen. Das sind über 35 Millionen m3 pro Jahr. Zum Vergleich: Der Gesamtverbrauch der Landwirtschaft in der Schweiz für die Bewässerung wird geschätzt auf 10 Mio. Kubikmeter in einem nassen und auf 30 bis 40 Mio. Kubikmeter in einem trockenen Jahr. Die zwei Atomkraftwerke Leibstadt und Gösgen verbrauchen somit – je nach Jahr – gleich viel bis mehr als das Dreifache an Wasser wie die gesamte Landwirtschaft für die Bewässerung.
Auch neue Atomkraftwerke wären auf sehr viel Wasser angewiesen. Weil Wasser aufgrund des Klimawandels eine immer knapper werdende Ressource wird, muss davon ausgegangen werden, dass der Betrieb eines möglichen neuen Reaktors nur mit einer Aufweichung des Gewässerschutzes einhergehen kann. Die Behörden haben in der Vergangenheit die Gewässerschutzvorschriften für AKW bereits gelockert. Dabei ist der Lebensraum von Tieren und Pflanzen in über zwei Dritteln der Fliessgewässer geschädigt.
Kasser: «Es ist absurd, neue AKW bauen zu wollen, die frühestens 2050 betriebsbereit sind und die ihrerseits jahrzehntelang immense Wassermengen benötigen. Die Abflussmenge der Flüsse könnte sich in den kommenden Hitzesommern erheblich verändern. Gleichzeitig dürfte der Wasserbedarf – besonders in der Landwirtschaft – stark ansteigen. Der Bau neuer AKW wird die Folgen des Klimawandels nicht mildern, sondern sogar verschärfen. Ein rascher Übergang zu erneuerbaren Energien ist die einzige Antwort auf Hitzewellen. Und der einzige Weg, um unsere Energieversorgung zu sichern.»
Eine am Freitag veröffentlichte Studie der Akademien der Wissenschaften Schweiz (SCNAT) zeigt: Auch im günstigsten Fall liegen die zu erwartenden Baukosten für neue AKW so hoch, dass sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Die Kosten könnten aber auch deutlich teurer werden. Für die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist deshalb klar: Neue AKW kämen die Bevölkerung teuer zu stehen – viel zu teuer. Eine Aufhebung des AKW-Neubauverbots wäre gegenüber Stromkunden und Steuerzahlenden unverantwortlich und ein Fass ohne Boden, so die SES in einer Medienmitteilung.
Die Ende Juni veröffentlichte Studie «Kernkraft und das zukünftige Schweizer Energiesystem» von der ETH Zürich und dem PSI berechnete mit vier Modellen, unter welchen Bedingungen neue AKW Teil eines kostenoptimalen, klimaneutralen Schweizer Stromsystems im Jahr 2050 wären.
Neue AKW würden im Modell nur dann überhaupt gebaut, wenn der Staat AKW massiv subventioniert und über Kreditgarantien oder Ko-Finanzierung die Finanzierungskosten (WACC) von 8 auf 5 Prozent senkt. Selbst dann braucht es tiefe Baukosten: Nur bei 5000 Franken pro Kilowattstunde (CHF/kW) sehen die Modelle einen relevanten Zubau von 2,6 – 4,9 Gigawatt vor. Bei 12'000 CHF/kW – von der ETH bereits als «hoch» eingestuft – bricht der Ausbau aus wirtschaftlichen Gründen fast vollständig ein.
Die
neue SCNAT-Studie «Baukosten und Finanzierung von neuen Kernkraftwerken
in der Schweiz» zeigt, dass solche tiefen Baukosten unrealistisch sind.
Für die Schweiz kommen laut SCNAT nur EDF/Framatome mit dem EPR und
Westinghouse mit dem AP1000 infrage.
Die aktuellen Offertpreise beider Anbieter liegen bereits bei rund
12'000 CHF/kW – also genau an der Schwelle, ab der neue AKW laut ETH
selbst unter besten Förderbedingungen aus dem Energiesystem
herausfallen. Und dies noch vor möglichen Kostenüberschreitungen, die
bei bisherigen Projekten in Europa und den USA historisch das Zwei- bis
Dreifache der Offerte betrugen.
Selbst das «Tief»-Szenario der SCNAT liegt ohne Finanzierungskosten bereits in der Grössenordnung der ETH-«Hoch»-Schwelle. Das von der SCNAT als plausibler eingeschätzte «Hoch»-Szenario liegt sogar 40 bis 90 Prozent darüber. Die bisherigen Erfahrungen mit AKW-Projekten im Ausland sprechen laut Studienautoren eher für dieses teurere Szenario.
