Dienstag, 18. April 2017

2017 rund 85 Gigawatt-Zubau

Die Analysten gehen nun auch in diesem Jahr von einer weiter wachsenden Photovoltaik-Nachfrage aus. Der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen könnte sich gegenüber 2014 verdoppeln. Der Weltmarkt wird dabei erneut von China getrieben, wie die Solarplattform pv-magazine.de schreibt.

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GTM Research erwartet für dieses Jahr eine Photovoltaik-Nachfrage von 85,4 Gigawatt weltweit, wie aus dem jüngsten „Global Solar Demand Monitor“ hervorgeht. Dies wäre mehr als eine Verdoppelung des Photovoltaik-Weltmarktes von 2014. Nach den zunächst pessimistischeren Annahmen, dass die weltweite Nachfrage in diesem Jahr schrumpfen könnte, sei das Wachstum nun hauptsächlich auf den höheren Zubau in China zurückzuführen. Dort würden in diesem Jahr nach 34 Gigawatt im Vorjahr wohl etwa 30 Gigawatt zugebaut.

Im vergangenen Jahr lag der Photovoltaik-Weltmarkt bei etwa 78 Gigawatt. GTM Research war zunächst von einem Rückgang in diesem Jahr um sieben Prozent ausgegangen und hat dies nun in ein weiteres Wachstum um 9,4 Prozent korrigiert. Bis 2022 gehen die Analysten von weiteren jährlichen Wachstumsraten von 5,3 Prozent aus. Damit würde der Weltmarkt dann eine Photovoltaik-Nachfrage von 110 Gigawatt übersteigen.


„China ist ein historisch gesehen schwierig zu verfolgender Markt wegen der ‚unberechenbaren Launen‘ der Nationalen Energiebehörde NEA“, sagt GTM-Research-Analyst Benjamin Attia. Wegen der Kürzung der Solarförderung zur Jahresmitte 2016 habe es im vergangenen Jahr vor allem zu Beginn eine riesige Nachfrage und bis dahin einen Zubau von 22 Gigawatt Photovoltaik-Leistung gegeben. Auch in diesem Jahr sei eine neue Kürzungsrunde der Einspeisetarife erwartet worden, doch NEA habe nun höhere Vergütungssätze ausgegeben.

Was in China passiere, treffe die komplette Solarindustrie weltweit, auch weil die chinesischen Photovoltaik-Hersteller einen erheblichen Anteil repräsentierten. Dies bedeute, dass die politischen Unsicherheiten, die durch NEA hervorgerufen würden, ein potenziell destabilisierender Faktor für das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage weltweit seien.  „Die Konzentration und Unberechenbarkeit der Nachfrage auf Quartalsniveau, die durch die Unsicherheit in China getrieben wird, stellt für den Markt ein Risiko für instabile Modulpreise dar und könnte Leerlauf für Anbieter wegen überfüllter Lager bedeuten, die die künftige Bankability der Wertschöpfungskette gefährdeten“, heißt es in dem Bericht von GTM Research weiter.

Wie schon im Vorjahr erwarten die Analysten, dass auch in diesem Jahr der Photovoltaik-Weltmarkt neben China, von den USA, Japan und Indien dominiert wird. Die vier Länder würden voraussichtlich 73 Prozent der weltweiten Nachfrage auf sich vereinen. Indien werde dabei Japan als drittgrößten Photovoltaik-Markt ablösen. Für Deutschland und Großbritannien geht GTM Research dagegen von Nachfragerückgängen aus, während Mexiko, Frankreich, Australien und einige arabische Länder ihren Marktanteil erhöhen könnten. „Es ist nun möglich, dass in vielen Ländern Photovoltaik wettbewerbsfähig wird, ohne dass sie überhaupt einen heimischen Solarmarkt haben“, so Attia weiter. Es sei aber unklar, ob es nachhaltig sei, wenn es keine heimische Solarindustrie oder regelmäßige Photovoltaik-Ausschreibungen gebe.

