Donnerstag, 9. Januar 2014

Deutschland down - USA up

Deutschland verzeichnet einen massiven Einbruch bei der Installation neuer Photovoltaik-(PV)-Anlagen - und hat damit endgültig die Rolle des Weltmarktleaders verloren. Am Aufholen sind demgegenüber die USA, die es im abgelaufenen Jahr erstmals auf Installationen von gesamthaft über vier Gigawatt brachten.


Im Jahr 2013 wurde in Deutschland rund 55 Prozent weniger Solarstromleistung installiert als noch im Vorjahr. Die neu installierte Solarstromleistung sank von 7,6 Gigawattpeak (GWp) im Jahr 2012 auf rund 3,3 GWp in 2013, teilt der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) mit. Der Branchenverband warnt vor einem weiteren Markteinbruch und appelliert an die Bundesregierung, das Abschmelzen der Solarstromförderung künftig wieder am technologischen Fortschritt zu orientieren. Während die Preise neuer Solarstromanlagen in den vergangenen zwei Jahren zwar um rund ein Viertel sanken, wurde die Solarstromförderung im gleichen Zeitraum im Rahmen mehrerer Gesetzesänderung halbiert und damit doppelt so stark beschnitten. 

„Der weitere Ausbau der Solarenergie zur tragenden Säule der Energieversorgung ist klimapolitisch unverzichtbar und inzwischen bezahlbar. Jetzt gilt es, das beachtliche Potenzial der Solarenergie für die Energiewende zu nutzen“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Es kann doch nicht sein, dass wir den Ausbau der Solarenergie ausgerechnet jetzt abwürgen, wo die Photovoltaik so preiswert geworden ist. Runter von der Bremse!“ Aufgrund der starken Kostensenkung in den vergangenen Jahren könne die Förderbremse jetzt mit Augenmaß wieder gelockert werden, ohne die Verbraucher zusätzlich zu belasten. Bei intelligenter Ausgestaltung der Energiewende bleibe auch ein dynamischer Ausbau Erneuerbarer Energien für Verbraucher und Industrie gleichermaßen bezahlbar. Ein weiterer Marktrückgang sei für die Solarbranche nicht verkraftbar und gefährde die Energiewende. 

Solarstrom trug 2013 mit 29,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) einen Anteil von rund 5 Prozent zur Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland bei. 2010 waren es erst 2 Prozent (11,7 Mrd. kWh). Während von 2010 bis 2012 jährlich Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 7,5 GWp zugebaut wurden, brach die Nachfrage im vergangenen Jahr aufgrund starker Einschnitte bei der Solarstromförderung ein. 

Energieexperten sind sich einig, dass aufgrund der starken Kostensenkung Photovoltaik neben der Windenergie an Land zukünftig zu den wichtigsten Säulen der Stromversorgung in Deutschland zählen müssen. Auch ein dynamischer weiterer PV-Zubau hätte keine relevanten Kostensteigerungen mehr zur Folge. Der Bundesverband Solarwirtschaft strebt eine Verdoppelung des Solarstromanteils auf rund 10 Prozent am deutschen Strombedarf bis zum Jahr 2020 an. Bis 2030 hält er einen Anteil von mindestens 20 Prozent für realisierbar. 

Ganz anders in den USA - dort hat der Solarboom gerade Fahrt aufgenommen: Nach Erhebungen von NPD Solarbuzz sind im vergangenen Jahr in den USA Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4,2 Gigawatt neu installiert worden. Damit haben die USA Deutschland überholt und sind zum drittwichtigsten Photovoltaik-Markt hinter Japan und China aufgestiegen, wie die Website pv-magazine schreibt. Weiter heisst es, der US-Photovoltaik-Markt werde vor allem von der Installation großer Solarparks getrieben. Mehr als 80 Prozent der neu installierten Leistung entfalle auf Großanlagen, berichtet NPD Solarbuzz. Allein im vierten Quartal seien es mehr als ein Gigawatt gewesen. Der Markt für große Dachanlage haben sich auf etwa 500 Megawatt ausgeweitet. Im Segment von kleinen Photovoltaik-Dachanlagen, die sich zu 75 Prozent im privaten Hausbereich befänden, seien im vergangenen Jahr rund 700 Megawatt zugebaut worden, heißt es weiter. Dies sei eine Steigerung um zehn Prozent gegenüber 2012. Weiterhin führend beim Photovoltaik-Zubau ist der Bundesstaat Kalifornien.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Solarstrom selber speichern

