Sonntag, 17. April 2022

Wie weit reicht das CH-Solar-Potential ? Weit !

Heute präsentiert die NZZ am Sonntag eine neue Studie (Titel siehe oben, Screenshot des Artikels ganz unten), die auf ein CH-Solar-Potential von rund 50 Terawattstunden Strom kommt (bei CH-Gesamtverbrauch von deren rund 60 TWh). Solarmedia rechnet mal selber - ganz transparent und allen zum Frass vorgeworfen. Rechnen Sie mit! Die etwas andere, viel einfachere und zugegebenermassen auch etwas vereinfachende Berechnung des Solarpotentials:

Wenn Deutschland zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft-Anlagen ausscheiden kann, dann kann das die Schweiz sicher zumindest in der Grössenordnung von einem Prozent (also 400 km2). Zumal ja allein die CH-Dachfläche ca. 1200 km2 beträgt - also zum Beispiel rund ein Drittel der Dachfläche mit Solarmodulen bedeckt sein müsste. Möglich sind aber auch (neuerdings) Module auf gewissen landwirtschaftlichen Flächen (Agri-PV), oder auch Module an Fassaden (fast unermesslich viele Möglichkeiten an all den Gebäuden, Module auf Stauseen und in gewissen Berggebieten (entweder bereits durch Infrastrukturen eingeschränkte oder ungenutzte abgelegene Flächen). Wichtig im Winter!

Rechnen wir also mit den durchaus realistischen 400km2, die mit Modulen belegt werden können. Und dabei rechnen wir sehr konservativ mit 10m2 Flächenbedarf für 1KWp, also Stromleistung (bei heutiger Effizienz der Module braucht es eher nur noch deren 5 m2, eine Flächenreserve bleibt für Zufahrtswege etc.).

Mit diesen Daten ergibt sich:
- 1km2 = 1000*1000 = 1Mio m2
- 400km2 = 400*1Mio m2 = 400 Mio m2 nutzbare Modulfläche - geteilt durch 10 für 1KWp
- ergeben 40 Mio KWp = 40'000 MWp = 400 GWp = 400 TWh Stromertrag jährlich, fast das Doppelte an Energie (260 TWh), die die CH insgesamt verbraucht!

Fazit: Die Schweiz kann nicht nur ihren Strombedarf (rund 60 TWh), sondern ihren gesamten Energiebedarf (rund 260 TWh) mit Solarenergie decken. Dem Speicherbedarf widmet sich Solarmedia ein anderes Mal! Wer Rechenfehler entdeckt: Bitte um Rückmeldung!

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Donnerstag, 14. April 2022

Mehr Strom verbraucht

Im Jahr 2021 lag der Stromverbrauch in der Schweiz mit 58,1 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) über dem Niveau des Vorjahres (+4,3%). Die inländische Erzeugung (nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen) betrug 60,1, der physikalische Stromimportüberschuss 2,4 Mrd. kWh.

Der Landesverbrauch lag 2021 bei 62,5 Mrd. kWh. Nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,4 Mrd. kWh ergibt sich ein Stromverbrauch von 58,1 Mrd. kWh. Das sind 4,3% oder 2,4 Mrd. kWh (entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 479‘800 Haushalten) mehr als 2020 (55,7 Mrd. kWh). Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr betrugen +3,2% im ersten, +9,0% im zweiten, +2,1% im dritten und +3,4% im vierten Quartal.

Neben den pandemiebedingten «kompensatorischen Effekten» im 2. Quartal wirkten 2021 die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, die Witterung sowie die Bevölkerungsentwicklung verbrauchssteigernd. Hingegen wirkten Effizienzsteigerungen verbrauchssenkend.

  • Wirtschaftsentwicklung: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2021 gemäss den ersten provisorischen Ergebnissen um 3,7% zu (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO).
  • Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung der Schweiz nahm 2021 gemäss den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom 5. April 2022 um 0,8% zu.
  • Witterung: 2021 nahmen die Heizgradtage gegenüber dem Vorjahr um 15,3% zu (siehe Tabelle im Anhang). Da in der Schweiz gegen 10% des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet werden, wirkt diese Entwicklung leicht verbrauchssteigernd.

