Freitag, 4. September 2015

ABB schafft Mikro-Solar-Netz in Südafrika

ABB, ein weltweit führender Anbieter in der Energieversorgung und Automation, wird gemäss einer Medienmitteilung ein integriertes Solar-Diesel-Mikronetz am Standort Longmeadow in Johannesburg, Südafrika, installieren. 

Auf dem 96'000 Quadratmeter grossen Areal befinden sich die Landeshauptniederlassung und ein Werk, in dem Mittelspannungsschaltanlagen produziert, Schutzschaltungen montiert und insgesamt rund 1'000 Mitarbeitende tätig sind. Die innovative Lösung umfasst eine auf dem Dach montierte PhotovoltaikSolaranlage mit einem PowerStoreTM-Netzstabilisator und wird dazu beitragen, den Anteil sauberer Solarenergie zu optimieren und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung im Falle eines Stromausfalls im Hauptversorgungsnetz sicherzustellen. Eine auf dem Dach montierte 750-kW-Photovoltaikanlage und ein batteriebasierter 1-MVA/380-kWhPowerStore werden die vorhandenen Notstromdieselgeneratoren ergänzen. Der Anteil erneuerbarer Energien wird damit optimiert und es wird Versorgungskontinuität im Falle eines Stromausfalls oder beim Übergang vom Netzbetrieb zum Inselbetrieb gewährleistet.

Stromausfälle, die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Solar, die Preisvolatilität von fossilen Brennstoffen und Umweltaspekte führen zur Suche nach nachhaltigen Lösungen. In Südafrika und auf dem ganzen Kontinent gibt es tausende Anlagen, die mit Mikronetztechnologien diese Herausforderungen meistern könnten.


Südafrika hat den höchsten Stromverbrauch in der Subsahara-Region und die Nachfrage übersteigt nach wie vor das Angebot. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht von McKinsey & Company hervorhebt, wird die Subsahara-Region bis 2040 fast 1.600 Terawattstunden verbrauchen - das entspricht einer Vervierfachung im Vergleich zum Verbrauch von 2010. Diese Schätzung basiert auf der Annahme einer Verfünffachung des BIP, einer Verdopplung der Bevölkerung, Zugang zu Elektrizität für über 70 Prozent der Bevölkerung bis 2040 und einer verstärkten Urbanisierung. Es würde bedeuten, dass SubsaharaAfrika im Jahr 2040 so viel Elektrizität verbrauchen würde, wie Indien und Lateinamerika zusammen im Jahr 2010.


"Neben der herkömmlichen und der erneuerbaren Stromerzeugung werden Mikronetze zunehmend in der Stromversorgung von entlegenen oder isolierten Gegenden eingesetzt", so Claudio Facchin, Leiter der Division Energietechniksysteme. "Sie können auch als flexible Reservelösung für industrielle und kommerzielle Anlagen bei Stromausfällen dienen."


Quelle: ABB Schweiz

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Montag, 31. August 2015

Es gibt auch die Wirtschaft, die dranbleibt

Unter dem Namen «Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050» setzen sich namhafte Wirtschaftsverbände und Unternehmen für die Energiestrategie des Bundesrates ein. Mit einer nationalen Kampagne unter dem Motto «Dranbleiben» will die Wirtschaftsallianz aufzeigen, dass die Energiestrategie voll im Gange ist und für die Schweizer Wirtschaft eine Chance bedeutet.

Die Wirtschaftsvertreter, die sich für die Energiestrategie 2050 stark machen:
  • Referat Ronny Kaufmann, CEO Swisspower AG Download
  • Referat Wolfgang Schwarzenbacher, CEO Cofely AG Schweiz Download
  • Referat Hans Rupli, Präsident Holzbau Schweiz Download
  • Referat Kurt Frei, CEO Flumroc AG Download
Die Energiestrategie 2050 erhält Rückendeckung aus der Wirtschaft. Namhafte Wirtschaftsverbände und Unternehmen schliessen sich zur Allianz der «Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050» zusammen. Sie gehen damit auf Distanz zu Stimmen aus anderen Teilen der Wirtschaft, die bei der Energiestrategie 2050 einen Marschhalt fordern.

