Sonntag, 1. Mai 2022

Erste industrielle Power-to-Gas-Anlage

Das Limmattaler Regiowerk Limeco hat in Dietikon die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz realisiert, in Zusammenarbeit mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower. Mit der Einweihung haben die Projektpartner (im Bild oben) ein wichtiges Ziel erreicht: Der Beweis, dass Power-to-Gas-Anlagen in grossem Massstab funktionieren und damit einen Beitrag an die Versorgung des Landes mit erneuerbarem Gas leisten können. Die Innovation wurde bereits in den Medien abgefeiert, häufig aber unpräzise erläutert - deshalb in der Folge die Medienmitteilung im Original.

Ein grosser Tag für alle Beteiligten: Sie haben am Freitag in Anwesenheit des Zürcher Regierungsrats Martin Neukom und von Benoît Revaz, Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE), in Dietikon die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz eingeweiht. Mit einer Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt (MW) produziert sie rund 18'000 Megawattstunden (MWh) synthetisches erneuerbares Gas pro Jahr. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Landes. Dank ihr lassen sich jährlich bis zu 5'000 Tonnen CO2 einsparen.

«Es ist entscheidend, dass die Schweiz unabhängiger wird von ausländischem Erdgas», sagte BFE-Direktor Benoît Revaz an der Einweihungsfeier. «Die Power-to-Gas-Anlage zeigt, dass inländische Produktion von erneuerbarem Gas möglich ist.» Nationalrat Eric Nussbaumer (SP) unterstrich: «Power-to-Gas leistet nicht nur einen Beitrag zur Klimaneutralität, sondern auch zu einer verantwortungsvollen Wirtschaftspolitik.» Für den Zürcher Regierungsrat Martin Neukom zeigt die Anlage, wie fortschrittlich der Kanton Zürich ist: «Wir wollen bis 2040 klimaneutral sein. Limeco und ihre Partner beweisen, dass dies machbar ist – auch dank innovativer Technologien wie Power-to-Gas.»

Idealer Standort: «Kehrichtverwertungsanlage und Abwasserreinigungsanlage liegen direkt nebeneinander. Darum hat Limeco perfekte Voraussetzungen, um grünes Gas zu produzieren», erklärte Stefano Kunz, Verwaltungsratspräsident von Limeco und Stadtrat von Schlieren. Das funktioniert so: Die Power-to-Gas-Anlage nutzt erneuerbaren Strom aus der Kehrichtverwertungsanlage, um Wasserstoff zu produzieren. Dieser wird mit dem CO2 im Klärgas gemischt, wodurch erneuerbares Methangas entsteht. Aus Abfall und Abwasser gewinnt Limeco so einen erneuerbaren Energieträger. Ins bestehende Gasnetz eingespeist, ersetzt das CO2-neutrale Gas fossile Energieträger.

Starke Partnerschaft und Unterstützung durch den Bund: Das Vorzeigeprojekt wird ermöglicht dank den acht Schweizer Energieversorgern, die als Gasabnehmer die Investitionen von rund 14 Mio. Franken mitfinanzieren: Eniwa AG, Energie Zürichsee Linth AG, St. Galler Stadtwerke, Energie Wasser Bern, die Gas- und Wasserversorgungen von Dietikon und Schlieren, SWL Energie AG und Industrielle Betriebe Interlaken. Über Zertifikate erwerben sie den ökologischen Nutzen des Gases und verkaufen ihn am Ausspeisepunkt an ihre Endkunden. Mit der Hitachi Zosen Inova Schmack GmbH und Siemens Energy AG sind zudem ausgewiesene Spezialisten für die Verfahrenstechnik und die verschiedenen Komponenten des Power-to-Gas-Prozesses an Bord. «Die neue Anlage zeigt, dass die Stadtwerke nicht nur von der Energiewende sprechen, sondern mit viel Kraft vorausgehen», sagte Ronny Kaufmann, CEO der Stadtwerke-Allianz Swisspower, die das Projekt mitinitiiert hat. Das BFE unterstützt das Projekt im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms, auch wird das Projekt durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) gefördert.

