Samstag, 13. Januar 2018

Auch links und rechts beachten!

Liebe Leserin, lieber Leser
Ich freue mich über Ihr ungeteiltes Interesse an Meldungen und Berichten aus der weltweiten Solarwirtschaft. Zur Ergänzung dienen die Hinweise in der ganz linken und der rechten Spalte von Solarmedia, die zu interessanten Artikeln aus internationalen Medien zu den Themen Solar (aktuell zu den Kostenunterschieden von PV-Anlagen in der Schweiz und in Deutschland), Energie allgemein und Nachhaltigkeit (linke Spalte) sowie Finanz-Anlage und Vorsorge (rechte Spalte) führen.

Freitag, 12. Januar 2018

Stagnation in der Schweiz

Der Sonnenenergie-Fachverband Swissolar legt zu Jahresbeginn eine erste Einschätzung zur Marktentwicklung 2017 vor. Photovoltaik ist weltweit weiterhin auf Wachstumskurs, während sie in der Schweiz aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen stagniert hat. Letzteres dürfte sich 2018 bei Photovoltaik ändern. Bei Solarwärme ist weiterhin ein teils politisch verschuldeter Rückgang zu verzeichnen. Swissolar appelliert deshalb an die Kantone, ihre Energiegesetze im Rahmen der anstehenden Revisionen zu koordinieren und auf eine erneuerbare Energieversorgung hin auszurichten.

Gemessen an der installierten Leistung war Photovoltaik (Solarstrom) die Energieerzeugungstechnologie, die 2017 weltweit am meisten zugelegt hat. Allein die letztes Jahr neu installierte Leistung von rund 100 Gigawatt (33 % mehr als im Vorjahr) könnte mehr als das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Für 2018 wird mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50 % gerechnet. 

Mitunter sinnvoll: Kombination von Sonnenkollektoren für
Solarthermie (obere Reihe links) und Solarmodulen für Strom-
erzeugung (restliche Solaranlage von Schweizer).
In der Schweiz geht der Verband Swissolar für 2017 laut ersten Hochrechnungen von einem stagnierten Photovoltaikmarkt aus. Die neu installierte Leistung dürfte bei 250-270 Megawatt liegen (etwa 1,6 bis 1,8 Millionen Quadratmeter = 225-250 Fussballfelder). Damit steigt der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch um ein halbes Prozent auf rund 3 Prozent und ist nun nach der Wasserkraft mit Abstand die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle. Für 2018 wird erwartet, dass der Schweizer Markt wieder auf über 300 MW wachsen wird. Grund dafür sind die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen. Nun existieren wieder günstige Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen. Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle verbraucht werden kann (Eigenverbrauch) und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können.

Eine ganz andere Entwicklung zeichnet sich bei der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) ab. Hier rechnet Swissolar für 2017 mit einem weiteren Marktrückgang auf rund 50‘000 m2 zusätzlicher Kollektorfläche. Dies entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 ist noch von keiner Belebung des Marktes auszugehen. Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn 2014) sehr wichtig. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen. Solarwärme kann wesentlich dazu beitragen, den hohen Anteil des Schweizer Gebäudeparks an den Treibhausgasemissionen (40 %) zu reduzieren.

Quelle: swissolar.ch

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Donnerstag, 11. Januar 2018

Prix Watt d'Or - Gewinner 2018

Die goldenen Gewinner/innen des Jahres 2018 sind die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich gemeinsam mit der Schréder Swiss SA (Kategorie Energietechnologien), das Paul Scherrer Institut gemeinsam mit Energie 360° (Kategorie Erneuerbare Energien), ABB Schweiz AG gemeinsam mit Carrosserie HESS AG, Transports Publics Genevois, Services industriels de Genève und Office de Promotion des Industries et des Technologies (Kategorie Energieeffiziente Mobilität), Dietrich Schwarz Architekten AG (Kategorie Gebäude und Raum) und die Services industriels de Genève mit energo (Spezialpreis Effizienz). 

 

Die Watt d'Or Trophäe - eine Schneekugel - wird den Gewinner/innen von der prominenten Jury unter Leitung von Ständerätin Pascale Bruderer Wyss im Kongresszentrum Kursaal in Bern überreicht. Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzten die Energiezukunft bereits heute erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie im Jahr 2006 den Watt d'Or, das Gütesiegel für Energieexzellenz, geschaffen. Ziel des Watt d'Or ist es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen und so Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit zu motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken. Der Watt d'Or ist nicht dotiert, es werden also keine Preisgelder ausgeschüttet. 71 Bewerbungen wurden bis Ende Juli 2017 für den Watt d'Or 2018 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 30 Beiträge aus denen die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Pascale Bruderer vier Siegerprojekte in vier Kategorien kürte. Darüber hinaus vergab die Jury einen Watt d'Or Sonderpreis für "Energieeffizienz".


