Atomkraft NEIN DANKE

Der alte Leitspruch «Atomkraft - Nein Danke» gilt immer noch. Als einst dieser Solarblog entstand und bald darauf das japanische AKW in Fukushima in die Luft flog, glaubte ich, die Atom-Chose sei endgültig gegessen. Anfangs der 20er Jahre kommt die Frage nun aber doch wieder aufs Tapet - und damit auch eine ausführliche Sammlung von Argumenten, warum die Zukunft keinesfalls atomar sein darf.

Dazu gibt es natürlich Vieles ausführlich zu besprechen und beschreiben. Zuerst aber die Sammlung aller Argumente, die gegen eine Renaissance sprechen:

  • Sorge vor Winter-Blackout in Frankreich In Frankreich blickt der französische Netzbetreiber RTE (Réseau de Transport d’Electricité) mit großer Sorge auf die Sicherheit der Stromversorgung im Land. Grund ist die zeitgleiche Nichtverfügbarkeit von vielen Atomkraftwerken wegen Wartungen und den unvorhergesehenen, schnellen AKW-Abschaltungen auf Grund von Störungen. Entscheidend für die französische Stromversorgung wird in den kommenden Monaten das Wetter sein > iwr.de 9.1.22.

    Um frz. Atompark steht es noch viel schlimmer als bekannt
    Eigentlich stehen für die Stromversorgung in Frankreich insgesamt noch 56 Atomreaktoren zur Verfügung. Doch derzeit sind 15 Atomkraftwerke wegen Störungen oder Wartungen abgeschaltet und produzieren keinen Strom. Auch bei dem derzeit einzigen AKW-Neubau im französischen Flamanville eröffnen sich stetig neue Probleme > iwr.de 1.1.22.

    Auch Belgien steigt bis 2025 definitiv aus der Atomenergie aus
    Belgien schaltet seine beiden Atomkraftwerke bis im Jahr 2025 ab. Darauf hat sich laut Medienberichten die Mehrparteien-Koalition geeinigt. Der schrittweise Atomausstieg steht in Belgien eigentlich bereits seit 2003 im Gesetz. > srf.ch 24.12.21.

    EDF steht unter Druck
    Der französische Energiekonzern nimmt aufgrund von Mängeln nun ein weiteres Atomkraftwerk außer Betrieb. Das schlägt bei den Aktien in einen Wertverlust um 12 Prozent um, siehe https://www.t-online.de/finanzen/news/unternehmen-verbraucher/id_91333140/aktien-energiekonzern-edf-rauscht-ab-nach-maengeln-an-atomkraftwerken.html 

    Schnelle Brüter sollen in Russland die Atomkraft in die Zukunft retten: Nachdem ein erster Prototyp 2020 im Hafen Pewek auf Tschukotka in Betrieb ging, sollen vier weitere schwimmende Meiler ab 2028 die Energieversorgung des Erzanreicherungswerks Baimski GOK auf Tschukotka sicherstellen. Kleinere Reaktortypen sind auch bei einer Goldlagerstätte in Jakutien geplant sowie in entfernten Regionen ohne Anschluss an zentrale Versorgungsleitungen. Ein weiterer Schwerpunkt der Atomkraftentwicklung liegt auf Brutreaktoren > gtai.de 27.11.21.

  • Fließbandproduktion - Rolls-Royce plc will in Großbritannien 15 Mini-Kernkraftwerke bauen: Durch Massenproduktion soll der Preis sinken, die Teile des Kraftwerks können in normalen Lkws transportiert werden > Standard 27.11.21.
  • Bill Gates will mit einem natriumgekühlten Reaktor Atomabfälle rezyklieren: Ein Atomkraftwerk auf dem Gelände einer Kohlemine: Für die Energiewende schliessen sich Microsoft-Gründer Bill Gates, die US-Regierung und die Investorenlegende Warren Buffett zusammen > cash.ch 27.11.21.
  • Mini-AKWs? "Keiner weiß, ob es funktioniert" Jetzt wird klar, dass des Geflunkere mit so genannten Mini-AKW ein reines Märchen ist: Christoph Pistner, Mitglied der deutschen Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) hat die neue Technologie für das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) untersucht und keine überzeugenden Argumente entdeckt, im Gegenteil: Die bisherigen SMR-Ideen sind ihm zufolge genauso schmutzig wie konventionelle Atomkraftwerke, teurer sogar als erneuerbare Energien und vor allem sind sie vermutlich erst dann einsatzbereit, wenn es schon zu spät > n-tv.de 27.11.21.
  • Forderungen des Bundes an das AKW Beznau: Die Automaufsicht Ensi macht bei der Anlage im Kanton Aargau punkto Langzeitbetrieb «Verbesserungspotenzial» aus. Und sie stellt zwei Forderungen > tagesanzeiger.ch 16.11.21.
  • Tweet von Peter Hettich HSG 16.11.21: (Bis es das nächste Mal kracht): Die Spatzen pfeifen es mittlerweile von den Dächern, doch haben die Ideologen weiterhin das Ohr der Departementsvorsteherin… The discreet charm of nuclear power economist.com/leaders/2021/1 from
  • Unterdessen sind es keinesfalls nur die rund 160 Staaten, die eh nie als Atomnationen gelten konnten oder wollten, die weiterhin der Atomenergie abschwören. Neben Deutschland und der Schweiz haben sich in Europa auch Spanien, Belgien, Italien (schon viel früher) und Dänemark für den Ausstieg entschieden (brand eins 11/2021 S. 93). 
  • Harald Lesch argumentierte bei Lanz am 4.11.21 und entgegen dem Investor Frank Thelen, dass die Atomtechnologie eben aus physikalischen Gründen niemals zur hilfreichen Energiequelle werden kann. Ist allerdings schwierig nach zu zeichnende Argumentationskette. Die nicht beherrschbaren Gefahren stehen bei Lesch weiterhin ganz oben auf seiner Anti-Liste. 
  • Auch für Atomkraft gilt: Wenig mit grossem Wachstum oder Verdoppelung gibt immer noch wenig - Atomstromanteil an weltweiter Energieproduktion beträgt 2%. Also werden selbst viele AKW das weltweite Energieproblem nicht lösen (Anteil bei Strom allein ist auch von früher 17 auf heute 10% gesunken.
  • #Atomenergie ist keine Lösung für #Klimakrise: Zur Lösung dieser kann die sie nicht beitragen, da sie zu langsam ausbaufähig, zu teuer und zu risikoreich ist. Zudem behindert sie strukturell den Ausbau der #Erneuerbare'n Energien #Energiewende #es2050 zenodo.org/record/5573719 
  •  



