Ab dem 1.1.2018 tritt das neue
Energiegesetz in Kraft, und damit auch die gesetzlichen Grundlagen der
minimalen Vergütung für Stromeinspeisung aus Solaranlagen. Die VESE-Website pvtarif.ch
hat dies gemacht, und stellt die Situation schweizweit dar.
Neu gelten die Gestehungskosten bzw. Beschaffungskosten
der Netzbetreiber als Minimalvergütung. Um abzuschätzen, ob der
Netzbetreiber den neuen Anforderungen genügt, empfiehlt das Bundesamt
für Energie, die Vergütung mit den gültigen Haushaltstarifen für
Strombezug zu vergleichen. Pvtarif.ch hat dies gemacht, und stellt die
Situation schweizweit dar. Es zeigt sich, dass heute einige
Netzbetreiber gerade mal 50% oder weniger ihres Energietarifs als
Vergütung für den Solarstrom gewähren. Diese Netzbetreiber geraten jetzt
unter Druck, die Vergütungen per 1.1.2018 anzuheben.
Auch
mit dem am 1.1.2018 in Kraft tretenden Energiegesetz werden die
Vergütungstarife der Verteilnetzbetreiber für Solarstrom weiterhin sehr
unterschiedlich bleiben und somit für Diskussionstoff sorgen. Der
Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE betreibt seit 2 Jahren die
Informationsseite pvtarif.ch mit den Einspeisevergütungen und Messkosten für Solarstrom von über 400 Netzbetreibern schweizweit.
Die
Webseite wurde jetzt erweitert und bietet neu verschiedene weitere
Möglichkeiten. An erster Stelle steht der aktuell sehr wichtige
Vergleich zwischen dem Haushaltstarif und der Solarstromvergütung des
jeweiligen Netzbetreibers. Dieser Vergleich kann, gemäss den im November
publizierten Erläuterungen des Bundesamts für Energie, zur Bestimmung
der Minimalvergütung der eingespeisten Energie herangezogen werden. Wie
die entsprechende interaktive Karte von pvtarif.ch zeigt, weisen per
Ende 2017 einige Netzbetreiber äusserst tiefe Vergütungen, im Bereich 40
bis 60% ihres Haushalttarifs, auf. Diese Netzbetreiber stehen jetzt in
der Verpflichtung, ihre Rückliefertarife anzuheben, falls sie nicht mit
dem neuen Gesetz in Konflikt kommen wollen.
Neu
zeigt die pvtarif.ch auch die sogenannte Nettovergütung an, also die
Vergütung nach Abzug der Kosten des Stromzählers: auch diese Karte zeigt
erstaunliche hohe Unterschiede: in einigen Netzgebieten sind die Kosten
des Stromzählers so hoch, dass am Schluss gerade mal 1 bis 2 Rp/kWh für
den Anlagenbetreiber überigbleiben. In extremen Fällen wird dieser Wert
sogar negativ, was heisst, dass der Anlagenbetreiber netto Geld zahlen
muss, wenn er Energie einspeist. Die neue Webseite von pvtarif.ch bietet
zudem weitere wichtige Anzeigen wie Leistungstaxen, Tariffahrpläne, und
die Textsuche nach Gemeinde, Postleitzahl und Netzbetreiber. Ein
API-Interface zur automatisierten Datenabfrage rundet das neue Angebot
ab, und etabliert pvtarif.ch so zur einer unumgänglichen
Informationsquelle sowohl für die Photovoltaikbranche als auch für die
Energiepolitik.
• Nettovergütung: Vergütung nach Abzug der Messkosten >>
• Vergütung im Verhältnis zum H4-Haushaltstarif >>
• Tarif Energiebezug (H4-Haushaltstarif) >>
• Leistungstarif beim Energiebezug >>
www.pvtarif.ch
Quelle: VESE – Verband unabhängiger Energieerzeuger – eine Fachgruppe der SSES
Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
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Samstag, 25. November 2017
Freitag, 24. November 2017
Black Friday im Solarbusiness
Die
beiden Schweizer Solarunternehmen winsun und TRITEC lancieren am
heutigen „Black Friday“ die bisher grösste Solaraktion der Schweiz. Sie
übernehmen die Einmalvergütung für Eigenheimbesitzer, die sich am Black
Friday für den Kauf einer Solaranlage entscheiden. Unter normalen
Umständen müssten Eigenheimbesitzer die Einmalvergütung, die bis zu 30%
der Investitionskosten betragen kann, zuerst selbst übernehmen und diese
anschliessend beim Bund zurückfordern – was eine Wartezeit von über
einem Jahr zur Folge haben kann.
