Mittwoch, 22. Juni 2011

So wird PV-Anlage Realität

Der Run auf Solarkraftwerke auf Schweizer Dächern ist grösser denn je. Aktualität erfährt das Thema, weil die nationale Stromnetzgesellschaft Swissgrid im Juli wieder über Stromabnahmeverträge mit Tausenden von Dachbesitzern entscheidet.Der Zürcher Solarpionier energiebüro® ag hilft gemäss eigenen Angaben Dachbesitzern bei schneller und rentabler Realisierung von Photovoltaik-Anlagen.

Im Juli entscheidet die Stromnetzgesellschaft Swissgrid wieder über die Stromabnahmeverträge von Photovoltaik-Anlagen auf Schweizer Dächern. Besitzer von Dachflächen profitieren dann von der staatlich garantierten Stromabnahme mit attraktiven Einspeisevergütungen oder von einer Dachmiete. Voraussetzung ist, dass sie ihre Anlagen innerhalb der vom Bund gesetzten Fristen planen und realisieren. Die Ingenieure der energiebüro ag helfen mit technischem Know-how und auch bei der Finanzierung. Ziel ist, die ersten Photovoltaik-Anlagen bis Ende 2011 fertig zu stellen.

Eine der vielen vom energiebüro in der Schweiz erstellten PV-Anlagen - Eingangsbereich des Migros-Verteilzentrums in Zürich-Herdern mit fassadenintegrierten polykristallinen Solarzellen (Bild: Guntram Rehsche).











Nicht erst nach Fukushima, sondern bereits seit der Einführung der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) im Jahr 2008 verzeichnet die nationale Stromnetzgesellschaft Swissgrid einen regelrechten Run auf Kraftwerke für erneuerbare Energien. Denn für ins Stromnetz eingespeisten Strom aus regenerativen Energiequellen zahlt der Bund aus einem Förderfond einen kostendeckenden Beitrag für den ökologischen Mehrwert. Aus diesem Grund gibt es auch immer noch Antragsteller, die seit dem 1. Mai 2008 auf den Wartelisten stehen. Im Juli allerdings ist es so weit: Über tausend Dachbesitzer werden wieder die Zusage erhalten. „Nicht alle werden jedoch innerhalb der vom Bund gesetzten Fristen das Kapital und das Know-how aufbringen können“, befürchtet Roland Frei, Umweltnaturwissenschafter und Geschäftsführer der energiebüro ag. Für die Antragsteller kommt es jetzt jedoch auf einen raschen Projektfortschritt und reibungslose Realisierung an, damit sie die lang ersehnte Chance auf ein Solarkraftwerk nicht verpassen.

Helfen können dabei zum Beispiel die Solar-Ingenieure der energiebüro ag. Sie sind seit 1996 auf die Umsetzung von Photovoltaik-Anlagen auf mehr als 300 m2 grossen Dächern spezialisiert, dies entspricht einer Leistung ab 50 kW. Zusammen mit einem starken Partner kümmern sie sich um die Finanzierung und technische Umsetzung der Kraftwerke. Denn nicht alle Dachbesitzer können oder wollen ihre Anlagen selbst finanzieren und umsetzen. „Wir organisieren alles von A bis Z. Dachbesitzer erhalten von Anfang an eine Dachmiete, haben keinerlei Aufwand und sichern sich mit unserem Modell eine professionelle und voll überwachte Anlage“, erläutert Frei. Eine technisch versierte Umsetzung ist aber auch aus anderen Gründen sinnvoll. Denn wer sich für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach entscheidet, positioniert sich rund 25 Jahre lang als Förderer erneuerbarer Energien. „Angesichts dieser Zeitspanne spielt die Langlebigkeit eine grosse Rolle. Es geht schliesslich ums eigene Image“, weiss der Experte. „Und eine gut geplante und umgesetzte Anlage ist der Garant für den sorgenfreien Betrieb und die Dichtigkeit des Daches.“

Die 18 Mitarbeitenden der energiebüro ag haben indessen bereits die wichtigsten Solarkraftwerke der Schweiz erfolgreich geplant und realisiert. Ihre Anlagen finden sich zum Beispiel auf dem Weissfluhjoch, dem Hauptbahnhof Zürich oder dem Hauptsitz der Migros. Für ihre Anlage auf dem Stade de Suisse Wankdorf Bern wurden sie sogar mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet.

