- In Deutschland wurde 2024 bereits beinahe zwei Drittel des Stroms erneuerbar erzeugt. Wir können schon in spätestens zehn Jahren bei hundert Prozent Ökostrom sein. Die Entwicklung für die Erneuerbaren wächst nicht linear, sondern exponentiell. 1993 im Sommer behauptete die deutsche Stromwirtschaft in einer ganzseitigen Anzeige in vielen deutschen Zeitungen, regenerative Energien könnten „auch langfristig nicht mehr als vier Prozent unseres Strombedarfs decken“. Heute sind wir bei über 60 Prozent. Jeder blamiert sich so gut er kann.
- „Wir können nicht gleichzeitig aus Atom und Kohle aussteigen“ hieß es noch vor einem Jahr in Bayern. Aber soeben wurde in Bayern das letzte Kohlekraftwerk in Zolling geschlossen und schon früher das letzte Kernkraftwerk und überraschenderweise gingen in Bayern nicht die Lichter aus. Bayerns Ministerpräsident rühmt sich jetzt, die meisten Solaranlagen in Deutschland zu haben. Auch in Bayern beginnt das Solarzeitalter. Wie schön! Söder setzt jetzt auf die Sonne.
- Pakistan hat seinen Solarstrom in den letzten zwei Jahren verachtundzwanzigfacht.
- China hat in den letzten zehn Jahren etwa so viele erneuerbare Energien aufgebaut wie der gesamte Rest der Welt zusammen. Indien ist dabei, es China nachzumachen. Die beiden Milliardenvölker gehen jetzt mit gutem Beispiel voran.
- In China haben Sonne und Wind 2024 sogar die Kohle überholt, was vor kurzem noch undenkbar schien.
- Das arme Kenia will bereits ab Januar 2025 keine Benzin- oder Diesel-Autos mehr importieren, sondern nur noch E-Autos. Das afrikanische Land versorgt sich schon heute zu knapp 100 Prozent mit grünem Strom aus Geothermie und will künftig grünen Wasserstoff auch für Deutschland exportieren.
- Wir haben innerhalb von 24 Jahren die Kosten für die Produktion von Solar- und Windstrom um über 90 Prozent gesenkt. Das ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine einmalige ökonomische Erfolgsgeschichte in der Entwicklung moderner Technologien.
- In sonnigen arabischen Ländern wird schon heute Solarstrom für einen Cent pro Kilowattstunde erzeugt. Das ist gegenüber den alten Energieträgern unschlagbar preiswert.
- Auch die Photovoltaik mit Batteriespeichern ist mittlerweile günstiger als Strom aus konventionellen Kraftwerken.
- Wir haben globale Wachstumsraten der erneuerbaren Energien von 40, 50 und 60 Prozent pro Jahr.
- Gegenüber 1990 sind die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland um 48% zurückgegangen.
- Nach den Berechnungen der Weltenergie-Agentur, IEA, wird das ab 2027 auch global so sein.
- Die Nachfrage nach fossilen Energiequellen wird im Jahr 2025 ihren Scheitelpunkt erreichen. Obwohl die Weltwirtschaft auch dann noch wachsen wird, werden die CO2-Emissionen schrumpfen. Das ist absehbar.
- 2024 wurden in Deutschland über 1 Million neue Solaranlagen installiert, ähnlich wie im Jahr zuvor.
- Die Europäische Union hat von Anfang 2022 bis Ende 2023 ihren Ökostrom-Anteil verdoppelt und will ihn bis 2030 nochmals verdreifachen.
- Deutschland hat beschlossen, seinen Strom bis 2035 komplett CO2-frei herzustellen. Bis 2045 will Deutschland „klimaneutral“ sein – so die gesetzlichen Vorgaben. Es sollte und könnte freilich schneller gehen, fordern die Klimaforscher.
- Die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Norwegen und Chile verfolgen ehrgeizige Pläne mit der Produktion von solarem Wasserstoff.
- Die zehn ASEAN-Staaten in Ostasien wollen ihren Anteil an erneuerbaren Energien bis 2027 gegenüber 2023 um 70 Prozent erhöhen – ähnliche Ziele haben Brasilien, Kuba, Argentinien, Mali sowie weitere Staaten in Zentral- und Südafrika.
- Die Erneuerbaren tragen weltweit zur massiven Senkung der Stromkosten bei, schaffen Millionen neue und zukunftsfähige Jobs, vermindern künftige Flüchtlingsströme und fördern die lokale und regionale Wertschöpfung.
Menschen auf der ganzen Welt werden künftig die Gewinner der solaren Weltrevolution werden, wenn sie erneuerbaren Strom für einen oder zwei Euro-Cent herstellen. „Bürger zur Sonne, zur Freiheit!“ – könnte das hoffnungsfrohe Motto für 2025 sein.
Aber: „Die guten Nachrichten zeugen nicht etwa vom Neuen als Selbstläufer, sondern von einem Kraftakt gegen das Alte“ (ZEIT, 04.07.2024).
Fazit: Die Energiewende ist möglich, aber sie fällt nicht vom Himmel. Sie muss erkämpft werden. Mit sonniger Zuversicht, Herr Merz. Deutsche Ingenieurskunst hat ganze Arbeit geleistet.
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