Die Eigennutzung solar erzeugten Stroms erweist sich in Deutschland zusehend als attraktiver wie das  Einspeisen ins öffentliche Netz. Für Aufsehen sorgt nun, dass mit der RWE selbst einer der grossen deutschen Energiekonzerne dieses Konzept propagiert. 

So schreibt RWE in einer Medienmitteilung: Wer bis vor einigen Jahren eine Photovoltaikanlage für die Erzeugung von Sonnenstrom auf seinem Dach montieren ließ, konnte die Investitionskosten durch die hohe Einspeisevergütung schnell wieder einspielen. Möglichst viel Strom ins Netz verkaufen, lautete die Devise.

Doch heute öffnet sich die Schere zwischen steigenden Verbrauchspreisen und sinkender Einspeisevergütung für neue Anlagen: Den selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen, wird so immer wirtschaftlicher. Damit er verfügbar ist, wenn er gebraucht wird, gewinnt die Frage nach der privaten Stromspeicherung bei der Planung von Photovoltaikanlagen zunehmende Bedeutung.

Mehr Strom dort zu speichern und zu verbrauchen, wo er erzeugt wird - das entlastet auch die Stromnetze zu Spitzenzeiten, in denen mehr Solarstrom erzeugt wird, als genutzt werden kann. Weil so die Kosten für den Netzausbau und die EEG-Umlage gesenkt werden können, fördert der Staat seit dem 1. Mai dieses Jahres den Einbau von Batteriespeichern mit Finanzierungs- und Tilgungszuschüssen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Förderprogramm 275). Die wichtigsten Informationen über die Bedingungen für die Teilnahme und Berechnungsbeispiele hat RWE Effizienz unter www.energiewelt.de zusammengestellt.

Mit der verstärkten Eigennutzung des selbst erzeugten Solarstroms ist ein neues Kapitel der Energiewende aufgeschlagen, das Betreiber von Photovoltaikanlagen unabhängiger vom Stromnetz und Netzausfällen macht. Mit der Förderung durch die KfW lässt sich die dezentrale Speicherung von Solarstrom schon heute wirtschaftlich umsetzen - und die Amortisationszeit wird sich mit geringerer Vergütung für eingespeisten Strom und gleichzeitig steigenden Energiekosten zukünftig immer mehr verkürzen.

Anbieter wie RWE setzen bei der Speicherung auf modernste Lithium-Ionen-Technologie, da sie besonders sicher und langlebig ist, sowie auf ein effizientes Energiemanagement unter Einbeziehung automatisierter Haustechnik.