Quelle: energiebüro® ag

© Solarmedia

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Solarmilliarden für Bangla Desh

Einer Meldung der deutschen Exportinitiative zufolge, sicherte die Asian Development Bank (ADB) am Rande des Asia Solar Energy Forums in Bangkok weitere Zuschüsse für den Ausbau der Solarenergie in Bangladesch zu.

Die ADB sieht die Solarenergie als eine der bedeutendsten Energieträger und damit als wichtige Voraussetzung für das weitere Wachstum Asiens. Um den weiteren Ausbau der Solarenergie zu stärken, gibt die ADB finanzielle Unterstützung, u.a. für Solarprojekte. Im Rahmen des 500 MW PV-Projektes in Bangla Desh (im Bild dessen Nationalflagge) sollen Anlagen im städtischen Raum und kleine PV-Anlagen in ländlichen Gebieten installiert werden. Der somit gewonnene Solarstrom soll für ländliche Krankenhäuser, Schulen und andere wichtige Institutionen genutzt werden. Der Investitionsbedarf für das PV-Projekt beträgt nach Angaben der ADB 3 Mrd. US-Dollar, von denen 60 Prozent aus Eigenkapital und 20 Prozent aus langfristigen zinsgünstigen Darlehen getragen werden sollen.

Die Ministerien in Bangladesch sind an der Umsetzung des Projektes maßgeblich beteiligt. So werden die 500 MW unter den staatlichen Einrichtungen in Bangladesch wie folgt aufgeteilt: Das Energieministerium installiert 100 MW, die Bahnabteilung 50 MW auf Bahnhöfen, das Wohnungs-und Bauministerium 100 MW an öffentlichen Gebäuden, das Gesundheitsministerium 50 MW, das Ministerium für Religionsfragen 10 MW auf diversen religiösen Institutionen. Das Bildungsministerium will 40 MW an Schulen und Hochschulen installieren, das Industrieministerium 20 MW an verschiedenen Unternehmen und Fabriken und das Landwirtschaftsministerium wird solarbasierte Bewässerungspumpen mit einer Kapazität von insgesamt 80 MW errichten.

Das Projekt soll rund 100 Mio. US-Dollar an Subventionen für fossile Brennstoffe einsparen und über 96 Mio.US-Dollar an Emissionsgutschriften generieren.

Weitere Informationen: Asian Development Bank
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien

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Montag, 20. Juni 2011

Unterstützung zur Sonnenwende

Dienstag, 21. Juni: Sonnenwende. Anlass, für einmal in eigener Sache auf Solarmedia aufmerksam zu machen. Ein langfristiges Bestehen des unterdessen gut eingeführten Blogs mit über 500 LeserInnen täglich kann auch von Ihrem Beitrag abhängen. Mitmachen und gewinnen - eines der wegweisenden Bücher zur Energiewende. Und feiern Sie statt Jahresende die Sonnenwende!

In der Mitteleuropäischen Zeitzone fällt die Sommersonnenwende gegenwärtig stets auf den 21. Juni. Im 20. Jahrhundert konnte sie auch am 22. Juni eintreten. Im 21. Jahrhundert wird sie manchmal am 20. Juni sein, weil die Schaltregel (365,2425 Tage) die tatsächliche Jahreslänge (365,2422 Tage) nur näherungsweise darstellen kann. Ohne die Gregorianische Kalenderreform würde sich ihr Datum pro Jahrtausend um sieben bis acht Tage verschieben. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des Julianischen Kalenders – die Säkular-Jahre (das sind Jahre, deren Zahl durch 100 teilbar ist) keinen Schalttag mehr erhalten, es sei denn, die Jahreszahl ist durch 400 teilbar.... (aus Wikipedia)

So kompliziert ist die Sonnenenergie längst nicht! Aber: Andere tun's zur Jahreswende, für Solarmedia ist die Sonnenwende Anlass, zur Unterstützung von Solarmedia aufzurufen.Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird insbesondere die Photovoltaik (PV), also die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität via Solarzellen, zur wettbewerbsfähigsten Art der Stromerzeugung – konkurrenzfähig selbst gegenüber fossiler Energieerzeugung. Vorausgesetzt, die Energiepolitik stellt die Weichen richtig. Und ebenso vorausgesetzt, die vielen Vorurteile zur PV können entkräftet werden, vorausgesetzt also, für die Sonnenenergie macht sich eine breite Unterstützung stark. Dazu will der Solarmedia-Blog einen namhaften Beitrag liefern – und tut dies seit über zwei Jahren mit unterdessen mehr als 1000 veröffentlichten Artikeln und Bildern.

