Sonntag, 29. Januar 2012

Zertifikate für Solarwärme

Erstmals wurden Zertifikate für das MINERGIE-Modul Thermische Solaranlagen überreicht. MINERGIE-Module sind ausgewählte und zertifizierte Bauteile in MINERGIE-Qualität. Sie zeichnen sich aus durch Energieeffizienz, aber ebenso durch Komfort und Qualität. Im Rahmen einer Fachveranstaltung an der Swissbau in Basel, wurden die ersten drei Zertifikate für Thermische Solaranlagen übergeben.

In Neubau- und Modernisierungsprojekte ist der MINERGIE Standard ein häufig angewandtes und verlässliches Instrument. MINERGIE-Module sind die Bausteine des MINERGIE-Hauses: Wird ein Haus konsequent mit ihnen realisiert, erfüllt es in der Regel die Anforderungen des MINERGIE-Standards. Was bedeutet, dass mit dem konsequenten Bauen mit Modulen das MINERGIE-Zertifikat für das Gebäude meistens erreicht werden kann. Diese Module gab es bisher in den Kategorien, Fenster, Holzfeuerstätten, Komfortlüftung, Leuchten, Sonnenschutz, Türen sowie Wand- und Dachkonstruktionen. Mitte Januar wurden im Rahmen einer Fachveranstaltung an der Swissbau in Basel Systeme der Ernst Schweizer AG (siehe Bild), Helvetic Energy GmbH und SOLTOP Schuppisser AG mit dem MINERGIE-Modul Thermische Solaranlagen durch den Trägerverband Swissolar und MINERGIE ausgezeichnet.

Die Qualität eines Bauteils ist durch das MINERGIE-Modul-Zertifikat garantiert. Aber nicht nur das: "MINERGIE-Module zeichnen sich durch drei Merkmale aus", erläutert Prof. Heinrich Huber von der MINERGIE Agentur Bau das Konzept. "Sie sind energieeffizient, qualitativ hochwertig und bieten mehr Komfort als ein konventionelles Produkt."

Für thermische Solaranlagen heisst das beispielsweise, dass nicht nur hochwertige Komponenten eingesetzt werden, sondern dass diese durch Solarprofis auch zu einem effizienten und betriebssicheren System zusammengebaut werden. Die MINERGIE-Module bezeichnet Heinrich Huber als eine Art Leuchtturm oder Wegweiser auf dem Weg zum besseren Bauen: "Wenn eine Modernisierung ansteht und ein Gebäude aus Budgetgründen schrittweise modernisiert werden soll, können beispielsweise in einem ersten Schritt MINERGIE-Fenster eingebaut werden. Der Eigentümer kann dann entscheiden, wie es weiter geht, was er wann und wie modernisieren will und ob er überhaupt MINERGIE anstrebt. Wenn er später auch die Gebäudehülle und alles Übrige nach MINERGIE modernisiert, erfüllt er am Ende die Anforderungen des Standards." Für Neubauten wird grundsätzlich von vornherein die konsequente Planung nach MINERGIE empfohlen. Auch hier kommen Module zum Einsatz – oft zum Beispiel bei der Beleuchtung.

Für Hausbesitzer und Planer wird es noch einfacher, eine hohe qualitativ hochwertige Sonnenkollektoranlage in ihre Projekte zu integrieren. Das MINERGIE-Modul bezieht sich auf die gesamte Solaranlage, da der Ertrag und die Funktionstüchtigkeit einer Kollektoranlage ganz wesentlich durch das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und durch die Einbindung in die übrige Haustechnik bestimmt werden. Also auf die Ausrichtung und Fläche der Kollektoren, auf die Grösse des Speichers und den Stromverbrauch der Solarpumpe. Auch die Planung und die Installation der Anlage durch anerkannte Fachkräfte – Die Solarprofis Swissolar® – ist eine Bedingung zur Zertifizierung als MINERGIE-Modul.

Nach Einschätzung von Swissolar soll dieses Modul mithelfen den Anteil von Solaranlagen bei MINERGIE-Gebäuden und insbesondere bei den wichtigen Gebäudemodernisierungen zu erhöhen. Rund 1,5 Millionen Gebäude der Schweiz sind erneuerungsbedürftig. In der Schweiz besteht noch Nachholbedarf: Während in Österreich rund 4,6 Mio. Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert sind, ist die Kollektorfläche in der Schweiz fast sechsmal weniger gross (pro Person). Dass die Schweiz bei der Kollektordichte noch etwas zulegen wird, besteht berechtigte Hoffnung. Denn viele der geplanten Erneuerung von Häusern eignen sich besonders gut für die Integration einer Kollektoranlage. So bekommt das Haus einen besseren Wärmeschutz und die noch notwendige Wärme wird umweltfreundlich erzeugt.

MINERGIE-Module Thermische Solaranlagen kombinieren als Gesamtsystem: einerseits hohe Ansprüche an Komponenten und andererseits an die Installation. Die Komponenten der Solaranlage entsprechen den Qualitätsanforderungen des europäischen SolarKeymark-Labels. Realisiert werden die Systeme von Solarprofis Swissolar®, den anerkannten Fachkräften der Solarbranche. Weiter erfüllen die Systeme spezifische Anforderungen an Dimensionierung und Grenzwerte bei der Hilfsenergie.

Quelle: Verein Minergie, Foto: Guntram Rehsche

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1 Kommentar:

  1. Der Minergie Standard ist einseitig auf Energieverbrauch fokussiert. Potentielle Minergie Probleme : im Winter furztrockene Luft mit 25 % relF. Sowie Geruchsprobleme mit Küche und WC.

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