Zum aktualisierten Ausblick heißt es, dass von 2017 auf 2018 der Photovoltaik-Weltmarkt um weniger als ein Prozent wachsen werde. Für 2019 gingen die Analysten dann aber wieder von einem deutlichen Anziehen aus, da zuvor ausgeschriebene Photovoltaik-Projekte vermehrt realisiert würden und bei Märkte erwartet würden.  Die weitere globale Marktentwicklung hingen auch von den sinkenden Kosten ab. Für dieses Jahr erwartet GTM Research, dass der erste Solarstrom-Abnahmevertrag für 2,0 US-Dollarcent pro Kilowattstunde oder sogar noch darunter unterzeichnet werde; wahrscheinlich in Saudi-Arabien. „Aber diese superniedrigen Preise werden noch nicht die Regel sein. Wir sehen nicht, dass die ultrageringen Gebote ein langfristiger nachhaltiger Trend sind“, so Attia weiter. Sie seien nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen wie günstige Finanzierung, Projektgröße, langfristige Realisierungszeiträume oder kostenloses Land möglich. Es müsse sich erst noch zeigen, ob sich Projekte zu diesen gebotenen Kosten lohnten. Für 2018 gehe GTM daher von der Stabilisierung der Gebotspreise für Photovoltaik-Anlagen aus.

Quelle: pv-magazine.de

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Freitag, 14. April 2017

Ist die Energiewende unsozial? WoZ treibt es mit der SVP

«Sozial ist diese Wende nicht» verunsichert WoZ-Redaktionsleiterin Susan Boos in der neuesten Ausgabe der Wochenzeitung die Leserschaft in ihrer Haltung zur Energieabstimmung. Mit vielen Zahlen wird da versucht die These zu untermauern, doch das endet als Schlag ins Wasser – und als unfreiwilliger Sukkurs für die einzige namhafte Gegnerin der Energiestrategie, die SVP.

Landeten am gleichen Tag in den Schweizer
Briefkästen: SVP-Abstimmungspropaganda
und neueste WoZ mit Wendekritik
(Bild: Guntram Rehsche)
Verwundert rieb sich am Gründonnerstag wohl so manche(r) die Augen, als er oder sie einerseits die neueste WoZ und andererseits gleichzeitig die Propagandazeitung  der Schweizerischen Volkspartei zur Energieabstimmung vom 21. Mai aus dem Briefkasten fischte. Worauf letztere zielt, ist aufgrund der nun schon lange rollenden PR-Maschinerie der SVP schnell einmal klar. «3200.- Franken mehr bezahlen... und erst noch kalt duschen?» titelt das Machwerk, das wie üblich bei dieser Partei in der Schublade Fake News abzulegen ist. Weitere Schlagzeilen wie «Zurück in die Steinzeit», «Attacke auf den Mittelstand», «Deutsche Energiewende ist ein Desaster» erübrigen die vertiefte Lektüre – da haben Ewig-Gestrige, Verblendete, Technologie-Aphobe gemeinsam ihr Süppchen gekocht. Unbefleckt von der Einsicht, dass erstens in der Schweiz auch ein grosser Teil der Wirtschaft die Vorlage zur Energiestrategie 2050 befürwortet – und dass zweitens (ein Blick über die Grenze schadet bekanntlich nicht immer) weltweit die Erneuerbaren Energien ihren Siegeszug längst angetreten haben und die Schweiz droht, ins Abseits zu geraten.
So weit so gut – doch nach der kurzen Lektüre des Abstimmungspamphlets kommt dann bei der Sichtung der Wochenzeitung der eigentliche Schlag in die Magengrube. Redaktionsleiterin Susan Boos stellt da folgende Rechnung an (WoZ vom 13.April 2017 «Sozial ist diese Wende nicht»): Erstens erhöhe sich mit Annahme der Energiestrategie der CO2-Zuschlag auf Heizöl um 150 Millionen Franken – und zweitens nehme die Stromabgabe mit dem um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde erhöhten Aufschlag um 450 Millionen zu. Und diese erhöhten Beiträge würden auf dem Buckel der MieterInnen und allgemein der ärmeren Bevölkerungsschicht erhoben – mithin sei die Energiewende unsozial. Doch hält diese Feststellung einer genaueren Untersuchung stand? Das Fazit vorweg: Nein, die Energiewende nach Schweizer Art ist keinesfalls unsozial. Richtig schreibt Boos zwar, der erhöhte Stromzuschlag komme der Wirkung der Mehrwertsteuer gleich. Doch genausowenig, wie Mehrwertsteuerprozente für die AHV unsozial sind, ist es eben ein Stromzuschlag, der langfristig zu einer Energiewelt ohne fossile Brennstoffe und verbesserter Umwelt führt – und der gerade auch ärmeren Bevölkerungsschichten zugute kommt. Das lässt sich nur schwer in Zahlen quantifizieren – aber es war doch schon immer so, dass ärmere Menschen schlechteren Umweltbedingungen weniger ausweichen können als reichere – die sich etwa Wohnorte mit geringeren Schadstoffemissionen leisten können.