Der Übergang zu einer solaren Wirtschaftsweise benötigt also mediale und öffentlichkeitswirksame Begleitung. Sie ist aus Sicht des Betreibers von Solarmedia in neuester Zeit zwar in Ansätzen auf breiterer Front erkennbar, aber bei Weitem noch nicht genügend. Zweck des «Social Business» Solarmedia ist es, die Nutzung der Sonnenenergie ohne Gewinnabsichten zu fördern. Dies soll sowohl ungebunden von politischen Interessen als auch von einzelwirtschaftlichen Zielen erfolgen - bedarf aber dennoch einer gewissen ökonomischen Untermauerung (zu Social Business siehe Artikel vom 14. April 2009).

Gefragt sind also ungebundene Beiträge als Untersützung oder gar als Sponsoring der Anliegen von Solarmedia. Das ist die Grundlage, die bisher seit zwei Jahren erfolgte Aufbauarbeit mittel- und langfristig weiter zu führen. Dabei ist es ganz einfach, die Aktivitäten von Solarmedia zu unterstützen und zwar mittels:

- Einzelbeitrag: 20 CHF jährlich - auch mehr möglich :-)
- Gruppenbeitrag mit Newsletter (Beschreibung siehe unten - geeignet für Firmen & Organisationen – Anzahl der bedienten Adressen mal 20 CHF jährlich) – bitte die zu bedienenden Mailadressen mitteilen an guntram.rehsche@bluewin.ch
- Sponsoring (ab 1000 CHF) – Sponsoren werden in einem Kästchen in der rechten Spalte des Blogs erwähnt – siehe Textspalte rechts>>>
- Übernahme von Inhalten: Nutzen Sie die Schlagzeilen oder ganze Texte von Solarmedia, um Ihre eigene Website oder Zeitschrift aufzuwerten - nach spezieller Abmachung.
- Einzahlen ist ganz einfach - Beiträge bitte auf Konto: ZKB Zürich / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (diese drei Angaben genügen in der Regel für einen Online- oder Postzahlungsauftrag innerhalb der Schweiz).
- Anfragen und Auskünfte über Mail: guntram.rehsche@bluewin.ch

Betreffs Newsletter: Auf Anfrage werden Gruppen von Interessierten (zb alle Angehörigen eines Unternehmens) mit individuellen Hinweisen auf spezielle Blog-Einträge bedient, in der Regel zwei bis drei Mal monatlich. Es ist also keine Mailflut zu befürchten und die Infos im Newsletter sind bewusst knapp gehalten. Beitrag: mindestens Anzahl Mailadressen mal 20 CHF.

Gefragt ist Ihre Meinung zum Solarmedia-Blog! Jede Antwort bis Mitte Juli 2011 schafft’s in die Verlosung von drei Büchern von Roger Nordmann «Atom- und erdölfrei in die Zukunft» - bei Interesse, bitte Postadresse der Mail-Antwort beifügen. Der Autor hält in einer 4-Punkte-Erklärung zur Solarenergie u.a. fest:
- Es gibt in der Schweiz riesige für die Photovoltaik bestens geeignete Dachflächen.
- PV-Anlagen auf Gebäuden sind in der Bevölkerung breit akzeptiert und stossen kaum auf Widerstand.
- Die Schweiz verfügt dank ihren Stauseen über eine grosse Menge an Regelenergie, um die unregelmässig anfallende erneuerbare Stromproduktion auszugleichen.
- In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird PV die günstigste Technologie für die Stromproduktion werden.


© Solarmedia

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Innovationsfreudige Branche

Sunpower-Solarpanels der Serie E20 mit einem Modulwirkungsgrad von 20 Prozent kommen noch in diesem Jahr auf den Markt. Schott punktet demgegenüber bei den Gewichten der neuesten Solarmodule.