KATEGORIE ENERGIETECHNOLOGIEN
EKZ - Elektrizitätswerke des Kantons Zürich und Schréder Swiss SA: Zukunftslicht
Die von den EKZ und Schréder entwickelte neuartige Lichtsteuerung bringt den Begriff "intelligentes Licht" auf ein neues Niveau. Die Strassenleuchten lassen sich dank einer intelligenten Sensorik fliessend und sanft dem Verkehrsaufkommen anpassen. Zum Wohle der Anwohner, der nächtlichen Tierwelt und der Energieeffizienz: Die verkehrsbeobachtende Beleuchtung spart je nach Situation bis zu 70% Energie.


KATEGORIE ERNEUERBARE ENERGIEN
Paul Scherrer Institut und Energie 360°: Wenn Abfälle zünftig Gas geben
Biogas aus Abfällen ist wertvoll. Bisher musste das Roh-Biogas aufwändig behandelt werden, um das darin enthaltene CO2 abzutrennen. Die vom Paul Scherrer Institut PSI entwickelte und in einem Pilotprojekt mit Energie 360° erfolgreich getestete neue Technologie der Direktmethanisierung macht dies überflüssig und steigert die Ausbeute an Bio-Methan um ganze 60%.



KATEGORIE ENERGIEEFFIZIENTE MOBILITÄT
ABB, HESS, tpg, SIG, OPI: Emission-free transport made in Switzerland
TOSA ist ein zu 100% elektrischer Bus, der keine Fahrleitungen braucht und seine Batterien an ausgewählten Haltestationen innert Sekunden aufladen kann. Eine zukunftsweisende Innovation "made in Switzerland". Sie wurde von ABB gemeinsam den Transports Publics Genevois (tpg), dem Office de Promotion des Industries et des Technologies (OPI), den Services Industriels de Genève (SIG) und Carrosserie HESS entwickelt. Unterstützt wird das Projekt vom Kanton Genf. Seit Dezember 2017 sind die ersten TOSA-Busse im regulären Einsatz auf der Linie 23 der tpg in Genf.

KATEGORIE GEBÄUDE UND RAUM
Dietrich Schwarz Architekten AG: Pilotprojekt setzt Kurs auf Städtebauzukunft
Das Neu- und Umbauprojekt an der Hohlstrasse 100 in Zürich stellt sich den Herausforderungen des modernen Städtebaus: Verdichtung, Energieeffizienz, Lärmschutz und Betriebsoptimierung. Dafür setzt das Planungsteam der Dietrich Schwarz Architekten AG, unterstützt von der EK Energiekonzepte AG, auf innovative Lösungen. Dazu gehören vorfabrizierte, mit dem Hochleistungsdämmstoff Aerogel gedämmte Holzelemente, die eine sehr dünne Aussenfassade und damit eine Maximierung der nutzbaren Fläche ermöglichen. Zudem werden in diesem Pilotprojekt erstmals in der Schweiz Vakuumisolationsgläser als Standardverglasung verwendet.


WATT D'OR 2018 - SPEZIALPREIS «ENERGIEEFFIZIENZ»
Services industriels de Genève - éco 21 und energo: Genf, der Kanton der effizienten Heizungen
Das Programm éco21 der Services industriels de Genève hat der Energieverschwendung durch schlecht eingestellte Heizungen den Kampf angesagt. éco21 bietet gemeinsam mit seinem Partner energo Energieoptimierungsverträge an, mit denen Gebäudebesitzer und Liegenschaftsverwaltungen den optimalen Betrieb ihrer Wärmeanlagen sicherstellen können. Eine in der Schweiz einzigartige Dienstleistung, die keine Investitionen benötigt. Seit 2014 hat dieses Programm nicht nur Energieeinsparungen ermöglicht (20 GWh) sondern auch eine Senkung der CO2-Emissionen (4'300 Tonnen).


Quelle: Bundesamt für Energie

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Mittwoch, 10. Januar 2018

Der nachhaltige Aktientipp 2018

Auch fürs laufende Jahr präsentiert Solarmedia einen Aktienkorb von zehn Titeln, die sich aufgrund einer ausführlichen Analyse für ein Investment im laufenden Jahr empfehlen. Bei der Analyse wurde neben finanziellen Kriterien auch jenen der Nachhaltigkeit Aufmerksamkeit geschenkt. Eine gleiche Empfehlung von Beginn des Jahres 2017 erbrachte im abgelaufenen Jahr ein Kursplus von 28 Prozent. Aber Achtung: Die Aktien scheinen zwar besonders geeignet, gute Ergebnisse zu zeitigen, eine Garantie für solche besteht aber keinesfalls - die Wertpapierbörsen sind nur beschränkt prognostizierbar. 