Die Energiestrategie 2050 steht als wirtschaftsfreundliches infrastrukturprägendes Generationenprojekt für ein modernes Energiesystem und eine gesunde Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Sie liefert den nötigen politischen Rahmen für den Einsatz bewährter Technologien und sie gibt unseren Unternehmungen Sicherheit und Orientierung. So helfen beispielsweise die im Energiegesetz neu formulierten Produktions- und Verbrauchsziele. So ist es wertvoll zu wissen, dass die Nutzung von erneuerbaren Energien von nationalem Interesse ist und dass es Sinn macht, dass die Kantone aufgefordert werden, im Gebäudebereich schneller grössere Fortschritte zu erzielen, damit das riesige Energiesparpotenzial optimal ausgeschöpft werden kann. Das Gebäudeprogramm setzt die richtigen Anreize für mehr Wärmesanierungen und einen verstärkten Einsatz an intelligenter Gebäudetechnik. Und schliesslich erachtet es die «Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie2050» als richtig, dass auch die grossen und systemrelevanten Infrastrukturen wie das Energie-und Stromnetz jetzt modernisiert werden. An der Energiestrategie 2050 führt kein Weg vorbei.

Unter dem Motto „Dranbleiben“ startet die Wirtschaftsallianz am 28. August eine landesweite Informationskampagne. Diese soll aufzeigen, dass der Umbau des Energiesystems hin zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung nicht nur wünschbar, sondern auch machbar ist. Die weitere Steigerung der Gesamtenergieeffizienz, der technologische Fortschritt und der schrittweise Ausbau erneuerbarer Energien werden unseren Wohlstand sichern, Arbeitsplätze und Einkommen schaffen. Die Schweiz wird damit langfristig aus der Abhängigkeit von fossilen und nuklearen Energieträgern befreit.


Das umfassende Mediendossier finden Sie unter: www.es2050.ch/de/medien

Quelle: Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050

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Mittwoch, 26. August 2015

Obama setzt auf soziale Energiewende mit Ökostrom


US-Präsident Obama auf dem Weg zu mehr Solarenergie. (Foto: © Pete Souza / U.S. federal government, wikipedia.commons)
US-Präsident Obama auf dem Weg zu mehr Solarenergie. (Foto: © Pete Souza / U.S. federal government, wikipedia.commons)
Nachdem der US-Präsident vor kurzem dem Klimawandel den Kampf angesagt hat muss er nun Taten folgen lassen und will den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben. Wer Ökostrom bezieht soll dabei belohnt, sozial Benachteiligte unterstützt werden. 
 
Nachdem Präsident Obama recht spät den Klimaschutz für sich entdeckt hat mit dem Ziel, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um 32 Prozent gegenüber 2005 zu senken, kündigt er aber auch schon erste Maßnahmen an und arbeitet mit dem Belohnungssystem, ein guter Schachzug: Haushalte, die Ökostrom beziehen oder mit einer Solaranlage auf dem Dach selbst produzieren, werden mit Steuererleichterungen dafür belohnt, und auch ärmere Hausbesitzer könnten an der Energiewende teilnehmen und sollen Hilfen für den Ökostromeinsatz – also etwa Solaranlagen auf dem Dach – sowie zum Energiesparen erhalten. 

Zudem will Obama staatliche Bürgschaften für Energieforschungsprojekte ausdehnen. Wind- und Solarenergie soll nun zügig ausgebaut werden. Im Visier des Demokraten stehen die Kohlekraftwerke, die größten CO2-Emittenten. Auch die Fracking-Industrie in den USA könnte es hart treffen. Die Republikaner und Kohlekonzerne hatten gegen die neuen Klimaschutzpläne bereits Widerstand angekündigt. Obama plant indes das Vorhaben über die Umweltbehörde umsetzen, dabei wäre er auf eine Zustimmung im Kongress nicht angewiesen.
Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung liegt in den USA derzeit bei rund 13 Prozent. Die US-Solarindustrie will die neue Richtung jetzt nutzen, um die Regierung von der Kürzung der Steuervorteile abzubringen, die ab 2017 greifen soll. Auch die europäische Solar- und vor allem Windindustrie könnte von Obamas Ausbauplänen profitieren, sollten sie tatsächlich umgesetzt werden. 

