Sonntag, 11. Juni 2023

Mär von der Renaissance der Atomkraft

Die IAEA (International Atomic Energy Agency) hat Zahlen zur weltweiten Atomstromproduktion 2022 veröffentlicht.   Der Atomstromanteil war weltweit so niedrig wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr.

Die soeben auf der Webseite der IAEA veröffentlichten Zahlen zeigen: Weltweit verliert die Atomstromproduktion an Bedeutung. Im Jahr 2022 wurden demnach weltweit 2.487 Mrd. Kilowattstunden (= TWh, Terawattstunden) Atomstrom erzeugt. Die gesamte Stromerzeugung auf unserem Planeten betrug nach einer Hochrechnung von Zahlen der IEA (Internationale Energieagentur) im Jahr 2022 etwa 29.178 Mrd. Kilowattstunden (29.178 TWh).

Damit ergab der weltweite Atomstromanteil nur noch 8,5 Prozent. Er war im Jahr 1996 mit 17,5 Prozent auf dem Höhepunkt. Seitdem sinkt er. Auch die Zahl der weltweit betriebenen AKW ist jetzt mit 410 Anlagen niedriger als beispielsweise 1990 mit 416 Anlagen. Dies straft alle Lügen, die seit Jahren behaupten, die Kernenergie sei weltweit auf dem Vormarsch. Wirklich auf dem Vormarsch sind Solar und Windkraft. In diesem Jahr werden nach Investitionsabschätzungen der IEA („Renewable Energy Market Update – Outlook for 2023 and 2024“) weltweit mehr Kapazität für Solar- und Windstrom zugebaut, als insgesamt an Atomstromkapazität besteht. 

Quelle:  FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. | Raimund Kamm 2023

Dienstag, 6. Juni 2023

Sichere Versorgung mit sauberer Energie - geht!

Für Gabriela Hug, Expertin für Stromnetze an der ETH Zürich, steht fest: Eine zuverlässige und zahlbare Versorgung mit erneuerbarer Energie ist keine Utopie – sondern für die Schweiz sinnvoll und machbar. Sie steht dem Energy Science Center (ESC) der ETH Zürich vor und verfasste diesen Text gemeinsam mit Christian Schaffner, Direktor des ESC. Der Beitrag erschien zuerst als Gastkommentar in der NZZ vom 6. Juni 2023 und sowie im Zukunftsblog der ETH-Z.

Um die schädliche und menschengemachte Erderwärmung einzudämmen, müssen wir die klimarelevanten Emissionen möglichst rasch senken und die unvermeidbaren Treibhausgase mit sogenannten negativen Emissionen kompensieren. Die Wissenschaft ist sich einig und die Politik hat entsprechend Ziele gesetzt: So soll die Schweiz gemäss Pariser Klimaabkommen bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen auf netto null absenken.

Der weitaus grösste Anteil dieser Emissionen entsteht in der Schweiz durch das Verbrennen von Erdöl und Erdgas im Gebäudebereich und durch den Verbrauch von Benzin und Diesel im Verkehr. Hier sollten wir also prioritär ansetzen. Die wichtigsten technischen Lösungen sind bekannt und erprobt: Ersatz von fossilen Heizungen durch Wärmepumpen und Wärmenetze und die Elektrifizierung des Verkehrs, wo immer dies möglich ist.

Die grosse Frage ist, ob diese Massnahmen technisch und kostenmässig so umsetzbar sind, dass wir bis 2050 von einer nachhaltigen, zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung profitieren können. An der ETH Zürich haben sich 15 Energieexpertinnen und -​experten zusammengesetzt und die Versorgungssicherheit in einer Netto-​Null-Energiezukunft für die Schweiz anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen analysiert.

Ein gangbarer Weg – aber kein Spaziergang 

In unserem Bericht kommen wir klar zum Schluss, dass eine fossilfreie Energieversorgung für die Schweiz technisch realisierbar ist, und zwar mit vertretbaren, je nach Rechnung sogar negativen Kosten – sofern die Schweiz die erneuerbare Stromproduktion rasch ausbaut und ein effizienter Stromhandel mit der EU weiter möglich ist. Die Elektrifizierung von Heizen und Verkehr kann und muss dabei parallel zum Zubau der erneuerbaren Stromquellen geschehen.

