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Sonntag, 8. März 2026

Solar am Sonntag: Strompreis stabil - why?

Da macht die Arbeit an einem Artikel für die Rubrik «Solar am Sonntag» doch so richtig Sinn: An einem der ersten weit verbreitet sonnigen Tage des Jahres - es ist noch nicht mal Mitte März - haben die Temperaturen bereits annähernd 20° erreicht. Dahinter steckt ja, wer wohl, natürlich die Sonne. Sie versorgt uns mit Solarstrom, dass es nimmer hören will. Schon gestern titelte etwa die Plattform «Pressetext» vom boomenden Solarstrom in Deutschland. 


Tankstelle Zürich-Höngg
6.3.26  Bild: Guntram Rehsche
Natürlich ist auch anderes los: das Bild weist hin auf  die Energiefront. Der Ölpreis ist krisen- und kriegsbedingt innerhalb von rund zwei Monaten um etwa die Hälfte in die Höhe geschossen. Es braucht wenig hellseherische Fähigkeiten vorherzusagen, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Das wird Auswirkungen haben einerseits auf die Benzinpreise (die bislang mit unter zehn Prozent kaum gestiegen sind), andererseits auf die Heizölpreise (schon stärker). Glücklich also, wer ein E-Auto sein Eigen nennt und mit einer Wärmepumpe heizt. Meinte ein Spassvogel kürzlich: Solar- und Windenergie müsse halt nicht durch die Meerenge von Hormus (dem Engpass auf dem Weg zu den Erdöl- und Gasquellen im Nahen Osten)....

GLP-Nationalrat Jürg Grossen hat in einem NZZ-Interview dargelegt (hinter Bezahlschranke), was mit dem Überschuss an Strom geschehen kann,  wenn aufgrund der vielen Anlagen bei anhaltendem Sonnenschein zu viel Strom produziert wird, was zweifellos in diesem Sommer der Fall zeitweise eintritt. Abhilfe schaffen: E-Autobatterie laden, Wärmepumpe nutzen, dezentrale eigene Stromspeicher alimentieren. Das Problem des Überschussstroms bei der Solarenergie-Produktion lässt sich also leicht lösen und ist technologisch sowieso schon länger möglich (zumal auch Speicherseen insofern einen Beitrag leisten, als deren Wasser für stromarme Zeiten aufgespart werden kann). 
 
Den Skeptiker*innen sei zugerufen: Bedenke, man kann nicht gleichzeitig einen drohenden Überschuss beklagen, aber auch einen Strommangel aufgrund neuer Geräte wie E-Autos und Wärmepumpen herauf beschwören. Denn das eine (der Überschuss) dient idealerweise der Abdeckung des anderen,  des Mehrbedarfs. Übrigens: der Wirtschaftsdienst Bloomberg liefert auf seiner englischen Website Hintergrund-Info zur Preisentwicklung in Deutschland - nicht nur schiessen dort Öl- und Benzinpreise durch die Decke, sondern bleiben die Strompreise moderat auf bisherigem Niveau, u.a. dank dem grossen Angebot an Solarstrom.

Es ist übrigens auch noch, daran sei erneut erinnert, eine grosse Zahl technologischer Entwicklungen unterwegs, die die Effizienz solartechnischer Anlagen (in häufig unerwarteter Weise) und in grossem Ausmass steigern werden (Stichwort ist etwa die Perowskit-Technologie, die auf anderen Rohstoffen als Silizium beruht und sehr viel kostengünstiger anzuwenden ist).

Solare Erfolgsrückmeldungen gibt es zudem aus den verschiedensten Ländern in aller Welt - siehe dazu die Serie auf Solarmedia, die mit der Solar-Szene in Kuba begonnen hat (hier >>>). Ja, man höre und staune - und lasse den Blick weiter schweifen. Etwa nach Pakistan, nach Polen oder Ungarn, nach Portugal und selbst auf den afrikanischen Kontinent. Solarmedia liefert die Info in  kommender Zeit!

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Sonntag, 18. Januar 2026

Atom oder Solar: Vision, auf die es ankommt!

Die Verbreitung der Solar-Technologie hat im letzten Jahr ihren Siegeszug auf breiter Basis angetreten, auch wenn in einzelnen Märkten der Fortschritt nun ins Stocken geraten scheint. Doch die weltweit zu beobachtende Entwicklung ist nicht das Ende der Fahnenstange. Die nukleare Technologie mag ihr nicht nach.

Ganz gemäss dem Motto «Solar am Sonntag» sei mal ein Blick in die weitere Zukunft gewagt. Er ist geleitet von der Einsicht, dass bei der Stromerzeugung die entscheidende Weichenstellung erfolgt zwischen Solar- und Atomstromerzeugung. Von Letzterer wird seitens der Energiewende-SkeptikerInnen schon heute so gesprochen, als sei sie die einzig seligmachende künftige Technologie. Und vor allem wird häufig behauptet, die Probleme seien gelöst (Technologie an sich, Brennstoff, Verfügbarkeit, Entsorgung des Atomabfalls).