Noch ein paar Gedanken zu Speichern

  • Strombank-Projekt mit lokalem Speicher: Die MVV Energie AG hat gestern im Süden Mannheims eine »Strombank« in Betrieb genommen: ein Speichersystem mit einer Kapazität von 100 Kilowattstunden, in das 14 Haushalte sowie vier Gewerbebetriebe aus der unmittelbaren Nachbarschaft Strom aus ihren jeweiligen Erneuerbare-Energien-Anlagen einspeisen und bei Bedarf wieder entnehmen können. Wie bei einem Bankkonto – daher der Name des Projekts – wird für jeden Teilnehmer sein »Guthaben« an Kilowattstunden erfasst und mit den »Abhebungen« verrechnet. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt wird von der MVV seit 2013 als Konsortialführer gemeinsam mit dem Nürtinger Batteriehersteller ADS-Tec, dem Mannheimer Netzbetreiber Netrion sowie dem Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart betrieben. Quelle PHOTON 16.12.14http://www.mvv.de
    https://www.mvv-energie.de/de/journalisten/presseportal_detailseite.js
    p?pid=46829
  • Batteriespeicher in Großbritannien geht in Betrieb 16.12.2014: Im britischen Leighton Buzzard (Bedfordshire) wurde ein vollautomatisiertes Speichersystem mit einer Leistung von sechs Megawatt sowie zehn Megawattstunden Kapazität an einem Umspannwerk des Versorgers UK Power Networks in Betrieb genommen. Über das Verschieben von Lastspitzen hinaus stabilisiere der Batteriepark insbesondere durch die Bereitstellung von Regelleistung das Netz effizienter als konventionelle thermische Kraftwerke. Dadurch hätten saubere, aber fluktuierende erneuerbare Energien mehr Platz im Netz. Das »Smarter Network Storage« (SNS) genannte Projekt solle untersuchen, inwieweit Batterien zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen im Rahmen des »UK Carbon Plan« der britischen Regierung beitragen könnten. Das Projekt spare zudem mehr als sechs Millionen Pfund (7,5 Millionen Euro) an sonst notwendigen konventionellen Netzverstärkungsmaßnahmen. Das Investitionsvolumen betrug 18,7 Millionen Pfund (23,5 Millionen Euro), der britische Regulierer Ofgem gab einen Zuschuss in Höhe von 13,2 Millionen Pfund (16,6 Millionen Euro). Hauptlieferant des Projekts sei das Unternehmen S&C Electric Europe, das auf Erfahrungen beim Bau zahlreicher Energiespeicherprojekte in Großbritannien und weltweit habe zurückgreifen können. Die Berliner Younicos AG sorgte für die Integration aller Komponenten in das System und ins britische Stromnetz. Quelle PHOTON 16.12.14  http://www.younicos.com
    http://www.younicos.com/de/mediathek/news/027_2014_12_15_Eroeffnung_Ba
    tteriepark_LeightonBuzzard.html

2 Kommentare:

  1. Gibt es von Tesla nicht diese Speicher für die Montage an der Wand? Das ist doch eine gute Lösung, weil praktikabel in jedem normalen Haushalt.

    AntwortenLöschen
  2. You can find this wall-mounted storage on the BSLBATT website, and there are so many styles!
    https://www.bsl-battery.com/

    AntwortenLöschen