Sonntag, 5. Januar 2014

Ein Finanzrucksack für 2014

Vorsorgemedia berichtet regelmässig über wichtige Aspekte der Anlage und Vorsorge. Zu Beginn des neuen Jahres - verbunden mit den besten Wünschen - verweist dieser weitere Blog des Solarmedia-Autors Guntram Rehsche zusammenfassend auf aktuelle Erkenntnisse, (die auch in einer Beratung vertieft werden können siehe Vermerk linke Spalte von Vorsorgemedia). Der Beitrag befasst sich auch mit der nachhaltigen Geldanlage und warnt vor einem spezifischen Solarinvestment. Wie im Allgemeinen vorzugehen ist, vermittelt das folgende gute Dutzend Tipps:
  1. Zuallererst eine Anlagestrategie formulieren, die auf den eigenen Zielen (zb Sicherung des vorhandenen Vermögens oder möglichst grosse Wertsteigerung) und der Risikobereitschaft (Akzeptanz eines 50%-igen Verlusts) aufbaut.
  2. Festhalten an der einmal formulierten Strategie: Was nicht heisst, diese in Stein zu meisseln - aber eben auch nicht, sie bei der ersten Verunsicherung gleich wieder zu kippen.
  3. Geduld ist meist der beste Ratgeber: Anlageerfolge stellen sich nicht innert kürzester Frist ein - ist dies mal der Fall, so handelt es sich eher um Glück denn um eine bereits erfolgserprobte Strategie. In der Regel empfiehlt es sich, die Strategie zumindest einmal jährlich zu überdenken - aber auch nicht viel häufiger.
  4. Viel Hin und Her macht die Taschen leer - und vergeudet viel Zeit: Dies ist wohl eine der treffendsten Börsenweisheiten, die sonst ja meist ziemlich hohl sind (wie «Sell in May and go away»). Die Weisheit gilt auch für die gesamte Anlagestrategie - denn auch der Wechsel von der Börse weg in andere Anlageklassen wie Sparbücher oder Obligationen verbraucht viel Energie, nicht nur Spesen.
  5. Um Disziplin und Geduld zu üben, ist ein Finanztagebuch nicht zu vergessen: Schreiben Sie alle relevanten Überlegungen und Entscheide kurz und knapp auf - so wissen Sie auch später, warum Sie so und nicht anders entschieden haben. Das bewahrt voraussichtlich auch vor überstürzten Entscheiden.
  6. Es gibt keinen richtigen Anlagezeitpunkt: Das gilt nicht nur für Aktien - in der aktuellen turbulenten Finanzwelt können politisch oder anders bedingt die Verhältnisse sehr schnell ändern. Und dann war eben ein bestimmter Moment für einen weit reichenden Entscheid genau der falsche und selten der richtige. Wer hätte den rasanten Fall des Goldpreises vorausgesehen (der Schreibende nicht)?
  7. Konstant handeln und in kleinen Schritten vorgehen: Wichtiger als auf den richtigen Moment zu warten ist es, kontinuierlich und in kleinen Schritten vorzugehen. Bezüglich Goldanlage kann das zb heissen, monatlich 10, 50 oder 100 Gramm zu kaufen - je nachdem auch als so genannte ETF (siehe unten mehr dazu). Und das über einen langen Zeitraum, um eine substantielle Goldposition aufzuzbauen zu einem insgesamt durchschnittlich guten Preis. Ähnlich ist auch mit einzelnen Aktien - oder noch besser mit Anlagefonds - vorzugehen.
  8. Anlegen mit Fonds noch immer einer der Köngiswege: Und zwar, weil es eben nicht ratsam ist, alle Eier in einen Korb zu legen im Hinblick darauf, dass dieser Korb ja runter fallen könnte. So gibt es in vielen Anlagebereichen, vor allem aber bei Aktien eben die Möglichkeit, statt nur in einzelne in eine ganze Reihe von Papieren zu investieren. Und ksotengünstig machen das eben die erwähnten Exchange Traded Funds (ETF). Damit ist man dann zwar nicht besser als der Durchschnitt aller AnlegerInnen in einer bestimmten Anlageklasse, aber eben auch nicht schlechter als dieser Durchschnitt. Bekannt ist ja vielleicht der Witz, wonach sich mehr als drei Viertel der AutofahrerInnen als überdurchnittlich gut einschätzen.....
  9. Bei Unsicherheit nehme man / frau sich ganz einfach - Zeit: Anlageentscheide drängen in den seltensten Fällen. Wer also beispielsweise plötzlich über eine grössere Summe verfügt (aufgrund einer Erbschaft oder der Auszahlung einer Freizügigkeitslösung), lege diese auf einem vergleichsweise gut verzinsten Sparkonto, allenfalls in einer (durch den EinlegerInnenschutz auch gedeckten) Kassenobligation an. Erst wenn Sicherheit besteht (siehe Anlagestrategie) soll der Entscheid für eine neue Anlagelösung fallen.
  10. Nachhaltige Geldanlage ist eine tolle Sache - aber: Vorsorgemedia hat immer wieder die guten Seiten einer an Nachhaltigkeit orientierten Anlage betont. Aber auch solche Anlagen sind vor Ungemacht nicht gefeit - im abgelaufenen Jahr sind etwa mehrere Solarfirmen pleite gegangen oder leiden noch immer unter teils mehr als 90-prozentigem Verlust bei den Börsennotierungen. Auch hier gilt das Prinzip Diversifikation, also Verteilung auf verschiedene Anlagen und keine einseitige Gewichtung. Gewarnt sei etwa auch vor der aktuell zur Zeichnung aufliegenden Obligation des Schweizer Solarunternehmens Edisun Power. Der hohe Zins von 4,5 % verheisst nichts Gutes.
  11. Zu warnen ist vor Vielem: Man / frau bedenke stets - wer Anlagevorschläge macht, verfolgt damit meist handfeste finanzielle Interessen (für einmal ist der Schreibende ausgenommen :-). Doch nicht nur die Kosten solcher vorgeschlagener Anlagen fallen ins Gewicht, sondern auch immer wieder deren Komplexität. Es verwundert, wie fünf Jahre nach der gigantischen Finanzkrise all die Derivate wieder im Schwange sind, die zum Entstehen der Krise beigetragen haben. Da gilt: Finger weg! Auf Ihre Anregung hin sollte vielleicht auch Ihre Pensionskasse auf solche Investments verzichten! 
  12. Zins und Zinseszins haben viel an Glanz verloren: Vor der Krise ging eine Weisheit kräftig vergessen - dass hohe Zinsen ein hohes Risiko anzeigen. Unterdessen wissen wir einiges, wenn auch nicht alles besser. Die Zinsen sind mickrig - doch fallen sie langfristig ins Gewicht. Nur, langfristig heisst möglicherweise mehr als zehn Jahre!
  13. Und noch diese Lesetipps: Vorsorgemedia bringt stets ganz aktuelle Medienhinweise zu interessanten Artikeln betreffs Anlage und Vorsorge. Ein Archiv (siehe Vorsorgemedia-Menü) stellt den Zugriff auf alle früheren Medienhinweise sicher. Und speziell für die Vorsorge beachte man: Beobachter - Welche Absicherungen bringen etwas?!