Trotzdem ist die Umsetzung herausfordernd: Der Stromverbrauch wird über die Jahre auf Grund der Elektrifizierung von Gebäude-​ und Verkehrssektor deutlich ansteigen – von den heute rund 60 TWh auf wohl über 80 TWh. Wichtig zu beachten ist dabei jedoch, dass durch den Effizienzgewinn der Gesamtenergiebedarf massiv abnimmt. Das verringert insbesondere die Auslandsabhängigkeit bei den fossilen Energieträgern.

«Wichtig zu wissen ist, dass selbst bei einem Status Quo des Energiesystems in den nächsten Jahrzehnten ohnehin beträchtliche Investitionen notwendig werden.»
Gabriela Hug

Ausserdem gilt es, den Strom aus den heute bestehenden Kernkraftwerken zu ersetzen. Eine Verlängerung der Laufzeit könnte hier rein technisch helfen. Dennoch ist klar: Es braucht massive Investitionen in die inländische Stromproduktion, insbesondere bei der Photovoltaik auf Gebäuden und idealerweise auch im alpinen Raum, sowie bei der Wasserkraft, sofern dies möglich ist. Auch zusätzliche Windkapazitäten würden vor allem im Winter helfen, da im Winter die Windproduktion höher ist als im Sommer. Wichtig zu wissen ist, dass selbst bei einem Status Quo des Energiesystems in den nächsten Jahrzehnten ohnehin beträchtliche Investitionen notwendig werden.

Stromhandel bleibt unabdingbar

Beim Landschaftsschutz und bei der Biodiversität sind in der Schweiz nun sinnvolle Kompromisse gefragt: Nicht alle Dächer müssen mit Solaranlagen gedeckt, nicht alle möglichen Windanlagen gebaut werden, aber es braucht einen Zubau an Kapazitäten, idealerweise nach gesellschaftlichen Abwägungen und auf der Basis von Erfahrungen aus Pilotanlagen. Auch eine Reduktion des Endverbrauchs ist wichtig und sinnvoll. Sei dies durch bessere Isolation und intelligentere Ausnutzung im Gebäudebereich oder durch ein effizienteres Verkehrsmanagement und nachhaltigere Mobilitätsformen. Politik und Gesellschaft müssen diese Optionen diskutieren, damit die beschlossenen Lösungen schnell umgesetzt werden.

Noch gibt es ungelöste Probleme. Nicht alle Anwendungen lassen sich sinnvoll elektrifizieren etwa der Langstrecken-​Schwertransport oder der Flugverkehr, wo wahrscheinlich synthetische Brenn-​ und Treibstoffe nötig werden. Diese muss die Schweiz wohl in Zukunft grösstenteils importieren.

Dazu kommt, dass die Saisonalität der Stromproduktion zu berücksichtigen und auszugleichen ist. Dies wird machbar durch saisonale Speicherung, etwa in Form von Wasser in Stauseen, Wärme (wie es auf dem ETH-​Campus auf dem Hönggerberg mit einem externe SeiteAnergienetz schon heute praktiziert wird) oder chemischen Energieträgern (zum Beispiel Wasserstoff oder Biomethan), und durch einen effizienten Stromhandel mit dem umliegenden Ausland. Dies war in den vergangenen Jahrzehnten bereits der Fall.

Stromhandel ist insbesondere aufgrund der Synergien sinnvoll: In Europa werden in grossem Stil Windanlagen zugebaut, die insbesondere im Winter Strom produzieren – die Schweiz generiert mit Wasserkraft und Photovoltaik vor allem im Sommer viel Strom. Eine wichtige Rolle wird die Verfügbarkeit von Daten zur Produktion und zur Nutzung spielen, um intelligente Lösungen im Netz zu ermöglichen und dieses zu entlasten.

