Montag, 22. Juli 2024

Koreaner sollen tschechische AKWs bauen

Weltweit erster APR-1000-Reaktor soll in Tschechien gebaut werden. Die Zusage an die koreanische KHNP wurde aufgrund unrealistischer Preisschätzungen getroffen.

Anfang des Jahres gab die tschechische Regierung bekannt, statt wie bis dahin geplant einen, nunmehr bis zu vier Reaktorblöcke errichten zu wollen. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, war das Argument für diese Ausweitung damals, dass man einen Preisnachlass von 25 Prozent erzielen könne. Nun wurde die Katze aus dem Sack gelassen und das Ergebnis der Ausschreibung bekanntgegeben: die Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) soll zuerst 2 Reaktoren in Dukovany, später 2 in Temelín bauen. Bis März 2025 soll der genaue Vertrag ausgehandelt werden und die Dukovany-Reaktoren bis 2036 errichtet sein.

Die Kosten pro Reaktor sollen 200 Mrd. Kronen, umgerechnet ca. 8 Mrd. Euro, betragen – dabei handelt es sich aber nur um einen Schätzwert der tschechischen Regierung. Die KHNP sprach in ihrer Presseaussendung bereits von 220 Mrd. CZK.

„Die Kostenschätzung sowie der Zeitplan der tschechischen Regierung wird nicht annähernd einzuhalten sein“, erläutert Anna Weinbauer, stellvertretende Obfrau von atomstopp_atomkraftfrei leben! „Bei aktuellen AKW-Baustellen in Finnland und Frankreich explodieren die Baukosten auf 11 bis 19 Mrd. Euro und Bauzeiten auf rund 18 Jahren. Außerdem wurde weltweit noch kein APR-1000-Reaktor gebaut und die Koreaner haben keine Erfahrung mit dem Bau von Reaktoren in Europa und den höheren Sicherheitsbestimmungen. 

Quelle: sonnenseite.com

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