Bei den Produkten von Sunpower handelt es sich um die ersten auf dem Markt erhältlichen Solarmodule, die eine Gesamtflächeneffizienz von 20 Prozent erreichen. Die neuen E20-Solarpanels (siehe Bild), die aus 96 Solarzellen bestehen, sind als 333-Watt- und 327-Watt-Modelle für die Montage auf Hausdächern verfügbar. Dank der patentierten Maxeon(TM) Solarzellentechnologie von SunPower weisen sie eine Effizienz von 22,4 Prozent auf. Die Solarzellen mit All-Back-Contact-Struktur fangen signifikant mehr Sonnenlicht ein und leiten mehr elektrischen Strom als konventionelle Solarzellen. Was die auf dem Markt verfügbaren und in Massenproduktion hergestellten Solarmodule anbelangt, halten sie den Weltrekord in Sachen Wirkungsgrad. Zusätzlich werden die KundInnen gemäss Firmenmitteilung von den folgenden beiden neuen Merkmalen der Modulserie E20 profitieren: positive Leistungstoleranz und umfassende Wechselrichterkompatibilität.

Der Prototyp des E20-Solarmoduls wurde mit Geldern des US-amerikanischen Energiedepartements im Rahmen der Solar America Initiative entwickelt. Das Energiedepartement hatte SunPower die entsprechenden finanziellen Mittel vor rund vier Jahren zugesprochen. Das Effizienzrating der E20-Solarpanels wurde vom National Renewable Energy Lab (Nationales Laboratorium für erneuerbare Energien) des Energiedepartements bestätigt. Die Solarmodule der Baureihe E20 von SunPower kommen in Europa und Australien noch in diesem Jahr auf den Markt.

Bis zu 60 Prozent weniger Gewicht im Vergleich zu herkömmlichen Glasfolienmodulen versprechen demgegenüber die neuen Schottmodule. Es handelt sich um ein Leichtgewichtmodul, das bis zu 60 Prozent weniger wiegt als herkömmliche Glasfolienmodule. Dabei weist es die gleiche Belastbarkeit auf und lässt sich deutlich einfacher montieren. Ermöglicht wird dies durch ein für Solaranlagen neues Leichtgewichtsmaterial für die Rückseite, das bereits im Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau eingesetzt wird.

Das neue Material für die Rückseite ersetzt die bisher üblichen Folien sowie den Modulrahmen. Die PV-Zellen inklusive Einbettmaterial werden direkt auf das neuartige Rückseitenmaterial laminiert. Dieses erhöht die Steifigkeit des Moduls deutlich, wodurch sich die Dicke des Frontglases und damit auch das Gesamtgewicht stark reduzieren lassen. Der größte Vorteil der neuartigen Leichtgewichtmodule liegt in der einfacheren Montage und der dadurch kürzeren Installationsdauer. Dazu dient nicht nur das geringere Gewicht, sondern auch direkt in die Rückseite integrierte Befestigungsvorrichtungen für verschiedene Unterkonstruktionen. Durch entsprechende Adapter lässt es sich schnell und praktisch auf Schrägdächern, Flachdächern oder Freiflächenanlagen installieren.

Der herkömmliche Modulrahmen entfällt, der bislang für den Kantenschutz des Glases, eine ausreichende Steifigkeit des Moduls und für die Befestigungspunkte sorgte. Ein weiterer Vorteil der Leichtgewichtmodule ist, dass sich damit auch Dächer mit zu geringer Traglast für herkömmliche PV-Module ausstatten lassen. Dies betrifft insbesondere ältere landwirtschaftliche Gebäude oder Industriehallen. Damit erschließt SCHOTT Solar neue Dachpotentiale im europäischen Markt.

Quellen: SunPower Corp. / SCHOTT Solar

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Das grösste der Grossen

Ende vergangener Woche haben US-Innenminister Ken Salazar, Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown und Joseph DeConinck, Bürgermeister von Blythe, zusammen mit Vertretern von Solar Millennium und Solar Trust of America den Grundstein für den Solarkraftwerksstandort Blythe gelegt. Das solarthermische Grossprojekt ist auf eine Leistung von insgesamt 1000 Megawatt ausgelegt.

Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der in Wärmeenergie umgewandelten Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallenden Strahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Durch ihre Absorption wird im Rohr eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.