Keine Angst vor Veränderungen

In der Schweiz haben wir alle Voraussetzungen, um den Wandel hin zu einer nachhaltigen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung zu realisieren: Eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur, Kapital, führende Hochschulen, Handwerkstradition. Schlussendlich braucht es jetzt den gesellschaftlichen und politischen Willen, diesen Wandel umzusetzen.

Obwohl sich die Ressourcen der verschiedenen Länder unterscheiden, sind die Herausforderungen weltweit oft ähnlich. Es bietet sich der Schweiz die einmalige Chance, ihre Innovationskraft nicht nur für die Energiewende der Schweiz zu nutzen, sondern künftig Technologien, Expertise und Erfahrung auch europa-​ und weltweit zu exportieren.

Sonntag, 4. Juni 2023

Für Solarwirtschaft: JA zum Klimaschutz-Gesetz


In zwei Wochen, am 18.Juni, ist der ominöse Abstimmungstermin – und wieder einmal hängt das JA zu einem Umweltanliegen in erster Linie an der Mobilisierung der Stimmberechtigten. Denn unzweifelhaft viele Schweizerinnen und Schweizer, ja wohl eine Mehrheit, steht hinter den Anliegen der Solarwirtschaft. Wenn diese also alle an die Urne gehen, ist eine mehrheitliche Zustimmung zum Klimaschutz-Gesetz  keine Frage! Deshalb auch hier der dezidierte Aufruf, die Abstimmung nicht zu verpassen - ein Aufruf von Solarmedia-Autor Guntram Rehsche!

 

Die Versorgung der hiesigen Energiewirtschaft mit Solarstrom ist der Schlüssel für die Energiewende, die bis ins Jahr 2050 die Versorgung der dannzumal noch wichtigeren Stromerzeugung mit Produktion von hiesigen erneuerbaren Energien sicherstellen soll. Dafür schreibt und publiziert der Blog Solarmedia seit bald 15 Jahren. Erfolgreich vor sechs Jahren bei der Abstimmung über die Energiestrategie – und hoffentlich nun  ebenso, wenn es um das Klimagesetz geht.

 

Logisch spielen da viele Aspekte hinein – hier sei der Fokus  auf die Solarwirtschaft gerichtet. Die Gegner*innen des Gesetzes rekrutieren sich vor allem aus der Öl- und Gaswirtschaft, sowie deren politischem Arm, der Schweizerischen Volkspartei SVP. Das muss alle hellhörig machen, die eben die Solarwirtschaft befürworten, die eingesehen haben, dass nur Solarstrom zusammen mit der Wasserkraft die energetische Versorgungssicherheit hierzulande herstellen kann. Dass weitere erneuerbare Energiequellen (Wind, Biomasse, Geothermie) wie auch ein ausgeklügeltes und abgestimmtes Speichersystem dazu gehören, versteht sich. Hellhörig muss auch machen, dass die schärfsten Befürworter*innen der Atomenergie, die sich derzeit mit der offenbar doch nicht so erfolgreichen Blackout-Initiative Luft verschaffen wollen, das Klimagesetz ebenfalls ablehnen. Ginge es ihnen wirklich ums Klima, dürften sie diese Vorlage nicht so vehement bekämpfen.

 

Es ist also klar, wo wir stehen – abgesehen davon, dass noch viele andere Gründe für dieses Klimagesetz sprechen: Wir befinden uns mitten im Kampf zwischen den alten fossilen und nuklearen Energieformen und den Erneuerbaren, zuvorderst der Sonnenenergie. Nur letztere ist zukunftsfähig – und deshalb gilt dem Klimagesetz ein deutliches JA! Noch kommende Woche ist die einfache, briefliche Stimmabgabe möglich!

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Sonntag, 28. Mai 2023

Reichen sie denn nun - oder nicht?