Inländische Elektrizitätsproduktion 2021: Die Elektrizitätsproduktion (Landeserzeugung) sank 2021 um 8,2% auf 64,2 Mrd. kWh (2020: 69,9 Mrd. kWh). Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 4,1 Mrd. kWh ergibt sich eine Nettoerzeugung von 60,1 Mrd. kWh. In allen Quartalen lag die Landeserzeugung unter dem entsprechenden Vorjahreswert (-3,2%, -6,6%; -4,5%, -18,6%).

Die Wasserkraftanlagen (Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke) produzierten 2,7% weniger Elektrizität als im Vorjahr (Laufkraftwerke -3,9%, Speicherkraftwerke -1,9%). Im Sommer stieg die Produktion der Wasserkraftwerke im Vergleich zum Vorjahr um 2,5% (Laufkraftwerke +3,8%, Speicherkraftwerke +1,3%), in den beiden Winterquartalen sank die Produktion hingegen um 9,2% (Laufkraftwerke -16,3%, Speicherkraftwerke -5,0%).

Die Stromproduktion der vier schweizerischen Kernkraftwerke sank vor allem infolge der mehrmonatigen Revision des Kernkraftwerks Leibstadt um 19,4% auf 18,5 Mrd. kWh (2020: 23,0 Mrd. kWh). 2021 lag die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks bei 71,9% (2020: 88,0%).

An der gesamten Elektrizitätsproduktion waren die Wasserkraftwerke zu 61,5% (davon Laufkraftwerke 26,4%, Speicherkraftwerke 35,1%), die Kernkraftwerke zu 28,9% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 9,6% beteiligt.

Importüberschuss im Jahr 2021: Bei physikalischen Importen von 31,5 Mrd. kWh und physikalischen Exporten von 29,1 Mrd. kWh ergab sich 2021 ein Importüberschuss von 2,4 Mrd. kWh (2020: Exportüberschuss von 5,6 Mrd. kWh). Im ersten und im vierten Quartal (Winterquartale) importierte die Schweiz per Saldo 5,7 Mrd. kWh (2020: 0,8 Mrd. kWh), im zweiten und dritten Quartal exportierte sie per Saldo 3,3 Mrd. kWh (2020: 6,3 Mrd. kWh).

Der Erlös aus den handelsbasierten Stromexporten betrug gemäss den Angaben des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) 3'562 Mio. Franken (10,88 Rp./kWh). Für die handelsbasierten Stromimporte fielen Ausgaben von 3'820 Mio. Franken an (10,80 Rp./kWh). Somit ergab sich im Jahr 2021 (wie in den Jahren 2016 und 2017) für die Schweiz ein negativer Aussenhandelssaldo von 258 Mio. Franken (2020: positiver Aussenhandelssaldo von 293 Mio. Franken) [Quelle: BAZG / swissimpex; Stand: 1.4.2022]. 

Quelle und Statistiken:  Bundesamt für Energie

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Dienstag, 12. April 2022

Ein Unabhängigkeitstag der etwas anderen Art

Der heutige 12. April markiert den Energie-Unabhängigkeitstag der Schweiz 2022. Bis zu diesem Zeitpunkt reichen die einheimischen Ressourcen, um den Energiebedarf der Schweiz zu decken, wie die Schweizerische Energie-Stiftung SES berechnet hat. Danach ist die Schweiz in der Bilanz bis zum Jahresende auf importierte Energieträger wie Öl, Gas und Uran angewiesen. Die Energiewende birgt die Chance, den Energie-Unabhängigkeitstag zukünftig immer weiter nach hinten zu verschieben und die Energieunabhängigkeit der Schweiz zu stärken.