Vollends daneben ist die Feststellung einer unsozialen Wirkung mit Bezug auf die Subventionen für bessere Energiemassnahmen beim Gebäudebestand. Denn erstens sind MieterInnen in der Schweiz bei einem Mieteranteil von insgesamt rund 60 Prozent in vielen Fällen GenossenschaftsmieterInnen (vor allem die einkommensschwächeren – fünf bis zehn Prozent aller Wohnungen), zweitens gibt es schweizweit durchaus geringverdienende HausbesitzerInnen und wie schon oben gilt wieder das Argument, dass von Umweltverbesserungen die sozial schwächeren durchaus profitieren.

Der WoZ-Artikel erweckt den Eindruck, da werden mit der Energiestrategie 2050 jährlich 600 Millionen Franken nach oben umverteilt. Bei genauerer Betrachtung dürfte dieser Betrag viel geringer sein –die unsoziale Wirkung kaum bestehen. Gilt schliesslich noch, dass neben der Schützenhilfe für die SVP eine wirksame Sozialpolitik doch bitte bei den bedeutenden sozialen Instrumenten eingefordert wird, also in erster Linie in der Sozial- und Krankenversicherung. Eine, was auch der WoZ-Artikel zugesteht, sinnvolle Umweltpolitik (wegen kaum vorhandener sozialer Misswirkungen) aber abzulehnen, ist in der aktuellen politischen Situation nichts als fehlgeleitete Propaganda respektive unerfreuliche Schützenhilfe für die SVP – da mag das zeitgleiche Erscheinen unerwünschter Zufall sein.

© Text und Bilder:  Solarmedia

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Mittwoch, 12. April 2017

Bald wieder: Tage der Sonne - im Zeichen der Abstimmung

Vom 5. bis 14. Mai finden schweizweit die „Tage der Sonne“ statt: Firmen, Hausbesitzerinnen, Gemeinden, Architekten und Energiestädte veranschaulichen anhand von Sonnenenergie-Projekten, wie die Energiewende in der Schweiz gelingen kann. 

Schon in früheren Jahren stiessen die
Tage der Sonne jeweils auf grosses Interesse, vor allem
dank ihrer Ausrichtung auf die praktische Anwendung
Alle Veranstaltungen werden von Gemeinden und Energiestädten, Solarfirmen, ArchitektInnen, Energieversorgern, Schulen und Privaten organisiert. Jede Veranstaltung wird individuell gestaltet. Vom Tag der offenen Tür, über Projektwochen, Informationsständen in Städtezentren bis hin zu Spielsolarmobil-Rennen ist alles zu sehen. Alle Anlässe finden sich im Veranstaltungskalender der Tage der Sonne 2017. 