Power-to-Gas ermöglicht Speicherung von erneuerbarer Energie: Die Anlage leistet einen Beitrag zum Umbau des Schweizer Energiesystems. Die Energiestrategie 2050 sieht vor, den Strom aus der Kernkraft durch Solar-, Wasser- und Windkraft zu ersetzen. Damit wird künftig im Sommer viel mehr Strom produziert als verbraucht. Im Winter hingegen, wenn der Energiebedarf grösser ist, muss die Schweiz Strom importieren. Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie, um überschüssigen erneuerbaren Strom saisonal zu speichern.  

Erklärvideo zur Power-to-Gas-Anlage der Limeco.

Samstag, 30. April 2022

Erneut: Tage der Sonne

Die zahlreichen Sonnenenergiebegeisterten haben gemäss den Organisator*innen (siehe unten) bereits eine breite Palette an Events geplant und eingereicht. 

Unter anderem werden die Tage der Sonne wieder gemeinsam mit dem Knonauer Amt durchgeführt. In Hägglingen und Wyssachen finden (Sonnen)energietage statt, zudem öffnen verschiedene Privatpersonen in der ganzen Schweiz ihre Türen für eine Besichtigung ihrer PV-Lösung. Nicht nur Eigenheime können bestaunt werden, sondern auch grössere Anlagen, wie jene der Tissot-Arena in Biel. Ganz bequem von zu Hause kann man sich am Webinar "Zubau forcieren, Stromlücke verhindern" über die verschiedenen Szenarien der Energiezukunft informieren. Auch vor Ort kann das Wissen aufgefrischt werden, beispielsweise am Infoanlass in Ilanz "Wie Sie von der Sonne profitieren" und am Vortragsabend "Meine Solaranlage - was ich dazu wissen muss" in Muri. Am Photovoltaik Starterkurs in Aarau erhalten Sie einen ersten Einblick in die Funktionsweisen von Solaranlagen. Alle Veranstaltungen finden Sie hier.


Und wer steckt dahinter? Mit Unterstützung von EnergieSchweiz organisiert die SSES die Tage der Sonne bereits zum 8. Mal. Seit fast 50 Jahren ist die SSES Ihre Ansprechorganisation rund um Fragen zur Solarenergie. Als Verein des öffentlichen Interessens und politische Vertretung der Solarstromproduzierenden bieten wir neben politischen Hintergrundarbeiten verschiedene Dienstleistungen an. So vermarkten wir auf Wunsch die Herkunftsnachweise unserer Mitglieder, informieren mit unserer Zeitschrift «Erneuerbare Energien» 6x jährlich über aktuelle Entwicklungen im Solarbereich, betreiben das Energiewendeforum «ForumE» und prüfen mit unserem neutralen Solaranlagencheck Ihre Anlage auf Herz und Nieren. Hier können Sie sich für eine Mitgliedschaft anmelden und von unseren Dienstleistungen profitieren.

^^^ Nach oben

Freitag, 29. April 2022

Stetig mehr Holz als heimische Energiequelle

Im Schweizer Wald wächst mehr Holz nach, als genutzt wird. Holz ist ein klimafreundlicher, von Kriegstreibern und Oligarchen unabhängiger, einheimischer und erneuerbarer Baustoff und Energieträger. Das neueste Jahrbuch Wald und Holz des Bundesamts für Umwelt liefert dazu zahlreiche interessante Fakten.