Experten
rechnen damit, dass sich diese Wartezeiten mit dem Inkrafttreten des
Energiegesetzes per 1. Januar 2018 sogar verdoppeln oder verdreifachen. «Der
Grund dafür ist simpel: Für Anlagen, die nach dem 30. Juni 2012 gebaut
wurden, griff bisher die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Doch
auf den 1. Januar kommen all diese Anlagen auf die Warteliste für die
Einmalvergütung. Die Wartezeiten für die Subventionen werden somit noch
länger», erklärt Beat Ruppen, Verwaltungsratspräsident von winsun. Das Unternehmen lanciert deshalb gemeinsam mit der TRITEC am Black Friday erstmals eine Solaraktion zur Einmalvergütung.
Potenzielle Solarstrom-Produzenten werden zur Eigenstromproduktion ermutigt, indem sie die Einmalvergütung direkt vom Installateur erhalten. Sie profitieren so von einer direkten finanziellen Ermässigung und sparen sich die monatelangen Wartezeiten. Die Einmalvergütung wird bei dieser Aktion von den beiden Solarunternehmen beim Bundesamt für Energie eingefordert. «Wir übernehmen für eine Anlage, die den Eigenheimbesitzer beispielsweise 25‘000 Schweizer Franken kostet, 7‘500 Schweizer Franken. Die Investitionskosten sind für ihn somit wesentlich tiefer. Wir wollen den Eigenheimbesitzern durch finanzielle Anreize den ersten Schritt zu einer eigenen Solaranlage vereinfachen», erklärt Beat Ruppen.
Im Fokus steht für die Initianten der Aktion die Energieproduktion mit erneuerbaren Energien.
Die Stromerzeugung mithilfe der Sonne wird in Zukunft einen
wesentlichen Bestandteil der Energieversorgung in der Schweiz abdecken. Roland
Hofmann, CEO der TRITEC, sagt: «Nach dem ‘Ja’ zur Energiestrategie gilt
es jetzt, neue Energielieferanten für eine sichere Energiezukunft zu
finden. Die Gewinnung von Solarstrom ist eine der wesentlichen
Stromquellen der Zukunft. Mit dieser Aktion wollen wir
der Bevölkerung das Potenzial der Sonnenenergie näherbringen. Der
Zeitpunkt für die Installation einer eigenen Photovoltaikanlage ist
jetzt.»
Neben der Übernahme der Einmalvergütung beinhaltet der Solardeal auch Mengenrabatte. Je mehr Leute sich auf www.solardeal.ch für die Installation einer Solaranlage einschreiben, desto höher fällt der Mengenrabatt aus. Der Verlauf der Aktion kann am Freitag auf der Internetplattform www.solardeal.ch
mitverfolgt werden. Auf dieser Seite können die zukünftigen
Eigenstromproduzenten an der Solaraktion teilnehmen. Der Deal endet am
Freitagabend, 23:59 Uhr.
Der Solardeal
Über winsun
Die
winsun AG mit Hauptsitz in Steg im Kanton Wallis ist ein auf Solarstrom
spezialisiertes Jungunternehmen. Seit der Gründung im Jahr 2011 hat
sich die winsun AG schnell zu einer der führenden Anbietern in der
Planung, Beratung und Installation von Energielösungen im Bereich
Photovoltaik entwickelt. Mittlerweile zählt das Unternehmen 70
Mitarbeitende verteilt auf fünf Standorte in der Schweiz. Seit ihrer
Gründung wurden mehr als 400 Photovoltaik-Anlagen installiert. Ende 2016
gewann die winsun AG den Prix Sommet der UBS zum Thema geteilte
Unternehmensführung. Seit August 2017 ist das deutsch-schweizerische
Energieversorgungsunternehmen Energiedienst Holding AG Hauptaktionärin.