Die Energieversorgung der Schweiz ist geprägt durch eine hohe Auslandabhängigkeit. Drei Viertel unserer Energie wird über weite Distanzen importiert, dazu gehören alle Erdölprodukte, Erdgas sowie die Kernbrennstoffe. Für den Import überweisen wir im Durchschnitt jährlich 10 Milliarden Franken ins Ausland. Sinnbildlich für die hohe Auslandabhängigkeit bei der Energieversorgung steht der so genannte «Energie-Unabhängigkeitstag». Die Berechnung dieses Tages gibt an, bis zu welchem Tag im Jahr die Schweiz vom Ausland unabhängig ist, das heisst ihre inländische Produktion aufbraucht. Von diesem Zeitpunkt an leben wir bei der Energieversorgung auf Pump, sind also vom Ausland abhängig.

Schweiz im europäischen Vergleich im hinteren Mittelfeld:
Mit einer Energieunabhängigkeitsquote von 28.1 Prozent im Jahr 2020 liegt die Schweiz im europäischen Vergleich im hinteren Mittelfeld. Spitzenreiter sind Estland und Island mit fast 90 Prozent (Vergleiche Tabelle). Die Schlusslichter des Vergleichs sind Luxemburg, Zypern und Malta mit einer Energieunabhängigkeitsquote von unter 10 Prozent.

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Mehr Unabhängigkeit ist möglich: In den letzten 20 Jahren hat die Schweiz ihre Energieunabhängigkeit kontinuierlich von rund 20% im Jahr 2001 auf über 25% im Jahr 2019 gesteigert (Vergleiche nachstehende Tabelle). Das Corona-Jahr 2020 war mit einer Energieunabhängigkeitsquote von über 28% ein Ausreisser nach oben, da die Energienachfrage vor allem in der Mobilität, aber auch in der Industrie durch den Shutdown erheblich zurückgegangen ist. In der Zukunft werden die vom Volk beschlossene Energiestrategie 2050 und das bundesrätliche Netto-Null-Ziel bis 2050 zusätzliche Bewegung bringen, denn die Elektrifizierung wird viele fossile Energieträger ersetzen. Durch den Ausbau der inländischen Stromproduktionskapazitäten wird die Abhängigkeit von Energieimporten sinken.

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Die Berechnungen zeigen, dass die Dekarbonisierung des Gebäude- und Mobilitätssektors und der Atomausstieg wesentlich zur Energieunabhängigkeit beitragen werden. «Das ist eine gute Nachricht, zeigt doch insbesondere der russische Einmarsch in der Ukraine, dass die Schweiz über den Import fossiler Energieträger autoritär regierte Staaten und deren kriegerischen Aktivitäten finanziert», sagt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der SES. «Wir fordern deshalb eine konsequente Umsetzung der Energiewende und eine Verschiebung des Energie-Unabhängigkeitstags auf den Frühsommer bis im Jahr 2025.»

Sofortprogramm gefordert: Konkret müssen der Ausbau der erneuerbaren Energien – vor allem die Solarenergie – aber auch der frühzeitige Ersatz fossiler Heizsysteme massiv beschleunigt werden, so die Forderung der SES. Für diese Beschleunigung braucht es ein befristetes Bundes-Sofortprogramm, das über die aktuell ohnehin laufenden Bemühungen für Verbesserungen im Rahmen verschiedener Gesetzesrevisionen hinausgeht. Das Sofortprogramm soll unter anderem niederschwellige Finanzierungsangebote – ähnlich wie bei den Corona-Massnahmen – beinhalten.

» Download Studie «Energie-Unabhängigkeitstag 2022» (.pdf)

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Sonntag, 10. April 2022

Die Rekorde in der Photovoltaik purzeln

Am Dienstag war an dieser Stelle vom Schweizer Photovoltaik-(PV)-Boom zu lesen (> Solarmedia vom 5.4.22). Heute schaut der Blog in die weite Welt, unter anderem auf Grund eines Artikels von Emper (> siehe hier). Dabei gibt es Erstaunliches zu entdecken. Nicht nur die News, dass unterdessen weltweit über 1000 Gigawatt Leistung an Photovoltaik erstellt ist (wohlgemerkt ein Terawatt und wahrlich ein Meilenstein!) gilt es zu würdigen. Sondern vielmehr solare Rekorde an allen Ecken und Enden der ganzen Welt.