Die Arbeiten für die ersten zwei Kraftwerke mit einer Nettoleistung von jeweils 242 Megawatt (MW) hatten schon Ende 2010 begonnen. Solar Trust of America, die US-amerikanische Unternehmenseinheit innerhalb der Solar Millennium Gruppe, plant an diesem Standort bis zu vier solarthermische Kraftwerke mit insgesamt rund 1.000 MW Leistung. Zusammen können die vier Solarkraftwerke genügend Strom für über 300.000 amerikanische Haushalte produzieren und damit rund zwei Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr einsparen. Dass die kalifornische Mojave-Wüste zu den weltweit besten Standorten für Solarenergie gehört, zeigte sich während der Zeremonie an den 45° Celsius Außentemperatur im Schatten.

Der Strom von Blythe 1 und 2 wird vom amerikanischen Energieversorger Southern California Edison (SCE) abgenommen. SCE erfüllt damit Vorgaben des Staates Kalifornien zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der gesamten Stromproduktion. Die kalifornischen Energieversorger sind seit Anfang des Jahres dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 33% ihrer Stromerzeugung durch erneuerbare Energien abzudecken (sogenannte Renewable Portfolio Standards - RPS). Jerry Brown, Gouverneur Kaliforniens (siehe Bild), baut auf der Energiepolitik seines Vorgängers Schwarzenegger auf und geht noch weiter.

“Der Grundstein für den dann größten Solarkraftwerksstandort der Welt ist nicht nur ein Meilenstein für eine nachhaltige Energiewirtschaft unserer Nation, sondern zeigt auch, dass die Vereinigten Staaten beabsichtigen, bei Zukunftstechnologien die Führungsrolle zu übernehmen“, sagte Ken Salazar im Rahmen der Zeremonie. „Dieses Projekt führt uns deutlich vor Augen, wie wir durch die Nutzung unserer erneuerbaren Ressourcen gleichzeitig Arbeitsplätze vor Ort schaffen und dabei zur Energiesicherheit unseres Landes beitragen.“

Dr. Christoph Wolff, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG ergänzte: „Blythe stellt zugleich einen Meilenstein für Solar Millennium als auch für die Erfolgsgeschichte der Solarenergie dar: Erstmals wird hier Solarenergie in Leistungsgrößen von Kernenergie oder großen Kohlekraftwerken nutzbar gemacht. Ich freue mich, dass wir einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der ehrgeizigen Klimaziele Kaliforniens und zur regionalen Wirtschaft leisten können, und danke allen, die durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Vertrauen dazu beigetragen haben.“ Die Gesamtinvestitionssumme für die ersten zwei geplanten solarthermischen Kraftwerke am Standort Blythe beträgt insgesamt rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Erst vor wenigen Wochen hatte US-Energieminister Dr. Steven Chu der Projektgesellschaft das sogenannte Conditional Commitment offeriert, die bedingte Zusage für Kreditgarantien (Loan Guarantees) in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar. Die Kreditgarantien sind die Voraussetzung für die Fremdkapitalfinanzierung von rund 75% der Baukosten für die ersten beiden 242 MW Kraftwerke. Solar Trust of America rechnet während der Bauphase mit der Schaffung von rund 1.000 direkten Arbeitsplätzen plus mehrerer tausend indirekter Arbeitsplätze durch die Lieferbeziehungen. Die beiden Kraftwerke sollen bis 2014 ans Netz gehen. Die finale Baugenehmigung für alle vier geplanten Kraftwerke am Standort Blythe wurde bereits im Herbst 2010 erteilt.

Quelle: Solarmillenium

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Sonntag, 19. Juni 2011

Sinnvolle Einspeisevergütung

In der Schweiz unter dem Namen Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) bekannt, ist dieses Förderinstrument gleichzeitig besonders wirksam wie auch heftig umstritten. Es wird in über 50 Ländern weltweit angewendet, begründet das deutsche Wunder der Erneuerbaren Energien mit einem von vier auf 17 Prozentpunkte gestiegenem Stromanteil – und wird doch immer wieder verunglimpft. Ein Kommentar von Solarmedia-Autor Guntram Rehsche.