Über TRITEC
TRITEC
ist seit 1987 führender Partner für dezentrale Energieversorgung wie
Photovoltaik-Anlagen, elektrische Speicher und Wärmepumpen. Mit der
Fläche von rund 6 Fussballfeldern (38‘500m2) realisierte das
Unternehmen eines der grössten und leistungsstärksten Solarkraftwerke
der Schweiz in Neuendorf (SO). Für die Innovationskraft in der
Produkteentwicklung und der Gebäudeintegration erhielt die TRITEC Gruppe
mehrfach den Schweizer und den Europäischen Solarpreis. Seit 2015
bündelt TRITEC ihr Know-how mit der Energiedienst
Holding AG und setzt sich seitdem mit 40 Mitarbeitern am schweizer- und
deutschen Markt für die Energiewende ein. Die beiden Unternehmen setzen
mit der Gründung der TRITEC AG mit Sitz in Aarberg (BE) ein klares
Signal für eine nachhaltige Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren
Energien. So ermöglicht die umfassende intelligente Photovoltaik-Lösung
der TRITEC AG Endkonsumenten, unabhängige Selbstversorger zu werden.
Mittwoch, 22. November 2017
Europäischer Solarpreis geht erneut auch in die Schweiz
Hoch über den Dächern von Wien, in den
Räumen der Technischen Universität (TU the Sky) wurde am Wochenende der Europäische Solarpreis 2017
verliehen. Nach Rom, Prag und Barcelona, fand die diesjährige
Preisverleihung des Europäischen Solarpreises gemeinsam mit EUROSOLAR
Austria in Wien statt. Den Preis, der von EUROSOLAR e.V. ins Leben
gerufen wurde, erhielten zehn Sieger aus zehn verschiedenen Ländern in zehn Kategorien - unter anderem der Stadionneubau in Schaffhausen (Bild).
„Die Anzahl und Qualität der
Innovationen und Erfolge ist dieses Jahr besonders ermutigend, weil es
eine starke Botschaft nach Europa sendet. Erneuerbare Energien stellen
nicht nur die maßgebliche Infrastruktur für Wohlstand und soziale
Gerechtigkeit dar. Sie sind auch unentbehrlich zur Bekämpfung der
Erderwärmung und für ein friedliches Zusammenleben“, erklärte
EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege bei seiner Begrüßungsrede.
Wolfgang Hein,
Vorstandsmitglied von EUROSOLAR Austria, wies darauf hin, dass
Österreich die besten Voraussetzungen dafür hat, seinen gesamten Strom
bis 2022 aus Erneuerbaren zu beziehen und dies auch initiieren sollte.
„Alle Neubauten sollten rechnerisch Plusenergiebauten sein und die
Sanierungsrate für Altbauten müsste auf drei Prozent jährlich angehoben
werden. Im Verkehrsbereich sollte in den nächsten zehn Jahren eine
massive Verlagerung zu umweltverträglichen Verkehrsmitteln erreicht
werden und der restliche Straßenverkehr in 20 Jahren mit erneuerbar
erzeugtem Strom erfolgen. Der Produktionssektor sollte sich weiter in
Richtung effizienten Ressourcenverbrauch und der innovativen Nutzung
Erneuerbarer Energien entwickeln“, forderte Hein.
Beim ergänzenden Symposium präsentierten
und diskutierten die Referenten über Potentiale und Erfahrungen für ein
nachhaltiges europäisches Energiesystem in den Bereichen solare
Architektur, Stadtplanung, Wirtschaft und Politik. Sie kamen zu dem
Schluss, dass die notwendigen Technologien, um veraltete konventionelle
Strukturen durch nachhaltige zu ersetzen, bereits vorhanden sind. Als
Forderung an die Politik wurde festgehalten, dass die
EU-Mitgliedsstaaten alle Barrieren für die Nutzung Erneuerbarer Energien
abbauen und in der Lage sein sollten, ihre eigenen Marktregeln für den
Einsatz und den Handel Erneuerbarer Energien zu wählen.