Hier zur Empfehlungsliste des laufenden Jahres - sie wurde vom Autor von Solarmedia erstellt und berücksichtigt insgesamt sechs Kriterien, von denen deren zwei doppelt gewichtet sind:
  • Gewinnwachstum im Verhältnis zum Kurs-/Gewinnverhältnis (doppelt gewichtet)
  • Kurs-/Gewinnverhältnis allein
  • Differenz zu Jahreshöchst-Kurs
  • Differenz zu Jahrestiefst-Kurs
  • Marktkapitalisierung
  • Solarmedia-Nachhaltigkeitsbewertung (doppelt gewichtet)
Vorschlag für Anlage 2018
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Alle Kriterien werden auf einer Skala von -3 bis +3 eingestuft, die aufgeführte Punktzahl in der Kolonne Wert total spiegelt das entsprechende Ergebnis der Gesamtbewertung. Rot hervorgehoben ist der Titel Tesla, der den stärksten Bezug zur Solarwirtschaft aufweist. In der Liste sind im übrigen aus einem vorselektionierten Aktienuniversum von insgesamt 50 nachhaltigen Titeln die besten zehn aufgeführt. Sie sollten im laufenden Jahr entsprechend gute Anlageergebnisse erzielen - allerdings dürfte der im Vorjahr erzielte Wert von Plus 28% (siehe nachstehende Liste mit den Empfehlungen vom 24. Januar 2017) kaum zu erreichen sein. Diese Zusammenstellung schnitt deutlich besser ab als eine vergleichbare Aufstellung der zehn schlechtesten Titel (mit einem Plus von immer noch plus 19 %).

Resultat Anlagemix von zehn nachhaltigen Aktien 2017


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Ausgangspunkt siehe vorsorgemedia.blogspot.com vom 24.1.17
Zwischenbericht vom 26. Oktober 2017 siehe hier

Nicht vergessen: Der präsentierte Anlagemix ist keinesfalls eine Vorhersage und kann entsprechend nicht garantiert werden. Auch sollten Aktienanlagen nur im Rahmen einer Anlagestrategie getätigt werden, die die finanzielle Situation des / der Anlegenden berücksichtigt. Für allfällige Beratung in dieser Hinsicht steht der Autor Guntram Rehsche zur Verfügung (Telefon +41 (0) 76 424 44 82, Mail guntram.rehsche (at) bluewin.ch).

© Guntram Rehsche / Solarmedia 

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Dienstag, 9. Januar 2018

Deutschland verfehlt Solarziele

Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) fordert von der nächsten Bundesregierung eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus.

Im vergangenen Jahr wurden rund 1,6 GW
neue PV-Leistung in Deutschland installiert.
Foto: IBC Solar
Den Sondierungsteams von Union und SPD empfiehlt die Interessenvereinigung der Solar- und Speicherbranche, der auch Forschungseinrichtungen angehören, die Verständigung auf ein Sofortprogramm zur Dekarbonisierung und Solarisierung der Strom-, Wärme- und Mobilitätsversorgung. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Energiewende sei die Herstellung fairer Marktbedingungen durch Einführung einer wirksamen CO2-Bepreisung sowie die Beseitigung bestehender Marktbarrieren und Ausbaudeckel für die Solar- und Speichertechnik.

Laut BSW zog nach einer beispiellosen Reduzierung der Photovoltaik-Preise die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland 2017 nach Jahren erstmals wieder an. Das Ausbauziel der Bundesregierung für Photovoltaik von 2,5 Gigawatt pro Jahr wurde aber 2017 erneut verfehlt – zum vierten Mal in Folge. Bis Ende November 2017 registrierte die Bundesnetzagentur lediglich neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 1,6 Gigawatt (GW). Die Errichtung von Solarheizungen war erneut rückläufig. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der BSW 1,7-1,8 GW.

