Samstag, 11. Oktober 2025

Klimabewegung wird schwächer, Erneuerbare werden stärker

Die einstige Massenbewegung war nicht erfolglos. Dass die erneuerbaren Energien heute weltweit rasch wachsen, ist auch ihr Verdienst. Soeben haben sowohl die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris wie auch die Denkfabrik Ember errechnet, dass die erneuerbaren Energien weltweit erstmals in der Geschichte mehr Strom liefern als die Kohle. Die weltweite Stromproduktion aus Solaranlagen legte demnach in sechs Monaten um 31 Prozent zu, ein neuer Rekord. Die Sonne gewinnt, die Kohle verliert. Eine Einordnung des deutschen Energie- und Klima-Publizisten Franz Alt.

Diese positive weltweite Entwicklung kann weder der Klimawandel-Leugner Donald Trump in den USA noch die deutsche Gas-Politikerin Katherina Reiche aufhalten. Inzwischen wachsen die erneuerbaren Energien stärker als der weltweite Stromverbrauch. Dabei ist die Photovoltaik der Haupttreiber der Energiewende. Mehr als die Hälfte der neuen Solaranlagen gehen derzeit allein in China ans Netz, gefolgt von den USA, Europa und Indien.

Die Kohle verliert, das Klima profitiert: Wind und Sonne machen der klimaschädlichen Kohle immer mehr Konkurrenz. Die beiden großen erneuerbaren Energiequellen kommen auf einen globalen Anteil von 34 Prozent, der Anteil der Kohle ist auf 33 Prozent gefallen. 60 Prozent aller Zuwächse bei erneuerbaren Energien werden derzeit in China erzielt. Seine ehrgeizigen Ausbauziele für Wind- und Sonnenstrom dürfte das Land schon 2030 erreichen. Bisher war das bis 2035 angestrebt.

 

Die USA fallen zurück: Nicht nur in China und Indien, sondern auch in Ländern wie Kenia, Algerien oder Pakistan wachsen die Erneuerbaren schneller als je gedacht. Sogar in den USA – trotz Trump. Allerdings hat die IEA ihre Ausbau-Prognose für die USA seit Trumps zweiter Regierungszeit um die Hälfte gesenkt. Doch der globale Ausblick der IEA bleibt positiv.

Bis 2030 dürfte sich die Leistung der Erneuerbaren global nochmals verdoppeln. Angestrebt war allerdings seit der Klimakonferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Verdreifachung. Politiker wie Trump und Reiche dürften dieses ursprüngliche Ziel allerdings torpedieren. Die USA fallen zurück, China übernimmt die Führung und wird damit die Energiegeschäfte von morgen machen.

Wir erleben gerade die solare Weltrevolution. Die Sonne gewinnt, das Solarzeitalter beginnt. Gute Nachrichten für die globale Energiewende und für die Zukunft der kommenden Generationen.

Quelle: Franz Alt 2025 | www.sonnenseite.com

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Netzbetreiber senken PV-Vergütungen erneut


Graphik: Vergütungen 2026 der 30 grössten Verteilnetzbetreiber für eingespeisten Strom aus einer 10 kVA PV-Anlage soweit per 1.10.2025 bekanntgegeben. Im Falle der Vergütung der Energie zum Marktpreis sind die Werte der letzten 12 Monate unter Berücksichtigung der Minimalvergütung eingesetzt (6.91 Rp/kWh) - Vergrössern mit Klick auf Grafik!

Eine Umfrage von VESE bei den 30 grössten Verteilnetzbetreibern zeigt eine weitere signifikante Absenkung der Vergütungen für eingespeiste PV-Energie per 1.1.2026 im Zuge der Inkraftsetzung des Stromgesetzes. Diese Werte zeigen einen durchschnittlichen Rückgang in der Grössenordnung von 25% gegenüber den Tarifen von 2025 und eine mittlere Vergütung von etwa 9.6 Rp/kWh inkl. HKN für Anlagen bis 30 Kilowatt.

Die Umfrage bei den 30 grössten Schweizer Netzbetreibern ergibt folgendes provisorisches Bild: ab dem 1.1.2026 nutzen etwa 2/3 der Verteilnetzbetreiber die neue Möglichkeit, eine Vergütung basierend auf dem Spotmarktpreis zu entrichten, während etwa 1/3 bei einer konstanten, im Voraus bekannten Jahresvergütung verbleiben.