 

2020 wurden im Schweizer Wald gemäss Schweizerischer Forststatistik 4,8 Millionen Kubikmeter Holz genutzt. Das sind 4% mehr als im Vorjahr. Davon waren rund 2,3 Millionen Kubikmeter Stammholz, das traditionelle Sortiment für die Sägereien und zur Weiterverarbeitung zu Bau- und Möbelholz. Etwa 0,55 Millionen Kubikmeter wurden in die Holzindustrie geliefert. Dazu gehören z.B. Papier- und Spanplattenfabriken. 1,95 Millionen Kubikmeter wurden als Energieholz abgesetzt und grösstenteils zu Schnitzeln und Stückholz verarbeitet. Erst sehr wenige Tonnen Waldenergieholz wurden direkt zu Pellets verarbeitet. Dieser Absatzweg wird sich in den nächsten Jahren erhöhen, da der für die Pelletherstellung geeignete Rohstoff aus der Holzindustrie (Sägemehl, Hobelspäne etc.) bereits weitgehend ausgeschöpft ist und die Nachfrage nach Pellets ansteigen wird. Es wird künftig schwierig sein, sehr grosse Mengen Pellets aus anderen Ländern zu importieren, da die Nachfrage allerorts steigt.

 

Tiefe Holzpreise und geringe Nutzung reissen Forstbetriebe in die roten Zahlen: Seit vielen Jahren arbeiten die Schweizer Forstbetriebe defizitär. Dies trotz massiver Restrukturierungen auf betrieblicher und personeller Ebene. 2020 gab es hierzulande noch 660 Forstbetriebe (2015: 713 Betriebe), die rund 60 Prozent der produktiven Waldfläche bewirtschaften. Die Erträge aller Forstbetriebe sanken 2020 um 8 Millionen auf 525 Millionen Franken. Alle Massnahmen zur Kostenreduktion liessen die Aufwände 2020 um 6 Millionen auf noch 569 Millionen fallen. Damit erhöhte sich die Unterdeckung erneut und lag 2020 bei 44 Millionen Franken. Ein Hauptgrund sind die tiefen Holzpreise, die erst in jüngster Zeit ein wenig anzogen. Holzverkäufe sind nach wie vor die wichtigste Ertragsquelle der Schweizer Forstbetriebe. Leider sanken sie 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 9 Millionen auf noch 188 Millionen Franken. Der Umsatzanteil des Holzverkaufs sinkt seit 2008 kontinuierlich. Dass die wirtschaftliche Lage nicht noch schlechter aussieht, ist vor allem der zunehmenden Nutzung und Aufarbeitung von Energieholz sowie dem vermehrten Engagement in Nebenbetrieben (z.B. Gartenholzerei) zu verdanken.

 

Stammholz leicht rückläufig, Industrieholz stabil, Energieholz verdoppelt: Holz aus dem Schweizer Wald ist ein preisstabiler Rohstobei dem es keine Engpässe gibt. Die Bedeutung der Versorgungstransparenz und der Preisstabilität hat seit dem Aufflammen der Klimadiskussion zugenommen. Zusätzlich hat der Krieg in der Ukraine die Verletzlichkeit und Einseitigkeit unserer Energie- und Rohstoffversorgung sowie der Lieferketten drastisch aufgezeigt. Holz ist eine einzigartige Chance, kurzfristig und sozialverträglich mehr Unabhängigkeit, Eigenversorgung und Stabilität zu schaffen. Ein längerfristiger Blick auf die Holznutzung im Schweizer Wald zeigt, dass einheimisches Stammholz nicht zuoberst auf der Prioritätenliste der Baustoffbeschaffung stand. Im Durchschnitt der letzten 25 Jahre hat die Stammholznutzung tendenziell leicht abgenommen, obwohl die Verwendung von Holz im Bauwesen zugenommen hat. Vermehrt importierte die Bauwirtschaft aus dem Ausland Halbfabrikate wie Leimholzbinder und Mehrschichtplatten. Stabil – aber auf vergleichsweise tiefem Niveau – blieb die Industrieholznutzung für die Papier- und Spanplattenherstellung. Grosser Lichtblick und Hoffnungsträger war und ist das Energieholz. Seine Nutzung hat sich im letzten Vierteljahrhundert von jährlich knapp 1,0 auf rund 2,0 Millionen Kubikmeter glatt verdoppelt. Dies dank des Baus zahlreicher mittlerer und grösserer Holzheizzentralen, oft mit Nahwärmenetzen zur Beheizung ganzer Quartiere und Ortschaften. Die Graphik zeigt diese Entwicklung eindrücklich: Die gesamte Holznutzung blieb seit 1995 relativ stabil. Es ist weder ein anhaltender Aufwärts- noch ein stetiger Abwärtstrend klar feststellbar. Deutlich jedoch ist die Verdoppelung der Energieholznutzung erkennbar (rote Balken).