Der Europäische Solarpreis 2017 wurde an zehn Preisträger verliehen:
Kategorie: Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
Stadt Kaposvár, Ungarn
Außerordentlicher Einsatz, um als erste ungarische Stadt eine Energieversorgung mit 100% Erneuerbaren Energien zu realisieren
www.kaposvar.hu
Kategorie: Solare Architektur und Stadtplanung
Stavros Niarchos Foundation Cultural Center (SNFCC), Griechenland
Starkes Symbol für ökologische Nachhaltigkeit und das Potential Erneuerbarer Energien, integriert in ein Gebäude des kulturellen Lebens, das neue architektonische Maßstäbe setzt
www.snfcc.org
Kategorie: Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen
Green City Energy, Deutschland
Langfristiger und weitreichender Beitrag für den Ausbau Erneuerbarer Energien in Bürgerhand
www.greencity-energy.com
Kategorie: Lokale und regionale Vereine/Gemeinschaften
Region Thayaland, Österreich
Beispielhafte regionale Implementierung Erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität, durch die finanzielle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger
Kem.thayaland.at
Kategorie: Besitzer und Betreiber Erneuerbarer-Energien-Anlagen
Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS), Schweiz
Praktische und effiziente Nutzung der Dachfläche eines Fußballstadions zur Erzeugung von Solarenergie bei gleichzeitiger Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Erneuerbare Energien
www.eks.ch
Kategorie: Transport und Mobilität
Stadt Oslo, Norwegen
Zukunftsweisendes Mobilitätskonzept mit besonderer Berücksichtigung von Elektrofahrzeugen und Vorbildfunktion für europäische Städte
www.oslo.kommune.no
Kategorie: Medien
Antonio Cerrillo, Spanien
Langjährige verantwortungsvolle Berichterstattung für eine nachhaltige und umweltfreundliche Entwicklung in Spanien und Europa
www.lavanguardia.com
Kategorie: Bildung und Ausbildung
LEGO Gruppe, Dänemark
Inspirierendes Konzept zur Bewusstseinsschaffung für Erneuerbare Energien und Umweltschutz bei Kindern
www.lego.com
Kategorie: Eine-Welt-Zusammenarbeit
EcoPeace Middle East, Jordanien/Palästina/Israel
Innovative Strategie für eine nachhaltige Entwicklung mit Hilfe Erneuerbarer Energien in einer der wasserärmsten und konfliktreichsten Regionen der Welt
http://ecopeaceme.org/
Kategorie: Sonderpreis für persönliches Engagement
Arnold Schwarzenegger, Vereinigte Staaten von Amerika/Österreich
Langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien sowie Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Klimawandel
www.schwarzenegger.com
Der Europäische Solarpreis wird von EUROSOLAR in Kooperation mit den nationalen Sektionen seit 1994 jährlich an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine und Organisationen, Architekten, Journalisten und private Personen verliehen. Mit der Verleihung werden innovative Vorbilder und engagierte Wegbereiter aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt sowie neue Impulse für eine regenerative und dezentrale Energiewende in Europa gegeben.
Dienstag, 21. November 2017
Solarcontainer für Afrika
Africa GreenTec startet erfolgreich mit Pilotprojekt in Niger. Im September 2017 eröffnete Staatsminister Ouboumoudou Mahamadou gemeinsam mit ANPER unseren ersten Standort in Niger: Amaloul Nomade in der Tahoua Region.
Das Start-Up Africa GreenTec hat nach dem Start des Projekts 2014 in Mali seinen ersten Solarcontainer im Niger in der Region Tahoua erfolgreich in Betrieb genommen und sichert mit einer mobilen 41 kWp-Photovoltaikanlage und einem 60 kWh-Batteriespeicher die Stromversorgung des Dorfes Amaloul Nomade, das nicht ans nationale Stromnetz angeschlossen ist. Mit dem Solarstrom können die Bewohner vor Ort auch nach Einbruch der Dunkelheit arbeiten und lernen. Der Bau, Transport und die Installation des 40-Fuß-Solarcontainers wurden durch Privatinvestoren und die internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ermöglicht.