Während zu erwarten war, dass nicht wenige Netzbetreiber die Möglichkeit der neuen Regelung der Mindestvergütungen ab dem 1.1.2026 nutzen würden, so beklagt VESE die fast durchwegs damit verbundene Falschinformation: von wenigen Ausnahmen abgesehen wird die Umstellung gänzlich falsch als neue gesetzliche Verpflichtung dargestellt. Schlagworte wie «schweizweite Harmonisierung der Vergütungen», «vom Volk angenommene Energiewende», und gar «gezielte Förderung des Eigenverbrauchs» werden verwendet, um keine Verantwortung für die firmeninternen Entscheidungen der Absenkung der Vergütungen zu übernehmen.

Dass keinerlei Zwang besteht, die neuen Minimalbestimmungen anzuwenden, beweisen diejenigen vorbildlichen Netzbetreiber, welche auch 2026 eine im Voraus bestimmte planbare Jahresvergütung entrichten. Auch VESE hat mit seinem Whitepaper aufgezeigt, dass die Netzbetreiber im neuen gesetzlichen Rahmen problemlos bis zu 10.96 Rp/kWh, oder auch noch höhere Vergütungen entrichten können.

Dieser Spielraum wird teilweise auch genutzt, und zwar durch die Abnahme des Herkunftsnachweises HKN: es ist interessant zu beobachten, dass die Abnahmevergütungen für den HKN über einen riesigen Bereich variieren, von 0.5 bis 4 Rp/kWh.

Noch schwierigere Lage für Grossanlagen: Die obenstehenden Betrachtungen beziehen sich auf Anlagen bis 30 kW. Diese sind zwar sehr zahlreich, machen jedoch weniger als die Hälfte der installierten PV-Leistung der Schweiz aus. Für grosse Anlagen ab 150 kW ist die Situation ab 2026 noch einiges schwieriger: einerseits fällt für diese der Schutz der Mindestvergütungen von 6 Rp/kWh weg, und dazu werden vielfach die HKNs entweder gar nicht oder dann nur zu einem reduzierten Ansatz abgenommen. Entsprechend melden viele VESE-Mitglieder Schwierigkeiten, neue kostendeckende Projekte zu entwickeln oder bestehende zu amortisieren. Gerade diese Projekte wären jedoch entscheidend, um den Ausbau der Schweizer Photovoltaikkapazität wie beschlossen fortzusetzen. Entsprechend wird es interessant zu sehen, ob und wie der Bundesrat auf den Einbruch der Neuinstallationen in diesem Jahr reagieren wird, nachdem er noch in diesem April sein Ziel von 18.7 TWh/Jahr bis 2030 bekanntgegeben hat. Die SSES weist in einer Medienmitteilung vom August auf genau diese Problematik detailliert hin.

VESE erwartet von den Verteilnetzbetreibern, dass sie Verantwortung zur Umsetzung der Energiewende wahrnehmen und faire Vergütungen für PV-Strom bezahlen, sodass Bau von PV-Anlagen attraktiv bleibt.

Über den Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE: Fachgruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie SSES, Verband der unabhängigen Energieerzeuger, vertritt die Interessenten von Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Elektrizität ohne eigenes Verteilnetz. VESE setzt sich ein für eine Energiewende mit möglichst vielen Anlagen in Bürgerhand  

Sonntag, 5. Oktober 2025

Forschungsteam steigert Effizienz von Perowskit

Ein internationales Forschungsteam von Photovoltaik-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern hat einen entscheidenden Schritt in Richtung Industrialisierung von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen gemacht. Sie konnten beweisen, dass es möglich ist, die Perowskit-Oberzelle in Kombination mit den Silizium-Unterzellen zu passivieren.

Diese Unterzellen haben eine pyramidenförmige Oberflächenstruktur und sind derzeit der Industriestandard für Solarzellen. Darüber hinaus entdeckten sie, dass die Passivierung – anders als beim Silizium – die gesamte Perowskit-Schicht beeinflusst. Dies führt zu weiteren Effizienzsteigerungen. Die PV-Forschenden der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), der Universität Freiburg und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE präsentierten ihre technologischen und wissenschaftlichen Innovationen zur Passivierung von Perowskit-Oberzellen im Journal Science. Der Artikel ist kostenlos verfügbar > siehe hier. 

© Universität Freiburg / Foto: Silvia Wolf
Die passivierten Tandemsolarzellen erreichten einen Wirkungsgrad von bis zu 33,1 Prozent mit einer Leerlaufspannung von 2,01 Volt.

Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen bestehen aus einer Perowskit-Oberzelle und einer Silizium-Unterzelle. Diese Zelltechnologie ist der nächste große technologische Fortschritt in der Photovoltaik, da Silizium-Solarzellen maximal 29,4 Prozent des Sonnenlichts in Strom umwandeln können. Dieses physikalische Limit hat die Photovoltaik-Industrie schon fast erreicht.

Für die großflächige Produktion dieser Tandemsolarzellen wäre es vorteilhaft, eine Standard-Siliziumsolarzelle für die Unterzelle zu verwenden, da deren Herstellungsprozesse bereits gut etabliert sind. Diese Solarzellen sind strukturiert, da dies ihre Oberfläche vergrößert und Effizienz steigert. Die Strukturierung erschwert allerdings das Aufragen der Perowskit-Oberzelle. Eine qualitativ hochwertige Oberflächen-Passivierung der Perowskit-Schicht auf der pyramidenförmigen Oberfläche des Siliziums war bisher noch nicht gelungen.

»Bislang wurde die effektive Passivierung auf volltexturierten Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen noch nicht vollständig genutzt, wobei frühere Erfolge weitgehend auf Solarzellen mit flachen Oberflächen beschränkt waren. Aber wir haben jetzt eine ausgezeichnete Passivierung erreicht, indem wir 1,3-Diaminopropan-Dihydroiodid auf die unebene Perowskit-Oberfläche abgeschieden haben«, sagte Dr. Oussama Er-Raji, Hauptautor des Papers und Wissenschaftler am Fraunhofer ISE. Die passivierten Tandemsolarzellen erreichten einen Wirkungsgrad von bis zu 33,1 Prozent mit einer Leerlaufspannung von 2,01 Volt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachteten auch, dass die Passivierung der Perowskit-Oberzelle die Leitfähigkeit und damit den Füllfaktor der Zelle verbesserte. Sie bewiesen, dass diese Verbesserung auf einen tiefergehenden Feldeffekt zurückzuführen ist, der aus der Passivierung resultiert. Bei Siliziumsolarzellen wirkt die Passivierung nur auf die oberen Schichten, während bei Perowskit-Solarzellen die Oberflächenbehandlung die gesamte Schicht beeinflusst und deren Effizienz steigert.

»Die Oberflächen-Passivierung von Solarzellen ist nicht nur ein nettes Zusatzfeature; sie ist ein wesentlicher Booster für deren Effizienz und Stabilität«, sagt Prof. Stefan Glunz, Professor für Photovoltaische Energiewandlung an der Universität Freiburg und Direktor der Photovoltaik-Abteilung am Fraunhofer ISE.» Für die heutigen Siliziumsolarzellen war die Oberflächenpassivierung der Schlüssel zu hohen Wirkungsgraden in der industriellen Produktion, und es ist ermutigend, dass die PV-Industrie auch von diesen positiven Effekten für Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen profitiert.«

Die Ergebnisse des Forschungsteams basieren auf Arbeiten im Fraunhofer-Leuchtturmprojekt »MaNiTU« sowie in den Projekten »PrEsto« und »Perle«, die beide vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWE gefördert werden.

 Quelle:  ise.fraunhofer.de

Samstag, 4. Oktober 2025

PPVX stieg um 5,7 - NYSE Arca Oil fiel um 4,5%


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  
 Quelle: oeko-invest.net
 
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Donnerstag, 2. Oktober 2025

Licht für einen sicheren Start ins Leben

«Die Hebamme musste die Taschenlampe im Mund oder zwischen Schulter und Hals festhalten, während ich meine Kinder zur Welt brachte. Ich war jedes Mal voller Furcht, es könnte dem Baby oder mir etwas Schlimmes passieren», so beschreibt Immaculée die Geburt ihrer ersten Kinder im ländlichen Dorf Gapé Wonougba in Togo. Solarmedia unterstützt Solafrica (s.u.) mit der Veröffentlichung dieses Berichts.

Kein elektrisches Licht, nur Dunkelheit, Angst und fehlende Hygiene: Jede Geburt in der Nacht war mit enormen Risiken verbunden.

Bei der Geburt ihres vierten Kindes war alles anders: «Der Raum war hell erleuchtet, ich fühlte mich sicher und wir waren alle glücklich. Ich konnte mein Baby direkt nach der Geburt sehen, was vorher nicht möglich war.»