Dienstag, 25. August 2015

Altanlage produziert munter weiter

32 Jahre Solargeschichte auf der Nordseeinsel Pellworm: Nun wurde eine Überholung von Deutschlands erster Photovoltaik-Großanlage beschlossen. Die oberbayerische Photovoltaik-Expertin MaxSolar GmbH wird die Sanierung noch im September abschließen. Das internationale Photovoltaik-Leuchtturmprojekt geht dann ab Oktober 2015 wieder mit neuwertigen PV-Generatoren ans Netz.


Das drittgrößte Eiland der nordfriesischen Inselgruppe bietet auf 7 Kilometer Länge und 6 Kilometern Breite Heimat für knapp 1200 Einwohner. Die teilen neben der Liebe zu ihrer Insel eine weitere gemeinsame Leidenschaft - die Begeisterung für erneuerbare Energien. Bereits 1983 wurde auf Pellworm die erste Photovoltaik-Großanlage Deutschlands mit einer Gesamtleistung von damals 300 Kilowatt peak errichtet. Nach über 20 Jahren im Einsatz wurde diese erste Anlage 2005 abgebaut und recycelt. Heute stehen auf Pellworm 4 neuere Anlagen, mit insgesamt 800 Kilowatt peak Photovoltaikleistung. Aber auch diese Anlagen müssen nach  Jahren der Solarstromproduktion im salzig-feuchten Nordseeklima geprüft, gewartet und teilweise saniert werden. Deshalb hat der Pächter und Betreiber der Anlage, die HanseWerk Natur GmbH, eine 100 Prozent Tochter der HanseWerk AG, für 3 von 4 Anlagenteilen, mit insgesamt 550 Kilowatt Leistung, die Sanierung ausgeschrieben. Den Zuschlag haben die international tätigen Photovoltaik Spezialisten der MaxSolar GmbH mit Sitz in Traunstein, Oberbayern erhalten.

Bei der Sanierung werden die MaxSolar Experten alle Anlagenteile einer ausgedehnten Leistungs- und Funktionsprüfung unterziehen und gegebenenfalls Komponenten austauschen. Da das Wetter am Anlagenstandort von Oktober bis April erfahrungsgemäß feucht und windig sein wird, ist bei der Sanierung Eile geboten. Die MaxSolar GmbH will die Arbeiten bis Ende September abgeschlossen haben, inklusive der Sanierung der Unterkonstruktion. Von den vier Photovoltaikanlagen wurden 2 auf einer Stahlunterkonstruktion errichtet, von denen eine durch das Meerwasser und die salzhaltige Luft stark korrodiert ist, so dass sie ausgetauscht werden muß. Sie wird durch eine Aluminium Unterkonstruktion ersetzt. Die zweite aus Stahl errichtete Unterkonstruktion ist noch in gutem Zustand, wird von Rost befreit und anschließend mit einem neuen Schutzanstrich versehen.

Die dritte Anlage, die in den 90er Jahren zu Testzwecken auf einer Unterkonstruktion aus Tropenholz montiert wurde wird nur technischüberprüft. Die Unterkonstruktion ist zwar die älteste aller Pellwormer Anlagen, aber überraschenderweise auch die am besten erhaltene. Beim Bau der Anlage, in den 90er Jahren, glaubte man, dass Photovoltaik in Zukunft vor allem in südlichen Ländern wie Afrika, Südasien und Südamerika verbaut werden würde. Mit der Tropenholz Unterkonstruktion sollte geprüft werden ,wie sich der Baustoff für den Einsatz in der Photovoltaik eignet, da er in den angedachten Einsatzgebieten günstig und in großen Mengen zur Verfügung steht. Nun hat sich herausgestellt, dass von allen verbauten Materialien die tropischen Hölzer dem nordfriesischen „Shietwetter“ und der salzhaltigen Luft am besten widerstehen und keine Wartung benötigt, ganz im Gegensatz zu den jüngeren Stahlkonstruktionen.

Auch logistisch ist die Sanierung der Anlage eine kleine Herausforderung, weil der Transport von Technikern, Gerät und Material nach Pellworm nur unregelmäßig mit Fähren möglich ist. Ab September erschwert das typisch norddeutsche Küstenwetter mit viel Wind und Regen vor allem das Anbringen des neuen Schutzanstrichs für eine der Stahl-Unterkonstruktionen, da die Farbe nur bei trockener Witterung aufgebracht werden kann. Auch eine Leistungsmessung ist bei Sonnenschein besser durchzuführen, als bei wolkenverhangenem Himmel, schäumender Gischt und Nieselregen.