Durch Niger, das Land mit
dem geringsten Entwicklungsstatus weltweit, gehen 90 Prozent der
afrikanischen Fluchtrouten. Neben Mali steht das Land daher im Fokus der
Bemühungen der Bundesregierung, die Ursachen der Flucht nach Europa
einzudämmen.
Der Aufbau des
Solarcontainers erfolgte im Rahmen des Projektes Klimapartnerschaften
mit der Wirtschaft, welches von der DEG – Deutschen Investitions- und
Entwicklungsgesellschaft mbH als Teil der Internationalen
Klimaschutzinitiative (IKI) umgesetzt wird. Das Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert die
Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
„Wir können den Menschen vor
Ort ein bisschen Komfort, Zugang zu Bildung und Wissen und eine
Perspektive bieten – all diese Dinge laufen heute vor allem über eine
zuverlässige Versorgung mit Strom“, so Torsten Schreiber, Gründer und
Vorstand von Africa GreenTec. „Durch unser gemeinsames Investment vor
Ort bekämpfen wir Fluchtursachen effektiv, statt nur darüber zu reden.“
Die
Lieferung des Solarcontainers durch Africa GreenTec gestaltete sich
schwierig. „Die letzten 75 Kilometer Wüstenpiste waren eine große
Herausforderung für die LKWs, wir können vor Ort keinen Kran einsetzen
und haben daher unser eigenes Hebesystem eingesetzt“, so Schreiber. Auch
die hohen Temperaturen machten dem Team bei der Installation zu
schaffen – diese musste tagsüber stattfinden, da vorher noch kein Strom
zur Verfügung stand. „Doch schließlich hatten wir es geschafft und
konnten mit den Menschen aus Amaloul Nomade das feiern, worauf sie so
lange gewartet haben: selbst erzeugten Strom“, so Schreiber.
Bei
Tagestemperaturen von rund 45 Grad ermöglicht der Solarcontainer mit
Speicher den Menschen in Amaloul Nomade, ihre Tätigkeiten in die
kühleren Abendstunden zu verlegen. Das soziale Leben endet nun nicht
mehr mit Einbruch der Dunkelheit um 18 Uhr, sondern das Dorf lebt nun
unter dem Schein elektrisch betriebener Lampen erst richtig auf: Die
Menschen nutzen den Strom für Radio, Fernsehen und Ventilatoren. Kinder
gehen in den Abendstunden zur Schule, Handwerker, Friseure und Cafés
können dank elektrisch angetriebener Geräte ihre Betriebe verbessern.
Zudem bekommen die Dorfbewohner erstmalig einen satellitengestützten
Internetzugang.
Im Gegensatz zu Dieselmotoren ist die
erneuerbare Variante der Energieversorgung für die Bewohner auch
günstiger, sauberer und leiser. Diesellieferungen, die sich häufig
verzögern oder verteuern können, erübrigen sich. Damit
die Anlage problemlos läuft und nachhaltig betrieben wird, hat Africa
GreenTec einen Wachmann und einen Elektriker eingestellt, die von dem
deutschen Sozialunternehmen ausgebildet werden. Aus der
Regionalhauptstadt Tahoua heraus kümmert sich zudem ein Supervisor um
die Anlage. Von Deutschland aus können die Leistung und der Zustand der
Anlage per Satellit überprüft werden.
Über Africa GreenTec AGDas von Aida und Torsten Schreiber gegründete Sozialunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, mit innovativen Technologien und Konzepten in Afrika eine effektive Energiewende voranzutreiben. Das Unternehmen wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Climate-KIC, dem Handelsblatt Energy Award in der Kategorie Start-up und dem pv magazine award.
Quelle: www.africagreentec.com
Sonntag, 19. November 2017
Strom garantiert nachhaltig
Die diesjährige Klimakonferenz in Bonn ist abgeschlossen.