Eckdaten:
Datum:                                            05.05.2017 – 14.05.2017
Ort:                                                  ganze Schweiz
Schweizweite Veranstaltungen zur Sonnenenergie
Auskunft / Veranstalter: Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES
Aarbergergasse 21, 3011 Bern | Tel: +41 31 313 34 32
http://www.tagedersonne.ch/
news@tagedersonne.ch

Die Tage der Sonne finden im 2017 zum 14. Mal statt. Sie werden von der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES koordiniert. Jede Veranstaltung wird von den jeweiligen Organisatoren individuell gestaltet. Die SSES steht den Veranstaltern jedoch mit Rat, Tat und Material zur Seite.

Spezialveranstaltung:  Nacht der Sonne 2017 oder Sonnenstrom auch in der Nacht: An der «Nacht der Sonne» vom 5. Mai wird gezeigt, wie Sonnenstrom nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht genutzt werden kann. 

Auf dem Helvetiaplatz in Bern können sich die Besucherinnen und Besucher informieren, mit einem Solarbier auf das Gelingen der Energiestrategie 2050 anstossen und sich mit Solarenergie-Expertinnen und -Experten austauschen. Ab 18.00 Uhr wird das Thema in verschiedenen Vorträgen im Hodler-Saal des Alpinen Museums vertieft. Der gesamte Anlass ist öffentlich und kostenfrei.
Datum:                     05.05.2017
Ort:                          Alpines Museum der Schweiz, Helvetiaplatz 4, 3005 Bern
Hinweis:                  Startanlass zu den schweizweit stattfindenden Tagen der Sonne 2017 in Bern
Veranstalter:            Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES | Aarbergergasse 21 3011 
Tel:                         +41 31 313 34 32
E-Mail:                   news@tagedersonne.ch
Quelle:                   http://www.tagedersonne.ch/

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Dienstag, 11. April 2017

Grosses Potential der Windenergie in der Schweiz

„Windenergie ist eine sichere, saubere und technisch ausgereifte Technologie“, erklärte Benoît Revaz, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), an der Windenergietagung vom 4.4.17. „Sie hat von allen Erneuerbaren das grösste Wachstumspotenzial“, führte er aus. Der vom BFE erstellte Windatlas zeige, dass die Potenziale sogar noch höher seien als bisher angenommen. 

„Wir haben im Windbereich schon viel erreicht“, erklärte Karl Vogler, Vizepräsident und Nationalrat, der die Windenergietagung führte, „doch wir müssen rasch mehr machen!“ Er stelle fest, dass insbesondere ältere Menschen der Windenergienutzung kritisch gegenüber stünden. „Die Jungen sehen die Entwicklung mehrheitlich positiv“, erklärte er den rund 170 Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmern.


„Produktion, Verbrauch und Speicherung von Energie verschieben sich klar von zentral zu dezentral“, erklärte Benoît Revaz, Direktor des BFE.
„Produktion, Verbrauch und Speicherung von Energie
verschieben sich klar von zentral zu dezentral“,
erklärte Benoît Revaz, Direktor des BFE
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„Im Moment werden intensive Gespräche geführt, um den Guichet Unique aufzubauen“, erklärte Markus Geissmann, Bereichsleiter Windenergie beim BFE. „Ziel ist es, dass die Verfahren von Windenergieprojekten nach Möglichkeit schneller und einfacher ablaufen.“ Bezüglich des nationalen Interesses für Windenergieprojekte in geschützten Landschaften berichtete er, dass in der laufenden Vernehmlassung insbesondere die Grenze von 10 GWh beanstandet würde. „Die Umweltverbände möchten diese heraufsetzen.“. „Zudem gibt es im neuen Energiegesetz gleichzeitig zwei neue Verschärfungen: Biotope, Moore und Moorlandschaften sind für Windenergieanlagen tabu.“ Der Bau in geschützten Landschaften sei aber nur nach einer Interessenabwägung möglich!