 

Na ja, wer sich diese etwas langatmigen Ausführungen antut (ich dürfte es als Autor von Solarmedia als einer der wenigen bis zum Schluss getan haben), vermerkt u.a. folgendes:  

- Nuklear-Option ist ähnlich materialintensiv wie Photovoltaik 

 - Verfügbarkeit der Rohstoffe nirgends als Problem vermerkt  

- Technischer Fortschritt wird völlig ausgeblendet - und der ist bekanntlich bei PV am grössten, auch weiterhin  

Fazit: Rohstoffseitig ergeben diese auf IEA UND McKinsey basierten Aussagen keine Probleme für 100% Erneuerbar, m.a.W. Zukunft ist erneuerbar! Interessant immerhin: Aussagen zu Uran fehlen, und da sind die grössten Verfügbarkeitsprobleme zu vermuten (Reserven reichen grad mal für 13 Jahre, sollte der Weltenergiebedarf völlig atomar gedeckt werden).  

Und noch ein PS: Die Investitionen in saubere Energietechnologien werden gemäss IEA die Ausgaben für fossile Brennstoffe 2023 weltweit deutlich überschreiten. Dabei verstärken die durch die globale Energiekrise ausgelösten Bedenken hinsichtlich der Erschwinglichkeit und Sicherheit der Energieversorgung die Dynamik zugunsten nachhaltigerer Optionen.

Text: © Solarmedia Guntram Rehsche

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Donnerstag, 25. Mai 2023

Europäische Solar-Messe: Aktueller denn je

Die Photovoltaik-Produktion soll nach Europa zurückkehren – mit starkem Rückenwind aus der Politik. Denn um die Energiesouveränität und die Resilienz des europäischen Energiesystems auf Dauer zu erreichen, müssen technologische Abhängigkeiten und Lieferkettenschwierigkeiten minimiert werden. Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft, widmet sich gleich mehrfach dem hochaktuellen Thema.

So stellen auf der Intersolar Europe Conference 2023 Experten Strategien vor, mit denen die Europäische Union (EU) die Wiederansiedlung der Photovoltaik-Produktion in Europa erreichen will. Darüber hinaus präsentieren Aussteller auf der Fachmesse innovative Lösungen für die PV-Produktionstechnik und Experten berichten auf der „PV Manufacturing Stage“ über Highlights der Fertigung von Solaranlagen. Die Intersolar Europe ist Teil von The smarter E Europe und findet parallel zur ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe vom 14. bis 16. Juni auf der Messe München statt.  

Politik und Wirtschaft sind sich einig: Photovoltaik (PV) muss wieder in Europa gefertigt werden – der Ausbau der Produktion ist zu beschleunigen, Bremsen sind zu lösen. Aktuell übersteigt die PV-Nachfrage die verfügbaren Produkte europäischer Hersteller um ein Vielfaches. So wurden laut dem Marktforschungsunternehmen PwC im Jahr 2021 in der gesamten EU lediglich Module mit einer Leistung von 8,3 Gigawatt  (GW) hergestellt. Zum Vergleich: Allein Deutschland will in diesem Jahr PV mit einer Leistung von 9 GW installieren. Lieferkettenschwierigkeiten und technologische Abhängigkeiten drohen den boomenden PV-Ausbau zu behindern.


Mehr PV-Module „Made in Europe“: Die Politik hat das erkannt und gibt dem Ausbau der PV-Produktion Rückenwind. Laut aktueller PV-Strategie der Bundesregierung wollen Deutschland und Europa industrielle Produktionskapazitäten für die gesamte PV-Wertschöpfungskette aufbauen, sodass künftig die steigende Nachfrage maßgeblich aus heimischer Produktion gedeckt werden kann. Dafür erarbeitet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine Studie zur Wiederansiedlung der PV-Industrie in Deutschland („Libertas“). Die Regierung plant außerdem ein Investitionsförderprogramm sowie die stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung.