Angesichts der Dringlichkeit des Klimathemas und der notwendigen
Energiewende sind die Ergebnisse eher ernüchternd. Die Energie
Genossenschaft Schweiz möchte bei dieser Gelegenheit auf ihre Projekte
Stromallmend und crowdPV hinweisen und zeigen, welche Möglichkeiten es
gibt, auf individueller Ebene aktiv zu werden - siehe auch Video am Schluss.
Die
Energie Genossenschaft Schweiz sticht in verschiedener Hinsicht heraus
aus dem Meer an bestehenden Initiativen im Energiebereich. Zum einen
betreibt sie mit der Stromallmend das peer-to-peer Netzwerk für
Produzentinnen und Konsumenten. Die Stromallmend ist sowohl für
Produzentinnen als auch für Konsumenten attraktiv: Produzenten können
ihre Solaranlage einfacher wirtschaftlich betreiben, und Konsumentinnen
beziehen zu einem fairen Preis Solarstrom. Sie wissen dabei, dass der
grösste Teil des bezahlten Betrages direkt den Produzenten zu Gute
kommt.
Zum anderen bietet die Energie Genossenschaft Schweiz crowdPV
an. Mit crowdPV kann man auch ohne eigenes Dach Solaranlagebesitzerin
werden: eine sinnvolle Lösung für all diejenigen, die keine eigene
Solaranlage auf dem Dach installieren können. Die Energie Genossenschaft
Schweiz plant, baut und betreibt die ganze Solaranlage und
administriert die Solarstrom-Herkunftsnachweise von Swissgrid.
Die Energie Genossenschaft Schweiz versteht sich als gemeinwohl-orientierte Wirtschaftsakteurin und verfasst regelmässig einen Gemeinwohlökonomie-Bericht. Für die Glaubwürdigkeit der Stromallmend steht auch die Stiftung für Konsumentenschutz, welche die Teilnahme an der Stromallmend empfiehlt.
Bisher war es möglich in der Stromkennzeichnung „nicht überprüfbare
Energieträger“ (sogenannten Graustrom) auszuweisen, wenn keine
Herkunftsnachweise vorhanden waren. Neu müssen für die
Stromkennzeichnung immer Herkunftsnachweise verwendet werden. Die Angabe
von nicht überprüfbaren Energieträgern ist nicht mehr zulässig. Wer
Endkunden mit Strom beliefert, muss also immer auch die entsprechende
Menge an Herkunftsnachweisen entwerten. Auch der Verbrauch von Bahnstrom
und die Verluste durch (Pump-)Speicherung sind kennzeichnungspflichtig.
Das totalrevidierte Energiegesetz (ES 2050) und weitere revidierte Bundesgesetze, die vom Bundesrat am 1. November 2017 verabschiedeten neuen Verordnungen (Energieverordnung, Energieförderungsverordnung, Energieeffizienzverordnung) bzw. Verordnungsänderungen (Kernenergieverordnung, Stromversorgungsverordnung, CO2-Verordnung, Verordnung über Gebühren und Aufsichtsabgaben im Energiebereich, Landesgeologieverordnung) sowie die neue Verordnung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) über den Herkunftsnachweis und die Stromkennzeichnung treten am 1. Januar 2018 in Kraft.
Bei der Umsetzung der Energiewende können wir uns neu auf die ES2050 abstützen. Es gilt, 36% Atomstrom aus dem Strommix durch neuen erneuerbaren Strom zu ersetzen! Die AKW Betreiber sind nicht an einer raschen Umsetzung interessiert, da sie A) ihre bestehenden KKW bis auf weiteres laufen lassen dürfen, B) sie über genügend Kraftwerk-Kapazität verfügen – im Markt zu viel Strom vorhanden ist und z.B. Wasserkraft unter Druck steht und C) die neuen erneuerbaren überwiegend von privaten Investoren realisiert werden und sich dadurch einen Teil vom über etliche Jahre unangetasteten Stromkuchen abschneiden. AKW-Betreiber haben es nicht leicht eine Lösung für diese Problematik zu finden. Idealerweise weiss der Endkunde nichts von der Stromkennzeichnung. Längerfristig werden es HKN aus AKW und Kohlekraftwerken schwierig haben. Der Endkunde kann schon heute frei wählen, über welche Qualität sein Strom verfügen soll. Wenn sich alle Stromkunden für Solarstrom-Herkunftsnachweise an Stelle von AKW-HKN entscheiden würden, gäbe es keine Legitimität für den Betrieb von KKWs mehr.