Dieser Wandel ist möglich dank Menschen wie Ihnen: Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort ermöglichen wir Gesundheitszentren in Westafrika den Zugang zu Solarenergie – und vermitteln das nötige Wissen, damit diese Stromversorgung dauerhaft funktioniert.

Ihre Spende schenkt Müttern wie Immaculée die Sicherheit, ihre Kinder ohne Angst zu gebären – und ihren Neugeborenen einen sicheren Start ins Leben.

Mit Ihrer Unterstützung bringen wir Solarenergie in weitere Gesundheitszentren in Westafrika – damit noch mehr Familien einen erhellten Start ins Leben erhalten. Herzlichen Dank für Ihr wertvolles Engagement!

Quelle:  solafrica.ch

Sonntag, 28. September 2025

Das A & O künftiger Energiepolitik: Speichern

Immer mehr Solarparks werden gleich mit 
großen Speichern (im Vordergrund) gekoppelt
Die Förderung Erneuerbarer Energien, allen voran der Solarenergie, ist das A & O zukunftsorientierter Energiepolitik. Aber es gibt ein weiteres Element, das zunehmend in den Vordergrund rückt und auch hierzulande von immer grösserer Bedeutung ist: das Speichern von zur Unzeit anfallendem Solar- und Windstrom. Einem Bericht von Ember, der renommierten Agentur für Erneuerbare, entnehme ich an diesem solaren Sonntag folgende Gedanken zur Speicherfrage.
 
Die provokante These gleich zu Beginn: 24 Stunden Solarstrom tags und nachts ist kein Traum, vielmehr bereits in Reichweite. Mit der heutigen Batterie-Technologie ist es einfach, rund um die Uhr Strom zu einem akzeptablen Preis zur Verfügung zu stellen. Da sind gar keine grossen Revolutionen mehr nötig. Solche Techniken gibt es in verschiedensten Arten mit verschiedenen (mehr oder weniger) problematischen Stoffen - so beispielsweise die Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie, die jener Variante mit Nickel und Mangan überlegen scheint (problematische Rohstoffe).
 
Die Batterie-Technologie der neuen Art wird zum eigentlichen GameChanger, also zu jener Technologie, die alles bisherige umkehrt und eben Solarstrom rund um die Uhr zur Verfügung stellt. Dien Agentur Ember hält demgegenüber andere Technologien für fragwürdig, so etwa die Pumpspeicherung, die für die grosse Strommengen als aufwändig erscheint.

Zusammen mit der Speicherung ist die Sonne als Quelle von Energie nicht mehr limitiert - das ist natürlich vor allem besonders in sonnenreichen Gegenden derart ergiebig, dass eine hundertprozentige Versorgung mit der Sonne möglich scheint. Gemach - bei uns ist das weniger der Fall, aber wir haben die idealtypische Ergänzung: die Wasserkraft. Die alle Nachteile der Solarenergie ausgleichen kann und sogar ihr selbst als Speichermedium dient. Hier gilt die Kurzformel, dass jede solare Kilowattstunde den Verbrauch von Wasserkraft vermindert - letztere dafür verfügbar macht für Stunden, in denen keine Sonne scheint.

Der wechselseitige Nutzen kennt noch einen weiteren Gewinner: das Netz, das weniger aufwändig gestaltet sein muss, wenn der Strom dezentral zum Einsatz gelangt und nur jeweils in Überschuss- oder Lücken-Situationen weiter weg von der Quelle zur Verfügung stehen soll.

Und warum haben alle diese Vorteile die Kreise rund um die Stromwirtschaft noch nicht realisiert? Abgesehen von den neuen Technologien, die früher nicht verfügbar waren und der allgemeinen Schwerfälligkeit grosser Branchen, ist es vor allem der Preis. Denn Batterien erleben derzeit Preisreduktionen, wie wir sie von der Modulproduktion in den letzten Jahren kennen. Mit anderen Worten: Speichern wird auch aus wirtschaftlicher Sicht  möglich und nicht mehr behindert. Dass das wiederum nicht graue Theorie ist, sondern bereits Realität, zeigen Speicher-Anwendungen in grossen Stil auf zum Beispiel auf Hawaii oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Quelle Text: https://ember-energy.org/latest-insights/solar-electricity-every-hour-of-every-day-is-here-and-it-changes-everything/chapter-1-how-batteries-will-unlock-solars-true-po/ 

Quelle Bild mit weiteren Angabe: https://www.photovoltaik.eu/solarspeicher/bsw-solar-erwartet-rasant-wachsenden-ausbau-von-grossspeichern