Wer sich allerdings in der Realität umschaut, kann so gar nirgends erfolgreiche Projekte oder Prototypen erblicken. Als Beleg dienen mag etwa die verwirrende Nachrichtenlage zu einem zuvor hochgelobten Startup, das in Frankreich (neben den USA Atomland par Excellence), den Umstieg auf die SMA realisieren sollte. Und nun das: gemäss der Linksliberalen Tageszeitung Le Monde kämpft das Unternehmen Naarea ums Überleben. Eine Zusammenstellung der Künstlichen Intelligenz Grok hält dazu unter anderem fest: Naarea war eines der ersten Nuclear-Startups, das vom Staat über France 2030 unterstützt wurde (10 Mio. € öffentliche Gelder bei insgesamt etwa 100 Mio. € eingesammeltem Kapital). Das Unternehmen hat kräftig eingestellt (bis zu ~200 Mitarbeiter), einige technische Fortschritte erzielt (Testschleifen, I-Lab-Labor usw.), aber nie nennenswerte Umsätze generiert. Nun herrscht Unklarheit:
  • Praktisch: Eneris ist nicht erreichbar, hat sich öffentlich noch nicht zur Gerichtsentscheidung geäußert und es gibt keinerlei Gewissheit, dass sie das versprochene Geld wirklich einzahlen oder die Arbeitsplätze erhalten.
  • Die Naarea-Geschäftsführung befindet sich laut Le Monde „in völliger Ungewissheit“.
  • Die Zukunft des Mini-Reaktor-Projekts bleibt daher hochgradig ungewiss.
Daraus folgert Solarmedia: Es handelt sich also um extrem teure und langwierige Forschung & Entwicklung. Auch andere Startups aus diesem Bereich lassen konkrete Fortschritte vermissen oder haben wie in den USA  den Schritt in die Pleite getan. Ich folgere: Mir fehlt der Glaube.

Was nun mit Blick auf die solare Stromerzeugung folgt, lässt wohl manche(n) staunend zurück, vielleicht überwiegt auch in diesem Fall die Skepsis. Eine zweiteilige TV-Sendung hat in der abgelaufenen Woche unter dem Titel „Die Revolution der Erneuerbaren“ (15. Januar 2026 auf 3sat > siehe hier) eine Technologie vorgestellt, von der selbst auf Solarmedia noch nie die Rede war. Da kommt dann noch mal so eine kryptische Abkürzung, sie lautet SSPP und steht für Space Solar Power Project. Will heissen: Im Weltall sollen riesige Anlagen mit Solarpanels errichtet werden. Unter anderem das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX von Elon Musk, der ja auch den Mars besiedeln möchte, soll die Infrastruktur ins All transportiern und errichten.

Über SpaceX sei hier nicht weiter fabuliert. Hingegen macht das SSPP in Kalifornien technologisch derartige Fortschritte, dass erste Anlagen in Kürze zu erwarten sind. Der Strom, der reinen Weltraum aus unendlichem Solar-Licht erzeugt wird, kann dann durch ein elektromagnetisches Verfahren auf die Erde gebeamt und dort ins Stromnetz einfliessen. Im grossen Stil liesse sich damit die bereits zu Boden so erfolgreiche Solarstrom-Produktion quasi ins Unendliche ergänzen. Auch hierzu ein paar Erläuterungen von Grok, die sich wie folgt lesen: Das Space Solar Power Project (SSPP), das vor allem am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien, vorangetrieben wird, hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Es zielt darauf ab, Solarenergie im Weltraum zu sammeln und drahtlos per Mikrowellen oder Laser zur Erde zu übertragen, um eine wetter- und tageszeitunabhängige Energieversorgung zu ermöglichen. Das Projekt wird seit 2013 von Caltech-Trustees Donald und Brigitte Bren mit über 100 Millionen US-Dollar finanziert und vereint Expertise aus Elektrotechnik, Photovoltaik und Raumfahrtstrukturen. Das Projekt ist hochaktiv und expandiert. Im Oktober 2025 erschien der Dokumentarfilm "Bright Harvest: Powering Earth From Space", der die Arbeit der Caltech-Professoren Harry Atwater, Sergio Pellegrino und Ali Hajimiri beleuchtet. Neue experimentelle Testzellen wurden im November 2025 an SpaceX übergeben, mit einem geplanten Start zur Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2026. 
 
Zugegeben, auch SSPP ist eine Vision, deren Erfolg noch nicht gegeben ist. Wie aber eingangs gezeigt, ist auch der nukleare Weg nicht erfolgversprechender, stockt viel mehr. Die energetische Zukunftsfrage der Menschheit wird folglich entschieden werden auf der Ebene zwischen der Atom- und der Solar-Technologie. Hinweise, dass letztere die Nase vorn haben wird, erbringt Solarmedia in unterdessen bald 5000 Beiträgen in den letzten 15 Jahren und es wird je länger je klarer: Solar übertrumpft Atom - bei weitem!

Text & Bild: Guntram Rehsche Solarmedia  

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Sonntag, 26. Oktober 2025

Solar am Sionntag: Energiewende möglich!