Donnerstag, 2. Januar 2014

2014 - ein Jahr für die Solarenergie

2014 könnte ein Jahr der Solarenergie werden: Ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber herkömmlichen Stromerzeugungsarten ist vielerorts bereits gegeben, der Aufschwung vollzieht sich breit abgestützt in vielen Staaten der Welt - und selbst in der Schweiz sieht es sonniger aus als auch schon. 

In Grindelwald, unweit der Bergkolosse Eiger, Mönch und Jungfrau, zahlen StromkundInnen ab dem neuen Jahr inklusive Mehrwertsteuer rund 25 Rappen pro Kilowattstunde (nach einer fünfprozentigen Preissteigerung gegenüber 2013, siehe auch Rubrik Strompreise in der rechten Solarmediaspalte). Das dürfte in günstigen Fällen mit entsprechender Grösse und Ausrichtung der PV-Anlage den Preis für selbst erzeugten Solarstrom bereits übersteigen . Mit anderen Worten, die Grid Parity ist auch in der Schweiz fallweise bereits erreicht. Bei weiterhin steigenden Preisen ab Elektrizitätswerk und fallenden Solarstromerzeugungskosten wird es damit für immer mehr Haushalte in der Schweiz lohnend, Strom selbst zu produzieren – und bald auch selbst zu speichern. Jetzt beginnt eine Entwicklung, die im nördlichen Nachbarland bereits zu beobachten ist.