Auch die EU setzt auf den Ausbau der Produktion: Im Jahr 2030 sollen 40 Prozent der jährlich zu installierenden PV-Module aus europäischer Produktion stammen. Die Europäische Kommission hat im „Green Deal Industrial Plan“ neue Beihilferegeln (Temporary Crisis and Transition Framework, TCTF) beschlossen, um die Produktion von PV-Modulen – ebenso wie von Batterien, Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Elektrolyseuren – zu fördern. Die kürzlich gegründete European Solar PV Industry Alliance (ESIA) plant, bis 2025 eine PV-Industrie mit einer jährlichen Produktionskapazität von 30 GW und einer wirtschaftlichen Wertschöpfung von 60 Milliarden Euro in Europa zu etablieren. Mehr als 400.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Die europäische PV-Industrie reagiert auf die stärkere Nachfrage – und handelt bereits. Aktuelle Beispiele: SMA Solar Technology (Deutschland) baut in Hessen eine 20-GW-Fabrik für Systemlösungen für PV-Großanlagen. Wechselrichter-Produzent Fronius (Österreich) investiert in diesem Jahr 233 Millionen Euro in den Ausbau der Produktionskapazität. Belinus (Belgien) plant Fünf-GW-Modulfabriken in Belgien und Georgien, Futurasun (Italien) eine Zwei-GW-Modulfabrik in Cittadella (Venetien). Der italienische Energieversorger Enel baut eine Drei-GW-Modulfabrik in Sizilien. Der litauische Modulhersteller Solitek investiert ebenfalls in ein neues Werk in Italien.

Kernthema der Intersolar Europe Conference und Fachmesse Intersolar Europe 2023: Die Renaissance der europäischen PV-Produktion ist hochaktuell – und deshalb gleich mehrfach Thema auf der Intersolar Europe Conference 2023: Am 13. und 14. Juni stellen Experten im International Congress Center Messe München (ICM) ihre Strategien für den Ausbau der PV-Produktion vor. In der Session „Strategien für eine globale & europäische Dekarbonisierung: Diskussion zur langfristigen Rolle von Solarstrom“ stellen Vertreter des europäischen Branchenverbands SolarPower Europe den Bericht „Global Market Outlook 2023-2027“ vor und berichten über politische Maßnahmen sowie Geschäftsstrategien für einen beschleunigten Ausbau von Solarkapazitäten. In zwei ESIA-Foren zur „Solarproduktion in Europa“ diskutieren die Teilnehmer Hindernisse beim Aufbau der europäischen Solarindustrie und darüber, wie die lokale Produktion gefördert werden kann.

Auf der Intersolar Europe 2023 präsentieren Aussteller vom 14. bis 16. Juni in der Halle A2 innovative Lösungen für die Produktionstechnik. Außerdem berichten Experten auf der vom VDMA und SolarPower Europe organisierten „ PV Manufacturing Stage“ (Halle A2, Stand A2.409)  über Highlights der Solarproduktion: Hersteller von Solarwafern, -zellen und -modulen sowie PV-Produktionsanlagen tauschen sich über Technologien, Prozesse und Konzepte aus. Außerdem gibt es Präsentationen zu Zell- und Modultechnologien und zu modernsten Produktionsanlagen „made in Europe“. Führende Solarhersteller stellen Geschäftsszenarien vor. Neben der integrierten PV, beispielsweise für Gebäude und Fahrzeuge, werden Charakterisierung und Messtechniken für Wafer, Zellen und Module präsentiert. Außerdem lädt der VDMA am 13. Juni zu einem Workshop über die „Libertas“-Studie zur Wiederansiedlung der PV-Industrie in Deutschland ein.

Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe finden vom 14.–16. Juni 2023 im Rahmen Europas größter energiewirtschaftlicher Plattform The smarter E Europe auf der Messe München statt.

Weitere Informationen unter: 
www.Intersolar.de
www.TheSmarterE.de

Mittwoch, 24. Mai 2023

Grosses Interesse am nation. Wärmekongress

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Der 1. Nationale Wärmekongress der aeesuisse ging am 23. Mai 2023 in Pratteln (Basel) erfolgreich über die Bühne. Unter dem Motto «Wärmewende konkret!» diskutierten die prominenten Referent:innen gemeinsam mit rund 250 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, wie eine erneuerbare Wärmeversorgung realisiert werden kann. Die Dekarbonisierung des Wärmesektor ist eine wichtige Massnahme zur Erreichung der Klimaziele.