Das Jahr 2000 ist infolge der Zwangsnutzungen bedingt durch den Orkan Lothar separat zu betrachten.

Quelle: BAFU (Hrsg.) 2021: Jahrbuch Wald und Holz 2021. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Zustand Nr. 2125: 103 S.

Energieholz ist Treiber der Waldbewirtschaftung: Damit ist Energieholz etwa seit der Jahrtausendwende nicht mehr bloss ein Koppelprodukt, das bei der Nutzung höherwertiger Sortimente ohnehin anfällt, sondern vielerorts ein Treiber der Waldbewirtschaftung. Die Bedeutung des Energieholzes wird künftig nochmals kräftig anziehen, da sich die Baumartenzusammensetzung im Schweizer Wald infolge der Klimaerhitzung verändert: Der Anteil der Laubbäume wird weiter ansteigen. Laubbäume haben im Vergleich zu Fichten und Tannen einen grösseren Anteil an Ästen und Kronenmaterial, das sich vor allem zur Herstellung von Hackschnitzeln und künftig auch von Pellets besonders gut eignet.

 

Wachsen die Bäume in den Himmel? Jedes Jahr wachsen im Schweizer Wald knapp 11 Millionen Kubikmeter Holz nach. Die Nutzung liegt – wie eingangs erwähnt – massiv darunter. Zum Glück schützt eines der strengsten Waldgesetze der Welt unseren Wald und verbietet strikt eine Übernutzung des für Gesellschaft, Biodiversität und Klima wichtigen Naturschatzes. Dennoch kann die Nutzung noch deutlich erhöht werden, selbstverständlich unter Berücksichtigung der natürlichen Abgänge (Mortalität der Bäume) sowie der Naturreservate, in denen eine Nutzung unterbleibt. Ganz vorsichtig geschätzt ist eine zusätzliche Nutzung von etwa 2 Millionen Kubikmetern ohne weiteres möglich und aus Sicht der Anpassung unseres Waldes an die Bedingungen der Klimaerhitzung sogar erwünscht. Bei der Annahme, dass die Hälfte der zusätzlichen Nutzungen als Energieholz anfällt, würde sich die Holzenergienutzung aus dem Wald im Vergleich zu heute um etwa 50 Prozent erhöhen. Zehntausende von Gebäuden könnten damit aus den Krallen der fossilen Energien befreit werden. Viele Millionen Franken würden in der Schweiz bleiben, anstatt der Bereicherung und Aufrüstung von Diktatoren und Scheichs zu dienen. Damit wachsen die Bäume nicht bis in den Himmel, das heisst, das Energieholz kann nicht alle Energieprobleme der Schweiz lösen. Es kann und muss aber einen wichtigen Beitrag an eine klima- und menschenfreundliche Energieversorgung mit hoher wirtschaftlicher Wertschöpfung und Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze im ländlichen Raum leisten. Worauf warten wir noch?

 

 

Über Holzenergie Schweiz

Der Branchenverband Holzenergie Schweiz betreibt seit 1979 einen professionellen Informations- und Beratungsdienst und setzt sich bei Behörden und Entscheidungsträgern für eine vermehrte Nutzung der „Wärme aus dem Wald“ ein. www.holzenergie.ch

 

Autor: Christoph Rutschmann

info@holzenergie.ch

^^^ Nach oben


Dienstag, 26. April 2022

Wenn Unwahrscheinliches eintritt - zb Tschernobyl

Der heutige 36. Jahrestag der grössten zivilen Atomkatastrophe der Geschichte ist anders als seine 35 Vorgänger. Das Risiko, das wir mit dem Betrieb von Atomkraftwerken eingehen, ist plötzlich greifbar nahe.