 

Die weltweite Solarleistung – also die Kapazität aller Solaranlagen – ist im vergangenen Jahr erneut um über 20, genau deren 23 Prozent gestiegen. Angeführt wurde dieses Wachstum erstaunlicherweise von Australien, das vor wenigen Jahren noch unter den solaren Nobody’s fungierte und das immer noch eine der ganz grossen Fördernationen fossiler Energieträger, nämlich von Kohle ist. Trotzdem ist Australien im eigenen Land (die Kohle wird vor allem exportiert, so unter anderem ins kohlehungige China) nunmehr mit einem Solaranteil von zwölf Prozent an der Stromerzeugung auch in dieser Hinsicht zum Solar-Weltmeister aufgestiegen (im Vergleich: die Schweiz steht bei aktuell rund fünf Prozent, europäische Spitzennationen wie Italien, Spanien und Deutschland bei deren gegen zehn. Ans Licht bringt solche Zahlen der in Grossbritannien beheimatete Think Tank Ember in seinem dritten Global Electricity Review – der auch die eingangs erwähnte weltweite Rekordmarke von 1023 Terawattstunden Solarertrag (dank eines weltweiten Jahreszuwachses von 188 TWh) öffentlich macht. Für Zahlenfreaks: Dieser Solarertrag in Kilowattstunden ist insofern plausibel, weil er in ungefähr dem Ertrag von 1000 Gigawatt (oder ein TW) Leistung entspricht.

 

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Doch warum in die (allzu weite) Ferne schweifen, wenn es von solaren Rekordleistungen zu berichten gilt. Denn auf dem Redaktionstisch von Solarmedia landete diese Woche auch aus Kontinental-Europa eine erstaunliche Rekordmeldung von seiten des Anlagen-Projektierers Juwi, der eigentlich mit Windanlagen in Deutschland gross geworden war, dann aber bei einer der vielen konjunkturellen Windflauten fast pleite ging und sich in der Folge als Projektierer von Solaranlagen wortwörtlich an die Sonne zurück kämpfte: In dieser Mitteilung hiess es unter anderem: 

 

«Mit der Inbetriebnahme eines Solarparks im Kraftwerksmaßstab hat juwi in der griechischen Stadt Kozani einen wichtigen
Meilenstein zur Umstellung der Energieproduktion in Griechenland gelegt. Das
über 200 Megawatt (!) starke Photovoltaik-Kraftwerk wurde diese Woche in Beisein des
griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis an den griechischen
Energiekonzern HELPE übergeben. HELPE und juwi leisten damit gemeinsam einen
wichtigen Beitrag für niedrigere Stromkosten, geringere
Treibhausgasemissionen und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Mit
einer Kapazität von 204 Megawatt ist Kozani das größte PV-Kraftwerk in Europa, das bifaziale (doppelseitige) Solarmodule nutzt. Es liegt ungefähr 500 Kilometer
nördlich von Athen. Das Solarkraftwerk wird jährlich 320
Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und somit die Versorgung von über
75.000 griechischen Haushalten sicherstellen. Rund 300.000 Tonnen
CO2-Emissionen werden dadurch jährlich vermieden.»
Mehr zu diesem Projekt in Griechenland siehe > hier.

   