Netto-Null ist mit Wasserkraft, Solarenergie, Speicher, Stromhandel und Windenergie, ohne neue AKW, zu erreichen. Zu diesem Schluss kam auch die ETH-Studie vom Juni.«Zwei unabhängige Studien aus der Wissenschaft kommen innert weniger Wochen zum selben Schluss: Neue AKW sind für die Schweiz nur mit enormer Staatshilfe finanzierbar – und nicht rentabel betreibbar. Wer heute neue AKW will, stimmt für ein offenes Milliardenloch für die Steuerzahlenden», urteilt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung.
Die SES fordert den Bundesrat auf, im Hinblick auf die Volksabstimmung zum indirekten Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative» (voraussichtlich Februar 2027) die realistischen Zahlen offenzulegen und die finanziellen Risiken für den Bund, die Kantone und die Steuerzahlenden ehrlich und ungeschönt transparent zu machen.
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© pixabay.com | jplenio
Hitze und Dürre bringen Europas Atomkraftwerke an ihre Grenzen: Klimakrise verschärft die Probleme der Atomkraft. EU und Mitgliedstaaten setzen trotzdem auf neue Reaktoren und Laufzeitverlängerungen. In zahlreichen Ländern Europas müssen Atomkraftwerke wegen der anhaltenden Hitze und Dürre gedrosselt oder abgeschaltet werden.
Hierzu erklärt Bettina Ackermann von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Statt Milliarden in teure Atomprojekte zu investieren, muss Europa ein Energiesystem aufbauen, das auch unter den Bedingungen der Klimakrise zuverlässig funktioniert. Die Hitzewellen dieses Sommers zeigen, wie wenig klimaresilient Atomkraft ist: In Ungarn läuft im AKW Paks wegen des niedrigen Wasserstands in der Donau nur noch einer von vier Reaktorblöcken. In der Schweiz gingen beide Reaktoren des AKW Beznau vom Netz, um Schäden für das Ökosystem der Aare zu verhindern. In Rumänien wurde sogar ein Felsen in der Donau gesprengt, um die Kühlwasserversorgung des AKW Cernavodă zu sichern. In Frankreich stehen drei Reaktoren still, weil auch Maas und Mosel infolge der Hitze nicht genug Wasser führen. Und in Großbritannien brannte vergangene Woche nur wenige Kilometer vom britischen AKW Sizewell entfernt eine Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern.
Europa gehört zu den Hotspots der Klimakrise: Seit den 1980er Jahren hat sich der Kontinent etwa doppelt so stark erwärmt wie der globale Durchschnitt. Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen zu, und damit auch die Probleme für den Betrieb von Atomkraftwerken.
Trotzdem wollen zahlreiche Länder in Europa der Klimakrise ausgerechnet mit neuen Reaktoren und Laufzeitverlängerungen begegnen – und das mit Unterstützung aus Brüssel.
Doch Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und zudem immer stärker selbst von der Klimakrise betroffen. Europas Zukunft liegt im Ausbau der Erneuerbaren – kombiniert mit leistungsfähigen Netzen und Speichern. Die Bundesregierung muss jetzt verhindern, dass die EU weiter Milliarden in rückwärtsgewandte Atomprojekte versenkt.
Es ist höchste Zeit für ein Energiesystem, das sicher und bezahlbar ist und auch in einer heißer werdenden Welt zuverlässig funktioniert.“
Angesichts geopolitischer Krisen braucht Europa sichere und kostengünstige Energielösungen und Atomkraft gilt manchen dabei als klimafreundliche Alternative. Doch Beispiele aus Frankreich und Großbritannien belegen das Gegenteil.
„Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und nicht so verlässlich wie oft angenommen“, kommentiert Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group. „Der konsequente Ausbau Erneuerbarer Energien bleibt der einzige Weg, der nicht nur nachhaltig ist, sondern auch wesentlich schneller Rendite bringt.“
Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise wird in Europa wieder über die Atomkraft diskutiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete Europas Abkehr von der Atomkraft als „strategischen Fehler“. Auch in Deutschland wird trotz abgeschlossenem Atomausstieg wieder über Laufzeitverlängerungen und Neubauten debattiert. Kleine modulare Reaktoren (SMRs) befeuern die politischen Hoffnungen. „Aber das ist ein Irrweg“, erklärt Lemcke-Braselmann.