Atomanlagen sind zusätzliche Risikofaktoren: Am 24. Februar 2022 hat Russland einen grausamen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Kurz darauf übernahmen russische Streitkräfte die Kontrolle über das Gelände des stillgelegten AKW Tschernobyl. Seither haben sich die Ereignisse überschlagen: Erhöhte Messwerte für Radioaktivität und Spekulationen zu den Ursachen (von aufgewirbeltem Staub bis zu ausgehobenen Gräben in kontaminiertem Boden, verhinderte Rotationen der Betriebsschichten, womöglich verstrahlte Soldaten und entwendetes radioaktives Material aus Laboren, um nur einige Beispiele zu nennen. Anfang April, nach mehr als einem Monat russischer Besatzung ist das Gelände inzwischen wieder unter ukrainischer Kontrolle.

In der Zwischenzeit geriet im Süden der Ukraine das aktive Atomkraftwerk Saporischja zwischen die Fronten und unter russische Kontrolle. Dort kam es zu noch gravierenderen Gefahrenmomenten: Bilder einer Explosion auf dem Kraftwerksgelände und vor allem Informationen über unterbrochene Stromleitungen machten aus einer hypothetischen, plötzlich eine viel zu konkrete Gefahr für die nukleare Sicherheit des grössten AKW Europas.

Neue Bedrohungslage erfordert Umdenken: Die russische Offensive hat sich von der Region um Tschernobyl weg verlagert. Der dort angerichtete Schaden wird erst noch zu bemessen sein. Der Krieg dauert indes an – das AKW Saporischja steht weiterhin unter russischer Kontrolle und zwei seiner sechs Reaktoren sind aktuell in Betrieb. Vor 36 Jahren hat die Katastrophe von Tschernobyl auf tragische Art und Weise gezeigt, welche Folgen das Vertrauen auf nukleare Hochrisikotechnologien haben kann. 2022  ruft der russische Angriff auf die Ukraine – einen Staat, der seinen Strom zu mehr als der Hälfte in Atomreaktoren produziert – eine andere unverrückbare Tatsache ins Bewusstsein: Trotz aller Anstrengungen der vergangenen Jahrzehnte, in denen Betriebsrisiken von Atomkraftwerken ermittelt und berechnet, Szenarien gezeichnet und verworfen, Sicherheitstechnik entwickelt und installiert wurde, ist es nie gelungen, ein Atomkraftwerk gegen ein leider viel zu typisch menschliches Verhalten, einen Krieg, auszulegen.

 

Neuer Risiko-Stresstest jetzt! Der Krieg gegen die Ukraine konfrontiert uns damit, dass leider auch sein kann, was eigentlich nicht sein darf. Die Krux mit dem nuklearen Risiko liegt genau darin, dass selbst wenig wahrscheinliche Szenarien jederzeit möglich sind. Zu diesen Szenarien gehört auch der böswillige Zugriff auf Atomanlagen. Der beste Schutz dagegen ist ein Ausstieg aus der nuklearen Stromproduktion – bis dieser abgeschlossen ist, muss jedoch dafür gesorgt werden, dass die Sicherheitstechnik soweit wie möglich vervollständigt und gestärkt wird – auch in Schweizer AKW. Die Sicherheits- und Risikoüberprüfung, die nach Fukushima durchgeführt wurde (Fukushima-Stresstest) ist dringend zu ergänzen und zu aktualisieren. 36 Jahre nach Tschernobyl und elf Jahre nach Fukushima ist es erneut an der Zeit, die Anlagensicherheit in den Fokus zu nehmen, ihre Auslegung und Vulnerabilität auch gegenüber menschgemachten Katastrophen schonungslos zu prüfen.