Moore und Moorlandschaften sowie Biotope sind für Windenergieanlagen tabu. Bei Inventaren gemäss Artikel 6., zum Beispiel BLN-Gebieten, ist eine Interessensabwägung möglich. Grafik: BFE

Moore und Moorlandschaften sowie Biotope sind für Windenergieanlagen tabu. Bei Inventaren gemäss Artikel 6., zum Beispiel BLN-Gebieten, ist eine Interessensabwägung möglich. Grafik: BFE
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„Ab 2022 können keine weiteren Anlagen mehr in die Einspeisevergütung aufgenommen werden und trotz höherem Kostendeckel bleiben die Fördermittel knapp“, berichtete Laura Antonini, die im BFE im Bereich Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) arbeitet. Hauptsächlich Springer-Anlagen, sprich baureife Anlagen mit 2. Projektfortschrittsmeldung, hätten noch eine Chance in die Förderung zu kommen. Indes müssten alle KEV-Anlagen ab dem 1.1.19 ihren Strom selber vermarkten (siehe Tabelle). „Der Strompreis, den Anlagebetreiber in der Direktvermarktung erzielen, setzt sich einerseits aus einem Referenz-Marktpreis zusammen, der einmal im Quartal von uns erhoben wird. Andererseits ist es der Preis, den die Anlagebetreiber vertraglich mit einem Stromabnehmer vereinbaren.“ Laura Antonini verwies darauf, dass der Preis in der Regel in der Höhe des heutigen KEV-Tarifs liege: „Es ist aber auch möglich, dass gewisse Anlagen einen höheren Preis erzielen werden!“


Bei der Direktvermarktung setzt sich der Preis aus einer Referenzprämie und einer Einspeiseprämie zusammen.

Bei der Direktvermarktung setzt sich der Preis aus einer Referenzprämie und einer Einspeiseprämie zusammen.
Skyguide: „Kontaktieren Sie uns so früh wie möglich!“„Das Kompetenzzentrum Windenergie von Skyguide zählt fünf Experten“, erklärte Matthias Fries, technischer Experte bei Skyguide. „Einerseits ist die Windenergienutzung für uns ein Thema, weil die Anlagen mit rund 230 Meter Höhe für die Flugsicherheit von Bedeutung sind. Andererseits können sie unsere Radars und Sicherheitssysteme beeinflussen.“ Zum Beispiel die Kommunikation mit den Piloten oder die Flugleitsysteme. „Viele Probleme sind jedoch lösbar“, erklärte der Skyguide-Experte: „Wichtig ist allerdings, dass Sie uns als Projektentwickler und Behörden so früh wie möglich kontaktieren!“ „Wir durchlaufen eine positive Entwicklung zu Gunsten der Windenergie“, erklärteCatherine Huguenin, Facilitiy Managerin bei Skyguide. Dieses Jahr werde das erste Seminar zum Thema Windenergie und Luftfahrt durchgeführt. „Zudem investieren wir 15 Millionen Franken in Radare, die besser mit Windenergieanlagen kompatibel sind.“ Es gebe auch einen regen Austausch zum Thema mit Deutschland, Österreich, Frankreich und Dänemark. Die Luftsicherheit müsste weltweite Standards erfüllen, Details könnten jedoch auch national geregelt werden.


Nutzen teilen„Die Voruntersuchungen zu einem möglichen Atomendlager haben den erneuerbaren Energien in der Ostschweiz Schub verliehen“, erklärte Andrea Paoli, Leiterin der kantonalen Energiefachstellen Thurgau und Schaffhausen. 76% der Ostschweizer sind für die Entwicklung von Windenergieanlagen in ihrer Gegend; dies habe eine Umfrage der Hochschule St. Gallen gezeigt. Schaffhausen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 über 10% Windenergiestrom zu verfügen. Vier Standorte wurden eruiert. „Zwei davon sind Waldstandorte“, führte Andrea Paoli aus. Im Kanton Schaffhausen wurden achte Gebiete ausgeschieden. „Sehr wichtig ist, dass wir den Nutzen, den die Windenergie bringt, auch teilen“, ist Paoli überzeugt. Darum sei im Kanton Schaffhausen vorgesehen, dass nicht nur die Landeigentümer entschädigt würden, sondern auch alle, die die Anlagen sehen würden.