„Unser Energiesystem ist für eine deutliche Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus bereit. Solar- und Speichertechnologie sind inzwischen preiswert und in der Lage, deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. Es ist höchste Zeit, bestehende Bremsen zu lösen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Es gibt keinen Grund mehr, die Solarenergie länger zu deckeln: Aufgrund des Preisverfalls haben die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer PV-Systeme keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent ist neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Dazu tragen zunehmend auch Solarstromspeicher bei, deren Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben. Sie reduzieren den mit der Energiewende verbundenen Netzausbaubedarf merklich.“ Der Bundesverband Solarwirtschaft empfiehlt der Politik, das jährliche PV-Ausbauziel in Deutschland auf eine Größenordnung von rund 10 GW anzuheben.

Gigantisches Windstromprojekt

Ein ambitioniertes Projekt rund um erneuerbare Energien wird in den Niederlanden ausgearbeitet. Geplant ist ein Windpark, der doppelt so viel Ökostrom erzeugen kann wie alle europäischen Onshore-Anlagen.
Der niederländische Stromnetzbetreiber TenneT plant den weltgrößten Offshore-Windpark inklusive einer rund sechs Quadratkilometer großen, künstlichen Insel, die als Knotenpunkt dienen soll.
Das Projekt im Gebiet Doggerbank, einer 125 Kilometer vor der Ostküste der Grafschaft Yorkshire in der Nordsee gelegenen Untiefe, soll nach 2027 Ökostrom aus Wind generieren. Die Sandbank wurde als potenziell windig und flach eingestuft und bietet damit beste Voraussetzungen für die geplante Windkraftanlage.

TenneTs Energie-Insel kostet weniger als herkömmliche Windparks

TenneT veröffentlichte kürzlich frühzeitige Erkenntnisse aus einem Forschungsbericht, der besagt, dass der Bau der Anlage um einige Milliarden Euro kostengünstiger sein würde, als die Errichtung konventioneller Windparks und internationaler Stromkabel. Geplant sei die Versorgung Großbritanniens und der Niederlande über ein Langstreckenkabel, später wäre auch der Stromtransport nach Belgien, Deutschland und Dänemark denkbar.

"Offshore ist die logische Entscheidung"

Gegenüber The Guardian betonte Rob van der Hage, Leiter des Offshore-Windnetzentwicklungsprogramms, dass es für die Industrie unerlässlich sei, den Weg der Kostenreduktion zu verfolgen. "Die große Herausforderung, der wir uns bis 2030 und 2050 stellen müssen, ist, dass auflandiger Wind durch lokalen Widerstand eingeschränkt und die nahe Küste bereits voll ist. Nach Gebieten weiter entfernt der Küste zu suchen, ist nur logisch."

Innovativer Ansatz gegen hohe Kosten

Da in diesem Zusammenhang jeder Kilometer weiter im Meer auch teure, zusätzliche Verkabelung bedeutet, beruft sich das Unternehmen darauf, dass ein innovativerer Ansatz nötig ist. Die Idee einer künstlichen Insel im Zentrum des Windparks würde dieses Problem durch höhere, gleichmäßigere Windgeschwindigkeiten und relativ kurze, erschwingliche Kabel theoretisch lösen. Mithilfe des Equipments auf der Insel könnte der Strom vor Ort in für Stromnetze verträgliche Energie umgewandelt und von dort direkt an Großbritannien und die Niederlande gesendet werden.

30 Gigawatt Strom sollen möglich sein

Insgesamt soll der Windpark dazu fähig sein, 30 Gigawatt an Strom zu erzeugen, was mehr als der doppelten Menge entspricht, die heute innerhalb Europas durch Offshore-Windanlage generiert wird. Zum Vergleich: Die bisher größte Onshore-Anlage in China, die Jiuquan Wind Power Base, brachte es 2012 auf über sechs Gigawatt und soll bis 2020 20 Gigawatt erzeugen. Der New York Times zufolge liegen allerdings viele der über 7.000 Turbinen aufgrund der geringen Nachfrage still.

TenneT selbst darf nicht bauen

Neben dem Aufwand des Anlagenbaus ist das größte Hindernis wirtschaftlicher Natur. TenneT könnte die geschätzten 1.5 Milliarden Euro an Kosten zwar tragen, es ist dem Unternehmen jedoch nicht gestattet, Energiegewinnungsanlagen zu bauen. Dies wäre Entwicklern von Offshore-Windparks vorbehalten, wie Innogy in Deutschland. Um diese allerdings an Bord zu holen, benötigt das Unternehmen noch die Hilfe anderer Energienetzbetreiber, um das Langstreckenkabel zu finanzieren.
In einem nächsten Schritt soll dieses Jahr ein Projekt-Fahrplan veröffentlicht werden. Sollte alles gut gehen, könnte die künstliche Insel schon 2027 betriebsbereit sein. Die Windparks würden dann folgen.