 

Fabian Lüscher

Fabian Lüscher
Leiter Fachbereich Atomenergie

Tel. 044 275 21 20
Mail: fabian.luescher@energiestiftung.ch

^^^ Nach oben

Montag, 25. April 2022

Beleuchtung: Schneller Geld für's Stromsparen

Bei der Beleuchtung lässt sich viel Strom sparen. Das zeigen die Projekte, die das Förderprogramm ProKilowatt jüngst unterstützt hat. Ein Vorteil für die Gesuchstellenden bei der Projektförderung ab der Ausschreibung 2022: Die Wartezeit auf den Förderentscheid fällt im Vergleich zu den Vorjahren deutlich kürzer aus. Zudem werden die Gesuche neu komplett digitalisiert abgewickelt.

Das neue Vorgehen hat sich seit seiner Einführung im letzten November für alle Beteiligten bewährt. So wurden bis Anfang April 2022 bereits 40 Projektgesuche eingereicht und für einen beträchtlichen Teil der eingereichten Gesuche konnte bereits der Förderentscheid mitgeteilt werden.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Gesuche für Projekte können neu zu einem beliebigen Zeitpunkt eingereicht werden. Die Gesuche können also eingereicht werden, sobald sie vollständig ausgearbeitet sind.
  • Die Gesuche können komplett webbasiert eingereicht werden – ohne Einsenden eines Unterschriftenblattes per Post.
  • Die Wartefrist verkürzt sich für die meisten Gesuche auf vier Wochen, und die Gesuchstellenden können dann mit der Umsetzung des Projekts beginnen.

Die Vielfalt unter den Projekten, die bereits eine Förderzusage per neuem Verfahren enthalten haben, ist gross: Förderbeiträge gibt es beispielsweise für die energetische Beleuchtungssanierung von elf Filialen einer Warenhauskette. Damit wird zukünftig pro Jahr so viel Strom eingespart wie 200 Schweizer Haushalte im Durchschnitt pro Jahr verbrauchen. Dies wird durch die Umstellung von einer ungesteuerten Beleuchtung mit Fluoreszenz-Leuchten auf eine LED-Beleuchtung mit bedarfsgerechter Lichtsteuerung erreicht.

Noch mehr Strom wird auf dem Areal einer Forschungsanlage eingespart, indem das gesamte Pumpwerk der Kühlwasserversorgung energetisch optimiert wird. Zur Kühlung wird Flusswasser eingesetzt. Dadurch wird so viel Strom eingespart, wie 250 Haushalte pro Jahr im Durchschnitt verbrauchen.

Die Gemeinde Wädenswil erhielt Förderbeiträge von ProKilowatt für die Sanierung der Beleuchtung im Schulhaus und in einem weiteren Gemeindegebäude. Anfang Mai 2022 werden zwei Webinare angeboten, in denen die Gemeinde Wädenswil von ihren Erfahrungen mit ProKilowatt berichtet. Dadurch sollen weitere Gemeinden, Unternehmen und Forschungsanlagen zum Stromsparen animiert werden.

Die beiden Webinare sind für alle offen. Zusätzlich zum Erfahrungsbericht der Gemeinde Wädenswil stehen auch das BFE und die Geschäftsstelle ProKilowatt für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. Weitere ProKilowatt-Webinare sind für den Herbst 2022 in Planung.

Und das sind die Termine für die Förderjahre 2022/23:

  • Projekte: Gesuche für die Ausschreibung 2022 können zu einem beliebigen Zeitpunkt bis spätestens am 16. Oktober 2022 eingereicht werden. Ab dem 7. November 2022 startet dann die Ausschreibung 2023, für die Gesuche wiederum zu einem beliebigen Zeitpunkt bis Mitte Oktober 2023 eingereicht werden können.
  • Programme: Gesuche können noch bis zum 2. Mai 2022 eingereicht werden.

Zur Info: Bei den Projekten fliessen die Förderbeiträge direkt an das Unternehmen, das die Massnahme umsetzt. Bei den Programmen werden die Fördermittel des BFE von einem „Dritten“, dem sogenannten Programmträger (z.B. Branchenverband, Ingenieurbüro oder Elektrizitätsversorgungsunternehmen), an die teilnehmenden Unternehmen ausbezahlt. Gefördert werden von ProKilowatt noch nicht umgesetzte Stromsparmassnahmen mit einem Payback von mehr als 4 Jahren, die ohne Förderbeitrag nicht umgesetzt würden.