Befürworter-Gruppe früh aufbauen!„Wir sind als Solargenossenschaft mit dem Windpark And/Ans insbesondere gescheiter, weil uns die Bevölkerung einerseits nicht geglaubt hatte, dass die von uns errechnete Rendite von rund sechs bis sieben Prozent möglich ist und weil wir andererseits nicht früh genug eine Befürworter-Gruppe für unser Projekt aufgebaut haben“, erklärte Bruno Dürr, der als Geschäftsführer der Solargenossenschaft Liechtenstein zu den Initiatoren des Windparks And/Ans gehörte. Die Realisierung des Windparks wurde bei einer Konsultativabstimmung mit 65% abgelehnt. Schade, der Standort verfügt mit 7 Metern pro Sekunde über idealste Bedingungen. Alte Querelen zwischen der Bürgergenossenschaft und der politischen Gemeinde beeinflussten die Abstimmung ebenfalls. Zudem gelang es den Projektgegnern, Emotionen mit der Brandgefahr zu schüren, da es vor Ort einmal einen vom Militär ausgelösten Waldbrand gab. „Sicher hat uns auch geschadet, dass wir zuerst Windmessungen durchgeführt und erst danach über unser Projekt informiert haben“, zählte Bruno Dürr die Punkte auf, die hätten besser laufen können.

68% stimmen für Eoljoux
„Der Windpark Eoljoux mit sieben Anlagen, der dereinst genügend Strom für das ganze Vallée de Joux produzieren soll, wurde nicht von einem Projektentwickler initiiert, sondern von den Gemeinden des Tals selber“, erklärte Laurent Reymondin, Gemeinderat von Le Chenit und Direktor von Eoljoux. Im Rahmen der Fertigstellung der Nutzungsplanung hat die Gemeinde ein freiwilliges Referendum durchgeführt: „Uns schien es wichtig, dass wir dieses selber initiieren und eine Abstimmung nicht aufgrund einer Unterschriftensammlung von Windgegnern zustande kam.“ 10 Jahre hat die Projektentwicklung bereits gedauert und Eoljoux hat jährlich an einem Informationsanlass darüber berichtet. Im Vorfeld der Abstimmung hat die Gemeinde die Befürworter mit Plakaten, Bannern und Aufklebern sowie die Presse mit sachlichen Informationen versorgt. „Zudem haben wir eine Veranstaltung durchgeführt, bei der Professor Christophe Ballif, eine Koryphäe im Bereich Photovoltaikforschung, der aus dem Tal stammt, referierte und der Film „Tomorrow“ gezeigt wurde.“ Obwohl die Windpark-Gegner einen sehr intensiven Abstimmungskampf mit dicken Broschüren an alle Haushalte und viel Präsenz in den lokalen Medien geführt hatten, entschied sich die Gemeinde Le Chenit am 25. September 2016 für den Windpark.


Der geplante Windpark Eoljoux, der das ganze Vallée de Joux inklusive der Industrie mit Strom versorgen könnte. Bild: Eoljoux

Der geplante Windpark Eoljoux, der das ganze Vallée de Joux inklusive der Industrie mit Strom versorgen könnte. Bild: Eoljoux
Die kreisenden Göttinnen des Windes
Der Autor Pinot Dietiker lockerte die technische Tagung mit einem literarischen Beitrag über die Eolinnen auf dem Sonnenberg auf. „Ich bin im Atomkanton Aargau aufgewachsen und habe bereits in meiner Schulzeit zweimal ein AKW besucht. Daher habe ich mich schon früh mit der Frage beschäftigt, ob es auch Technologien der Stromerzeugung gibt, bei der es keine Jodtabletten braucht!“ erklärte der Literat seine Motivation, über die „kreisenden Göttinnen des Windes“ zu schreiben, die „Riesinnen, die ihre Arme gelassen und entschlossen durch die Luft bewegen und leiser sind als die Kuhglocken auf dem Sonnenberg.“ 


Quelle: suisse éole

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Montag, 10. April 2017

Mehr Investitionen nötig

Die weltweiten Investitionen in Erneuerbare Energien werden von den Geldflüssen in klimaschädliche, fossile Energien immer noch weit in den Schatten gestellt. Darüber kann auch die zunehmende Attraktivität der Energiewende in der Finanzwelt nicht hinwegtäuschen. 