Natürlich wird auch 2014 die Politik die Entwicklung des Solarstrommarktes entscheidend beeinflussen. Die parlamentarische Auseinandersetzung um die hiesige Energiewende steht auf der Agenda – ebenso wie in anderen Staaten, allen voran in Deutschland. Der weitere Gang der Dinge noch alles andere als klar ist. Immerhin haben die Ernennungen von Fachexperten und Befürwortern sowohl einer umfassenden Energiewende als auch der Solarenergie im Speziellen die Befürchtungen für Deutschland etwas zerstreut, dass dort jetzt alles radikal geändert und das Rad der Zeit zurückgedreht werde. 

Was immer im nördlichen Nachbarland beschlossen wird, muss allerdings unter einem ganz anderen Licht als die hiesige Situation beurteilt werden. Denn Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren bereits einen gewaltigen Sprung gemacht – und erzeugt heute rund einen Viertel des Gesamtstromverbrauchs mit neu installierten Anlagen der Erneuerbaren – in erster Linie mit Windkraft (rund 10 Prozent) und Sonnenlicht (rund 6 Prozent). Da stellen sich naturgemäss andere Probleme als in der Schweiz, wo ausgerechnet diese beiden künftigen Schlüsseltechnologien kaum Promillegrösse bei der Wind- und immerhin gerade mal ein Prozent bei der Solarenergie ausmachen.

Übrigens: Am 1. Januar zeigte die Solarenergie, wozu sie selbst im Winter imstande ist: In Deutschland erreichte sie eine Spitzenleistung von sechs Gigawatt und produzierte damit selbst an diesem tiefsten Wintertag – zugegebenermassen nur für kurze Zeit – rund zehn Prozent des benötigten Stroms. Wer sich über jeweils aktuelle Werte kundig machen möchte, findet Angaben in der rechten Spalte dieses Blogs oder direkt auf der Website «Das leistet die Photovoltaik».

Der Blick in die weite Welt zeigt, dass es abgesehen von Europa (welch Armutszeugnis) in vielen Ländern deutlich bergauf geht mit der Solarenergie – im abgelaufenen Jahr wurde eine 15-prozentige Ausweitung erzielt – im kommenden wird ein Wachstum erwartet, das eher noch darüber liegen wird. 2013 hat die Solarbranche eine deutliche Erholung verspürt. Nach der Erhebung des Marktforschungsinstitut IHS wurden demnach 2013 Sonnenkraftwerke mit einer Kapazität von 37.000 Megawatt (oder eben 37 Gigawatt) weltweit gebaut. Das sind 15 Prozent mehr als 2012 – und 2.000 Megawatt mehr, als die Marktforscher selbst prognostiziert hatten. Der Umsatz der Branche stieg von 79 Milliarden auf 86 Milliarden US-Dollar. Damit sind jetzt weltweit insgesamt Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von knapp 140 GW am Netz. Zwei Drittel wurden in den vergangenen drei Jahren installiert. 

Japan hat ordentlich vorwärts gemacht und stösst in eine Spitzengruppe von 10-GW-Ländern (Total bereits installierter Anlagen) vor, in der sich Deutschland und Italien bereits befinden, 2013 auch die USA und China und nun eben auch bald Japan. Interessanter sind fast noch die vielen Nationen, die sich anschicken – gemessen an ihrer Bevölkerung – bedeutende Kapazitäten zu erstellen, wie etwa Südafrika, Mexiko, Chile und Saudi-Arabien. Und man wird sich wundern – aber auch die Schweiz dürfte im kommenden Jahr unter die 1-GW-Nationen vorstossen. Dies, nachdem im laufenden Jahr zu den bestehenden 420 Megawatt rund 300 zugebaut wurden und der Fachverband Swissolar von einer ähnlichen Zubaurate 2014 ausgeht.

