Samstag, 29. Oktober 2016

Die Sonne gewinnt - das Solarzeitalter beginnt


Wir sind Zeugen eines dramatischen Wandels der weltweiten Energiemärkte. Der globale Siegeszug der erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten. Er beschleunigt sich noch – vor allem in China. Ein Kommentar von Franz Alt.

Der Zubau entspricht dort 2015 zwei Windrädern pro Stunde oder 17.500 Windrädern in einem Jahr. Jahrzehnte lang war Deutschland Wind- und Solarweltmeister – jetzt ist es China. Selbst die internationale Energieagentur in Paris (IEA), die bislang den Siegeszug der Erneuerbaren immer geleugnet hatte, muss jetzt in ihrem neuen Jahresbericht einräumen, dass der Zubau der Ökoenergien die Kohle vom Platz eins verdrängt hat.

Hauptgrund: Sonne und Wind schicken keine Rechnung. Die Kosten für diese nahezu unerschöpflichen und Klima freundlichen  Energiequellen sinken weit schneller als erwartet. Das heißt: Ökonomie und Ökologie finden endlich zusammen. Es zeigt sich, dass die Ökologie ohne ökonomischen Erfolg keinen Sinn macht. „It´s the economy, stupid“ (Bill Clinton). Voraussetzung des Erfolgs: Mit Ökoenergien lassen sich gute Geschäfte machen.

Die IEA-Experten müssen wieder einmal ihre eigenen Vorhersagen korrigieren und eingestehen: 2015 wurden erstmals mehr Kapazitäten an erneuerbaren Energien zugebaut als an fossil-atomaren. Freilich: Sonne und Wind stehen nicht immer zur Verfügung. Deshalb muss man zwischen der verfügbaren Leistung und der tatsächlich erzeugten Strommenge unterscheiden.

Die IEA prognostiziert dennoch, dass Sonne und Wind in den nächsten fünf Jahren die am schnellsten wachsenden Energiequellen bleiben werden. Bis 2021 sollen sie auf 875 Gigawatt anwachsen – das entspricht etwa 600 großen Atomkraftwerken.

Die Gewichte des Energieumbaus verschieben sich zurzeit in die Schwellenländer. Nicht nur China und Indien, auch Brasilien, ja sogar Russland, so hat Präsident Putin soeben in einer überraschenden Rede angekündigt, beschleunigen ihre Energiewende – über Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Auch die USA haben inzwischen Europa bei der Transformation ihres Energiemarktes abgehängt. Doch mit 40% Anteil am gesamten erneuerbaren Energiemarkt hat China sowohl die USA wie Europa überholt.

Fest steht: Die Sonne gewinnt – das Solarzeitalter beginnt.

Quelle Text: FRANZ ALT 2016

Bild: Guntram Rehsche

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