Laut Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) liegen allein die jährlichen Investitionen in fossile Erdöl- und Gasförderung mehr als doppelt so hoch wie die Investitionen in Erneuerbare Energien. „Das Umlenken von Geldströ­men von fossilen in die Erneuerbare Energien muss rasch an Fahrt gewin­nen, wenn wir die globalen Klimaschutzziele erreichen wollen“, mahnt der Geschäftsführer der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer.  

Weltweit suchen Investoren nach Anlagen und immer noch sind dies häufig Ölfirmen. Das zeigt eine AEE-Auswertung zu den sechs großen Mineralölfir­men Shell, Exxon Mobile, BP, Chevron, Total und Conoco. Im Zuge des Ölpreis­verfalls sanken die Gewinne dieser Unternehmen deutlich. So fiel der kumu­lierte Vorsteuergewinn der sechs Ölmultis von knapp 200 Mrd. $ im Jahr 2013 auf 18,5 Mrd. $ im Jahr 2015, um sich 2016 auf 10,8 Mrd. $ zu verringern. Trotzdem verfügen die Unternehmen aktuell an der Börse Frankfurt immer noch über eine Marktkapitalisierung von mehr als 990 Mrd Euro. Zum Ver­gleich: 2016 sanken die Investitionen in Erneuerbare Energien-Anlagen auf knapp 242 Mrd. $. Das lag an Kostensenkungen, aber auch an einer Verlang­samung des Ausbautempos in einigen wichtigen Staaten, wie aus einem Bericht des UNEP und Bloomberg New Energy Finance hervorgeht. Hingegen hatten die Investitionen in die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen 2015 mehr als 580 Mrd. $ erreicht. „Die Relationen zeigen, dass der Ausstieg aus fossilen Investments, das Divestment, intensiviert werden muss“, fordert Vohrer. Die Europäische Union habe hierzu mit ihrer 2017 in Kraft getretenen überarbeiteten Richtlinie zu Pensionsfonds (IOPR II) einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan. 

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Laut Berechnungen der IEA sind bis 2050 weltweit Investitionen in Höhe von 3.500 Milliarden US-Dollar pro Jahr notwendig, um mit hoher Wahrscheinlich­keit die Erderhitzung auf weniger als 2°C zu begrenzen. Ansätze von Unter­nehmen der traditionel­len Energiewirtschaft, aus klimaschädlichen Aktivitäten aus- und auf Erneuer­bare Energien umzusteigen, sind ermutigend, aber nicht ausreichend. So gab der EU-Verband der Stromwirtschaft Eurelectric diese Woche bekannt, seine Mitglieder wollten ab 2020 nicht mehr in Kohlekraftwerke investieren. Dass die polnischen und griechischen Unternehmen dieser Absichtserklärung ausdrücklich nicht folgen, zeigt die Problematik solch freiwilliger Vereinbarun­gen. „Damit Unternehmen aus der Öl- und Kohlewirtschaft endlich ihr Ge­schäftsmodell nachhaltig ändern, brauchen wir ein ehrliches Preisschild auf die Umwelt- und Klimaschäden der fossilen Energiewirtschaft. Dazu benötigen wir eine CO2-Bepreisung, die Marktsignale setzt“, fordert Vohrer. 


Quelle: Deutsche  Agentur für Erneuerbare Energien

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Samstag, 8. April 2017

Kombination aus Bioenergie und Solarwärme macht unabhängig

Die derzeit größte Solarthermieanlage im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz versorgt die beiden Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz. Auf einer Fläche von zwei Handballfeldern nutzen Vakuumröhrenkollektoren Sonnenenergie zur Wärmeproduktion. Zwei Holzhackschnitzelkessel erzeugen Wärme. Diese gelangt über ein sechs Kilometer langes Nahwärmenetz zu den Abnehmern.