Atomenergie ist sehr teuer und kann nur mit massiven staatlichen Subventionen überleben und selbst dann kommt sie zu spät. Beides lässt sich am britischen Beispiel Hinkley Point C ablesen: 2016 genehmigt, ursprünglich für 2025 geplant, ist der Start von Block 1 inzwischen auf 2030 verschoben – bei Kosten, die sich gegenüber dem ursprünglichen Plan verdoppelt haben. Und sobald der Reaktor dann ans Netz geht, greift ein staatlich garantierter, über 35 Jahre inflationsindexierter Abnahmepreis von derzeit rund 150 Euro/MWh. Für den britischen Stromkunden wird das zum Dauerproblem, denn Energie aus Solar- und Onshore-Windanlagen ist heute gerade auch in Kombination mit Batteriespeichern zu deutlich günstigeren Preisen zu haben und wird bis 2030 noch preiswerter sein. „Der vielfach bemühte Mythos vom günstigen Atomstrom hält einer realistischen Kostenbetrachtung nicht stand“, sagt Lemcke-Braselmann. Solar-, Wind- und Speicherprojekte folgen einer anderen Logik: Sie werden modular und parallel realisiert, von der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel drei bis sieben Jahre – und das gesuchte Erzeugungsäquivalent kann damit noch innerhalb des laufenden Investitionshorizonts ans Netz gehen.
Auch die Annahme, Atomreaktoren seien produktiver, lässt sich leicht widerlegen: Ein 1-GW-Reaktor produziert rund 8.000 GWh im Jahr. Dasselbe lässt sich in Deutschland etwa mit 3 GWp Solar und 2,5 GW Onshore-Wind erreichen – in Summe sogar mit Reserve für Netz- und Speicherverluste. Batteriespeicher glätten dabei das Einspeiseprofil und übernehmen so in weiten Teilen die Grundlastfunktion des Reaktors.
Zudem zeigt sich immer deutlicher, dass Atomkraft keineswegs sicher und unabhängig von Umweltbedingungen ist. So zwingen derzeit in Frankreich anhaltende Hitzewellen mehrere Atomkraftwerke dazu, ihre Leistung zu drosseln oder zeitweise abzuschalten. Der Grund liegt in der Kühlung der Reaktoren: Steigende Flusstemperaturen und sinkende Wasserstände gefährden die Einhaltung von Umweltauflagen. „Das Problem tritt regelmäßig auf“, erklärt Lemcke-Braselmann. Auch 2025 musste die Leistung von Standorten wie Blayais, Bugey und Golfech reduziert werden – und das ausgerechnet zu Zeiten, in denen Klimaanlagen die Stromnachfrage auf Rekordniveau treiben.
Solarenergie dagegen liefert genau in Hochsommerphasen Spitzenerträge oder lässt sich über Batteriespeicher (BESS) in diese Phasen verschieben. „Erneuerbare können die Versorgungssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Energieunabhängigkeit stärken“, erklärt Lemcke-Braselmann. Spanien zum Beispiel konnte seine Abhängigkeit von französischen Stromimporten durch den massiven Ausbau der Solarenergie deutlich reduzieren. Seit 2024 besteht keine strukturelle Abhängigkeit mehr – Importe und Exporte halten sich die Waage.
„Europa steht vor der Herausforderung, seine Energieversorgung bezahlbar und klimafreundlich zu gestalten“, sagt Lemcke-Braselmann. „Neue Atomkraftwerke helfen da nicht weiter, sie erfüllen diese Anforderungen nicht. Und auch in Sachen Resilienz und Verletzbarkeit sind die dezentralen Erneuerbaren der Atomkraft überlegen.“
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Der Nationalrat hat am Donnerstag doch noch beschlossen, den Weg für neue Atomkraftwerke in der Schweiz zu ebnen (siehe auch Solarmedia vom 15.Juni 2026). Das Atom-Gesetz gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren, verschlingt Milliarden an Steuergeldern und hält die Schweiz abhängig von russischen Uran-Importen. Die Schweizerische Energie-Stiftung kritisiert diesen Fehlentscheid scharf und wird zusammen mit einem breiten Bündnis das Referendum dagegen ergreifen.
Der Nationalrat stellt sich gegen den mehrfach bekräftigten Willen der Bevölkerung, die 2017 klar den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben hat. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang, die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.
Der Beschluss des Nationalrats lässt aber grundlegende Fragen offen. So wurde es insbesondere versäumt, die Finanzierung neuer Atomkraftwerke zu klären, deren Bau sich auf mehrere Milliarden Franken belaufen würde.
Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energiestiftung, betont:
„Dass der Bundesrat die Finanzierung neuer Atomkraftwerke nicht begründen musste, ist ein politisches Versagen. Die Bevölkerung hat das Recht zu erfahren, wie sich der Bau neuer AKW auf ihre Steuern und ihre Stromrechnung auswirken wird.“
“Wir erwarten, dass der Bundesrat mit wissenschaftlich belastbaren Szenarien aufzeigt, wie sich die Förderung und der Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft entwickeln, wenn gleichzeitig neue AKW aus den Staatsfinanzen subventioniert werden sollen”, unterstreicht Nils Epprecht.
Quelle: energiestiftung.ch
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