„Wir freuen uns über den Zuschlag für die Sanierung dieses besonderen Photovoltaikstandortes und sind natürlich auch ein wenig stolz darauf“, gibt Dr .Hauk, Geschäftsführer der MaxSolar GmbH zu: „Es ist eine besondere Herausforderung, die Photovoltaik des ältesten deutschen Großflächenstandortes zu sanieren. Pellworm ist mit seinen 32 Jahren Solargeschichte und den permanenten Innovationen ein Leuchtturmprojekt der Energiewende und ein wichtiger Teil der internationalen Photovoltaikgeschichte.“

Quelle: Medienmitteilung

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Freitag, 21. August 2015

Energiestiftung unzufrieden mit Ständerat

Nachdem die Energiekommission des Ständerats es letzte Woche verpasst hat, den Atomausstieg der Schweiz mit einem klaren Terminplan zu versehen, verwässert sie nun auch die Rahmenbedingungen für den Umbau hin zu einer einheimischen und sauberen Stromversorgung. Aus Sicht der Schweizerischen Energie-Stiftung SES sind sowohl die Massnahmen zur Förderung der erneuerbaren Energien als auch der Energieeffizienz ungenügend.  

Die ständerätliche Energiekommission UREK-S will die Obergrenze für den Netzzuschlag (kostendeckende Einspeisevergütung KEV) bei 2,3 Rappen pro Kilowattstunde festlegen – allerdings mit neuen Abstrichen und nur noch bis Ende 2022. Neu schlägt die Kommission vor, aus dem KEV-Topf weitere 0,2 Rappen für die Unterstützung bestehender Grosswasserkraftwerke zu verwenden. Für die Förderung der neuen erneuerbaren Energien bleiben netto rund 1,6 Rappen übrig. Damit können kaum alle Photovoltaik-Projekte, die heute auf der KEV-Warteliste stehen, ins Förderprogramm aufgenommen werden. Für künftige Photovoltaik-Projekte bleibt quasi nur noch die Einmalvergütung. «Mit dieser KEV-Ausgestaltung wird die aktuelle Zubau-Dynamik ausgebremst», kritisiert SES-Geschäftsleiter Jürg Buri.

KEV-Gelder für bestehende Grosswasserkraftwerke
Eine Förderung von bestehenden Grosswasserkraftwerken auf Kosten der neuen Erneuerbaren ist ordnungspolitisch unseriös. «Die KEV wurde installiert um neue Kilowattstunden zu fördern, nicht um alte Kraftwerksinvestitionen von Alpiq und Axpo zu unterstützen», meint Buri. Gut möglich, dass damit defizitäre AKW quersubventioniert oder unrentable Pumpspeicher abgeschrieben werden. Kommt hinzu, dass die versammelte Stromwirtschaft noch 2013 einen satten Gewinn von über 6 Milliarden zu verteilen hatte. Die wirkungsvollste Massnahme zur Unterstützung der Wasserkraft wäre das Abschalten der Schweizer AKW sowie die Einführung einer differenzierten Stromabgabe (Dreckstromabgabe), welche auch die atomaren Quellen besteuert.

Dreckstromabgabe nur auf Fossilstrom
Eine Dreckstromabgabe sieht auch die ständerätliche Energiekommission vor. Doch diese erfasst nur fossile Stromquellen wie Gas- und Kohlekraft. «Das ist völlig widersprüchlich zu einer Energiestrategie, die vorgibt, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen», so Buri weiter. «Denn diese Massnahme führt dazu, dass gerade diese Energieform importiert werden wird, aus der man eigentlich aussteigen wollte.» 

Die SES appelliert an alle Ständerätinnen und Ständeräte, die Vorschläge ihrer Energiekommission zu korrigieren und sich von den kurzsichtigen Interessen der Stromwirtschaft zu lösen. Nur so wird die Stromwende ernsthaft herbeigeführt. Dazu gehören klar begrenzte Laufzeiten für alle AKW (= Ausstieg) und ein zielführendes Förderinstrument für einheimische Energien und Energieeffizienz (= Einstieg). Alles andere ist ein planloser Blindflug mit steigenden nuklearen Risiken und steigender Auslandsabhängigkeit. 



Weitere Informationen
Jürg Buri, SES-Geschäftsleiter
Mobile: 078 627 84 14