Für das interkommunale Wärmeprojekt zeichnet die Agentur für Erneuerbare Energien die beiden Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz als Energie-Kommunen des Monats aus. „Das kommunale Wärmekonzept ist vorbildlich, weil die Kombination zweier regenerativer Wärmetechnologien zwei Ortschaften versorgen und es so gelingt, pro Jahr über 300.000 Liter Heizöl einzusparen“, erklärt Nils Boenigk, stv. Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.
 
Külz und Neuerkirch sind zwei von 31 eigenständigen Ortsgemeinden, die der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück im Rhein-Hunsrück-Kreis angehören. In beiden Gemeinden werden seit September 2016 rund 140 Haushalte sowie die Dorfhalle über ein Nahwärmenetz mir regenerativer Wärme aus zwei Holzhackschnitzelkesseln und einer solarthermischen Anlage versorgt. „Der Einsatz der Solarwärme schont die lokalen Biomassepotentiale und ermöglicht, dass diese effektiv genutzt werden können“, sagt Volker Wichter, Ortsbürgermeister von Neuerkirch. 

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Vakuumröhrenkollektoren nutzen Sonnenenergie
zur Wärmeerzeugun
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Quelle: Verbandsgemeindewerke Simmern

Der Impuls für die Umstellung der Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien ging von den Bürgern der jeweiligen Ortsgemeinde aus. „Ziel der sehr regen Arbeitsgruppen in den beiden Orten war und ist es, die solidarische und lebendige Dorfgemeinschaft zu fördern“, sagt Bernd Ries, Ortsbürgermeister von Külz. „Der Nahwärmeverbund ist Bestandteil einer ganzheitlichen Philosophie.“ Es war Konsens in Külz und Neuerkirch, die Wärmeerzeugung überwiegend mit regenerativen Energieträgern zu gewährleisten, und damit fossile Brennstoffe wie Erdöl und Flüssiggas zu ersetzen. Weil sich durch den Zusammenschluss der beiden Gemeinden der zu deckende Wärmebedarf vergrößerte, wurde die Kombination von Solarwärme und Holzenergie schließlich eine wirtschaftliche Option. Volker Wichter ist, genau wie Bernd Ries, sehr stolz auf das Nahwärmeprojekt: „In Neuerkirch werden aktuell lediglich noch fünf von 105 Häusern rein fossil beheizt. Die Klimaschutzziele des Bundes für den Wärmebereich für das Jahr 2050 sind in diesem historisch gewachsenen Ort, der durch alte Fachwerkhäuser geprägt wird, bereits heute erreicht. Dies zeigt, was machbar ist, wenn der Wille vorhanden ist.“ 

Die Solarwärmeanlage erzeugt jährlich rund 650.000 Kilowattstunden Wärme und deckt damit rund 20 Prozent des gesamten jährlichen Wärmebedarfs der angeschlossenen Haushalte von rund 3.100 Megawattstunden. Im Sommer reicht die Solarenergie aus, um 100 Prozent des Wärmebedarfs zu decken. 

Die Errichtung und den Betrieb von Anlagen und Netz haben die Verbandsgemeindewerke Simmern, die Eigenbetriebe der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück, übernommen. Für die Realisierung des Nahwärmeprojektes investierten sie rund fünf Millionen Euro, die vorwiegend als Auftragsvolumen für regionale Unternehmen verausgabt wurden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Rheinland-Pfalz haben das Projekt finanziell gefördert.

Ein ausführliches Online-Portrait zum Nahwärmeprojekt in Neuerkirch und Külz findet sich auf www.kommunal-erneuerbar.de/de/energie-kommunen/energie-kommunen/neuerkirch-und-kuelz.html. 
 
Welche Vorteile die Kombination von Wärme aus Solar- und Bioenergie hat, zeigt die neue AEE-Publikation „Solarenergie und Biomasse: Wenn die Sonne doppelt wärmt“. www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/hintergrundpapiere/solarenergie-und-biomasse-wenn-die-sonne-doppelt-waermt

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