Die Energie Genossenschaft Schweiz betreibt mit der
Stromallmend das Elektrizitätswerk der Zukunft, da nur neue erneuerbare
Energie, allen voran Solarenergie, geliefert wird.
Quelle: www.stromallmend.ch
Samstag, 18. November 2017
Lernen von China ?
China hat einen radikalen „Schlachtplan gegen die Klimaverschmutzung“ verabschiedet – wie die FAZ und die TAZ übereinstimmend berichten. Ein Kommentar des deutschen Energiepublizisten Franz Alt.
Erst war das
Reich der Mitte der größte Klimasünder, jetzt aber entwickelt sich das
kommunistische Land zum Vorbild – mit drastischen Maßnahmen, zu denen eine
Jamaika-Koalition (in Deutschland) niemals den Mut hätte. Hunderttausende Arbeiter werden für
vier Monate in den Zwangsurlaub geschickt, damit sich die Smogsituation
verbessert. Fahrverbote? Diese sind in China schon längst Realität.
In vier
Provinzen hat China den ehrgeizigsten und strengsten Maßnahmen-Katalog
verkündet: In Hubei, Shenxi, Henan und Shangdong sowie in weiteren 28
Großstädten, zu denen auch Peking mit seinen 22 Millionen Einwohnern gehört.
Damit sollen hohe Smogwerte wie in den Vorjahren vermieden werden.
Die Werte
lagen in Peking und Shanghai bis zum dreißigfachen über den Grenzwerten, was zu
1.6 Millionen frühzeitigen Toten geführt hat wie die kommunistische Partei jetzt zur Rechtfertigung der Zwangsmaßnahmen
bekannt gab. Staats- und Parteichef Xi: „Wir müssen die strengsten
Umweltschutzmaßnahmen durchsetzen“.
Gegen den
Smog und seine verheerenden Folgen gab es in den vergangenen Jahren tausende
Volksaufstände. Die Partei ist zum Handeln gezwungen. Aufstände sollen in
diesem Winter möglichst vermieden werden. Ob das klappt, ist fraglich. Fabriken und
Kraftwerke produzieren zwischen November und April durch die bisher hohe
Kohleverbrennung starke gesundheitliche Belastungen für hunderte Millionen Menschen.
70% des Stroms werden in China noch immer durch Kohle produziert. Jetzt hat die
Regierung auch einen Bau-Stopp für Kohlekraftwerke beschlossen und mehrere
hundert besonders alte Kohlekraftwerke still gelegt.
Außerdem
wurden 44.000 kleinere Hochöfen geschlossen. In der Kohle-Hauptstadt Taiyan –
nahe Peking – ist der Verkauf und der Transport von Kohle komplett verboten
worden. In Peking darf auch auf dem letzten Hinterhof keine Kohle mehr
verbrannt werden.
7.000
Umwelt-Polizisten überwachen die neuen Vorschriften. Verstöße werden hart
bestraft. Im ganzen Land wurden 176.000 Unternehmen, die noch Kohle verbrannt
haben, über den Winter geschlossen.
Greenpeace
China hat vorgeschlagen, die in Zwangsarbeit geschickten Arbeiter in
energieintensive Umrüstung von Gebäuden einzusetzen.
Viele große
Baustellen, die als Verursacher der Staubverschmutzung gelten, wurden ebenfalls
dicht gemacht.
China nimmt
die Umweltbelastung durch Kohle weit ernster als die deutsche Bundesregierung.
Kann uns nur noch eine Öko-Diktatur retten? Vielleicht werden die Berliner
Jamaika-Unterhändler mal einen Blick nach China. Zumindest ist China das neue
Klima-Musterland.
Quelle: sonnenseite.com
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