Spätestens die drohende Energiemangellage im vergangenen Winter hat uns unsere fatale Abhängigkeit von fossilen Energien drastisch vor Augen geführt. Unsere Energieversorgung basiert zu rund 70 Prozent auf Ressourcen, die in der Schweiz nicht verfügbar sind. In diesem Zusammenhang rückt auch die Wärmeversorgung zunehmend in den Fokus. Denn: Wärme und Kälte wird zum grössten Teil mit fossilen Ressourcen bereitgestellt, auch wenn die erneuerbaren Energien kontinuierlich an Boden gut machen. Mit dem ersten nationalen Wärmekongress initiieren die aeesuisse eine Plattform, die Entscheidungsträger:innen und Wärmewendemacher:innen aller Technologien zusammenbringt und der Wärmewende zu einer breiteren Aufmerksamkeit verhilft. 

Hochkarätige Referent:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung: Nach der Eröffnungsrede von aeesuisse Präsident Gianni Operto und einem Grusswort von Isaac Reber, Regierungsrat Kanton Basel-Landschaft startete das Warm Up mit spannenden Vorträgen von Prof. Dr. Reto Knutti «Die Klimakrise spitzt sich weiter zu» und Markus Portmann, Geschäftsführer, e4plus AG, «Plusenergie und klimaneutral – politische Massnahmen für den nachhaltigen Betrieb des Schweizer Gebäudeparks».

Anschliessend stellten die Macher:innen der Wärmewende ihre umgesetzten Projekte vor: Meilen: Synergien zwischen einer Areal-Lösung und einem Energieverbund, Romeo Deplazes, Bereichsleiter Lösungen und Stv. CEO, Energie 360°, Erlenmatt Ost: Strom und Wärme für 500 Bewohner:innen, Thomas Tribelhorn, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ADEV Energiegenossenschaft Seewasserverbunde CO₂-frei heizen und kühlen mit Seewasser, Christoph Deiss, Leiter Energielösungen, ewz, Sanierung mit RF1-Energiesparfenstern bei laufendem Wohnbetrieb – Fallstudie «Parc Dinu-Lipatti» in Genf, Mike Vogt, Leiter Innovation & Digitalisierung 4B AG, Vom Bestand aus 1970 zu einem zukunftsfähigen PlusEnergieBau, Fabrice Bär, Projektleiter, GIUSEPPE FENT AG – Architektur im Klimawandel SIA, Maison Climat, Biel … durch und durch nachhaltig, Heinz Beer, Unternehmer, Beer Holzbau AG, Saisonale geologische Speicherung, das Beispiel GeniLac© (Genf), Michel Meyer, Geothermie-Manager, SIG, Leuchtturm suissetec Campus, Oskar Paul Schneider, Leiter suissetec Bildungszentrum Lostorf, Solares Fondue: Prozesswärme für den Emmi Produktionsbetrieb in Langnau i. E. (P&D SolarEmmi), David Theiler, Projektleiter Forschung, SPF Institut für Solartechnik.

Den Nachmittag eröffnet Daniel Büchel, Vizedirektor des BFE. In den Breakout Sessions wurde vertieft auf die fünf Themen «Smart Green Building», «Fachkräftemangel und Bildungsinitiative», «Low hanging fruits», «Wärmestrategien» und «vernachlässigte solare Wärme» eingegangen. Zum Abschluss gab es spannende Einblicke in die Politik von Denis Billat, Fachspezialist Industrie und Dienstleistungen, BFE, Rafael Mesey, Leiter Neue Energien CKW und David Stickelberger, Leiter Markt und Politik, Swissolar mit einer anschliessenden Podiumsdiskussion mit Daniel Büchel, Vizedirektor des BFE, Dr. Peter Richner, stv. Direktor EMPA, Kaspar Sutter, Regierungsrat Basel-Stadt, Maya Graf, Ständerätin GPS und Markus Meier, Direktor HEV Schweiz, über die politischen Massnahmen für den nachhaltigen Betrieb des Schweizer Gebäudeparks.

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