Effizienzgewinne in der Energienutzung - einer der Schlüssel zu einer 
erfolgreichen Energiewende, im Gebäudebereich ist das bereits gelungen.
Bild: Guntram Rehsche - vergrössern mit Klick auf dieses!

Was könnte für die Blogrubrik «Solar am Sonntag» besser passen als ein tagesaktueller Bericht von der sonntäglichen Veranstaltungsreihe <Was uns antreibt> an der ETH-Zürich. Die hatte es gleich zu Beginn in sich: Der Chef des Instituts stellte die Grundsatzfrage <Wo stehen wir in der Energiewende>?

Christian Schaffner ist als Direktor des Energy Science Center der ETH Zürich bekannt dafür, einer der prononciertesten (und dafür vielfach angefeindeten) Befürworter eben dieser Energiewende zu sein. Und seine auf dem Hönggerberg vorgetragene Einschätzung stellte das nicht infrage. Vielmehr konnte er an diesem Sonntagvormittag vor immerhin 300 ZuhörerInnen die vielen Fortschritte vermelden, die die Energiewende in den letzten Jahren auch hierzulande gemacht hat. Allda ist etwa zu vermerken, dass der Gebäudesektor dank der CO2-Belastung und neuer Technologien, vor allem der Wärmepumpe, einen effektiven Verbrauchsrückgang grossen Ausmasses verzeichnete - der sogar dazu beitragen, dass auch der Gesamtenergieverbrauch insgesamt in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat. Weiter bemerkenswert der Fortschritt, den die Nutzung von Solarstrom in den letzten Jahren vollzogen hat, unterdessen sind wir ja bei einem Gesamtstromanteil der Photovoltaik von rund 14 %. Es gibt viele weitere Beispiele, die zeigen, wie die Energiewende vorangeschritten ist.

Aber es läuft natürlich nicht alles ohne Schwierigkeiten und selbst, wenn eine Dekarbonisierung der Gesellschaft bis 2050 angestrebt ist, ist dies gemäss Schaffner nicht in allen Bereichen zu erreichen. Eher schlecht sieht es etwa beim Flugverkehr aus, der einerseits enorme Zuwachsraten aufweist und bei dem vor allem im Langstreckenverkehr ein Ersatz der fossilen Treibstoffe, des Kerosin, nicht zu erwarten ist. Dass aber eine insgesamt effizientere Energienutzung auch in einer länderweisen Betrachtung erreichbar ist, zeigen etwa China mit den ungeheuerlichen Zuwachsraten an erneuerbaren Energien sowie Norwegen, welches vor allem im Verkehrssektor ausserordentlich vorwärts macht. Dort ist bald die Hälfte aller Personenwagen elektrifiziert. Norwegen hat übrigens noch einen weiteren grossen Vorteil, den auch die Schweiz aufweist, nämlich die natürlicherweise gegebenen oder bereits als Stauseen und Pumpspeicherkraftwerke erbauten Wasserspeicher, die sowohl der Stromerzeugung wie der Vorsorge für wind- und solarstromarme Zeiten dienen.

Schaffner zeigte verschiedene Elemente auf, die für das weitere Gelingen der Energiewende in der Schweiz zentral sind. Einige seien hier erwähnt: Bei der Erzeugung verspricht die neu mögliche AgriPV, also die Errichtung von Solaranlagen über landwirtschaftlich genutztem Land, ein grosses Potenzial. Auf der Ebene der Speicherung könnten es vor allem Quartierspeicher sein, die für die notwendige Flexibilität innerhalb von ein, zwei Wochen herhalten können. Von Atomkraftwerken hingegen hält Schaffner eher wenig. Zumal bei den heutigen Preisen, da seien sie schlicht und einfach noch zu teuer und andererseits wird deren Erstellung viel zu lange dauern. Wenn dagegen viele Photovoltaikanlagen erstellt werden, ermöglicht dies Speichern von überzähligem Sommerstrom. Dies auch, um eine Wärmewände einzuleiten, die dann für Winterstrom genutzt werden könnte.

Von wegen Versorgungssicherheit: Dieser dient das gesamteuropäische Stromnetz, in welches die Schweiz bestens eingebettet ist mit den überdurchschnittlich vielen grenzüberschreitenden Verbindungen (über 40). Diese fehlten etwa in Spanien, was wesentlich dazu beitrug, dass es dort im April zu einem Blackout (einem Zusammenbruch der gesamten Stromversorgung) kam. Die weiteren Vorträge an der ETH zeigten dann auf, dass es grenzenlose Sicherheit nicht gibt und dass Blackout-Situationen immer einer sehr komplexen Gemenelage geschuldet sind (der Schlussbericht zum Ereignis auf der iberischen Halbinsel steht noch aus). Dennoch  gilt, und davon konnte Schaffner auch die versammelte Zuhörerschaft weitgehend überzeugen, dass "Energiewende geht, aber nicht einfach zu bewerkstelligen ist"!


PS einige der Fakten wurden vom Solarmedia-Berichterstatter ergänzt

Hier der Hinweis auf die ganze Veranstaltungsreihe:


Copyright: Solarmedia / Guntram Rehsche / Text und Bild