Speicher werden für die Entwicklung unverzichtbar – eine Speicherpolitik für die Schweiz fehlt allerdings. «Elektrische Energiespeicher werden elementare Bestandteile des intelligenten Stromnetzes der Zukunft und sind damit ein Schlüsselthema für Smart Grids», hält der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (Frankfurt/M.) fest - siehe dazu die einschlägige Meldung des SolarserversUnd nicht zu vergessen: Die solare Wärmeerzeugung (via Sonnenkollektoren) hat weltweit ihren Siegeszug längst angetreten. Der grösste Produzent von Kollektoren ist (gleich wie unterdessen bei den Modulen) China – und in diesem Fall auch der grösste Anwender. Denn in vielen Metropolen des neuen Reichs der Mitte finden sich bereits auf den meisten Dächern solare Aufbereitungsanlagen für warmes Wasser.
 
©  Solarmedia / Bild: Regula Bähler

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Kopenhagen grüne Hauptstadt

Kopenhagen übernimmt für 2014 offiziell den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ von Nantes (Frankreich). Dabei spielt die Nutzung von Solarenergie für einmal keine grosse Rolle.

EU-Kommissar Potočnik erklärte: „Ich beglückwünsche Kopenhagen zum Titel Grüne Hauptstadt Europas 2014. Europa kann viel von Kopenhagens Bemühungen um die Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit und der Lebensqualität der Bürger lernen. Mit dieser Auszeichnung wird Kopenhagen als Stadt gewürdigt, die erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der städtischen Umwelt und zur Unterstützung einer gesünderen und nachhaltigeren Lebensweise unternimmt. Ich freue mich auf das umfangreiche Veranstaltungsprogramm und wünsche der Stadt viel Erfolg.“

Frank Jensen, Oberbürgermeister von Kopenhagen, erklärte: „Diese Auszeichnung ist eine internationale Anerkennung der gezielten Bemühungen Kopenhagens, eine grüne und nachhaltige Stadt mit hoher Lebensqualität zu schaffen. Wir teilen gerne unser Wissen mit anderen Städten und präsentieren ihnen Beispiele für die Entwicklung nachhaltiger städtischer Lösungen. Gleichzeitig möchten wir von anderen Städten in ganz Europa lernen, um Kopenhagen zu einem noch besseren Wirtschafts- und Lebensraum zu machen.“ Zu den zahlreichen „grünen“ Argumenten, die zur Verleihung des Titels „Grüne Hauptstadt Europas 2014“ an Kopenhagen beigetragen haben, zählen:
  • 36% der Pendler und 55% der Kopenhagener fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit oder in die Schule/Universität
  • 98% der Haushalte werden mit Fernwärme geheizt
  • 90% der Bauabfälle werden wiederverwendet
  • Zwischen 2005 und 2012 gingen die CO2-Emissionen um 24% zurück
  • 95% der Einwohner erreichen zu Fuß innerhalb von 15 Minuten ein Naherholungsgebiet
  • Kopenhagen wurde vom Magazin Monocle zweimal zur „Lebenswertesten Stadt der Welt“ gewählt (2008 und 2013).
  • Im Jahr 2008 ernannten Verkehrsexperten den städtischen Schienennahverkehr zum besten der Welt.
Kopenhagen möchte sein Jahr als Grüne Hauptstadt Europas nutzen, um die Bedeutung gemeinsamer Lösungen für Umweltprobleme zu betonen. Die Stadt ruft ein neues Netzwerk ins Leben, in dem die Städte, die in der engeren Auswahl für die Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas“ waren, Mitglieder werden können. Dieses Netzwerk wird es den fortschrittlichsten grünen Städten Europas ermöglichen, Wissen auszutauschen und die Umweltagenda gemeinsam voranzubringen.

Kopenhagen ist die Nachfolgerin von Nantes, der „Grünen Hauptstadt Europas 2013“. Nantes führte unter anderem das Gütezeichen „Grüne Hauptstadt Europas“ ein, als Anerkennung für Unternehmen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Mit dem Gütezeichen wurden Unternehmen mit vorbildlichen Strategien für den Umweltschutz und für Ökoinnovationen ausgezeichnet.

Mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ werden Städte ausgezeichnet, die eine Vorreiterrolle beim umweltfreundlichen städtischen Leben einnehmen. Ein Gremium unabhängiger Experten beurteilt die Leistung der konkurrierenden Städte anhand von 12 Umweltkriterien. Anschließend bewertet eine Jury ihr Engagement für eine ständige Verbesserung des Umweltschutzes und für nachhaltige Entwicklung sowie ihre Kommunikationsfähigkeit. Bewertet wird auch, in welchem Umfang sie beispielhafte Verfahren an andere Städte weitergeben könnten. Abgesehen von der Vorbildfunktion für andere Städte steigert der Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ das Ansehen der ausgezeichneten Stadt und deren Attraktivität als Reiseziel sowie als Ort zum Arbeiten und zum Leben.

Seit der Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ 2010 erstmals vergeben wurde, wurden sechs Städte ausgezeichnet. Stockholm gewann den ersten Titel, gefolgt von Hamburg 2011, Vitoria-Gasteiz 2012 und Nantes 2013. Kopenhagen wird den Titel 2015 an Bristol weitergeben.

Quellen: sonnenseite.com / Europäische Kommission

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Mittwoch, 1. Januar 2014

Comeback der grünen Aktien

Nach den letzten drei mageren Jahren mit hohen Kursverlusten haben sich die „grünen“ Aktien im Börsenjahr 2013 erstmals wieder erholt.

Der internationale Leitindex der Regenerativen Energiewirtschaft RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index) notiert zum Jahresschluss mit 320,11 Punkten um 89,8 Prozent höher als vor einem Jahr (168,69 Punkte), teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Im Jahr 2012 verlor der RENIXX noch 30 Prozent, im Jahr 2011 waren es sogar über 54 Prozent.

Solaraktien aus Kanada und den USA sowie die Aktien europäischer Hersteller von Windenergie-Anlagen zählten 2013 zu den größten Gewinnern. An der Spitze notiert die Aktie von Canadian Solar mit einem Plus von 745 Prozent, gefolgt von Sunpower (+410 Prozent) und Solarcity (+393 Prozent) aus den USA. Dahinter reihen sich die Windenergieanlagen-Hersteller Vestas (Dänemark, +390 Prozent) und Gamesa (Spanien, +327 Prozent) ein. Die Aktie des deutschen Windkraftanlagen-Herstellers Nordex steigt um 219 Prozent. Lediglich vier Aktien mussten im Jahr 2013 Kursverluste hinnehmen. Dazu zählen EDP Renovaveis (Spanien, -5 Prozent), PNE Wind (Deutschland, -10 Prozent), Brookfield Renewable (Kanada, -15 Prozent) und Suzlon (Indien, -50 Prozent).

Im Rahmen der turnusgemäßen Neuzusammensetzung zum 01. Januar 2014 auf der Basis der Börsenkapitalisierung steigen der Bioethanol-Hersteller Cropenergies, der Windkraft-Projektierer PNE Wind, der Brennstoffzellen-Anbieter Fuelcell Energy, der PV-Hersteller Ja Solar sowie der Wechselrichter-Produzent SMA aus dem Index ab. Aufsteiger sind Tesla Motors aus den USA (Elektromobilität), der kanadische Regenerativ-Energie-Erzeuger Innergex Renewable Energy, die chinesischen Solar-Hersteller Jinko Solar und Shunfeng Photovoltaic sowie der US-Bioethanol-Produzent Green Plains.

Der RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index) bildet als erster Aktienindex die Performance der 30 weltweit führenden börsennotierten Unternehmen auf dem industriellen Zukunftsfeld der Regenerativen Energiewirtschaft ab. Maßgeblich für die Aufnahme in den RENIXX und die Gewichtung ist die Free-Float Marktkapitalisierung. Die Unternehmen müssen mindestens 50 Prozent ihrer Umsätze im Bereich der Regenerativen Energiewirtschaft erzielen. 

Quelle: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) 2013 / sonnenseite.com

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