Doch noch einmal zurück auf die Weltebene, auf der der Solaranteil an der gesamten weltweiten Stromproduktion unterdessen zwischen drei und vier Prozent beträgt. Noch vor wenigen Jahren war es nur ein einziges Prozent. Zum Vergleich: die atomare Stromproduktion weltweit hat etwa einen Anteil von zehn Prozent, wobei dieser vor 20 Jahren doppelt so hoch lag. Einen solchen Zehn-Prozent-Anteil erreichen unterdessen die neuen Erneuerbaren insgesamt (siehe Darstellung oben), wobei neben dem Solar- der Windstrom für den Hauptteil verantwortlich ist. Und wobei das nicht nur wenige Länder, sondern deren 50 weltweit bereits schaffen. Diese Angaben stammen ebenfalls aus dem Global Electricity Review  . Nicht inbegriffen ist einerseits die Wasserkraft, andrerseits viele kleinere Stromquellen wie etwa die Biomasse – unter ihrem Einbezug kommen wir bereits auf 37 Prozent (die Schweiz wiederum dank ihres herausragenden Beitrags der Wasserwirtschaft auf rund zwei Drittel des Gesamtstromaufkommens). Parallel zu diesen Produktionszahlen darf nicht vergessen gehen: auch die Gesamtnachfrage wächst unerbittlich, letztes Jahr um fünf Prozent – und als grosser Wermuts-Tropfen: die CO2-Emissionen haben 2021 wieder deutlich zugenommen (sieben Prozent im Energiesektor nach einem ähnlich grossen, aber coronabedingten Rückgang im Vorjahr). Das Wachstum beim Kohleverbrauch war in absoluten Energieeinheiten noch grösser als jenes der Erneuerbaren.


Das noch zum Schluss: Sollen die Pariser Klimaziele erreicht werden, bedarf es einer Verfünffachung des nun erreichten einen Terawatts Solarleistung bis zum Jahr 2030. Da bleibt natürlich noch allerhand zu tun.... (siehe auch > hier).

 

Samstag, 9. April 2022

PPVX weiter deutlich hinter dem Fossil-Sektor

Der Solaraktienindex PPVX fiel letzte Woche um 0,4% auf 3.639 Punkte, der NYSE Arca Oil (Index für Fossil-Aktien) stieg um 4,5%. Der PPVX liegt seit Jahresanfang 2022 mit -0,8% währungsbereinigt rund 44,5 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (+43,7%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Encavis AG(+37%), Solaria Energia y Medio Ambiente (+34%) und Xinte Energy (+31%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 129,5 Mrd. Euro. Die Gewinner der Woche waren Meyer Burger Technology AG (+10%) und Solaria Energia y Medio Ambiente (+10%), die Verlierer Shoals Technologies Group (-21%) und Array Technologies (-15%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+1.188%) rund 937 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +251%). 

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  
 Quelle: oeko-invest.net

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Dienstag, 5. April 2022

Von Rekord zu Rekord: PV boomt in der Schweiz


Sonnenenergie (Photovoltaik = PV) ist in der Schweiz so gefragt wie nie: Das zeigen die jüngsten Zahlen von Pronovo, die im Auftrag des Bundesamts für Energie die Gesuche für Fördermittel für erneuerbare Produktionsanlagen bearbeitet. Sowohl bei der Anzahl Gesuche wie bei der Produktionsleistung gab’s im ersten Quartal einen Rekord.

 

7431 Gesuche für Fördermittel für neue PV-Anlagen sind im ersten Quartal bei Pronovo eingegangen – so viele wie noch nie. Rekordhoch ist auch die Leistung, die diese Anlagen dereinst liefern sollen. 171 Megawatt angemeldete Leistung entsprechen einem Wachstum von über 50% im Vergleich zum ersten Quartal 2021. Energeiaplus ordnet diesen Rekord mit Joëlle Fahrni, Fachspezialistin für Erneuerbare Energie und Wieland Hintz, Verantwortlicher Solarenergie beim Bundesamt für Energie ein.

 

Joelle Fahrni ist Fachspezialistin für erneuerbare Energien bem BFE. Bild: BFE

 

Energeiaplus: Die Anzahl Gesuche für Fördermittel schiessen in die Höhe. Im Januar 2022 gab es 2293 Gesuche, im Februar 2517 und im März 2621. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

Joëlle Fahrni: Die Installation einer Photovoltaikanlage wird immer mehr zum Standard. Die Investitionskosten für solche Anlagen sind in den letzten Jahren tendenziell gesunken und erschwinglich geworden, die Förderbedingungen sind seit einigen Jahren stabil und dazu wird es immer populärer, den eigenen Strom zu erzeugen. Der Zubau zeigt, dass es sich lohnt, in eine PV-Anlage zu investieren.

 

2021 war bereits ein Rekordjahr punkto Anmeldungen für Fördermittel. Wagen Sie eine Prognose für 2022?