Schlichtweg als unliberal bezeichnen die Einspeisevergütung etwa der Schweizer Wirtschaftsverband Economiesuisse oder auch Fulvio Pelli, Präsident der Freisinnig Demokratischen Partei FDP. Doch strikt liberal ist das Wenigste, was die Wirtschaftspolitik hervorbringt, sei es nun die Landwirtschaftspolitik, die Exportförderung in verschiedenen Formen oder eben auch die Energiepolitik der letzten Jahrzehnte. Bleibt die Frage, ob die KEV in einer allgemeinen Form schlicht Unfug sei, wie das etwa in Internetforen behauptet wird (www.immmergenugstrom.ch).

Unfug ist die Einspeisevergütung aber mitnichten, sondern eines der erfolgreichsten Fördermodelle, das die Wirtschaftspolitik je hervorgebracht hat. Abgesehen vom grossen Erfolg in Deutschland (Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren am Gesamtstromverbrauch von 4 auf 17% in 10 Jahren, gigantische Zunahme bei der Erzeugung von Wind und von Solarstrom) wird es unterdessen in mehr als 50 Staaten weltweit angewendet.

Der Erfolg beruht auf mehreren Faktoren, insbesondere auch auf der Degression der Vergütung. Also anders als in der Landwirtschaft gilt die Subventionierung nicht ewig, sondern je nach Land 15, 20 (wie in Deutschland) oder 25 (Schweiz) Jahre. Und sie wird gemäss der Kostenkurve für die geförderte Technologie Jahr für Jahr abgesenkt, bewirkt also einen ständigen Entwicklungsdruck resp. technologische Weiterentwicklung. Sinn macht auch der Finanzierungsmechanismus, der den Konsum jener Technologie belastet, die langfristig ersetzt werden soll - hier also der fossilen Energieerzeugung mit Kohle, Öl, Gas - und Uran. Das kommt einer Anwendung des sonst selbst in so genannt liberalen Kreisen hoch gelobten Verursacherprinzips gleich.

Ein Unding ist allerdings der in der Schweiz praktizierte Deckel,
der verhindert, dass die Marktausweitung die erhofften Kosteneffekte erst hervorruft. Je nach Marktverhältnissen kann etwa ein Deckel, also eine Begrenzung der Förderung von Grossanlagen angezeigt sein – wie derzeit im neuen Conto Energia der italienischen Regierung vorgesehen – siehe dazu die Zeitschrift «Photon», Nr. 6 / 2011, S.20). Gerade hierzulande hat die Zulassung grösserer Anlagen (teils von Elektrizitätswerken beantragt) den Ausschluss von kleineren bewirkt und steht deshalb wohl zurecht in der Kritik. Geht es aber um die bedingungslose Ausweitung des Markts, so ist der Deckel an sich ein Unding und verhindert eben diese, die ja die erwünschten Skaleneffekte – in der Sprache der Ökonomie «econimies of scale» hervorruft.

Offen bleibt allenfalls die Frage, ob die Förderung einer Technologie an sich, hier also in erster Linie der Photovoltaik (direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Strom, kurz PV), Sinn macht. Langsam setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass es eben gerade diese Technologie ist, die zum zweiten Standbein der Schweizer Stromversorgung werden kann und muss. Der Lausanner Nationalrat Roger Nordmann hat die wesentlichen Gründe im soeben erschienenen neuesten Magazin der Schweizerischen Vereinigung für Solarenergie («Erneuerbare Energien» Nr. 3 / Juni 2011) so zusammen gefasst:
- Es gibt in der Schweiz riesige für die Photovoltaik bestens geeignete Dachflächen.
- PV-Anlagen auf Gebäuden sind in der Bevölkerung breit akzeptiert und stossen kaum auf Widerstand.
- Die Schweiz verfügt dank ihren Stauseen über eine grosse Menge an Regelenergie, um die unregelmässig anfallende erneuerbare Stromproduktion auszugleichen.
- In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird PV die günstigste Technologie für die Stromproduktion werden.

Womit sich der Kreis schliesst. Denn der Weg zu dieser günstigen - und aus Sicht des Autors absolut sinnvollen - Technologie ist eben die Einspeisevergütung. Aber eben, hierzulande weiss man es wieder mal besser als in der ganzen Welt - und am besten wissen es Jene, die die Einspeisevergütung ohne genauere Kenntnis als unliberal oder einfach als Unfug abqualifizieren.

© Solarmedia

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