Weitere Informationen zu ProKilowatt finden Sie hier: www.prokilowatt.ch oder www.prokw.ch

Simone Hegner, Fachspezialistin Wettbewerbliche Ausschreibungen und Haushaltgeräte, Bundesamt für Energie

^^^ Nach oben

Samstag, 23. April 2022

So twitterte Solarmedia zur AKW-Arena auf SRF

Am Freitagabend (22.4.22) strahlte das Schweizer Fernsehen SRF eine Arena-Diskussionsrunde aus, die sich dem Bedarf nach neuen Atomkraftwerken widmete. Hier eine Auswahl der Solarmedia-Tweets, die in der Folge auf Twitter erschienen und ein Schlaglicht auf die Diskussion werfen, ergänzt um tagesaktuelle Tweets zu anverwandten Themen. Twittern Sie doch auch einmal - es ist einfach und ganz nach eigenem Gutdünken und Wunsch möglich! Die im nachfolgenden Text gesetzten Hashtags (#) weisen auf die auf Twitter gesetzten Verweise auf andere Themengruppen.

Zu Beginn ein Tweet, der auf einen hoffnungsvollen Artikel aus dem aktuellen Spiegel-Magazin hinweist: WARUM ES TROTZDEM GUT WIRD: #Krise'n ohne Ende #Populismus, #Klimadesaster, #Corona, #Putins Krieg,  #Ungleichheiten – die Welt scheint immer schlechter zu werden. Dabei sind wir womöglich nur auf einem turbulenten #Weg in eine bessere - von Thomas #Fricke

GROSSBRITANNIEN INVESTIERT....  IN ERNEUERBARE! #England will weitere #AKW bauen - wie üblich grossmaulig vom Premier verkündet. Realität sieht etwas anders aus: In 1. Linie wird auf  #Erneuerbare gesetzt - neben #Wind- auf #Solar-Energie. Beim Wind tut sich #Schottland hervor!

 

Vergrössern mit Klick !
Auch nach #Arena im CH-TV #srfarena bleibt es dabei: Neue #AKW kämen zu spät, um #Strom-Mangellage zu verhindern. Wurde zu wenig diskutiert! Zudem gibt es die neue #Atom-Technologie noch gar nicht, auch wäre sie zu teuer und bliebe zu gefährlich (siehe #Ukraine) #es2050 #Klima 
 

Vergrössern mit Klick !
 Neues Gesicht in der #Energie-Diskussion ist Aargauer Nationalrätin #Suter. Sie ist u.a. Vizepräsidentin des Fachverbands #Swissolar (für 5000 CHF im Jahr) und machte in der #srfarena klar: #Erneuerbare sind die Lösung der Energie-Probleme und keinesfalls die #Kernenergie #es2050

 

SVP-Nationalrat Christian #Imark versucht in der #srfarena wieder mal mit falschen Angaben Stimmung für #AKW zu machen. So seien jetzt in VAR vier neue #AKW der 3,Generation in Betrieb gegangen - dabei sind es erst zwei und die gehören zur alten 2.Generation! #es2050 #Klima

NEUE AKW SIND KURZFRISTIG NICHT MÖGLICH! Nationalrat Stefan Müller-#Altermatt (Mitte) machte in der #srfarena klar, dass #AKW keinesfalls kurzfristig zur Verfügung stehen, um die behauptete Lösung für eine #Stromlücke darzustellen

RUSSLAND HAT EUROPAS ATOMENERGIE IN DER TASCHE: Ohne russischen Staatskonzern #Rosatom würden viele europäische #AKW nicht laufen. Das Unternehmen kontrolliert zu wesentlichen Teilen den europäischen #Uran-Bedarf #Atom #Kernenergie #Versorgungssicherheit

Quelle: Solarmedia auf Twitter: http://twitter.com/rehsche