Wieland Hintz: Wir gehen von einer weiteren Steigerung um 25% aus, so dass bis Ende Jahr deutlich über 700 MW installiert werden. Die Standorte aller Anlagen können übrigens auf Elektrizitätsproduktionsanlagen in der Schweiz (admin.ch) aufgerufen werden, die neuen Anmeldungen werden im Einmalvergütungs-Cockpit von Pronovo veröffentlicht.

 

Auch punkto Leistung sind die Zahlen für das erste Quartal mit 171 MW rekordmässig. Der Bundesrat strebt bis 2035 eine installierte Leistung von 14 Gigawatt an, womit dann etwa 20% des bis dahin noch steigenden Schweizer Strombedarfs gedeckt werden können. Wie sind die Zahlen in diesem Zusammenhang zu werten?

Wieland Hintz ist Verantwortlicher für Solarenergie beim BFE. Bild: BFE

Wieland Hintz: Die gute Nachricht ist: Der jährliche Zubau ist damit bereits auf dem Niveau, das es braucht, um das Ziel des Bundesrats zu erreichen. Geht der Zubau also so weiter, können 2035 mindestens 20% der Schweizer Verbrauchs mit Photovoltaik gedeckt werden. Aber so ein hoher Zubau ist kein Selbstläufer, die Rahmenbedingungen müssen ständig weiterentwickelt und neue Potenziale erschlossen werden. Das Verordnungspaket, das der Bundesrat am 30. März in die Vernehmlassung gegeben hat, enthält viele neue Elemente für die Schweizer Photovoltaik: Eine neue hohe Einmalvergütung für Anlagen ohne Eigenverbrauch sowie wesentliche Erleichterungen für die Umsetzung von Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch. Zudem wird der seit dem 1. Januar 2022 bestehende Bonus für stark geneigte integrierte Anlagen ergänzt um einen neuen – niedrigeren- Bonus für stark geneigte angebaute und freistehende Anlagen. Diese Anlagen produzieren im Winter verhältnismässig viel Strom. Die Boni helfen, dass mehr Anlagen auf Fassaden gebaut werden, was bisher noch nicht ausreichend gemacht wird.

 

Für viele interessierte Bauherren ist die Photovoltaik Neuland und es stellen sich viele Fragen für bei der Umsetzung. An wen können sich diese Personen wenden, wie geht man vor?

Joëlle Fahrni: EnergieSchweiz beschreibt das Vorgehen in den «Sieben Schritten zu Ihrer Solaranlage». Mit diesen Schritten gelangen Sie schnell und unkompliziert zu Ihrer eigenen Solaranlage. Von der Ermittlung des Potenzials Ihres Daches oder Ihrer Fassaden über eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und dem Einholen von Angeboten bis hin zur Inbetriebnahme der Anlage gibt EnergieSchweiz wertvolle Tipps zu den unumgänglichen Schritten – und die sind gar nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

 

Die Zahlen stimmen also positiv. Gleichzeitig hat das Bundesamt für Energie zusammen mit Branchenverbänden eine Bildungsoffensive gegen den Fachkräftemangel im Gebäudebereich gestartet. Gibt es genug Fachleute, um die Solarpanels zu montieren?

Joëlle Fahrni: Der starke Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz erfordert genügend und vor allem gut ausgebildete Fachleute. Aber die Branche hat auch gezeigt wie flexibel sie ist, indem sie die Verdreifachung des Marktvolumens zwischen 2017 und 2022 stemmen konnte. Diese Leistung verdient grossen Respekt! Trotzdem zeichnet sich aktuell ein Fachkräftemangel im Gebäudebereich ab. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Fachkräftemangel mit der Bildungsoffensive Gebäude schnell behoben werden kann. EnergieSchweiz hat dazu 2020 und 2021 zusammen mit der Branche und Bildungsinstitutionen eine Roadmap mit 32 Massnahmen erarbeitet, welche die Branche mit Unterstützung des Bundesamts für Energie in den nächsten Jahren umsetzen wird.

 

Interview: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

 

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